Der beste Stereo-Receiver um 500 Euro

  • Test: Stereo-Receiver um 500 Euro – Testsieger Yamaha R-N402
  • Test: Stereo-Receiver um 500 Euro – Testsieger Yamaha R-N402

Der beste Stereo-Receiver für rund 500 Euro ist der Yamaha R-N402. Er punktet vor allem mit einfacher Bedienung – die MusikCast App hat einen gehörigen Anteil daran. Er kann zudem zwei Lautsprecherpaare gleichzeitig mit seinem hervorragenden Klang versorgen, da schadet es auch nicht, dass er mit deutlich unter 500 Euro außerdem sehr günstig ist.

Klassisch aber immer noch gefragt – der Stereo-Receiver. Doch nur mit analogen Quellen geht heute nichts mehr. Die Klassiker mussten aufrüsten und das haben Sie auch getan. Mittlerweile können auch digitale Quellen problemlos abgespielt werden. Bluetooth-Übertragung stellt sich teilweise noch als schwierig heraus, doch auch das funktioniert mit dem aiptX-Codec gut.

Wir haben uns diesmal auf Geräte um die 500 Euro festgelegt. Ein paar Einbußen muss man im Gegensatz zu teureren Geräten schon hinnehmen aber schlecht sind die günstigen Receiver auch nicht. Wir hatten wieder fünf Geräte im Test.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger: Yamaha R-N402

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Yamaha R-N402
Nicht perfekt aber dennoch gut. Das liegt unter anderem an seinem günstigen Preis.

Obwohl der Yamaha R-N402 keinesfalls perfekt ist, so kann er doch mit einfacher Bedienung und hervorragenden Klang-Eigenschaften überzeugen. Die einfache Verarbeitung der diversen Anschlussbuchsen lässt sich angesichts des günstigen Preises verschmerzen.

Rundum ausgereift: NAD C 338

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: NAD C 338
Der NAD C338 ist der jüngste in dieser Runde, das Bedienkonzept passt nahtlos zu den Anforderungen im digitalen Zeitalter.

Der NAD C368 ist super verarbeitet, lässt sich dank GoogleCast wie aus einem Guss bedienen und klingt zudem hervorragend. Allerdings kostet er fast das Doppelte unseres Favoriten, wenngleich das Geld hier gut investiert ist – einen Phono-Eingang und einen anpassbaren Kopfhörer-Ausgang gibt es bei ihm nämlich obendrein.

Austattungsgigant: Pioneer SX-N30DAB

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Pioneer SX-N30DAB
Mit insgesamt sieben analogen Anschlüssen bleiben keine Wünsche offen – sogar ein Phono-Anschluss ist dabei.

Wenn Sie noch viel analoges Equipment zu Hause haben, dann ist der Pioneer SX-N30DAB das richtige. Er hat satte sieben analoge Anschlüsse, da bleiben keine Wünsche offen. Das Handling ist etwas gewöhnungsbedürftig, es braucht etwas Eingewöhnungszeit. Klanglich kann er aber voll überzeugen. Die Lautsprecher-Terminals sind leider nicht besonders großzügig ausgefallen.

Der Kompakte: Onkyo R-N855

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Onkyo R-N855
Kompakt und doch umfassend ausgestattet – der Onkyo R-N855.

Der Onkyo R-N855 ist sehr kompakt gebaut, hat also nicht das übliche Maß und sehr gut verarbeitet. Auch er verfügt über drei analoge Anschlüsse, darunter einen Phono-Anschluss. Bei den digitalen Anschlüssen ist er schon etwas spendabler und auch der Klang kann überzeugen. Leider ist die Bedienung nicht ganz so einfach, was an der Fernbedienung mit vielen kleinen Tasten liegt.

Designstück: Denon PMA-50

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Denon PMA-50
Der Denon PMA-50 passt nicht nur optisch am besten zu den Komponenten aus gleichem Hause.

