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Die beste Akku-Stichsäge

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Akku-Stichsäge Test: Akku Stichsaegen
Marc Hüffer

Marc Hüffer

ist Produktdesigner und Ladenausstatter und arbeitet ständig mit Werkzeug aller Art. Für AllesBeste testet er Profi- und Heimwerker­-Tools.

Wir haben 9 Akku-Stichsägen getestet. Die beste ist die Bosch GST 18V-Li. Das Modell aus der blauen Bosch Professional-Serie ist extrem robust, hat ordentlich Leistung und sägt so präzise wie kein anderes Modell im Test. Obendrein bietet die Maschine eine Aufnahme zum werkzeuglosen Sägeblattwechsel und ist auch sonst in der Handhabung sehr komfortabel. Auch ambitionierte Heimwerker und Profi-Handwerker kommen mit der Säge auf ihre Kosten.

Update 10. September 2019

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind nach wie vor aktuell.

Gerade zur Holzbearbeitung braucht man sie immer wieder mal: die Stichsäge. Sie ist sowohl für gerade Schnitte als auch für Kurven ein zuverlässiger Helfer. Natürlich macht die voranschreitende Akku-Technologie auch vor Elektrowerkzeug nicht Halt und jeder namhafte Hersteller hat inzwischen mindestens eine Stichsäge im Angebot, die auch ohne Steckdose ihren Dienst verrichtet. Wir haben neun davon getestet.

Zwei Fragen drängen sich unweigerlich auf: Sind Stichsägen mit Akku wirklich stark genug? Und sind teure Maschinen ihren hohen Preis wert? Zur ersten Frage können wir gleich Entwarnung geben: Ja, auch Stichsägen mit Akku haben genug Power unter der Haube, um mit den üblichen Aufgaben problemlos fertig zu werden.

Mit der zweiten Frage verhält es sich weniger eindeutig, denn da kommt es auf Ihre Bedürfnisse an. Die Qualitätsunterschiede zwischen teuren und günstigen Modellen sind nicht von der Hand zu weisen, doch nicht jeder braucht gleich eine Profi-Maschine, wenn er dreimal im Jahr ein paar Schnitte macht. Wer hingegen vorhat, seine Stichsäge häufig und lange zu nutzen oder Wert auf möglichst genaue Schnitte legt, ist mit einem Profi-Modell ganz klar besser beraten.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Bosch GST 18 V-Li B

Test Akku-Stichsäge: Bosch GST 18V-Li
Die Bosch GST 18V-Li aus der blauen Reihe ist grundsolide, schneidet präzise und liegt hervorragend in der Hand.

Die Bosch GST 18V-Li macht in allen Bereichen eine gute Figur: Sie ist leistungsstark, top verarbeitet und super zu bedienen. Dafür sorgt neben dem gleichmäßigen Lauf des Motors auch die kompakte Bauweise, dank der die Maschine gut in der Hand liegt, ohne den Anwender schnell zu ermüden. Darüber hinaus schnitt sie im Test am präzisesten.

Die Bosch GST 18V-Li stammt aus Boschs blauer Profi-Serie – das merkt man auch am Preis: Je nach Akkuausstattung werden 400 Euro und mehr fällig. Wer schon Bosch-Akkus hat, ist fein raus. Die Stichsäge allein ist schon für unter 200 Euro zu haben.

Auch gut

Metabo STA 18 LTX 140

Test Akku-Stichsäge: Metabo STA 18 LTX 140
Die Maschine bietet eine sehr gute Führung und liefert tadellose Schnittergebnisse, ist aber sehr groß und schwer.

Die Metabo STA 18 LTX 140 sägt ebenfalls meisterhaft. In Sachen Leistung steht sie dem Testsieger in nichts nach. Allerdings ist sie ein ganzes Stück größer und schwerer als der Konkurrent und eignet sich damit eher für den Gebrauch in der Werkstatt – muss man die Säge auf Montage halten, spürt man das Gewicht schnell in den Armen. Für alles andere ist die Metabo-Stichsäge aber klar zu empfehlen. Vor allem bei Gehrungsschnitten macht ihr keiner etwas vor.

Gut & günstig

Einhell TE-JS 18 Li

Test Akku-Stichsäge: Einhell TE-JS 18 Li
Wer nur ab und zu sägt, bekommt bei Einhell eine gute Stichsäge für einen sagenhaften Preis.

