Der beste WLAN-Router

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WLAN-Router Test: Teaser1 Alle Wlan Router
Michael Seemann

Michael Seemann

interessiert sich für alle Geräte, die man in seinem Heimnetz sinnvoll einsetzen kann. Geweckt wurde sein spezielles Interesse für die Heimvernetzung schon 2004, als er die erste Fritzbox mit integrierter Internettelefonie zu Gesicht bekam. Michael schreibt und testet unter anderem für PC Magazin, PC Welt, PCgo und Connect.

Wer sich anstelle des Provider-Routers für ein eigenes Gerät entscheidet, erhält mit AVMs FritzBox 7590 den aktuell besten WLAN-Router für das Heimnetz. Das integrierte Modem unterstützt jeden (V)DSL-Zugang, per WAN-Port kann der Router aber auch an alternativen Breitbandanschlüssen betrieben werden. Das leistungsstarke 4×4-WLAN des Routers bietet mit MU-MIMO eine wichtige Verbesserung, die inzwischen auch viele WLAN-Clients unterstützen. Die IP-Telefonie- und Smarthome-Funktionen des Routers sind vorbildlich integriert. Hinzu kommen fünf Jahre Garantie, eine ausgezeichnete Dokumentation und die ständige Weiterentwicklung des Geräts per Firmware-Updates.

Update 24. April 2019

Wir haben vier neue Router getestet und unsere Empfehlungen damit komplett aktualisiert. Der neue Testsieger ist die AVM FritzBox 7590. Auch TP-Links Archer VR2800v, den Asus DSL-AC68VG und den Netgear Nighthawk XR500 können wir weiterempfehlen.

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2. Oktober 2017

AVM hat für die Fritzbox 7490 das Firmware-Update FritzOS 6.90 ausgerollt, womit die Fritzbox 7490 und auch einige andere ältere Produkte Mesh-fähig werden. Wir haben die neue Version ausprobiert und den Testbericht entsprechend aktualisiert.

6. September 2017

AVM hat mit der Fritzbox 7590 den designierten Nachfolger unseres Favoriten vorgestellt, die Box verfügt über ein neues Design und einige Verbesserungen seitens der Datenübertragung, vom Update mit MESH-Funktion wird allerdings auch unser Favorit profitieren. Da die 7490 weiterhin im Programm bleibt, und deutlich günstiger ist, ändert sich an der Spitze nichts.

Außerdem haben wir uns ein Google Wifi Set, bestehend aus zwei Einheiten, näher angeschaut, das vor allem durch seine einfache Einrichtung besticht. Dafür benötigt man allerdings ein separates Modem.

Für die meisten ist der WLAN-Router zuhause ungefähr so interessant wie ein Strom- oder Wasserzähler: Hauptsache, er funktioniert und man kann möglichst unkompliziert das neue Smartphone, ein Notebook oder den Netflix-fähigen 4k-Fernseher daran anschließen. Auch ein oder zwei »gewöhnliche« Telefone sollte man anstecken können, denn die telefonischen Festnetzanschlüsse in Deutschland laufen ja inzwischen alle über die Internetverbindung (»IP-Telefonie«) – und somit ebenfalls über den Router.

Nahezu jeder Internetprovider in Deutschland bietet im Rahmen seines Internetanschluss entweder kostenlos oder gegen einen kleinen monatlichen Aufpreis einen All-in-One-Router für seine Kunden an. Der hat bereits ein Modem integriert und kann direkt an das Netz des Providers angeschlossen werden. Für Haushalte mit nur wenigen WLAN-Clients kann der Router des Providers bereits ausreichend sein.

Im Gegensatz dazu haben wir für unseren Vergleichstest den Schwerpunkt auf WLAN-Router gelegt, die unabhängig vom jeweiligen Internetprovider funktionieren und deshalb, beispielsweise nach einem Umzug, auch am Anschluss eines anderen Anbieters verwendet werden können.

Drei unserer neu getesteten Geräte haben ein (V)DSL2-Modem integriert, das an entsprechenden Vectoring-Anschlüssen mit bis zu 300 Mbit/s übertragen kann und sie besitzen Telefonie-Funktionen. Alle in unserer Testtabelle aufgeführten Geräte lassen sich alternativ aber auch hinter einem Kabel-Modem, Glasfaser-»Modem« (ONT) oder hinter einem bereits vorhandenen Router betreiben.

Alle vier im Rahmen des Updates getesteten WLAN-Router unterstützen das aktuelle 802.11ac-WLAN der zweiten Generation und damit die so genannte MU-MIMO-Technik. Was es damit auf sich hat und warum man bei einem Neukauf auf diese Funktion achten sollte, erklären wir nach der Vergleichstabelle.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

AVM FritzBox 7590

Test WLAN-Router: AVM Fritz!Box 7590
AVMs All-in-One-Router überzeugt durch aktuelle Hardware, große Funktionalität und komfortable Bedienung.

Mit der FritzBox 7590 bietet AVM einen extrem vielseitigen, leistungsstarken und anwenderfreundlichen All-in-One-Router mit aktuellem 4×4-WLAN der zweiten Generation an, dessen integrierte IP-Telefonanlage mit analogen, ISDN- und DECT-Geräten klarkommt. Als Smart-Home-Zentrale bindet die FritzBox zudem Schaltsteckdosen, Schalter, Heizthermostate und weitere DECT-ULE-Sensoren ein. Durch vergleichsweise häufige (vollautomatische) Firmware-Updates sorgt der Hersteller für ein hohes Sicherheitsniveau und erweitert damit auch immer wieder die Funktionalität seines Routers. So ist die FritzBox 7590 als einziger Router im Test bereits jetzt auf den neuen, erweiterten WLAN-Sicherheitsstandard WPA3 vorbereitet.

Mit Spezialfunktionen
Test WLAN-Router 2: TP-Link Archer VR2800v
Der TP-Link kommt trotz toller Hardware-Ausstattung nicht an das ausgereifte Bedienungskonzept der Fritzbox heran, bietet aber interessante Spezialfunktionen.

