Video-Drohne Test: Drohnen Test
test
Letztes Update: 16.4.2021

Die beste Video-Drohne

Wir haben 17 Videodrohnen getestet. Die beste für die meisten ist die DJI Mavic 2 Zoom. Sie lässt sich sehr präzise fliegen, weicht Hindernissen zuverlässig automatisch aus, bietet einen sehr hohen Bedienkomfort und liefert ausgezeichnete Film- und Fotoergebnisse. Ihr derzeitiges Alleinstellungsmerkmal ist der Zoom. Wer auf diesen verzichten kann und sich eine noch bessere Kamera wünscht, ist mit der DJI Mavic 2 Pro besser beraten.

Jochen Wieloch
begeistert sich nicht nur für Drohnen und ultra­hoch­auf­lösende Aufnahmen aus der Luft, sondern auch für viele weitere Themen aus dem Bereich der Unterhaltung­s­elektronik. Der Germanist ist Spezialist für Flachbildfernseher und schreibt unter anderem für Audiovision, i-fidelity und Auto Bild Klassik.
Letztes Update: 16. April 2021

Wir haben die DJI FPV getestet, die direkt eine Empfehlung ergattert hat.

26. Februar 2021

Seit diesem Jahr gilt eine neue EU-Drohnenverordnung. Wir haben unseren Beitrag entsprechend aktualisiert.

29. Januar 2021

Wir haben mit der DJI Mini 2 eine neue Drohne getestet, die wir gerade Einsteigern wärmstens empfehlen können.

29. Mai 2020

Wir haben drei neue Drohnen getestet. Mit der Parrot Anafi FPV haben wir eine Alternative zu unseren bisherigen Empfehlungen von DJI.

10. Januar 2020

Wir haben die neue DJI Mavic Mini getestet. Sie ist extrem leicht und kompakt, aber trotzdem eine vollwertige Drohne mit guten Videoeigenschaften. Deshalb haben wir ihr eine Empfehlung ausgesprochen.

11. Juli 2018

Wir haben unseren Test um die drei günstigen Drohnen Holy Stone HS110D, Ryze DJI Tello und Yuneec Breeze 4K ergänzt. Eine Empfehlung ist allerdings keines der Modelle, weil sie unter anderem mit Windanfälligkeit, schlechter Videoqualität und WLAN-Verbindungsproblemen zu kämpfen haben.

10. Dezember 2018

Wir haben unseren Test um die DJI-Modelle Mavic 2 Zoom und Mavic 2 Pro ergänzt. Die Mavic 2 Zoom ist unsere neue beste Drohne, die Mavic 2 Pro eine Empfehlung.

16. April 2021

Mit der DJI FPV haben wir eine neue Empfehlung für alle, die in die Welt der Racing-Drohnen einsteigen möchten, aber trotzdem Wert auf stabiles Flugverhalten legen. So viel sei jetzt schon verraten: In unserem nächsten Update werden wir Drohen von DJI-Mitbewerbern testen.

Weitere Updates

Der Markt für Drohnen entwickelt sich seit Jahren rasant, die Zuwachsraten sind enorm. Immer mehr Hobbyfilmer reizt es, ihre Umgebung aus der Luft zu filmen oder faszinierende Fotos zu schießen, auch wenn die neue Drohnenverordnung das Flugvergnügen gehörig einschränkt.

Da inzwischen fast alle Drohnen vollkommen eigenstabil fliegen und mehr oder weniger ruhig in der Luft stehen, sobald die Steuerknüppel losgelassen werden, eignen sich die Fluggeräte auch für Anfänger.

Wir haben 17 Modelle mit Preisen zwischen 85 und 1.500 Euro unter die Lupe genommen, 12 sind aktuell noch erhältlich. Während unser Testsieger DJI Mavic 2 Zoom schon semi-professionellen Ansprüchen gerecht wird, richtet sich unsere günstigste Drohne Ryze DJI Tello bestenfalls an Einsteiger. Alle Quadrocopter filmen mindestens mit HD-Auflösung, in der höheren Preisklasse ist mittlerweile UHD Standard.

Der Markt für hochwertige Kameradrohnen ist inzwischen fest in der Hand des chinesischen Herstellers DJI. GoPro hat sich nach einem kurzen Gastspiel mit der Karma wieder zurückgezogen und Parrot konzentriert sich aufs günstigere Preissegment, ebenso wie Yuneec und zahlreiche andere No-Name-Hersteller. Die neue Parrot Anafi FPV hat jedoch das Zeug dazu, qualitativ zumindest mit den günstigeren DJI-Drohnen zu konkurrieren.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

DJI Mavic 2 Zoom

Test  Video-Drohne: DJI Mavic 2 Zoom
Dank Zoomfunktion, extrem vieler Sicherheitsfeatures und toller Videoqualität ist die DJI Mavic 2 Zoom unsere Referenz.

Die Zoomfunktion der DJI Mavic 2 Zoom ist eine spannende Neuheit: So bringt man deutlich mehr Abwechslung in seine Filme. Der DJI-Copter fliegt außerdem unglaublich eigenstabil, ist voll gepackt mit Sensoren in allen Flugrichtungen und verfügt über zahlreiche automatisierte Modi, um beeindruckende Aufnahmen beinahe in Eigenregie zu erzeugen. Auch der Preis geht dafür in Ordnung.

Mit Hasselblad-Kamera

DJI Mavic 2 Pro

Test  Video-Drohne: DJI Mavic 2 Pro
Eine Hasselblad-Kamera für die Luft: Damit holt die DJI Mavic 2 Pro das Maximum bei Filmen heraus.

Die DJI Mavic 2 Pro unterscheidet sich nur in einem Merkmal von der Mavic 2 Zoom: Sie verfügt über keinen Zoom, ist dafür aber mit einer Hasselblad-Kamera ausgestattet. Wer höchste Ansprüche an seine Filme hat, kann das Niveau dadurch auf ein bisher noch nie dagewesenes Level heben. Ansonsten begeistert auch dieser Quadrocopter durch die zahlreichen Sicherheitsfeatures und das tolle Flugverhalten.

Hier fliegt man mit

Parrot Anafi FPV

Test  Video-Drohne: Parrot Anafi FPV
Die Parrot Anafi FPV überzeugt bei Flugverhalten und Videoqualität und holt den Piloten dank FPV-Brille virtuell ins Cockpit.

Parrot bietet mit der Anafi FPV ein interessantes Komplettpaket mit Drohne, Controller, FPV-Brille und Rucksack zum fairen Preis. Der Copter lässt sich einfach steuern, liegt ruhig in der Luft und liefert überzeugende Videoqualität. Die First-Person-View-Funktion erlaubt es, Landschaften unmittelbar vor den eigenen Augen aus der Perspektive der Kamera zu erleben.

Für Racing-Einsteiger

DJI FPV

Test  Video-Drohne: DJI FPV
Die DJI FPV fliegt bis zu 140 km/h schnell und liefert über eine Spezialbrille beeindruckende Aufnahmen, als würde man selbst im Cockpit sitzen.

So flott wie die DJI FPV war bisher noch keine DJI-Drohne unterwegs: Sie fliegt bis zu 140 Stundenkilometer schnell, ermöglicht Loopings und überträgt das Live-Signal aus der Cockpit-Perspektive auf eine Brille. Trotzdem kann der Copter über zwei Modi ganz unkompliziert und eigenstabil geflogen werden. Die Qualität der Videoaufnahmen ist zudem sehr ordentlich.

Für die Jackentasche

DJI Mini 2

Video-Drohne Test: Dji Mavic Mini
Die DJI Mini 2 ist die perfekte Drohne zum überall Dabeihaben. Sie filmt in 4K-Auflösung, fliegt super stabil und liefert sehr ordentliche Videos und Fotos.

Als perfekte Drohne für die Jackentasche hat DJI die Mini 2 konzipiert. Sie wiegt nur 249 Gramm, lässt sich problemlos transportieren und fliegt – zumindest bei wenig Wind – ähnlich souverän wie die teureren DJI-Modelle. Die Filmaufnahmen in 4K-Auflösung sind scharf und überzeugen. Auch der Controller, die App und die Reichweite schneiden sehr gut ab.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerMit Hasselblad-KameraHier fliegt man mitFür Racing-EinsteigerFür die Jackentasche
DJI Mavic 2 Zoom DJI Mavic 2 Pro Parrot Anafi FPV DJI FPV DJI Mini 2 DJI Mavic Air DJI Phantom 4 Pro DJI Mavic Mini Potensic D60 Ryze DJI Tello Yuneec Breeze 4K Snaptain A15H
Test  Video-Drohne: DJI Mavic 2 ZoomTest  Video-Drohne: DJI Mavic 2 ProTest  Video-Drohne: Parrot Anafi FPVTest  Video-Drohne: DJI FPVVideo-Drohne Test: Dji Mavic MiniTest  Video-Drohne: DJI Mavic Air Fly More ComboTest Video-Drohne: DJI Mavic MiniTest  Video-Drohne: Potensic D60Test  Video-Drohne: Ryze DJI  TelloTest  Video-Drohne: Yuneec Breeze 4KTest  Video-Drohne: Snaptain A15H
Pro
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flug­verhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Zoom-Funktion
  • 8 GB interner Speicher
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flug­verhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Hasselblad-Kamera
  • 8 GB interner Speicher
  • Sehr stabiles und ruhiges Flugverhalten
  • Gute Videoqualität
  • Zoom-Funktion
  • FPV-Brille
  • Sehr stabiles und ruhiges Flugverhalten
  • Sehr stabile Signal­übertragung
  • Überzeugende Brille
  • Bei Bedarf bis zu 140 km/h schnell
  • Gute Videoqualität
  • Gute Video- und Fotoqualität
  • Extrem klein und leicht
  • Sehr stabiles Flugverhalten
  • Fairer Preis
  • UHD-Auflösung
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Klein und leicht
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • 8 GB interner Speicher
  • Kreative Modi
  • Sehr gute Video- und Fotoqualität
  • Sehr gutes Flugverhalten
  • Viele Sicherheits­funktionen
  • Gute Video- und Fotoqualität
  • Extrem klein und leicht
  • Gutes Flugverhalten
  • Lange Flugzeit
  • Preiswert
  • Fliegt recht eigenstabil
  • Flugzeit ist mit rund 16 Minuten ordentlich
  • Funktionale App, gute Live-Vorschau
  • Gutes Flugverhalten in Räumen
  • Ausgereifte App-Steuerung
  • Zusätzliche Flugmodi
  • Hochwertige Verarbeitung
  • 16 Gigabyte interner Speicher
  • UHD-Auflösung
  • Viele Flugmodi
  • Gute Verarbeitung
Contra
  • Akku des Controller könnte länger halten
  • Akku des Controller könnte länger halten
  • Keine Hindernis­erkennung
  • Fotoqualität nicht ganz überzeugend
  • Zusatzfunktionen nur gegen Aufpreis
  • Videostabilisierung nicht so gut wie bei anderen DJI-Drohnen
  • Wenige Optionen für Videos und Fotos
  • DJI Flugsimulator App nur für iOS
  • Nur 30 Vollbilder bei höchster Auflösung
  • Kein automatisiertes Folgen bewegter Objekte
  • Anfällig bei starkem Wind
  • Nur 30 Vollbilder bei UHD-Auflösung
  • Recht kurze Flugzeit
  • Keine UHD-Auflösung
  • Nur 30 Vollbilder bei höchster Auflösung
  • Kein automatisiertes Folgen bewegter Objekte
  • Anfällig bei starkem Wind
  • Sehr schlechte Bild­stabilisierung
  • Schlechte Videoqualität
  • Verarbeitung mit Mängeln
  • Windanfällig
  • Schlechte Videoqualität
  • Kein interner Speicher
  • WLAN-Verbindungs­probleme
  • Keine Stabilisierung bei UHD-Auflösung
  • Kurze Flugzeit
  • Reagiert im Freien kaum auf die Fernsteuerung
  • Führt mitunter ein Eigenleben und fliegt weg
  • Kein GPS, unruhige Fluglage
  • Schlechte Verarbeitung
  • Videomaterial kaum zu gebrauchen
Bester Preis
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Flugzeitca. 30 Minutenca. 30 Minutenca. 24 Minutenca. 18 Minutenca. 27 Minutenca. 19 Minutenca. 28 Minutenca. 28 Minutenca. 16 Minutenca. 12 Minutenca. 10 Minutenca. 7 Minuten
Auflösung Videomax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 4.096 x 2.160 Pixelmax. 2.720 × 1.530 Pixelmax. 1.920 x 1.080 Pixelmax. 1.280 × 720 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 1.280 x 720
Auflösung Fotomax. 4.000 x 3.000 Pixelmax. 5.472×3.648max. 5.344 x 4.016 Pixelmax. 3.840 x 2.160 Pixelmax. 4.000 x 3.000 Pixelmax. 4.056 × 3.040 Pixelmax. 5.472 × 3.648 Pixelmax. 4.000 × 3.000 Pixelk.A.5 Megapixelmax. 4.160 x 3.120k.A.
SteuerungFernsteuerung, Smartphone/TabletFernsteuerung, Smartphone/TabletSmartphone/ControllerControllerFernsteuerung, Smartphone/TabletFernsteuerung, Smartphone/Tablet, GestenFernsteuerung, Smartphone/TabletFernsteuerung, Smartphone/TabletController, AppSmartphone/Tablet, Fernsteuerung optional erhältlichSmartphone/TabletFernsteuerung, Smartphone/Tablet
Hindernis-ErkennungHinderniserfassung rundherumHinderniserfassung rundherum-Vorwärts, abwärts-Hinderniserfassung in 3 RichtungenHinderniserfassung in 5 Richtungen-----
Geschwindigkeitmax. 72 km/hmax. 72 km/hmax. 55 km/hmax. 140m km/hmax. 57 km/hmax. 68 km/hmax. 72 km/hmax. 46 km/hk.A.k.A.5 m/sk.A.
Gimbal3-Achsen-Gimbal3-Achsen-Gimbal2-Achsen-GimbalEinachsig (Neigen), Rollachse (elektronisch)3-Achsen-Gimbal3-Achsen-Gimbal3-Achsen-Gimbal3-Achsen-Gimbal--Elektronische Bildstabilisation (nicht bei UHD-Auflösung)-
Gewicht905 Gramm907 Gramm315 Gramm795 g249 Gramm430 Gramm1.388 Gramm249 Gramm390 Gramm80 Gramm385 Gramm160 Gramm

So haben wir getestet

Wir haben unsere Drohnen einem Flug-, Foto- und Videotest unterzogen. Dabei mussten die Geräte eine vorgegebene Strecke fliegen und in der höchsten Auflösung filmen, anschließend noch eine bestimmte Szene fotografieren. Funktioniert hat das allerdings nur bei den teureren Modellen. Die günstigen Drohnen erwiesen sich als derart windanfällig, dass wir froh waren, wenn diese nicht in einen Baum abgetrieben wurden und einigermaßen ihre Position hielten. An eine bestimmte Flugroute war bei diesen Coptern kaum zu denken.