Wenn Sie auf komplette Vernetzung verzichten können, es Ihnen mehr auf den Klang ankommt und Sie die meiste Zeit digitale Quellen nutzen, dann ist der Denon PMA-50 eine Überlegung wert. Er kann nicht ins Netzwerk eingebunden werden und verfügt auch nur über einen analogen Anschluss. Klanglich ist er aber großartig und bringt richtig Wums ins Wohnzimmer. Außerdem kann er hochkant betrieben werden – sogar das Display passt sich an.

Vergleichstabelle

TestsiegerRundum ausgereiftAustattungsgigantDer KompakteDesignstück
Modell Yamaha R-N402 NAD C 338 Pioneer SX-N30DAB Onkyo R-N855 Denon PMA-50
Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Yamaha R-N402Test Stereo-Receiver um 500 Euro: NAD C 338Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Pioneer SX-N30DABTest Stereo-Receiver um 500 Euro: Onkyo R-N855Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Denon PMA-50
Pro
  • Günstiger Preis
  • Hervorragende Klangeigenschaften
  • Hervorragender Klang
  • Toll zu bedienen
  • Mit Phono-Eingang
  • Sehr viele analoge Anschlüsse
  • Guter Klang
  • Gute Verarbeitung
  • Kompakt gebaut
  • Phono-Eingang
  • Für hochkanten Betrieb ausgelegt
  • Schöne Optik
  • Sehr guter Klang
Contra
  • Einfache Verarbeitungsqualität der Anschlussbuchsen
  • Doppelt so teuer wie Favorit
  • Gewöhnungsbedürftiges Handling
  • Bedienung etwas holprig
  • Keine Netzwerkanbindung
  • Nur ein analoger Anschluss
Bester Preis
Technische Daten  

So haben wir getestet

Als Testteilnehmer standen wieder fünf Kandidaten zur Verfügung; Pioneer SX-N30DAB, und Yamaha R-N402 kommen im klassischen HiFi-Gardemaß von 43 Zentimetern daher, beide sind zudem in schwarz und Silber verfügbar, und setzen allein mit ihrer Bauhöhe von 14 bzw. 15 Zentimetern ein Statement. Der Denon PMA-50 und der Onkyo R-N855 kommen dagegen mit »Untermaß« – der Denon kann sogar hochkant betrieben werden. Der NAD C338 setzt auf ein schlankes Slimline-Format ebenfalls mit klassischer Breite.

Auch in dieser Preisklasse sind leichte Einrichtung und eingängige Bedienung Grundlage für ungetrübten HiFi-Genuss. Der Schwerpunkt unseres Tests lag daher auf den Vernetzungs-Optionen per LAN, WLAN und Bluetooth.

Die Fernbedienungen erfüllen entweder nur rudimentäre Aufgaben oder sind heillos überfrachtet; daher kommt den Bedienungs-Apps, so es sie denn gibt, eine besondere Bedeutung zu.

Ausstattung und Verarbeitung spielen gerade in dieser Preisklasse eine ganz besondere Rolle, schließlich werden hier die Sparmaßnahmen deutlich sichtbar und wurden entsprechend kommentiert. So kommt es auch, dass selbst unser Favorit nicht komplett ausgestattet ist, was wir bei den entsprechenden Alternativen berücksichtigt haben.

Im Vergleich zu den Stereo-Receivern um 1.000 Euro muss man deutliche Einbußen in Bezug auf die Verarbeitung und das Handling hinnehmen.

Auch in diesem Test gab es wieder lange Hörsessions, und ich habe versucht, ein bisschen von der Klang-Charakteristik eines jeden Receivers in treffende Worte zu fassen – wenngleich ich auch hier wieder darauf hinweise, dass die Unterschiede bei Weitem nicht so gravierend sind, wie es sich mitunter liest.

HiFi gut vernetzt – LAN, WLAN und Bluetooth

Die klassischen Quellen adäquat und vor allem verlustfrei wiederzugeben ist kein großes Problem mehr. Daher setzen die Traditionsmarken der HiFi-Branche außerdem auf neue, überwiegend digitale Musik-Quellen und wenden eine ganze Menge Knowhow an, um auch den Zuspielern über Netzwerk und Bluetooth zu bestmöglicher Wiedergabequalität zu verhelfen.

