Der beste Vertikutierer

im Test: vier Vertikutierer von Viking (Stihl), AL-KO und Wolf-Garten

Der beste Vertikutierer ist für uns der Viking LB540, der vom Hersteller Stihl stammt. Das Gerät ist zwar nicht gerade günstig und auch recht schwer, dennoch hat uns der LB540 in Sachen Handhabung, Qualität und Flächenleistung voll und ganz überzeugt. Für große Flächen jenseits der 1.000 Quadratmeter ist der Viking mit seinem kräftigen Viertakter von Kohler sehr gut geeignet und macht auch auf schwierigem Gelände noch Spaß.

Wer seinen Rasen immer gepflegt und gesund halten möchte, der sollte ihn ab und zu auch vertikutieren, um Moos und anderes, unschönes Unkraut zu entfernen und dem Rasen wieder Platz zum Wachsen zu geben.

Wir haben uns vier aktuelle Vertikutierer kommen lassen und ausführlich getestet. Preislich liegen die Geräte zwischen 100 und 500 Euro. Wenn Sie nur kleine Rasenflächen zu bearbeiten haben, muss es nicht unbedingt unser Testsieger sein, da tut es auch ein günstigeres Gerät.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Viking LB540

Solider, langlebiger und komfortabler Vertikutierer für große Flächen und häufigen Einsatz.

Stihl zielt mit dem Viking LB540 auf anspruchsvolle Kunden mit großen Rasenflächen. Der Vertikutierer ist in Industriequalität gebaut, das heißt er ist deutlich stabiler, verwindungsfester aber auch schwerer als die Konkurrenten von AL-KO und Wolf-Garten in diesem Test. Trotz des Gewichts von 33 Kilogramm erlebten wir im Test ein wendiges Gerät, das wir auch durch schwieriges Gelände fernab des englischen Rasens manövrieren konnten. Sehr komfortabel ist auch die Höhenverstellung der Vertikutier-Walze. Der hohe Preis von knapp 500 Euro schreckt viele Interessenten sicherlich ab. Für kleine Rasenflächen lohnt sich die Anschaffung eher weniger.

Gut & günstig

AL-KO Combi Care 38E Comfort

Günstig, mit Lüfter-Walze, für kleine Flächen.

AL-KO stellt mit dem Combi Care 38E Comfort ein brauchbares Gerät für kleine Gärten zur Verfügung. Das beigelegte Zubehör ist mit großem Fangsack und Lüfter-Walze üppig, so etwas gibt es bei Stihl nicht ohne Aufpreis. Andererseits fanden wir den Fangsack beim Test relativ sinnlos, denn er war viel zu schnell mit Sand und Moos gefüllt. Der Combi Care 38E ist definitiv kein Meilenstein in Sachen Qualität – dünne Räder, schwaches Lenk-Gestänge und eine nicht gepolsterte Heck-Klappe sind uns leider etwas negativ aufgefallen. Doch er ist günstig, kann platzsparend verstaut werden und erledigt seinen Job gut. Bis zu einer Fläche von 600 Quadratmetern können wir ihn empfehlen.

Vergleichstabelle

TestsiegerGut & günstig
Modell Viking LB540 AL-KO Combi Care 38E Comfort AL-KO Combi Care 38P Comfort Wolf-Garten VA 303 E
Pro
  • Stabilste Karosserie im Test
  • Komfortable Höhenverstellung am Lenker
  • Wendig trotz Größe und Gewicht
  • Ruhiger Lauf und starke Motorleistung
  • Auch für schwierige Untergründe
  • Leicht und wendig
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
  • Günstiger Benziner
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
  • Leicht und wendig
  • Günstig in der Anschaffung
  • Kleine Abstellfläche
  • Fangsack und Lüfterwalze inklusive
Contra
  • Abstellplatz vergleichsweise groß
  • Keine Lüfter-Walze
  • Fangsack gegen Aufpreis
  • Hoher Preis
  • Reines Kunststoff-Chassis
  • Gestänge macht keinen langlebigen Eindruck
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
  • Reines Kunststoff-Chassis
  • Lenk-Holm verzieht die schwere Kunststoff-Karosserie
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
  • Reines Kunststoff-Chassis
  • Gestänge macht keinen langlebigen Eindruck
  • Bleibt in dickem Moos stecken
  • Fangsack meist überflüssig
Bester Preis
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So haben wir getestet

Für unseren Test haben wir uns vier Vertikutierer von drei Herstellern besorgt und ausführlich getestet. Zwei Modelle hatten einen Elektromotor, die anderen beiden wurden mit einem Verbrennungsmotor angetrieben.

