Wischroboter im Test

Neben reinen Saugrobotern kommen neuerdings immer mehr Geräte auf den Markt, die entweder zusätzlich eine Wischfunktion integriert haben oder sich ganz aufs Feuchtwischen spezialisiert haben. Wir haben vier davon getestet.

Preislich lagen die getesteten Geräte zwischen 300 und 450 Euro und sind damit nicht gerade günstig. Wir waren sehr gespannt, wie gut sie ihre Arbeit machen. Die kleinen Roboter schlugen sich nicht schlecht, völlig zufrieden waren wir aber nicht mit dem Ergebnis.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610

Test Staub­sauger-Roboter: Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610
Mit großem, abnehmbaren Wisch-Tank. Er saugt und wischt gleichzeitig.

Der Deebot Ozmo 610 von Ecovacs ist unser Testsieger, wenn es ums Wischen geht. Seine Reinigungswirkung ist zwar nicht so gut wie beim reinen Wischroboter iRobot Braava 390t. Uns gefällt aber, wie der Deebot Wischen und Saugen abwechselnd erledigt – und das mit kleinstem manuellen Aufwand und auf Wunsch auch zeitgesteuert.

Vorne saugt der Ozmo ganz in Manier unseres Saugroboter-Testsiegers Deebot M88, hinten wischt er mit dem feuchten Lappen nach. Das Ergebnis sind gepflegt aussehende Böden, die wieder glänzen und zwar mit der Gründlichkeit eines Deebot-Testsiegers an fast allen Ecken und Winkeln der gesamten Etage.

Den Wisch-Tank kann man bei Bedarf aber auch einfach herausnehmen, dann arbeitet der OZMO wie ein M88 als einfacher Staubsauger-Roboter ohne Wischfunktion.

Günstige Alternative

iLife Beetles V80

Zwei Arbeitsgänge: Erst Saugen, dann Wischen, Trocken- und Nass-Tank gegeneinander tauschen

Der iLife Beetles V8s war im Test überragend gründlich und schaufelt den Schmutz in einen sehr großen Behälter (0,75 Liter). Woher nimmt er den Platz dafür? Sein Trick ist die Arbeitsteilung: Zum Saugen schiebt man den Trocken-Tank ein, zum Wischen den Nass-Tank. Die jeweiligen Tanks enthalten den Staubsauger-Motor oder eben die Wasserpumpe.

Der Beetles V8s ist mit seiner direkten Ansaugöffnung optimal für Tierhaare und Hartböden. Im Gegensatz zum Ozmo 610 hat der Beetles V8s keine App. Zeitsteuerung und Reinigungsmodus werden auf dem kleinen Display am Gerät eingestellt. Hinzu kommt eine Fernbedienung.

Flüsterleise

iRobot Braava 390t

Test Staubsauger & Wisch-Roboter: iRobot Braava 390t
Reinigt intensiver aber mit mehr manuellem Aufwand.

Der iRobot Braava 390t ist ein reiner Wischroboter, der entweder nass wischt oder trocken mit einem Staubtuch herumfährt. Durch Links-Rechts und Vor-Zurück-Bewegungen nimmt das Putztuch mehr Schmutz auf als die Kombi-Sauger und liefert damit bessere Reinigungsergebnisse.

Eine perfekt saubere Fläche bei jedem Fleck sollten Sie jedoch auch hier nicht erwarten. Wischeimer und Mopp können Sie auch nach dem Erwerb des Braava nicht zum Sperrmüll geben.