Der Archer VR2800v ist TP-Links Konkurrenzprodukt zur Fritzbox 7590 und zeigt, abgesehen von dem nicht vorhandenen ISDN-S0-Port, eine sehr ähnliche, leistungstarke Hardware-Ausstattung samt IP-Telefonie. Smart-Home-Funktionen oder eine »Smart Connect«-Funktion, die für eine optimale Verteilung der Clients in den WLAN-Bändern des Routers sorgt, sucht man im TP-Link-Router allerdings vergeblich. Dafür bietet TP-Links-AiO-Router einige interessante Spezialfunktionen, wie zum Beispiel portbasierte VLANs (»Interface-Grouping«) oder SNMP-Unterstützung, die sonst eher in Profi-Geräten zum Einsatz kommen. Allein deswegen ist uns dieser WLAN-Router eine Empfehlung wert.

AiO-Router mit Sicherheitsdienst

Asus DSL-AC68VG

Test WLAN-Router: Asus DSL-AC68VG
Der Asus-Router sorgt mit AiProtection für zusätzliche Sicherheit im Heimnetz, bietet kein SmartHome und spart an der Dokumentation.

Ebenso wie AVMs Fritzbox und TP-Links Archer handelt es sich auch beim Asus DSL-AC68VG um einen All-in-One-Router mit aktuellem VDSL2-Modem, IP-Telefonie und WLAN inklusive MU-MIMO. Trotz vier externer Antennen arbeitet das Gerät intern nur mit drei Sende-Empfangseinheiten (3×3) – die vierte Antenne ist eine DECT-Antenne, die die DECT-Reichweite verbessert. Wie TP-Link verzichtet auch Asus bei diesem Router auf SmartHome- und Smart-Connect-Funktionen. Telefone lassen sich analog und als DECT-Geräte anschließen. Schade, dass Asus für seinen Router nur eine Schnellanleitung aber kein Handbuch bereitstellt. Gut gefallen hat uns hingegen die Sicherheitsfunktion des Routers namens »AiProtection«, die einen zusätzlichen Netzwerkschutz und einen Content-basierten Webfilter (»Kindersicherung«) enthält.

Gaming-Router

Netgear Nighthawk XR500

Test WLAN-Router 2: Netgear Nighthawk XR500
Der XR500 ist der ideale Zweitrouter für Gamer, der hinter einem eher schwachen AiO-Provider-Router zum Einsatz kommt.

Im Gegensatz zu den anderen Testkandidaten handelt es sich beim Netgear Nighthawk XR500 nicht um einen All-in-One-Router. Das Gerät besitzt weder ein integriertes Modem noch eine Telefoniefunktion. Wer diesen Router an einem VDSL-,  Kabel- oder Glasfaser-Anschluss betreiben möchte, benötigt dafür das passende Modem oder Endgerät des jeweiligen Netzbetreibers. Alternativ eignet sich der XR500 auch sehr gut als leistungsstarker Zweitrouter, den man per Netzwerkkabel an den oft kostenlos bereitgestellten, leistungsschwächeren All-in-One-Router des Providers anschließen kann. Trotz seines hohen Kaufpreises bekommt das Gerät unsere Empfehlung für Gamer, da der XR500 sehr gut auf die Anforderungen von Online-Spielern abgestimmt ist und als einziges Gerät im Test dafür sorgen kann, dass die Reaktionsgeschwindigkeit (Pingzeit) eines Gamer-Clients nicht durch andere Heimnetzgeräte beeinflusst wird.

Vergleichstabelle

TestsiegerMit SpezialfunktionenAiO-Router mit SicherheitsdienstGaming-Router
Modell AVM FritzBox 7590 TP-Link Archer VR2800v Asus DSL-AC68VG Netgear Nighthawk XR500 AVM FritzBox 7490 TP-Link Archer VR900v AVM Fritz!Box 7580
Test WLAN-Router: AVM Fritz!Box 7590Test WLAN-Router 2: TP-Link Archer VR2800vTest WLAN-Router: Asus DSL-AC68VGTest WLAN-Router 2: Netgear Nighthawk XR500Test WLAN-Router: FritzBox 7490Test WLAN-Router: TP-Link Archer VR900vTest WLAN-Router: AVM Fritz!Box 7580
Pro
  • 4x4-WLAN mit MU-MIMO, WPA3-bereit und Mesh-Funktion
  • Sehr guter WLAN-Autokanal
  • Vorbildliche Bedienung & Dokumentation
  • Toller Firmware-Support und 5-jährige Garantie
  • Sehr gute Telefonie- und SmartHome-Funktionalität
  • 4x4-WLAN mit MU-MIMO
  • Fernzugriff per Tether-App (auch bei DS-Lite-Anschluss)
  • Für Profis: SNMP-Funktion und
  • Interface-Grouping (VLAN)
  • WLAN mit MU-MIMO
  • Spezielle Heimnetzsicherung mit Asus AiProtection
  • Echter Content-Filter für Kindersicherung
  • 4x4-WLAN mit MU-MIMO
  • Sehr informative, individuell anpassbare Routeroberfläche
  • Ausgefeilte Gaming-Funktionen mit leistungsfähiger Priorisierung
  • Fernzugriff per App (auch hinter DS-Lite-Anschluss)
  • Vorbildliche Bedienung & Dokumentation
  • WLAN mit SmartConnect
  • Mesh-fähig
  • Toller Herstellersupport (Firmware-Updates)
  • Sehr gute Telefonie- und Smart-Home-Funktionalität
  • Relativ günstiger AiO-Router
  • Für Profis interessant: SNMP-Funktion und
  • Interface-Grouping (VLAN)
  • Vorbildliche Bedienung & Dokumentation
  • WLAN mit SmartConnect
  • Mesh-fähig
  • Toller Herstellersupport (Firmware-Updates)
  • Sehr gute Telefonie- und SmartHome-Funktionalität
Contra
  • Verhältnismäßig teuer
  • Fernzugriff und VPN-Funktion hinter DS-Lite-Anschluss eingeschränkt
  • Kein WPA2-Professional
  • Keine SmartHome-Funktionalität
  • Autom. Kanalsuche im 5-GHz-WLAN funktioniert nicht
  • Kein ISDN, nur 1 Anrufbeantworter
  • Keine SmartHome-Funktionalität
  • Nur 3x3-WLAN
  • Kein Handbuch, Online-Hilfe lückenhaft
  • Teuer
  • Kein All-in-One-Router
  • Keine Smart-Home-Funktion
  • 3x3-WLAN, kein MU-MIMO
  • VDSL-Modem nur bis 100Bit/s
  • Fernzugriff hinter DS-Lite-Anschluss eingeschränkt
  • Kein WPA2-Professional
  • Sehr langsame USB3-Schnittstellen
  • 3x3-WLAN, kein MU-MIMO
  • VDSL-Modem nur bis 100Bit/s
  • Keine Smart-Home-Funktionalität
  • Kein ISDN, nur ein Anrufbeantworter
  • Teuer
  • VDSL-Modem nur bis 100Bit/s
  • Fernzugriff und VPN-Funktion hinter DS-Lite-Anschluss eingeschränkt
  • Kein WPA2-Professional
Bester Preis
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Alle möglichen All-in-One-Router