Drohnen-Test: Testsieger DJI Phantom 4 Pro.
Unsere Drohnen im Test: Ganz oben die DJI Phantom 4 Pro, darunter von links die Parrot Bebop Power 2, die GoPro Karma und die DJI Spark. Die Mavik Air hat es nicht mit aufs Gruppenfoto geschafft.

Neben der Foto- und Videoqualität haben wir Wert auf das allgemeine Handling der Copter gelegt. Wie einfach und schnell lassen sie sich in Betrieb nehmen, wie ist ihre Verarbeitung, was leisten der Bildstabilisator und die Fernbedienung, wie ruhig stehen die Drohnen in der Luft und wie zuverlässig fliegen sie ihre Route ab?

Video-Drohnen Test: Günstige Kamera Drohnen
Die drei günstigen Modelle im Test: Yuneec, Tello und Holy Stone.

Bei Sonne sehen bei den meisten günstigeren Cams Fotos und Videos generell besser aus. An unseren Testtagen war es hingegen oft grau und bewölkt, die Bedingungen waren also eher schwierig. Trotzdem lieferten einige Drohnen sehr gutes Videomaterial.

Wo darf man Drohnen fliegen?

Seit Anfang des Jahres 2021 gilt eine neue EU-Drohnenverordnung. Diese regelt das Fliegen von Quadrocoptern in allen EU-Mitgliedsstaaten, hinzu kommen in einzelnen Staaten wie Deutschland noch spezifische Regelungen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fasst die wichtigsten Vorgaben auf seiner Homepage zusammen.

So wird der Betrieb von Drohnen in drei Betriebskategorien unterteilt. Die Kategorie »Offen« betrifft demnach den Betrieb von Drohnen, die eine Startmasse von weniger als 25 Kilogramm haben, innerhalb der Sichtweite bis maximal 120 Meter Höhe fliegen und keine gefährlichen Güter transportieren oder Gegenstände abwerfen. »Speziell« bezeichnet den Betrieb von Drohnen, deren Einsatzspektrum den Rahmen der »offenen« Kategorie übersteigt, beispielsweise beim Betrieb außerhalb der Sichtweite und/oder ab 25 Kilogramm Startmasse. »Zulassungspflichtig« wiederum betrifft den Betrieb von großen und schweren Drohnen, die etwa zur Beförderung von Personen oder gefährlichen Gütern konstruiert sind.

Informieren Sie sich genau, wo Sie die Drohne fliegen lassen dürfen!

Auch das Thema Registrierungspflicht wurde überarbeitet. So müssen die Betreiber von Drohnen der »offenen« Kategorie ab 250 Gramm, von Drohnen der »offenen« Kategorie unter 250 Gramm, wenn sie mit einer Kamera ausgestattet sind, sofern es sich nicht um ein Spielzeug gemäß Spielzeugrichtlinie handelt, und von Drohnen der »speziellen« Kategorie sich selbst registrieren. Die Registrierungsnummer muss auf jeder von einem registrierten Betreiber eingesetzten Drohne sichtbar angebracht werden. Eigentümer von zulassungspflichtigen Drohnen müssen dieses ebenfalls registrieren lassen.

Für Drohnen wie die hier abgebildete GoPro Karma gelten strenge Vorgaben. Einfach fliegen, wo man gerade möchte, ist nicht erlaubt.

Ein Kompetenznachweis wird ab sofort bereits ab einer Startmasse von 250 Gramm verpflichtend (bisher: ab einer Startmasse von mehr als zwei Kilogramm). In den Unterkategorien A1 und A3 der »offenen« Kategorie besteht dieser aus einem theoretischen Online-Test auf der Webseite des Luftfahrt-Bundesamtes. Für den Drohnenbetrieb in der Unterkategorie A2 müssen zusätzlich zum Kompetenznachweis vom Piloten ein praktisches Selbststudium abgeschlossen und eine weitere Theorieprüfung bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt benannten Stelle bestanden werden.

Der Betrieb von bestimmten Drohnen in der Betriebskategorie »offen« ist grundsätzlich erlaubnisfrei. Dazu gehören Drohnen mit weniger als 25 Kilogramm Startmasse, die in unmittelbarem Sichtkontakt zum Piloten während des gesamten Fluges und die entsprechend der Vorgaben in den Unterkategorien A1, A2 und A3 betrieben werden. Diese Drohnen dürfen neuerdings in einer Höhe von maximal 120 Metern betrieben werden (bisher: maximal 100 Meter).

Für den Drohnenbetrieb, der von diesen Anforderungen abweicht und dann in der »speziellen« Kategorie stattfindet, wird eine Betriebsgenehmigung benötigt bzw. alternativ dazu eine Betriebserklärung oder ein Betreiberzeugnis für Leicht-UAS gemäß den neuen EU-Regelungen. Die Internetseite www.drohnen.de erklärt die neue EU-Drohnenverordnung sehr detailliert und geht auch darauf ein, welche Vorschriften beispielsweise neuerdings für welche DJI-Drohnen gelten.

Generell ist das Fliegen über Privatgrundstücken verboten. Auch über Menschenansammlungen, Industrieanlagen, Autobahnen, Bahngleisen, Krankenhäusern, Naturschutzgebieten, Verfassungsorganen, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften sowie in der Nähe von Flughäfen darf man nicht aufsteigen. Unter Map2Fly kann man im Internet eine beliebige Adresse eingeben und sieht dann auf einer virtuellen Karte, ob Sanktionen für Drohnenpiloten bestehen.

Außerdem dürfen Drohnen grundsätzlich nur auf Sicht geflogen werden, das heißt, spätestens, wenn man das Fluggerät fast nicht mehr erkennen kann, sollte man den Rückflug antreten.

Tipps für Anfänger

Einsteiger sollten mit ihrer Drohne erstmal auf einer großen Fläche ohne Hindernisse üben und sich mit der dem neuen Fluggerät vertraut machen. Wie reagiert sie, was passiert, wenn die Signalverbindung abbricht oder der Akku sich plötzlich schneller entleert als erwartet? Wie zuverlässig arbeitet der automatische Coming-Home-Modus? Wie ruhig steht die Drohne in der Luft, wie reagiert sie auf Wind?

Übung macht den Meister

All das sollte man in Ruhe ausprobieren, um dann im Ernstfall einen kühlen Kopf zu bewahren. Ebenso ist es wichtig, spiegelverkehrtes Denken zu trainieren: Fliegt die Drohne direkt auf einen zu, bedeutet eine Bewegung des Steuerknüppels nach rechts, dass der Quadrocopter aus der Sicht des Piloten nach links fliegt.

Wer mit ISO 100 filmen will sollte mit dem passenden ND-Filter den Shutter-Speed an die Bildrate anpassen. Wird bei ISO 100 mit 50 Vollbildern gedreht, liegt er idealerweise bei 1/100.

Neben der rein fliegerischen Schulung sollte man sich ebenfalls Zeit nehmen, um perfekte Filme zu drehen und gelungene Fotos zu schießen. Abgesehen von der Perspektive kommt es hier auch auf das richtige Kamera-Setup an. Für extrem flüssige Bewegungen in Videos sind so genannte ND-Filter zu empfehlen, die auf das Objektiv der Kamera geschraubt werden.

Für DJI beispielsweise sind unterschiedliche Sets erhältlich. Diese Neutraldichtefilter in unterschiedlichen Stärken (zu empfehlen sind je nach Umgebungshelligkeit ND4, ND8, ND16, ND32) reduzieren das Licht, sie dunkeln faktisch das Bild ab und verhindern, dass die Kamera die Verschlusszeit zu stark erhöht. Dann besteht nämlich die Gefahr des so genannten Jello-Effekts und verzerrten Bildern. Durch die Verwendung eines ND-Filters hat man auch mehr Spielraum bei der manuellen Belichtung.

 Video-Drohne Test: 20181103

Testsieger: DJI Mavic 2 Zoom

Mit der DJI Mavic 2 Zoom ist erstmals eine bezahlbare Drohne für Hobbypiloten mit optischem Zoom erhältlich. Dadurch ergeben sich beim Fotografieren und Filmen völlig neue Möglichkeiten.

Testsieger

DJI Mavic 2 Zoom

Test  Video-Drohne: DJI Mavic 2 Zoom
Dank Zoomfunktion, extrem vieler Sicherheitsfeatures und toller Videoqualität ist die DJI Mavic 2 Zoom unsere Referenz.

Das schon mal vorab: Die neue DJI Mavic 2 gibt es als Zoom– und als Pro-Variante. Auch die Pro ist eine Empfehlung, für einige Piloten ist sie wahrscheinlich sogar besser geeignet als die Zoom. Auf die Unterschiede gehen wir in diesem Test ein, sodass Sie für sich selbst entscheiden können, welche der beiden Drohnen für Sie die sinnvollere Anschaffung ist.

Die Mavic 2 Zoom hat ein Startgewicht von 905 Gramm. Wie die Mavic Air ist auch sie faltbar konstruiert. Zusammengefaltet kommt sie auf 21,4 x 9,1 x 8,4 Zentimeter und passt damit problemlos in jeden Rucksack. Flugfertig liegen die Maße bei 32,2 x 24,2 x 8,4 Zentimeter. Die Verarbeitung ist exzellent, der graue Kunststoff ist sehr schlagfest und robust.

In Internetforen wird immer wieder bemängelt, dass die Motoren der hinteren Arme beim Hochklappen am Rumpf reiben. Dies ist tatsächlich so. Bei unserem Testgerät haben allerdings diverse Faltvorgänge noch keine Spuren hinterlassen. Und wir bezweifeln, dass dies jemals der Fall sein wird.

Die ebenfalls faltbaren Propeller sind blitzschnell montiert: aufsetzen, runterdrücken, drehen, fertig! Unterstützt werden MicroSD-Speicherkarten mit Kapazitäten zwischen 32 und 128 Gigabyte. Das Fach hierzu befindet sich am Bauch der Drohne hinter einer kleinen Kunststoffabdeckung. Praktisch: 8 Gigabyte Speicher sind fest verbaut. Die Akkus werden von oben eingesetzt und rasten sauber ein. Ein grüner Leuchtring gibt nach einem Druck mit dem Finger Auskunft über die Restkapazität.

Kamera und Gimbal werden durch eine transparente Kunststoffglocke geschützt. Hat man den Mechanismus einmal raus, lässt sich der Schutz schnell anbringen.

 Video-Drohne Test: 20181103
Bis auf das Smartphone gehört alles zum Lieferumfang: Drohne, Fernsteuerung, Propeller und Akku.

Geliefert wird die Mavic 2 mit Ladegerät, Akku, Kabeln, Fernsteuerung und Ersatzpropellern. Zum sicheren Transport des Quadrocopters sollte man sich eine Tasche oder einen Rucksack zulegen. Vorteil: DJI ist mittlerweile vom Stellenwert mit Apple zu vergleichen, das Zubehörangebot von unterschiedlichsten Herstellern ist deshalb riesig.

Kamera und Steuerung

Die Kamera der DJI Mavic 2 Zoom ist mit einem 1/2.3-Zoll-CMOS-Sensor ausgestattet, die tatsächliche Pixelzahl beläuft sich auf 12 Millionen. Fotos gelingen mit 4.000 x 3.000 Bildpunkten, Videos mit maximal 3.840 x 2.160 Pixeln und 24, 25 oder 30 Vollbildern pro Sekunde. In Full-HD sind es maximal 120 Bilder. Die maximale Datenrate liegt bei 100 Mbps. Den ISO-Breich kann man manuell von 100 bis 3.200 anpassen.