Die Einhell TE-JS 18 Li ist kein Profi-Gerät, sondern richtet sich an Heimwerker, die ihrer Maschine nicht jeden Tag das Äußerste abverlangen. Sie ist nicht ganz so stark und robust wie die Konkurrenten von Bosch und Metabo, gemessen am Preis stellt sie aber alles in den Schatten. Was Einhell hier für wenig Geld anbietet, kann sich absolut sehen lassen und lässt die günstige Konkurrenz klar hinter sich.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutGut & günstig
Modell Bosch GST 18 V-Li B Metabo STA 18 LTX 140 Einhell TE-JS 18 Li Black + Decker BDCJS18 Bosch PST 18 Li Makita DJV181Z Ryobi R18JS-0 Trotec PJSS 11-20V Worx WX550.9
Test Akku-Stichsäge: Bosch GST 18V-LiTest Akku-Stichsäge: Metabo STA 18 LTX 140Test Akku-Stichsäge: Einhell TE-JS 18 LiTest Akku-Stichsäge: Black + Decker BDCJS18Test Akku-Stichsäge: Bosch PST 18 LiTest Akku-Stichsäge: Makita DJV181ZTest Akku-Stichsäge: Ryobi R18JS-0Test Akku-Stichsäge: Trotec PJSS 11-20VTest Akku-Stichsäge: Worx WX550.9
Pro
  • Gute Leistung, auch unter Last
  • Tadellose Verarbeitung
  • Exzellente Handhabung
  • Sehr präzise Schnitte
  • Außergewöhnlich gute Führung
  • Gute Leistung, auch unter Last
  • Beste Gehrungsschnitte im Test
  • Gute Ausstattung
  • Exzellentes Preis-Leistungsverhältnis
  • Komplett werkzeugfrei bedienbar
  • Ordentlicher Gehrungsschnitt
  • Brauchbar verarbeitet
  • Relativ günstig
  • Sägt zügig und kraftvoll
  • Kompakt und handlich
  • Guter Motor
  • Viel Zubehör im Lieferumfang
  • Komfortabler Drehzahlregler
  • Gute Absaugung
  • Sicherheitsschalter
  • Viel Zubehör im Lieferumfang
  • Zweitfunktion als Säbelsäge
  • Ruhige Führung beim Schnitt
Contra
  • Relativ teuer
  • Absaugstutzen separat erhältlich
  • Gehrungsschnitte nicht perfekt
  • Groß und sperrig
  • Schwer
  • Relativ teuer
  • Verarbeitung leicht schlechter als beim Testsieger
  • Mittelmäßiger Motor
  • Bei Pendelhub etwas ungenau
  • Schlecher Gehrungsschnitt
  • Sägt nicht immer lotrecht
  • Unpräzise, besonders bei Gehrungsschnitten
  • Groß und schwer
  • Unhandlich
  • Undurchdachte Anordnung der Bedienelemente
  • Ungenauer Gehrungsschnitt
  • Recht schwer
  • Mäßig nützliche Absaugung
  • Schlechter Pendelhub
  • Schlechte Verarbeitung
  • Schlechte Sicht aufs Sägeblatt
  • Schlechte Schnittergebnisse
  • Kein Gehrungsschnitt möglich
  • Wandert leicht von der Schnittlinie ab
Bester Preis
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Was Sie über Akku-Stichsägen wissen müssen

Wie bei allen Geräten, die Akkus nutzen, gibt es auch bei Stichsägen zwei wichtige Werte: Die Spannung, angegeben in Volt (V), und die Kapazität in Amperestunden (Ah). Während sich die Spannung bei verschiedenen Akkus für das gleiche Gerät nicht unterscheidet und eine 18V-Säge immer einen 18V-Akku braucht, sieht es bei der Kapazität anders aus.

Viele Hersteller bieten mehrere passende Akkus an, deren Kapazität sich mitunter drastisch unterscheidet. Auch hier hängt die Frage, welche Größe die richtige ist, von den Plänen des Nutzers ab – je länger man sägen will, umso höher sollte die Kapazität und somit die Angabe der Amperestunden sein. Andererseits schlagen starke Akkus mächtig aufs Budget.

Akku-Stichsäge Test: Metabo Sta 18 Ltx 140
Bei den Akkus kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen.

Die Akkus der verschiedenen Hersteller sind grundsätzlich nicht untereinander austauschbar, hier hütet jeder eifersüchtig sein eigenes System – in der Hoffnung, den Kunden damit zum Kauf weiterer Werkzeuge aus eigenem Haus zu bewegen.

Fast alle Stichsägen in unserem Test liefen mit einer Spannung von 18 Volt. Ausnahmen bildeten lediglich die Trotec PJSS 11-20V und die Worx WX550.9, die beide mit 20 Volt versorgt werden. Einen nennbaren Unterschied in Sachen Leistung konnten wir aufgrund der zusätzlichen 2 Volt aber nicht feststellen.

Ein zweiter Akku zum Wechseln ist empfehlenswert

Anders als beispielsweise Smartphones kann man die Akkus von Stichsägen nicht während des laufenden Betriebs aufladen, sondern muss stets den Akku herausnehmen und in ein separates Ladegerät stecken. Das bedeutet, dass alle weiteren Sägevorhaben zwangsläufig zunächst einmal auf Eis gelegt werden müssen, sobald der Akku schlappmacht. Und das passiert selbst den größten irgendwann, weshalb wir zumindest allen halbwegs begeisterten Bastlern – und Profis sowieso – mindestens einen zweiten Akku zum Wechseln empfehlen.

Ein Haken an der Akku-Euphorie ist der Preis. Schon die Anschaffungskosten der Stichsägen selbst liegen ein gutes Stück höher als die vergleichbarer Kabelmaschinen. Darüber hinaus kommen die meisten Stichsägen ohne Akku und Ladegerät, womit die Kosten nochmals steigen. Will man dann noch einen zusätzlichen Akku zum Wechseln, vielleicht sogar einen mit einer hohen Kapazität, geht das schnell richtig ins Geld.

Akku-Geräte sind nicht immer von Vorteil

Ein weiterer Punkt, den es zu bedenken gilt, findet sich in der Mobilität. Es liegt nahe, nur die Freiheit zu sehen, die der Verzicht auf die Stromstrippe verspricht, und tatsächlich gestaltet sich die Arbeit ohne die Stolperfalle deutlich angenehmer. Allerdings haben Akkus konstruktionsbedingt immer ein relativ hohes Gewicht und darüber hinaus müssen sie irgendwo untergebracht werden.

Die Folge sind größere und vor allem schwerere Maschinen – keine guten Voraussetzungen für die ersehnte Mobilität. Wer seine Stichsäge ausschließlich in der heimischen Werkstatt benutzen will und ohnehin nicht vorhat, sie jemals wieder von dort wegzutragen, ist mit einer klassischen Kabelmaschine sicher besser bedient.

So haben wir getestet

Für unseren Test haben wir uns 9 Maschinen besorgt und sie alle auf das gleiche Sortiment von Materialien losgelassen. Jedem der Geräte haben wir ein neues Sägeblatt derselben Marke spendiert, damit die Ergebnisse nicht durch eventuelle Qualitätsunterschiede der beiliegenden Blätter oder gar Verschleiß beeinflusst werden.

