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Der beste Wischroboter

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Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Der beste Wischroboter für die meisten ist für uns der Medion MD 18379. Zum ersten Mal erlebten wir mit diesem Gerät einen tatsächlichen Nutzen durch einen Wischroboter, denn wir müssen nicht andauernd das Wasser nachfüllen, den Reinigungslappen erneuern oder das Gerät andauernd zur Ladestation tragen. Er reinigt ohne Unterbrechung einen großen Raum von bis zu 40 Quadratmetern und das mit einer Akkuladung und einer Tankfüllung Frischwasser. Durch das Prinzip der rotierenden Bürste mit Absaugung des Schmutzwassers ist das Reinigungsergebnis deutlich besser als bei der Konkurrenz, die den Schmutz oft nur verteilt.

Update 15. Mai 2019

Wir haben den Wischroboter Medion MD 18379 getestet und sind begeistert: Das Gerät überzeugte uns mit seiner langen Akku-Laufzeit, der sinnvollen Bedienung sowie der guten Reinigungsleistung und ist deshalb unser neuer Favorit.

Neben reinen Saugrobotern kommen neuerdings immer mehr Geräte auf den Markt, die entweder zusätzlich eine Wischfunktion integriert haben oder sich ganz aufs Feuchtwischen spezialisiert haben. Wir haben sechs davon getestet.

Preislich liegen die getesteten Geräte zwischen 250 und 450 Euro und sind damit nicht gerade günstig. Wir waren vor den jeweiligen Tests immer gespannt, wie gut sie ihre Arbeit machen. Die kleinen Roboter schlugen sich mehr oder minder passabel, so richtig gut war aber nur unser Testsieger.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Medion MD 18379

Wischroboter Test: Medion Md 18379
Vor allem für die Reinigung einer ganzen Etage ist der MD 18379 dank des großen Tanks und der langen Laufzeit super geeignet.

Der Medion MD 18379 hat uns auf Anhieb überzeugt, denn er bringt erstmals echten Komfort und spart Zeit. Im Test reinigte er ohne Unterbrechung einen großen Raum von fast 40 Quadratmetern. Nach einer tollen Laufzeit von 87 Minuten ist das Schmutzwasser schwarz und das Reinigungsergebnis deutlich besser als bei den Konkurrenten, die den Dreck einfach nur verteilen.

Medion bringt einige clevere Navigationsmodi mit, wie die 25-Quadratmeter-Reinigung, bei der eine Fläche von 5 × 5 Metern gereinigt wird. Der Tank lässt sich einfach vom Roboter entkoppeln und befüllen bzw. entleeren.

Wischen & Saugen

Ecovacs Deebot Ozmo 610

Der Deebot Ozmo 610 von Ecovacs ist super, wenn es ums Wischen geht. Seine Reinigungswirkung ist zwar nicht so gut wie beim reinen Wischroboter iRobot Braava 390t, aber uns gefällt, wie der Ozmo 610 Wischen und Saugen abwechselnd erledigt – und das mit kleinstem manuellen Aufwand und auf Wunsch auch zeitgesteuert.

Vorne saugt der Ozmo ganz in Manier eines Saugroboters, hinten wischt er mit dem feuchten Lappen nach. Das Ergebnis sind gepflegt aussehende Böden, die wieder glänzen an fast allen Ecken und Winkeln der gesamten Etage. Den Wischtank kann man bei Bedarf aber auch einfach herausnehmen, dann arbeitet der Ozmo als einfacher Staubsaugerroboter ohne Wischfunktion.

Der iRobot Braava 390t ist ein reiner Wischroboter, der entweder nass wischt oder trocken mit einem Staubtuch herumfährt. Durch Links-Rechts- und Vor-Zurück-Bewegungen nimmt das Putztuch mehr Schmutz auf als die Kombi-Sauger und liefert damit bessere Reinigungsergebnisse.

Eine perfekt saubere Fläche bei jedem Fleck sollten Sie jedoch auch hier nicht erwarten. Wischeimer und Mopp können Sie nach dem Erwerb des Braava außerdem nicht zum Sperrmüll geben.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerWischen & SaugenFlüsterleise
Modell Medion MD 18379 Ecovacs Deebot Ozmo 610 iRobot Braava 390t ILIFE Beetles V80 Ecovacs Deebot Ozmo Slim 10 Sichler PCR-8500LX
Wischroboter Test: Medion Md 18379Test Staub­sauger-Roboter: Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610Test Staubsauger & Wisch-Roboter: iRobot Braava 390tTest Staubsauger-Roboter: Ecovacs Robotics Deebot Ozmo Slim 10Test Staub­sauger-Roboter: Sichler / Pearl PCR-8500LX
Pro
  • Große Wassertanks (0,85 bzw. 0,9 Liter)
  • Besseres Reinigungsergebnis als bei den Konkurrenten
  • Leichtes Entleeren, Befüllen, Reinigen
  • Clevere Navigationsmodi
  • Starke Laufzeit von 87 Minuten
  • Findet zuverlässig seine Basis
  • Große Flächenleistung beim Wischen
  • Wischenheit komplett entfernbar
  • Gründlicher beim Wischen als die Kombi-Geräte
  • Fast unhörbar leise
  • Wenig Störungen (keine Bürsten)
  • Gründlich auf der ganzen Etage
  • Wischt sehr nass
  • Sehr flach
  • Saugen und Wischen gleichzeitig
  • Echte Wasserpumpe
  • Ohne Bürstenwalze, keine Verfilzungen oder aufgewickelten Haare
  • Wischeinheit komplett entfernbar
  • Kann dank Sprühsystem nie tropfen
Contra
  • Manuell in die Ladestation setzen
  • Punktuell zu viel Restwasser auf der Fläche
  • Teppich und Übergänge sind nicht seine Stärke
  • Nicht für hartnäckigen Schmutz, eher für Staub und Glanz
  • Kleiner Wassertank von nur 0,3 Litern
  • Manuelles Einsetzen in Ladestation
  • Findet nicht alle Ecken
  • Winziger Wassertank, häufiges Nachfüllen
  • Etagenreinigung nur mit zusätzlichen NorthStar-Cubes
  • Saugen und Wischen in zwei Arbeitsschritten
  • Wischtuch drückt nicht gleichmäßig auf den Boden
  • Nicht für hartnäckigen Schmutz, eher für Staub und Glanz
  • Winzige Staubbox
  • Schmutz rieselt heraus, wenn zu voll
  • Nicht besonders stabil
  • Ungeeignet für Teppich
  • Nicht für hartnäckigen Schmutz, eher für Staub und Glanz
  • Findet Station sehr oft nicht
  • Keine Zeitsteuerung
  • Sprüht nicht mehr, wenn Tank zu 3/4 leer ist
  • Surrendes Arbeitsgeräusch
  • Schlechte Saugleistung
  • Fährt nicht über flache Teppiche oder Läufer
Bester Preis
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Was Sie über Wischroboter wissen sollten