Die Besonderheit der Mavic 2 Zoom ist der anpassbare Bildbereich. Sowohl während des Filmens als auch zum Fotografieren kann die Brennweite zwischen 24 und 48 Millimeter angepasst werden. Das Zoomen gelingt in höchster Auflösung zweifach optisch, also ohne Qualitätsverlust. In Full-HD-Auflösung bietet die Drohne sogar einen vierfachen verlustfreien Zoom.
Die Kamera ist an einem Drei-Achsen-Gimbal befestigt, der in jeder Fluglage für ruhige und extrem wackelfreie Aufnahmen sorgt.

Einfache Steuerung und viele Möglichkeiten

Gesteuert wird die Mavic 2 Zoom per Smartphone und Fernsteuerung. Der Controller ist recht kompakt, erinnert an die Steuerzentrale einer Spielekonsole. Zwei Bügel werden ausgeklappt, um ein Smartphone einzusetzen. Hier passen auch große Modelle wie das Samsung Galaxy Note 9 rein. Die Verbindung zur Fernsteuerung wird über ein Kabel hergestellt – DJI liefert die passenden Strippen für Android- und Apple-Telefone mit. Möchte man ein Tablet als Kontrollbildschirm verwenden, so bietet der Zubehörhandel entsprechende Halterungen an.

Im kleinen Controller-Display sieht man unter anderem die Akku-Restkapazitäten von Fluggerät und Fernsteuerung, geflogene Geschwindigkeit, Distanz, Höhe und Signalstärke. Die Steuerknüppel lassen sich demontieren und im Controller verstauen, damit dieser unterwegs weniger Platz benötigt. Über die Fernbedienung kann man den Neigungswinkel der Kamera und die Helligkeit verändern sowie Aufnahmen starten und Fotos schießen. Mittels der zwei Steuerknüppel bestimmt man neben der Fluggeschwindigkeit auch die Höhe und die Richtung.

 Video-Drohne Test: 20181103
Bis zu sechs Zoll große Smartphones passen in die Halterung der Fernsteuerung.

Herzstück der Bedienung ist die kostenlose App »DJI Go 4«. Hierüber hat man Zugriff auf sämtliche Bildparameter sowie auf vorinstallierte Flugmodi. Das wichtigste Hilfsmittel ist die Live-Vorschau, um die Umgebung aus der Perspektive der Drohnen-Kamera zu verfolgen. Die App ist bewährt, läuft sehr stabil und erleichtert auch Anfängern den Erstflug.

Nachteil: Der Akku der Fernsteuerung ist fest verbaut. Nach fünf längeren Flügen muss er aufgeladen werden. Hier hat die Fernsteuerung der DJI Phantom 4 deutliche Vorteile, die hält etliche Stunden durch.

 Video-Drohne Test: Screenshot 165003

 Video-Drohne Test: Screenshot 164938
Anfänger können die meiste Arbeit der App »DJI Go 4« überlassen, ambitioniertere Filmer und Fotografen haben die Möglichkeit, fast alle Parameter manuell einzustellen.

Vollgestopft mit Sensoren

Mehr Sicherheit, als DJI für die Mavic 2 Zoom vorgesehen hat, ist kaum möglich. Zehn Hindernissensoren haben alle Seiten im Blick. Sogar oben checkt die Drohne, ob hier etwas im Weg ist. Das beruhigt, wenn man beispielsweise verwinkelte Gebäude wie Kirchen oder engere Gassen abfliegt. Ein Verkehrsschild oder ein gespanntes Kabel sind schnell übersehen. In diesem Fall kann man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf verlassen, dass die Mavic 2 von alleine abstoppt.

Der Quadrocopter ist ungemein flott unterwegs. In der Spitze schafft er 72 Stundenkilometer, die maximale Steiggeschwindigkeit liegt bei 5 Metern pro Sekunde. Hinzu kommt ein extrem stabiles Signal. Verbindungsabbrüche beim Steuern hatten wir im Test zu keinem Zeitpunkt, die Erfahrungen anderer Piloten diesbezüglich sind ebenfalls exzellent. Das OcuSync 2.0 Videoübertragungssystem sieht eine verlustfreie Übertragung des Vorschaubildes in einer Auflösung von 1080p über bis zu acht Kilometer vor. In Deutschland darf ohnehin nur auf Sicht geflogen werden. Der hohe Wert verschafft auf jeden Fall ausreichend Reserven bei ungünstigen Umgebungsbedingungen.

Flugzeit von knapp 30 Minuten

Mit einem Akku erreichten wir im Test Flugzeiten von rund 29 Minuten. Das ist stark. Bei höheren Temperaturen und absoluter Windstille sind sogar noch ein bis zwei Minuten mehr drin. Aus Sicherheitsgründen sollte man immer rechtzeitig landen, damit im Ernstfall noch genügend Saft für ein Ausweichmanöver oder einen zweiten Landeversuch übrig ist.

 Video-Drohne Test: 20181103
Crashs sind fast unmöglich: Die DJI Mavic 2 Zoom scannt permanent ihre Umgebung nach Hindernissen ab.

Diese Modi begeistern

Dass die Mavic 2 Zoom bei Signalabbruch oder auf Wunsch alleine an den Ausgangsort zurückkommt und landet, ist mittlerweile Standard. Beeindruckend sind jedoch die neuen Modi wie der Dolly-Zoom-Effekt. Dabei fliegt die Drohne vom Objekt weg, zoomt gleichzeitig aber in dieses hinein. Das Ergebnis ist eine faszinierende Perspektivänderung.

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Eine andere Funktion erlaubt das Erstellen von Fotos mit 48 Megapixeln. Dazu werden neun gezoomte Einzelfotos aufgenommen und zusammengesetzt. Darüber hinaus kann die Mavic 2 Zoom Panoramen schießen. Zudem ist sie fit für atemberaubende Zeitrafferaufnahmen und für das Abfliegen vorgegebener Muster (Kreis, Boomerang, Asteroid). Auch auf Google Maps ausgewählte Zielpunkte fliegt der Copter zuverlässig ab.

Bewegt man sich auf einem Snowboard oder auf dem Fahrrad, nimmt die Zoom die Verfolgung auf oder fliegt parallel zum gewünschten Objekt, das man per Fingertipp auf dem Smartphone-Display auswählt.

Video- und Foto-Qualität

Das Fliegen, Filmen und Fotografieren mit der DJI Mavic 2 Zoom ist ein Genuss. Das Fluggerät ist extrem wendig, reagiert prompt auf jeden Steuerbefehl und liegt wie angenagelt in der Luft. Auch Wind ist da kein größeres Problem, der Gimbal gleicht jede Bewegung butterweich aus. Zudem sind die vier Propeller angenehm leise.

Und damit kommen wir zu dem Feature, warum diese Drohne momentan für uns das beste bezahlbare Fluggerät ist: es ist der Zoom. Die Mavic 2 Pro liefert mit der Hasselblad-Kamera zwar die etwas besseren Filmergebnisse (im Zeitalter von YouTube und Co. verpufft dieser Vorteil allerdings häufig wieder). Aber die Zoomfunktion bietet unwahrscheinlich viel Mehrwert, eröffnet neue kreative Möglichkeiten und spannende Perspektiven – gepaart mit einer Qualität, die immer noch über jeden Zweifel erhaben ist.

An den klassischen Luftaufnahmen mit ziemlicher Totale hat man sich inzwischen fast schon satt gesehen. Man bekommt sie überall serviert. Der Zoom ermöglicht jetzt aber auch endlich spektakuläre Nahaufnahmen aus der Luft ohne Qualitätseinbußen, das Mischen von Bildausschnitten. Genau hierin liegt der besondere Reiz. Die Abwechslung im Film nimmt spürbar zu.

Außerdem ist es nicht mehr zwingend erforderlich, ganz nah an das Wunschobjekt heranzufliegen. Verbotszonen und genervte Passanten machen es Drohnenpiloten mittlerweile nicht immer einfach. Dank Zoom kann man mit der Mavic 2 Zoom Abstand halten und bekommt trotzdem ein ordentliches Foto oder einen attraktiven Clip auf die Speicherkarte.

Filme sind extrem scharf, rausch- und wackelfrei mit natürlichen Farben. Auch die Fotos können sich sehen lassen. Wer höhere Ambitionen hat, sollte nicht nur im JPG-, sondern auch im RAW-Format fotografieren, um in der Nachbearbeitung deutlich mehr Möglichkeiten zu haben. Kritiker, die bemängeln, mit ihrer Spiegelreflexkamera die besseren Ergebnisse zu erzielen, sollten bedenken: DJI liefert zum Preis von etwas mehr als 1.200 Euro nicht nur eine winzige Kamera mit Gimbal, sondern zusätzlich ein ausgeklügeltes Fluggerät und eine Fernbedienung. Insgesamt bekommt man dafür ein sehr attraktives Gesamtpaket zum fairen Preis-Leistungsverhältnis. Nachteile oder Schwächen? Wir haben keine nennenswerten gefunden.

DJI Mavic 2 Zoom im Testspiegel

Auch andere Tester überschütten die DJI Mavic 2 Zoom mit Lobeshymnen.

Für die Kollegen von Computer Bild bietet der Quadrocopter ein tolles Gesamtpaket:

»Start und Landung sind – wie bei DJI üblich – kein Problem. Einmal abgehoben steht der faltbare DJI-Copter ruhig in der Luft. Windböen bügelt er ohne große Anstrengung aus. Ebenso leicht klappt das Fliegen: Kleine Änderungen an den feinfühligen Joysticks des Controllers setzt die Mavic 2 schnell in präzise Bewegungen um – so macht das Spaß. Das Livebild der Drohne kommt mit einer Auflösung von bis zu 1080p auf das Smartphone – und das alles über eine Distanz von bis zu 8 Kilometern. Im Test lief die Übertragung ruckelfrei und ohne Aussetzer. Die Videos des Praxis-Tests gefallen mit einer guten Schärfe und flüssiger Wiedergabe.«

Die Internet-Plattform Techstage ist von der Foto-Qualität überzeugt:

»Die Bildqualität der Mavic 2 Zoom mit dem 1/2,3-Zoll-Sensor kann sich sehen lassen und muss sich nicht vor der Mavic 2 Pro mit dem großen 1-Zoll-Sensor verstecken. Selbst ohne Nachbearbeitung und bei Nutzung der automatischen Belichtung entstehen beeindruckende Foto- und Videoaufnahmen. Wem die Qualität nicht ausreicht, sollte die Aufnahmeparameter manuell einstellen und für Fotos unbedingt das RAW-Format wählen. Das macht zwar mehr Arbeit, die Ergebnisse sind allerdings umso überzeugender.«

Alternativen

Wie sehr der chinesische Hersteller DJI momentan den Drohnenmarkt beherrscht, sieht man an den Alternativen zur Mavic 2 Zoom. Auch hier kommt man an DJI nicht vorbei. Die GoPro Karma eignet sich ebenfalls, allerdings muss man hier nicht unerhebliche Kompromisse eingehen. Da GoPro aus dem Drohnengeschäft ausgestiegen ist, ist die Kamera mittlerweile aber nur noch vereinzelt zu bekommen.

Mit Profi-Kamera: DJI Mavic 2 Pro

Die DJI Mavic 2 Pro unterscheidet sich in lediglich einem Punkt von der DJI Mavic 2 Zoom: in der Kamera. Hier hat der chinesische Hersteller eine Hasselblad-Kamera verbaut, die noch etwas bessere Ergebnisse liefert, aber ohne Zoom auskommen muss.

Mit Hasselblad-Kamera

DJI Mavic 2 Pro

Test  Video-Drohne: DJI Mavic 2 Pro
Eine Hasselblad-Kamera für die Luft: Damit holt die DJI Mavic 2 Pro das Maximum bei Filmen heraus.

Hauptmerkmal ist der ein Zoll große CMOS-Sensor mit 20 Megapixeln, anpassbarer Blendenöffnung von F2.8 bis F11 mit 10-Bit Dlog-M Farbprofil und 10-Bit HDR-Video. Durch den größeren Sensor ist die Mavic 2 Pro vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen in der Lage, bessere Fotos und Videos zu erzeugen.

 Video-Drohne Test: 20181210
Die DJI Mavic 2 Pro unterscheidet sich von der DJI Mavic Zoom lediglich durch die Hasselblad-Kamera.

In der Praxis konnte die Mavic 2 Pro die Mavic 2 Zoom im direkten Foto- und Videovergleich in der Tat schlagen – die Unterschiede sind nicht riesig, aber sie fallen auf. Zumindest dann, wenn man sich die Originaldateien anschaut. Online-Portale wie YouTube kassieren die Vorteile durch die Datenkompression jedoch wieder ein. Außerdem sind uns die zusätzlichen kreativen Möglichkeiten durch den Zoom wichtiger als die etwas bessere Videoqualität.

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Die Mavic 2 Pro begeistert durch sehr dynamische Aufnahmen mit toller Tiefenschärfe, minimalem Bildrauschen und enormer Detailfreude. Farben sind überaus natürlich und kräftig. Das DNG-Format lässt eine umfangreiche Nachbearbeitung zu. Fotos können mit 5.472 × 3.648 Pixeln geschossen werden, der manuell anpassbare ISO-Bereich ist mit 100 – 12.800 größer als bei der Mavic 2 Zoom. Speziell bei der Kontrastdarstellung, der Hervorhebung sehr heller und sehr dunkler Flächen, läuft die Pro zur Höchstform auf.