Auf einer großen, nach dem Winter sehr vermoosten Rasenfläche konnten die Geräte zeigen, was sie können. Aber nicht nur das Endergebnis hat uns interessiert, sondern auch Handhabung, Qualität und Preis-Leistungsverhältnis.

Nachdem ein Vertikutierer die meiste Zeit des Jahres nur im Geräteschuppen steht, sollte er platzsparend zusammenklappbar sein. Wer auf wenig Wartung wert legt, für den sind eher Elektro-Vertikutierer zu empfehlen, Benziner benötigen erfahrungsgemäß deutlich mehr Wartung.

Was ist Vertikutieren?

Beim Vertikutieren wird die Grasnarbe angeritzt und das Erdreich bis in zwei bis drei Zentimeter Tiefe gelockert und belüftet. Gleichzeitig werden Moos, Mulch und Rasenfilz entfernt. So können Luft, Wasser und Nähstoffe wieder bis zu den Wurzeln des Rasens vordringen und Bodenlebewesen erhalten wieder mehr Nahrung. Durch regelmäßiges Vertikutieren wird der Rasen dichter und strapazierfähiger.

Ob Sie Ihren Rasen vertikutieren müssen, können Sie leicht erkennen, indem Sie eine kleinen Metallharke locker durch das Gras ziehen. Wenn Moos oder andere Rückstände daran hängen bleiben, sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren.

Der Name Vertikutierer entspringt dem englischen Begriff »vertical cut«, vertikaler Schnitt oder eben Längsschnitt. Die Geräte besitzen eine horizontal eingebaute Achse, die in kurzen Abständen mit Messern besetzt ist, die je nach Ausführung starr oder drehbar gelagert sind. Die Messerwalze arbeitet sich quer durch die Grasnarbe und kämmt aus dem Rasen das Filz und Moos heraus. Das funktioniert, weil Wurzeln von Gräsern tiefer reichen als Wurzeln von Moss und Unkraut.

Vertikutierer sorgen dafür, dass der Rasen genug Sauerstoff bekommt

Die Arbeitstiefe kann an jedem Vertikutierer in Stufen eingestellt werden. Bis zu 3,5 Zentimeter können die Messer in den Boden eindringen. So entstehen Längsrillen, ganz so, als ob sie mit einer Eisenharke gleichmäßig über den Rasen ziehen und dabei kräftig aufdrücken.

Arbeitstiefe und Arbeitsbreite sind die wichtigsten Kenndaten des Vertikutierers. Die Arbeitstiefe besagt, wie tief die Messer der Walze maximal in den Boden eindringen können. Die Arbeitsbreite ist der Abstand zwischen den äußersten rechten und linken Messern.

AL-KO Combi Care 38P Comfort - Höhenverstellung der Walze in 5 Stufen
AL-KO Combi Care 38P Comfort – Höhenverstellung der Walze in 5 Stufen.

Typisch sind 38 Zentimeter, vor allem wenn Sie große Rasenflächen bearbeiten wollen, ist diese Breite die beste Wahl, weil man sich einiges an Zeit sparen kann. Kleinere Breiten von beispielsweise 30 Zentimetern sind für kleine Flächen aber ausreichend.

Die Schnitttiefe müssen Sie Ihrem Rasenzustand anpassen. Generell gilt: Bei starkem Moosbewuchs müssen Sie tiefer in den Boden, als wenn Sie nur Rasenfilz entfernen. Bei Rasenfilz sollte der Boden nur feine Rillen zeigen, keine tiefen Furchen. Herausgeholter Filz sollte möglichst wenig Graswurzeln enthalten. Bei Moos müssen Sie etwas tiefer gehen, nur so holen Sie die flachen Wurzeln des Moses auch heraus.

