Der beste Staub­sauger-Roboter

Testparcour: Sechs Staubsauger Roboter von 150 bis 800 Euro im Test
  • Test: Staubsauger Roboter – Testsieger Ecovacs Deebot M88

Der beste Saugroboter für die meisten ist der Ecovacs Robotics Deebot M88. Er reinigt in einem Durchgang eine ganze Etage und kann bequem aus der Ferne per App gesteuert werden. Er gehörte zu den leisesten Robotern im Test und arbeitet gründlich. Sein besonderer Clou ist das umfangreiche Zubehör samt Verbrauchsmaterial und einem Wisch-Aufsatz mit Wassertank. Vor allem aber ist er wesentlich günstiger als andere Roboter, die auch nicht mehr können.

Den Traum, die Haushaltsarbeit einfach von einem Roboter erledigen zu lassen, gibt es, seit es Roboter gibt. Mit Staubsauger-Robotern wird dieser Traum zum ersten mal Wirklichkeit – zumindest, was das Staubsaugen angeht. Denn die regelmäßige Grundreinigung können einem Staubsauger-Roboter durchaus abnehmen, wie unser Test gezeigt hat.

Die kleinen Haushaltshelfer werden mit Preisen von 99 bis 900 Euro angepriesen, unzählige Modelle bevölkern inzwischen den Markt. Da fällt die Auswahl schwer.

Darauf müssen Sie achten

Zuerst sollten Sie ich klarmachen für welche Bodenbeläge, Flächen und mit welchem Sauberkeitsanspruch sie einen Roboter benötigen. Ist die Wohnung komplett oder teilweise gefliest oder mit anderen glatten Oberflächen eingerichtet? Dann kommen auch Sauger ohne rollende Bürsten in Frage – aus Teppichen holen sie dagegen fast gar nichts heraus. Aber auch auf glatten Oberflächen lösen Roboterstaubsauger mit Bürstenwalze etwas mehr Schmutz.

Doch auch glatte Flächen haben Fallstricke: Schmale Fugen zwischen den Fliesen oder zwischen den Holzdielen können viele Sauger nicht gründlich reinigen. Hier bleibt gern Staub und Schmutz hängen, da muss man dann alle paar Wochen per Hand nacharbeiten.

Bei Teppichen eignen sich Roboter nur für Niedrigflor-Beläge, in Langflor-Teppichen bleiben sie stecken. Dafür sollten sie ein Modell mit zwei gegenläufig rotierenden Walzenbürsten wählen. Läufer und einzeln liegende Teppiche mit langen Quasten können für solche Saugroboter aber ein Problem sein, denn die Walzen wickeln die gern auf.

Wischroboter sind technisch gesehen Staubsauger-Robotern sehr ähnlich, sie besitzen jedoch zusätzlich einen oder mehrere Wassertanks und kommen mit Wischtüchern fürs Nasswischen und Polieren und haben spezielle Programme, die das Grobsaugen, Einweichen und Wischen separat ausführen. Interessante Modelle sind hier der iRobot Scooba 450 und der Moneual ME685.

Wie gründlich ist die Reinigung?

Staubsauger-Roboter können eine angenehme Hilfe für die regelmäßige Grundreinigung sein, sie entfernen zuverlässig Staub, Flusen und lockeren Schmutz vom Boden. So gründlich wie per Hand mit dem Bodenstaubsauger reinigt aber keiner von ihnen.

Vorwerk Kobold VR200: Walze - verfilzt bei textilen Bodenbelägen schnell
Vorwerk Kobold VR200: Die Walze verfilzt bei Teppichen schnell.

Das liegt zum einen an der wesentlich geringeren Saugleistung von Saugrobotern. Während normale Haushaltsstaubsauger eine Leistung von 600 bis 1600 Watt haben, kommt ein Batterie-Sauger gerade mal auf 35 bis 40 Watt.

Von einer »Tiefenreinigung« von Teppichen kann damit keine Rede sein. Die spindelförmigen Walzen mit Gummi oder Bürsten besetzt klopfen zwar die Oberfläche durch und saugen den aufgewirbelten Schmutz auf, jeder einfache Bodenstaubsauger ist da aber um Längen gründlicher und holt mehr Sand, Haare und Fusseln aus dem Teppich.

Aber auch auf Dielen oder Fliesen fahren Saugroboter oft über losen Schmutz hinweg, der in schmalen Fugen liegenbleibt und auch Ecken sind für sie oft ein Problem.

Um ein Nachreinigen von Ecken und einer regelmäßigen gründlichen Reinigung von Teppichen kommen Sie also auch mit einem Staubsaug-Roboter nicht umhin.

