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Der beste Vertikutierer

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Alle Vertikutierer im Update 2/2019: von links nach rechts - Einhell GE-SA 1640, Bosch DIY AVR 1100, Güde GVZ 1401 94123, Atika 300750 VT 32, Einhell GC-ES 1231
Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Der beste Vertikutierer ist für uns der Viking LB540 von Stihl. Das Gerät ist zwar nicht gerade günstig und auch recht schwer, dennoch hat uns der LB540 in Sachen Handhabung, Qualität und Flächenleistung voll und ganz überzeugt. Für große Flächen jenseits der 1.000 Quadratmeter ist der Viking mit seinem kräftigen Viertakter von Kohler sehr gut geeignet und macht auch auf schwierigem Gelände noch Spaß.

Update 28. Februar 2019

Ende Februar 2019 haben wir uns fünf weitere Vertikutierer für den Heimgebrauch angeschaut: Bosch überzeugt uns mit seiner innovativen Klingentechnik, die Sand und Steine auf der Fläche lässt und nur Moos und Rasenfilz in den Korb schaufelt. Die Einsteiger von Atika, Güde und Einhell überzeugen uns hingegen nicht auf der ganzen Linie. Güde fällt sogar durch Qualitätsmängel auf. Der Einhell GE-SA 1640 aus der Mittelklasse kommt mit einer protzigen Arbeitsbreite von 40 Zentimetern daher, liefert aber kein so gutes Ergebnis ab wie der Bosch DIY AVR 1100. Schlussendlich haben wir uns dazu entschieden, nur den Vertikutierer von Bosch in die Empfehlungen aufzunehmen.

Wer seinen Rasen immer gepflegt und gesund halten möchte, sollte ihn ab und zu auch vertikutieren, um Moos und Rasenfilz zu entfernen und dem Rasen wieder Platz zum Atmen und zum Wachsen zu geben.

Wir haben zuerst vier aktuelle Vertikutierer ausführlich getestet. Preislich liegen die Geräte zwischen 100 und 500 Euro. Wenn Sie nur kleine Rasenflächen zu bearbeiten haben, muss es nicht unbedingt unser Testsieger sein, da tut es auch ein günstigeres Gerät. Anfang 2019 kamen fünf weitere Modelle dazu.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Viking LB540

Solider, langlebiger und komfortabler Vertikutierer für große Flächen und häufigen Einsatz.

Stihl zielt mit dem Viking LB540 auf anspruchsvolle Kunden mit großen Rasenflächen. Der Vertikutierer ist in Industriequalität gebaut, das heißt er ist deutlich stabiler, verwindungsfester aber auch schwerer als die Konkurrenten von AL-KO, Bosch, Einhell, Atika und Wolf-Garten in diesem Test. Trotz des Gewichts von 33 Kilogramm erlebten wir im Test ein wendiges Gerät, das wir auch durch schwieriges Gelände fernab des englischen Rasens manövrieren konnten. Sehr komfortabel ist auch die Höhenverstellung der Vertikutierwalze. Der hohe Preis von knapp 600 Euro schreckt viele Interessenten sicherlich ab. Für kleine Rasenflächen lohnt sich die Anschaffung eher weniger.

Cleveres Klingensystem

Bosch DIY AVR 1100

Test Vertikutierer: Bosch DIY AVR 1100
Der Bosch-Vertikutierer überzeugt durch innovative Messer, die nur das Moos aus der Erde holen.

Der Bosch DIY AVR 1100 bringt eine echte Vertikutierer-Innovation: Statt einer Walze mit starren Doppelmessern haben wir es hier mit drehenden Stahlmessern zu tun, die sich am Rand einer Walze befinden. Diese Walze befördert deutlich weniger Sand und Steine in den Korb als bei den Konkurrenten. Der Bosch-Vertikutierer hat einen sehr großen Korb, der auch noch ineinander gestapelt werden kann. So macht dieser Vertikutierer auch noch beim Abstellen in der Garage eine gute Figur, denn zusammengeklappt benötigt er sehr wenig Platz.

Gut & günstig

AL-KO Combi Care 38E Comfort

Das Gerät ist günstig, kommt mit Lüfterwalze und reicht für kleine Flächen allemal aus.