Stellen Sie den Vertikutierer nicht zu tief ein. Die Messer sollten die Rasenfläche nur leicht anritzen.

Nach dem Vertikutieren sieht der Rasen oft lädiert aus. Doch keine Sorge: Gesundes Gras erholt sich schnell. Wenn viel Moos entfernt wurde, entstehen größere Lücken, die sie nachsähen sollten.

Wie vertikutiert man richtig?

Kleine Flächen bis zu 100 Quadratmeter vertikutieren Sie am besten per Hand mit einem Handvertikutierer. Die gibt es für rund 50 Euro zum Beispiel von Gardena (Vertikutier-Boy) und Wolf-Garten (Multistar Vertikutierer-Roller UR-M 3).

Auch bei wenig Moos und Rasenfilz lohnt sich das Vertikutieren, denn es regt das Wachstum an und der Rasen wird dichter.

Bei größeren Flächen sind maschinelle Vertikutierer sinnvoll. Wir empfehlen das Vertikutieren ohne Fangkorb, mit anschließendem Aufnehmen von Moos durch eine Eisenharke. Auf diese Weise bleiben Erde und abgestorbene Pflanzenteile auf der Fläche. Der Kompost-Effekt ist wichtig für die Bodenlebewesen, die Nährstoffe herstellen, die wiederum Ihrem Rasen dienen. Bei stark vermoostem Boden ist der Fangkorb außerdem im Nu voll.

Moos und Rasenfilz aus dem Fangsack.
Moos und Rasenfilz aus dem Fangsack.

Damit Sie beim Vertikutieren nicht mehr Schaden anrichten als Gutes tun, sollten Sie einiges beachten:

  1. Der Rasen sollte vor der Bearbeitung trocken sein. Nach einem Regenguss also bitte nicht vertikutieren.
  2. Vor dem Einsatz des Vertikutierers müssen Sie Ihren Rasen bis auf ungefähr zwei Zentimeter Höhe mähen, also kürzer als sonst üblich. So tut sich das Gerät leichter und es wird nicht zusätzlich Gras abgetragen.
  3. Während des Vertikutierens sollten Sie das Gerät zügig über die Fläche führen und nicht zu lange auf einer Stelle stehen bleiben. Das könnte die Grasnarbe schädigen.
  4. Am besten bewegen Sie das Gerät erst in Längs- und dann in Querbahnen über den Rasen, so erwischen Sie auch wirklich alles. Beim Richtungswechsel den Führungsholm nach unten drücken, damit sich die Messer aus dem Boden ziehen.
  5. Nach dem Vertikutieren ist es sinnvoll, kahle Stellen mit frischen Rasensamen nachzusäen.
  6. Außerdem sollten der Rasen gründlich von gelockertem Rasenfilz und Moos befreit werden.
  7. Damit der Boden besser atmen kann, kann man nach dem Vertikutieren eine etwa zwei Zentimeter starke Schicht Rasenkalk auf den Rasen aufbringen. So wird der Lufthaushalt des Bodens verbessert.

Die beste Zeit fürs Vertikutieren ist das Frühjahr. Wichtig ist, dass der Boden völlig aufgetaut ist, keine harten Frostperioden mehr zu erwarten sind, der Rasen nicht ausgetrocknet ist und die Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad liegen. Bis Mai sollte das Vertikutieren erledigt sein, wenn Sie den Rasen intensiv nutzen, denn einige Wochen Regeneration sollten Sie ihm schon gönnen, bevor sich eine Horde Kinder auf ihm tummelt.

Kombi-Geräte mit Rasenlüfter

Kombi-Geräte sind mit einer wechselbaren Walze ausgerüstet. Bei Bedarf kann man bei diesen Geräten die Vertikutier-Walze gegen eine Lüftungswalze tauschen.

Wolf-Garten VA 303 E - Lüfterwalze
Die Lüfterwalze des Wolf-Garten Vertikutierers.