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Anschlusstechnik, um einen Haushalt breitbandig mit dem Internet zu verbinden, ist der (V)DSL -Zugang. Deshalb haben die meisten für den deutschen Markt angebotenen All-in-One-Router auch ein DSL-Modem integriert. Der zweithäufigste Internetanschluss in Deutschland läuft hingegen über das Kabelnetz. Hier bringt Ihnen ein Router mit DSL-Modem keinen Vorteil, sondern sie benötigen einen Router mit integriertem Kabel-Modem.

Doch damit nicht genug: Seit einigen Jahren wird in Deutschland – vornehmlich von regionalen Netzbetreibern – intensiv an der Anbindung von Haushalten per ultraschnellem Glasfaserkabel gearbeitet. Diese Anschlussart läuft unter der Abkürzung FTTH für »Fiber To The Home« (Glasfaser ins Haus). Auch für FTTH-Anschlüsse wird es bald All-in-One-Router geben, die anstelle von DSL- oder Kabel-Modem einen so genannten ONT (Optical Network Termination) integriert haben, so dass dieser Router direkt mit dem ins Haus verlegten Glasfaserkabel verbunden werden kann.

 WLAN-Router Test: Tp Link Archer Vr2800v Lan Wan
Der LAN4-Port des TP-Link Archer VR2800v lässt sich alternativ auch als WAN-Port verwenden.

In Zukunft wird es somit immer schwieriger, sich beim Kauf für den »richtigen« Router mit dem richtigen Anschluss-Modem (oder ONT) zu entscheiden. Momentan ist ein Router mit integriertem VDSL2-Modem noch die Lösung, die in den meisten deutschen Haushalten direkt und ohne Zusatzgerät eingesetzt werden kann, sofern man sich für einen VDSL-Provider entscheidet. Aber 100 oder 250 Mbit/s über VDSL verlieren schnell ihren Reiz, wenn man in einem Kabel- oder Glasfaserausbaugebiet 400, 600 oder gar 1000 Mbit/s zu vergleichbaren Preisen bekommen kann.

 

Wer sich für den Kauf eines All-in-One-Routers entscheidet, sollte deshalb unbedingt auf einen vorhandenen WAN-Port achten, über den sich das Gerät bei Bedarf auch an einem anderen Internetanschluss betreiben lässt.

Warum WLAN immer wichtiger wird

Hand aufs Herz: Wissen Sie ungefähr, wie viele Geräte in Ihrem Haushalt gerade per WLAN mit dem Router verbunden sind? In einem Vier-Personen-Haushalt kommt man mit diversen Smartphones, PC(s), Notebook(s), Tablet(s), Amazon Prime & Co, Smart TV(s), Spielekonsole und diversen anderen »Connected Devices« schnell auf zehn oder mehr Geräte. Die Anforderungen an das WLAN Ihres Heimnetz-Routers sind allein dadurch in den letzten Jahren stark angestiegen.

Hinzu kommt, dass der Anteil an gestreamten Videoinhalten im Heimnetz durch attraktive Streaming-Dienste wie Amazon Prime und Netflix extrem zugenommen hat. Auch auf den großen Online-Plattformen und im Social Web werden täglich unzählige Videos gepostet, geteilt und  gestreamt. Das stellt nicht nur Anforderungen an die Bandbreite des Internetzugangs, sondern auch an die Leistungsfähigkeit der im Router verbauten WLAN-Station (»Access Point«), alle angeschlossenen Geräte so gut wie möglich zu versorgen.

Dualband-WLAN mit Smart Connect

Aktuelle WLAN-Router funken auf zwei Funkbändern, indem sie ein WLAN bei 2,4 Gigahertz und das zweite WLAN bei 5 Gigahertz aufspannen. Sie werden deshalb auch als Dualband-Router bezeichnet. Der Sinn des Ganzen: Wenn beispielsweise fünf oder sechs Geräte über das 2,4-Gigahertz-WLAN mit dem Router verbunden sind und gleichzeitig Daten übertragen, stören sie sich gegenseitig massiv. Das lässt sich vermeiden, wenn ein Teil der Geräte stattdessen über das 5-Gigahertz-WLAN mit dem Router verbunden ist.

Darüber hinaus können manche Dualband-Router, wie zum Beispiel die FritzBoxen 7590 und 7490 oder Netgears Nighthawk XR500, einzelne WLAN-Clients bei Bedarf vom einen in das andere Funkband verschieben, um für besseren Empfang oder generell eine bessere Verteilung der Clients im WLAN zu sorgen. Diese komfortable Funktion wird auch als Smart Connect oder Band Steering bezeichnet und klappt mit allen WLAN-Clients, die ebenfalls dualbandfähig sind. Einen Client, der ausschließlich über 2,4 Gigahertz funkt, kann der Smart-Connect-Router natürlich nicht in sein 5-Gigahertz-WLAN verschieben.

MU-MIMO und Mesh

Ein aktueller Heimnetz-Router sollte über mindestens drei (3×3), aber besser noch vier (4×4) Sende-Empfangseinheiten (Antennen) verfügen. Um alle Funkantennen optimal nutzen zu können, muss das WLAN des Routers außerdem den aktuellen 802.11ac-Standard der zweiten Generation (Wave 2) unterstützen. Das entscheidende Stichwort, auf das dabei zu achten ist, lautet MU-MIMO. Die seltsame Abkürzung steht für den bizarren Ausdruck »Multi User Multiple Input Multiple Output«. Mit dieser Technik kann der WLAN-Router im 5-Gigahertz-Band alle seine Antennen einsetzen, um mehrere WLAN-Clients gleichzeitig mit Daten zu versorgen.

