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Die beste Babytrage

last updateZuletzt aktualisiert:
Babytrage Test: Ruckeli Babytrage Organic Cotton
Andrea Zschocher

Andrea Zschocher

ist freie Journalistin, Buchautorin und Bloggerin. Sie schreibt gern über Familien­themen, unter anderem für Stern.de und Familie.de. Ihre Bücher unterstützen Familien in anspruchsvollen Zeiten. Auf ihrem Blog Runzelfüßchen berichtet sie über die schönen Seiten am Leben mit drei Kindern.

Wir haben 26 Babytragen getestet. Die beste ist für uns die Ruckeli Basic Slim. Mit ihr kann man sowohl Neugeborene als auch Kleinkinder in anatomisch korrekter Haltung tragen, und zwar vor dem Bauch, auf dem Rücken und auf der Hüfte. Die Trage ist leicht anzulegen und kann problemlos von verschiedenen Personen benutzt werden. Aber auch andere Babytragen sind empfehlenswert.

Update 26. Juni 2020

Wir haben neun weitere Tragen getestet. Die Hoppediz Primeo und die Kinderkraft Milo sind neue Empfehlungen.

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19. Dezember 2019

Die Stiftung Warentest hat einen Test zu Babytragen veröffentlicht. Testsieger wurden die Manduca XT, die wir ebenfalls empfehlen, und die Hoppediz Nabaca Regular. Unser Testsieger Ruckeli Basic Slim wurde von der Stiftung Warentest nicht getestet. Wir haben den Testspiegel entsprechend aktualisiert.

29. Mai 2019

Wir haben mit der Babybjörn One Air eine neue Babytrage getestet. Unser Testsieger bleibt weiterhin die Ruckeli Basic Slim.

22. März 2019

Wir haben neun neue Babytragen getestet. Der neue Testsieger ist die Ruckeli Basic Slim. Auch die Ergobaby Omni 360 sowie die Manduca XT sind neue Empfehlungen von uns.

Mit allen Tragehilfen aus unserem Test kann man das Kind vor dem Bauch mit dem Blick zum Elternteil umhertragen, in vielen auch auf dem Rücken und teilweise sogar auf der Hüfte. Einige Modelle ermöglichen auch das Tragen vor dem Bauch mit Blick nach vorn – eine Trageweise, die allerdings sehr umstritten ist.

Wir haben 26 Tragen über mehrere Wochen ausführlich mit einem fünf Monate alten Baby getestet. Bei den Tragen, die bis 20 Kilogramm Gewicht halten sollen, haben wir zusätzlich noch mit einem zweieinhalbjährigen Kleinkind getestet. Beim Update 2020 haben wir mit einem Einjährigen und einem Vierjährigen getestet, der überhaupt keine Lust aufs Tragen hatte. Preislich gibt es große Unterschiede – von günstigen 20 bis zu happigen 190 Euro ist alles dabei. 24 der getesteten Tragen sind aktuell noch verfügbar.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Ruckeli Basic Slim

Test Babytrage: Ruckeli Babytrage
Die Trage bietet vier Tragevarianten und überzeugt durch ein durchdachtes Konzept.

Die Ruckeli Basic Slim ist die Trage für alle Gelegenheiten. Sie ist für Kinder zwischen 3,5 bis 20 Kilogramm geeignet und damit eine der am längsten nutzbaren Tragen im Test. Sie ist als einzige Tragehilfe im Test laut Hersteller nachhaltig und fair produziert. Uns überzeugte das leichte Einstellen auf die jeweilige Größe des Kindes, die sehr gute Gewichtsverteilung auf Schultern und Hüfte sowie die Möglichkeit, die Trage klein zusammenzufalten.

Blick nach vorn

Ergobaby Omni 360

Babytrage Test: Omni360 Icymint Frontdw Us
Unsere Empfehlung für alle Eltern, die ihr Baby gern mit dem Blick nach vorn tragen möchten.

Keine Preise gefunden.

Für Eltern, die unbedingt ihr Kind mit der Blickrichtung nach vorn tragen möchten, gibt es auch eine Empfehlung. Die Ergobaby Omni 360 bietet die Möglichkeit, das Kind vor dem Bauch mit Blickrichtung zum Tragenden, aber auch mit Blickrichtung nach vorn zu tragen. Außerdem sind die Trageweisen Rücken und Hüfte möglich. Dabei muss beachtet werden, dass Ergobaby eine Verwendung erst ab dem sechsten Lebensmonat, in einer reizarmen Umgebung und für kurze Intervalle von zehn bis fünfzehn Minuten empfiehlt.

Auch gut

Manduca XT

Test Babytrage: Manduca XT
Eine der beliebtesten Tragen, die uns in der Neuauflage überzeugt.

Eine Tragehilfe mit Hüftgurt, Trägern und Schnallen für flexiblen Tragekomfort auf Hüfte, Bauch oder Rücken ist die Manduca XT. Sie ist geeignet für Kinder von 3,5 bis 20 Kilogramm, kann also ebenfalls lange im Einsatz sein. Für alle Eltern, die fürchten, nicht gelenkig genug zu sein, um die Schnalle im Rücken zu schließen, bietet die XT auch die Möglichkeit, die Träger angenehm im Rücken zu kreuzen.

Tragetuchähnlich

Hoppediz Primeo

Test Babytrage: Hoppediz Primeo
Eine Trage, die durch tolle Schulterraffung an ein Tragetuch erinnert.

Die Primeo von Hoppediz ist vor allem für die Eltern interessant, die mit einem Tragetuch liebäugeln, aber glauben, nicht mit den Stoffbahnen zurechtzukommen. Denn die Trage bietet allen Komfort einer guten Babytrage, weist aber die Besonderheit auf, dass die Gurte etwas breiter sind und über den Schultern aufgefächert werden. Im Ergebnis führt dies zu einem deutlich angenehmeren Trageerlebnis für die Eltern.

Wir konnten die Trage schon vor Verkaufsstart testen, erst ab etwa Mitte Juli 2020 wird sie offiziell im Handel erhältlich sein.

Gut & günstig

Kinderkraft Milo

Test Babytrage: Kinderkraft Milo
Eine gute Trage die recht preiswert ist und lange genutzt werden kann.

Unsere Preisempfehlung, die Milo von Kinderkraft, sollte am besten erst dann genutzt werden, wenn das Kind schon etwas älter ist. Denn die Anhock-Spreizhaltung, die gerade bei Neugeborenen eine wichtige Rolle spielt, kann hier nur bedingt gewährleistet werden. Dafür kann die Milo aber sehr lange benutzt werden, sie schafft auch 20 Kilogramm schwere Kleinkinder noch. Sie ist wunderbar weich und kann aufgrund von Größe und Gewicht wirklich überall mit hingenommen werden.

Für die ersten Monate

Marsupi Babytrage

Test Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi Babytrage
Hält mit Klettverschlüssen und ist damit so unkompliziert anzulegen, wie keine andere Trage.

Wenn es Ihnen vor allem auf das Tragen in den ersten Monaten ankommt, ist die Marsupi eine gute Alternative. Sie ist relativ günstig und dank Klettverschluss äußerst einfach zu handhaben. Lästiges Umstellen der Gurte, wenn heute Mama und morgen Papa den Nachwuchs durch die Gegend trägt, kann man sich bei ihr sparen.