Dabei stellt weder LAN noch WLAN als Übertragungsart ein größeres Problem dar, die verfügbaren Bandbreiten und Protokolle reichen vollkommen aus, um Musik teilweise in besserer Qualität als von der CD an den Receiver und letztendlich an die Lautsprecher zu bringen.

Mit aptX-Codec schnellere Übertragung möglich

Schwierig wird es im Grunde erst, wenn die wertvollen Musik-Daten vom Smartphone drahtlos und komfortabel via Bluetooth in den Receiver eingespeist werden sollen. Ursprünglich war dieses Funkprotokoll lediglich für geringen Datendurchsatz von PC-Zubehör wie Maus und Tastatur, oder zum Telefonieren via Headset geplant. Da Audio-Daten schnell, störungsfrei und dann auch noch in hoher Datenrate übertragen werden sollten, erweiterte man die Bluetooth-Übertragung mit dem aptX-Codec.

Die Audio-Daten werden im Smartphone quasi in einen aptX-Container gepackt, dieser wird an den Empfänger geschickt, der ihn dann wieder entpacken muss. Sind sowohl Quelle als auch Empfänger kompatibel mit dem aptX-Codec, kann die Musik zumindest in CD-Qualität übertragen werden. Zwar bietet Sony neuerdings mit LDAC einen weiteren Codec an, um noch höhere Datenraten und damit auch HiRes-Audio übertragen zu können, dies funktioniert bislang jedoch nur bei den aktuellsten Geräten von Sony.

Per Kabel vom Smartphone – die bessere Alternative?

Wer in den vollen Genuss von hochauflösenden Audio-Daten vom Smartphone, Tablet oder PC kommen möchte, kommt bislang also ohne Kabel kaum aus, es sei denn, man nutzt das WLAN. Wer hochauflösende Datenformate per Tidal, Deezer, Quobuz oder einen anderen Streaming-Dienst auf sein Smartphone, Tablet oder den PC streamt, wird sich nur ungern nur mit maximal CD-Qualität bei der Übertragung auf den Receiver begnügen. Hinzu kommt, dass Funkverbindungen auch anfällig für Störungen sind.

Signale sind stabiler über eine Kabelverbindung

Dies lässt sich vermeiden, indem man das Signal über den Kopfhörer-Ausgang des Smartphones auf den Verstärker überträgt. Noch besser ist allerdings, man nutzt einen sogenannten externen DAC mit Line-Ausgang. Dieser zwackt das digitale Audio-Signal an der USB-Buchse des Smartphones ab, wandelt es in ein analoges Signal um, und wird dann an einen beliebigen Line-Eingang des Receivers angeschlossen.

Der Vorteil: Die aus Audio-Sicht meist minderwertige Wandler- und Verstärker-Elektronik des Smartphones wird dabei umgangen, und das Signal gelangt weitestgehend unbeschadet und störungsfrei in den Receiver, der es dann schließlich sorgfältig verstärkt an die Lautsprecher weiterleitet.

 

Testsieger: Yamaha R-N402

Der Yamaha R-N402 steckt im Gehäuse mit klassischem HiFi-Maß, von 43 Zentimetern Breite, allerdings ist er mit knapp 14 Zentimetern Höhe nicht gerade unauffällig. Damit er zu möglichst vielen anderen Komponenten passt, gibt es ihn in silber und in schwarz.

Testsieger: Yamaha R-N402

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Yamaha R-N402
Nicht perfekt aber dennoch gut. Das liegt unter anderem an seinem günstigen Preis.

Ausstattung und Installation

Obwohl entsprechend Platz wäre, nimmt das Display nur wenig Raum auf der Frontplatte ein. Diese besteht aus massivem Alu, und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Beim Blick auf die Rückseite machen sich allerdings die ersten Sparmaßnahmen bemerkbar; zwar verfügt der Yamaha über genügend Schnittstellen für analoge und auch digitale Zuspieler, die aufgereihten Cinch-Buchsen sind allerdings nicht, wie beispielsweise beim NAD oder Onkyo, vergoldet. Ein Phono-Eingang wurde komplett eingespart.