Wischroboter sind meistens Saugroboter mit zusätzlicher Wischfunktion, es gibt aber auch Geräte, die nur wischen. Kombi-Geräte mit Wischfunktion haben zusätzlich zur Funktionalität des Saugroboters  einen Wassertank und einen Wisch-Unterbau.Das ist letztlich nichts anderes als ein flaches Brett, an dem ein Putzlappen angebracht wird. Das Wasser strömt selbständig aus dem Tank aus oder wird über eine Pumpe tropfenweise auf auf den angebrachten Lappen gebracht.

Medion MD18379: durch diese Düsen gelangt das Frischwasser auf den Fußboden
Medion MD 18379: Durch die Düsen gelangt das Frischwasser auf den Fußboden.

Eine dritte Möglichkeit des Wasserauftrags sind Sprühdüsen. Sie spritzen alle paar Sekunden Wasser auf den Boden. Der nachfahrende Wischlappen verteilt es bzw. die Putzrolle nimmt es auf.

Der Tank von Wischrobotern ist meistens entnehmbar, damit man ihn am Waschbecken bequem nachfüllen kann. Nur selten ist er fest im Gerät eingebaut.

Medion MD18379: der Wischroboter besteht aus zwei Teilen, den Tanks und dem Roboter.
Medion MD 18379: Der Wischroboter besteht aus zwei Teilen – den Tanks und dem Roboter.

Wie gut ist das Wischergebnis?

Während die saugenden Kollegen Staub, Sand oder Haare aufnehmen, kümmern sich die Wischroboter um die Oberfläche: Durch ein feuchtes Wischen wird der letzte Rest Staub beseitigt und die Oberflächen bekommen einen schönen, sauberen Glanz.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
iRobot Braava 390t: Der Spezialist für Wischarbeiten arbeitet fast unhörbar leise.

Mehr sollten Sie nicht erwarten: Fettige, klebrige oder gar trockene Flecken, die einweichen müssen, packt weder ein Kombi-Gerät noch ein spezialisierter Wischroboter wie der Braava 390t. Hier wird einfach mehr mechanische Kraft benötigt als ein 3 bis 4 Kilogramm schweres Gerät leisten könnte.

Medion bearbeitet mit seiner rotierenden Reinigungsrolle hartnäckigen Schmutz mechanisch, mangels Einweichzeit und punktueller Bearbeitung ist das Ergebnis aber auch hier nicht perfekt.

Medion MD18379: hinter der Reinigungsrolle zieht eine Wischlippe das Wasser ab
Medion MD 18379: Hinter der Reinigungsrolle zieht eine Wischlippe das Wasser ab.

Das bedeutet im Klartext, dass Sie für den täglichen Gebrauch einen Wischroboter fahren lassen können, für die Grundreinigung – bis in die Ecken und unter jeden Schrank – wird aber weiterhin Ihr Wischmopp zuständig sein.

Was ist mit Teppich?

Einige Wischroboter fahren auch über Teppich, andere streiken. Das hängt von der Konstruktion ab: Der Braava 390t liegt mit seinem ganzen Gewicht auf dem Putzlappen und schiebt sich so über Fliesen, Parkett oder Linoleum. Das trägt zur brauchbaren Reinigungswirkung bei.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Auf Textil fährt der iRobot Braava 390t nicht weiter.

Textile Beläge, auch wenn sie flach sind, sind für ihn aber unüberwindliche Hindernisse. Der Roboter schiebt sich zwar erstmal auf den Teppich, macht aber kehrt, wenn er den zu hohen Widerstand des Untergrunds bemerkt.

Kombi-Geräte, die saugen und wischen, könnten dagegen meistens über flache Bodenbeläge oder Räume mit Auslegware fahren. Das ist beim Deebot Ozmo 610, beim Deebot Ozmo Slim 10 und beim iLife Beetles V80 der Fall. Vor dem Kauf sollten Sie genau auf die Angaben zu den geeigneten Bodenbelägen achten.