Vergleichstabelle

TestsiegerGünstige AlternativeFlüsterleise
Modell Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610 iLife Beetles V80 iRobot Braava 390t Sichler PCR-8500LX
Test Staub­sauger-Roboter: Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610Test Staubsauger & Wisch-Roboter: iRobot Braava 390tTest Staub­sauger-Roboter: Sichler / Pearl PCR-8500LX
Pro
  • Wie M88 aber mit 0,3 Liter Wassertank
  • Findet zuverlässig seine Basis
  • Große Flächenleistung beim Wischen
  • Wisch-Einheit komplett entfernbar
  • Gründlich auf der ganzen Etage
  • Wischt sehr nass
  • Gründlicher beim Wischen als die Kombi-Geräte
  • Fast unhörbar leise
  • Wenig Störungen (keine Bürsten)
  • Sprüh-System, kann nie tropfen
Contra
  • Teppich und Übergänge sind nicht seine Stärke
  • Nicht für hartnäckigen Schmutz, eher für Staub und Glanz
  • Saugen/Wischen zwei Arbeitsschritte
  • Wischtuch drückt nicht gleichmäßig auf den Boden
  • Nicht für hartnäckigen Schmutz, eher für Staub und Glanz
  • Manuelles Einsetzen in Ladestation
  • Findet nicht alle Ecken
  • Winziger Wassertank, häufiges Nachfüllen
  • Etagen-Reinigung nur mit zusätzlichen NorthStar-Cubes
  • Findet Station sehr oft nicht
  • Keine Zeitsteuerung
  • Sprüht nicht mehr, wenn Tank 3/4 leer ist
  • Surrendes Arbeitsgeräusch
  • Schlechte Saugleistung
  • Fährt nicht über flache Teppiche, Läufer
Bester Preis
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So haben wir getestet

Für den Test haben wir vier Wischroboter beschafft und zusammen mit dem Trockensauger Dirt Devil M612 Spider einem Vergleichstest unterzogen.

Neben dem wischfähigen Schwestermodell unseres Robosauger-Testsiegers, dem Deebot Ozmo 610 hatten wir den Beetles V8S von iLife und den Sichler PCR-8500LX im Test, außerdem den reinen Wischroboter Braava 390t von iRobot.

Der Test wurde im Ober- und Untergeschoss eines Einfamilienhauses mit Kindern durchgeführt. Für den Check der Gründlichkeit haben wir Haferflocken und Gewürz an Stellen des Holzdielen- und Fliesenbodens gestreut.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Skizze Obergeschoss: Findet der Sauger alle Markierungen?

Darüber hinaus waren die Geräte im täglichen Einsatz über mehrere Wochen aktiv. Wir wollten wissen: Wie integrieren sich die Geräte in den Haushaltsalltag der Familie? Wie groß ist der Zeitaufwand für den Betrieb und wie sehen die Ergebnisse aus?

Saug- oder Wischroboter, was ist der Unterschied?

Reine Saugroboter sind geschrumpfte Handsauger mit Staubtank, Motor, ein oder zwei Seitenbürsten sowie einer Ansaugöffnung. Sie kehren mit den Seitenbürsten Schmutz vor sich zusammen und saugen ihn ein. Im Raum orientieren Sie sich mit Lasern oder Infrarot-Sensoren.

Kombi-Geräte haben obendrein einen Wassertank und einen Wisch-Unterbau. Das ist letztlich nichts anderes als ein flaches Brett an dem der Putzlappen angebracht wird. Das Wasser strömt selbständig aus dem Tank aus oder wird über eine Pumpe tropfenweise auf auf den angebrachten Lappen gepumpt.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Sichler PCR-8500LX: Spritzdüsen auf der Unterseite.

Eine dritte Möglichkeit des Wasserauftrags sind Sprühdüsen. Sie spritzen alle paar Sekunden auf den Boden, der nachfahrende Wischlappen verteilt es.

Der Tank von Wischrobotern ist meistens entnehmbar, damit man ihn am Waschbecken bequem Nachfüllen kann. Seltener ist er fest im Gerät eingebaut.

Wie gut ist das Wischergebnis?

Während die saugenden Kollegen Staub, Sand oder Haare aufnehmen, kümmern sich die Wischroboter um die Oberfläche: Durch ein feuchtes Wischen wird der letzte Rest Staub beseitigt und die Oberflächen bekommen einen schönen, sauberen Glanz.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
iRobot Braava 390t: Der Spezialist für Wischarbeiten arbeitet fast unhörbar leise.

Mehr sollten Sie nicht erwarten. Fettige, klebrige oder gar trockene Flecken, die einweichen müssen, packt weder ein Kombi-Gerät noch ein spezialisierter Wischroboter wie der Braava 390t. Hier wird einfach mehr mechanische Kraft benötigt als ein 3 bis 4-Kilo-Gerät leisten könnte.

Das bedeutet im Klartext, dass Sie für den täglichen Gebrauch einen Wischroboter fahren lassen können, für die Grundreinigung wird aber weiterhin Ihr Wischmopp zuständig sein.