Zuerst mussten die Stichsägen zeigen, wie sie mit geraden Schnitten zurechtkommen – sowohl mit als auch ohne Pendelhub. Außerdem mussten sie eine Doppelkurve schneiden. Als Material diente dabei eine 19 Millimeter dicke Multiplex-Platte.

Anschließend haben wir die Motoren ordentlich arbeiten lassen, denn nun ging es an Massivholz: Eine 4 Zentimeter dicke Buchenholzplatte wartete darauf, zerlegt zu werden.

Um den Gehrungsschnitt zu testen, haben wir Geraden mit einem Neigungswinkel von 45 Grad in eine 19 Millimeter dicke Siebdruckplatte (Multiplex) gesägt.

Zuletzt haben wir bei jeder Säge das Holzsägeblatt durch ein ebenfalls nagelneues Metall-Sägeblatt ersetzt und damit ein Edelstahlrohr mit einer Wanddicke von 1,5 Millimetern gesägt.

Übersicht ist Trumpf

Neben einer glatten, nicht ausgefransten Schnittkante interessierte uns vor allem auch, ob die Schnitte sowohl gleichmäßig als auch lotrecht sind, also im rechten Winkel zur Oberfläche stehen. Außerdem haben wir darauf geachtet, wie die Handhabung der Maschinen ist, wie komfortabel sich der Werkzeugwechsel gestaltet, wie stabil der Auflagetisch ist und wieviel Übersicht man beim Sägen hat – denn selbst die beste Linientreue nutzt nicht viel, wenn man nicht weiß, wohin man überhaupt sägt.

Außer Acht gelassen haben wir die Betriebslaufzeit. Die hängt nämlich mit der jeweiligen Kapazität der Akkus zusammen und da die meisten Stichsägen standardmäßig ohne ausgeliefert werden, hätten derlei Messungen kaum Aussagekraft. Außerdem verbrauchen die Maschinen bei Widerstand mehr Strom – je nach zu sägendem Material und dessen Durchmesser erhält man unterschiedliche Ergebnisse. Wie bereits erwähnt, lässt sich das Problem leerer Stromspender mit einem Wechsel-Akku ohnehin umgehen. Wir meinen, die Akku-Kapazitäten sollten für die Kaufentscheidung nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Akku-Stichsäge Test: Bosch Gst 18v Li

Testsieger: Bosch GST 18V-Li B

Von allen getesteten Akku-Stichsägen hat uns die Bosch GST 18V-Li B am meisten überzeugt – und das mit Abstand. Ihr Motor läuft glatt und gleichmäßig und kommt auch nicht aus der Puste, wenn man die Säge fordert. Die Handhabung ist beispielhaft und die Schnitte sind sehr präzise.

Zwar ist die GST 18V-Li bei weitem nicht die günstigste Stichsäge im Test, aufgrund der herausragenden Leistung ist der aufgerufene Preis aber durchaus fair.

Testsieger

Bosch GST 18 V-Li B

Test Akku-Stichsäge: Bosch GST 18V-Li
Die Bosch GST 18V-Li aus der blauen Reihe ist grundsolide, schneidet präzise und liegt hervorragend in der Hand.

Die Bosch GST 18V-Li ist eine Stichsäge mit Bügelgriff – zumindest in der uns vorliegenden »B«-Variante. Bosch bietet auch eine Version mit »S«-Kürzel an, welche die bekannte Stabform nutzt, die wir beispielsweise auch bei der Metabo STA 18 LTX 140 sehen. Die Modelle unterscheiden sich nicht nur beim Bügel, sondern auch in der Art und Weise, wie die Drehzahl reguliert wird und bei den Gehrungsschnitten. Da wir das S-Modell nicht getestet haben, beziehen sich alle Informationen in diesem Artikel auf die B-Version.

Die Bosch GST 18V-Li gibt es in zwei Varianten

Die GST 18V-Li B ist recht kompakt gebaut und wartet mit einer guten Gewichtsverteilung auf. Obwohl sie kein Federgewicht ist, gelingt das Arbeiten damit erfreulich ermüdungsarm. Der Schwerpunkt ist trotz des hohen Aufbaus nahe genug am Werkstück, dass die Maschine nicht abrutscht, wenn man einmal zu sägen anfängt.

Ausstattung

Seitlich an der Stichsäge findet man den gewohnten Schalter für den Pendelhub in drei Stufen. Ebenfalls seitlich, aber weiter oben am Griff ist ein Sicherheitsschalter angebracht, der aber zum Glück nicht während des Sägens gedrückt gehalten werden muss. Einen Absaugstutzen hat die Maschine von Haus aus nicht, man kann ihn aber bei Bedarf separat nachkaufen.

Unserer Ansicht nach ist die Saugfunktion aber ohnehin nur ein kleines Schmankerl und bei den meisten Stichsägen bei Weitem nicht so nützlich, wie man es sich gerne vorstellt. Wir empfanden das Fehlen jedenfalls nicht als Nachteil.

Die Blattaufnahme ist vorbildlich und setzt auf das bewährte, herstellereigene SDS-System. Da auch sonst nichts weiter den Weg versperrt, kommt man bequem ran, und das Sägeblatt sitzt umgehend wie angegossen. Oberhalb der Aufnahme befindet sich eine kleine LED zum Ausleuchten des Arbeitsbereichs.

Zum Verstellen des Auflagetischs benötigt man einen Inbus-Schlüssel, der gleich mitgeliefert wird. Er hat, genau wie die zugehörigen Schrauben, einen größeren Durchmesser als das, was man bei der Konkurrenz zuweilen sieht. Braucht man ihn gerade nicht, kann man ihn zur Aufbewahrung in einer speziell dafür vorgesehenen Aussparung am Gehäuse der Säge versenken.