Dafür gibt es Lautsprecher-Terminals für zwei Paar Lautsprecher. So lassen sich zwei Räume gleichzeitig beschallen. Mit über 100 Watt pro Kanal verfügt der Yamaha zudem über die notwendigen Kraftreserven. Die Terminals fassen allerdings keine normalen Bananas, so dass man gegebenenfalls die Lautsprecher-Litze unter die Klemmen schrauben muss. Außerdem hätten die Konstrukteure ruhig etwas mehr Platz zwischen den einzelnen Lautsprecher-Buchsen lassen können – so ist das Ganze doch recht fummelig.

Ein paar Kompromisse muss man eingehen

Will man ein Laptop zum Streaming per USB-anschließen, so bietet die frontseitige USB-Buchse den einfachsten Zugang. Dass der sich durchaus lohnen kann, liegt an dem Wandler, der dieser Buchse nachgeschaltet ist; der BurrBrown DSD1791 von Texas Instruments versteht sich sogar auf das Decodieren von DSD-Daten, die ja zunehmend im Bereich des HiRes-Audio-Streaming anzutreffen sind.

Ansonsten ist die Bedienung eingängig. Der Yamaha ist in wenigen Schritten ins Netzwerk eingebunden, wobei die MusicCast App, die kostenlos für Android und iOS zur Verfügung steht, sich als sehr hilfreich erweist: App auf dem Smartphone installieren, Netzwerkeinstellungen auswählen, »Connect«-Taste am Gerät aktivieren und schon ist der Receiver ins gewünschte Netzwerk integriert. Die App hilft zudem bei der alltäglichen Bedienung, da sie schön übersichtlich gestaltet ist.

Hierüber lässt sich komfortabel der Eingang und auch die Streaming-Anwendung auswählen, es war sogar möglich, Musik von Tidal via Bluetooth vom Smartphone zu streamen, und gleichzeitig den Receiver mit der MusicCast App zu bedienen, diese nutzt ja das WLAN. Klangeinstellungen kann man allerdings auch klassisch mit den schlanken Tasten auf der Frontplatte vornehmen. Auf jeden Fall kann sich der Yamaha R-N402 hören lassen.

Der Klang

Hier leistet der R-N402 sich keine Schwächen, er geht frisch und lebendig zur Sache. Souverän treibt er auch Boxen mit niedrigem Wirkungsgrad an, und kommt selbst bei komplexen Stücken nicht aus dem Tritt. Die Tiefenstaffelung gelingt ihm dabei genauso eindrucksvoll wie die Darstellung einer authentischen Bühnenbreite.

Der Yamaha R-N402 kann mit seiner klanglichen Performance locker mit allen andern Probanden mithalten, hier hat man glücklicherweise nicht gespart. Die üppige Leistung ist Garant dafür, dass ihm selbst mit zwei Paar angeschlossener Lautsprecher nicht so leicht die Puste ausgeht, wenngleich allein die Verkabelung, wie gesagt, schon einiges an Fingerfertigkeit erfordert.

Am Klang wurde nicht gespart

Ganz anders sieht das mit dem Kopfhörer-Ausgang an der Vorderseite aus, der ist ebenso leicht zugänglich, wie die USB-Schnittstelle daneben. Zwar verfügt der Yamaha nicht über die dezidierte Anpassung an die Kopfhörer-Impedanz, dennoch treibt er selbst anspruchsvolle Kandidaten, wie den DT1990 von Beyerdynamic oder den HD800S von Sennheiser mühelos zu Hochleistungen.

Was gibt es für Nachteile

Ein großes Manko des Yamaha Receivers sind leider die Anschlüsse für die Lautsprecher: Sie sind zu klein (Bananas passen nicht), zu nah beieinander, vor allem, wenn man zwei Lautsprecherpaare gleichzeitig anschließen will, und nicht wirklich stabil.