Was ist mit Teppich?

Einige Wischroboter fahren auch über Teppich, andere streiken da. Es hängt von der Konstruktion ab: Der Braava 390t liegt mit seinem ganzen Gewicht auf dem Putzlappen und schiebt sich so über Fliesen, Parkett oder Linoleum. Das trägt zur guten Reinigungswirkung bei.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
iRobot Braava 390t: Auf textil fährt er nicht weiter.

Textile Beläge, auch wenn sie flach sind wie unser Schmutzfang-Läufer im Flur, sind für ihn aber unüberwindliche Hindernisse. Der Roboter schiebt sich zwar erstmal auf den Teppich, macht aber kehrt, wenn er den zu hohen Widerstand des Teppichs bemerkt.

Kombi-Geräte die saugen und wischen, könnten dagegen meistens über flache Bodenbeläge oder Räume mit Auslegware fahren. Das ist bei unserem Testsieger Deebot Ozmo 610 und beim iLife Beetles V8s der Fall.

Eine Ausnahme ist der Sichler PCR-8500LX mit seinem tiefen Wisch-Unterbau. Er kann textile Hindernisse nicht überwinden, sobald es eine kleine Stufe gibt.

Vor dem Kauf sollten Sie genau auf die Angabe zu den geeigneten Bodenbelägen achten.

Verbrauchsmaterial, Wartung & Bodenschäden

Wischroboter reinigen mit Nasswisch-Mikrofasertüchern, die Sie speziell für Ihr Modell kaufen müssen. Diese Mehrweg-Tücher können Sie mit der Hand oder in der Waschmaschine auswaschen und über viele Wochen verwenden.

Im 3er-Set kosten solche Tücher je nach Hersteller 13 bis 20 Euro. Bei starkem Gebrauch werden Sie mindstens 15 Stück im Jahr benötigen. Hinzu kommt der Wechsel von Seitenbürsten, Walzenbürste und HEPA-Filter je nach Verschleiß. Ein 4er-Set Seitenbürsten gibt es für den Deebot Ozmo beispielsweise für 10 Euro, der Feinstaubfilter kostet 20 Euro. Rechnen Sie mit mindestens einem Austausch pro Jahr.

Am besten schon vor dem Kauf prüfen, welche Verbrauchskosten auf Sie zukommen

Wie bei den einfachen Staubsauger-Robotern müssen Seiten- und Walzenbürste regelmäßig von eingedrehten Haaren und ähnlichem befreit werden. Den Wassertank sollten Sie alle drei Monate mit Essig oder einer speziellen Reinigungsflüssigkeit von innen reinigen.

Wischroboter haben einen Tank mit 120 bis 350 Milliliter Wasser. Das ist zu wenig, um die Wohnung zu überschwemmen. In ungünstigen Fällen, etwa wenn sich die Seitenbürsten in einem dünnen Kabel verheddern, kann der Roboter mit dem nassen Wischtuch liegenbleiben. Dann nässt der Lappen stundelang den Boden voll. Fliesen oder Kunststoffbelägen passiert dabei nichts, bei Holzdielen oder Echtholz-Parkett können Wasserflecken aber bleibende Schäden anrichten. Das ist auch der Fall, wenn der Roboter mit nassem Lappen in die Ladebucht einfährt, die auf einem Holzboden steht.

Damit das von Anfang an ausgeschlossen ist, sollten Sie bei Robotern mit Wischfunktion die Lade-Basis auf Fliesen oder einer wasserunempfindlichen Unterlage platzieren. Ist der Wischroboter aktiv, sollten Sie zeitnah wieder in der Wohnung sein, um ihn gegebenenfalls nach einer Störung zu befreien und den nassen Putzlappen zu entfernen.

Wischroboter mit Sprühdüsen haben dieses Problem nicht. Sie können sich natürlich genauso in Kabeln verheddern aber ohne den nässenden Lappen besteht keine Gefahr. Das ist zum Beispiel beim Sichler PCR-8500LX der Fall.