Säge-Test

Beim Ansetzen der Bosch GST 18V-Li bemerkt man sofort die hervorragende Übersicht: Nichts ist im Weg und man sieht das Sägeblatt und das Werkstück vernünftig, ohne sich dabei zu verrenken. Als wir sie starteten und damit ins Holz gingen, staunten wir nicht schlecht darüber, wie unglaublich vibrationsarm und gleichmäßig der Motor läuft. Darüber hinaus spricht sie sofort an, was eine äußerst genaue, fühlbare Kontrolle ermöglicht.

Das Sägebild war dementsprechend großartig: Lotrecht, fast komplett ohne gerupfte oder ausgefranste Kanten und fast durchgehend linientreu – nur in den Kurven war die Säge minimal abgeglitten. Kein anderes Gerät im Test konnte mit einer derartigen Präzision aufwarten.

Hervorragendes Sägebild

Der Eindruck setzte sich fort, als wir uns die vier Zentimeter dicke Holzplatte vornahmen: Selbst mit eingeschaltetem Pendelhub auf oberster Stufe riss die Säge kaum ins Holz und hinterließ eine fast vollständig lotrechte Kante. Bei ausgeschaltetem Pendelhub sägte die GST 18V-Li gemächlicher, aber nicht weniger kraftvoll. Das dabei entstandene Sägebild war schlichtweg fantastisch.

Beim Gehrungsschnitt erlebte die Euphorie dann allerdings doch einen kleinen Dämpfer. Man mag einwenden, wer Gehrungsschnitte mit einer Stichsäge macht, ist selbst schuld. Das stimmt, aber wenn man nichts anderes zur Hand hat, muss dafür eben auch die Stichsäge herhalten. Und da fast alle Maschinen die Möglichkeit anbieten, müssen wir das auch bewerten.

Zwar gelang es der Bosch-Säge problemlos, das Holz zu durchtrennen, – etwas anderes hatten wir angesichts des starken Motors auch gar nicht erwartet – die Orientierung zur Schnittlinie gestaltete sich aber verhältnismäßig schwierig. Gerade im direkten Vergleich mit dem Gehrungsschnitt-Großmeister von Metabo ergab sich ein eher etwas ernüchternder Eindruck.

Neben der Orientierung dürfte vor allem der Auflagetisch dazu beigetragen haben, der bei der Metabo-Maschine ein gutes Stück breiter gebaut ist und dadurch besser stabilisiert als es der schmale Tisch der Bosch GST 18V-Li könnte. Trotz der Kritik meckern wir hier aber auf ziemlich hohem Niveau, denn bezogen auf das gesamte Testfeld war der Gehrungsschnitt der Bosch-Säge immer noch besser als der Durchschnitt.

Unser Stahlrohr schnitt die Bosch GST 18V-Li wieder gewohnt angenehm. Gerade beim Sägen von Metall bevorzugen wir in aller Regel eine feste Einstellung der Drehzahl. Die stufenlose Regulierung über den Abzug, wie sie auch die Bosch-Säge hat, ist zwar praktisch, führt aber auch schnell zu einem unerwünschten Rupfen und Hüpfen, wenn man nicht genug aufpasst bzw. nicht gleich entsprechend nachreguliert.

Was man bevorzugt, ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, wir haben allerdings festgestellt, dass eine feste Einstellung besonders in Metall einen saubereren Schnitt ermöglicht. Nutzt man dieselbe Stichsäge dauerhaft, gewöhnt man sich aber bestimmt auch daran.

Nachteile?

Die Bosch GST 18V-Li mag vielleicht die beste Akku-Stichsäge sein, perfekt ist sie aber nicht. Zum einen trägt sie ein stolzes Preisschild und nicht jeder wird bereit sein, soviel Geld für eine Stichsäge auf den Tisch zu blättern. Angesichts der hohen Anschaffungskosten wirkt es umso bitterer, dass Bosch für den Absaugstutzen noch einmal extra die Hand aufhält, zumal es sich dabei lediglich um ein Kunststoffrohr ohne aufwendige Zusatzfähigkeiten handelt.

Auch die Qualität der Gehrungsschnitte ist nicht optimal. Auch wenn die Bosch GST 18V-Li in allen anderen Bereichen besser ist – beim Gehrungsschnitt gewinnt eindeutig die Metabo STA 18 LTX 140.

Darüber hinaus haben wir nichts zu beanstanden. Die Bosch GST 18V-Li ist eine top Akku-Stichsäge, die richtig Freude bereitet. Sie schlägt nicht nur die günstige Heimwerker-Konkurrenz, sondern auch die Profi-Geräte – und ist ihnen gegenüber auch noch handlicher.

Bosch GST 18V-Li im Testspiegel

Leider hat bislang keiner der Kollegen die Bosch GST 18V-Li getestet. Sobald entsprechende Testberichte auftauchen, werden wir sie hier für Sie nachtragen.

Alternativen

Die Bosch GST 18V-Li ist eine großartige Stichsäge, doch sie ist nicht gerade günstig. Außerdem hatten wir noch eine weitere Maschine im Test, die gerade für Gehrungsschnitte eine noch bessere Wahl ist. Hier sind unsere Alternativen.

Auch gut

Metabo STA 18 LTX 140

Test Akku-Stichsäge: Metabo STA 18 LTX 140
Die Maschine bietet eine sehr gute Führung und liefert tadellose Schnittergebnisse, ist aber sehr groß und schwer.

Selten war der Begriff »Power Tool« so treffend wie bei der Metabo STA 18 LTX 140. Eigentlich beschreibt das englische Wortpaar einfach nur den Begriff »Elektrowerkzeug«, doch hier kann man gleich in mehrfacher Hinsicht von »Power« sprechen – die Säge ist wirklich mächtig.