Typische Schwachstellen

Die Sensorik heutiger Roboter ist ausgefeilt, selbst die günstigen Modelle fahren nicht blindlings drauflos und bemerken die nächste Wand erst, wenn ihr Stoßfänger dagegen rempelt. Sie erkennen Hindernisse, merken sich Räume, fahren bestimmte Reinigungsmuster und erkennen teilweise sogar den Schmutz, um die Stelle dann besonders sorgfältig zu bearbeiten.

Das alles nützt aber nichts, wenn Kabel, Gardinen, Lego-Bausteine, Holzstäbchen, Schnürsenkel oder Blumenvasen den Weg versperren. Solche Hindernisse sind für die Sensorik mitunter zu klein, sie werden im besten Fall einfach zur Seite geschoben.

Im ungünstigen Fall – und der ist in der Praxis der Normalfall – fährt sich der Sauger aber an der Gardine fest. Er rollt mit der Seitenbürste einen Schnürsenkel auf oder er blockiert seine Walze mit dem Faden eines Teppichs. Doch auch mobile Gegenstände – wie die bemalten Holzscheiben der Kinder – versucht mancher Sauger zu überfahren und dann sitzt er obenauf und kommt nicht weiter.

Gefährlich kann es sogar werden, wenn der Roboter ein Kabel zieht und Gegenstände vom Tisch zerrt oder eine Vase umreißt. Jeder Neu-Eigentümer sollte sich auf eine spaßige Lernphase einlassen, denn die kleinen Roboter sind unermüdlich im Ausprobieren neuer Blockaden. Erst nach Tagen werden Sie ihre Wohnung derart optimiert haben, dass der kleine Helfer störungsfrei seine Arbeit verrichten kann.

Vor allem in Wohnungen, die ausschließlich oder hauptsächlich glatte Böden haben, können Robotersauger aber viel Arbeit abnehmen. Genau das ist der Anspruch, den sie im besten Fall an einen Roboter haben können: Er nimmt Ihnen einen erheblichen Teil ihrer Staubsaugerfahrten ab – am besten während sie gar nicht zuhause sind.

Wie viel kann gereinigt werden?

Die Roboter fahren mit einer Akkuladung nur eine bestimmte Zeit, sehr große oder verwinkelte Etagen müssen daher unter Umständen mit einer Zwischenaufladung abgefahren werden. 60 Quadratmeter fahren auch die einfachen Sauger in einer Akku-Tour ab – sofern die Räume nicht extrem verwinkelt sind.

Bei Flächen von mehr als 60 Quadratmeter und mehr als vier Räumen sollten sie auf jeden Fall nach einem Modell suchen, dass eine Zwischenaufladung des Akkus einlegen kann. Doch erst die Mittelklasse-Sauger beherrschen das Fortsetzen der Reinigung.

Lichtschranke iRobot
Lichtschranke von iRobot.

Bereiche, die nicht abgefahren werden sollen, können übrigens bei allen Saugrobotern mit einer virtuellen Wand aus einer Lichtschranke oder einem Magnetband abgesperrt werden. Wenn Sie so etwas benötigen, sollten Sie sich vorher über das nötige Zubehör erkundigen, denn das kostet extra.

Wie lange dauert die Reinigung?

Die Roboter verrichten ihre Arbeit relativ gemächlich, je verwinkelter die Räume sind und je mehr Hindernisse herumstehen desto länger dauert es. Bei 60 Quadratmetern und drei Räumen müssen Sie mit 60 bis 80 Minuten Saugarbeit rechnen.

Die meisten Modelle fahren Räume nach einem bestimmten Muster ab. Das kann zuerst der Rand, danach ein linienförmiges Abfahren sein, es gibt aber Z-Muster und reine Zufallsfahrten. Die sind sind nicht sehr effizient, da Bereiche doppelt oder gar dreifach abgefahren werden.

Im Hinblick auf eine große Flächenleistung mit einer Akkuladung ist eine Fahrt nach Plan sinnvoller. Hierzu muss der Roboter zuerst die zu saugende Fläche kartieren, zum Beispiel durch eine Fahrt entlang des Randes. Das machen die Robotersauger in der Regel mit einer oder zwei Kameras oder mit einem Laser.

Zu den typischen Fahrmustern zählen die Geradeausfahrt, der Zick-Zack-Modus, die Wandverfolgung und die Spiralfahrt. Roboter mit Raumplanung sind zusätzlich in der Lage in überlappenden Linien zu fahren.

Wenn Sie eine möglichst schnelle Reinigung wollen, sollten Sie auf Modelle achten, die eine geplante Reinigung, also Raum für Raum, fahren können. Der Roboter erkennt dann, wo er schon war und fährt in Linien die Flächen ab. Das geht schneller als die planlose Zufalls-Herumfahrerei der günstigeren Modelle.