Ein 4×4-Router mit MU-MIMO kann mit seinen vier Antennen bis zu vier 1×1-MU-MIMO-Clients gleichzeitig mit Daten versorgen. Ein Router ohne MU-MIMO kann hingegen immer nur an einen einzigen WLAN-Client gleichzeitig Daten verschicken. Danach wechselt er zum zweiten Client, dann zum dritten und so weiter. Die MU-MIMO-Technik bietet somit vor allem bei mehreren verbundenen WLAN-Clients einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil. Da MU-MIMO inzwischen von allen halbwegs aktuellen Smartphones unterstützt wird und bald standardmäßig in allen Dualband-Clients enthalten sein wird, sollte man beim Neukauf eines Routers unbedingt darauf achten.

Für größere Wohnungen, Haushälften oder Häuser spielt zudem die Erweiterungsmöglicheit des WLANs im Router eine wichtige Rolle. Wer dabei ohne vorverlegte Kabel auskommen muss, findet mit WLAN-Repeatern, Powerline-WLAN-Sets oder speziellen Mesh-Router-Systemen geeignete Lösungen, die wir in einem ausführlichen Test untereinander verglichen haben (siehe Die besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme ). Ein Mesh-WLAN wird von zwei oder mehreren untereinader vernetzten WLAN-Stationen gebildet, die alle mit denselben Zugangsdaten funken.

Mittlerweile werden Mesh-WLANs auch bei klassischen Heimnetz-Routern als intelligente Erweiterungsmöglichkeit eingesetzt. AVM hatte Mesh-Funktionen bereits per Firmware-Update in der FritzBox 7490 eingeführt. In Kombination mit MU-MIMO und einem 4×4-WLAN ist die WLAN-Mesh-Funktion bei unserem Testsieger, der FritzBox 7590, noch etwas leistungsfähiger.

Router Test: Fritzbox 7590

Testsieger: FritzBox 7590

Die FritzBox 7590 ist seit Herbst 2017 im Handel erhältlich und nach wie vor das am besten ausgestattete Router-Modell in AVMs FritzBox-Reihe. Aktuell (Stand April 2019) ist das Gerät bereits zu einem Preis von gut 200 Euro zu haben und damit für uns der beste WLAN-Router fürs Heimnetz.

Testsieger

AVM FritzBox 7590

Test WLAN-Router: AVM Fritz!Box 7590
AVMs All-in-One-Router überzeugt durch aktuelle Hardware, große Funktionalität und komfortable Bedienung.

Dem Hersteller AVM gelingt es mit der FritzBox 7590 erneut, die Einrichtung und Bedienung seines Geräts einerseits so einfach zu halten, dass selbst Netzwerk-Laien das Gerät funktionsfähig zu Hause anschließen können. Die Dokumetantion der FritzBox ist von der Quickinfo-Broschüre über den Setup-Assistenten im Router-Menü bis hin zum ausführlichen PDF-Handbuch vorbildlich umgesetzt. Auf der anderen Seite finden sich unter der Haube des Routers eine große Anzahl von nützlichen, zu Ende gedachten Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten inklusive vieler wertvoller Detailinformationen für den fortgeschrittenen Heimnetzwerker.

Das beste WLAN-Netz

Wie im Vorfeld bereits angedeutet, ist die FritzBox 7590 mit einem sehr guten 4×4-MU-MIMO-WLAN ausgestattet, das bereits in den Basiseinstellungen hervorragend eingestellt ist. In unseren Übertragungstests erreichen wir unter Idealbedingungen (5 Gigahertz, 4×4-Client, gleicher Raum) maximale Datenraten von mehr als 900 MBit/s. Auch die Übertragungsraten an einem gewöhnlichen Notebook-Clienten über größere Entferungen und mit Hindernissen in der Verbindungsstrecke sind ausgezeichnet.

Bei keinem anderen WLAN-Router in unserem Test funktioniert die automatische Suche nach dem besten WLAN-Übertragungskanal so schnell und effektiv wie bei der FritzBox. Das ist wichtig, da in der Nachbarschaft immer auch jede Menge anderer WLAN-Router funken, welche die zur Verfügung stehenden Übertragungskanäle besetzen und die Übertragungsqualität des eigenen WLAN-Netzes massiv stören können.

Dabei nutzt das Gerät im 5-Gigahertz-Band als einziger Router wirklich die gesamte Bandbreite bis Kanal 128. Und da die höheren 5-Gigahertz-Kanäle auch ab und an vom Wetterradar genutzt werden, muss der Router die entsprechenden Kanäle freigeben und einen Kanalwechsel durchführen. Mit AVMs spezieller Technik namens »Zero Wait DFS« kann dieser Kanalwechsel ohne die sonst üblichen Wartezeiten durchgeführt werden, da die FritzBox ständig im Hintergrund nach möglicherweise belegten WLAN-Kanälen scannt. Aus diesem Grund ist die FritzBox 7590 ideal für den Einsatz in Wohngebieten geeignet, wo man grundsätzlich mit einer großen Anzahl benachbarter WLAN-Stationen rechnen muss.

Auch liefert die FritzBox 7590 sehr viele nützliche Details zu den verbundenen WLAN-Clients. Es wird angezeigt, wie viele Antennen ein verbundener Client besitzt (1×1, 2×2, 3×3), mit welcher (Brutto-) Datenrate er aktuell mit dem Router verbunden ist und ob der Client bereits die moderne MU-MIMO-Technik verwendet. Kein anderer uns bekannter Heimnetz-Router liefert eine solche Fülle an Verbindungsinformationen.

Besonderheiten im FritzBox-LAN

Eine weitere Besonderheit: Die FritzBox 7590 besitzt neben vier Gigabit-LAN-Ports auch noch einen zusätzlichen Gbit-WAN-Port, über den das Gerät alternativ auch hinter ein Kabel-Modem, einen Glasfaser-ONT oder an ein bestehendes Netzwerk angeschlossen werden kann.

Betreibt man die FritzBox wie vorgesehen am VDSL-Anschluss, kann dieser WAN-Port als fünfter LAN-Anschluss verwendet werden. Zudem lässt sich in den Netzwerkeinstellungen des Routers jeder Netzwerk-Port im schnellen Gigabit-Ethernet-Mode bis 1000 Mbit/s oder alternativ im stromsparenden Fast-Ethernet-Mode bis 100 Mbit/s schalten.