Mavic 2 Zoom oder Mavic 2 Pro? Für die meisten Hobby-Filmer und -Fotografen ist die rund 250 Euro günstigere Mavic 2 Zoom besser geeignet – der Zoom ist ein spannendes Extra, mit dem sich Filme spürbar aufpeppen lassen. Sollten Sie bedingungslos auf Qualität stehen, auch mal bei schwierigeren Lichtverhältnissen oder im Dunkeln filmen und ein Profi in der Nachbearbeitung sein, dann legen wir Ihnen die Hasselblad-Variante ans Herz.

Übrigens: Sie können die Kameras an der Mavic 2 austauschen. Dafür muss die Drohne jedoch zum DJI-Kundenservice eingeschickt werden.

Mit optionaler FPV-Brille: Parrot Anafi FPV

Es muss nicht immer DJI sein. Mit der Parrot Anafi FPV haben wir endlich eine Alternative gefunden. Hinter der Abkürzung »FPV« verbirgt sich eine Besonderheit, die dem Piloten das Gefühl vermittelt, direkt in der Drohne mitzufliegen.

Hier fliegt man mit

Parrot Anafi FPV

Test  Video-Drohne: Parrot Anafi FPV
Die Parrot Anafi FPV überzeugt bei Flugverhalten und Videoqualität und holt den Piloten dank FPV-Brille virtuell ins Cockpit.

»FPV« steht als Kürzel für »First Person View«. Durch eine spezielle Brille, in die das Smartphone eingeklemmt wird, sieht der Drohnen-Pilot die Welt von oben quasi durch seine eigenen Augen. Er muss nicht mehr auf das Smartphone-Display schauen, das in den Controller eingeklemmt ist. Da die Anafi mit 315 Gramm die 0,25-Kilo-Grenze überschreitet, ist für FPV-Flüge laut Gesetzgeber eine zweite Person erforderlich, die den Steuerer auf Gefahren im Flugbetrieb hinweist. Außerdem darf die Flughöhe von 30 Metern nicht überschritten werden.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv
Die Parrot Anafi hat fest verbaute Propeller, die sich im Falle einer Beschädigung natürlich wechseln lassen.

Natürlich kann die Parrot Anafi auch als klassische Drohne gesteuert werden. Wer ohnehin auf den FPV-Modus verzichten kann, sollte zur 100 Euro günstigeren Anafi Base greifen.

Der Quadrocopter ist genau wie die Mavic-Modelle von DJI mit ausklappbaren Armen konstruiert. Zusammengefaltet ist er 218 x 69 x 64 Millimeter groß, auseinandergefaltet wächst er auf 241 x 315 x 64 Millimeter. Qualitativ kann das Fluggerät nicht ganz mit Branchenführer DJI mithalten. Bei Parrot wirkt alles etwas instabiler, die an Gummis aufgehängte Halteplatte der Kamera ist gewöhnungsbedürftig. Umständlich: Um die MicroSD-Speicherkarte zu wechseln, muss man den Akku herausnehmen. Nützlich ist hingegen, dass die Propeller nicht demontiert werden müssen, wenn man die Drohne zusammenklappt.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Luft
In der Luft liegt der Quadrocopter dank GPS sehr ruhig.

Die Anafi ist zur exakten Positionsbestimmung mit GPS und Glonass, Barometer, Magnetometer, Vertikalkamera und Ultraschallsensor ausgestattet. Sie fliegt bis zu 55 Stundenkilometer schnell. Mit der Fernbedienung, dem Skycontroller 3, sind Parrot zufolge Übertragungsdistanzen von bis zu 4 Kilometern möglich. Die Kamera mit digitalem Zoom verfügt über einen 1/2,4-­Zoll­-CMOS­-Sensor und schießt Fotos mit bis zu 21 Megapixeln. Gefilmt wird mit maximal 3.840 x 2.160 Pixeln und 30 Vollbildern, im Full-HD-Modus sind auch 60 Vollbilder drin.

Die maximale Datenrate bei Videoaufzeichnungen liegt bei 100 Mbit/s, der ISO-Bereich deckt die Werte 100 bis 3.200 ab. Fotos lassen sich im JPG- und im RAW-Format speichern. Für die Bildstabilisierung kommt ein Zwei-Achsen-Gimbal zum Einsatz. Überraschend: Parrot verzichtet bei der Anafi auf sämtliche Sensoren zur Hinderniserkennung, die bei DJI auch bei den günstigeren Modellen mittlerweile Standard sind.

Die Fernsteuerung fällt mit 283 Gramm recht schwer aus. Nach dem Ausklappen der Smartphone-Halterung schaltet sich diese automatisch ein. Eingelegt werden können Mobilgeräte mit einer maximalen Displaygröße von 6,5 Zoll. Mit Apple-Geräten hält der Akku bis zu 5 Stunden und 30 Minuten durch, bei Android-Smartphones sind es satte drei Stunden weniger. Controller und Mobilgerät werden über ein USB-Kabel miteinander verbunden.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Set
Der stabile Controller zur Steuerung der Drohne nimmt jedes handelsübliche Smartphone auf.

Über den Skycontroller 3 kann man die Anafi in sämtliche Richtungen steuern, autark starten und landen, die Kamera neigen, zoomen sowie Fotos und Videos auslösen. Das Handling ist gut, das Bedienkonzept durchdacht.

Die Inbetriebnahme des Copters ist simpel. Ein Erstflug gelingt sogar ohne Smartphone und nur mit dem Controller, dann hat man allerdings keine Live-Vorschau. Für den vollen Funktionsumfang muss man deshalb auf seinem Android- oder Apple-Gerät die kostenlose App »FreeFlight 6« installieren. Hier kann man unter anderem zwischen den Modi »Film« für einen langsamen und geschmeidigen Flug, »Sport« für eine flottere Gangart und »Cinematic« auswählen, wo die Kamera in Kurven der Neigung der Drohne folgt. Darüber hinaus kann man die Neigung des Copters, vertikale und Drehgeschwindigkeit, maximale Höhe und Entfernung festlegen und einstellen, ob beispielsweise Überbelichtungen angezeigt werden sollen.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv App
In der App »FreeFlight 6« kann man aus vier verschiedenen Flugmodi auswählen.

Der Start erfolgt entweder vom Boden oder aus der Hand, indem man die Anafi sachte in die Luft wirft. Schon nach wenigen Sekunden wird deutlich, dass der Quadrocopter zumindest an windstillen Tagen sehr ruhig in der Luft steht. Bei stärkerem Wind hat DJI die Nase vorne. Das Flugverhalten der Parrot ist im »Film«-Modus sehr gutmütig, auch Anfänger werden hier nicht überfordert.

Die Anafi reagiert zuverlässig auf jeden Steuerbefehl, dreht sich sauber um die eigene Achse, bremst gemächlich ab und verhält sich in der Luft wirklich vorbildlich. Auch um das Landen kümmert sich die Drohne selbstständig, wenn man den entsprechenden Knopf auf der Fernbedienung drückt. In unserem Test flogen wir in einem Umkreis von 150 Metern, die Anafi wird dann doch recht schnell relativ klein. Die Verbindung war hier stets sehr stabil, das Vorschaubild scharf.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Flug
Die Parrot Anafi reagiert zuverlässig auf Steuerbefehle und ist auch für Anfänger perfekt geeignet.

Die Aufnahmen mit UHD-Auflösung überzeugen. Uns gefallen die sauber abgestimmten, natürlichen Farben. Das Bild wirkt insgesamt sehr homogen, ist aber eher etwas weicher abgestimmt. DJI betont in Filmaufnahmen die Schärfe noch ein wenig mehr, Details werden von der Parrot nicht ganz so exakt herausgearbeitet. Trotzdem gibt es an der Qualität nichts zu meckern. Auch deshalb nicht, weil die Flüge sehr ruhig sind, die Anafi gleitet durch die Luft. Schwenks sehen deshalb aus wie mit einem Kamerakran produziert, die Propeller sind nicht im Bild sichtbar. Hier agiert der Copter auf sehr hohem Niveau.

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In der höchsten Auflösung sammeln sich enorm viele Daten an, eine 3:30-minütige Aufnahme belegt etwa 2,5 Gigabyte auf der Speicherkarte. Etwas ärgerlich: Die »Follow Me«-Funktion, um Personen oder bewegte Objekte wie Autos mit der Drohne verfolgen zu lassen, muss man ebenso wie die Option, Zielpunkte auf Google Maps zu definieren, separat erwerben. 1,09 Euro sind jeweils zwar nicht viel, bei einem Anschaffungspreis von knapp 800 Euro dürften die Features allerdings gerne schon dabei sein. Dies trifft glücklicherweise auf den Dolly-Zoom, das 360°-Panorama und den »Little Planet« zu, um die Aufnahme als eine Weltkugel darzustellen.

JPG-Fotos fehlt es ein wenig an Dynamik und Brillanz, auch die Schärfe ist etwas mau. Das kann man jedoch blitzschnell mit einem Bildbearbeitungsprogramm korrigieren. Fotografiert man im RAW-Format, holt man bei der Entwicklung des Bildes ohnehin noch mehr aus dem Foto heraus.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Foto
Im JPG-Format fehlt es Fotos ein wenig an Farbe und Schärfe, die Plastizität ist mittelmäßig.

Kommen wir noch zu dem Merkmal, welches die Parrot Anafi FPV so besonders macht: die Cockpitbrille. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Art der Perspektive und das Tragen der Brille muss man mögen. Manch einem wird da schnell übel. Wir bevorzugen das konventionelle Fliegen, auch, weil sich die 450 Gramm der Spezialbrille und eines großen Samsung-Smartphones schon nach kurzer Zeit auf der Nase bemerkbar machen. Der Tragekomfort ist nicht überragend.

Das Mobiltelefon wird vorne in die Brille eingelegt und mit der Fernsteuerung verbunden. Der Augenabstand lässt sich über einen Schieberegler anpassen. Setzt man die Brille auf, sieht man nur noch das, was auch die Kamera der Drohne einfängt. Das ist spektakulär und vermittelt ein völlig neues Raum- und Fluggefühl. Ob einem dieser Spaß den Aufpreis wert ist, ist Geschmacksache. Sicherer und angenehmer lässt sich eine Drohne zumindest für uns steuern, wenn man diese immer im Fokus hat und zwischen der Ansicht auf das Smartphone-Display und dem Blick in den Himmel jederzeit wechseln kann.

Menü-Einstellungen lassen sich übrigens auch dann vornehmen, wenn man die Brille aufhat. Das Aufrufen des Menüs gelingt über Taster an der Sehhilfe, die Navigation über die Steuerknüppel der Fernbedienung, die dann kurzzeitig nicht für das Lenken des Fluggeräts verantwortlich sind.

 Video-Drohne Test: Drohnentest Mai2020 Parrot Anafi Fpv Brille
Türöffner in virtuelle Welten: die Brille der Parrot Anafi FPV.

Unser Fazit: Die Parrot Anafi FPV überzeugt bei Steuerung, Flugverhalten und Videoqualität. Im Komplettpaket ist neben der Drohne, dem Controller und der Brille auch ein praktischer Rucksack für den Transport enthalten. Uns würde jedoch die günstigere Parrot Anafi Base genügen, da wir die FPV-Funktion nicht nutzen würden.

Wie im Cockpit: DJI FPV

Mit der FPV hat DJI eine interessante Hybrid-Drohne auf den Markt gebracht: Sie fliegt sich in zwei der drei verfügbaren Modi genauso einfach wie ein klassischer Copter und liefert ordentliche Videoqualität, dient aber auch gleichzeitig als einsteigerfreundliche Racing-Drohne mit überzeugender Videobrille.

Für Racing-Einsteiger

DJI FPV

Test  Video-Drohne: DJI FPV
Die DJI FPV fliegt bis zu 140 km/h schnell und liefert über eine Spezialbrille beeindruckende Aufnahmen, als würde man selbst im Cockpit sitzen.

Wie bei der Parrot Anafi FPV lädt auch die DJI FPV zu Flügen aus der Cockpit-Perspektive ein, allerdings bei deutlich rasanterer Geschwindigkeit. Denn der knapp 800 Gramm schwere Quadrocopter fliegt bis zu 140 Stundenkilometer schnell und beschleunigt gerade mal in 2 Sekunden von 0 auf 100. Das schafft kein Sportwagen!

Reine Renndrohnen sind oft nicht einfach zu fliegen, da sie teilweise im Gegensatz zu Videodrohnen nicht eigenstabil schweben können und keine Sicherheitsfeatures an Bord haben. Außerdem muss man diese mitunter selbst zusammenbauen und sich um die passende Kamera kümmern. Kurzum: Man sollte schon ein wenig Erfahrung von der Materie haben.

Bei der DJI FPV ist das anders: Sie wird im Combo-Paket als Komplettset mit Drohne, Fernsteuerung, Flugakku, der Brille DJI FPV Goggles V2, einer zusätzlichen neonfarbenen Drohnen-Oberschale zum Austauschen und diversen Kabeln und Kleinkram geliefert. Nach dem Auspacken kann man also sofort loslegen.

 Video-Drohne Test: Drohnen April2020 Dji Fpv
Fliegt bei Bedarf vollkommen eigenstabil: die DJI FPV.