Beim Lüften stechen Draht-Klingen, die auf einer Walze angeordnet sind, bis zu fünf Zentimeter tief ins Erdreich. Durch diese Öffnungen gelangen Luft und Nährstoffe zu den Wurzeln des Rasens, was wiederum den Bodenlebewesen gefällt.

Um den Rasen zu lüften, brauchen Sie nicht unbedingt ein motorisiertes Gerät. Bei kleinen Flächen genügen auch mit Draht-Dornen gespickte Walzen (rollender Rasenlüfter, z. B. von Greenkey ) oder Rasenlüfter-Schuhe mit Nägeln an den Fußsohlen.

Wie schon angesprochen ist das Frühjahr, meist der April, der beste Monat zum Vertikutieren. Bei Bedarf kann die Prozedur im Herbst wiederholt werden. Lüften können Sie jederzeit von Frühjahr bis Herbst, auch ohne den Rasen vorher zu mähen, denn dabei werden keine Rasenwurzeln verletzt. Zwei Wochen vor dem Vertikutieren sollten Sie Dünger ausbringen, so kann der Rasen schneller anwachsen.

Verwilderter Rasen braucht durchaus mal zwei Durchläufe. Sie sollten dem Rasen aber eine Erholungspause von zwei Wochen gönnen, bevor sie den zweiten Durchgang starten.

Gelände und Fahrweise

Beim Vertikutieren sollten Sie auf keinen Fall kreuz und quer fahren, wie es mit einem Rasenmäher möglich ist. Das kann besonders bei einer tiefen Einstellung die Grasnarbe beschädigen.

Fahren Sie den Vertikutierer auf keinen Fall rückwärts oder in engen Kurven, sondern immer schön in eine Richtung über die Fläche. Dann immer wieder neu ansetzen. Das Gelände sollten Sie vorher einmal durchharken, wenn viele große Steine an der Oberfläche liegen.

Moos und Rasenfilz

Selbst regelmäßiges Vertikutieren und Lüften nützt wenig, wenn Sie nicht auch die Ursachen für den mehr oder minder starken Mooswuchs beseitigen. Moos ist anpassungsfähiger und genügsamer als Gras. Sie können aber Rahmenbedingungen schaffen, mit denen es Moos schwer hat:

  • Moos liebt nährstoffarme, verdichtete Lehm-Böden
  • Auch saure Böden (Kalkmangel) sind für Moos ideal
  • Schatten und viel Feuchtigkeit lassen Moos sprießen
  • Moos verträgt Hitzeperioden besser als Gras. Verdorrt letzteres, kommt Moos immer wieder zum Vorschein.

Gras hasst Staunässe und möchte lieber auf einem sandigen, leichten Boden mit geringem Lehmgehalt wachsen. Bei schweren Böden könnten Sie Ihrem Rasen eine Drainage spendieren. Hier also ein paar Tipps, wie Sie Moos am besten los werden:

  • Kalk reguliert den pH-Wert des Bodens und macht ihn für Moos unattraktiv
  • Rasen braucht Sonne, nämlich UV-Strahlung und Wärme
  • Nährstoffmangel durch regelmäßiges Düngen beheben
  • Vermeiden Sie Rasenflächen, die dauerhaft verschattet sind
  • Rasen muss abtrocknen können: Entfernen Sie Herbstlaub zügig
  • Staunässe schadet der Grasnarbe, lockere, drainierte Böden helfen
  • Kurz-Schnitt meiden: 4,5 cm Halmlänge braucht die Pflanze für ihre Photosynthese

Rasenfilz entsteht, wenn Mulch, also Mährückstände und andere abgestorbene Pflanzenteile auf der Fläche zurückbleiben. Davon entsteht sehr viel, wenn Sie den Rasen mulchen, das heißt das kurze Schnittgut einfach liegen lassen. Wenn bei Ihnen ein Mähroboter alle zwei Tage fährt, entsteht ebenfalls solcher Mulch.

Komplett verdrängen lässt sich Moos nur schwer

Grundsätzlich ist daran nichts falsch, das Schnittgut verrottet und bringt dem Boden wieder ein paar Nähstoffe zurück. Allerdings verrottet der Schnitt nicht vollständig, je nach Feuchtigkeit, Rasenhöhe und -dichte bleibt Material zurück.