Für ältere Kinder ist sie allerdings nicht geeignet, weil man sie nicht an die Größe anpassen kann und die Tragegurte nicht gepolstert sind. Aber wer ohnehin nicht vorhat, sein Kind noch durch die Gegend zu schleppen, wenn es schon laufen kann, für den ist die Marsupi eine sehr gute Wahl.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutBlick nach vornTragetuchähnlichGut & günstigFür die ersten Monate
ModellRuckeli Basic SlimManduca XTErgobaby Omni 360Hoppediz PrimeoKinderkraft MiloMarsupi BabytrageManduca FirstErgobaby OriginalErgobaby AdaptKokadi OnbuKokadi FlipKokadi Tai TaiNuna CudlHoppediz NabacaHoppediz Bondolino KlassikAmazonas MeiTaiBabybjörn One AirBykay Click CarrierAmazonas Smart Carrier ultralightElenker BabytrageLictin BabytrageGagaku BabytrageFillikid Babycarrier WalkChicco Easyfit
Test Babytrage: Ruckeli BabytrageTest Babytrage: Manduca XTBabytrage Test: Omni360 Icymint Frontdw UsTest Babytrage: Hoppediz PrimeoTest Babytrage: Kinderkraft MiloTest Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi BabytrageTest Tragehilfe: Manduca ManducaTest Tragehilfe: ERgobaby OriginalTest Babytrage: Ergobaby AdaptTest Babytrage: Kokadi OnbuTest Babytrage: Kokadi FlipTest Babytrage: Kokadi Tai TaiTest Babytrage: Nuna CudlTest Babytrage: Hoppediz NabacaTest Babytrage: Hoppediz BondolinoTest Babytrage: Amazonas MeiTaiTest Babytrage: Babybjörn One Air 3D MeshBabytrage Test: Bildschirmfoto 2020 06 30 Um 10.24.37Test Babytrage: Amazonas Smart Carrier ultralightBabytrage Test: Elenker BabytrageBabytrage Test: Lictin BabytrageTest Babytrage: GagakuTest Babytrage: Fillikid Babycarrier WalkTest Babytrage: Chicco Easyfit
Pro
  • Vier Tragevarianten
  • Lässt sich leicht zusammenfalten
  • Nachhaltig und fair produziert
  • Baby hat optimale Haltung
  • Schultergurte in H- und X-Form tragbar
  • Drei Tragevarianten
  • Mit langem Sonnenschutz
  • Mitgelieferte Bauchtasche
  • Alle Schnallen sind doppelt gesichert
  • Vier Tragevarianten
  • Verteilt das Gewicht gut auf den Schulter
  • Raffung an den Schultern sorgt für Tragetuchgefühl
  • Wächst lange mit
  • Sehr leicht
  • Kleiner Preis
  • Sehr schön weich
  • Wächst lange mit
  • Mit Klettverschluss
  • Einfache Handhabung
  • Relativ günstig
  • In der Waschmaschine waschbar
  • Sehr lange einsetzbar
  • Auf Hüfte, Bauch und Rücken tragbar
  • Praktische Tasche mit Reisverschluss am Rücken
  • Für Bauch-, Rücken-, und Hüfttrageweise
  • Von 3,2 bis 20 Kilogramm nutzbar
  • Schön weich
  • Toll für Schwangere oder Menschen mit empfindlichen Bauch, denn sie braucht keinen Gurt
  • Schnell angelegt
  • Sehr guter Sitz
  • Gute bebilderte Anleitung
  • Sehr langer Bauchgurt
  • Sitzt bequem
  • Guter Sitz
  • Anlegen geht ganz einfach
  • Wächst lange mit
  • viele tolle Extras wie Gurtschoner und Lätzchen
  • 4 Tragevarianten
  • Wächst sehr lange mit durch verschiedene Inklusivmodule
  • Sehr ausführliche, bebilderte Anleitung
  • Leicht anzulegen
  • Einfache Handhabung
  • Kein schwieriges Umbauen, wenn verschiedene Menschen tragen
  • Lange einsetzbar
  • Günstig
  • Für Bauch- und Rückentrage
  • Passt sich jeder Figur individuell an
  • Vier Tragepositionen möglich
  • Trage lässt sich gut an verschiedene Körper anpassen
  • Weiches Obermaterial (nach Oekotex-100-Standard zertifiziert)
  • Einfaches Rein- und Rausheben von größeren Kindern
  • Schön weiches Material
  • Sehr einfach zu benutzen
  • Lange nutzbar
  • Für alle, die gern verreisen
  • Für Front- und Rückentrageweise
  • Lässt sich superklein zusammenfalten
  • Günstig
  • Preiswert
  • Mit Tasche für Kleingeld oder Handy
  • Vier Tragepositionen möglich
  • Günstiger Preis
Contra
  • Gurte könnten vom Baby bei Zahnungsschmerz angeknabbert werden
  • Nicht ganz preiswert
  • Am besten erst ab Sitzalter benutzen
  • Tasche im Hüftbereich eher Dekoration
  • Eher für die ersten Monate geeignet
  • Etwas klobiger als andere Tragen
  • Extra Neugeboreneneinsatz nötig
  • Gewicht lastet auf den Schultern
  • Nackengurt braucht etwas Übung zum Schließen
  • Sehr stark gepolstert, das mag nicht jeder
  • Trage saß eher unbequem
  • Sehr dicke Trage
  • Träger eher unbequem
  • Für schmale Frauen ist die Slim-Fit-Variante zu empfehlen, da die Gurte zu wuchtig sind
  • Eher für leichte Babys gedacht
  • Anhock-Spreizhaltung lässt sich nicht überprüfen
  • Recht teuer
  • Gewicht des Kindes ist deutlich spürbar
  • Schnürrte am Hals etwas ein
  • Eher für leichte Babys geeignet
  • Baby sitzt in falscher Position
  • Billig verarbeitet
  • Schlecht gepolstert
  • Sehr unbequem
  • Keine ergonomische Babytrage
  • Kind fand sie sehr unbequem
  • Keine Anhock-Spreizhaltung möglich
  • Tut unter den Armen weh
  • Sehr kurzer Sonnenschutz
  • Keine Anhock-Spreizhaltung
  • Sehr schlechte Gewichtsverteilung
  • Bei Handwäsche waschbar
  • Sehr billiges Material
  • Nur bis 9 Kilogramm nutzbar
  • Keine Anhock-Spreizhaltung möglich
  • Nur zum Vorwärtstragen geeignet
Bester Preis

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Die Renaissance des Tragens

Babys sind Traglinge, keine Lieglinge. Der Kinderwagen, wie wir ihn heute kennen, wurde erst 1880 erfunden. Zuvor wurden Babys von ihren Müttern getragen. Auch heute noch tragen zwei Drittel der Weltbevölkerung Babys herum, statt sie im Kinderwagen zu befördern.

Auch in Deutschland erfreut sich das Tragen von Kindern immer größerer Beliebtheit, und auf dem Markt gibt es immer mehr Babytragen. In den 1970er-Jahren kamen zunächst Tragetücher auf den Markt, doch vielen »Nicht-Hippies« waren die zu kompliziert und zu »öko«.

Die Firma Babybjörn brachte dann eine Tragehilfe auf den Markt, die man wie einen Rucksack über den Schultern trägt und die schnell angelegt werden kann. Viele empfanden diese Innovation als schick – außerdem war das viel einfacher, als ein Tragetuch zu binden. Damit hat Babybjörn maßgeblich dazu beigetragen, das Tragen in Deutschland zu verbreiten.

Babys zu tragen wird immer moderner

Mittlerweile gehören Mütter und Väter, die ihr Baby vor dem Bauch tragen, fest ins Straßenbild. Die Auswahl an Babytragen, auch Komforttragen oder Carrier genannt, ist groß. Neben Firmen, die sich auf Tragehilfen spezialisiert haben, haben inzwischen auch zahlreiche große und bekannte Hersteller von Babyartikeln Babytragen im Sortiment.

Es gibt auch eine sehr große Bandbreite an Tragemöglichkeiten. Vom Tragetuch über sogenannte Half Buckle, wie etwa den Bondolino von Hoppediz, bis hin zur Fullbuckle-Trage, wie die meisten unserer Testmodelle, ist alles auf dem Markt verfügbar. Wir empfehlen Eltern eine Trageberatung zu machen, bei der sie die für sich passende Trage schnell herausfinden können. Denn nicht jedes Modell passt zu jeder Körperstatur, und nicht mit jedem Modell fühlen sich Eltern und Kind gleich wohl.

Was die Einen als total bequem beschreiben, kann bei Anderen tatsächlich schnell für Rückenschmerzen sorgen. Oder es behagt dem Baby nicht so sehr. Da ist Ausprobieren definitiv die richtige Devise.