Die FPV-Drohne ist im Gegensatz zu vielen anderen DJI-Drohnen nicht faltbar. Der Grund: Bei hohen Geschwindigkeiten muss ihre Konstruktion auf maximale Stabilität ausgelegt sein. Die Propeller lassen sich über einen Schnellverschluss blitzschnell montieren, ohne Rotoren ist der Copter 178 × 232 × 127 Millimeter groß, passt also problemlos in jeden Rucksack.

Nicht faltbar

Die Frontkamera mit 1/2,3 Zoll großem Sensor filmt mit maximal 3.840 x 2.160 Pixeln, 60 Vollbildern und einer Datenrate von 120 Mbit/s. Mit HD-Auflösung sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde drin, das Sichtfeld der Cam liegt bei 150 Grad. Die ISO-Zahl lässt sich zwischen 100 und 12.800 anpassen, die Verschlusszeit reicht von 1/50 bis 1/8.000 Sekunde. Auch Fotos lassen sich mit maximal 3.840 × 2.160 Bildpunkten im JPG-Format schießen, RAW wird nicht unterstützt. Ein einachsiger Gimbal stabilisiert das Neigen der Kamera, die Rollachse wird elektronisch stabilisiert.

Die FPV verfügt über vorwärts und abwärts gerichtete Sichtsensoren, die Objekte automatisch erkennen und beim Fliegen im N-Modus abbremsen können. Eine automatische Hindernisvermeidung steht nicht zur Verfügung. Wenn Hindernisse erkannt werden, verlangsamt sich das Fluggerät, stoppt jedoch nicht vollständig. Das Bremsen muss der Pilot manuell übernehmen.

Aufgezeichnet wird auf MicroSD-Karten in der Drohne, diese Option ist der Aufnahme-Möglichkeit über die Brille qualitativ vorzuziehen. Der Akku hielt bei uns im Test rund 18 Minuten durch, wird permanent mit Vollgas geflogen, ist dieser logischerweise deutlich schneller leer.

 Video-Drohne Test: Drohnen April2020 Dji Fpv Brille
Die Brille bezieht ihren Strom über einen ausgelagerten Akku. Zur Fernsteuerung ist keine Verbindung erforderlich.

Gesteuert wird die DJI FPV über einen kleinen Controller, dessen Akku bis zu 9 Stunden durchhält. Über zwei Steuerknüppel kann man die Drohne in jede Richtung bewegen. Außerdem kann man Videoaufnahmen starten und Fotos schießen, die Kamera neigen, den Flugmodus wechseln und automatisiert abheben. Wer will, nutzt auch ein Smartphone mit DJI-App, um das Kamerabild hier zu verfolgen und Einstellungen vorzunehmen, doch dafür ist eigentlich die 420 Gramm schwere Brille DJI FPV Goggles da.

Wir sind positiv überrascht, dass wir diese problemlos über unserer normalen Sehhilfe tragen können, ohne dass etwas drückt oder reibt. Verbaut sind zwei jeweils 2 Zoll große Displays. Im HD-Modus löst die Videobrille mit 1.440 x 810 Pixeln bei 60 Vollbildern pro Sekunde auf.

Die maximalen Übertragungsreichweiten liegen bei 10 (FCC) bzw. 6 Kilometern (CE), das Sichtfeld beträgt je nach Auflösung zwischen 142 und 150 Grad.

Ihren Strom bezieht die FPV Goggles über einen externen Akku (hält bis zu 110 Minuten durch), der über ein langes Kabel mit der Brille verbunden wird und sich bequem in der Jackentasche verstauen lässt.

Praktisch: Das von der Drohne übermittelte Videosignal kann man auch mit einer zweiten DJI-Brille abgreifen und live verfolgen.

Die Inbetriebnahme des kompletten Systems ist erstaunlich einfach: Fernsteuerung einschalten, Drohne einschalten, Akku der Brille einschalten, das war’s, schon ist alles miteinander gekoppelt. Um sich an das Fliegen des Copters zu gewöhnen, kann man jetzt gerne schon mal abheben, ohne die Brille zu tragen. Hat man diese auf der Nase, ist laut Gesetzgeber ein Helfer Pflicht, der das Flugfeld und die Drohne im Blick hat.

Einfach einschalten und direkt loslegen

Zur Auswahl stehen drei Flugmodi: N (bis zu 54 Stundenkilometer), S (97 km/h) und M (140 km/h). Im N-Modus sind sämtliche Sicherheitsfunktionen aktiviert, jetzt fliegt sich die FPV wie jede andere DJI-Drohne: vollständig eigenstabil, auch bei stärkerem Wind, und jederzeit perfekt kontrollierbar. Weiß man nicht mehr weiter, lässt man die Steuerknüppel einfach los. Das gilt weitgehend auch für das flottere S-Setting.

Der M-Modus ist nur erfahrenen Piloten zu empfehlen. Hier ist die DJI nicht nur sehr schnell, sondern auch extrem manövrierfähig, weil sämtliche Flugunterstützungsfunktionen wie die automatische Stabilisierung deaktiviert sind. Jetzt kann man auch Rollen und Loopings fliegen. Sehr hilfreich zum Üben ist die DJI Flugsimulator App, die momentan aber leider nur von iOS-Geräten unterstützt wird. Gut zu wissen: Gerät man in Schwierigkeiten, kann man in allen Modi auf eine spezielle Notbrems- und Schwebefunktion zurückgreifen. Ebenso genügt ein Druck auf eine Taste der Fernbedienung, und der Copter kehrt automatisch zum Startpunkt zurück.

Fantastisches Flugerlebnis

Ins Menü und in sämtliche Einstellungen wechselt man über drei kleine Taster oben rechts auf der Brille. Das geht deutlich unkomplizierter und intuitiver als befürchtet.

Das Flugerlebnis ist fantastisch. Die Bildübertragung ist extrem stabil, der Schärfeeindruck gut, und die Qualität der Live-Ansicht überzeugend. So fühlt man sich wirklich wie im Cockpit! Aber auch hier gilt: Nicht jeder verträgt das Tragen einer Videobrille, gerade bei rasanten Flugmanövern wird einem schnell flau im Magen.

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Auch das Videomaterial kann bezüglich der Farben, der Schärfe und der Detailfreude punkten. Geradeausflüge sind ordentlich stabilisiert. Abruptes Abbremsen oder Kurven quittiert die DJI FPV jedoch in Form von Wacklern und seitlichen Kippbewegungen. Hier liefern die klassischen DJI-Drohnen mit Drei-Achsen-Gimbal deutlich bessere Ergebnisse. Außerdem sind links und rechts die Propeller minimal im Video zu erkennen.

Insgesamt ist die DJI FPV eine spannende Drohne für alle, die gerne mal in den Racing-Bereich hineinschnuppern möchten und bisher noch gar keine oder nur wenig Copter-Erfahrung haben. Die DJI-Brille beschert tolle Ergebnisse, das Videomaterial ist nicht top stabilisiert, lässt sich aber dennoch für einen ansehnlichen Film verwenden. Gut, dass sich der chinesische Hersteller der erhöhten Crash-Gefahr der FPV bewusst ist und viele Ersatzteile für die Drohne anbieten will.

Klein & kompakt: DJI Mini 2

Gerade mal ein Jahr nach der Mavic Mini hat DJI mit der Mini 2 einen Nachfolger auf den Markt gebracht. Der wiegt nach wie vor nur 249 Gramm, hat sich aber unter anderem bei der Auflösung und dem Übertragungssystem verbessert.

Für die Jackentasche

DJI Mini 2

Video-Drohne Test: Dji Mavic Mini
Die DJI Mini 2 ist die perfekte Drohne zum überall Dabeihaben. Sie filmt in 4K-Auflösung, fliegt super stabil und liefert sehr ordentliche Videos und Fotos.

Das Gewicht von 249 Gramm bleibt für Drohnen-Piloten weiterhin ein wichtiger Wert: Denn damit unterschreitet die Drohne die magische Grenze von 250 Gramm, es ist kein EU-Drohnenführerschein erforderlich. Eine entsprechende Haftpflicht- bzw. Drohnenversicherung sollte man trotzdem abschließen.

 Video-Drohne Test: Drohnen Update Januar2021 Dji Mini2 Hand
Passt locker in eine Hand: die DJI Mini 2.

Zum Transport der Mini 2 genügt eine Jackentasche. Zusammengefaltet kommt sie nämlich gerade mal auf 13,8 × 8,1 × 5,8 Zentimeter. Viel weniger geht nicht. Die Propeller sind fest verschraubt, müssen zum Transport aber nicht demontiert werden. Blätter lassen sich einzeln wechseln. Den Versuch, Gewicht zu sparen, merkt man dem chinesischen Flugapparat an. Der graue Kunststoff ist etwas weicher als bei den anderen DJI-Modellen, Schlitze an der Unterseite des Rumpfs haben weniger eine Kühlfunktion sondern dienen der Gewichtsreduktion. Insgesamt gibt es an der Verarbeitungsqualität jedoch nichts zu bemängeln. Neu ist die Transportsicherung: Dabei handelt es sich um einen Kunststoffbügel, der um das Gehäuse gespannt wird und die Propeller fixiert.

Der Akku verschwindet hinter einer Kunststoffklappe im Heck. Darunter setzt man die MicroSD-Speicherkarte ein. An der Front befindet sich auch bei diesem Zwerg ein Drei-Achsen-Gimbal. Die Kamera kennt man von der Mavic Air oder vom DJI Osmo Pocket. Im Gegensatz zum Vorgänger, der bestenfalls mit 2.7K (2.720 x 1.530 Pixel) filmen konnte, schafft die Mini 2 auch 4K mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten, dann jedoch nur mit 30 Vollbildern pro Sekunde. In 2.7K und FullHD sind 60 Vollbilder möglich.

In die Höhe geschnellt ist die Datenrate: Konnte die Mavic Mini lediglich mit 40 MBit/s filmen, so kommt die Mini 2 auf einen wesentlich höheren Datenfluss von 100 MBit/s. Der Gimbal erlaubt einen Neigebereich von -110 bis 35 Grad, das Rollen von -35 bis 35 Grad sowie das Schwenken der Kamera zwischen -20 und 20 Grad.

Wird mit 4K gefilmt, so verfügt die Mini 2 über einen zweifachen digitalen Zoom. Bei 2.7K ist dieser dreifach, bei FullHD-Auflösung vierfach.

Video-Drohne Test: 20200108
Die Propeller müssen nicht abmontiert werden, wenn man die Arme der Mini 2 einklappt.

Die Mini 2 kann nicht nur filmen, sondern auch fotografieren. Sie schießt Fotos im 4:3- oder im 16:9-Format mit 4.000 x 3.000 bzw. 4.000 x 2.250 Bildpunkten. Als Modi stehen Einzel- und Intervallaufnahmen zur Verfügung. Die kleine Drohne knipst jetzt nicht nur im JPG-, sondern auch im RAW-Format. Zudem beherrscht sie Belichtungsreihen mit drei Bildern sowie Panoramen (Sphäre, 180 Grad und Weit).

Verzichten muss man beim DJI-Winzling auf eine automatische Hinderniserkennung. Die nach unten gerichteten Sensoren (zusammen mit dem GPS) unterstützen lediglich die Positionierung und Stabilität. Laut chinesischem Hersteller kann die Mini 2 bis Windstärke 5 geflogen werden. Im Sport-Modus erreicht sie bis zu 57 Stundenkilometer, im Normal-Modus, der sich speziell für Anfänger eignet, sind es 36 km/h. Drittes Setup ist der Cinematic-Modus mit höchstens 22 km/h. Hier sind Bewegungen und Flugmanöver weicher für noch ruhigere Aufnahmen.

Im Gegensatz zur Mavic Mini hat die Mini 2 jetzt das System OcuSync 2.0 an Bord. Dieses unterstützt sowohl 2,4-GHz- als auch 5,8-GHz-Frequenzbänder, ist deutlich weniger störanfällig und garantiert eine höhere Reichweite als das WiFi der Mavic Mini. DJI nennt eine maximale Reichweite unter Idealbedingungen von 10 Kilometern.

Neu ist ebenfalls die Fernbedienung. Der Controller hat an Masse zugelegt, wirkt noch hochwertiger und hat einen stabilen, ausziehbaren Smartphone-Halter integriert. Die beiden Steuerknüppel lassen sich abschrauben und unten im Gehäuse einsetzen. Das Steuern gelingt sehr präzise und feinfühlig.

 Video-Drohne Test: Drohnen Update Januar2021 Dji Mini2 Controller
Liegt gut in der Hand und macht das Steuern zum Kinderspiel: der Controller der DJI Mini 2.

Grundsätzlich lässt sich die Drohne auch nur über den Controller fliegen. Dennoch macht ein iPhone oder ein Android-Smartphone Sinn, um sämtliche Einstellungen vorzunehmen und eine Live-Ansicht aus der Kameraperspektive zu genießen. Die kostenlose App »DJI Fly« (iOS 10.0 oder höher; Android 7.0 oder höher) bietet nicht so viele Parameter wie bei den teureren DJI-Drohnen. Gerade Anfängern reicht es normalerweise jedoch, Auflösung, Bildrate und Helligkeit anzupassen. All das gelingt sehr intuitiv.