Wegen des Nässe-Problems verzichten manche Hersteller auf programmierbare Arbeitszeiten, die Roboter können dann nur manuell gestartet werden, wie etwa der Braava 390t und der Sichler PCR-8500LX. Deebot Ozmo 610 und iLife Beetles V8s können daegegen nach Zeitplan fahren und kehren dann zur Ladebasis zurück.

Wischroboter Test – Testsieger Deebot OZMO 610

Testsieger: Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610

Der Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610 ist weitgehend baugleich mit unserem Testsieger bei den Saugrobotern, dem Deebot M88, zusätzlich hat er aber einen Wassertank und eine Pumpe. So kann er gleichzeitig Saugen und Wischen. Wenn Sie diese Arbeitsgänge nacheinander wünschen, lassen Sie ihn einfach ohne den Tank fahren, dann saugt er nur.

Testsieger

Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610

Test Staub­sauger-Roboter: Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610
Mit großem, abnehmbaren Wisch-Tank. Er saugt und wischt gleichzeitig.

Währen der Deebot M88 nur einen winzigen Unterbau-Tank ohne Pumpe mitbringt, zeigt der Ozmo 610 wie es geht: Der Tank fasst 0,3 Liter und wird rückseitig in den Sauger geschoben.

Der Nachteil beim Nass-Wischen: Bleibt der Roboter beim Reinigen irgendwo liegen, etwa weil er einen Schnürsenkel mit der Bürste aufrollt, dann bleibt auch der nasse Wischlappen dort liegen – wenn es blöd läuft stundenlang. Im Test konnten wir einmal eine richtige kleine Pfütze entdecken.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Deebot OZMO 610: Wenn er mit dem nassen Tuch liegen bleibt, kann es problematisch werden.

Das Problem ist nicht die Wassermenge, denn die ist gering. Echtholz-Laminat oder Dielen können aber bei langer Standzeit in einer solchen Wasserlache quellen, was unschöne Wasserflecken hinterlässt.

Ansonsten erbt der Ozmo 610 alle Vorteile hinsichtlich Bedienung (App, Zeitsteuerung, Fernbedienung), Zuverlässigkeit (Return zur Basis) und Trockensaug-Funktion (Walzenbürste: Textil und Hartböden), die auch der Deebot M88 hat.

Leider hat er aber auch dieselben Nachteile, wie den ziemlich kleinen Staubbehälter (0,38 Liter) und die nicht perfekte Gründlichkeit beim Saugen einer ganzen Etage mit mehreren Räumen.

Das Reinigungsergebnis des Deebot Ozmo ist besser als das des Deebot M88, weil der feuchte Lappen ebenfalls etwas Staub aufnimmt und auch leichte Flecken beseitigen kann. Bei stärkerem Schmutz muss aber auch der Ozmo kapitulieren.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Deebot Ozmo 610: Der Tank im Detail, die Pumpe ist nicht integriert.
Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Die App vom Ozmo 610.

Auch über Teppichböden zieht der Ozmo den feuchten Lappen und bleibt dabei nicht hängen. Dank seiner Walzenbürste reinigt er auch Teppichböden gut.

Neben dem guten Reinigungsergebnis ist es vor allem die vorbildliche Bedienung, die gute Programmierbarkeit und die problemlose Handhabung, die dem Deebot Ozmo 610 den Testsieg sichert.

Alternativen

Auch wenn der Deebot in unserem Test am besten abgeschnitten hat, zwei weitere Wischroboter können wir ebenfalls empfehlen: den iLife Beetles V8s und den iRobot Braava 390t. Beide machen ihre Sachen ebenfalls sehr gut. Wirklich enttäuscht hat uns nur der Sichler PCR-8500LX.

Günstige Alternative

iLife Beetles V80

Zwei Arbeitsgänge: Erst Saugen, dann Wischen, Trocken- und Nass-Tank gegeneinander tauschen

Der iLife Beetles V8s ist für uns die beste günstige Alternative für alle, die eine Nass/Trocken-Reinigung für ihren Fußboden suchen. Der Roboter überzeugt durch eine exzellente Gründlichkeit beim Saugen einer ganzen Etage von bis 50 Quadratmeter Fläche mit drei Räumen und Flur.