Die Vorteile des Tragens

Tragen hat viele Vorteile für Babys. Eltern, die ihr Kind viel tragen, regen altersgemäß all seine Sinne an. Der intensive, regelmäßige Körperkontakt beeinflusst die Eltern-Kind-Beziehung ebenso positiv wie die Entwicklung des Kindes. Und für alle Eltern mit mehr als einem Kind bedeutet das Tragen auch immer: Beide Hände sind frei für die kleinen und größeren Katastrophen im Alltag mit Kindern.

»Tragen ist eine Förderung der kindlichen Entwicklung ganz nebenbei«, sagt Evelin Kirkilionis, promovierte Humanethologin und Mitbegründerin der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen. Laut Kirkilionis kann das Tragen sogar Fehlentwicklungen der Hüfte (Hüftdysplasien) vorbeugen oder gar therapieren.

Babys, die getragen werden, schreien weniger. Das hat Urs A. Hunziker vom Kinderspital Zürich in einer Studie nachgewiesen. Außerdem ist es praktisch – das weiß jeder, der schon mal versucht hat, mit einem Kinderwagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Treppen zu überwinden oder einen Spaziergang am Strand zu machen.

Tragen ist gut für die kindliche Entwicklung

Babytragen sind zudem günstiger und leichter als ein Kinderwagen. Sie benötigen weniger Platz und können bequem überallhin mitgenommen werden – auch auf Reisen.

Glaubenskrieg ums richtige Tragen

Welches die richtige Babytrage ist, darüber ist nicht nur im Internet ein heftiger Glaubenskrieg entbrannt. Mittlerweile hat sich rund ums Tragen ein neuer Berufsstand gebildet – der der TrageberaterInnen.

Der Begriff TrageberaterIn ist allerdings weder geschützt, noch staatlich anerkannt. Es gibt keine standardisierte Ausbildung, genauso wenig wie einen Berufsverband oder eine Dachorganisation. Theoretisch kann sich also jeder TrageberaterIn nennen. Und jeder kann eine Trageschule gründen, kostenpflichtige Ausbildungen anbieten und Zertifikate ausstellen. So gibt es im deutschsprachigen Raum mittlerweile acht Trageschulen und schätzungsweise rund 2.000 zertifizierte TrageberaterInnen. Jede/r hat ihre/seine eigene Meinung, welche der zahlreichen Babytragen auf dem Markt die beste ist.

Einig sind sich so gut wie alle TrageberaterInnen darin, dass eine gute Trage die Beinchen des Babys so unterstützt, dass sie mehr als 90 Grad angehockt sind – Anhock-Spreizhaltung nennt sich das im Fachjargon. Darunter versteht man jene Körperhaltung, die ein neugeborenes Kind automatisch einnimmt, wenn man es hochhebt: Die Beine sind angehockt, die Knie befinden sich auf Bauchnabelhöhe und die Oberschenkel sind leicht abgespreizt. In dieser Haltung kann das Kind gut auf der Hüfte getragen werden.

Anhock-Spreizhaltung
Die richtige Anhock-Spreizhaltung des Babys (Foto: DIDYMOS).

Um die korrekte Anhock-Spreizhaltung zu gewährleisten, muss der Steg zwischen den Beinen des Babys also breit genug sein, sonst hängen die Beine einfach herunter. Das Kind kippt dann ins Hohlkreuz, was für seinen Rücken nicht gut ist. Am besten wird die Anhock-Spreizhaltung über verschiedene Altersstufen hinweg mit einem Steg gewährleistet, der stufenlos verstellbar ist – so die gängige Meinung der TrageberaterInnen.

Babytragen sollten die natürliche Anhock-Spreizhaltung ermöglichen

Der Rücken soll sich in der Babytrage leicht runden und muss vor allem in den ersten Lebensmonaten gut abgestützt werden. Die meisten TrageberaterInnen sind der Meinung, das sei nur dann möglich, wenn die Babytrage aus speziellem Tragetuchstoff aus 100 Prozent Baumwolle gefertigt ist. Bei ganz kleinen Babys muss die Tragehilfe außerdem den Kopf des Kindes stützen, weil es ihn noch nicht selbst halten kann.

Doch hinter vielen Ansichten zum Thema Tragen stecken persönliche Vorlieben, wissenschaftlich begründet ist das wenigste. Egal, mit welcher Tragehilfe man sein Kind herumträgt, Schaden werden gesunde Babys kaum nehmen, auch wenn die Haltung mal nicht hundertprozentig korrekt ist.

Komfort ist alles

Wichtig: Die Babytrage sollte leicht ans Kind und die tragende Person anpassbar sein. Sie muss außerdem bequem und entlastend für den Tragenden sein, sonst wird sie wahrscheinlich eher selten genutzt. Denn auch das leichteste Baby wird irgendwann schwer, wenn es viele Stunden am Tag herumgetragen wird.

Das Material, aus dem die Tragehilfe hergestellt wird, spielt auch eine große Rolle. Babys lutschen gerne an den Trägern, deshalb sollten sie giftfrei sein. Außerdem kommt es auch auf die Jahreszeit an – atmungsaktive, dünne Stoffe sind im Hochsommer sehr viel angenehmer als dicke Konstruktionen.

So haben wir getestet

Wir haben ausführlich recherchiert und Babytragen ausgewählt, die entweder sehr verbreitet sind oder häufig von TrageberaterInnen empfohlen werden. Getestet haben wir die Tragen über mehrere Wochen hinweg mit einem fünf Monate alten Baby, sowie in den Fällen, bei denen die Tragkraft bis 20 Kilogramm ausgerichtet war, auch mit einem zweieinhalbjährigen Kleinkind. Im Update haben wir mit einem einjährigen Kleinkind getestet, sowie bei den Tragen, die auf bis zu 20 Kilogramm aushalten, mit einem vierjährigen Kind – was gewichtsmäßig noch gut passte, aber das Kind selbst hatte wenig Lust darauf, in einer Trage durch die Gegend getragen zu werden.

Babytrage Test: Ruckeli Babytrage Organic Cotton

Testsieger: Ruckeli Basic Slim

Die Ruckeli Basic Slim ist unser Testsieger, weil sie von Geburt (wenn die Babys mehr als 3,5 Kilogramm wiegen) bis zum Ende der Tragezeit (wenn die Kinder mehr als 20 Kilogramm wiegen) benutzt werden kann, weil sie das Gewicht des Kindes optimal verteilt, einfach anzulegen und zu handhaben ist und sich auf verschiedene Körperproportionen einstellen lässt. Darüberhinaus ist die Anhock-Spreizhaltung der Kinder durch das Einstellen von Rücken-Panel und Stegbreite gewährleistet. Preislich liegt die Ruckeli im Mittelfeld, ein weiterer Pluspunkt.

Testsieger

Ruckeli Basic Slim

Test Babytrage: Ruckeli Babytrage
Die Trage bietet vier Tragevarianten und überzeugt durch ein durchdachtes Konzept.

Die Ruckeli Basic Slim ermöglicht das Tragen von Babys im Alter von 0 bis 36 Monaten beziehungsweise von 3,5 Kilogramm bis 20 Kilogramm – entweder vor dem Bauch, auf dem Rücken oder auf der Hüfte. Zusätzlich können Kleinkinder auch ohne die Schultergurte auf der Hüfte platziert werden, um die elterliche Hüfte ein wenig zu entlasten. Dafür wird die Trage einfach in die Baumwolltasche geschoben. Eigentlich zur praktischen Aufbewahrung gedacht, bekommt die Ruckeli so noch eine weitere Funktion.

Babytrage Test: Ruckeli Babytrage Hüftsitz
Die Ruckeli als Unterstützung beim Tragen auf der Hüfte.

Es gibt die Ruckeli in zwei Varianten: Regular und Slim. Der Unterschied besteht dabei lediglich in der Länge der Schultergurte. Bei Personen mit Größe XL und größer empfiehlt sich der Griff zur Regular-Variante, bei sehr schmalen Personen mit Kleidergröße X(X)S eher der zum Slim-Modell. Für Eltern mit sehr unterschiedlichen Proportionen lohnt sich ein Blick auf die Website, hier steht beschrieben, für welche Variante sich die Eltern entscheiden sollten.

