Die beste elektrische Zahnbürste für Kinder

Test: elektrische Kinderzahnbürste – Testsieger Philips Sonicare For Kids 6311/07
  • Test: elektrische Kinderzahnbürste – Testsieger Philips Sonicare For Kids 6311/07

Die beste elektrische Zahnbürste für Kinder ist die Sonicare for Kids HX6311/07 von Philips. Sie überzeugt Kinder unterschiedlichen Alters nicht nur mit ihrer coolen, wandelbaren Optik, sondern reinigt als Schallzahnbürste noch einen Tick softer, ohne die Gründlichkeit zu vernachlässigen. Außerdem trumpft sie mit der längsten Akkulaufzeit aller getesteten Modelle auf und hat einige praktische Funktionen parat.

In den letzten Jahrzehnten ist Karies bei Kindern und Jugendlichen deutlich zurückgegangen. Heute haben immerhin acht von zehn 12-jährigen kein Loch mehr im Zahn. Und: Die Zahl kariesfreier Gebisse soll sich im Vergleich zu 1997 sogar verdoppelt haben, so die frohe Botschaft der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie 2016.

Auch wenn das Ergebnis ein bisschen zu optimistisch anmutet, wenn man sich unter Bekannten mit Kindern umhört, muss man feststellen: Offenbar nehmen die meisten Eltern das empfohlene Zähneputzen „zweimal täglich zwei Minuten“ ziemlich ernst.

Andererseits drücken sich die Kurzen aber auch mal ganz gerne vor dem regelmäßigen Schrubben. Alles, was das tägliche Ritual nicht zur täglichen Tortur macht, ist da natürlich überaus willkommen. Helfen kann tatsächlich etwas Technik im Bad: Denn elektrische Kinder-Zahnbürsten finden Dreikäsehochs um Längen spannender als die langweilige Handzahnbürste.

Während wir Großen beim Kauf einer E-Bürste vor allem mit dem Kopf an die Sache rangehen und auf Putzleistung, Testbewertungen, Giftstoffe, Bürstentechnik, Tiefenreinigungsfunktion oder Bluetooth-Fähigkeit achten, entscheiden sich Kinder aus dem Bauch heraus: Sie verlieben sich gleich auf den ersten Blick in austauschbare Comicsticker oder aufgedruckte Eisprinzessinnen, in Melodien oder Lichtshows im Bürstengriff.

Kinder wissen oft schon beim ersten Mal: „Die fühlt sich super an.“ Und bleiben dabei. Man sollte den Nachwuchs beim Kauf daher unbedingt ein Wörtchen mitreden lassen. Der gestaltet sich ohnehin einfacher als bei Erwachsenen, denn der Markt für Kinder ist übersichtlicher. Vor allem die Marken Braun und Phillips sind hier die Platzhirsche.

Brauchen Kinder elektrische Zahnbürsten?

Natürlich stellt man sich zunächst die Frage, ob Kinder wirklich eine elektrische Zahnbürste brauchen. Die kürzeste Antwort: Unter drei nicht. Die meisten Bürsten sind für Minis nämlich noch zu schwer, da reicht eine Handzahnbürste völlig aus. Wirklich Sinn macht eine automatische Bürste erst ab dem Vorschulalter, etwa ab vier.

Aber putzen denn die Elektrischen wirklich besser als die gute alte Handzahnbürste? Das kommt drauf an. Wer eine gute manuelle Putztechnik hat, putzt mit der Hand genauso gut wie mit einer elektrischen Zahnbürste. Der Haken dabei: Fast keiner beherrscht die richtige Putztechnik, die ist nämlich ziemlich kompliziert. Die meisten schrubben einfach so drauf los. Und das ist schlecht für Zähne und Zahnfleisch.

Elektrische Zahnbürsten reinigen da vorsichtiger. Manuell drücken nicht nur Kinder gern zu fest aufs Zahnfleisch. Und gerade für kleine Kinder ist die richtige Putztechnik mit der Hand meistens noch zu schwierig.

Doch obwohl elektrische Zahnbürsten in Untersuchungen besser abschnitten und die Wissenschaft sich einig ist, dass sie Zahnbelag gründlicher beseitigen, gibt Dr. Johanna Kant, Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte aus Oldenburg, zu bedenken: „Die beste Zahnbürste nützt nichts, wenn sie falsch angewendet wird oder gar unbenutzt Staub ansetzt. Der Mensch ist in Sachen Reinigungsleistung immer der ausschlaggebende Faktor.“ Deshalb würden per se Eltern immer am besten putzen, meint die Expertin. Mamas und Papas sollten die Zähne ihrer Kinder deshalb solange sauber machen oder zumindest nachputzen, bis der Nachwuchs eine ausreichend gereifte Feinmotorik besitzt – was frühestens ab acht Jahren der Fall ist. Aber welches Kind lässt sich schon bis zu diesem Alter zweimal täglich von den Eltern die Zähne putzen? Wir kennen keins.