Allerdings hat der Beetles V8s nur eine direkte Ansaugöffnung und keine Walzenbürste. Das macht ihn zwar optimal für Tierhaare und Hartböden, Teppichböden reinigt er deshalb aber weniger gut. Dafür passt ordentlich was rein: Mit 0,75 Liter ist der Staubbehälter fast doppelt so groß wie beim Testsieger Ozmo.

So bequem wie beim Ozmo geht das Wischen und Saugen beim Beetles V8s nicht. Bei ihm sind dafür zwei getrennte Arbeitsgänge erforderlich: Wechselt man den Staub-Behälter samt Motor gegen den Wassertank mit integrierter Pumpe, wird aus dem Saugroboter ein Wischroboter. Leider liegt das Wischtuch nicht gleichmäßig auf dem Boden auf, was das Reinigungsergebnis etwas beeinträchtigt.

Bei Holzfußböden ist auch beim Beetles V8s Vorsicht geboten: Steckt das Gerät fest, bleibt auch der Wischlappen an Ort und Stelle, was Wasserflecken verursachen kann.

Auf der Haben-Seite steht das kleine Display am Gerät, hier werden Zeitsteuerung und Reinigungsmodus eingestellt. Die kleine Fernbedienung ergänzt das Ganze mit Turbo-, Home- und Betriebsmodus-Tasten.

Da der Beetles V8s nicht gleichzeitig saugen und wischen kann braucht er natürlich deutlich mehr Zeit für das selbe Ergebnis – und es erfordert manuelles Eingreifen. Allerdings ist der Sauger beim Wischen dafür auch deutlich leiser als der Ozmo 610 im Kombi-Betrieb. Und er kostet nicht so viel. Wer nicht ständig nass wischen will, für den ist auch der Beetles V8s eine gute Wahl.

Flüsterleise

iRobot Braava 390t

Test Staubsauger & Wisch-Roboter: iRobot Braava 390t
Reinigt intensiver aber mit mehr manuellem Aufwand.

Der Profi beim Wischen ist der iRobot Braava 390t. Das handliche Gerät packt zwar nur eine kleinere Fläche mit einer Tankfüllung (200 Milliliter, bis 33 Quadratmeter), allerdings entfernt er teilweise auch den Schmutz, über den die anderen Wischroboter einfach nur drüberfahren. Dabei ist er so leise, dass man ihn im Nebenraum schon nicht mehr hören kann.

Die Reinigungsqualität ist also zweifellos besser, leider aber nicht die Gründlichkeit: Auch wenn der Braava nur in einem kleinen, übersichtlichen Badezimmer von zehn Quadratmetern unterwegs ist, vergisst er regelmäßig einige Bereiche in Ecken oder an den Rändern.

Das Wischen mit Mopp und Eimer wird also auch der Braava nicht ersetzen. Zum einen mangelt es an Gründlichkeit, zum anderen kann auch er keinen hartnäckigen, eingetrockneten Schmutz entfernen.

Theoretisch schafft der Braava 390t mehrere Räume auf einer Etage, nämlich bis 93 Quadratmeter mit einer Akkuladung. In der Praxis funktioniert das jedoch nur mit Unterbrechungen, denn der Tank ist nach spätestens 33 Quadratmetern leer. Das merkt der Braava 390t und fordert zum Nachfüllen auf. Dann geht es an dieser Position weiter.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Northstar Navigation Cube.

Zweitens werden für eine Etage mehrere Northstar Navigation Cubes benötigt, in unserem Falle wären das vier Stück gewesen – einer ist im Lieferumfang dabei. Ohne diese elektronische Orientierungshilfe verliert der Braava die Übersicht und vergisst Räume. Ein Northstar Navigation Cube kostet jedoch knapp 60 Euro.

Der Braava kann zwar nach der Reinigung nicht in eine Ladebucht einfahren, aber er kehrt exakt an den Startpunkt seiner Arbeit zurück. So kann man ihn auch in einem großen, unübersichtlichen Raum schnell wiederfinden. Und man kann den Roboter zum Schutz des Holzfußbodens auf einem gefliesten Bereich starten lassen. Einen Timer gibt es nicht, man muss den Braava immer manuell starten.