Das die Cinch-Buchsen nicht vergoldet sind lässt sich da fast schon verschmerzen, hier sollte man regelmäßig darauf achten, dass nichts korrodiert, allerdings warten nur Onkyo und NAD mit vergoldeten Exemplaren auf.

Nicht immer zum Standard gehört der Anschluss für den Plattenspieler. Da die längst totgesagten Vinyl-Scheiben sich jedoch einer langanhaltenden Renaissance erfreuen, haben wir bei einigen Alternativen darauf geachtet dass es einen Phono-Eingang gibt.

Yamaha R-N402: Das sagen die anderen

Leider wurde bislang nur ein Test des Yamaha R-N402 veröffentlicht, der allerdings von kompetenter Seite. Sobald weitere Tests erscheinen, werden wir sie nachreichen.

In der HIFI TEST (01/2017) attestiert Kollege Michael Voigt dem Yamaha neben bester Klangqualität auch eine einfache Bedienung – vor allem bezüglich der Netzwerkkompatibilität. Der Yamaha erhält die Note 1,1 in der Oberklasse und das Prädikat »Praxistipp«. Das alles kombiniert mit einem »hervorragenden« Preis-Leistungs-Verhältnis. Seinem Fazit können wir uns nur anschließen:

»Yamahas Netzwerk-Stereoreceiver R-N402 vereint beste Klangqualität mit umfangreicher Ausstattung, Radiotuner, Streaming-Funkionen, Netzwerkeinbindung und Multiroom-Möglichkeiten via MusicCast. So einfach geht modernes HiFi – eine echte Empfehlung für die HiFi-Anlage des 21. Jahrhunderts.«

Alternativen

Rundum ausgereift: NAD C 338

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: NAD C 338
Der NAD C338 ist der jüngste in dieser Runde, das Bedienkonzept passt nahtlos zu den Anforderungen im digitalen Zeitalter.

Auf den ersten Blick ist der im schlanken Slimline-Gehäuser untergebrachte NAD C338 nicht ganz so üppig ausgestattet wie unser Favorit, dafür glänzt er jedoch mit hochwertiger Verarbeitung und einem stimmigeren Konzept bei der Vernetzung.

Das ist kein Wunder, schließlich entstammt der C338 der aktuellsten Reihe von NAD und profitiert natürlich von allerjüngsten Entwicklungen. Die spartanische Ausstattung bezieht sich bei näherem Hinsehen auf die analogen Eingänge, von denen der NAD nur zwei (bzw. drei) hat, und dem fehlenden LAN-Anschluss. Auch ein zweites Paar Lautsprecher ist nicht vorgesehen.

Nun, bei der dritten analogen Schnittstelle handelt es sich allerdings um eine Phono-Buchse, die beileibe keine Notlösung für den Plattenspieler darstellt, die LAN-Buchse ist verzichtbar, solange man über ein stabiles WLAN-Netzwerk verfügt; und die Lautsprecherklemmen sind um einiges solider und leichter zu handhaben als bei unserem Favoriten.

Nur eine kleine Fernbedienung im Scheckkarten-Format liegt dem NAD bei, damit ist die Einbindung ins Netzwerk beliebig schwierig. Daher ist man genötigt, die Google Home App aufs Smartphone zu laden, dann geht das ganz schnell und Zuverlässig. Auch die Einbindung diverser Streaming-Dienste ist damit keine Hexenwerk.

Klanglich liegt der NAD in diesem Umfeld leicht vorn, bei der Kombination aus Tonalität, Tiefen- und Breitenstaffelung der musikalischen Darbietung geht der NAD C338 die wenigsten Kompromisse ein. Die Leistung ist angemessen, reicht auch für Partybeschallung in großen Räumen, und wer’s braucht, kann noch einen Subwoofer zur Unterstützung im Basskeller anschließen.

Der NAD verbindet die analoge mit der digitalen HiFi-Welt in nahezu idealer Weise. Diese Verbindung schafft er mit dem stimmigsten Bedienkonzept – das hat aber auch seinen Preis.