Klasse sind die so genannten Quickshots, die automatisch vorgegebene Flugmanöver sehr exakt nachfliegen. Zur Auswahl stehen Rocket, Dronie, Kreisen, Helix und Boomerang. Wichtig: Mit einem Blick sieht man in der App die Akku-Restkapazität der Drohne, die Entfernung und die Höhe des Fluggeräts.

Video-Drohne Test: Screenshot 150326
Die »DJI Fly«-App bietet wenige individuelle Einstell-Optionen – das dürfte Anfängern jedoch sehr gelegen kommen.

In den Einstellungen legt man unter anderem die maximale Flughöhe (100 Meter sind laut Gesetzgeber erlaubt), die größtmögliche Flugdistanz und die Flughöhe fest, auf die die Mini 2 bei aktivierter Rückkehrfunktion steigen soll.

Video-Drohne Test: Screenshot 161012
Die maximale Flughöhe und -distanz kann man in der App hinterlegen.

Das Starten und Fliegen der DJI Mini 2 ist extrem einfach. Sie hebt per Knopfdruck ab und landet bei Bedarf auch vollkommen ohne fremde Hilfe. Was Anfänger begeistern dürfte: Weiß man gerade nicht weiter, lässt man einfach die Steuerknüppel los. Der Copter bleibt sofort wie angewurzelt in der Luft stehen und lässt sich auch bei leichtem bis mittlerem Wind nicht aus der Ruhe bringen.

Natürlich kommen die schwereren DJI-Drohnen mit böigem Wind noch ein wenig besser zurecht, aber die Mini 2 meistert das erstaunlich gut. Sie setzt prompt jeden Steuerbefehl um, ist aber aufgrund ihrer geringen Größe relativ schnell nicht mehr zu sehen. Da sie keine Hinderniserkennung an Bord hat, ist Vorsicht geboten. Man kann sie jedoch per Knopfdruck zum Startplatz zurückholen. Der Akku hielt bei uns im Test rund 27 Minuten durch.

Mit der Videoqualität sind wir sehr zufrieden. Die Aufnahmen sind ruhig und absolut wackelfrei, in höchster Auflösung super scharf und bei ausreichend Licht schön rauschfrei. In der Regel werden Luftaufnahmen ohnehin nur bei gutem Wetter und tagsüber angefertigt. Die Farben sind kräftig, die Bildtiefe ist gut. Beim Dynamikumfang kommt die Mini 2 natürlich nicht an eine DJI Mavic 2 Pro mit größerem Sensor heran.

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In Relation zur Größe der Drohne sind die Ergebnisse insgesamt hervorragend. Weder Filme noch Fotos sind Notlösungen, sondern werden auch höheren Ansprüchen gerecht. Vorteilhaft ist zudem, dass die Mini 2 angenehm leise fliegt.

Mit einem Akku kostet die Drohne rund 440 Euro. Vorteilhaft ist es, gleich zum Paket Fly More Combo zu greifen. So erhält man zusätzlich unter anderem zwei Akkus, zwei Ersatzpropeller, eine Zweiwege-Ladestation, einen Propellerhalter, ein Ladegerät und eine Umhängetasche. Das Equipment ist nützlich und deutlich günstiger als im Einzelkauf.

Fazit: Die DJI Mini 2 ist extrem kompakt und eignet sich perfekt für Einsteiger und alle, die für unterwegs eine handliche Drohne brauchen, etwa Reiseblogger. Die Videoqualität kann sich sehen lassen. Bei starkem Wind stößt die Mini naturgemäß an ihre Grenzen. Wer Hinderniserkennung und diverse manuelle Einstell-Optionen sucht, sollte zu einem anderen Modell aus dem umfangreichen DJI-Portfolio greifen.

Außerdem getestet

DJI Mavic Air

Die DJI Mavic Air verfügt über zahlreiche Eigenschaften und Funktionen, die absolut begeistern. Der stylische Quadrocopter stellt rein äußerlich eine Mischung zwischen der etwas kleineren Spark und der größeren Mavic Pro dar. Mit 430 Gramm wiegt sie deutlich weniger als die 734 Gramm schwere Mavic. Dank Klappmechanismus passt das Fluggerät mit 49 x 83 x 168 Millimetern locker in jeden Rucksack und sogar in größere Jackentaschen. Die Luftschrauben sind nicht faltbar und können auch zum Transport montiert bleiben. Vor dem Start werden zunächst die vorderen Gelenke ausgeklappt, die hinteren Arme lassen sich anschließend nach außen wegschwenken. Insgesamt wirkt die Konstruktion sehr stabil und hochwertig.

Erhältlich ist die Mavic Air in Weiß, Schwarz und Rot. An der Rückseite befindet sich hinter einer Klappe das Fach für die SD-Karte – das Herausnehmen der Speicherkarte gestaltet sich leider etwas fummelig, weil die Kunststoffabdeckung im Weg ist. Aber erstmals hat DJI auch einen festen internen Speicher verbaut. Der ist bei der Mavic Air acht Gigabyte groß. Bei unserem ersten Testflug half uns der Quadrocopter damit aus der Patsche, weil die eingepackte Speicherkarte für UHD-Aufnahmen nicht schnell genug war.

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An der Front sitzt die Kamera mit einem mechanischen Drei-Achsen-Gimbal, das für mehr Stabilität in Aufnahmen sorgt. Gegenüber der Spark ist das eine deutliche Verbesserung, da hier nur ein Zwei-Achsen-Gimbal werkelt. Weil die Kamera in das Gehäuse reingezogen wurde, ist sie gut geschützt, deutlich besser als bei der Mavic Pro. Die durchdachte Schutzkappe sorgt dafür, dass der Kamera während des Transports der Drohne nichts passiert.

Ebenfalls ein Argument für die Mavic Air sind die zahlreichen Sensoren, um Crahs zu vermeiden. Neben dem nach unten gerichteten Infrarotsystem hat der Copter auch front- und rückseitige Sichtsensoren. Hindernisse werden nicht nur optisch auf der App angezeigt, die Mavic Air bleibt auch automatisch davor stehen oder weicht – falls gewünscht – sogar aus. Hindernisse werden allerdings nur registriert, wenn im normalen Modus geflogen wird. Dann sind Geschwindigkeiten bis knapp 30 km/h drin. Im Sportmodus mit einem Tempo von maximal 68 km/h ist die Hinderniserkennung deaktiviert. Im Test funktionierte das Feature sehr zuverlässig – sowohl im Vorwärts- als auch im Rückwärtsflug. Generell gilt aber: Hundertprozentig sollte man sich auf diese Sicherheitsfunktion nicht verlassen.

Gesteuert wird die Mavic Air über einen kleinen Controller – der ist quasi identisch mit der Fernsteuerung, die optional für die Spark erhältlich ist. Ein Display ist nicht vorhanden. Die Steuerknüppel lassen sich abschrauben und in der ausklappbaren Smartphone-Halterung verstauen, damit der Controller noch weniger Platz benötigt. Das Smartphone wird zudem per USB-Kabel verbunden – diese Lösung ist sicherer und gewährt mehr Stabilität als die WLAN-Variante beim Spark.

Ein Nachteil gegenüber der Mavic Pro, der im Internet schon eifrig diskutiert wird: Die Reichweite zwischen Fernsteuerung und Fluggerät ist geringer. Während DJI für die Mavic Air bis zu zwei Kilometer angibt, sind es bei der Mavic Pro bis zu vier Kilometer. Grund ist ein anderes Übertragungsverfahren.

Da eine Drohne in Deutschland nur auf Sicht geflogen werden darf, spielen die genannten Werte rein vom Papier her eine untergeordnete Rolle. Im Test wurde die Mavic Air ab 300 Metern sehr klein und war kaum noch zu erkennen. Allerdings lässt die maximale Übertragungsreichweite Rückschlüsse auf die Signalqualität zu, und die ist wichtig. Nichts ist schlimmer, als wenn permanent die Verbindung abreißt und die Live-Vorschau ruckelt.

Bei besagter Entfernung von 300 Metern auf freier Fläche gab es bei der Mavic Air keine Probleme, die Wifi-Verbindung war stabil. Erste Nutzer im Internet haben bei Probeflügen hierzulande angeblich einen Kilometer ohne größere Schwierigkeiten geschafft. Die Erfahrung wird in Zukunft zeigen, wie sicher Drohne und Fernbedienung beispielsweise auch in stärker bebautem Gebiet kommunizieren.

Als maximale Flugzeit ohne Wind nennt DJI 21 Minuten. Bei unserem Erstflug und Temperaturen um die null Grad hatte der Akku nach 17 Minuten Flugzeit noch eine Restkapazität von 30 Prozent. Wer viel fliegen will, sollte deshalb in mehrere Akkus und damit am besten gleich in die »Fly More Combo« investieren. Hier sind bereits drei Akkus enthalten und über je vier LEDs lässt sich abschätzen, wie lange der Akku noch hält.

Ebenfalls zum Sparpaket dazu gehört neben der Schatulle und der Tragetasche auch ein Mehrfachlader. Bis zu vier Akkus lassen sich hier gleichzeitig einsetzen, die dann nacheinander betankt werden. Das Wechseln der Akkus kann man sich damit sparen. Zudem liegt ein Adapter bei, mit dem sich (geladene) Akkus als Powerbank nutzen lassen, um unterwegs das Smartphone mit Strom zu versorgen.

Was die Kamera betrifft, hat DJI bei der Mavic Air gegenüber der Mavic Pro noch einmal zugelegt. Sie unterstützt jetzt eine maximale Bitrate von 100 statt 60 Mbit/s. Die Auflösung liegt bei bis zu 3.840 x 2.160 Pixeln, allerdings wird hier nur mit 30 und nicht wie bei der Phantom 4 Pro mit 60 Vollbildern gefilmt. In Full-HD sind hingegen Zeitlupen mit 120 Bildern pro Sekunde möglich. Unsere Testaufnahmen bei bescheidenem Winterwetter wirken extrem scharf. Eventuell macht es sogar Sinn, in den Einstellungen die Schärfe etwas nach unten zu regeln. Zudem sind die Bewegtbilder selbst ohne Sonnenlicht sehr kontrastreich.

Vorteil für ambitionierte Fotografen: Die Mavic Air schießt Fotos auch im RAW-Format.

Unterschiedliche Grün-, Grau- und Brauntöne arbeitet die Mavic Air erstaunlich detailliert und variantenreich heraus. Kamerafahrten sind ruhig und butterweich. Der Verfolgungsmodus funktioniert hervorragend, an den äußeren Kanten eines Joggers trat allerdings ein dezentes, aber unschönes Kantenflimmern auf. Was positiv auffällt: Auch bei Wind steht die Drohne sehr ruhig in der Luft, was das Steuern enorm vereinfacht.

Ein echter Knüller ist der neue automatisierte Kameramodus »Asteroid«. Hierbei erstellt die Drohne völlig eigenständig ein Kugelpanorama. Wie das aussieht, sehen Sie ebenso wie den »Boomerang«-Modus in unserem Testvideo. Der Name verrät es: Die Drohne umkreist den Piloten oder das ausgewählte Objekt wie ein Bumerang, ohne dass auch nur ein Steuerknüppel berührt werden muss. Das Ergebnis erinnert an eine professionelle Kranfahrt aus einer Hollywood-Produktion. Ebenso wie die Spark lässt sich die Mavic Air auch nur mit dem Smartphone (sehr eingeschränkte Reichweite) oder per Geste steuern. Das Tracken der Hand funktioniert präziser und zuverlässiger als bei der kleinsten DJI-Drohne.

Eine wichtige Nachricht für alle, die gerne fotografieren: Die Mavic Air nimmt nicht nur JPG-, sondern auch RAW-Dateien auf. Das ist wichtig, um in der Nachbearbeitung deutlich mehr aus den Aufnahmen herauszukitzeln. Neben HDR-Fotos ist die Air in der Lage, zusätzlich zu 180-Grad-Panoramaaufnahmen auch 25 Fotos in acht Sekunden zu 32-Megapixel-Sphären-Panoramabildern zusammenzusetzen. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Unser Fazit: Die DJI Mavic Air ist sehr kompakt, leicht und damit perfekt zum Mitnehmen. Im Gegensatz zur Spark filmt sie in UHD und hat zusätzlich rückseitige Sensoren, die die Flugsicherheit deutlich erhöhen. Die Kamera mit einem Datendurchsatz von 100 Mbit/s liefert grandiose Ergebnisse, das Flugverhalten ist ausgezeichnet, der »Asteroid«-Modus macht Spaß.

Wer mit Flugzeiten von knapp 20 Minuten nicht leben kann, ist mit der Mavic Pro allerdings besser beraten.

DJI Phantom 4 Pro

In die Phantom 4 Pro hat DJI seine langjährige Erfahrung im Drohnenbau einfließen lassen. Die Phantom-Reihe ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Schon wenn man den Copter das erste Mal in die Hand nimmt, fällt die hohe Verarbeitungsqualität des glänzend weißen Kunststoffchassis auf. Hier sitzt alles passgenau. Der bei früheren Modellen noch recht empfindliche Gimbal hat an Stabilität zugelegt. Er arbeitet in drei Richtungen und ist der Garant für sehr ruhige Aufnahmen und weiche Kamerafahrten aus der Luft.