Den Handling-Aufwand sollten man dabei nicht unterschätzen. Für die Reinigung des Obergeschoßes musste der Tester dreimal nach oben gehen, Wasser nachfüllen, den Lappen auswaschen und den Roboter samt Navigation-Cube in ein anderes Zimmer tragen. Das Wohnzimmer konnte Braava in einem Rutsch reinigen, danach blieb noch genügend Akku-Energie für eine Fahrt im Arbeitszimmer. Leider ist der kleine Wassertank ein Ärgernis, denn die Akkulaufzeit würde locker für eine 50-Quadratmeter-Etage ausreichen.

Aus der Perspektive von Komfort und Zeitersparnis ergibt der Braava 390t nur Sinn, wenn Sie ihn begleitend zu anderen Haushaltstätigkeiten einsetzen. Dann stört das Wasser-Nachfüllen, Lappen auswringen und manuelle Aufladen am wenigsten. Wenn Sie tagsüber selten zuhause sind, ist unser Testsieger dagegen die bessere Wahl.

Außerdem getestet

Ein Gerät können wir leider nicht empfehlen.

Sichler PCR-8500LX

Der Sichler PCR-8500LX ist ein schwerer, bulliger Nass/Trocken-Roboter, der laut Datenblatt mit allen Schikanen ausgerüstet ist.

Die Mapping-Funktion soll automatisch eine Karte der Wohnung anlegen, ausgemessen wird mit sieben Lasern. Überprüfen können wir das Mapping aber nicht, es gibt keine App oder gar ein Display, auf dem wir uns das Ganze anschauen könnten. Schneller und gründlicher war der Sichler trotz Mapping jedenfalls nicht.

Wirklich unzufrieden waren wir mit der Rückkehr zur Ladestation, die klappte nämlich in den wenigsten Fällen. Trotz verschiedenen Standort-Varianten der Basis fand der Roboter immer nur dann zu ihr zurück, wenn er auf Sichtweite den Heimweg antrat. Doch selbst dann gab es keine hundertprozentige Erfolgsgarantie.

Wir hatten auch den Fall, dass unser PCR-8500LX 50 Zentimeter vor der Station nicht nach Hause fand. Wir haben es im Ober- und im Untergeschoß ausprobiert und bei wechselnden Positionen der Basis, aber das Ergebnis war immer das gleiche: Ohne Sichtkontakt war es dem Roboter nahezu unmöglich, die Ladebasis zu finden.

Als Experte für glatte Oberflächen soll der Roboter mit Fliesen, Holz, Laminat, Marmor, Glas und sogar Reisstroh-Matten klarkommen. Letztere konnten wir nicht testen, der flache Schmutzfang-Vorleger im Flur wurde aber konsequent umfahren. Das soll er auch, denn der PCR-8500LX ist in erster Linie ein Wisch-Roboter, der zusätzlich noch den Staub durch eine Direktabsaugung vor dem Wischen aufnimmt.

Leistungsfähig ist die Saugöffnung jedoch nicht, kleine Steinchen mit der Größe eines Stecknadelkopfes bleiben liegen. Hier ist der Testsieger von Ecovacs definitiv gründlicher.

Das Wischen erledigt der Sichler ganz anders als die Konkurrenz: Die zwei blauen Putztücher – fixiert mit feinem Klettband – sind auf einer Rüttelplatte befestigt. Sie bewegt sich vor und zurück und soll dadurch mit dem trockenen vorderen Tuch Schmutz lösen, während das hintere Tuch den Boden feucht nachwischt.

Leider wird der zweite Wischlappen nicht konstant mit einer Pumpe befeuchtet, stattdessen sprühen zwei Düsen alle paar Sekunden sparsam Wasser auf den Boden. Fürs Entfernen von Staub genügt das Prozedere vollkommen, für fettige und klebrige Flecken reicht es aber nicht. Davon konnte der Sichler im Test kaum etwas entfernen, hier ist der iRobot Braava 390t durch ein feuchteres Tuch und andere Bewegungsabläufe gründlicher – wenn auch ebenfalls nicht perfekt.

Bei allen Nachteilen: Für Besitzer von Holzfußböden hat der Sichler PCR-8500LX einen großen Vorteil: Wenn er liegen bleibt, steht kein nässender Schwamm stundenlang auf dem Boden. Der fest eingebaute Tank tropft nicht.