Die Ruckeli gibt es in verschiedenen Farben und auch beim Sonnenschutz haben Sie die Qual der Wahl. Denn Babytragen sind definitiv zu einem stylischen und praktischen Accessoire geworden. Die Trage kostet circa 140 Euro, spezielle Designs kosten etwas mehr.

Die Ruckeli Basic Slim ist bei 40 Grad maschinenwaschbar. Der Windelpo-Teil, also der Teil, der potentiell am schnellsten verschmutzen kann, ist sogar separat waschbar. Das werden sie spätestens dann zu schätzen wissen, wenn Ihr Nachwuchs das erste Mal die Windel unbemerkt füllt und anschließend die Kleidung und die Trage in arge Mitleidenschaft gezogen wurden. Das finden wir ziemlich gut durchdacht.

Was uns außerdem gut gefällt: Sowohl das Rücken-Panel als auch die Stegbreite sind mit wenigen Handgriffen individuell auf die Größe des Kindes anpassbar. Das ist gut, weil die Anhock-Spreizhaltung dann auch mit zunehmendem Alter und Größe des Kindes gewährleistet ist.

Durchdachtes Design

Die Ruckeli lässt sich, wenn Sie sie nicht benutzen möchten, recht klein zusammenlegen. Dann verstauen Sie die Trage bequem in dem Beutel, der sich an der Trage befindet. So wartet sie entweder auf ein erneutes Auspacken, oder Sie benutzen die Trage dann als Hüftsitz für Kleinkinder. Diese Trageweise empfehlen wir erst, wenn ihre Kinder wirklich sicher auf Ihrem Arm sitzen können. Und doch fiel sie uns positiv auf, denn keine andere Trage im Test kann auch ohne Gurte verwendet werden.

Zahnende Babys knabbern an den Gurten

Laut Herstellerangaben wird die Ruckeli nachhaltig und fair produziert. Das begrüßen wir sehr, denn gerade Babys neigen dazu, ihre (kommenden) Zähne in die Schultergurte von Tragen zu rammen. Oft verschafft ihnen das Linderung bei juckenden Zahnleisten. Zu wissen, dass die Kinder bei dieser Beschäftigung keine Giftstoffe aufnehmen, beruhigt das elterliche Gewissen sehr. Sollten Sie sich um das Aussehen der Trage sorgen – es gibt auch Gurtschoner für die Ruckeli, die allerdings separat gekauft werden müssen.

Das Testbaby schlief nach wenigen Minuten in der Ruckeli zuverlässig ein. Natürlich können wir an dieser Stelle kein Versprechen abgeben, dass dies bei Ihnen auch der Fall sein wird, aber wir konnten während des Testzeitraums durchaus beobachten, dass dies nicht bei allen Tragen der Fall war. Ob das Kind in einer Trage einschlief oder nicht, floss allerdings nicht in unsere Bewertung ein.

Wichtig dagegen war, ob sich die Fullbuckle-Trage gut an den Kinderkörper anpasst. Bei der Ruckeli klappte das hervorragend – es war sogar möglich, den Po so zu beuteln, wie es sonst nur bei Tragetüchern möglich ist. Diese Flexibilität bewerten wir sehr positiv, ebenso, dass sich der Stoff schon sehr weich anfühlt, obwohl die Trage ganz neu war. Da gibt es im Testfeld durchaus Kandidaten bei denen wir denken, dass ein bis zwei Wäschen das Material sehr viel weicher und griffiger machen würden.

Gewichtsverteilung in der Ruckeli Basic Slim

Was für alle Eltern wichtig ist: Wie gut verteilt sich das Gewicht des Kindes in der Trage? Auch hier kann die Ruckeli punkten. Sie entlastet die Schultern merklich und verteilt das Gewicht des Babys schön gleichmäßig auf den Hüften. Das können wir nicht von allen Tragen im Test behaupten, weswegen es hier eindeutig Pluspunkte für die Trage gibt. Auch nach langen Tragestunden waren weder unser Rücken, noch unsere Schultern verspannt.

Der Ruckeli liegen eine ausführliche Anleitung und Sicherheitshinweise bei. Außerdem ist eine Trageanleitung für die Bauchtrage auf der Trage selbst aufgedruckt, so dass Sie die Anweisungen nicht immer mitnehmen müssen. Wir versprechen aber auch: Nach wenigen Trageversuchen haben Sie verinnerlicht, wie Sie die Trage anlegen müssen.

Einfaches Anlegen und optimale Gewichtsverteilung

Denn das ist wirklich einfach: Man klippt sich die Trage um die Hüfte und zieht sie gemäß Ihres Körperumfanges fest. Dann hebt man das Baby in die Trage und beutelt es so gut ein, dass es die optimale Anhock-Spreizhaltung einnimmt. Üben Sie das ruhig ein paar Mal vor dem Spiegel. Sitzt Ihr Baby nicht mittig, dann sehen Sie das. Man zieht die Schultergurte über die Schulter, wodurch das Kind bereits gehalten wird. Nun hat mann die Hände frei, um die anderen Enden der Schultergurte über Kreuz in die vorgesehenen Öffnungen am Rücken des Kindes einzuklippen. Durch die doppelte Gurtführung haben sie eine optimale Gewichtsverteilung.

Die anderen Modelle im Test können entweder nur das Eine oder das Andere, die Ruckeli nutzt dafür das Beste aus beiden Welten. Dafür entfällt das Einklippen eines Brustgurtes, was manche Eltern vor körperliche Herausforderungen stellen kann.

Insgesamt macht die Trage einen sehr hochwertigen Eindruck. Und wem ein schlichtes Grau nicht zusagt: Es gibt einige Sondermodelle, die mit mehr Farbe daherkommen. Es gibt außerdem einen Sonnenschutz dazu, der schön leicht ist. Der kann, wenn er nicht genutzt wird, als Kopfstütze für kleinere Babys dienen. Denn so lange Kinder noch nicht selbstständig ihr Köpfchen halten können, empfiehlt es sich, wenigstens für die Zeit in der sie schlafen, eine Kopfstütze zu nutzen.

Ruckeli Basic Slim im Testspiegel

Für die Ruckeli Basic Slim liegen aktuell noch keine Testberichte vor. Wir werden diese hier im Laufe der Zeit nachtragen.

Im Test der Stiftung Warentest wurde die Manduca XT Testsieger. Bei den Halbschnallen-Tragen schnitt die Hoppediz Nabaca Regular am besten ab. Unser Testsieger Ruckeli Basic Slim wurde von der Stiftung Warentest nicht getestet.

Alternativen

Neben der Ruckeli gibt es noch andere, empfehlenswerte Babytragen, die sich jedoch nicht nur im Preis, sondern auch in der Qualität deutlich voneinander unterscheiden.

Auch gut

Manduca XT

Test Babytrage: Manduca XT
Eine der beliebtesten Tragen, die uns in der Neuauflage überzeugt.

Zu den vielleicht bekanntesten Tragehilfen gehören die von Manduca. Es handelt sich hier um eine Fullbuckle-Trage mit Hüftgurt, Trägern und Schnallen. Tragen von Manduca zeichnen sich vor allem durch ihre Langlebigkeit aus, denn mit ihnen können auch größere und schwerere Kinder gut getragen werden. Mit ihnen kann man auf dreierlei Weise tragen: auf der Hüfte, vor dem Bauch und auf dem Rücken.

Kreuz- oder H-Form sind möglich

Die Manduca XT ist eine Weiterentwicklung der klassischen Manduca. Uns gefiel, dass das Tragen vor dem Bauch hier nun auf zwei Arten möglich ist. Denn es gibt Menschen, die es nicht schaffen, den Brustgurt am Rücken zusammenzuklippen. Bei der XT ist dies nun nicht mehr unbedingt nötig, denn sie kann sowohl über Kreuz, als auch klassisch in H-Form getragen werden. Bei der H-Form muss der Brustgurt dann aber zugeklippt werden.