Austattungsgigant: Pioneer SX-N30DAB

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Pioneer SX-N30DAB
Mit insgesamt sieben analogen Anschlüssen bleiben keine Wünsche offen – sogar ein Phono-Anschluss ist dabei.

Der Pioneer SX-N30DAB tritt ebenso massiv auf wie unser Favorit: Klassische 43 Zentimeter breit und mit 8,5 Kilo sogar noch etwas schwerer. Mit insgesamt sieben Eingängen für analoge Zuspieler und seiner Netzwerkfähigkeit sollten keine Wünsche offen bleiben.

Das Design der Frontpartie erinnert noch am ehesten an klassische HiFi-Komponenten; große Drehknöpfe für Lautstärke, Balance- und Klangeinstellung geben dem Pioneer ein klassisches Aussehen.

Das große Dot-Matrix-Display wird von einer Tastenreihe dezent unterstrichen. Die Rückseite wartet mit insgesamt sieben analogen Eingängen auf, einer davon ist zudem für Phono reserviert. Leider ist keines der Cinch-Buchsen-Paare vergoldet – ganz wie bei unserem Favoriten. Ebenso wie jener verfügt der Pionieer über die Möglichkeit, zwei Boxenpaare gleichzeitig zu füttern.

Mit den Lautsprecherterminals hat man es hier ebenfalls nicht sehr großzügig gemeint. Standard-Bananas passen hier auch nicht und die Klemmen sitzen gefühlt sogar noch enger beieinander als beim Yamaha – dementsprechend fummelig sind sie im Handling. Die Leistung reicht indes vollkommen aus, um zwei Räume mit guter Musik zu versorgen.

Die Anbindung ans Netzwerk gelingt nur dank WPS-Verbindung relativ einfach – relativ, weil man sich schon einige Etagen durchs Menü hangeln muss, bis man das WiFi Protected Setup (WPS) per Tastendruck aktivieren kann.

Klanglich kann er dagegen voll überzeugen, man spürt förmlich seine Kraftreserven, so souverän spielt er auf. In punkto Räumlichkeit und Fein- wie Grobdynamik spielt er wie unser Favorit. Die Klangsteller kann man getrost in Nullposition lassen, oder man aktiviert die Direct Taste zum Umgehen der entsprechenden Stufe.

Wer noch über reichlich analoges Equipment verfügt, das unbedingt an der Stereoanlage genutzt werden soll, ist mit dem Pioneer bestens gerüstet. Er ist ebenfalls in schwarz und silber erhältlich.

Der Kompakte: Onkyo R-N855

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Onkyo R-N855
Kompakt und doch umfassend ausgestattet – der Onkyo R-N855.

Etwas schmaler und nicht im HiFi-Standardmaß bringt sich der Onkyo R-N855 ins Spiel, und für die kompakte Bauweise erstaunliche sechs Kilo auf die Waage. Der große Lautstärke-Steller ist in einer leichten Senke auf der Gehäusefront untergebracht, in Betrieb wird er von einem matten Leuchtring eingefasst.

Auf der Rückseite gibt es hier endlich auch vergoldete Cinch-Buchsen und sehr solide Lautsprecherklemmen, die auch Standard-Bananas aufnehmen und sicher festhalten. Auch Onkyo hat ein Herz für schwarzes Gold, denn auch der R-N855 verfügt über einen Phono-Eingang. Darüber hinaus gibt es nur noch zwei weitere Analogeingänge – das muss reichen, denn sonst wäre die Rückseite zu voll und unübersichtlich.

An digitalen Schnittstellen mangelt es dagegen nicht: Neben jeweils einer optischen und einer koaxialen Schnittstelle gibt es vorn, und somit leicht zugänglich, noch eine USB-Buchse. Ein LAN-Anschluss findet sich auf der Rückseite und wird immer dann interessant, wenn das WLAN seitens Reichweite oder Bandbreite nicht ausreicht.