Schon beim Auspacken fiel uns auf, wie groß das Gerät ist. Das bullige Gehäuse lässt sich zwar noch gut greifen, mindestens mittelgroße Hände sollte man dazu allerdings mitbringen – und starke Arme, denn schwer ist ist die Maschine auch. Immerhin ist sie sehr gut ausbalanciert und kippt nicht in eine Richtung. Das macht sie zu einer guten Unterstützung in der Werkstatt, für die Montage wäre sie hingegen etwas überdimensioniert.

Für die Montage zu groß

Zu einer mächtigen Stichsäge gehört ein mächtiger Akku und dazu ein entsprechendes Ladegerät. Das trägt die Modellbezeichnung ASC 55 und weist auf seiner Oberseite stolz darauf hin, »air cooled« zu sein. Die Frage, ob ein Akku-Ladegerät tatsächlich eine Luftkühlung braucht, lassen wir an dieser Stelle offen. Wir wissen nur, dass das Teil im Einsatz ziemlich laut ist – lauter als der Lüfter eines Office-PCs. Den Schalldruck der typischen Krach-Quälgeister im Haushalt, wie etwa den eines Staubsaugers, erreicht das ASC 55 zwar nicht, es ist aber immer noch zumindest so laut, dass es stört.

Doch zurück zur Stichsäge selbst: Die STA 18 LTX 140 hat eine Reihe an Merkmalen, die dem Bedienkomfort zugute kommen: Es gibt ein Einstellrad für die Drehzahl und eine Absaugvorrichtung. Die kann nach links oder recht gedreht werden, wodurch wir unseren Saugrüssel bei Bedarf bequem aus der Gefahrenzone bewegen können. An der Stirnseite der Maschine befindet sich ein Splitterschutz, der zur besseren Übersicht abgenommen werden kann.

Das erleichtert auch den Sägeblattwechsel, der dank werkzeugloser Mechanik schnell und einfach vonstatten geht. Auch Änderungen im Neigungswinkel des Auflagetisches gehen frustfrei über die Bühne und setzen keine zusätzlichen Schraubendreher, Inbus-Schlüssel oder sonstiges voraus. Der Tisch ist sauber aus Alu-Druckguss gefertigt, macht einen sehr stabilen Eindruck und hat den üblichen Kunststoffschuh zur Schonung empfindlicher Oberflächen im Gepäck.

Im ersten Praxistest zeigte die Metabo STA 18 LTX 140 dann, was sie konnte – und sie konnte einiges. Beim ersten Versuch sägte sie sich munter durch unsere Multiplex-Platte, als sei es ein Kinderspiel. Das wäre an sich schon eine gute Leistung, richtig beeindruckt waren wir allerdings, als wir bemerkten, dass wir unsere Multiplex-Platte nicht weit genug hervorgezogen und dadurch versehentlich mehrere Zentimeter tief in den massiven Holzklotz gesägt hatten, auf dem unser Werkstück lag. Die STA 18 LTX 140 interessierte das aber kein bißchen – sie schnitt mit einer schon fast beängstigenden Leichtigkeit den Block einfach gleich mit.

Das Schnittergebnis konnte sich trotz des kleinen Intermezzos sehen lassen: Die Kante war sauber und an den meisten Stellen lotrecht, selbst in den Kurven. Ein ähnliches Bild ergab sich beim Schnitt durch die Buchenholzplatte. Hier war die Kante nicht ganz so lotrecht, aber immer noch eine der besten im Test und siedelte sich direkt nach der unseres Testsiegers an. Das Schneiden von Metall schaffte sie selbstverständlich auch problemlos, was uns zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr überraschte.

Überragende Gehrungsschnitte

Neben den Rekorden für Größe, Gewicht, Kraft und das lauteste Ladegerät konnte die Metabo STA 18 LTX 140 noch in einem weiteren Bereich einen neuen Standard setzen: Bei den Gehrungsschnitten. Keine andere Stichsäge im Test zauberte so schöne und genaue Schrägschnitte ins Holz wie die STA 18 LTX 140, auch nicht unser Favorit von Bosch.

Das lag neben dem ruhigen Lauf und der schieren Leistung sicherlich auch an der hervorragenden Übersicht – die Markierungslinie ist wirklich genau da, wo auch das Sägeblatt läuft. Darüber hinaus ist der Tisch im Vergleich zu denen der anderen getesteten Maschinen – einschließlich der von Bosch –  recht breit, was zusätzliche Stabilität verspricht.

Apropos Stabilität: Die Metabo STA 18 LTX 140 ist sehr solide verarbeitet, im direkten Vergleich mit der Bosch GST 18V-Li zieht sie aber trotzdem den Kürzeren. Unter starker Belastung spürt man, wie das Gehäuse minimal nachgibt. Das passiert bei der Bosch-Säge nie. Es ist auch nicht dramatisch und fällt wirklich nur auf, wenn man beide Maschinen unmittelbar nacheinander in Betrieb nimmt, verschweigen wollen wir es dennoch nicht.

Zusammengefasst ist die Metabo STA 18 LTX 140 eine komfortabel zu bedienende, extrem kraftvolle, aber auch sehr unhandliche Profi-Maschine und die erste Wahl, wenn es um Gehrungsschnitte geht.

Gut & günstig

Einhell TE-JS 18 Li

Test Akku-Stichsäge: Einhell TE-JS 18 Li
Wer nur ab und zu sägt, bekommt bei Einhell eine gute Stichsäge für einen sagenhaften Preis.

Die Einhell TE-JS 18 Li richtet sich an preisbewusste Privatanwender. Dementsprechend erreicht sie nicht das hohe Niveau der Profi-Modelle, für grundlegende Basisarbeiten reicht sie jedoch allemal.

Die Stichsäge ist gut ausgestattet und kommt von Haus aus mit einem Absaugstutzen und einer LED-Lampe zum Ausleuchten des Arbeitsbereichs. Auch der obligatorische Pendelhub ist mit von der Partie und ist, genau wie bei vielen Konkurrenzmodellen, in drei Stufen einstellbar. Einen eigenen Schalter zur Einstellung der Drehzahl gibt es leider nicht – die ist, wie so oft, im Abzug untergebracht.