Das Anlegen der Manduca XT geht einfach und schnell – es ist eigentlich nicht möglich, hier einen Fehler zu machen. Das ist die gute Nachricht für all diejenigen, die nicht so gern in die sehr ausführliche Anleitung schauen möchten. Sie ist für die Bauch- und Rückentrage gemacht und ebenso für die Hüfttrageweise geeignet.

Das Testbaby war von den recht starren Schultergurten sehr begeistert. In kein anderes Testmodell vergrub es so schnell und so tief die wohl schmerzende Zahnleiste. Nach kurzer Zeit war die Trage an dieser Stelle nass. Es ist nicht auszuschließen, dass bei täglichem Gebrauch der Stoff hier dünner wird oder heller ausbleicht. Das können Sie mit Gurtschonern umgehen oder einfach als Verschleiß durch das Baby ertragen.

Anpassbares Rückpanel

Das Testbaby sitzt sehr gut in der Anhock-Spreizhaltung. Uns überzeugte auch, dass sich das Rücken-Panel mithilfe von Reißverschlüssen auf die unterschiedliche Größe des Kindes anpassen lässt. Auch die Manduca XT ist darauf ausgelegt, Kinder zwischen 3,5 Kilogramm bis 20 Kilogramm zu tragen. Sie verfügt über eine aufrollbare Kopfstütze für die Kleinsten und einen guten Sonnenschutz, der angenehm lang ist. Er wird über dem Kopf des Babys festgeklippt.

Das Material der Manduca erschien uns im Vergleich zum Testsieger fester, vielleicht lässt sich mit dem täglichen Tragen hier ein weicheres Gewebe erzielen. Aber das ist Geschmackssache, viele Tragende mögen auch das sehr feste Material. Waschbar ist die Manduca XT bei 30 Grad.

Blick nach vorn

Ergobaby Omni 360

Babytrage Test: Omni360 Icymint Frontdw Us
Unsere Empfehlung für alle Eltern, die ihr Baby gern mit dem Blick nach vorn tragen möchten.

Keine Preise gefunden.

Für alle Eltern, die ihre Kinder unbedingt mit dem Blick nach vorn tragen wollen, empfehlen wir die Ergobaby Omni 360. Sie ist die einzige Trage im Test bei der wir finden: Wenn es denn sein muss, kann man das mit dieser Trage machen. Auch die Firma Ergobaby zählt bei Babytragen zu den bekanntesten Marken und die Vorteile der Langlebigkeit, die wird schon bei Manduca angeführt haben, gelten hier ebenso.

Generell halten wir nicht viel davon, das Baby mit der Blickrichtung vorwärts zu tragen. Denn zu viele Reize strömen ungefiltert auf das Kind ein, es fehlt die Interaktion mit der vertrauten Personen. Auch wenn Babys natürlich den Eindruck erwecken, immer alles sehen zu wollen – sie brauchen die Unterstützung der Eltern, um das Gesehene zu verarbeiten. Darum empfiehlt Ergobaby nur kurze Tragezeiten von zehn bis fünfzehn Minuten mit Blickrichtung nach vorn.

Entlastung für Gelenke, Hüfte und Rücken

Es gibt viele Tragehilfen, die das nach vorn gerichtete Tragen ermöglichen. Allerdings wird die Anhock-Spreizhaltung meistens nicht ermöglicht, die Kinder hängen im Prinzip wie in einem Sack nach unten und der Po wird nicht gestützt. Das wird bei der Ergobaby Omni 360 durch Gleiter aus Stoff verhindert. Mit ihnen können die Eltern die Stegbreite auch für das vorwärtsgerichtete Tragen so einstellen, dass die Gelenke vom Baby geschont, die Hüfte gestützt wird und der Rücken orthopädisch korrekt gerundet ist. Das haben wir in der Form bei keiner anderen Trage gefunden.

Natürlich können Sie mit dieser Trage Ihr Kind auch in der zu Ihnen gerichteten Bauch-an-Bauch-Position tragen, sowohl auf dem Rücken als auch auf der Hüfte. Der Steg lässt sich mithilfe von Klettverschlüssen auf die jeweilige Größe einstellen, das geht fix und gefällt uns gut. Es ist sehr einfach gehalten, sodass es kaum zu Anwendungsfehlern kommen kann.

Sie verfügt über eine Kopfstütze sowie einen Sonnenschutz und ist bei 30 Grad waschbar. Die Ergobaby Omni 360 kann als Bauchtrage in der H-Form oder in der X-Form der Schultergurte getragen werden, je nachdem was sich für den Tragenden besser anfühlt. Das Gewicht wird gut verteilt und die Trage eignet sich für Kinder zwischen 3,2 Kilogramm bis 20 Kilogramm.

Für die ersten Monate

Marsupi Babytrage

Test Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi Babytrage
Hält mit Klettverschlüssen und ist damit so unkompliziert anzulegen, wie keine andere Trage.

Wer für eine Babytrage weniger Geld ausgeben möchte und in erster Linie eine Trage für die ersten Monate sucht, ist mit der Marsupi gut beraten. Sie wurde von der Hebammen-Zeitschrift ebenfalls mit »sehr gut« benotet.

Die Marsupi war von allen getesteten Tragehilfen am einfachsten anzulegen und eignet sich zum Tragen vor dem Bauch oder auf der Hüfte in korrekter Anhock-Spreizhaltung. Mit 400 Gramm ist sie sehr leicht und lässt sich gut verstauen, wenn man sie für unterwegs mitnehmen möchte.

Ungepolsterte Schultergurte werden schnell unbequem

Allerdings ist die Marsupi nicht so lange nutzbar wie die anderen Tragen, weil die Schultergurte nicht gepolstert sind, und bei schwereren Kindern wird das dann sehr schnell ziemlich unbequem für den Tragenden. Dafür eignet sie sich bereits für Neugeborene, denn es gibt einen »Bändiger« zur Regulierung der Stegbreite, bis circa 9 Monate.

Die Trage wird mit Hilfe von Klettverschlüssen geschlossen. Das ist einfach und praktisch, wenn mehrere Personen tragen wollen, denn man muss nichts umstellen. Einen Nachteil haben die Verschlüsse allerdings: Sie machen ein ziemlich lautes Geräusch, wenn man sie öffnet, sodass schlafende Babys davon aufwachen können.

Die Marsupi ist in sechs Farben und drei Größen (S/M, L und XL) erhältlich. Wenn beide – Vater und Mutter – das Baby tragen wollen, sollte man in jedem Fall die Größe L oder XL wählen.

Tragetuchähnlich

Hoppediz Primeo

Test Babytrage: Hoppediz Primeo
Eine Trage, die durch tolle Schulterraffung an ein Tragetuch erinnert.

Eltern, die eigentlich mit einem Tragetuch liebäugeln, könnten mit der Hoppediz Primeo froh werden, denn sie verbindet das beste aus beiden Welten miteinander. Da es sich um eine Trage handelt, ist sie natürlich sehr schnell angelegt und es müssen nicht ewig lange Stoffbahnen zusammengerafft und um den Körper geschlungen werden.

Gleichzeitig lassen sich die breiten Tragegurte über den Schultern aber angenehm auffächern und sorgen so nicht nur für eine optimale Gewichtsentlastung, sondern eben auch das typische Tragetuchgefühl. Viele Eltern haben gehört, dass das Tragen im Tragetuch das Beste sei, scheuen sich aber vor der etwas komplizierten Bindeweise. Bei der Primeo entfällt dies.

Die Trage wird einfach mit einem Klick-Verschluss auf der Hüfte geschlossen. Dieser ist sehr sicher, zum Öffnen müssen die Seiten und ein kleiner Knopf in der Mitte eingedrückt werden. Wenn der Gurt auf den eigenen Hüftumfang eingestellt ist (der Gurt ist sehr lang und so können auch kräftige Eltern gut mit der Trage tragen), kommt das Baby in die Trage, und dann werden die Träger in die Schnallen geklickt – alles wie bei vielen anderen Tragen auch.

Sehr gute Gewichtsverteilung dank breiter Träger

Der Unterschied liegt in der Breite der Träger. Zunächst hatten wir sie im Test nur eng über die Schulter gepackt, aus Gewohnheit. Und dann ist die Trage nicht besonders effektiv, das Gewicht des Testkindes spürten wir deutlich. Als wir die Träger auseinanderzogen, konnten wir richtig spüren, wie wir uns wieder aufrichteten. Das Gewicht ging weg von den Schultern und verteilte sich sehr gut.