AL-KO stellt mit dem Combi Care 38E Comfort ein brauchbares Gerät für kleine Gärten zur Verfügung. Das beigelegte Zubehör ist mit großem Fangsack und Lüfterwalze üppig – so etwas gibt es bei Stihl nicht ohne Aufpreis. Andererseits fanden wir den Fangsack beim Test relativ sinnlos, denn er war viel zu schnell mit Sand und Moos gefüllt. Der Combi Care 38E ist definitiv kein Meilenstein in Sachen Qualität: Dünne Räder, schwaches Lenkgestänge und eine nicht gepolsterte Heckklappe sind uns leider etwas negativ aufgefallen. Dafür er ist günstig, kann platzsparend verstaut werden und erledigt seinen Job gut. Bis zu einer Fläche von 600 Quadratmetern können wir ihn empfehlen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerCleveres KlingensystemGut & günstig
Modell Viking LB540 Bosch DIY AVR 1100 AL-KO Combi Care 38E Comfort Einhell GE-SA 1640 Atika 300750 VT 32 AL-KO Combi Care 38P Comfort Wolf-Garten VA 303 E Güde GVZ 1401 94123 Einhell GC-ES 1231
Test Vertikutierer: Bosch DIY AVR 1100Test Vertikutierer: Einhell GE-SA 1640Test Vertikutierer: Atika 300750 VT 32Test Vertikutierer: Güde GVZ 1401 94123Test Vertikutierer: Einhell GC-ES 1231
Pro
  • Stabilste Karosserie im Test
  • Komfortable Höhenverstellung am Lenker
  • Wendig trotz Größe und Gewicht
  • Ruhiger Lauf und starke Motorleistung
  • Auch für schwierige Untergründe
  • Flexible Messer lassen die Erde im Boden, geben bei Stein etc. nach
  • Leichtgängige Korb-Arretierung
  • Kompakt verstaubar
  • Sehr leicht
  • Vglw. leise
  • Leicht und wendig
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
  • Mit Lüfterwalze
  • Leichtgängige Korb-Arretierung
  • Kompakt verstaubar
  • Sehr leicht
  • Mit Lüfterwalze
  • Flexibler Korb
  • Günstiger Benziner
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
  • Leicht und wendig
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
  • Mit Lüfterwalze
  • Flexibler Fangsack
  • Fangsack rastet besser ein als bei Atika
  • Vglw. Solide Holmeinhängung
  • Kompakt verstaubar
Contra
  • Abstellplatz vergleichsweise groß
  • Keine Lüfterwalze
  • Fangsack gegen Aufpreis
  • Hoher Preis
  • Reines Kunststoffchassis
  • Reines Kunststoffchassis
  • Gestänge macht keinen langlebigen Eindruck
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
  • Reines Kunststoffchassis
  • Holt vglw. viel Sand aus dem Boden
  • Reines Kunststoffchassis
  • Holt viel Sand aus dem Boden
  • Frickelige Korb-Arretierung
  • Kleiner Fangkorb
  • Reines Kunststoffchassis
  • Lenkholm verzieht die schwere Kunststoffkarosserie
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
  • Reines Kunststoffchassis
  • Gestänge macht keinen langlebigen Eindruck
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
  • Reines Kunststoffchassis
  • Holt viel Sand aus dem Boden
  • Instabile Konstruktion (Räder, Holm)
  • Bohrung im Holm fehlte
  • Reines Kunststoffchassis
  • Holt vglw. viel Sand aus dem Boden
  • Ohne Korb
Bester Preis
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So haben wir getestet

Für unseren Test haben wir uns neun Vertikutierer von sechs Herstellern besorgt und ausführlich getestet. Sieben Modelle hatten einen Elektromotor, die anderen beiden wurden mit einem Verbrennungsmotor angetrieben.

Auf einer großen, nach dem Winter sehr vermoosten Rasenfläche konnten die Geräte zeigen, was sie können. Aber nicht nur das Endergebnis hat uns interessiert, sondern auch Handhabung, Qualität und Preis-Leistungsverhältnis.

Nachdem ein Vertikutierer die meiste Zeit des Jahres nur im Geräteschuppen steht, sollte er platzsparend zusammenklappbar sein. Wer auf wenig Wartung Wert legt, für den sind eher Elektro-Vertikutierer zu empfehlen. Benziner benötigen erfahrungsgemäß deutlich mehr Wartung.

Was ist Vertikutieren?

Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe angeritzt und das Erdreich bis in zwei bis drei Zentimeter Tiefe gelockert und belüftet. Gleichzeitig werden Moos, Mulch und Rasenfilz entfernt. So können Luft, Wasser und Nähstoffe wieder bis zu den Wurzeln des Rasens vordringen und Bodenlebewesen erhalten wieder mehr Nahrung. Durch regelmäßiges Vertikutieren wird der Rasen dichter und strapazierfähiger.

Ob Sie Ihren Rasen vertikutieren müssen, können Sie leicht erkennen, indem Sie eine kleinen Metallharke locker durch das Gras ziehen. Wenn Moos oder andere Rückstände daran hängen bleiben, sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren.

Der Name Vertikutierer entspringt dem englischen Begriff »vertical cut«, vertikaler Schnitt oder eben Längsschnitt. Die Geräte besitzen eine horizontal eingebaute Achse, die in kurzen Abständen mit Messern besetzt ist, die je nach Ausführung starr oder drehbar gelagert sind. Die Messerwalze arbeitet sich quer durch die Grasnarbe und kämmt aus dem Rasen das Filz und Moos heraus. Das funktioniert, weil Wurzeln von Gräsern tiefer reichen als Wurzeln von Moos und Unkraut.

Vertikutierer sorgen dafür, dass der Rasen genug Sauerstoff bekommt

Die Arbeitstiefe kann an jedem Vertikutierer in Stufen eingestellt werden. Bis zu 2,5 Zentimeter können die Messer in den Boden eindringen. So entstehen Längsrillen, ganz so, als ob Sie eine Eisenharke gleichmäßig über den Rasen ziehen und dabei kräftig aufdrücken.

Arbeitstiefe und Arbeitsbreite sind die wichtigsten Kenndaten des Vertikutierers. Die Arbeitstiefe besagt, wie tief die Messer der Walze maximal in den Boden eindringen können. Die Arbeitsbreite ist der Abstand zwischen den äußersten rechten und linken Messern.