Ebenfalls interessant: Neben einem getrennten Gastzugang im WLAN lässt sich auch der vierte LAN-Port der FritzBox bei Bedarf dem Gastnetzwerk zuordnen. Auf diese Weise lässt sich sehr einfach ein separates, vom Heimnetz getrenntes Netzwerk einrichten.

WLAN-Router Test: LAN Fritzbox 7590
Der LAN4-Port der FritzBox kann ebenfalls als Gastzugang geschaltet werden. Zudem lässt sich jeder Gigabit-LAN-Port einer FritzBox auch im stromsparenden Fast-Ethernet-Mode betreiben.

NAS und Medienserver

Wer zu Hause noch keine Erfahrung mit Netzwerkspeichern gemacht hat, kann einen Flash-Speicher oder eine USB-Festplatte an einen der beiden USB3-Anschlüssen der FritzBox 7590 anschließen – und schon lassen sich Daten von verschiedenen Geräten im Heimnetz auf diesen Mini-Netzwerkspeicher ablegen. Seit dem Firmware-Update auf FritzOS 7 sind die Übertragungsraten an einem angeschlossenen USB3-Speicher inzwischen ganz annehmbar – mit 54 Megabyte pro Sekunde beim Lesen und 23 Megabyte pro Sekunde beim Schreiben. Der Zugriff auf diesen Mini-NAS-Speicher kann über die Benutzerverwaltung der FritzBox geregelt werden.

Über den integrierten Mediaserver lassen sich Video-, Musik- und Bilddateien auf dem USB-Speicher auf DLNA-fähige Abspielgeräte im Heimnetz streamen, wie zum Beispiel auf den Smart-TV, einen Player oder auf eine DLNA-App auf dem Smartphone, wie zum Beispiel BubbleUPnP oder die FritzMedia App. Als Ersatz für ein richtiges NAS-Gerät eignet sich eine solche Router-NAS jedoch nur bedingt, allein schon weil die darauf abgelegten Daten nicht geschützt sind, sollte der USB-Speicher einmal defekt sein.

WLAN-Router Test: Fritzbox 7590 an der Wand befestigt
Die FritzBox an der Wand montiert – kopfüber, sonst gehen die Kabel oben raus.

Wer noch einen älteren USB-Drucker besitzt, kann diesen ebenfalls über einen FritzBox-USB-Anschluss zum Netzwerkdrucker machen. Und falls der VDSL-Zugang einmal ausfallen sollte, kann dieser durch ein LTE-Modem am USB-Port überbrückt werden. Sobald die Hauptverbindung wieder stabil läuft, schaltet die FritzBox wieder auf VDSL um.

Telefonie

Bei den Telefoniefunktionen der FritzBox 7590 hat AVM im Vergleich zur älteren FritzBox 7490  keine entscheidenden Änderungen vorgenommen. Über einen S0-Anschluss lassen sich auch weiterhin ISDN-Geräte mit der FritzBox verbinden, außerdem können zwei analoge und bis zu sechs DECT-Mobiltelefone an die integrierte DECT-Basisstation angeschlossen werden.

Wer mehrere eigene Rufnummern in der FritzBox eingetragen hat, kann sich zu jeder Nummer einen eigenen Anrufbeantworter anlegen, da die FritzBox 7590 bis zu fünf Anrufbeantworter unterstützt. Aufgezeichnete Nachrichten auf dem AB können als Sounddatei an verschiedene Mail-Adressen weitergeleitet werden. So lässt sich ein privater Anschluss sehr komfortabel von einem Büroanschluss trennen. Selbst wenn der Anrufer keine Nachricht hinterlässt, erhält man auf Wunsch sofort eine Benachrichtigung von der FritzBox – ganz egal, wo man sich gerade befindet.

Sehr gelungen ist auch die Integration der DECT-Mobiltelefone von AVM, über die man beispielsweise das WLAN oder Gäste-WLAN an und ausschalten kann, zwischen Telefonbüchern wählen kann, die auf der FritzBox hinterlegt sind, oder gar auf Smart-Home-Geräte zugreifen kann, die mit ihr verbunden sind. So können aktuelle Werte zu Stromverbrauch und Temperatur direkt am DECT-Telefon abgelesen oder Schaltsteckdosen geschaltet werden.

Smart-Home mit DECT ULE

Alle Smart-Home-Funktionen der FritzBox 7490 findet man auch in der FritzBox 7590. Sie können den AVM-Router über dessen DECT-Basis-Station sehr einfach und komfortabel als intelligente Heizsteuerung oder für das automatische An- und Ausschalten elektrischer Geräte verwenden. Hierzu bietet AVM entsprechende Schaltsteckdosen (in- und outdoor), Heizthermostate und separate Schalter an, die sich über das DECT-ULE-Protokoll mit der FritzBox verbinden.

Im Vergleich zu anderen Smart-Home-Lösungen ist die Auswahl an verfügbaren Smart-Home-Geräten (Sensoren und Aktoren), die sich über die FritzBox steuern lassen, noch sehr überschaubar. Hier sollten möglichst bald noch weitere Komponenten verfügbar sein. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat AVM mit der Einbindung von drei DECT-ULE-Sensoren der Telekom unternommen.

FritzBox 7590 im Testspiegel

Die FritzBox 7590 glänzt in nahezu allen Testberichten der bekannten Computermagazine im Print- und Online-Bereich mit Bestnoten – und führt aktuell (Stand April 2019) die Bestenliste der WLAN-Router in der Chip und die Bestenliste der WLAN-Router in der Computer-Bild an.

Die Computer-Bild lobt das »gewohnt hohe AVM-Niveau« mit »rasantem WLAN« und »vielen Tricks, die Engpässe minimieren«. Zudem sei »die Box Dank Supervectoring 35b auf die DSL-Zukunft vorbereitet.« Hervorgehoben wird außerdem »die einfache Bedienung« und eine große Funktionalität, die »kaum lkaum Wünsche offen lassen«.