Die kompakte Kamera der Phantom 4 ist mit einem 20 Megapixel CMOS-Sensor ausgestattet, das Objektiv besteht aus acht Elementen. Das Weitwinkelobjektiv hat eine Brennweite von 24 mm, der maximale ISO-Bereich liegt bei 12.800. UHD-Videos mit 3.840 x 2.160 Pixeln sind wahlweise mit 60, 50, 48, 30, 25 oder 24 Vollbildern möglich, aufgezeichnet wird mit einer Datenrate von 100 Mbit/s. Fotos mit bis zu 5.472 × 3.648 Bildpunkten schießt die DJI glücklicherweise auch im RAW-Format. Diese Rohdaten bieten mehr Möglichkeiten bei der späteren Bildbearbeitung und liefern dadurch bessere Ergebnisse.

Gesteuert wird die Phantom 4 Pro über einen mitgelieferten Controller, als Display fungieren ein Smartphone oder ein Tablet, beides lässt sich in der flexibel anpassbaren Halterung verwenden. Über zwei Steuerknüppel bestimmt man neben der Fluggeschwindigkeit auch die Höhe und die Richtung. Per Rädchen lässt sich die Kamera neigen, zudem kann man nicht nur über die App, sondern auch direkt am Controller zwischen Film- und Fotomodus hin- und herschalten.

Ob Smartphone oder Tablet – eine anpassbare Halterung an der DJI-Fernbedienung nimmt beide Geräte sicher als Bildschirm auf.

Auf jede Bewegung am Steuerknüppel reagiert der Copter sehr direkt. Im Geradeausflug saust sie wie an der Schnur gezogen durch die Luft. Hat man in der Entfernung ein Ziel angepeilt, fliegt die Phantom schnurstracks darauf zu, ohne sich von Seitenwinden beeinflussen zu lassen.

Der Topspeed von 72 km/h katapultiert die Phantom 4 schnell an die gewünschte Stelle. DJI nennt eine maximale Reichweite von sieben Kilometern. Der Wert bleibt für die in Deutschland erlaubten Einsatzszenarien zwar graue Theorie, die Angabe verrät aber, dass man im Normalbetrieb jede Menge Reserven hat.

Im Test flogen wir die Phantom maximal so weit weg, dass sie gerade noch zu erkennen war. Die Livebild-Übertragung auf das Smartphone klappte jederzeit vorzüglich. Während frühere Phantom-Modelle immer mal wieder mit Signalabbrüchen zu kämpfen hatten und dann automatisch den Heimflug einläuteten, sorgt mittlerweile das Lightbridge-System für eine permanent sichere Verbindung. Bricht doch einmal die Verbindung ab oder die Akku-Kapazität, die jederzeit im Display angezeigt wird, neigt sich dem Ende zu, steuert die Drohne in Eigenregie zum Startpunkt zurück. Ein so genannter Home-Point lässt sich zudem individuell definieren, sollte man seinen Standort während des Fluges verlassen.

Die Filme der Phantom 4 in Ultra-HD-Auflösung sind beeindruckend: sehr scharf, natürlich und vor allem ruhig – selbst dann, wenn es windig ist. Der Gimbal gleicht Erschütterungen extrem souverän aus.

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Auch wenn das fertige Videomaterial nur in HD-Auflösung benötigt wird lohnt es sich, in Ultra-HD zu filmen. Für Details kann man so bis zu 200 Prozent während der Nachbearbeitung ins Material hineinzoomen und hat immer noch einen Full-HD-Streifen ohne Qualitätsverlust vorliegen.

Hier sind nicht nur die Farben satt: Testbild der DJI Phantom 4 Pro.

Parameter wie Auflösung, Belichtung, Weißabgleich, ISO-Zahl, JPG- oder RAW-Format kann man direkt über die App einstellen. Das hat man schnell raus, da die App übersichtlich strukturiert ist und auch Anfängern die Arbeit enorm vereinfacht. Ein Warnton signalisiert, wenn dem Akku der Saft ausgeht. Bei wie viel Prozent der Notstand ausgerufen wird, bleibt dem Piloten selbst überlassen.

Natürlich hat DJI seine Phantom 4 Pro mit zahlreichen intelligenten Flugmodi ausgestattet, die sich in der Praxis auch zuverlässig nutzen lassen. Unter »Draw« verbirgt sich die Option, die gewünschte Route auf den Bildschirm zu zeichnen (dafür ist ein Tablet zu empfehlen). Bei konstanter Geschwindigkeit fliegt die Drohne dann die Strecke ab. Ist »ActiveTrack« aktiviert, folgt die Phantom einem ausgewählten Objekt, während sich im Gestenmodus wie bei der DJI Spark Selfies durch eine Handbewegung schießen lassen.

DJI Mavic Mini

Die 249 Gramm leichte Mavic Mini von DJI ist die Vorgängerin der aktuellen Mini 2. Sind alle vier Arme mit den Propellern angeklappt, kommt das Fluggerät gerade mal auf 14 × 8,2 × 5,7 Zentimeter. Äußerlich lassen sich Mavic Mini und Mini 2 fast nicht unterscheiden.

Im Gegensatz zur Mini 2 filmt die Mavic Mini bestenfalls mit 2.720 x 1.530 Pixeln (2.7 K). In diesem Setup sind maximal 25 bzw. 30 Vollbilder drin. Wer 50 oder 60 Vollbilder nutzen will, muss zur FullHD-Auflösung greifen. Die Datenrate hat DJI auf 40 MBit/s heruntergeschraubt.

Fotos schießt der Winzling im 4:3- oder im 16:9-Format mit 4.000 x 3.000 bzw. 4.000 x 2.250 Bildpunkten. Als Modi stehen Einzel- und Intervallaufnahmen (2/3/5/7/10/15/20/30/60 Sekunden) zur Verfügung. Nachteil gegenüber den teureren DJI-Drohnen: Beim Fotoformat muss man sich mit JPG zufrieden geben. Mit RAW-Dateien, die deutlich mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung ermöglichen, hat die Mavic Mini nichts am Hut.

Beim Fliegen ist Vorsicht geboten, denn Abstandssensoren hat der kleine Quadrocopter nicht an Bord. Bei maximal 46 Stundenkilometern ist zudem Schluss – das reicht für diesen Flugzwerg allerdings locker aus. Wählt man den Modus »CineSmooth«, so begnügt sich die Drohne gar mit nur 15 Stundenkilometern – allerdings erlaubt sie präzisere Drehungen und stabilisiert den Gimbal der Kamera zusätzlich.

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Bei der App kann man nicht mehr zur bewährten »DJI Go 4«-Applikation greifen, sondern muss zur neuen »DJI Fly«-App wechseln. Ambitionierteren Drohnen-Piloten dürfte diese Anwendung ob des eingedampften Funktionsumfangs ein Dorn im Auge sein. Allerdings richtet sich die kompakte Mavic Mini primär an Einsteiger oder alle, die mal eben schnell eine Aufnahme auf Speicherkarte bannen wollen. In beiden Fällen kann man es nachvollziehen, dass die Feature-Fülle nicht ganz so üppig ausfällt.

Trotzdem kann man wählen, ob die ISO-Einstellung automatisch (100 – 1600) oder manuell (100 – 3200) vorgenommen werden soll. Ebenso hat man Einfluss auf die Belichtung, die Auflösung beim Filmen sowie auf Einzel- und Intervallaufnahmen. Akkutemperatur und Flugzeit hat man ebenso wie Flughöhe und Distanz jederzeit im Blick.

Zum Starten und Steuern der Drohne genügt es, nur die Fernsteuerung zu verwenden. So kann man das Fluggerät in jede Richtung manövrieren, die Kamera neigen, Fotos schießen, filmen und bei Bedarf auch die automatisierte Rückkehrfunktion aktivieren. Allerdings macht es Sinn, ein Smartphone in die ausgeklappte Halterung zu legen (hier passt auch ein großes Samsung Galaxy Note 10+ rein) und per Kabel mit der Fernsteuerung zu verbinden. Denn auf diese Weise genießt man die Live-Vorschau und kann wichtige Flugdaten vom Display ablesen.

Beim Flugverhalten liefert die Mavic Mini ebenso überzeugende Ergebnisse wie die neue Mini 2. Sie fliegt komplett eigenstabil und ist extrem einfach zu steuern. Die Videoqualität ist für eine Drohne dieser Größe und in diesem Preissegment absolut überzeugend. Aufnahmen sind scharf, Details werden präzise herausgearbeitet, Farben sind kräftig. Einziger Kritikpunkt ist minimales Bildrauschen. Weil das Schnittprogramm Final Cut Pro die 2.7K-Auflösung nicht korrekt erkannte, haben wir unsere Testsequenz in ein UHD-Projekt eingebettet und mit 3.840 x 2.160 Pixeln ausgespielt. Fotos mit 12 Megapixeln sind kontraststark und erweisen sich ebenfalls als sehr detailreich.

Wer sich die Mavic Mini zulegen will, sollte zur teureren Fly More Combo greifen. Hier liegen unter anderem drei Akkus, Propellerschützer, eine Ladestation und ein Transportetui bei. Für rund 440 Euro erhält man entweder die DJI Mavic Mini im Komplettpaket oder die Mini 2 einzeln. Wer auf die UHD-Auflösung und die geringere Reichweite verzichten kann, sollte sich dies überlegen.

Potensic D60

Auf dem Papier macht die Potensic D60 einen ganz guten Eindruck: Sie fliegt mit GPS-Unterstützung, verfügt immerhin über einen einachsigen Gimbal, und die Echtzeitübertragung für ein optionales FPV-Bild (First Person View) erfolgt mittels 5G-WLAN. Nach dem Auspacken der Drohne fällt auf: Die Verarbeitung lässt teilweise zu wünschen übrig. Eine der Motorabdeckungen aus Kunststoff hängt schon halb heraus. Mit etwas Gewalt kann man sie möglicherweise wieder hineindrücken, wir riskieren es lieber nicht. Die Propeller werden mit Metallköpfen verschraubt. Eins der Gewinde ist jedoch so schlecht geschnitten, dass wir lange tüfteln müssen, damit es sich zumindest auf einem Motorträger festschrauben lässt. Die Arme des Quadrocopters sind nicht einklappbar, mit einer Diagonalen von rund 34 Zentimetern passt die D60 damit natürlich nicht mehr in die Jackentasche.

Für den Antrieb sind vier bürstenlose Motoren verbaut. Der Akku mit 1.800 mAh hielt bei uns im Test rund 16 Minuten durch, das ist ganz ordentlich. Geladen wird er über einen USB-Stecker. Auf einen Einschaltknopf verzichtet die Drohne, ist der Akku eingerastet, blinken auch schon die LEDs unterhalb der Motoren und ein greller Piepton macht sich bemerkbar. Aufgezeichnet wird auf Micro-SD-Karten in der Drohne.

Zur Steuerung liegt ein Controller bei, auch hier ist die Smartphone-Halterung sehr wackeliger Natur. Das Bedienkonzept ist simpel. Über zwei Steuerknüppel verändert man Höhe und Flugrichtung, Fotos und Videos realisiert man über einen Knopf, für Start und Coming-Home sind ebenfalls Knöpfe verbaut. Ein Manko ist die Gimbal-Taste: Während man bei DJI über einen Drehregler die Kamera wahlweise nach oben oder unten neigt, schwenkt die Kamera hier erst nach ganz unten und dann nach oben bis zum Anschlag. Es kann also dauern, bis man den gewünschten Winkel eingestellt hat (zu sehen im Beginn unseres Flugvideos).

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Smartphone und Copter verbinden sich problemlos per WLAN. Bei der »Potensic«-App hat sich der Hersteller bei DJI inspirieren lassen, die Oberflächengestaltung ist sehr ähnlich. Hier sieht man die Anzahl der verfügbaren Satelliten, die Akkukapazität, kann Parameter wie maximale Höhe und Distanz einstellen, den Kompass kalibrieren und zwischen Foto und Video wechseln. Bildeinstellungen wie Helligkeit, Farbe, Kontrast oder Auflösung lassen sich jedoch nicht verändern. In der Anwendung sieht man zudem während des Fluges die Höhe über dem Boden und die Entfernung des Quadrocopters.

Das Fliegen ist relativ einfach. Die Potensic fliegt dank GPS eigenstabil und hielt im Test auch einigermaßen ihre Position. Nicht so angenagelt in der Luft wie teurere Modelle, aber immerhin. Auf Steuerbefehle reagiert sie nicht immer sofort, die Steuerknüppel sind sehr schwammig konstruiert. Will man die D60 auf eine bestimmte Position drehen, so benötigten wir hierfür mehrfach einen zweiten oder dritten Anlauf, da sie sich wieder in die Ausgangsposition zurückdrehte. Weiter als 60 bis 70 Meter haben wir uns von unserem Standort mit dem Copter nicht fortbewegt, weil es mehrmals zu kurzen Abbrüchen bei der Bildübertragung kam. Das kann an äußeren Störeinflüssen gelegen haben. Möglicherweise schafft die D60 deutlich größere Distanzen. Doch bei günstigen Drohnen fliegt die Furcht immer ein bisschen mit, siehe Snaptain A15H.