Gute Ausstattung

Die Sägeblattaufnahme ist stabil, einfach zu handhaben und kann ohne zusätzliches Werkzeug bedient werden. Das gleiche gilt für den Auflagetisch, der für unseren Geschmack allerdings etwas schmal ausgefallen ist.

Wie zu erwarten war, merkt man beim Sägen den Unterschied zu den weit teureren Profi-Geräten durchaus. Zwar absolvierte die TE-JS 18 Li unseren Säge-Parkour ohne Mucken, wir mussten aber mit deutlich mehr eigener Kraft arbeiten und die Schnittkante war nicht immer durchgehend gleichmäßig. Mit eingeschaltetem Pendelhub war es weniger anstrengend, dafür wurden die Abweichungen größer.

Guter Schnitt mit leichten Dämpfern

Ihr Gehrungsschnitt konnte uns wieder überzeugen: Es ist zwar einigermaßen schwierig zu erkennen, wo genau die Schnittlinie verläuft, über das Ergebnis können wir uns aber nicht beschweren. Auch die leichte Sorge, der schmale Tisch würde der Säge nicht genug Stabilität gewährleisten, entpuppte sich in der Praxis als unbegründet. Sehr schön!

Metall schnitt die TE-JS 18 Li zufriedenstellend, wir mussten beim Sägen aber relativ stark den Widerstand erfühlen. Das Problem haben allerdings alle Stichsägen, die auf eine feste Einstellung der Drehzahl verzichten.

Alles in Allem weiß die Einhell TE-JS 18 Li  zu gefallen. Der Vergleich zu drei- bis viermal teureren Profi-Maschinen wäre kaum fair und bricht man es auf die schiere Leistung runter, gewinnt die Einhell-Säge sicherlich keine Lorbeeren. Im Vergleich zu anderen günstigen Geräten ist sie allerdings klar im Vorteil. Alles Nötige ist vorhanden, die Handhabung ist gut und sie erlaubt sich in keiner Disziplin grobe Schnitzer – was will man mehr?

Außerdem getestet

Black + Decker BDCJS18

Die Black + Decker BDCJS18 gibt es wahlweise mit oder ohne Akku und Ladegerät zu kaufen. Wir hatten das Komplettpaket und mussten schmunzeln, als wir es auspackten, denn das enthaltene Ladegerät ist winzig – vor allem, weil wir unmittelbar davor den mit Lüftern versehenen Koloss von Metabo in der Hand hatten. Das Gerät erfüllt seinen Zweck, der »Chihuahua gegen Dobermann«-Eindruck blieb trotzdem, zumal sich selbiger auch auf die entsprechenden Sägen ausweiten lässt.

Zugegeben: Der Vergleich ist nicht wirklich fair. Die BDCJS18 ist für Heimanwender konzipiert und allein der Akku kostet bei Metabo gut halb soviel wie das Gesamtpaket bei Black + Decker. Der Akku hat hier allerdings auch nur eine Kapazität von 2 Amperestunden, was reicht, um kurz einige kleinere Arbeiten zu verrichten – bei größeren Projekten kommt man damit aber bald an seine Grenzen.

Die BDCJS18 hat zwei Pendelhubstufen und einen Arretierungsknopf, verzichtet aber auf eine LED-Beleuchtung, eine Absauge und einen Splitterschutz. Um den Winkel des Auflagetischs zu verändern, braucht man Werkzeug, denn man muss zuerst eine Inbus-Schraube lösen. Die ist vernünftig bemessen und macht einen stabilen Eindruck. Ein passender Schlüssel liegt bei.

Auch der Schutzbügel vor dem Sägeblatt wirkt solide. Der Drehzahlregler ist im Abzug untergebracht; einen separaten Schalter hat die Stichsäge nicht.

Beim Sägen tat sich die Maschine mitunter etwas schwer. Anfangs schnitt sie die Multiplex-Platte fast lotrecht, doch spätestens in den Kurven neigte sich der Winkel zunehmend in die Schräge. Ähnliches zeigte sich beim Sägen durch die Buchenholzplatte: Da wir hier allerdings nur gerade geschnitten haben und keine Kurven vorkamen, war das Ergebnis recht passabel.

Mit Stahl hatte die BDCJS18 keine Probleme, wohl aber mit dem Gehrungsschnitt in Holz. Zum Einen hat das Sägeblatt zu viel Spiel, zum Anderen gestaltet sich die Orientierung schwierig und ein genauer Schnitt wird zum Glücksspiel.

Auffällig war die extreme Menge an Holzstaub, die beim Sägen mit der BDCJS18 anfiel. Wir wissen nicht warum, doch die Black+Decker-Säge produzierte locker die Hälfte mehr Dreck als es die Konkurrenz im Durchschnitt tat.

Die Bosch PST 18 Li ist gewissermaßen das grüne Heimwerker-Gegenstück zu unserem blauen Testsieger. Sie wirkt nicht ganz so robust wie die Profi-Schwester, was angesichts des deutlich niedrigeren Preises aber niemanden überraschen sollte. Der Maschine liegen einige transparente Plastikaufsätze bei, die schnell verloren gehen können – hier ist Ordnung gefragt.

Der Auflagetisch ist lediglich mit einer kleinen Schlitzschraube versehen, was einiges über die Stabilität aussagt – eine vernünftig dimensionierte Inbus-Schraube wäre hier angemessen gewesen. Der Absaugstutzen brauchte etwas Überredungsarbeit, bis er auf unseren Saugrüssel passen wollte, ließ sich aber letztendlich doch anbringen und erledigte seine Aufgabe zufriedenstellend.