Soll der Roboter während Ihrer Abwesenheit reinigen, spielen Lautstärke, Ladezeit und Reinigungsdauer kaum eine Rolle. Wenn hingegen in der Nacht gesaugt wird, z. B. im Nebengebäude oder in der Etage ohne Schlafzimmer, dann ist ein niedriger Lärmpegel wichtig. Achten Sie auf eine Lautstärke-Angabe von unter 60 Dezibel.

Was ist mit Treppen?

Roboter starten in der Regel zeitgesteuert oder manuell von ihrer Ladestation aus, nach der Arbeit oder bei knappem Akku-Stand kehren sie selbständig dorthin zurück. In andere Etagen muss der Roboter getragen werden, denn Treppen kann er nicht steigen. Doch auch dort führt der Roboter den gewünschten Reinigungsmodus durch – und bleibt dann am Ausgangspunkt stehen.

Vorwerk Kobold VR200: Kletterhilfe am Rad
Vorwerk Kobold VR200: Kletterhilfe am Rad

Wenn Sie Türschwellen und geringe Höhenunterschiede im Haus oder in der Wohnung haben, sollten Sie einen Roboter mit Steighilfe wählen, bei dem explizit die Überwindung eines bestimmten Höhenunterschiedes genannt wird. Bei unserem Testsieger Deebot M88 sind das zum Beispiel 1,8 Zentimeter.

Treppen oder andere Abgründe sind kein Problem für die Sauger, sie besitzen eine Absturzsicherung. Dennoch empfehlen die Hersteller, an solchen Punkten während der ersten Reinigung dabei zu sein. Die Sensoren arbeiten nämlich nicht bei allen Untergründen zuverlässig, etwa wenn der Boden stark glänzt oder gar spiegelt.

Kinder und Haustiere

Wenn viele Tierhaare gesaugt werden müssen, sollte der Roboter eine Bürstenrolle haben und nicht nur eine Saugöffnung.

In Wohnungen mit kleinen Kindern müssen dagegen besonders viel Sand, Staub und Essenskrümel eingesammelt werden. Staubbehälter kleiner als 0,4 Liter haben hier nichts zu suchen. Außerdem spielt die Robustheit des Chassis eine Rolle: Schnell bricht Kunststoff, wenn sich der Sohnemann zum Ritt auf den Sauger setzt.

Staubsauger-Fürsorge

Wenn Sie nicht bereit sind, täglich den Staubsauger-Beutel zu entleeren und den Filter auszuklopfen, sollten Sie auf einen großen Filter und ein Staubbehältervolumen von mindestens 0,4 Liter achten.

Philips SmartPro Compact FC8776/01: Die tägliche Leerung ist lästig.
Bei großen Flächen / kleinen Behältern mitunter täglich: Gefäß entleeren und Filter reinigen

Ein tägliches Freiräumen des Bodens muss ebenfalls sein, denn der Roboter fährt sich in der Praxis unweigerlich an Schnürsenkeln, Kabeln, Tüchern oder Gardinen fest. Auch müssen Sie auf Gegenstände achten, die herunterfallen könnten: die Ming-Vase auf dem wackeligen Beistelltisch sollten Sie in Sicherheit bringen, denn kleinere Rempeleien können durchaus vorkommen.

Hin und wieder muss der Roboterstaubsauger auch gewartet werden. Typischerweise müssen regelmäßig der HEPA-Filter, die Hauptbürste (falls vorhanden) und die kleinen Seitenbürsten gewechselt werden. Am besten prüfen Sie vor dem Kauf, was die kosten, denn Sie müssen sich auf einen regelmäßigen Ersatz einstellen.

Wie gewöhnliche Staubsauger sind die meisten Saugroboter mit einem HEPA-Filter bestückt. Er hält Feinstaub zurück, damit der nicht in die Raumluft gepustet wird. Der HEPA-Filter muss bei jeder Entleerung gereinigt und mehrmals in Jahr ausgetauscht werden. Das häufige manuelle Ausklopfen und Reinigen könnte für den Hausstaub-Allergiker ein Problem darstellen – das gilt für alle Saugroboter.

So haben wir getestet

Der Markt an Staubsauger-Robotern ist inzwischen sehr unübersichtlich, doch wenn man die Spreu vom Weizen trennt, reduziert sich die Auswahl schnell auf renommierte Hersteller wie Ecovacs, iRobot, Neato oder Vorwerk.