Medion MD18379: flache Teppiche oder auch diese Kamin-Glasplatte sind Hindernisse und werden nicht überfahren
Medion MD 18379: Flache Teppiche oder auch diese Kamin-Glasplatte sind Hindernisse und werden nicht überfahren.

Verbrauchsmaterial, Wartung & Bodenschäden

Wischroboter reinigen mit Nasswisch-Mikrofasertüchern bzw. Reinigungsrollen (Medion), die Sie speziell für Ihr Modell kaufen müssen. Solche Mehrwegtücher bzw. -rollen können Sie mit der Hand oder in der Waschmaschine auswaschen und über viele Wochen verwenden.

Im 3er-Set kosten entsprechende Tücher je nach Hersteller 13 bis 20 Euro. Bei starkem Gebrauch werden Sie mindestens 15 Stück im Jahr benötigen. Die Reinigungsrolle für den Medion MD 18379 kostet 15 Euro, bei häufigem Einsatz werden sie vielleicht vier pro Jahr benötigen. Die Wischlippe für den Medion kostet 20 Euro (eine pro Jahr).

Medion MD18379: die Reinigungsrolle muss regelmäßig von aufgewickelt Haaren befreit und gereinigt werden
Medion MD 18379: Die Reinigungsrolle muss regelmäßig von aufgewickelt Haaren befreit und gereinigt werden.

Hinzu kommt der Wechsel von Seitenbürsten, Walzenbürste und HEPA-Filter. Ein 4er-Set Seitenbürsten gibt es für den Deebot Ozmo beispielsweise für rund 10 Euro, der Feinstaubfilter kostet um die 20 Euro. Rechnen Sie mit mindestens einem Austausch pro Jahr.

Am besten schon vor dem Kauf prüfen, welche Verbrauchskosten auf Sie zukommen

Wie bei den einfachen Staubsaugerrobotern müssen Seiten- und Walzenbürste regelmäßig von eingedrehten Haaren und ähnlichem befreit werden. Den Wassertank sollten Sie alle drei Monate mit Essig oder einer speziellen Reinigungsflüssigkeit von innen reinigen.

Wischroboter haben einen Tank mit 120 bis 850 Milliliter Wasser. Das ist zu wenig, um die Wohnung zu überschwemmen.

Dennoch: In ungünstigen Fällen, etwa wenn sich die Seitenbürsten in einem dünnen Kabel verheddern, kann der Roboter mit dem nassen Wischtuch liegenbleiben. Dann nässt der Lappen stundenlang den Boden voll. Fliesen oder Kunststoffbelägen passiert dabei nichts, bei Holzdielen oder Echtholzparkett können Wasserflecken aber bleibende Schäden anrichten. Das ist auch der Fall, wenn der Roboter mit dem nassen Lappen in die Ladebucht einfährt oder nach der Arbeit auf einem Holzfußboden stehen bleibt.

Damit das von Anfang an ausgeschlossen ist, sollten Sie bei Robotern mit Wischfunktion die Ladebasis auf Fliesen oder einer wasserunempfindlichen Unterlage platzieren. Ist der Wischroboter aktiv, sollten Sie außerdem zeitnah wieder in der Wohnung sein, um ihn gegebenenfalls nach einer Störung zu befreien und den nassen Putzlappen zu entfernen.

Medion MD18379: fährt nicht in die Ladestation hinein, er muss manuell eingesetzt werden.
Der Medion MD 18379 fährt nicht in die Ladestation hinein, er muss manuell eingesetzt werden.

Wegen des Nässeproblems verzichten manche Hersteller auf programmierbare Arbeitszeiten. Die Roboter können dann nur manuell gestartet werden, etwa Braava 390t, Medion und Sichler PCR-8500LX. Deebot Ozmo 610, Ozmo Slim 10 und iLife Beetles V80 können hingegen nach Zeitplan fahren und kehren dann zur Ladebasis zurück.

So haben wir getestet

Für den Test haben wir uns sechs Wischroboter beschafft und einem Vergleichstest unterzogen. Neben dem Medion MD 18379 hatten wir Deebot Ozmo 610 und Deebot Ozmo Slim 10, sowie Beetles V80 von iLife und Sichler PCR-8500LX im Test, außerdem den superleisen Wischroboter Braava 390t von iRobot.

Die wichtigste Frage: Spricht die Kosten-Nutzen-Relation für den Roboter? Sind wir mit dem Wischmob schneller, gründlicher und sauberer unterwegs?

Um diese Frage für jeden Roboter zu beantworten, haben wir uns eingehend mit den Geräten beschäftigt, sprich wir haben sie in unserem Haushalt eingesetzt. Dabei haben wir uns selbst folgende Fragen beantwortet:

Wie viel Aufwand macht die Bedienung des Gerätes? Mit dem Wischmob sind wir in unserem Erdgeschoss innerhalb einer halben Stunde fertig, inklusive Befüllen des Eimers und Wegräumen des Werkzeugs. Der Roboter braucht natürlich länger und ist dabei nicht so gründlich:

Er kommt nicht in jede Ecke und er stellt auch nicht mal eben den Stuhl beiseite. Für eine Fahrt, die fast alles abdeckt, müssten Sie also alle Stühle hochstellen und den Fußboden ordentlich aufräumen. Das müssen Sie beim Wischmob auch, aber eben nicht so konsequent.