Die Drehzahl wird, wie bei vielen Akku-Stichsägen, über den Abzug reguliert. Einen Drehschalter für eine Festeinstellung hat die Maschine nicht.

Die Multiplex-Platte packte die PST 18 Li mit Bravour. Das Sägen ging zügig und fühlte sich durchzugsstark an; der Schnitt war recht sauber. In der dicken Buchenplatte fing sie allerdings an, leicht zu wandern, und präsentierte sich schon merklich wackliger. Das Stahlrohr durchtrennte sie wieder schnell und sauber.

Tadeln müssen wir die Bosch-Säge allerdings für den Gehrungsschnitt: In der Schrägstellung gestaltete sich die Orientierung überaus schwierig und es war kaum möglich, die vorgezeichnete Schnittlinie sicher zu treffen. Besonders hohe Genauigkeit sollte man hierbei nicht erwarten.

Alles in Allem ist die Bosch PST 18 Li eine gute Stichsäge, die nichts grundlegend falsch macht, aber auch nichts außergewöhnlich toll. Gegen die blaue Schwester verliert sie bei den Sägeergebnissen und gegen die ähnlich gute Einhell TE-JS 18 Li beim Preis. Wer allerdings bereits viel Bosch-Werkzeug zuhause hat und somit auf bereits vorhandene Akkus und Ladegeräte zurückgreifen kann, darf bedenkenlos zugreifen.

Wir waren von der Makita DJV181Z überrascht – aber nicht positiv. Eigentlich gelten die Werkzeuge des japanischen Konzerns als hochwertige Profi-Maschinen und genießen eine entsprechende Anerkennung. Gerade deshalb waren wir mit einer gewissen Erwartungshaltung an den Test der DJV181Z herangegangen, doch die Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten.

Doch zuerst das Positive: Der Motor wirkt kraftvoll und läuft ruhig; Vibrationen halten sich in Grenzen. Zudem war der Schnitt durch Stahl sehr sauber.

Leider war es das auch schon wieder mit den Lorbeeren, denn Präzision gehört keinesfalls zu den Stärken der Makita-Säge. Beim Schneiden von Kurven glitt sie ab, die Buchenholzplatte hinterließ sie mit einer ausgefransten Schnittkante und die Linie beim Gehrungsschnitt richtig zu treffen war auch alles andere als einfach. Das Führungsrädchen, welches das Sägeblatt hält, ist schlichtweg nicht stabil genug, um die Belastung auszuhalten. Die Folge: Das Blatt fängt beim Sägen an zu zappeln.

Als wäre das noch nicht genug, ist auch die Handhabung eine regelrechte Zumutung: Die Maschine ist groß und lässt sich schlecht greifen und zu allem Überfluss sind die Bedienelemente äußerst unpraktisch positioniert. Vor allem der Sicherungsknopf ist während der Benutzung kaum zu erreichen. Eigentlich sollte man die Säge aus Sicherheitsgründen nicht frühzeitig einschalten, doch die DJV181Z lässt einem kaum eine andere Wahl – man schaltet sie notgedrungen vorher an und geht dann erst ins Werkstück.

Die Makita DJV181Z wäre eine gute Stichsäge, hätte der Hersteller nicht an der Führung gespart und sich mehr Gedanken über die Handhabung gemacht. Der Motor vermittelt nämlich einen sehr guten Eindruck. Hier wurde jede Menge Potenzial verschwendet. Schade!

Die Ryobi R18JS-0 verzichtet auf einen Splitterschutz an der Vorderseite, doch das hat gewisse Vorteile: Durch die langen Sicherheitsbügel hat man eine gute Sicht auf die Schnittlinie und weiß somit jederzeit, wo man eigentlich sägt. Davon abgesehen ist die  Maschine recht gut ausgestattet: Eine LED-Beleuchtung sorgt für noch bessere Übersicht und ein beiliegender Kunststoffschuh schützt bei Bedarf die sensiblen Oberflächen empfindlicher Werkstücke.

Ungewöhnlich ist der Knopf zum Arretieren des Motors, denn zu unserer Überraschung handelt es sich dabei keineswegs um eine Sicherung: Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, denn die Taste hält den Motor am Laufen wenn man den Abzug loslässt, nicht aber anders herum.

Ein Absaugstützen zum Anschluss eines Staubsaugers ist vorhanden, nutzt in der Praxis allerdings kaum etwas – im Test war es fast egal, ob wir die Funktion im Einsatz hatten oder nicht.

Wirklich super ist der Drehzahlregler: Er ist an seiner Position sehr gut zu erreichen und ermöglicht, während des Sägens zu reagieren, ohne absetzen zu müssen. Bei gleichbleibendem Widerstand kann man ihn aber auch lassen, wie er ist, wodurch die Säge gleichmäßiger durch das Material geführt werden kann, als es mit einer Drehzahlregelung im Abzug möglich wäre.

Insgesamt ist die Handhabung der Ryobi-Säge gelungen. Zwar handelt es sich um ein Modell mit Bügelgriff, trotzdem ist sie nicht zu hoch gebaut, als dass es den Schwerpunkt zu weit nach oben verlagern würde. Dadurch lässt sich die Maschine gut führen.

Der Winkel des Tischs kann bis 45 Grad eingestellt werden. Das klappt zum Glück ohne Werkzeug; das gleiche gilt für die Aufnahme des Sägeblatts.

Der Motor hat nicht zu wenig Leistung, was er besonders beim Sägen von Metall beweist. Hier kommt auch die bereits erwähnte Drehzahlregelung zum Tragen – die R18JS-0 schnitt sich souverän durch unser Edelstahlrohr.

Auch durch Holz arbeitete sich die Säge recht zügig, aber leider vollkommen ungenau. Ohne Pendelhub war das Schnittergebnis noch einigermaßen in Ordnung – wenn auch nicht toll – mit Pendelhub allerdings komplett inakzeptabel: Der Schnitt war verzogen und ungleichmäßig und die Ränder waren stark eingerissen. Bei Geraden war das störend, bei Kurven völlig unbrauchbar.