Wenn das zu viel wird, saugt dieser Rasenfilz Feuchtigkeit auf und behindert die Versorgung der Gräser mit Wasser, Luft und Nährstoffen. Das schwächt das Gras und Unkraut und Moos nehmen Überhand.

Aufbau, Sicherheit, Wartung

Vertikutierer aus dem Baumarkt oder dem Online-Handel werden in mehr oder weniger kompakten Kartons geliefert. Sie müssen vor dem Einsatz zusammengebaut werden, was aber in der Regel einfach und schnell geht: Es müssen lediglich die Lenkholme mit Flügelschrauben und gegebenenfalls Schnellspannern zusammengesetzt werden. Dazu kommt mitunter noch ein Schaltgriff und etwas Befestigungsmaterial. Der Fangkorb, sofern mitgeliefert, ist ein Kunststoff-Gewebe, in das ein Gitter-Rahmen eingesetzt wird.

Wie beim Rasenmäher muss der Vertikutierer sofort stillstehen und den Motor abschalten, wenn der Bediener den Führungsholm nicht mehr berührt, beispielsweise bei einer Bewusstlosigkeit während des Vertikutierens. Das übernimmt der Totmannschalter, der meistens als Bügel am Führungsholm angebracht ist.

Pflichtprogramm: Totmannschalter, Motor läuft nur weiter, solange der Bediener den roten Hebel festhält.
Totmannschalter: Der Motor läuft nur, solange der Bediener den roten Hebel festhält.

Elektro-Vertikutierer sind weitgehend wartungsfrei. Bei Ihnen sollten Sie vor dem Abstellen nur mit einem Lappen die Messer ölen, damit sie nicht rosten.

Benzin-Geräte sind Viertakter und tanken Super-Benzin von der Tankstelle. Teure herstellereigene Sorten sind nicht nötig. Außerdem müssen Sie vor dem Betrieb die passende Menge Motoröl einfüllen und den Ölstand später regelmäßig kontrollieren.

Füllen Sie nicht irgendein Motoröl nach, sondern nur die vom Hersteller empfohlene Sorte. Anders als beim Benzin kann falsches Motoröl erheblichen Schaden anrichten. Ein Liter kostet ungefähr 10 Euro. Beim Benzin-Motor gibt es weitere Verschleißteile wie Zündkerze, Vergaser oder Auspuffanlage.

Alle Vertikutierer lassen sich zusammenklappen, richtig platzsparend sind nur AL-KO und Wolf-Garten.
Alle Vertikutierer lassen sich zusammenklappen, richtig platzsparend sind aber nur AL-KO und Wolf-Garten.

Der typische Vertikutierer wird zweimal im Jahr genutzt und steht die restliche Zeit im Gartenhaus. Daher sind kompakte Verstau-Maße nützlich.

Alle Geräte im Test sind mit klappbaren Lenkholmen ausgerüstet. Nach dem Lösen der Flügelschrauben kann das Gestänge zusammengefaltet werden.

Die AL-KO und Wolf-Garten-Geräte können deutlich platzsparender zusammengeklappt werden, als Viking. Sie sind dann nur 56 cm tief und 60 cm hoch. Viking ist dann immer noch 84 cm lang und 65 cm hoch.

Viking / Stihl LB540 - Vielleicht als gemeinschaftliche Anschaffung mit Nachbarn?

Testsieger: Viking LB540

Der Viking LB540 konnte uns von allen getesteten Geräten am meisten überzeugen. Für große Flächen ist er ideal, kleine Gärten sind für ihn natürlich auch kein Problem, doch da muss jeder selbst wissen, ob ihm das den Preis von knapp 500 Euro wert ist.

Testsieger

Viking LB540

Solider, langlebiger und komfortabler Vertikutierer für große Flächen und häufigen Einsatz.

Ein Zusammenbau war nicht nötig, wir haben die Maschine direkt von einem Fachhändler abgeholt und dort sogar eine Einweisung erhalten. Hier wurden auch gleich Öl und Benzin aufgefüllt.