Der Wischroboter, muss für seine Fahrt in Position gebracht und eben dort wieder eingesammelt werden – es sei denn, er fährt aus seiner Ladestation los.

Wieviele Programme gibt es und wie stelle ich diese ein? Roboter haben mehr oder minder viele Programme, die per Taste am Gerät, auf der Fernbedienung oder in der App ausgewählt werden. Gerätetasten und Fernbedienungen haben sich als praxistauglicher erwiesen, denn niemand hat Lust beim Putzen auf dem Smartphone herumzufummeln. Die Geräte sollten mindestens eine Punktreinigung, einen Flächenmodus und eine Rand- und Eckenfahrt bieten.

Wie oft muss Wasser nachgefüllt werden? Wischroboter haben teilweise winzige Frischwassertanks. Diese müssen, zumindest nach jeder Fahrt, nachgefüllt werden. Unser Testsieger von Medion meldet sich per Sprache, wenn der Tank leer ist.

Wieviel Zeit nimmt die Reinigung der Tanks bzw. der Wischtücher in Anspruch? Auch wenn nur Frischwasser eingefüllt wird, muss so ein Tank alle paar Monate mit Reinigungsmittel oder Essig gespült werden.

Gibt es einen Schmutzwassertank, – unter den Testgeräten hatte bisher nur der Medion MD 18379 einen – dann sollte der jedesmal nach Arbeitsabschluss und außerdem alle 2-3 Wochen mit einem Reinigungsmittel gespült werden. Die Wischtücher können in der Regel mit der Hand durchgespült und teilweise in der Waschmaschine gewaschen werden.

Im Test mussten sich die Roboter auf Fliesen und auf Parkett beweisen. Die punktuelle Reinigung haben wir auf den Fliesen ausprobiert und dafür einmal Schokolade und einmal Quark auf den Fußboden geschmiert. Wir wollten wissen, wie gut die Roboter solche Schmutzstellen, die schon etwas eingetrocknet und fettig sind, beseitigen.

Testsieger: Medion MD 18379

Unsere Nummer Eins der Wischroboter kommt derzeit von Medion. Der MD 18379 fährt mit seiner 87-minütigen Laufzeit große Bereiche ab, zieht keine Schlieren und hat durch den Frisch-/Schmutzwassertank einen deutlich größeren Reinigungseffekt.

Testsieger

Medion MD 18379

Wischroboter Test: Medion Md 18379
Vor allem für die Reinigung einer ganzen Etage ist der MD 18379 dank des großen Tanks und der langen Laufzeit super geeignet.

Die Bedienung ist simpel, wie es sein soll: Am Gerät oder alternativ auf der Fernbedienung wählen Sie zwischen Punktreinigung (80 × 80 Zentimeter im Quadrat), Flächenmodus (25 Quadratmeter, 5 x 5 Meter im Rechteck), Wand- oder Automatikreinigung. Letzteres haben wir am häufigsten eingesetzt, bei diesem Modus werden auch angrenzende Räume befahren.

Im Automatik-Modus fährt der Roboter zuerst 6 Meter geradeaus, um dann nach rechts in Bahnen den ganzen Raum abzuarbeiten. Sobald der Roboter sich 5 Meter nach rechts bewegt hat, kommt er zurück zur Ausgangsposition und versucht sich an Fahrten nach links. Auf diese Weise kann der Medion MD 18379, wenn Sie ihn in der Mitte des Raumes aufstellen, den kompletten Raum und gegebenenfalls angrenzende Nachbarräume abarbeiten.

Medion MD18379: bei der Punktereinigung wird ein Quadrat von 80 × 80 cm gereinigt
Medion MD 18379: Bei der Punktreinigung wird ein Quadrat von 80 × 80 Zentimetern gereinigt.

Bei der punktuellen Reinigung wird ein Quadrat von 80 × 80 Zentimetern etwa 60 Sekunden lang gereinigt. Mit dem Flächenmodus (für 25 Quadratmeter) mussten wir etwas üben: Der Medion reinigt ein Quadrat von 5 × 5 Metern, das sich vor dem Roboter befindet.
Der Roboter arbeitet sich nach links vor, also 5 Meter geradeaus und 5 Meter nach links. Sind Hindernisse in diesem Bereich, werden sie umfahren, der Fahrtweg wird beibehalten. In angrenzende Räume wird eingefahren und sie werden im Rahmen dieser Flächenbegrenzung gereinigt. Hat der Roboter seine 25 Quadratmeter geleistet, dann fährt er zur Ausgangsposition zurück.

Medion spricht! Der MD 18379 kommuniziert mit einer weiblichen Stimme in Englisch, etwa »please check dirty water tank« oder »cleaning starts soon.« Das ist nützlich, weil wir keine Anzeige studieren müssen, um zu erfahren, welches Problem der Roboter hat oder welchen Status er jetzt erreicht hat.

Der Hersteller liefert eine Fernbedienung mit. Sie bietet die genannten Fahrtmodi sowie eine manuelle Steuerung über Richtungstasten.

Praktischer Test

Wir haben den Medion-Wischroboter mehrere Wochen im eigenen Heim ausprobiert. Vor der Reinigung fuhr in der Regel ein Staubsauger-Roboter, um Haare und Sand von der Fläche zu holen.