Typisch sind 38 Zentimeter. Vor allem, wenn Sie große Rasenflächen bearbeiten wollen, ist diese Breite die beste Wahl, weil man sich einiges an Zeit sparen kann. Kleinere Breiten von beispielsweise 30 Zentimetern sind für kleine Flächen aber ausreichend.

AL-KO Combi Care 38P Comfort - Höhenverstellung der Walze in 5 Stufen
AL-KO Combi Care 38P Comfort: Höhenverstellung der Walze in 5 Stufen.

Die Schnitttiefe müssen Sie Ihrem Rasenzustand anpassen. Generell gilt: Bei starkem Moosbewuchs müssen Sie tiefer in den Boden als wenn Sie nur Rasenfilz entfernen. Bei Rasenfilz sollte der Boden nur feine Rillen zeigen, keine tiefen Furchen. Herausgeholter Filz sollte möglichst wenig Graswurzeln enthalten. Bei Moos müssen Sie etwas tiefer gehen, nur so holen Sie die flachen Wurzeln des Moses auch heraus.

Stellen Sie den Vertikutierer nicht zu tief ein. Die Messer sollten die Rasenfläche nur leicht anritzen.

Nach dem Vertikutieren sieht der Rasen oft lädiert aus. Doch keine Sorge: Gesundes Gras erholt sich schnell. Wenn viel Moos entfernt wurde, entstehen größere Lücken, die sie nachsähen sollten.

Wie vertikutiert man richtig?

Kleine Flächen bis zu 100 Quadratmeter vertikutieren Sie am besten per Hand mit einem Handvertikutierer. Die gibt es für rund 50 Euro zum Beispiel von Gardena (Vertikutier-Boy) und Wolf-Garten (Multistar Vertikutierer-Roller UR-M 3).

Auch bei wenig Moos und Rasenfilz lohnt sich das Vertikutieren, denn es regt das Wachstum an und der Rasen wird dichter.

Bei größeren Flächen sind maschinelle Vertikutierer sinnvoll. Wir empfehlen das Vertikutieren ohne Fangkorb, mit anschließendem Aufnehmen von Moos durch eine Eisenharke. Auf diese Weise bleiben Erde und abgestorbene Pflanzenteile auf der Fläche. Der Komposteffekt ist wichtig für die Bodenlebewesen, welche Nährstoffe herstellen, die wiederum Ihrem Rasen dienen. Bei stark vermoostem Boden ist der Fangkorb außerdem im Nu voll.

Moos und Rasenfilz aus dem Fangsack.
Moos und Rasenfilz aus dem Fangsack.

Damit Sie beim Vertikutieren nicht mehr Schaden anrichten als Gutes tun, sollten Sie einiges beachten:

  1. Der Rasen sollte vor der Bearbeitung trocken sein. Nach einem Regenguss also bitte nicht vertikutieren.
  2. Vor dem Einsatz des Vertikutierers müssen Sie Ihren Rasen bis auf ungefähr zwei Zentimeter Höhe mähen, also kürzer als sonst üblich. So tut sich das Gerät leichter und es wird nicht zusätzlich Gras abgetragen.
  3. Während des Vertikutierens sollten Sie das Gerät zügig über die Fläche führen und nicht zu lange auf einer Stelle stehen bleiben. Das könnte die Grasnarbe schädigen.
  4. Am besten bewegen Sie das Gerät erst in Längs- und dann in Querbahnen über den Rasen, so erwischen Sie auch wirklich alles. Beim Richtungswechsel den Führungsholm nach unten drücken, damit sich die Messer aus dem Boden ziehen.
  5. Nach dem Vertikutieren ist es sinnvoll, kahle Stellen mit frischen Rasensamen nachzusäen.
  6. Außerdem sollten der Rasen gründlich von gelockertem Rasenfilz und Moos befreit werden.
  7. Damit der Boden besser atmen kann, kann man nach dem Vertikutieren eine etwa zwei Zentimeter starke Schicht Rasenkalk auf den Rasen aufbringen. So wird der Lufthaushalt des Bodens verbessert.

Die beste Zeit fürs Vertikutieren ist das Frühjahr.

Die beste Zeit fürs Vertikutieren ist das Frühjahr. Wichtig ist, dass der Boden völlig aufgetaut ist, keine harten Frostperioden mehr zu erwarten sind, der Rasen nicht ausgetrocknet ist und die Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad liegen. Bis Mai sollte das Vertikutieren erledigt sein, wenn Sie den Rasen intensiv nutzen, denn einige Wochen Regeneration sollten Sie ihm schon gönnen, bevor sich eine Horde Kinder auf ihm tummelt.

Kombi-Geräte mit Rasenlüfter

Kombi-Geräte sind mit einer wechselbaren Walze ausgerüstet. Bei Bedarf kann man bei diesen Geräten die Vertikutierwalze gegen eine Lüftungswalze tauschen.

Wolf-Garten VA 303 E - Lüfterwalze
Die Lüfterwalze des Vertikutierers von Wolf-Garten.

Beim Lüften stechen Drahtklingen, die auf einer Walze angeordnet sind, bis zu fünf Zentimeter tief ins Erdreich. Durch diese Öffnungen gelangen Luft und Nährstoffe zu den Wurzeln des Rasens, was wiederum den Bodenlebewesen gefällt.