Die Primeo lässt sich sehr gut auf individuelle Bedürfnisse einstellen, Sie können das Baby, wenn es noch ganz klein ist, mithilfe des kleinen Verschlusses besser einbeuteln und damit noch ein Stück mehr für ein Tragetuchgefühl sorgen. Das konnten tatsächlich nur wenige andere Tragen im Test.

Die Tragegurte haben mehrere weiße Streifen, die als Markierung dienen können. Oft tragen ja beide Elternteile, und wenn da große Größenunterschiede bestehen, muss jedes Mal die Trage neu eingestellt werden. Das fällt bei der Primeo ein bisschen leichter, weil sich jedes Elternteil einfach merken kann, an welcher Markierung die Träger sein müssen, damit es gut passt. Das Einstellen gelingt dann in wenigen Sekunden.

Für uns ist die Primeo von Hoppediz deswegen eine klare Empfehlung für alle Eltern, die sich gern Richtung Tragetuch umschauen möchten, sich das Binden aber nicht zutrauen.

Gut & günstig

Kinderkraft Milo

Test Babytrage: Kinderkraft Milo
Eine gute Trage die recht preiswert ist und lange genutzt werden kann.

Die Milo von Kinderkraft ist die Trage für alle Eltern, die sich erst etwas später fürs Tragen entscheiden. Für die ganz Kleinen können wir sie nicht empfehlen, weil die Anhock-Spreizhaltung nicht komplett zu gewährleisten ist. Spätestens wenn die Kinder selbstständig sitzen können, ist diese aber zu vernachlässigen. Aber auch Kinder die schon sitzen können, wollen oft getragen werden oder Eltern brauchen beide Hände frei.

Der vergleichsweise kleine Preis der Milo und das angenehme Tragegefühl machen sie auch für die »Späteinsteiger« unter den Trageeltern so attraktiv. Sie ist kuschelig weich und sehr anschmiegsam, das Testkind streichelte regelmäßig über unser Modell und kuschelte das Gesicht hinein.

Anlegen geht ganz fix: einfach den Hüftgurt schließen, Baby hineinsetzen und die Tragegurte zuklicken. Die Milo eignet sich als Bauch und Rückentrage und ist für Kinder bis zu einem Körpergewicht von 20 Kilogramm zugelassen. Im Test mit dem knapp unter 20 Kilo schweren Kind ging das auch, aber wenn wir ganz ehrlich sind, hatten weder Kind noch Eltern Lust auf diese Schlepperei.

Die Tasche ist ungünstig positioniert

Es gibt eine kleine Tasche im Hüftbereich, in der laut Hersteller Kleinteile wie Münzen oder Handy untergebracht werden können. Das halten wir für Blödsinn, denn die Tasche ist, wenn das Kind in der Trage ist genau unter dessen Po. Da werden Sie im Zweifelsfall eher schlecht ans Telefon kommen, wenn das Kind gerade eingeschlafen ist.

Der gute Sitz und die angenehme Gewichtsverteilung konnten uns aber voll überzeugen, denn bei Babytragen kommt es weniger auf kleine Taschen an als darauf, dass sich Kinder damit gut und sicher tragen lassen.

Außerdem getestet

Die Manduca First wurde von der Hebammen-Zeitschrift empfohlen. Mit der Komforttrage kann man nicht nur vor dem Bauch und auf dem Rücken tragen, sondern auch auf der Hüfte. Sie verfügt über einen integrierten Sitzverkleinerer und eignet sich für Kinder ab 3,5 Kilogramm bis 20 Kilogramm und ist daher auch lange nutzbar. Allerdings kann der Steg nur mit Hilfe separat erhältlicher Extender oder Verkleinerer angepasst werden und die Trage besteht nicht aus Tragetuchstoff. Dafür ist sie bei 30 Grad waschbar.

Die Ergobaby Original ist der Manduca ziemlich ähnlich. Sie verfügt aber zusätzlich noch über eine praktische Tasche mit Reißverschluss auf dem Rücken. Dafür ist die Kopfstütze, anders als bei der Manduca, nicht verstaubar. Und was noch entscheidender ist: Man benötigt für den Ergobaby Original einen Neugeborenen-Einsatz, wenn man ein Kind tragen will, das weniger als 5,5 Kilogramm wiegt. Mit dem Einsatz ist das Baby aber mit sehr viel Stoff umgeben, was im Sommer unangenehm warm werden kann. Außerdem kostet der Einsatz rund 25 Euro extra, sodass die Manduca First die bessere und günstigere Wahl ist.

Ergobaby Adapt

Test Babytrage: Ergobaby Adapt

Keine Preise gefunden.

Unser bereits drittes Modell von Ergobaby, die Ergobaby Adapt, ist für die Vorder-, Rücken- und Hüfttrageweise geeignet. Kinder zwischen 3,2 und 20 Kilogramm können mit ihr getragen werden. Überrascht hat uns, dass auf der Verpackung damit geworben wird, dass das Stillen eines Kindes in der Ergobaby Adapt möglich ist. Diesen Hinweis haben wir auf keiner anderen Trage gelesen. Eine Erklärung, wie genau das Stillen in der Trage funktioniert, wurde leider nicht gegeben.

Unser Testbaby hat sehr sensible Haut und bekam nach kurzer Zeit in der Trage leichten Ausschlag. Wir empfehlen generell, die Tragen zu waschen, bevor sie zum Einsatz kommen. Auch mit der Adapt kann in Bauchtrageweise in H- Form oder X-Form getragen werden. So können Eltern entscheiden, ob sie gelenkig genug sind, den Brustgurt auf dem Rücken selbst zu schließen, oder lieber die einfachere Version mit den gekreuzten Trägern wählen. Auf die Sicherheit hat das keinen Einfluss. Das Gewicht wird in beiden Fällen optimal verteilt.

Wir fanden das Tragen in der Ergobaby Adapt sehr angenehm. Positiv aufgefallen ist uns auch, dass Ergobaby viel Wert auf Sicherheit legt. So sind alle Schnallen doppelt gesichert, in dem sie durch Schlaufen geführt werden müssen. Die Kopfstütze und der Sonnenschutz sind bei der Trage ebenfalls dabei.

Sie sind schwanger oder besonders empfindlich in der Bauchregion und wollen trotzdem tragen? Dann ist die Onbu von Kokadi vielleicht das Richtige für Sie, denn hier gibt es keinen Bauchgurt. Das hat uns, zugegeben, zunächst auch verwirrt, und wir mussten im Internet erstmal nach einer Trageanleitung suchen, denn leider war die bei der Trage nicht dabei.

Das Kind muss sicher sitzen können, bevor Sie diese Trage ausprobieren können. Aber dann setzen Sie Ihren Nachwuchs einfach auf das untere Stück Stoff, hocken sich davor und setzen sich Trage und Kind wie einen Rucksack auf den Rücken. Wir hatten Zweifel, ob das wirklich hält, wurden aber sehr positiv überrascht. Auch als der Einjährige auf dem Rücken freudig auf und nieder wippte, hielt alles super fest. Das Gewicht liegt wegen des fehlenden Bauchgurtes auf den Schultern, und doch haben wir wenig davon gespürt.

Die Kokadi Onbu fällt sicher eher in den Bereich »special interest«, ist für uns aber für genau diese Sonderfälle eine totale Empfehlung.

Bei der Kokadi Flip gibt es unterschiedliche Versionen für Babys oder Kleinkinder. Darauf sollten Sie beim Kauf achten. Wir haben die Flip in der Toddler-Variante, also für Kinder mit einer Kleidergröße von 74 bis 98, getestet.

Auch diese Trage verfügt über einen sehr langen Bauchgurt, der durch einen doppelt gesicherten Klickverschluss. Geeignet ist die Flip für Bauch- und Rückentrage, das Testkind mochte vor allem die Rückenvariante sehr. Und auch wir fanden diese gut, denn hier ist es einfacher, den Brustgurt zu schließen. Das auf dem Rücken zu machen erfordert einige Übung, ist aber auch nicht unmöglich. Da die Trage aus Tragetuchstoff ist, schmiegt sie sich sehr schön an den Kinderkörper an.