Insgesamt passt das Flugverhalten für eine Drohne in dieser Preisklasse. Bei der Auswertung der Filmaufnahme in Full-HD-Auflösung zeigt sich doch: Die Propeller sind immer im Bild zu sehen, das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Eine Bildstabilisierung ist zudem nicht vorhanden. Die Aufnahme macht seekrank, die Bewegtbilder sind permanent am Pumpen. Stoppt die Drohne zudem ihre Flugbewegung ab, egal, ob nach vorne, rechts, links oder hinten, so wippt sie nach, wodurch das Bild ebenfalls vollkommen aus dem Tritt gerät. Mit 1080p hat die Auflösung nichts gemeinsam, Details sind kaum zu erkennen, Farben jedoch recht natürlich. Als Extras stehen ein Follow-Me-Modus und eine Wegpunkte-Funktion bereit.

Als Fazit lässt sich festhalten: Die Potensic D60 funktioniert, die Steuerung überfordert auch Anfänger nicht, da sie zumindest bei schwächerem Wind recht stabil in der Luft steht. Bildstabilisierung und Videoqualität sind leider ungenügend. Auch hier unser Tipp: Lieber paar Euro mehr ausgeben und eine ältere Phantom-Drohne von DJI gebraucht kaufen.

Ryze DJI Tello

Dass der Drohnenspezialist DJI bei der Konstruktion der Ryze DJI Tello seine Finger mit im Spiel hatte, sieht man sofort, wenn man die in mehreren Farben erhältliche Mini-Drohne in die Hand nimmt. Sie ist hochwertig verarbeitet, hat einen glänzenden Kunststoffkorpus und kann optional mit den mitgelieferten Propellerschützern geflogen werden. Nach der Installation der Gratis-App (für iOS und Android) auf dem Smartphone juckt es in den Fingern. Kaum ist der automatisierte Startvorgang aktiviert, steigt der 80 Gramm leichte Winzling sauber in die Höhe und bleibt wie angenagelt auf der Stelle stehen. Respekt! Das visuelle Positionierungssystem ermöglicht einen stabilen Schwebeflug – zumindest im Raum.

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Im Freien stößt die Tello aber recht schnell an ihre Grenzen, sobald es etwas stärker windet. Gegen eine leichte Brise kann sie sich allerdings ganz ordentlich behaupten.

Das 100-Euro-Modell filmt mit 1.280 x 720 Pixeln und fotografiert mit fünf Megapixeln. Videos werden nicht stabilisiert und die Kamera lässt sich auch nicht neigen. Das reicht für Schnappschüsse, aber auch nicht für viel mehr. Ruhige Kamerafahrten in der Luft bleiben eine Illusion, Detailfreudigkeit und Farbtreue sind aber etwas besser als bei der HS110D.

 Video-Drohne Test: 1531319752558 Moment
Als Schnappschuss in Ordnung: Die Tello knipst mit fünf Megapixeln, an einer Nachbearbeitung für sattere Farben führt jedoch kein Weg vorbei.

Die Tello besitzt keinen eigenen Speicher, Videos und Fotos landen direkt auf dem Smartphone und müssen von hier auf den PC geladen werden. Gesteuert wird die kleine Drohne über ein Mobilgerät, eine Fernsteuerung kann für knapp 40 Euro separat erworben werden.

Im Test hielt der Mini-Copter rund 12 Minuten mit einer Akkuladung durch. Das kompakte Fluggerät ist sehr stabil und übersteht auch schon mal einen Crash mit einer Wand ohne Probleme. In der App hinterlegte automatisierte Flugmanöver wie eine 360-Grad-Drehung gelingen zuverlässig. Auch Saltos sind möglich.

Gekoppelt wird die Tello per WLAN mit dem Smartphone. Unter optimalen Bedingungen kann man bis zu 100 Meter weit wegfliegen. Um die Nerven zu schonen, die Flugrichtung besser zu erkennen und sich auch gegen Böen behaupten zu können, sollten aber besser Distanzen von 25 bis 30 Meter jedoch nicht überschritten werden.

Yuneec Breeze 4K

Die Yuneec Breeze 4K kommt wie ein Premium-Produkt daher und lässt Assoziationen zu Apple aufkommen. Verpackt ist der Quadrocopter in einer schicken, weißen Kunststoffbox. Auch Maße und Gewicht stimmen: Mit 19,6 x 19,6 x 6,5 Zentimetern und 385 Gramm ist die Breeze nicht zu groß und nicht zu schwer, um sie im Rucksack überall dabei zu haben. Eine Fernsteuerung benötigt man nicht, die Bedienung in der Luft erfolgt nämlich per App über ein Tablet oder Smartphone. Gekoppelt wird das Fluggerät per WLAN.

Und damit kommen wir auch schon zum großen Schwachpunkt: Beim Test war es reine Glücksache, ob der Verbindungsaufbau klappte oder nicht. Teilweise mussten wir 15 Minuten tüfteln, bis Drohne und Samsung-Smartphone endlich kommunizierten. Liest man die zahlreichen Rezensionen bei Amazon, zeigt sich: Probleme beim Verbindungsaufbau und Verbindungsabbrüche sind offenbar keine Seltenheit. Insgesamt erreicht der Quadrocopter lediglich 2,6 von 5 Sternen.

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Seine maximale Flughöhe liegt bei 80 Metern, pro Sekunde werden bis zu fünf Meter zurückgelegt. Aufgezeichnet wird auf einen 16 Gigabyte großen internen Speicher. Die maximale Filmauflösung beträgt 3.840 x 2.160 Bildpunkte, allerdings arbeitet die digitale Stabilisierung lediglich bei geringeren Auflösungen wie 1.920 x 1.080 mit 30 Vollbildern. Das merkt man leider: Die UHD-Aufnahmen sind sehr ruckelig. Endet eine waagerechte Kamerafahrt, so schwappt die Drohne erst mal nach links oder rechts und macht die Szene unansehnlich. Die Farben sind dafür kräftig, die Schärfe ist gut, wenn sie auch eher an Full-HD und nicht an UHD erinnert.

 Video-Drohne Test: Dcim100mediabreeze
Knallige Farben, ordentliche Schärfe: Das 13-Megapixel-Foto der Yuneec Breeze 4K gefällt gut.

Die Optionen innerhalb der App sind vielfältig. So kann man unter anderem den Weißabgleich individuell einstellen. Unterschiedliche Flugmanöver voll automatisisiert gelingen über die Modi Selfie, Orbit, Journey und Follow Me. Die App ist gut strukturiert aufgebaut und das Fliegen klappt recht präzise, ist allerdings nicht vergleichbar mit dem Komfort, den eine Fernsteuerung mit Knüppeln bietet.

Mit einer Akkuladung bleibt die Breeze rund zehn Minuten in der Luft – Grund genug, sich gleich beim Kauf einen zweiten oder dritten Akku zuzulegen.

Snaptain A15H

Wir formulieren es mal etwas ketzerisch: Wer sein Kind bestrafen will, kauft ihm die Snaptain A15H. Flugverhalten: mangelhaft! Verarbeitungsqualität: dürftig! Videoqualität: miserabel! Spielvergnügen: null! Klar, für eine Drohne knapp oberhalb der 80-Euro-Marke darf man keine Wunder erwarten. Aber mit diesem China-Schrott sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nur Ärger und Tränen vorprogrammiert. Sparen Sie lieber etwas und kaufen Sie beispielsweise bei Ebay eine gebrauchte DJI Phantom 3 für rund 350 Euro, oder gehen Sie für die 80 Euro einmal gut essen. Auch davon haben Sie mehr.

Hätte man die A15H vor 30 Jahren als Gimmick im legendären YPS-Heft gefunden, so hätte man sich gefreut. So wirkt das Fluggerät selbst für knapp 85 Euro alles andere als hochwertig. Der Kunststoff des Gehäuses erscheint billig, wenn man von der Fernsteuerung die Smartphone-Halterung ausklappt, wird es einem Angst und Bange. Der obere Plastikbügel ist so dünn und wackelig, dass man sein teures Smartphone hier lieber nicht einspannt. Das faltbare Design der 13 x 13,5 x 6 Zentimeter großen Drohne haben die Chinesen beim Mitbewerber DJI abgeschaut. Die Propeller sitzen fest und bleiben auch beim Transport auf den vier Motoren. Ein Austausch nach einem Crash ist möglich (Ersatzblätter liegen bei).

Zum Set gehören ebenfalls zwei Lithium-Ionen-Akkus, die per USB etwa an einem Computer geladen werden. Die maximale Flugzeit konnten wir nicht ermitteln (dazu gleich mehr). Laut Hersteller hält ein Akku bis zu 7,5 Minuten durch. Die Mini-Kamera an der Front lässt sich nicht neigen und hat auch keinen Gimbal, sie zeichnet mit maximal 720p auf.

Beim Blick in die technischen Daten werden wir das erste Mal stutzig: Die Reichweite der Fernbedienung beträgt bestenfalls 90 bis 100 Meter, per App sind es gerade mal 30 Meter, und höher als 25 Meter sollte man nicht fliegen, schon gar nicht wenn es windet. Das riecht nach Spielzeug! Die Snaptain A15H lässt sich auch über den Controller steuern, während das Smartphone mit der App als Kontrollbildschirm fungiert. Für uns ist dies ohnehin die einzige Option, da die Applikation auf unserem Samsung Galaxy Note 10+ zwar eine Live-Vorschau zeigt, das Starten von Fotos und Videos erlaubt, aber keine virtuellen Steuerknüppel einblendet. Die Dateien von Aufnahmen landen übrigens direkt auf dem Mobilgerät, die Drohne hat keine eigene Speicherkarte.

Zum Starten genügt ein Druck auf die »Take-Off«-Taste. Wir wählen einen – zumindest in Bodennähe – absolut windstillen Tag. Die Drohne steigt auf einen Meter, wir erhöhen den Sicherheitsabstand zum Boden auf rund fünf Meter, doch schon im Aufsteigen fliegt der Quadrocopter deutlich nach vorne. GPS, um den Copter ruhig auf der Stelle zu halten, ist nicht an Bord. Auf der Fernsteuerung sitzen zwar vier Tasten zur Kalibrierung, doch die erweisen sich als wirkungslos. Die A15H driftet schnell von uns weg. Nach 30 Jahren Modellflug und hunderten Flugstunden mit diversen Drohnen eigentlich kein besorgniserregendes Szenario. Zieht man den rechten Steuerknüppel zurück, sollte das Fluggerät umgehend den Rückwärtseingang einlegen. Doch der dezente Hauch eines warmen Frühlingslüftchens ist für die Snaptain schon zu viel. Gegen diesen minimalen Rückenwind kommt sie nicht an. Nach links gesteuert reagiert sie kaum, nach rechts treibt sie noch weiter ab. Auf Wiedersehen!

Wenige Sekunden später ist die Snaptain A15H schon außerhalb des Fernsteuerradius (bestenfalls 20 bis 25 Meter) und verschwindet irgendwo unauffindbar im Feld, wo sie jetzt auf ihr Rendezvous mit dem Mähdrescher wartet. Aus unserer Sicht das Beste, was man mit diesem Katastrophen-Copter machen kann. Ein Einzelfall? Schaut man in die Amazon-Rezensionen, dann offenbar nicht. Viele Kunden berichten davon, dass die Drohne ein Eigenleben entwickelt, einfach wegfliegt, abstürzt, und die Geräte sind teilweise sogar verloren gegangen. Andere Nutzer berichten von verschlissenen Zahnrädern nach kurzer Zeit, von klemmenden Propellern, Motor- und Getriebeproblemen sowie defekten Akkus.

Trotzdem hat die Drohne 4,3 von 5 Sternen bei knapp 600 Bewertungen. Angeblich lockt der Hersteller mit Gutscheinen und kostenlosen Ersatzteil-Sets bei positiven Bewertungen, was diese Bewertung erklärt. Noch ein Wort zur Videoqualität (wir können keine Testsequenz veröffentlichen, weil die Aufzeichnung nach dem Fortfliegen nicht final gespeichert wurde): Die Auflösung ist miserabel, das Bild sehr unruhig und nicht zu gebrauchen.

Unser Fazit: Finger weg von dieser Billig-Drohne!

Die wichtigsten Fragen

Welche Regeln gelten für Drohnenbetreiber bezüglich Registrierungspflicht und Kompetenznachweis?

Seit dem Jahr 2021 gilt die neue EU-Drohnenverordnung. Die wichtigsten Regeln kann man auf der Seite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur nachlesen.

Lohnt sich eine Drohne für weniger als 100 Euro?

Nein, hiervon sollte man unbedingt die Finger lassen, diese Copter verursachen nur Frust und Ärger. Die Flugeigenschaften sind miserabel, und auch die Videoaufnahmen sind nicht zu gebrauchen.

Worauf sollte ein Drohnen-Anfänger achten?

Eine gute Anfänger-Drohne fliegt eigenstabil – lässt man die Steuerknüppel los, schwebt diese auch bei Wind ruhig auf derselben Stelle. Die Steuerung per Controller gelingt deutlich besser als über eine Smartphone-App. Für schöne Videos sollte die Kamera an einem Gimbal befestigt sein.

Wo darf man eine Drohne fliegen lassen?

Die Rechte für Drohnenpiloten wurden in den vergangenen Jahren immer stärker beschnitten. Unter anderem gilt ein Drohnen-Verbot über Wohngrundstücken,Krankenhäusern, Militäranlagen, Kraftwerken, Gefängnissen und rund um Flughäfen. In Smartphone-Apps wie AirMap sind Flugverbotszonen sofort ersichtlich.

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