Die Bedienung ist insgesamt etwas holprig, was zum einen an der Fernbedienung liegt, die vor kleinen, schwer zu unterscheidenden Tasten nur so strotzt, aber auch am Display. Dessen Auskunftsfreudigkeit harmoniert nur unzureichend mit der Funktionsvielfalt des Receivers. Das Bluetooth-Pairing geht aber schnell, und nach einigen Anläufen klappt es auch mit der Einbindung ins Netzwerk.

Der Onkyo spielt druckvoll auf, ist jedoch kein ausgesprochener Feindynamiker. Bässe sind nicht ganz so kontrolliert wie bei unserem Favoriten, er liefert jedoch eine annähernd gleiche Räumlichkeit. Die Kopfhörer-Impedanz ist zwar nicht anpassbar, den DT1990 treibt er jedoch trotzdem mühelos an.

Im Menü lassen sich auch Klang und Balance einstellen, bzw. man umgeht die Klangsteller per Direct Taste, was in den meisten Fällen das bessere Klangbild bringt. Den optionalen Bass-Boost nutzt man wohl eher, wenn die angeschlossenen Lautsprecher diesbezüglich etwas schwach auf der Brust erscheinen.

Designstück: Denon PMA-50

Test Stereo-Receiver um 500 Euro: Denon PMA-50
Der Denon PMA-50 passt nicht nur optisch am besten zu den Komponenten aus gleichem Hause.

Absolutes Design-Highlight ist sicher der Denon PMA-50. Er gleicht vom Design dem DRA 100, ist jedoch etwas kleiner. Als Besonderheit kann er auch hochkant betrieben werden – das könnte man zwar mit jedem anderen Receiver auch machen, nur dreht sich das Display das Denon gleich in die passende Position.

Passend dazu gibt es den DCD-50, einen CD-Player mit Slot-in-Laufwerk, der ebenfalls hochkant betrieben werden kann. Auf der Rückseite des PMA-50 ist dagegen nicht viel zu sehen – und auch nicht viel anzuschließen. Ein einziger analoger Eingang steht hier zur Verfügung, alles andere wird streng digital zugeführt.

Eine USB-B Buchse dient als Eingang für Daten, die vom Laptop oder PC gestreamt werden, allerdings ist die auch auf der Rückseite, so dass man lieber ein entsprechendes Kabel direkt anschließt.

Der kompakte Denon verfügt leider weder über Netzwerk-Anbindung, noch über einen MM-Eingang, ein zweites Boxenpaar lässt sich auch nicht anschließen. Dennoch sind die vorhandenen Boxen-Terminals sehr solide und sorgen für eine feste Verbindung. Das scheint auch nötig, denn in den Spezifikationen wird die Ausgangsleistung lapidar mit mehr als 50 Watt pro Kanal angegeben.

Es liegt nur eine kleine Fernbedienung bei, dafür bringt einen die auch in die Tiefen des Menüs, wo man dann neben den Klangeinstellungen auch die Kopfhörer-Empfindlichkeit in drei Stufen einstellen kann.

In der Praxis hat der Denon genügend Leistungsreserven, um selbst ein größeres Wohnzimmer mit Partylautstärke zu versorgen – er geht für seine kompakte Bauweise gut ab. Der Klang ist dabei schön ausgewogen, ohne böse Spitzen im Hochtonbereich, die Tiefenstaffelung ist gut und auch die Darstellung der Bühnenbreite geht über die Lautsprecher hinaus.

Der Denon ist was für designorientierte Puristen, die hauptsächlich digitale Quellen nutzen, und auf komplette Vernetzung verzichten können.

Kommentare

4 Kommentare zu "Der beste Stereo-Receiver um 500 Euro"

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Also der R-N 855 hat die besseren DAC und durch fireconnect wesentlich flexibler im Netz.
Auch die FB ist beim Onyko besser da die Tasten wenigstens unterschiedlich geformt sind und die FB logischer und aufgeräumter wirkt.
Der fehlende Photo ist beim Yamaha genau wie die billigen Plastikknöpfe und Anschluss-Terminals am Gerät eine Schande.

Na da scheint der „Tester“ wohl nicht bei der Sache gewesen zu sein.

Onkyo fehlt

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