Selbst die Kollegen vom Computermagazin c’t haben in ihrem Test aus der Ausgabe 19/2018 nur Posives zu vermelden:

»Plus: sehr gut ausgestattet; großes Funktionsangebot; flexibel einsetzbar.«

Im Test für das PC Magazin in Ausgabe 9/2017 gab es neben viel Lob allerdings auch einen (kleinen) Kritikpunkt:

»Die Fritzbox 7590 ist der All-in-one-Router, an dem sich alle Konkurrenten bei Funktionalität, Geschwindigkeit (außer USB-Ports!), Bedienungsfreundlichkeit und Ausstattung messen müssen.«

Inzwischen hat AVM die viel zu langsamen Übertragungsraten an den USB3-Ports durch ein FritzOS-Firmware-Update behoben. Die Geschwindigkeit eines am USB3-Port der Fritzbox angeschlossenen Datenträgers war nach dem Update mit 54 MByte/s (Lesen) und 23 Mbyte/s (Schreiben) in etwa doppelt so hoch wie vor dem Update.

Alternativen

Obwohl die FritzBox 7590 für uns als Heimnetz-Router das beste Gesamtpaket liefert, gibt es durchaus interessante Alternativen, die teilweise andere Schwerpunkte setzen.

Mit Spezialfunktionen
Test WLAN-Router 2: TP-Link Archer VR2800v
Der TP-Link kommt trotz toller Hardware-Ausstattung nicht an das ausgereifte Bedienungskonzept der Fritzbox heran, bietet aber interessante Spezialfunktionen.

Der Archer VR2800v ist TP-Links Konkurrenzprodukt zur FritzBox 7590 und ist ebenso mit einem leistungstarken 4×4-MU-MIMO-WLAN ausgestattet. In unserem WLAN-Geschwindigkeitstest lieferte das Gerät auch erwartungsgemäß gute bis sehr gute Übertragungsraten ab. Allerdings unterstützt der Router in seinem WLAN keine Smart-Connect-Funktion, die Dualband-Clients automatisch in das für sie günstigere WLAN-Band verschiebt. Auch die automatische Kanalsuche des Routers konnte uns insbesonder im 5-Gigahertz-WLAN nicht überzeugen. Der Router wählt hier grundsätzlich die Nicht-DFS-Kanäle 36 bis 48 aus, selbst wenn diese bereits von WLAN-Routern aus der Nachbarschaft genutzt werden.

Das Setup des Routers samt Einrichtung der Telefoniefunktion klappte problemlos, zumal TP-Link – ebenso wie AVM in der FritzBox – Vorlagen für alle wichtigen VDSL- und IP-Telefonie-Provider bereithält. Die Web-Oberfläche des Router-Menüs ist übersichtlich, wobei dem Layout manchmal noch der letzte Feinschliff zu fehlen scheint. Eine Online-Hilfe ist zwar vorhanden, doch diese ist oft nicht ausführlich genug, um dem Anwender eine wirkliche Hilfe zu sein. Hier bietet AVMs FritzBox deutlich mehr.

TP-Link verzichtet in seinem AiO-Router komplett auf Smart-Home-Funktionen. Das ist schade, denn bei einigen anderen Router-Modellen bietet TP-Link interessante Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem smarten Online-Dienst IFTTT, sodass man sich beispielsweise per Mail benachrichtigen lassen kann, sobald sich ein bestimmter WLAN-Client mit dem TP-Link-Router verbindet.

Trotzdem ist uns TP-Links-AiO-Router eine Empfehlung wert, denn er bietet einige interessante Spezialfunktionen, wie zum Beispiel portbasierte VLANs (»Interface-Grouping«). Damit kann man sich sehr komfortabel verschiedene, voneinander getrennte Subnetze zusammenstellen, um beispielsweise das Büronetz vom Heimnetz strikt zu trennen.

Auch eine SNMP-Funktion, mit der sich Statusinformationen des Routers über ein Monitoring-Tool abfragen lassen, findet man sonst vornehmlich in Profi-Geräten. Zudem unterstützt der Access Point des Routers neben der gerätebezogenen WPA2-Verschlüsselung auch die benutzerbezogene WPA2-Pro-Authentifizierung, sodass sich der Router auch durchaus für den Einsatz in Büroumgebungen eignet. Gefallen hat uns auch der Fernzugriff auf den Router über die Smartphone-App Tether, der selbst dann funktioniert, wenn das Gerät hinter einem DS-Lite-Anschluss hängt.

AiO-Router mit Sicherheitsdienst

Asus DSL-AC68VG

Test WLAN-Router: Asus DSL-AC68VG
Der Asus-Router sorgt mit AiProtection für zusätzliche Sicherheit im Heimnetz, bietet kein SmartHome und spart an der Dokumentation.

Der All-in-One-Router Asus DSL-AC68VG hat ebenfalls ein aktuelles VDSL2-Modem integriert und kann bis zu fünf DECT-Telefone und zwei analoge Telefone einbinden. Eine App, um das Smartphone über die WLAN-Verbindung als zusätzliches IP-Telefon zu nutzen, bietet Asus im Gegensatz zu AVM und TP-Link nicht. Auch über mögliche Tastenkombinationen der angeschlossenen Telefone hält sich Asus bedeckt. Auf ein Handbuch zu seinem Router verzichtet der Hersteller gleich ganz.

Die Einrichtung des Routers über den Setup-Assistenten samt der Telefonie klappt aber trotzdem weitgehend problemlos. Ebenso wie bei TP-Link könnte die Online-Hilfe im Router-Menü durchaus etwas ausführlicher sein. Vor allem in den erweiterten Einstellungen fehlt das Handbuch zum Router, da einige Einstellungen von der Online-Hilfe gar nicht oder nur unzureichend erklärt sind.

Das WLAN des Routers kommt mit aktuellem 802.11ac der zweiten Generation und damit inklusive MU-MIMO. Obwohl die vier externen Antennen auf einen 4×4-WLAN hindeuten, arbeitet das Gerät tatsächlich nur mit drei Sende-Empfangseinheiten (3×3). Die vierte Antenne ist eine DECT-Antenne, die die DECT-Reichweite verbessert. Mit einem Datenstream weniger wird der Asus-Router bei einer multiplen Client-Verbindung folglich nicht dieselbe Leistung bringen, wie ein 4×4-WLAN-Router. Für einen 3×3-WLAN-Router waren die von uns gemessenen WLAN-Datenraten jedoch ausgezeichnet. Smart Connect wird aber nicht unterstützt.