Der LB540 wird aber auch bei Online-Händlern geführt. Wegen des hohen Gewichts von 33 Kilogramm wird das Gerät allerdings per Spedition auf einer Palette angeliefert.

Garten-Test

Aufgrund von Nährstoffarmut, Kalkmangel und mangelnder Pflege wird der Rasen unseres Test-Garten sehr stark von Moos geplagt. Einige besonders feuchte und schattige Bereiche bestehen hier aus deutlich mehr Moos als Gras – ein echter Härtetest also für unsere vier Vertikutierer.

Viking / Stihl LB540 im praktischen Einsatz beim Autor
Viking LB540 im Einsatz.

Der Viking LB540 wird ohne Fangkorb ausgeliefert, er kann aber unter der Produktbezeichnung AFK 050 dazu gekauft werden. Wenn das denn überhaupt nötig ist, denn die anderen Geräte offenbarten schnell: Ein Fangkorb ist, zumindest in unserem Fall mit viel Moos auf sandigem Boden, völlig fehl am Platz.

Denn schon nach wenigen Metern Fahrt mit tief versenkten Messern ist der Korb gefüllt. Nicht nur mit Moos, sondern vor allem mit Sand und Steinen. Die wollen wir aber auf der Fläche belassen. Da bleibt nichts anderes übrig, als die Fahrt ohne den Korb fortzusetzen, und anschließend mit dem Eisen-Rechen Moos und Rasenfilz manuell aufzusammeln.

Während die Elektro-Vertikutierer von Wolf-Garten und AL-KO grundsätzlich keine Schwierigkeiten mit dem leichten Sandboden haben, bleiben Sie im dichtesten Moos-Gestrüpp aber stecken. Zudem behindert das Kabel die Wendigkeit.

Der Viking hat keinerlei Probleme, auch nicht bei dichtem Mooswuchs

Hier sind der Testsieger aber auch der AL-KO Combi Care 38 P Comfort mit ihren stärkeren Motoren im Vorteil. Der Viking LB540 hat keine Schwierigkeiten, sich mit seinen 150 cm³ gegenüber den 53 cm³ des AL-KO durchzusetzen. Während der Combi Care 38 P im dichten Moos stecken bleibt rauscht Viking einfach durch – und das mit der tiefsten Messer-Einstellung.

Stabilität und Wertigkeit

Der Viking kommt mit einer Karosserie aus »schlagzähem, hitze- und UV-beständigem Polymer« daher, wie es in der Produktbeschreibung heißt. Auf gut deutsch ist das ein schweres, hartes Plastik-Chassis, das durch Metallstreben verstärkt ist. Ein punktuelles Durchbiegen oder Eindrücken ist damit nicht möglich. Ebenso ist der Kunststoff unempfindlicher gegenüber Kratzern.

Viking / Stihl LB540 - Führung des Bowdenzuges der Höhenverstellung
Viking LB540 – Führung des Bodenzuges der Höhenverstellung.

Sicher, der Viertakt-Motor mit seinen 150 m³ trägt einiges zum Gewicht des LB540 bei, doch auch die Karosserie wiegt einiges. Die Räder aus dickem Kunststoff machen einen robusten Eindruck, bei den dünnen Rädern von AL-KO war das nicht so.

Der Lenk-Holm ist nach ähnlichem Prinzip aufgebaut wie auch bei AL-KO und Wolf-Garten. Die Qualität ist jedoch besser, was am höheren Gewicht, am größeren Durchmesser und an besseren Flügelschrauben liegt. Die bessere Qualität sticht sofort ins Auge.

Im Vergleich zu unserem Testsieger fällt die Fertigungsqualität der anderen getesteten Geräte weit ab. Meist bestehen sie aus weicherem Polyprophylen (PP). Besonders der Combi Care 38 P Comfort fiel hier im Test negativ auf. Sein Polyprophylen-Chassis ist mit dem schweren Benzin-Viertakter überfordert: Das Lenk-Gestänge verwindet und das Chassis verzieht sich im Bereich der Holm-Befestigung. Das sorgt nicht nur für einen verminderten Qualitätseindruck, sondern schmälert auch unseren Eindruck über die Langlebigkeit des Gerätes.