Um den Rasen zu lüften, brauchen Sie nicht unbedingt ein motorisiertes Gerät. Bei kleinen Flächen genügen auch mit Drahtdornen gespickte Walzen (rollender Rasenlüfter, z. B. von Greenkey) oder Rasenlüfter-Schuhe mit Nägeln an den Fußsohlen.

Wie schon angesprochen ist das Frühjahr, meist der April, der beste Monat zum Vertikutieren. Bei Bedarf kann die Prozedur im Herbst wiederholt werden. Lüften können Sie jederzeit von Frühjahr bis Herbst, auch ohne den Rasen vorher zu mähen, denn dabei werden keine Rasenwurzeln verletzt. Zwei Wochen vor dem Vertikutieren sollten Sie Dünger ausbringen, so kann der Rasen schneller anwachsen.

Verwilderter Rasen braucht durchaus mal zwei Durchläufe. Sie sollten dem Rasen aber eine Erholungspause von zwei Wochen gönnen, bevor sie den zweiten Durchgang starten.

Gelände und Fahrweise

Beim Vertikutieren sollten Sie auf keinen Fall kreuz und quer fahren, wie es mit einem Rasenmäher möglich ist. Das kann besonders bei einer tiefen Einstellung die Grasnarbe beschädigen.

Fahren Sie den Vertikutierer auf keinen Fall rückwärts oder in engen Kurven, sondern immer schön in eine Richtung über die Fläche und dann immer wieder neu ansetzen. Das Gelände sollten Sie vorher einmal durchharken, wenn viele große Steine an der Oberfläche liegen.

Moos und Rasenfilz

Selbst regelmäßiges Vertikutieren und Lüften nützt wenig, wenn Sie nicht auch die Ursachen für den mehr oder minder starken Mooswuchs beseitigen. Moos ist anpassungsfähiger und genügsamer als Gras. Sie können aber Rahmenbedingungen schaffen, mit denen es Moos schwer hat:

  • Moos liebt nährstoffarme, verdichtete Lehmböden
  • Auch saure Böden (Kalkmangel) sind für Moos ideal
  • Schatten und viel Feuchtigkeit lassen Moos sprießen
  • Moos verträgt Hitzeperioden besser als Gras. Verdorrt letzteres, kommt Moos immer wieder zum Vorschein.

Gras hasst Staunässe und möchte lieber auf einem sandigen, leichten Boden mit geringem Lehmgehalt wachsen. Bei schweren Böden könnten Sie Ihrem Rasen eine Drainage spendieren. Hier also ein paar Tipps, wie Sie Moos am besten los werden:

  • Kalk reguliert den pH-Wert des Bodens und macht ihn für Moos unattraktiv
  • Rasen braucht Sonne, nämlich UV-Strahlung und Wärme
  • Nährstoffmangel durch regelmäßiges Düngen beheben
  • Vermeiden Sie Rasenflächen, die dauerhaft verschattet sind
  • Rasen muss abtrocknen können: Entfernen Sie Herbstlaub zügig
  • Staunässe schadet der Grasnarbe, lockere, drainierte Böden helfen
  • Kurzschnitt meiden: 4,5 Zentimeter Halmlänge braucht die Pflanze für ihre Photosynthese

Rasenfilz entsteht, wenn Mulch, also Mährückstände und andere abgestorbene Pflanzenteile, auf der Fläche zurückbleiben. Davon entsteht sehr viel, wenn Sie den Rasen mulchen, das heißt das kurze Schnittgut einfach liegen lassen. Wenn bei Ihnen ein Mähroboter alle zwei Tage fährt, entsteht ebenfalls solcher Mulch.

Komplett verdrängen lässt sich Moos nur schwer

Grundsätzlich ist daran nichts falsch: Das Schnittgut verrottet und bringt dem Boden wieder ein paar Nähstoffe zurück. Allerdings verrottet der Schnitt nicht vollständig, je nach Feuchtigkeit, Rasenhöhe und -dichte bleibt Material zurück.

Wenn das zu viel wird, saugt dieser Rasenfilz Feuchtigkeit auf und behindert die Versorgung der Gräser mit Wasser, Luft und Nährstoffen. Das schwächt das Gras und Unkraut und Moos nehmen überhand.

Aufbau, Sicherheit, Wartung

Vertikutierer aus dem Baumarkt oder dem Online-Handel werden in mehr oder weniger kompakten Kartons geliefert. Sie müssen vor dem Einsatz zusammengebaut werden, was aber in der Regel einfach und schnell geht: Es müssen lediglich die Lenkholme mit Flügelschrauben und gegebenenfalls Schnellspannern zusammengesetzt werden. Dazu kommt mitunter noch ein Schaltgriff und etwas Befestigungsmaterial. Der Fangkorb, sofern mitgeliefert, ist ein Kunststoffgewebe, in das ein Gitterrahmen eingesetzt wird.

Wie beim Rasenmäher muss der Vertikutierer sofort stillstehen und den Motor abschalten, wenn der Bediener den Führungsholm nicht mehr berührt, beispielsweise bei einer Bewusstlosigkeit während des Vertikutierens. Das übernimmt der Totmannschalter, der meistens als Bügel am Führungsholm angebracht ist.