 WLAN-Router Test: Teaser Asus Usb Anschluss
Der Asus-Router hat seinen USB3-Anschluss vorne, was das Einstecken einer Festplatte erleichtert, für einen angeschlossenen USB-Drucker jedoch eher ungünstig ist.

Wie TP-Link verzichtet auch Asus beim DSL-AC68VG auf die Unterstützung einer smarten IFTTT-Verknüpfung, obwohl es andere, teilweise deutlich günstigere Asus-Router-Modelle mit dieser Funktion gibt. Sehr gut gefallen haben uns hingegen die »AiProtection« genannten Sicherheitsfunktionen des Routers. Mit Hilfe einer Router-Diagnose wird man direkt auf alle noch unsicheren Einstellungen im Router hingewiesen und kann diese direkt korrigieren.

Auch bietet AiProtection einen vom Sicherheitsunternehmen TrendMicro gepflegten Webfilter an, der Online-Inhalte anhand verschiedener Kategorien beispielsweise für die Heimnetzgeräte Ihrer Kinder filtern kann. Dieser Content-Filter ist deutlich umfassender und somit wirkungsvoller als der BPjM-Filter einer FritzBox.

Gaming-Router

Netgear Nighthawk XR500

Test WLAN-Router 2: Netgear Nighthawk XR500
Der XR500 ist der ideale Zweitrouter für Gamer, der hinter einem eher schwachen AiO-Provider-Router zum Einsatz kommt.

Der Netgear Nighthawk XR500 fällt im Vergleich zu den zuvor gennanten Routern ein wenig aus der Rolle, denn das Gerät hat kein Modem integriert und unterstützt auch keine IP-Telefonie. Wer das Gerät am eigenen Anschluss betreiben möchte, benötigt folglich ein Modem des Netzbetreibers oder man schließt den XR500 mit dessen WAN-Port an einen LAN-Port eines bereits vorhandenen, aber leistungsschwachen Provider-Routers an. Das leistungsfähige 4×4-MU-MIMO-WLAN des Netgear-Routers kann dann problemlos alle bisherigen WLAN-Clients im Heimnetz einbinden. Im Gegensatz zu anderen Nighthawk- oder Orbi-Modellen von Netgear besitzt der XR500 allerdings keine leistungsfähige Circle-with-Disney-Kindersicherung.

Der Grund: Beim XR500 handelt es sich um einen so genannten Gaming-Router, der speziell auf die Anforderungen von Online-Spielern ausgerichtet ist und hierzu mit einem besonderen Betriebssystem namens »DumaOS« ausgestattet ist. Das zeigt sich sofort nach dem Setup durch die ungewöhnliche, aber durchaus geschmackvolle Browser-Oberfläche des Routers, deren Übersicht (»Dashboard« genannt) man individuell gestalten und mit diversen Info-Fenstern in der gewünschten Größe füllen kann.

 WLAN-Router Test: Negear Dumaos Dashboard
Spezielle Einstellungen für Gamer in DumaOS.

Der Netgear XR500 besitzt unter anderem einen sogenannten Geo-Filter, über den man maximale Entfernungen zu Spiele-Servern oder anderen Spielern im Internet festlegt. Denn mit zunehmender Entfernung steigt auch die für Online-Spieler besonders wichtige Ping – was immer schlecht ist, weil es die Reaktionsgeschwindigkeit in zeitkritischen Online-Spielen herabsetzt.

Das weitere Gaming-Highlight in diesem Router sind die speziellen Einstellungsmöglichkeiten bei der Priorisierung von Geräten im Netzwerk, was auch als »Quality of Service« oder kurz »QoS« bezeichnet wird. Hier geht es darum, wie die verfügbare Bandbreite des Internetzugangs auf mehrer gleichzeitig übertragenden Heimnetzgeräte verteilt wird. Mit Hilfe einer speziellen Bandbreitenreservierung namens »Anti Bufferbloat« sorgt der Router dafür, dass die Ping eines Spiele-PCs (oder einer Konsole) selbst bei massiven Up- oder Downloads anderer Netzwerkgeräte immer konstant bleibt.

Das QoS eines gewöhnlichen Heimnetz-Routers kann mit den Spezialfunktionen dieses Routers, insbesondere bezüglich der Pingzeiten, nicht mithalten. Aufgrund seines relativ hohen Preises lohnt sich der Netgear XR500 vor allem für Haushalte mit einer begeisterten Gamer-Fraktion.

Außerdem getestet

Die FritzBox 7490 ist aktuell etwa 40 Euro günstiger als unser Testsieger. Im Bezug auf Service, Dokumentation und Bedienung ist sie dem Testsieger ebenbürtig und wird von AVM bestimmt noch lange mit Firmware-Updates versorgt werden. Trotzdem ist die WLAN-Technik der FritzBox 7490 inzwischen veraltet, ein Software-Update auf MU-MIMO oder die neue WLAN-Verschlüsselung WPA3 ist nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass auch das integrierte Modem nur VDSL-Raten bis 100 Mbit/s unterstützt. Wer über einen Neukauf eines AVM-Routers nachdenkt, sollte an Stelle der 7490 lieber gleich zur FritzBox 7590 greifen. Der Mehrpreis wird durch die fortgeschrittene WLAN-Technik mit 4×4-MU-MIMO, WPA3 (per Firmware-Update) und ein Modem mit Supervectoring mehr als wettgemacht.

Der TP-Link Archer VR900v verhält sich ähnlich zur FritzBox 7490 wie der Archer VR2800v zur FritzBox 7590. Dafür ist der AiO-Router mit seinem aktuellen Preis von unter 100 Euro noch etwas attraktiver, als die rund 70 Euro teurere FritzBox. Das Gerät kommt mit dem älteren AC-WLAN der ersten Generation (ohne MU-MIMO), besitzt zwar eine DECT-Basisstation, aber keine Smart-Home-Funktionalität und das gesamte Bedienungskonzept samt Dokumentation, Online-Hilfe und Versorgung mit aktuellen Firmware-Updates reicht bei weitem nicht an die AVM-Standards heran. Dafür bietet auch der Archer VR900v mit Interface-Grouping (siehe auch Archer VR2800v) eine pfiffige Funktion, das Heimnetz einfach und komfortabel in verschiedene per VLAN getrennnte Subnetze aufzuteilen.