Am häufigsten haben wir den Automatik-Modus gefahren, das erschien uns für eine Wohnküche mit angrenzendem Flur und Arbeitszimmer am effizientesten. Wiederholt schaffte der Medion-Roboter eine grandiose Laufzeit von 87 Minuten. Oftmals haben wir ihn innerhalb dieser Zeit zu mehreren Reinigungsaufträgen losgeschickt.

Wenn Sie also drei kleinere Räume von je zehn Quadratmetern haben, könnte eine Akkuladung genügen, und sie müssen nur zwischendurch einmal Wasser nachfüllen bzw. Schmutzwasser entleeren.

Weil der Schmutzwassertank etwas größer ist der des Klarwassers und weil Frischwasser immer auf der Fläche bleibt, werden Sie typischerweise das Frischwasser eher auffüllen müssen. Den Schmutzwassertank müssen Sie eigentlich erst entleeren, wenn der Medion MD 18379 die kompletten 87 Minuten abgefahren hat.

Medion MD18379: schafft unsere verwinkelte 40 m² Wohnküche mit einer Akkuladung, Frischwasser mussten wir einmal nachfüllen
Der Medion MD 18379 schafft unsere verwinkelte, 40 Quadratmeter große Wohnküche mit einer Akkuladung. Frischwasser mussten wir einmal nachfüllen.

Ganz gleich, ob sie den Flächen- oder den Automatikmodus nutzen: Ränder und Ecken kommen zu kurz. Für eine gründliche Reinigung müssen Sie also nach der Fläche auch mit dem entsprechenden Fahrmodus die Wände abfahren lassen.

In Ecken kann der Medion-Roboter nicht reinigen und um Hindernisse, zum Beispiel ein Stuhlbein, reinigt er mit einem Abstand von 7 Zentimetern. Um einen Raum durchgehend zu reinigen, sollten Sie also die Stühle hochstellen.

Sehr gut hat uns die Zuverlässigkeit gefallen, mit der der Roboter an den Ausgangspunkt seiner Tätigkeit zurückkehrt. Das ist wichtig, denn so können wir ihn bei einem Parkettfußboden auf einen gefliesten Bereich starten und wir werden ihn nach der Arbeit wieder auf den Fliesen wiederfinden.

Medion MD18379: eine solche Fugen-Schiene kann zum Hindernis werden, manchmal fährt er aber auch drüber weg
Medion MD 18379: Eine solche Fugenschiene kann zum Hindernis werden, manchmal fährt er aber auch drüber weg.

Flache Erhöhungen wie Teppiche oder Schmutzfang-Läufer sind für den MD 18379 ein Hindernis und werden nicht überfahren. Anders als Staubsaugerroboter hat dieser Wischroboter aus gutem Grund keine Kletterfunktion. Der Roboter fährt auch nicht auf eine Kamin-Glasplatte. Außerdem können selbst Übergangsleisten, die zwei Fußbodenbereiche trennen, wie beispielsweise Parkett und Fliesen, unter Umständen nicht überfahren werden, auch wenn sie nur einige Millimeter hoch sind.

Reinigungsmittel

Im Handbuch nennt der Hersteller Leitungswasser zum Befüllen des Frischwassertanks. Es gibt jedoch »noch« keine explizite Warnung vor Reinigungszusätzen – noch nicht, denn Medion hat aufgrund zahlreicher Bedienerfehler und unnötiger Reklamationen die Anleitung überarbeitet und weist ab demnächst explizit auf die Nachteile von Putzmitteln hin. Siehe auch unter »Nachteile.«

Stabilität und Wertigkeit

Medion liefert einen stabil gebauten, 3,6 Kilogramm schweren Roboter ab. Schmutz- und Frischwassertanks sitzen nicht etwa in einem Roboter-Korpus, sondern sind ein separater Teil des Gerätes.

Das Tankabteil wird einfach vom Roboter abgeklappt. So bleibt der fahrbare Korpus mit Antrieb, Akku und Steuereinheit übrig, während Sie sich beim Befüllen, Entleeren oder Reinigen ganz allein um die Tankeinheit kümmern können.

Das ist ein Vorteil, denn so können Sie den Tank komplett in die Spüle eintauchen und zum Beispiel mit dem mitgelieferten Flaschenreiniger reinigen. Tankeinheit und Roboter fügen sich sauber und solide ineinander. Der Antrieb macht einen guten Eindruck.

Reinigung und Komfort

Der Roboter muss mit Wasser befüllt und entleert werden, wobei ein Nachfüllen auch während der Reinigung nötig sein kann. Dazu trennen Sie die Tankeinheit vom Roboter und entleeren dann das Schmutzwasser und/oder füllen Frischwasser nach.

Medion verzichtet auf eine App und auf eine Zeitsteuerung, aber nicht auf eine Fernbedienung. Wir begrüßen die Entscheidung, denn die Möglichkeit der Zeitsteuerung würde der Betriebssicherheit widersprechen.

Der Wischroboter fährt schließlich mit fast einem Liter Wasser durch Ihre Wohnung. Er könnte ein Kabel aufwickeln, liegen bleiben und die Wasserlache würde dann stundenlang Ihren Holzfußboden aufquellen lassen. Der Wischroboter soll deshalb unter Aufsicht fahren, auch wenn das nicht heißt, dass zwangsläufig jemand dasitzen und zuschauen muss.

Medion MD18379: über diese Öffnung wird der Schmutzwasser-Tank entleert (0,9 l)
Medion MD 18379: Über die Öffnung wird der 900 Milliliter große Schmutzwassertank entleert.