Pflichtprogramm: Totmannschalter, Motor läuft nur weiter, solange der Bediener den roten Hebel festhält.
Totmannschalter: Der Motor läuft nur, solange der Bediener den roten Hebel festhält.

Elektro-Vertikutierer sind weitgehend wartungsfrei. Bei Ihnen sollten Sie vor dem Abstellen nur mit einem Lappen die Messer ölen, damit sie nicht rosten.

Benzingeräte sind Viertakter und tanken Super-Benzin von der Tankstelle. Teure herstellereigene Sorten sind nicht nötig. Außerdem müssen Sie vor dem Betrieb die passende Menge Motoröl einfüllen und den Ölstand später regelmäßig kontrollieren.

Füllen Sie nicht irgendein Motoröl nach, sondern nur die vom Hersteller empfohlene Sorte. Anders als beim Benzin kann falsches Motoröl erheblichen Schaden anrichten. Ein Liter kostet ungefähr 10 Euro. Beim Benzinmotor gibt es weitere Verschleißteile wie Zündkerzen, Vergaser oder Auspuffanlage.

Der typische Vertikutierer wird zweimal im Jahr genutzt und steht die restliche Zeit im Gartenhaus. Daher sind kompakte Maße nützlich. Alle Geräte im Test sind mit klappbaren Lenkholmen ausgerüstet. Nach dem Lösen der Flügelschrauben kann das Gestänge zusammengefaltet werden.

Die AL-KO, Atika, Güde, Einhell und Wolf-Garten-Geräte können deutlich platzsparender zusammengeklappt werden als Viking. Sie sind dann nur 46-64 Zentimeter tief und 33-48 Zentimeter hoch. Viking ist dann immer noch 84 Zentimeter lang und 65 Zentimeter hoch. Besonders Flach: Bosch AVR 1100 mit nur 33 cm Höhe.

Viking / Stihl LB540 - Vielleicht als gemeinschaftliche Anschaffung mit Nachbarn?

Testsieger: Viking LB540

Der Viking LB540 konnte uns von allen getesteten Geräten am meisten überzeugen. Für große Flächen ist er ideal und kleine Gärten sind für ihn natürlich auch kein Problem, doch da muss jeder selbst wissen, ob ihm das den Preis von knapp 600 Euro wert ist.

Testsieger

Viking LB540

Solider, langlebiger und komfortabler Vertikutierer für große Flächen und häufigen Einsatz.

Ein Zusammenbau war nicht nötig, wir haben die Maschine direkt von einem Fachhändler abgeholt und dort sogar eine Einweisung erhalten. Hier wurden auch gleich Öl und Benzin aufgefüllt.

Der LB540 wird aber auch bei Online-Händlern geführt. Wegen des hohen Gewichts von 33 Kilogramm wird das Gerät allerdings per Spedition auf einer Palette angeliefert.

Garten-Test

Aufgrund von Nährstoffarmut, Kalkmangel und mangelnder Pflege wird der Rasen unseres Test-Gartens sehr stark von Moos geplagt. Einige besonders feuchte und schattige Bereiche bestehen hier aus deutlich mehr Moos als Gras – ein echter Härtetest also für unsere Vertikutierer.

Viking / Stihl LB540 im praktischen Einsatz beim Autor
Viking LB540 im Einsatz.

Der Viking LB540 wird ohne Fangkorb ausgeliefert, er kann aber unter der Produktbezeichnung AFK 050 dazu gekauft werden – wenn das denn überhaupt nötig ist, denn die anderen Geräte offenbarten schnell: Ein Fangkorb ist, zumindest in unserem Fall mit viel Moos auf sandigem Boden, völlig fehl am Platz.

Schon nach wenigen Metern Fahrt mit tief versenkten Messern ist der Korb gefüllt. Nicht nur mit Moos, sondern vor allem mit Sand und Steinen. Die wollen wir aber auf der Fläche belassen. Da bleibt nichts anderes übrig, als die Fahrt ohne den Korb fortzusetzen und anschließend mit dem Eisenrechen Moos und Rasenfilz manuell aufzusammeln.

Während die Elektro-Vertikutierer grundsätzlich keine Schwierigkeiten mit dem leichten Sandboden haben, bleiben Sie im dichtesten Moosgestrüpp aber manchmal stecken. Zudem behindert das Kabel die Wendigkeit.

Der Viking hat keinerlei Probleme, auch nicht bei dichtem Mooswuchs

Hier sind der Testsieger aber auch der AL-KO Combi Care 38 P Comfort mit ihren stärkeren Motoren im Vorteil. Der Viking LB540 hat keine Schwierigkeiten, sich mit seinen 150 cm³ gegenüber den 53 cm³ des AL-KO durchzusetzen. Während der Combi Care 38 P im dichten Moos stecken bleibt rauscht Viking einfach durch – und das mit der tiefsten Messereinstellung.

Stabilität und Wertigkeit

Der Viking LB540 kommt mit einer Karosserie aus »schlagzähem, hitze- und UV-beständigem Polymer« daher, wie es in der Produktbeschreibung heißt. Auf gut deutsch ist das ein schweres, hartes Plastikchassis, das durch Metallstreben verstärkt ist. Ein punktuelles Durchbiegen oder Eindrücken ist damit nicht möglich. Ebenso ist der Kunststoff unempfindlicher gegenüber Kratzern.