Die FritzBox 7580 ist der direkte Vorgänger zur FritzBox 7590 und wird im Handel aktuell zum praktisch selben Preis angeboten. Vom komplett anderen Design einmal abgesehen sind sich die beiden Modelle in ihrer Hardware-Ausstattung ziemlich ähnlich, allerdings kommt die FritzBox 7580 mit einer wichtigen Einschränkung: Das VDSL2-Modem unterstützt nur Vectoring bis 100 Mbit/s. Somit gibt es eigentlich kein Argument für den Kauf einer FritzBox 7580, da man mit der FritzBox 7590 zum selben Preis ein besser ausgestattetes Produkt erhält.

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Kommentare

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Oli
Oli

Hinweis:
Die Fritzbox 7590 kann Stand von heute (24.04.2019) mit FritzOS 7.10 noch kein WPA3, die Funktion soll aber in einer der nächsten OS-Versionen kommen.
Aber ansonsten kann ich bestätigen, dass die 7590 wirklich top ist!

Redaktion
Redaktion

Das ist korrekt. Wir haben den Text entsprechend aktualisiert. Danke für den Hinweis!

Stefan Benzing
Stefan Benzing

Habe seit kurzem die 7590. Und ich muss sagen Power hat die am VDSL 100 Anschluss .

Frank Andreas Witti
Frank Andreas Witti

Meine hatt das Gewitter zerlegt

Dietmar Auerbach
Dietmar Auerbach

Echt? Man dann ist die ja stärker als ein Gewitter! 😀

Kettner Sebastian
Kettner Sebastian

Sie ist ja auch eine der besten 7490

Stan Smith
Stan Smith

Wenn ich im monat 10 davon bei meinen kunden los werde, bekomme ich einen gratis?

Sandra Alabama
Sandra Alabama

Hhmm hab die 7430 :/

Oliver Graf
Oliver Graf

Ich auch. Und sie ist in meinen Augen mehr als ausreichend. Ich denke kaum einer kennt geschweige denn nutzt alle Funktion der 7490.

kallenebel@freenet.de
kallenebel@freenet.de

Habe noch ein 10jahre altes Kabelmodem von Kabeldeutschland , kann ich das an die FritzBox 7490 anschließen?

Wenn ich das Modem abklemmen muß: da ist so ein verschraubtes Kabel am Modem-Eingang dran, wie bei Satelliten-Antennen, passt diese Kabel dann auch an die FritzBox 7490?

Marcel Obstals
Marcel Obstals

TP-LINK , niemals. Deutschen Support und Spitzen klasse gegen Ausland Support ersetzen nicht euer ernst ne ne ne

Alex Neumann
Alex Neumann

Fritzbox 7490 ist super also ich hab bis jetzt noch keine Probleme gehabt mit seit 6monate

Jörg Buchweitz
Jörg Buchweitz

Einen Router mit MU-MIMO einem ohne gleich zu setzen und dann nur die Preise als Kaufkriterium als wichtig darzustellen zeugt von schlechter Recherche.

Jörg Buchweitz
Jörg Buchweitz
AllesBeste.de
AllesBeste.de

Was bringen 1700 Mbit/s pro Sekunde zwischen Laptop/Smartphone und Router, wenn die Internetleitung bestenfalls 20, 50 oder 100 Mbit/s hergibt? Der Flaschenhals ist immer noch die Internetverbindung, nicht die WLAN-Verbindung. Heißt: Auch mit MU-MIMO surft im Alltag zuhause niemand schneller.

Dennis Caspary
Dennis Caspary

Aber das interne Netzwerk ist schneller

Christian Mißbach
Christian Mißbach

AllesBeste.de ganz einfach es gibt auch viele Menschen die nicht nur im Internetsurfen .Sondern z.b. dann auch Drahtlos mit dem Laptop arbeiten und aufs das NAS im Netz zugreifen. Nur mal als Beispiel. Daher wirklich schlechter vergleich und das nächste mal die Hausaufgaben besser machen.

Frank Michels
Frank Michels

Ufff ihr degradiert euch grad massiv zu Tec Deppen.
Es geht ja Primär darum das im Netzwerk die Datenrate Extrem ein bricht weill der Router nach der reihe die Daten Verteilt.
Und das macht dich z.b bei uns Extrem bemerkbar. 6 Geräte im netz (Iphones tablet ipods etc) dazu kommen noch 2 Apple tv. Da bricht der Datenverkehr manchmal so krass zusammen das selbst Whatsapp etc nervig wird.

AllesBeste.de
AllesBeste.de

Keine Frage, es gibt Szenarien, wo MU-MIMO Sinn macht. Die meisten werden im Alltag aber so gut wie keinen Unterschied bemerken. Und für die ist das günstigere Gerät die bessere Wahl.

Frank Michels
Frank Michels

AllesBeste.de das ist wohl war. Aber es ging ja gerade darum das sich die Preise aufgrund dieser tatsache nicht als Kaufgrund etc nutzen lassen.

Michael Otte
Michael Otte

Außerdem nimmt die wlan Geschwindigkeit mit der Entfernung ab.wenn auf 20 Meter damals vielleicht nur 15 MBit ankommen, wirds jetzt 50 MBit sein.
Bei ner 100 MBit internetverbindung ist dann das WLAN dee flaschenhals

Ralph Vey
Ralph Vey

Ich bleib trotzdem bei AVM. Haben alles was man baucht und funktionieren. Wieso also was neues ausprobieren…

Gerd Dixi
Gerd Dixi

Ja. ich bleibe bei der FRITZ!Box 7490 🙂

Steffen Schier
Steffen Schier

Ich geb meine 7580 nichtmehr her.Super zufrieden und schön schnell. 😉

René Steinhöfel
René Steinhöfel

7362 ist doch auch ganz okay oder?

Daniel Lodes
Daniel Lodes

Wer braucht schon WLAN? Es gibt nix besseres als eine vernünftige cat6 Verkabelung

Sven Schoni
Sven Schoni

Sieht aber Scheisse am IPhone aus so ein Kabel…

Dirk De Rudder
Dirk De Rudder

Doch, Cat7 Verkabelung

Georg Hinz
Georg Hinz

Kann man smartphone ob Apple oder Android überhaupt per Netzwerk kabel mit dem Internet verbinden ?

Michael Otte
Michael Otte

Ein 15 Meter kabel übern Rasen zum Laptop sieht scheiße aus und man stolpert drüber