Der Medion MD 18379 ist der erste Roboter seiner Art in unserem Haushalt, der einen echten Zeitgewinn darstellt. Der Aufwand für die Bedienung (Befüllen, in Position bringen, Ladestation einsetzen) und Reinigung (Schmutzwasser ablassen, Tank & Rolle reinigen) des Gerätes hält sich in Grenzen und wir haben einen sichtbar sauberen Fußboden.

Reinigungsergebnis

Das Reinigungsergebnis kann sich sehen lassen. Durch die Schmutzwasserabsaugung werden auch grobe Schmutzpartikel oder Flusen in den Tank befördert und bleiben nicht auf der Fläche. Schlieren zieht der Roboter keine, denn seine Antriebsräder befinden sich vor der Reinigungsrolle.

Sie müssen nicht zwangsläufig vor dem Wischroboter mit der Hand Staubsaugen oder einen Staubsauger-Roboter fahren lassen. Schaden kann es allerdings nicht. Eine Vorreinigung verhindert, dass sich allzu viele Haare in der Reinigungsrolle aufwickeln.

Die anderen Wischroboter hier im Test schieben oder ziehen lediglich einen feuchten Wischlappen über die Oberfläche und befeuchtet selbigen aus einem winzigen Frischwassertank. Dadurch schieben sie Schmutzpartikel oftmals nur vor sich her und verteilen den Schmutz im ganzen Raum.

Medion MD18379: die Reinigungsrolle muss regelmäßig von aufgewickelt Haaren befreit und gereinigt werden
Medion MD 18379: Die Reinigungsrolle muss regelmäßig von aufgewickelten Haaren befreit und gereinigt werden.

Der Medion geht mit der rotierenden Reinigungsrolle und der Absaugung des Schmutzwassers einen ganz anderen Weg und der führt zu einem sauberen Fußboden – bei weniger Bedienungsaufwand.

Nachteile

Der MD 18379 hinterlässt einen feuchteren Boden, was bei sehr empfindlichen Belägen eventuell ein Problem sein könnte. Speziell bei Kehrtwendungen (U-Kurve) bleibt viel Restwasser auf der Fläche, auch wenn wir nicht von einer Pfütze sprechen würden. Gleiches gilt auch für tiefe Fliesenfugen, es bleiben punktuell kleine Wasserlachen stehen.

Laut Hersteller darf der Medion-Wischroboter nur mit Frischwasser befüllt werden, nicht aber mit destilliertem bzw. demineralisiertem Wasser oder mit Reinigungsmitteln. Der Grund hierfür ist technischer Natur: Die Wasserstandssensoren korrodieren bzw. erkennen die eingefüllte Flüssigkeit nicht mehr. Scharfe Reinigungsmittel sorgen für Korrosion und Destilliertes oder demineralisiertes Wasser verringert den PH-Wert, weshalb die Sensoren dann »kein Wasser im Tank« erkennen.

Bei Putzmittel, destilliertem, demineralisiertem oder zu kalkreichem Wasser sollten Sie vorsichtig sein!

Damit es nach der Verwendung von Putzmittel zu Korrosion kommt, hilft es, den Frischwassertank mit einem halben Teelöffel Speisesalz und Wasser befüllen, ihn gut zu schütteln, dann ruhen zu lassen, wieder zu schütteln und anschließend mit frischem Wasser nachzuspülen. Alternativ kann PH-neutrales Reinigungsmittel benutzt werden.

Der Wischroboter fährt nicht in seine Ladebasis ein, er muss in selbige gehoben werden. Das hat aber auch einen guten Grund: Die Basis hat erhöhte Ränder, damit kein Wasser auf dem Fußboden gelangt. Der MD 18379 ist mit 12 Zentimetern relativ hoch und kommt nicht unter alle Möbel.

Der Medion-Roboter ist im Betrieb deutlich hörbar, denn ein Gebläse saugt das Schmutzwasser ab. Die Lautstärke ist aber ungefähr die unseres Testsiegers bei den Staubsaugerrobotern und der war vergleichsweise leise.

Stoffwalze und Gummilamelle des MD 18379 sollen mit der Hand gereinigt werden und dürfen nicht in die Waschmaschine. Hinzu kommt der regelmäßige Reinigungsaufwand für den Schmutzwassertank. Dafür legt der Hersteller einen Flaschenreiniger bei.

Medion MD 183789 im Testspiegel

Bisher gibt es noch keine relevanten Testberichte zum Medion MD 18379. Sollten wir Tests des Roboters finden, so tragen wir diese hier nach.

Alternativen

Auch wenn der Medion MD 18379 in unserem Test am besten abgeschnitten hat, können wir zwei weitere Wischroboter ebenfalls empfehlen: den Ecovacs Deebot Ozmo 610 und den iRobot Braava 390t. Beide haben ihre Stärken, erzielen aber keine so gute Sauberkeit wie der Medion-Roboter.

Wischen & Saugen

Ecovacs Deebot Ozmo 610

Der Ecovacs Robotics Deebot Ozmo 610 ist weitestgehend ein normaler Saugroboter, hat aber zusätzlich einen Wassertank und eine Pumpe. So kann er gleichzeitig Saugen und Wischen. Wenn Sie die beiden Arbeitsgänge nacheinander wünschen, lassen Sie ihn einfach ohne den Tank fahren, dann saugt er nur. Der Wassertank fasst leider nur 300 Milliliter und wird rückseitig in den Sauger geschoben.