Wir haben alle Tests und Bestenlisten zu Rate gezogen, die wir finden konnten und unzählige Kundenbewertungen gelesen und uns schließlich sechs Geräte mit Preisen zwischen 150 und 800 Euro besorgt, denn wir wollten wissen, ob die teuren Robo-Sauger wirklich besser sind als die günstigen. Das Ergebnis vorweg: Das sind sie nicht wirklich.

Bei der Einsteiger-Klasse haben wir Modelle mit sehr kleinen Staubbehältern und vielen schlechten Kundenbewertungen außen vor gelassen, wie zum Beispiel den Dirt Devil M607 Spider. Um die günstigste Klasse im Rennen zu haben, haben wir uns stattdessen den Medion MD 16192 angesehen – er kostet nur 150 Euro und bringt dennoch schon eine Ladestation mit.

Recht beliebt sind auch die LG HomeBots, von ihnen war aufgrund eines Modellwechselprozesses allerdings kein Testgerät zu bekommen. Wir werden sie nachtesten, sobald sie verfügbar sind.

iRobot schickte uns den Roomba 871, Ecovacs seine brandneue Mittelklasse Deebot M88. Neato brachte leider nur den etwas älteren BotVac Connected ins Rennen, der aber immer noch verkauft wird.

Vorwerk schickte uns mit dem Kobold VR200 einen Saugroboter, der bereits zahlreiche Testsiege für sich verbuchen konnte. Von Phillips kam uns die Mittelklasse ins Haus, der SmartPro Compact FC8776/01.

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Ecovacs Deebot M88 Preisvergleich

Kommentare

35 Kommentare zu "Der beste Staub­sauger-Roboter"

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DLM
DLM

Hallo,
Danke für den Test. Ist geplant auch den Bot von Xiaomi in absehbarere Zeit zu testen? Es gibt ihn zwar nicht in Deutschland zu kaufen, er ist jedoch über die gängigen Online Shops bestellbar und kostet um die 330€. In anderen Test schneidet er sehr gut ab und wird dort absolut vergleichbar mit den hochpreisigen Roombas gleichgesetzt. Mich würde interessieren, wie er in eurem Test abschneiden würde.

Redaktion

Man kann den Roboter-Sauger von Xiaomi zwar als Direktimport bestellen, solange App und Bedienungsanleitung nur auf Chinesisch verfügbar sind, macht das Gerät aber nur für die wenigsten Sinn. Wenn sich das ändert, werden wir uns den Xiaomi natürlich ansehen!

Vielen Dank für den tollen Testbericht! Wir überlegen, den empfohlenen Ecovacs Deebot zu kaufen. Eine Frage hab ich aber noch: Was passiert mit dem Wischtuch, wenn der Ecovacs über Teppiche fährt? Wir haben zwei Teppiche auf Fliesen liegen, keine Läufer, sondern größere Teppiche.

Redaktion

Das Wischtuch wird einfach mit über den Teppich gezogen, es liegt nicht sehr fest auf, daher ist das kein Problem.

Ich schmeiss mich gleich weg. Euer Ernst?
1. Warum sind die meisten Daten mit dem Vorwerk ausgestattet wo doch ein anderer besser sein soll.
2. 6 Std Ladedauer 🙂
3. Ecken…. Geht gar nicht…. rundes Gerät.
Aber mal so als Tipp am Rande. Die Kundenberater von Vorwerk schauen sich die Gegebenheiten jedes Haushaltes an und sehen ob ein Roboter geeignet ist oder nicht!
Die Wischfunktion lassen wir jetzt mal aussen vor…Denn diese ist bei weiten nicht ausgeklügelt und läuft komplett oberflächlich. (Beim Roboter hier)

Aber jedem das Seine 😉

Preis ?

398 beim günstigen anbieter.

399

René Weiss

Haben seit 2 Jahren den Roomba am laufen. Macht jeden Tag Freude, das Teil. Sind sehr zufrieden damit.

Bei uns gibt es zwei Roombas super glücklich mit Ihnen auf jeder Etage einen. 4 Katzen und zwei Hunde . Kein Problem mehr mit Haaren würde mir immer wieder ein kaufen sehr zu empfehlen

Darf ich fragen welches Modell??

Am Besten ist Vorwerk. Der wurde auch schon Testsieger beim Stiftung Warentest!

Aha.

Und haben Riesen Probleme mit der Technik 😀

Nix Probleme. Der von Vorwerk ist einfach klasse!

Kann Sabine nur zustimmen…..

Alexander Velewär was für uns monks

Bin gerade am testen, negativ das der roomba nicht auf dunkel Teppichen fährt.

Meiner kann das!!

Der Roomba ist der beste

Gesa Meier schau mal

Seit 5 Jahren einen Roomba im Einsatz nie wieder einen anderen

Vorwerk ist der Beste! Man kann nur STiftung Warentest vertrauen.

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