Die Kokadi Tai Tai verfolgt ein ähnliches Prinzip wie die Flip und ist doch ganz anders, denn hier müssen Sie die Träger auf dem Rücken kreuzen und zusammenbinden. Auch dieses Modell gibt es in mehreren Größen, von Newborn bis Kleinkind. Sie lässt sich leicht anlegen und auch gut schnüren. Wenn Sie die Trage überall mitnehmen, können die langen Bänder etwas nerven und müssen dann aufgerollt werden.

Uns störte, dass das Testkind gern an dem Tragetuchstoff nagte. Das gefährdete, zumindest in unserem Test, nicht die Tragfähigkeit, ist bei dem Preis aber auch irgendwie ärgerlich. Denn so richtig ansehnlich ist die Trage, je nach Biss- und Sabberintensität dann nicht mehr. Und abgeknabberter Stoff lässt sich auch nicht so leicht wieder ersetzen. Wenn Sie erst tragen möchten, wenn die Zahnungsphase schon vorbei ist, oder die Ästhetik ist Ihnen nicht so wichtig , lohnt sich auch hier ein Blick. Die Tai Tai verteilt das Gewicht sehr gut und da Tragen in Bauch- und Rückenvariante möglich ist, haben Sie lange Freude an dem Modell.

Die Nuna Cudl kommt mit vielen Extras. Sie ist für Babys ab 3,5 Kilogramm bis 16 Kilogramm gedacht und bringt neben Gurtschonern und einem Beutel auch noch einen Spuckschutz und einen Nackenschutz mit. So sind Eltern für alle Trageunfälle gewappnet, denn wie schnell ist eine Trage doch auch mal vollgespuckt.

Allerdings sind die vielen Extras nicht ausschlaggebend für unsere Bewertung. Die Nuna Cudl lässt sich gut anlegen und der Klettverschluss ist super stark – da müssen Eltern keine Angst haben, dass sie etwas löst und das Baby herausrutscht. Stattdessen ermöglicht der Klett, dass Eltern mit verschiedenen Körperformen trotzdem nur eine Trage brauchen. Wir empfanden die dick gepolsterten Tragegurte als unbequem, das Zusammenklicken des Brustgurtes hinter dem Rücken erfordert etwas Übung. Andere Tragen im Test konnten uns mehr überzeugen.

Hoppediz Nabaca

Test Babytrage: Hoppediz Nabaca

Keine Preise gefunden.

Von Hoppediz gibt es auch eine Modultrage, die von Kinderkleidergröße 50 bis 86 mitwachsen kann. Bei der Nabaca gibt es zwei Panel für den Rücken und vier Schultergurte dazu, die angebracht werden können, wenn Größe S (50-68) zu klein geworden ist. Auch im Gepäck ist ein Aufbewahrungsbeutel, in dem wahlweise die nicht genutzten Modulbestandteile oder die Trage für unterwegs untergebracht werden können.

Das Tragen war für uns etwas unbequem. Die Träger sind bei beiden Varianten recht dick, das hat uns sehr gestört. Wir fühlten uns eingeengt und empfanden die Gewichtsverteilung als nicht optimal. Fürs erste Lebensjahr lohnt sich aber auch ein Blick auf die Nabaca von Hoppediz, eben weil sie entsprechend der Kleidergrößen des Kindes mitwachsen kann.

Hoppediz Bondolino Klassik

Die Bondolino von Hoppediz ist für die Bauch- und Rückentrageweise konzipiert. Sie kann ohne weiteres Zubehör während der gesamten Tragezeit verwendet werden. Nicht einmal ein Neugeborenen-Einsatz ist von Nöten. Es gibt keine störenden Knöpfe oder Schnallen, die Handhabung ist extrem einfach. Unterschiedliche Personen können die Bondolino nutzen, ohne erst aufwändig etwas verstellen zu müssen. Sie ist für die Reinigung in der Waschmaschine geeignet und liegt preislich im mittleren Segment.

Auch diese Trage verfügt über eine Kopfstütze und einen Sonnenschutz. Die Kopfstütze eignet sich bei größeren Kindern auch zur Verlängerung des Rückenteils. Der breite Steg ist zwar nicht hundertprozentig stufenlos verstellbar, man kann ihn aber mit dem mitgelieferten Bändchen so abbinden, dass er genau von Kniekehle zu Kniekehle des Babys reicht. Für größere Kinder und bei Rückentragweise kann er ganz einfach verbreitert werden: Man klappt die integrierte Verbreiterung aus dem Hüftgurt und knöpft sie ans Rückenteil. Gut gefällt uns, dass das Tragen mit der Bondolino so angenehm ist. Das Gewicht des Kindes wird wirklich sehr gut auf Schultern und Hüften verteilt.

Ein minimaler Nachteil: Die Schulterbänder sind recht lang und können beim Binden den Boden berühren und so verschmutzen. Zierlichen Personen raten wir, einen Blick auf die Slim-Version zu werfen: Hier sind die Schulterbänder schmaler geschnitten.

Die Amazonas MeiTai ist die klassische Trage im asiatischen Raum und eignet sich unserer Meinung nach gerade für die ersten Tragemonate gut. Sie ist sehr einfach anzulegen und lässt sich auf jede Proportion individuell einstellen. Es wird ein Band im Rücken verknotet, das zweite geht über die Schultern ebenfalls hinter den Rücken. So lässt sich das Baby vor dem Bauch oder auf dem Rücken transportieren. Ausgelegt ist die Trage für Kinder zwischen 0 bis 15 Kilogramm, die Anhock-Spreizhaltung ist damit gut möglich. Uns wurde es beim Tragen allerdings irgendwann zu schwer, weil keine Polsterung das Gewicht des Babys gut verteilt.

Wir mussten vor dem Spiegel mehrfach nachbinden, bis wir das Gefühl hatten, dass alles gut sitzt – nur um dann festzustellen: Es zieht doch an den Schultern und im Rücken. Für die allererste Babyzeit und bei zarten Kindern lohnt sich ein Blick auf die MeiTai aufgrund des kleinen Preises aber durchaus.

Inzwischen gibt es von der bekannten Babybjörn One auch ein erneuertes Modell. Die Babybjörn One Air kommt im luftigeren 3D-Mesh Design und verspricht eine bessere Luftdurchläsigkeit. Das Material ist tatsächlich sehr dünn und sehr schön weich, was uns gut gefällt. Wir glauben aber auch, dass Luftdurchlässigkeit im Babytragenbereich an Grenzen kommt. Denn wer im Hochsommer schon mal ein Baby getragen hat, weiß: Haut auf Haut, das schwitzt immer. Uns überzeugt allerdings, dass die Trage durch den Mesh-Stoff eben auch schnell wieder trocknet. Statt unschöner Schwitzflecken, wird die Feuchtigkeit tatsächlich gut aufgenommen. Sie werden also auch weiterhin Ihr persönliches Öfchen mit sicher herumtragen, aber die Trage trocknet schneller. Das ist ja auch schon mal etwas.

Außerdem verbessert sich durch den weichen, leichten Stoff die Möglichkeit, die Trage aufs Baby anzupassen. Das Mesh-Material gibt besser nach als der Baumwollstoff beim Vorgängermodell, wodurch die Körperform des Babys besser nachgeahmt und gehalten wird. Nach wie vor lässt sich für uns aber nicht erkennen, ob das Baby in der empfohlenen Anhock-Spreizhaltung sitz. Das ist seit Jahren der größte Kritikpunkt an den Tragen von Babybjörn. Inzwischen können Eltern allerdings für Neugeborene bis Kleidergröße 62 den Einsatz etwas erhöhen und die Babybeinchen in die Schlaufen legen, sodass die anatomisch korrekte Beinhaltung näher rückt. Hier hat der Hersteller also definitiv nachgebessert.