Der Nachteil des Kombigerätes: Bleibt der Roboter beim Reinigen irgendwo liegen, etwa weil er einen Schnürsenkel mit der Bürste aufrollt, bleibt auch der nasse Wischlappen dort liegen – wenn es blöd läuft stundenlang. Im Test konnten wir einmal eine richtige kleine Pfütze entdecken. Das Problem ist nicht die Wassermenge, denn die ist gering. Echtholzlaminat oder Dielen können aber bei langer Standzeit in einer solchen Wasserlache quellen, was unschöne Wasserflecken hinterlässt.

Ansonsten hat der Ozmo 610 viele Vorteile hinsichtlich Bedienung (App, Zeitsteuerung, Fernbedienung), Zuverlässigkeit (Return zur Basis) und Trockensaugfunktion (Walzenbürste: Textil und Hartböden).

Nachteile sind der ziemlich kleine Staubbehälter von nur 380 Millilitern und die nicht perfekte Gründlichkeit beim Saugen einer ganzen Etage mit mehreren Räumen. Bei klebenden Schmutz muss der Ozmo kapitulieren, denn schlussendlich zieht er nur einen Wischmob unter sich her.

Der Profi beim Wischen ist der iRobot Braava 390t. Das handliche Gerät packt zwar nur eine kleinere Fläche von bis zu 33 Quadratmetern mit seiner Tankfüllung von 200 Millilitern, entfernt allerdings teilweise auch den Schmutz, über den die anderen Wischroboter einfach nur drüberfahren. Dabei ist er so leise, dass man ihn im Nebenraum schon nicht mehr hören kann.

Die Reinigungsqualität ist also zweifellos besser, leider aber nicht die Gründlichkeit: Auch wenn der Braava nur in einem kleinen, übersichtlichen Badezimmer von zehn Quadratmetern unterwegs ist, vergisst er regelmäßig einige Bereiche in Ecken oder an den Rändern.

Das Wischen mit Mopp und Eimer wird also auch der Braava nicht ersetzen. Zum einen mangelt es an Gründlichkeit, zum anderen kann auch er keinen hartnäckigen, eingetrockneten Schmutz entfernen.

Theoretisch schafft der Braava 390t mehrere Räume auf einer Etage, nämlich bis zu 93 Quadratmeter, mit einer Akkuladung. In der Praxis funktioniert das jedoch nur mit Unterbrechungen, denn der Tank ist nach spätestens 33 Quadratmetern leer. Das merkt der Braava 390t und fordert zum Nachfüllen auf. Dann geht es an dieser Position weiter.

Wischroboter Test: Testsieger Ecovacs Robotics Deebot OZMO 610.
Northstar Navigation Cube.

Zweitens werden für eine Etage mehrere Northstar Navigation Cubes benötigt, in unserem Falle wären das vier Stück gewesen – einer ist im Lieferumfang dabei. Ohne diese elektronische Orientierungshilfe verliert der Braava die Übersicht und vergisst Räume. Ein Northstar Navigation Cube kostet aber knapp 60 Euro.

Der Braava kann nach der Reinigung zwar nicht in eine Ladebucht einfahren, kehrt aber exakt an den Startpunkt seiner Arbeit zurück. So kann man ihn auch in einem großen, unübersichtlichen Raum schnell wiederfinden. Außerdem kann man den Roboter zum Schutz des Holzfußbodens auf einem gefliesten Bereich starten lassen. Einen Timer gibt es nicht – man muss den Braava immer manuell starten.

Den Handling-Aufwand sollten man dabei nicht unterschätzen. Für die Reinigung des Obergeschosses musste der Tester dreimal nach oben gehen, Wasser nachfüllen, den Lappen auswaschen und den Roboter samt Navigation-Cube in ein anderes Zimmer tragen. Das Wohnzimmer konnte Braava in einem Rutsch reinigen, danach blieb noch genügend Akku-Energie für eine Fahrt im Arbeitszimmer. Leider ist der kleine Wassertank ein Ärgernis, denn die Akkulaufzeit würde locker für eine 50-Quadratmeter-Etage ausreichen.

Aus der Perspektive von Komfort und Zeitersparnis ergibt der Braava 390t nur Sinn, wenn Sie ihn begleitend zu anderen Haushaltstätigkeiten einsetzen. Dann stört das Wassernachfüllen, Lappenauswringen und manuelle Aufladen am wenigsten. Wenn Sie sich nicht so oft um den Roboter kümmern wollen, ist unser Testsieger dagegen die bessere Wahl.

Außerdem getestet

Folgende Wischroboter können wir aufgrund von mehr oder minder starken Nachteilen nicht empfehlen. Entweder sind die Tanks zu klein, das Wischergebnis zu schlecht oder der Bedienungsaufwand zu groß.

Der ILIFE Beetles V80 war im Test überragend gründlich und schaufelt den Schmutz in einen mit 0,75 Litern sehr großen Behälter. Woher nimmt er den Platz dafür? Sein Trick ist die Arbeitsteilung: Zum Saugen schiebt man den Trockentank ein, zum Wischen den Nasstank. Die jeweiligen Tanks enthalten entweder den Staubsaugermotor oder die Wasserpumpe. Unterm Strich keine schlechte Idee, doch im Alltag nervt das stetige Wechseln und das Reinigungsergebnis mit dem auf den Boden schleifenden Wischmob ist eben auch nicht das Gelbe vom Ei.