Wer also Bammel hat wegen eines Roboters, der mit Wasser an Bord herumfährt, könnte im Sichler den perfekten Roboter finden. Leider hat er bei aller technischeren Raffinesse keinen Timer. Weder in einer App, noch an der Fernbedienung oder am Gerät kann eine Zeitautomatik eingestellt werden. Dafür finden wir ihn deutlich zu teuer.

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Kommentare

34 Kommentare zu "Der beste Staub­sauger-Roboter"

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Peter
Peter
interessant, dass hier wieder massenhaft Vorwerk und iRobot Trolle und Mitarbeiter posten, wenn mal in einem unabhängigen Test einer dieser Roboter nicht erwähnt oder negativ bewertet wird. Leute, eure Zeit ist vorbei. Niemand will mehr 1000€ für einen Staubsauger ausgeben, den es anderswo für 200-400€ gibt und der den Job gleichwertig oder sogar besser macht! Und von der alten Vorwerk-Qualität erzählt man sich doch nur im Altenheim in Wuppertal. Mein Vorwerk ist zwar toll getestet bei STiftung Warentest aber das ist schon lange her und die sterben doch wie die Fliegen. Kann man in unabhängigen Foren, wo ihr Trolle nicht… Mehr... »
Elke Massott
Elke Massott

Fast täglich läuft der IRobot 966, bin mega zufrieden.

Haben von Vorwerk den VR200 🙂 die Ecken und die Teppiche sind kein Problem für den. Sind super zufrieden! !

Wir bleiben bei #Vorwerk – der war in unserem Praxistest der Beste.

Und wie ist der Preis ?

Ist der VR 200 von Vorwerk

Liebe Antje Engel!
Der Vorwerk Roboter ist nicht rund, macht die Ecken super und du kennst dich nicht aus.

Ich glaube sie hatte eher für den Vorwerk gesprochen?

Nicht ohne Grund wurde der Vorwerk-Roboter Testsieger bei Stiftung Warentest

Testsieger wird der, der am meisten Sponsert! 😉

Redaktion

Es gibt bei uns kein Sponsoring – und auch keine „gekauften“ Testsieger. Von manchen Herstellern bekommen wir für die Dauer des Tests leihweise Testgeräte zur Verfügung gestellt, die meisten Geräte kaufen wir jedoch regulär im Handel. Egal wie wir die Testgeräte erhalten, wir bilden uns unser Urteil absolut frei und unabhängig.

Ich schmeiss mich gleich weg. Euer Ernst?
1. Warum sind die meisten Daten mit dem Vorwerk ausgestattet wo doch ein anderer besser sein soll.
2. 6 Std Ladedauer 🙂
3. Ecken…. Geht gar nicht…. rundes Gerät.
Aber mal so als Tipp am Rande. Die Kundenberater von Vorwerk schauen sich die Gegebenheiten jedes Haushaltes an und sehen ob ein Roboter geeignet ist oder nicht!
Die Wischfunktion lassen wir jetzt mal aussen vor…Denn diese ist bei weiten nicht ausgeklügelt und läuft komplett oberflächlich. (Beim Roboter hier)

Aber jedem das Seine 😉

Vorwerk ist der Beste! Man kann nur STiftung Warentest vertrauen.

Seit 5 Jahren einen Roomba im Einsatz nie wieder einen anderen

Der Roomba ist der beste

Vielen Dank für den tollen Testbericht! Wir überlegen, den empfohlenen Ecovacs Deebot zu kaufen. Eine Frage hab ich aber noch: Was passiert mit dem Wischtuch, wenn der Ecovacs über Teppiche fährt? Wir haben zwei Teppiche auf Fliesen liegen, keine Läufer, sondern größere Teppiche.

Redaktion

Das Wischtuch wird einfach mit über den Teppich gezogen, es liegt nicht sehr fest auf, daher ist das kein Problem.

Bin gerade am testen, negativ das der roomba nicht auf dunkel Teppichen fährt.

Meiner kann das!!

Am Besten ist Vorwerk. Der wurde auch schon Testsieger beim Stiftung Warentest!

Aha.

Und haben Riesen Probleme mit der Technik ?

Nix Probleme. Der von Vorwerk ist einfach klasse!

Kann Sabine nur zustimmen…..

Die Stiftung Warentest ist natürlich DIE Testzeitschrift… ?