Was auch neu bei der Babyjörn One Air ist: Die Kopfstütze ist verlängert worden und lässt sich nun mit kleinen Schlaufen enger ziehen. Sie schützt so zum Einen die Kleinen vor zu vielen Eindrücken, zum Anderen aber auch den Kopf des schlafenden Babys, der ja gern dazu neigt, in der Trage nach hinten wegzukippen. Im Praxistest zeigte sich hier allerdings, dass das richtige Befestigen der Schlaufen an den kleinen Ösen sehr fummelig ist.

Wie auch bei der normalen Babybjörn One gilt, dass sie für Kinder von 3 bis 15 Kilogramm verwendet werden kann. Und auch dieses Modell finden wir für die größere Babys gut. Wenn Ihr Nachwuchs schon läuft, haben Sie dank des einfachen Klicksystems hier ohne nerviges An- und Ausziehen eine Möglichkeit, Ihrem Kind den gewünschten Freiraum zu geben.

Von Newborn bis 18 Kilogramm trägt der Bykay Click Carrier alle Kinder. In der Theorie. In der Praxis fanden wir, dass schon bei 12 Kilogramm das Tragen so überhaupt keinen Spaß machte. Denn das Gewicht verteilt sich eigentlich gar nicht, wir spürten die Anstrengung deutlich in den Schultern. Unsere Körperhaltung veränderte sich auch dahingehend, dass wir zum Ausgleich schief und krumm liefen. So war das sicher nicht gedacht.

Dabei kann die Trage vor allem haptisch von sich überzeugen. Das Testmodell aus kuschelweichem Cord wurde wie ein Kuscheltier vom Testkind durch die Gegend getragen und sanft gestreichelt. Aber wir suchen eben keine Kuscheltrage, sondern eine, die Eltern den Alltag erleichtert. Das Anlegen klappt gut, die Träger werden über Kreuz eingeklickt, was bei immer mehr Babytragen der Fall ist und recht angenehm und einfach geht. Es gibt drei Tragevarianten, Bauch- Rücken und Hüfte. Die Trage überzeugt definitiv mit ihrem Kuschelfaktor, aber leider nicht mit ihrer Trageleistung.

Amazonas Smart Carrier ultralight

Die Amazonas Smart Carrier Ultralight ist eine der leichtesten Tragen im Test. Sie eignet sich für Kinder zwischen 3,5 bis 15 Kilogramm. Aufgrund des sehr leichten Materials, das uns an Fallschirmseide erinnerte, empfehlen wir allerdings, ab einem zweistelligen Kilobereich doch auf eine andere Trage zu wechseln. Uns tat jedenfalls nach kurzer Zeit der Rücken und der Hals weh – und das bei einem fünf Monate alten Baby. Denn vor allem am Hals zerrte das Gewicht doch recht ordentlich, es wird nicht wie bei anderen Tragen im Test gleichmäßig verteilt.

Ist Ihr Kind aber ein Leichtgewicht und Sie verreisen beispielsweise gern und viel, dann kann diese Trage im Gepäck eine gute Investition sein. Sie lässt sich sehr klein zusammenfalten, ist für die Bauch- und Rückentrageweise geeignet und hat sogar einen kleinen Sonnenschutz sowie eine Kopfstütze. Außerdem ist die Trage bei 30 Grad waschbar.

Test: Die beste Babytrage

Es gibt einige Tragen, die wir nicht empfehlen können. Zu ihnen gehört unter anderem die Babytrage von Elenker für rund 21 Euro. Sie wirkt billig verarbeitet, entsprechend sieht das Material aus. Um was es sich genau handelt, darüber gibt kein Etikett Auskunft. Ebenso wenig erfährt man, ob die Tragehilfe waschbar ist. Die Trage soll zwar vier Trageweisen ermöglichen, doch die Schultergurte sind nur sehr dünn gepolstert. Ein Bauchgurt, der das Gewicht auf die Hüften ableitet, fehlt ganz – deshalb ist sie sehr unbequem für den Tragenden.

Vor allem aber sitzt das Baby in der Trage von Elenker nicht in der korrekten Haltung, die Beinchen hängen einfach herunter und werden nicht gut gestützt. Zudem ist die Bedienungsanleitung nur sehr unzureichend. Hier gilt der alte Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Ab drei Monaten könnten Sie Ihren Nachwuchs in der Trage von Lictin tragen. Wir möchten aber davon abraten. Denn nicht nur, dass die korrekte Anhock-Spreizhaltung hier nicht eingehalten werden kann, sie ist auch einfach furchtbar unbequem. Und zwar fürs Kind und den tragenden Elternteil. Das Gewicht liegt eigentlich nur auf den Schultern, wenn das Kind in der Bauchtrageweise getragen wird.

Da die Trage geteilt werden und auch als Hüftsitz genutzt werden kann, haben wir auch das ausprobiert. Das Ergebnis: Das Testkind fand es mäßig lustig, auf dem Stück Styropor zu sitzen. Wir Eltern aber fluchten, denn diese Tragevariante geht total auf den Rücken. Von diesem Trageerlebnis hatten wir noch ein paar Tage etwas. Für uns hat der Test gereicht um zu befinden: Finger weg, wenn Ihnen die Gesundheit Ihrer Familie wichtig ist!

Die preiswerte Gakagu, die für Kinder zwischen 5,5 Kilogramm und 15 Kilogramm konzipiert ist, kann leider keine Anhock-Spreizhaltung gewährleisten und daher nicht von uns empfohlen werden. Uns drückte sie beim Test unangenehm unter den Armen, das Baby wollte auch nicht recht sitzen. Die Trage soll für die Bauch- und Rückentrageweise geeignet sein. Allerdings, so erklärt es die Anleitung, ist für das Tragen auf dem Rücken Hilfe einer weiteren Person erforderlich. Allein bekommt man das Kind nämlich nicht auf den Rücken gehoben. Der sehr kurze Sonnenschutz und die eigenartig gestaltete Halskrause, deren Zweck sich uns nicht erschloss, trugen ebenfalls zur Abwertung bei.

Fillikid Babycarrier Walk

Für Kinder zwischen 3 und 20 Monaten oder mit 3,5 bis 15 Kilogramm ist der Fillikid Babycarrier Walk gedacht. Drei verschiedene Trageweisen, nämlich die Bauchlage nach innen und nach außen und die Rückenlage sind möglich. Fillikid wirbt damit, dass es vier Trageweisen sind, allerdings ist die vierte Version ein breiterer Steg, der an der Trageversion selbst nichts ändert, sondern lediglich für größere Kinder gedacht ist. Das Material ist sehr dünn, so dass das Gewicht komplett auf den Schultern lastet. Eine Anhock-Spreizhaltung ist nicht möglich, auch wenn der Steg auf die Größe des Kindes einstellbar ist. Die Fillikid ist nur per Handwäsche waschbar. Wir können dieses Modell nicht empfehlen.

Die Chicco Easyfit ist eine Trage, die immer wieder genutzt wird und im Straßenbild kaum wegzudenken ist. Für uns ist das nicht zu verstehen, da sie die Anhockspreizhaltung nicht gewährleistet und das Gewicht überhaupt nicht gut verteilt. Sie kann laut Herstellerangaben von Geburt an bis zu einem Gewicht von neun Kilogramm genutzt werden, also wesentlich kürzer als die anderen Tragen im Test.

Sie ist ausschließlich für die Bauchtrageweise nutzbar, wobei die Möglichkeit besteht, dass Kinder mit der Blickrichtung nach vorn getragen werden können. Wir raten davon dringend ab, weil die Beine des Babys nicht angehockt werden, sondern schlaff nach unten hängen. Das kann zu Hüftschäden führen. Die Anhockspreizhaltung soll angeblich durch das Einstellen der Stegbreite mithilfe einer Schnur erfolgen. Uns überzeugte das nicht.

Das Testbaby, das noch keine neun Kilogramm wiegt, passte in diese Trage auch kaum noch hinein, sie scheint uns nur für die ersten Anfangsmonate konzipiert zu sein. Wir können hier nur sagen: Tun Sie sich und Ihrem Baby etwas Gutes und kaufen Sie eine andere Trage.

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