Bedienung und Komfort

Das Arbeiten mit dem Viking macht mehr Freude als mit einem der anderen Geräte. Das liegt einerseits an der genannten Stabilität und Wertigkeit, aber auch an der guten Wendigkeit, die wir dem Gerät zuerst gar nicht zugetraut hätten, schließlich wiegt es satte 33 Kilogramm.

Dennoch lässt sich der Viking einfach rückwärts ziehen, um die Messer aus dem Boden zu heben – selbst wenn wir ihn etwas ankippen. Der dicke Gummi innen an der Heck-Klappe erweist sich als flexibel, wenn er über den Boden schleift. Er dämpft zudem Steinschläge, denn von der Walze werden gerne mal Steine gegen die Klappe geschleudert.

Die AL-KO-Geräte lassen sich nicht so komfortabel rückwärts ziehen. Die Heck-Räder sind winzig und die Klappe stört.

Viking / Stihl LB540 - bequeme Höhenverstellung am Holm. Das war einzigartig im Testfeld.
Viking LB540 – bequeme Höhenverstellung am Holm. Das war einzigartig im Testfeld.

Wenn wir die Messer heben oder senken wollen, müssen wir beim Viking nicht wie bei AL-KO und Wolf-Garten nach vorne an die Räder gehen. Ein Hebel sorgt für eine bequeme Höhenverstellung bei laufendem Motor, an dem auch die Arbeitstiefe eingestellt werden kann. Die anderen Geräte gehen aufgrund des Totmannschalters jedes Mal aus, sobald man den Hebel loslässt.

Aufgrund dieser Funktion müssen wir bei der Überquerung von Gehwegen oder anderen Untergründen den Vertikutierer nicht anheben und über die Hinterräder schieben. Bei AL-KO und Wolf-Garten ist das ständig nötig, denn wer stellt schon den Motor ab, nur wenn mal eben ein Gehweg überquert wird.

Nachteile?

Der Viking LB540 ist ein wuchtiges, schweres Gerät – das muss es zur Gewährleistung der Gehäusestabilität mit dem starken Verbrenunngsmotor aber auch sein. In Sachen Wendigkeit hatten wir aber wie gesagt keine Probleme.

Was bleibt, ist ein deutlich größerer Abstellplatz als bei den AL-KO– und Wolf-Garten-Geräten. Der Lenk-Holm kann wie bei den Kontrahenten zusammengefaltet werden, danach ist der Viking aber immer noch 84 Zentimeter lang und 65 cm hoch. AL-KO und Wolf-Garten sind fast 30 Zentimeter kürzer, wenn sie abgestellt werden.

Stihl verkauft den Fangkorb mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern separat. Das ist kein Nachteil für jeden: Wir mit unserem sandigen, stark vermoosten Boden haben alle Vertikutierer ohne Fangsack fahren lassen. Der Grund: Die Auffangbehälter sind viel zu schnell voll und die enormen Mengen an Sand wollen wir auf der Fläche lassen. Damit kamen wir um das Zusammenrechen mit der Eisenharke ohnehin nicht herum. Wenn ein Fangkorb für Sie aber wichtig ist, müssen Sie zusätzlich nochmal knapp 80 Euro einkalkulieren.

Viking LB540: Was sagen die anderen?

Es gibt nur wenige Testberichte vom Viking LB540, das Elektro-Schwestermodell LE540 scheint bei den Redaktionen in den vergangenen Jahren beliebter gewesen zu sein.

Die Kollegen vom Do-it-Yourself-Online-Magazin Selbst ist der Mann (04/2014) haben den Benzin-Vertikutierer Viking LB540 ausprobiert und ihr Fazit war einstimmig positiv:

»Leistungsstark und gründlich; Arbeitstiefe und Transportstellung bequem am Holm verstellbar; Lässt sich gut schieben und lenken.«

Sobald weitere Tests verfügbar sind, tragen wir sie hier für Sie nach.

Alternativen

Für viele wird unser Testsieger schon allein aufgrund seines Preises nicht der richtige Vertikutierer sein. Wenn Sie lediglich kleine Flächen zu bearbeiten haben, ist auch unsere Alternative von AL-KO ausreichend.