Sicher: Der Viertaktmotor mit seinen 150 m³ trägt einiges zum Gewicht des LB540 bei, doch auch die Karosserie wiegt einiges. Die Räder aus dickem Kunststoff machen einen robusten Eindruck, bei den dünnen Rädern von AL-KO, Atika, Bosch und Güde war das nicht so.

Viking / Stihl LB540 - Führung des Bowdenzuges der Höhenverstellung
Viking LB540 – Führung des Bodenzuges der Höhenverstellung.

Der Lenkholm ist nach ähnlichem Prinzip aufgebaut wie auch bei den restlichen Testkandidaten. Die Qualität ist jedoch besser, was am höheren Gewicht, am größeren Durchmesser und an besseren Flügelschrauben liegt. Die bessere Qualität sticht sofort ins Auge.

Im Vergleich zu unserem Testsieger fällt die Fertigungsqualität der anderen getesteten Geräte weit ab. Meist bestehen sie aus weicherem Polyprophylen (PP). Besonders der Combi Care 38 P Comfort fiel hier im Test negativ auf. Sein Polyprophylenchassis ist mit dem schweren Benzin-Viertakter überfordert: Das Lenkgestänge verwindet und das Chassis verzieht sich im Bereich der Holmbefestigung. Das sorgt nicht nur für einen verminderten Qualitätseindruck, sondern schmälert auch unseren Eindruck über die Langlebigkeit des Gerätes.

Bedienung und Komfort

Das Arbeiten mit dem Viking macht mehr Freude als mit einem der anderen Geräte. Das liegt einerseits an der genannten Stabilität und Wertigkeit, aber auch an der guten Wendigkeit, die wir dem Gerät zuerst gar nicht zugetraut hätten, schließlich wiegt es satte 33 Kilogramm.

Dennoch lässt sich der Viking einfach rückwärts ziehen, um die Messer aus dem Boden zu heben – selbst wenn wir ihn etwas ankippen. Der dicke Gummi innen an der Heckklappe erweist sich als flexibel, wenn er über den Boden schleift. Er dämpft zudem Steinschläge, denn von der Walze werden gerne mal Steine gegen die Klappe geschleudert.

Viking / Stihl LB540 - bequeme Höhenverstellung am Holm. Das war einzigartig im Testfeld.
Viking LB540: Die bequeme Höhenverstellung am Holm war einzigartig im Testfeld.

Wenn wir die Messer heben oder senken wollen, müssen wir beim Viking nicht wie bei AL-KO, Einhell, Bosch etc. nach vorne an die Räder gehen. Ein Hebel sorgt für eine bequeme Höhenverstellung bei laufendem Motor, an dem auch die Arbeitstiefe eingestellt werden kann. Die anderen Geräte gehen aufgrund des Totmannschalters jedes Mal aus, sobald man den Hebel loslässt.

Aufgrund dieser Funktion müssen wir bei der Überquerung von Gehwegen oder anderen Untergründen den Vertikutierer nicht anheben und über die Hinterräder schieben. Bei den übrigen Geräten ist das ständig nötig, denn wer stellt schon den Motor ab, nur wenn mal eben ein Gehweg überquert wird?

Nachteile?

Der Viking LB540 ist ein wuchtiges, schweres Gerät – das muss es zur Gewährleistung der Gehäusestabilität mit dem starken Verbrenunngsmotor aber auch sein. In Sachen Wendigkeit hatten wir aber, wie gesagt, keine Probleme.

Was bleibt, ist ein deutlich größerer Abstellplatz als bei den meisten anderen Geräten. Der Lenkholm kann, wie bei den Kontrahenten, zusammengefaltet werden. Danach ist der Viking aber immer noch 84 Zentimeter lang und 65 Zentimeter hoch. Der Bosch DIY AVR 1100 ist in diesem Zustand nur noch 33 Zentimeter hoch, der Einhell GE-SA 1640 nur 39 Zentimeter.

Stihl verkauft den Fangkorb mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern separat. Das ist kein Nachteil für jeden: Wir mit unserem sandigen, stark vermoosten Boden haben alle Vertikutierer ohne Fangsack fahren lassen. Der Grund: Die Auffangbehälter sind viel zu schnell voll und die enormen Mengen an Sand wollen wir auf der Fläche lassen. Damit kamen wir um das Zusammenrechen mit der Eisenharke ohnehin nicht herum. Wenn ein Fangkorb für Sie aber wichtig ist, müssen Sie zusätzlich nochmal knapp 80 Euro einkalkulieren.

Viking LB540 im Testspiegel

Es gibt nur wenige Testberichte vom Viking LB540, das Elektro-Schwestermodell LE540 scheint bei den Redaktionen in den vergangenen Jahren beliebter gewesen zu sein.

Die Kollegen vom Do-it-Yourself-Online-Magazin Selbst ist der Mann (04/2014) haben den Benzin-Vertikutierer Viking LB540 ausprobiert und ihr Fazit war einstimmig positiv:

»Leistungsstark und gründlich; Arbeitstiefe und Transportstellung bequem am Holm verstellbar; Lässt sich gut schieben und lenken.«

Sobald weitere Tests verfügbar sind, tragen wir sie hier für Sie nach.