Das ist schade, denn die R18JS-0 macht eigentlich vieles richtig. Sollte Ryobi irgendwann einen Nachfolger herausbringen, der die Probleme mit der mäßigen Absaugung und dem desaströsen Pendelhub löst, können wir vielleicht eine Empfehlung dafür aussprechen. In der aktuellen Fassung überwiegen aber leider die Nachteile.

Die Trotec PJSS 11-20V ist in vieler Hinsicht quasi das Gegenteil der Ryobi R18JS-0: Der Drehzahlregler ist einmal mehr im Abzug untergebracht, der Sicherheitsschalter, der das Gerät beidseitig ziert, dient tatsächlich zu Sicherung und die Sicht aufs Sägeblatt ist miserabel: Es sitzt zu weit hinten, die abgerundete Plastikabdeckung, die als Splitterschutz dient, nervt und die Nadel an der Vorderseite, die eigentlich die Führung erleichtern sollte, wackelt umher. So hilft sie nicht, sondern irritiert nur.

Die Absauge funktionierte tatsächlich – zumindest anfangs, denn nach nur drei Minuten Nutzung fiel der Stutzen einfach ab. Warum das Ganze zuerst gar nicht so schlecht funktioniert hat, ist uns schleierhaft, denn wie sich herausstellte, besteht die Verbindung nur aus zwei winzigen, instabilen Kunststoffnoppen, die so gut wie nichts aushalten.

Auch sonst wirkt die Verarbeitung klapprig: Die Hubstange vermittelt den Eindruck massiven Metalls, bei genauerer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass es sich nur um ein dünnes, geschweißtes Blechlein handelt. Das ist auch noch gewinkelt – und zwar in die Belastungsrichtung. Der Eindruck setzt sich beim Auflagetisch fort, der durch zwei kleine Inbus-Schräubchen gehalten wird, die für diese Art von Belastung alles andere als optimal sind.

Beim Schnitt mit Pendelhub auf der höchsten Stufe in die dicke Buchenplatte dachten wir für einen Moment, ein Erdbeben wäre im Gange – alles vibrierte. Die Maschine schaffte es nicht, die Leistung des Motors ins Holz zu übersetzen. Bei ausgeschaltetem Pendelhub ging es besser, dann war der Schnitt sauberer und sogar weitgehend im Lot.

Die Säge war trotzdem immer noch sehr unruhig und schwamm beim Schnitt recht stark. Sie wackelt im Betrieb einfach zu sehr. Außerdem gibt es kaum etwas zur Orientierung, wohin der Schnitt geht. Das Sägen von Metall war okay, Spaß machte es aber nicht – und es sollte immer Spaß machen, Werkzeug zu benutzen.

Aufgrund der mäßigen Ergebnisse und der schlechten Verarbeitung können wir die Trotec PJSS 11-20V leider nicht empfehlen.

Die Worx WX550.9 war die einzige Maschine im Test, mit der man keine Gehrungsschnitte ausführen kann. Dafür wartet sie mit einer anderen, interessanten Funktion auf: Auf Wunsch kann sie ohne Zuhilfenahme weiteren Werkzeugs zu einer Säbelsäge umgebaut werden – ein entsprechendes Sägeblatt liegt dem Gerät bereits bei. Dessen Aufnahme spiegelt die Zweitfunktion wider: Damit das Säbelsägeblatt hineinpasst, ist sie etwas breiter als bei der Konkurrenz.

Da es uns beim Testen speziell um Stichsägen ging, haben wir die Säbelsäge nicht auf Herz und Nieren geprüft, aufgrund der generell eher wenig berauschenden Gehrungsschnitte – ganz besonders bei günstigen Maschinen – könnte die Funktion für Manchen aber sogar nützlicher sein als das Schneiden im Winkel. Um gelegentlich einen Zweig im heimischen Garten zu stutzen, reicht sie jedenfalls allemal. Viel mehr dürfte mit dem gerade einmal 2 Amperestunden großen Akku vermutlich auch gar nicht möglich sein.

Der erste Eindruck beim Auspacken der Stichsäge ist von Kunststoff dominiert. Lediglich der Auflagetisch ist aus Metall und sogar geschweißt anstatt genietet – ein Punkt für Worx! Der Tisch fällt außerordentlich klein aus, was in diesem Fall aber nicht unbedingt von Nachteil ist: An einer Säbelsäge wäre er nur im Weg und an einer Stichsäge hilft ein großer Tisch vor allem bei Gehrungsschnitten, die hier ohnehin nicht möglich sind. Der Kunststoffschuh ist wieder mit von der Partie und schützt hier nicht nur empfindliche Oberflächen, sondern stabilisiert die ganze Konstruktion. Etwas Spiel hat man damit aber trotzdem immer in der Maschine.

Im Praxistest waren wir mit der Worx WX550.9 recht zufrieden: Auf Wunsch kann eine LED-Beleuchtung zugeschaltet werden, aufgrund des breiten Bügels und des Verzichts auf einen Splitterschutz hat man eine gute Sicht aufs Sägeblatt und die Maschine läuft sehr ruhig – selbst mit Pendelhub, der übrigens nur An/Aus kennt und nicht, wie bei den meisten Konkurrenten, mehrere Stufen vorsieht.

Der Schnitt wanderte selbst bei geraden Schnitten leicht ab, es blieb aber noch vertretbar. Bei Kurvenschnitten haben wir schon schlechteres gesehen. Stahl schnitt die Säge schön ruhig, aber leider nicht lotrecht.

Unterm Strich ist die Worx WX550.9 keine schlechte Säge und ein interessantes Multi-Werkzeug. Wer auf den Gehrungsschnitt verzichten kann, macht damit nichts falsch.

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