Der Beetles V80 ist mit seiner direkten Ansaugöffnung optimal für Tierhaare und Hartböden. Teppichböden reinigt er deshalb aber weniger gut. Wie der Testsieger hat der Beetles V80 keine App. Zeitsteuerung und Reinigungsmodus werden auf dem kleinen Display am Gerät eingestellt. Hinzu kommt eine Fernbedienung.

Ecovacs Deebot Ozmo Slim 10

Der Deebot Ozmo Slim 10 ist ein Spezialist für die Reinigung unter Betten, Schränken und Regalen. Er hat mit lediglich 5,7 Zentimetern eine äußerst geringe Bauhöhe – so niedrig ist kein anderer Wischroboter. Mit dem Gerät können Sie auch dort reinigen, wo Sie sonst nur mit Mühe hinkommen. Und der Ozmo Slim kann sogar beides, wischen und saugen!

Leider gibt es aufgrund der niedrigen Bauhöhe nur eine Direktabsaugung und einen Staubbehälter mit lediglich 0,3 Litern Fassungsvermögen. Das nervt im Alltag, denn diese müssen täglich entleert bzw. mit Wasser befüllt werden. Dafür hat der Wassertank aber eine echte Pumpe und der Roboter erledigt Saugen und Wischen in einem Arbeitsgang.

Starken Verschmutzungen oder gar verklebten Fußböden kann der Ozmo Slim 10 allerdings nicht Herr werden. Erstens weiß er gar nicht, wo solche Schmutzbereiche sind, um sie besonders intensiv reinigen zu können. Zweitens zieht er sein Mikrofasertuch mit geringem Druck stur unter sich her – und der Roboter wiegt nur 2,5 Kilogramm. Das ist zu wenig Kraft bzw. Gewicht, um Schmutz zu lösen und dann abzuwischen.

Der Sichler PCR-8500LX ist ein schwerer, bulliger Nass-/Trockenroboter, der laut Datenblatt mit allen Schikanen ausgerüstet ist.

Die Mapping-Funktion soll automatisch eine Karte der Wohnung anlegen, ausgemessen wird mit sieben Lasern. Überprüfen können wir das Mapping aber nicht, denn es gibt keine App oder gar ein Display, auf dem wir uns das Ganze anschauen könnten. Schneller und gründlicher war der Sichler trotz Mapping jedenfalls nicht.

Wirklich unzufrieden waren wir mit der Rückkehr zur Ladestation. Die klappte nämlich in den wenigsten Fällen. Trotz verschiedenen Standortvarianten der Basis fand der Roboter immer nur dann zu ihr zurück, wenn er auf Sichtweite den Heimweg antrat. Und selbst dann gab es keine hundertprozentige Erfolgsgarantie.

Wir hatten auch den Fall, dass unser PCR-8500LX 50 Zentimeter vor der Station nicht nach Hause fand. Wir haben es im Ober- und im Untergeschoß ausprobiert und bei wechselnden Positionen der Basis, aber das Ergebnis war immer das gleiche: Ohne Sichtkontakt war es dem Roboter nahezu unmöglich, die Ladebasis zu finden.

Als Experte für glatte Oberflächen soll der Roboter mit Fliesen, Holz, Laminat, Marmor, Glas und sogar Reisstrohmatten klarkommen. Letztere konnten wir nicht testen, der flache Schmutzfang-Vorleger im Flur wurde aber konsequent umfahren. Das soll er auch, denn der PCR-8500LX ist in erster Linie ein Wischroboter, der zusätzlich noch den Staub durch eine Direktabsaugung vor dem Wischen aufnimmt.

Leistungsfähig ist die Saugöffnung jedoch nicht: Kleine Steinchen mit der Größe eines Stecknadelkopfes bleiben liegen. Hier sind einige Konkurrenten definitiv gründlicher.

Das Wischen erledigt der Sichler ganz anders als die Konkurrenz: Die zwei blauen Putztücher sind mit feinem Klettband auf einer Rüttelplatte befestigt. Sie bewegt sich vor und zurück und soll dadurch mit dem trockenen, vorderen Tuch Schmutz lösen, während das hintere, nasse Tuch den Boden feucht nachwischt.

Leider wird der zweite Wischlappen nicht konstant mit einer Pumpe befeuchtet, stattdessen sprühen zwei Düsen alle paar Sekunden sparsam Wasser auf den Boden. Fürs Entfernen von Staub genügt das Prozedere vollkommen, für fettige und klebrige Flecken reicht es aber nicht. Davon konnte der Sichler im Test kaum etwas entfernen. Hier ist der iRobot Braava 390t durch ein feuchteres Tuch und andere Bewegungsabläufe gründlicher – wenn auch ebenfalls nicht perfekt.

Bei allen Nachteilen: Für Besitzer von Holzfußböden hat der Sichler PCR-8500LX einen großen Vorteil: Wenn er liegen bleibt, steht kein nässender Schwamm stundenlang auf dem Boden. Der fest eingebaute Tank tropft nicht.

Wer also Bammel wegen eines Roboters hat, der mit Wasser an Bord herumfährt, könnte im Sichler PCR-8500LX den perfekten Roboter finden. Leider hat er bei aller technischeren Raffinesse keinen Timer. Weder in einer App, noch an der Fernbedienung oder am Gerät kann eine Zeitautomatik eingestellt werden. Dafür finden wir ihn deutlich zu teuer.

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