Alternativen

Für viele wird unser Testsieger schon allein aufgrund seines Preises nicht der richtige Vertikutierer sein. Wenn Sie lediglich kleine bis mittlere Flächen zu bearbeiten haben, sind auch unsere Alternativen von Bosch und AL-KO ausreichend.

Cleveres Klingensystem

Bosch DIY AVR 1100

Test Vertikutierer: Bosch DIY AVR 1100
Der Bosch-Vertikutierer überzeugt durch innovative Messer, die nur das Moos aus der Erde holen.

Der Bosch DIY AVR 1100 entfernt auf Anhieb das, was wirklich aus dem Rasen soll, nämlich Moos und Rasenfilz. Steine lässt er drin, ebenso den Sand. Wo andere Vertikutierer mit ihren feststehenden Messern in hoher Geschwindigkeit den Korb mit Sand füllen, füllt der DIY AVR 1100 den Fangsack nur mit Moos und lässt den Sand auf der Fläche.

Bosch bedient sich hier einer Technik, die wir so bei anderen Herstellers noch nicht gesehen haben: Das sogenannte Jet-Collect-System besteht aus einer großen Kunststoffwalze mit Luftöffnungen. Letztere erzeugen einen Luftstrom, der das aufgewirbelte Moos, Rasenfilz etc. in die Fangbox befördert.

Bosch DIY AVR 1100: Jet-Collect-System mit flexiblen Stahlmessern
Bosch DIY AVR 1100: Jet-Collect-System mit flexiblen Stahlmessern.

Steine sind entweder zu schwer für diesen Luftstrom bzw. werden sie von den nachgebenden Messern gar nicht erst aus dem Boden gerissen. Die Stahlmesser, die sich am Rand der Walze befinden, sind nämlich locker verschraubt und können bei Hindernissen wegklappen. Nur durch die schnelle Rotation stellen Sie sich auf und graben sich in den Rasen.

Harte Hindernisse, wie beispielsweise eine Gehwegplatte oder ein Feldstein, werden zwar angekratzt, aber nicht zerschlagen. Das sorgt für ein insgesamt sanfteres Fahren auf der Fläche. Das von anderen Vertikutierern bekannte, heftige Schlagen (wenn das feststehende Messer auf ein Hindernis trifft) und laute Klackern von aufgewirbelten Steinen gibt es beim Bosch DIY AVR 1100 nicht.

Der Bosch-Vertikutierer ist zusammengeklappt sehr flach und zusammen mit der stapelbaren Fangbox platzsparend aufzubewahren. Die Box kann dazu zerteilt und ineinandergelegt werden. Der Holm kann in der Länge um 3 Zentimeter beim Zusammenbauen variiert werden, das ist gut für größere Menschen. Besonders gut gefällt uns, wie leicht die Fangbox in die Arretierung fällt.

Der Bosch DIY AVR 1100 ist, wie die meisten Vertikutierer hier, aus einfachem Polyprophylen-Kunststoff (PP) hergestellt. Er hat keine so stabile Karosserie wie der Testsieger.

Gut & günstig

AL-KO Combi Care 38E Comfort

Das Gerät ist günstig, kommt mit Lüfterwalze und reicht für kleine Flächen allemal aus.

AL-KO hat mit dem Combi Care 38E Comfort einen wendigen Vertikutierer für kleinere, übersichtliche Gärten im Programm. Sicher: Das Kabel wird immer wieder zum Handicap, vor allem bei verwinkelten Gärten. Hier wünscht man sich schnell eine dritte Hand, die das Kabel verlegt, während man den Vertikutierer führt.

Der E-Motor hat ausreichend Kraft für kleine bis höchstens mittlere Flächen von bis zu 600 Quadratmetern, für den Dauergebrauch ist er nicht gemacht. Ideal sind zwei bis sechs Einsätze pro Jahr.

Für den geringen Preis kann man keine Industriequalität erwarten. Der Combi Care 38E Comfort – aber auch das Benzin-Schwestermodell Combi Care 38P – bestehen komplett aus Kunststoff. Der ist leider weder sonderlich hart, noch besonders schlagfest oder UV-beständig. Hier ist Viking klar im Vorteil.

Hinzu kommen dünne und kleine Hinterräder. Der im Vergleich zum Testsieger eher klapprige Lenkholm ist für die leichte Elektro-Version in Ordnung, mit der schweren Benzinversion ist er aber überfordert.

Das geringe Gewicht von nur 15 Kilogramm beschert dem AL-KO Combi Care 38E Comfort immerhin eine gute Führung. Die Befestigung des Lenkholmes ist höhenverstellbar (verschraubt) und auf das Gewicht der Elektroversion abgestimmt.

Außerdem getestet

Die sechs hier aufgeführten Geräte konnten uns leider nicht zu hundert Prozent überzeugen. Für den einen oder anderen mag eines der Geräte aber dennoch Sinn ergeben.