Gut & günstig

AL-KO Combi Care 38E Comfort

Günstig, mit Lüfter-Walze, für kleine Flächen.

AL-KO hat mit dem Combi Care 38E Comfort einen wendigen Vertikutierer für kleinere, übersichtliche Gärten im Programm. Sicher, das Kabel wird immer wieder zum Handicap, vor allem bei verwinkelten Gärten. Hier wünscht man sich schnell eine dritte Hand, die das Kabel verlegt, während man den Vertikutierer führt.

Der E-Motor hat ausreichend Kraft für kleine bis höchstens mittlere Flächen von bis zu 600 Quadratmetern, für den Dauergebrauch ist er nicht gemacht. Ideal sind zwei bis sechs Einsätze pro Jahr.

Für den geringen Preis kann man keine Industriequalität erwarten. Der Combi Care 38E Comfort – aber auch das Benzin-Schwestermodell Combi Care 38 P – bestehen komplett aus Kunststoff. Der ist leider weder sonderlich hart, noch besonders schlagfest oder UV-beständig. Hier ist Viking klar im Vorteil.

Hinzu kommen dünne und kleine Heck-Räder. Der im Vergleich zum Testsieger eher klapprige Lenk-Holm ist für die leichte Elektro-Version in Ordnung, mit der schweren Benzin-Version ist er aber überfordert.

Das geringe Gewicht von nur 15 Kilogramm beschert dem Combi Care 38E Comfort immerhin eine gute Führung, die Befestigung des Lenk-Holmes ist höhenverstellbar (verschraubt) und auf das Gewicht der Elektroversion abgestimmt.

Außerdem getestet

Die beiden hier aufgeführten Geräte konnten uns leider nicht zu hundert Prozent überzeugen. Für den ein oder anderen mag eines der Geräte aber dennoch Sinn machen.

AL-KO Combi Care 38P Comfort

Dort, wo der Combi Care 38E mit seinem niedrigeren Gewicht eine gerade noch akzeptable Vorstellung liefert, da wirkt der Combi Care 38P Comfort überfordert: Es handelt sich um das gleiche Chassis wie bei der Elektro-Variante, hier muss es aber den schweren Benzin-Motor tragen. Das Lenk-Gestänge ist zu schwachbrüstig für den schweren Motor. Es verwindet sich beim Manövrieren ständig. Die Verankerung der Holme hätte hier außerdem stärker ausfallen müssen, als bei der Elektro-Variante. Das kann natürlich über viele Nutzungsjahre hinweg gut gehen, wahrscheinlich ist aber, dass der Kunststoff irgendwann porös wird und der Lenk-Holm einfach ausbricht.

Schade, denn ohne diesen Konstruktionsmangel hätten wir den günstigen Benziner empfehlen können. Der Motor ist kräftiger als die Elektro-Version und arbeitet sich auch durch schwieriges Gelände. Dabei springt er leicht an, rattert aber lauter als der Testsieger Viking.

Wolf-Garten VA 303 E

Der Wolf-Garten VA 303 E ist von Seiten der Qualität, Gerätedimension und Leistung dem AL-KO Combi Care 38E sehr ähnlich, was auch preislich sichtbar wird. Der VA 303 E ist somit ebenfalls ein günstiger Einsteiger-Vertikutierer für kleine Flächen bis 600 Quadratmeter.

In dicken Moos-Belägen bleibt der E-Motor stecken, das geht dem AL-KO Combi Care 38E auch so. Wolf-Garten legt seinem Gerät eine Lüftungswalze bei, so wie das auch bei den AL-KO-Modellen der Fall ist. Sie kann ebenfalls ohne Werkzeug entfernt und befestigt werden.

Im Zweifel würden wir von diesem Wolf-Garten-Modell abraten, denn es hat gegenüber dem AL-KO-Kontrahenten drei Nachteile: Die Arbeitsbreite beträgt statt 38 nur 30 Zentimeter. Der Fangkorb ist mit 35 Litern kleiner und es gibt keinen Sicherheitsanzeiger für eine korrekt eingesetzte Walze.

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