Der Einhell GE-SA 1640 gehört zur Mittelklasse der Vertikutierer für Privathaushalte. Seine Stärken finden sich bei der vergleichsweise stabilen Konstruktion sowie bei der Ergonomie. Die Neigung des Griffes lässt sich nämlich verstellen, ebenso die Länge um 5 Zenitmeter. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Der Griff hat einen echten Gummiüberzug und nicht nur eine Lackierung aus Flüssigkunststoff, wie die der anderen Geräte.

Im Karton befindet sich eine Lüfterwalze sowie ein großer flexibler 48-Liter-Korb. Der Einhell GE-SA 1640 hat eine fast schon »mächtige« Arbeitsbreite von 40 Zentimetern, daher ist das Modell auch so wuchtig. 57 Zentimeter – so breit ist kein anderes Modell hier im Test. Schwer ist es mit seinen 12,8 Kilogramm trotzdem nicht.

Der Atika VT 32 ist ein günstiges Einsteigermodell für kleine Gärten. Sonderlich lange will man sich mit diesem Vertikutierer nicht befassen, denn der flexible Fangkorb ist klein und sehr schnell voll. Das liegt auch daran, weil die Vertikutierwalze viel Sand und Steine in den Korb wirft – das muss nicht sein.

Die Konstruktion aus einfachem Kunststoff (PP GF10) ist keine Ingenieursmeisterleistung, doch das Gerät ist 11 Kilogramm leicht, da genügen auch die etwas wackeligen Holme. Der Fangkorb muss leider nach jeder Entleerung wieder in die Arretierung gefummelt werden. Bosch zeigt, wie es besser geht.

Güde GVZ 1401 94123

Zusammen mit dem Atika 300750 VT 32, dem AL-KO Combi Care 38E und dem Einhell GC-ES 1231 gehört der Güde GVZ 1401 zu den kompaktesten Vertikutieren. Aufgebaut und zusammengeklappt nehmen Sie in der Garage nur wenig Platz weg. Der Güde hat uns wegen einiger Qualitätsmängel gar nicht gefallen: Die Radaufhängung der Vorderräder ist sehr schwach konstruiert, gleiches gilt für die Aufhängung der Holme. Ein Gerät mit solchen Sollbruchstellen können wir beim besten Willen nicht empfehlen.

Gefallen hat uns hingegen der flexible Korb, welcher leicht in seine Arretierung rastet. Außerdem liegt eine Lüfterwalze im Karton, sie kann zum Rasenlüften statt der starren Vertikutiererwalze eingesetzt werden. Die Vertikutierwalze wirft leider sehr viel Sand und Steine in den Korb.

Der Einhell GC-ES 1231 gehört ebenfalls zu den günstigen Einsteigern und kommt ohne Lüfterwalze und ohne Fangkorb daher. Auf der Haben-Seite steht die vergleichsweise stabile Konstruktion. Der GC-ES 1231 kommt natürlich bei weitem nicht an den Testsieger heran, doch er ist im Rahmen von Polyprophylen-Konstruktionen (PP) ganz gut gemacht. Leider wirbelt der kleine Einhell sehr viel Sand und Gestein auf – viel mehr als nötig, wie uns der Bosch DIY AVR 1100 gezeigt hat.

AL-KO Combi Care 38P Comfort

Dort, wo der Combi Care 38E mit seinem niedrigeren Gewicht eine gerade noch akzeptable Vorstellung liefert, wirkt der Combi Care 38P Comfort überfordert: Es handelt sich um das gleiche Chassis wie bei der Elektro-Variante, hier muss es aber den schweren Benzinmotor tragen. Das Lenkgestänge ist zu schwachbrüstig für den schweren Motor. Es verwindet sich beim Manövrieren ständig. Die Verankerung der Holme hätte hier außerdem stärker ausfallen müssen als bei der Elektro-Variante. Das kann natürlich über viele Nutzungsjahre hinweg gut gehen, wahrscheinlich ist aber, dass der Kunststoff irgendwann porös wird und der Lenkholm einfach ausbricht.

Das ist schade, denn ohne diesen Konstruktionsmangel hätten wir den günstigen Benziner empfehlen können. Der Motor ist kräftiger als bei der Elektro-Version und arbeitet sich auch durch schwieriges Gelände. Dabei springt er leicht an, rattert aber lauter als der Testsieger Viking LB540.

Wolf-Garten VA 303 E

Der Wolf-Garten VA 303 E ist von Seiten der Qualität, Gerätedimensionen und Leistung dem AL-KO Combi Care 38E sehr ähnlich, was auch preislich sichtbar wird. Der VA 303 E ist somit ebenfalls ein günstiger Einsteiger-Vertikutierer für kleine Flächen bis 600 Quadratmeter.

In dicken Moosbelägen bleibt der Elektromotor stecken, aber das geht dem AL-KO Combi Care 38E auch so. Wolf-Garten legt seinem Gerät eine Lüftungswalze bei, so wie das auch bei den AL-KO-Modellen der Fall ist. Sie kann ebenfalls ohne Werkzeug entfernt und befestigt werden.

Im Zweifel würden wir von diesem Wolf-Garten-Modell abraten, denn es hat gegenüber dem AL-KO-Kontrahenten drei Nachteile: Die Arbeitsbreite beträgt statt 38 nur 30 Zentimeter. Der Fangkorb ist mit 35 Litern kleiner und es gibt keinen Sicherheitsanzeiger für eine korrekt eingesetzte Walze.

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