Daher empfiehlt Dr. Kant: „Mütter und Väter sollten darauf achten, dass zu kräftiges Putzen oder eine zu harte Bürste Zähne und Zahnfleisch nicht verletzen.“ Hilfreich sei es, ab und zu Zahnfärbetabletten einzusetzen. Sie zeigen nach dem Putzen an, wo noch besser nachgeschrubbt werden sollte, machen den Kindern Spaß und sorgen ganz nebenbei für etwas Kontrolle. Auch gut zu wissen: Viel wichtiger als die Art der Zahnbürste ist fluoridierte Zahnpasta für Kinder, denn die schützt sehr gut vor Karies.

Was das richtige Putzen anbelangt, geht man auf Nummer sicher, wenn man die neue Kinder-Zahnbürste zum nächsten Vorsorgetermin in die Zahnarztpraxis mitbringt. Dann kann der Zahnarzt erklären, wie man am besten putzt.

Zusatzfunktionen und Technik

Austauschbare Sticker, Comicfiguren, Musik, Zahnputz-Apps – was vielen überflüssig erscheint, macht durchaus Sinn: „Es motiviert Kinder ungemein, wenn die Zahnbürste ,nett‘ aussieht und Spaß macht. Zudem sollte sie, egal ob manuell oder elektrisch, ein weiches, kleines Bürstenfeld besitzen“, so Kinderzahnärztin Kant.

Vor allem ein Timer rege Kinder dazu an, eine bestimmte Putz-Zeit einzuhalten. Als optimal gelten rund zwei Minuten. Was noch Sinn macht, weil sich die Kinder so die Putzintensität aussuchen können, sind unterschiedliche Putzmodi: mal stärker, mal schwächer. Das bieten aber nur wenige Modelle.

Rotierend oder mit Schall?

Die Frage aller Fragen: „Was ist besser für mein Kind  – die teurere und neuere Schalltechnologie oder die bewährte rotierend-oszillierende Zahnbürste?“ Eine eindeutige Antwort darauf gibt es leider nicht. Die Studien stehen meistens einzelnen Herstellern nahe und liefern, wenig überraschend, oft Ergebnisse, die die Technik ihrer Produkte jeweils im guten Licht erscheinen lassen.

Konzentrieren wir uns also lieber auf den technischen Unterschied: Bei Schallzahnbürsten vibriert der Bürstenkopf schnell hin und her, in Bewegung gesetzt wird er durch Schall mit einer hohen Frequenz von etwa 30.000 Schwingungen pro Minute. Dadurch wird der Zahncreme-Speichel-Mix durch die Zahnzwischenräume ausgeschwemmt – ganz ohne Bürstendruck auf die Zähne.

Bei der rotierend-oszillierenden Variante kreist der runde Bürstenkopf im Halbkreis, wechselt dabei ruckzuck die Bewegungsrichtung (oszilliert) und befreit so die Beißerchen von Plaque.

Dem Laien dürfte das gehoppt wie gedopt sein, denn – wie gesagt – gut reinigen tun beide. Und für beide gilt, wie auch für die Handzahnbürste, dass man nicht fest aufdrücken sollte.

Allerdings fühlen sich die von uns getesteten Schallbürsten im Mund etwas sanfter, aber auch kitzelnder an, während rotierend-oszillierende Geräte ein bisschen energischer auftreten. Was man angenehmer findet, ist reine Geschmackssache.

Bei der Kaufentscheidung sollte man sich auch an der doch recht unterschiedlichen Ausstattung orientieren: Die Zahnbürste muss zum Beispiel gut in der Kinderhand liegen und sollte nicht leicht aus nassen Fingern rutschen. Ein genoppter oder gummierter, nicht zu dicker ergonomischer Griff ist hier erste Wahl.

Ein Minus ist außerdem ein zu schwacher Akku. Der sollte schon mindestens eine Woche Zähneputzen ohne „Nachladen“ erlauben, denn das ist praktisch auf Reisen oder für den Besuch bei der Oma.

Bei der Frage ob mit Akku oder mit Wegwerfbatterien scheiden sich die Geister. Auf den ersten Blick sind Wegwerfbatterien die größere Umweltsünde. Doch die Akkus der meisten elektrischen Zahnbürsten kann man nicht austauschen. Gibt er seinen Geist auf, muss man die ganze Zahnbürste entsorgen und eine neue kaufen. Gerade für Kinder sind fest eingebaute Akkus aber praktischer  – und sicherer.

Bei Kindern ab acht kann es außerdem sinnvoll sein, dass die Bürste zahnspangentauglich ist. Vor allem die soften Schall-Geräte werben damit.

Nicht ganz uninteressant für den Geldbeutel: Nachkaufbare Wechsel-Aufsteckbürsten für rotierende Geräte sind in der Regel günstiger als für Schallzahnbürsten – aber groß ist der Unterschied nicht.

Tipps für die Anwendung

Anfänger stören sich gern dran, dass elektrische Bürsten Zahnpasta überall im Mund verteilen, nur nicht auf den Zähnen. Der Grund? Ein simpler Benutzungsfehler: Die Bürste darf nämlich erst direkt an den Zähnen eingeschaltet werden, damit die Creme nur dort reinigt, wo sie es soll.

Ansonsten ist die E-Variante ein Gerät für Faule – wie schön! Jede zusätzliche Bewegung nimmt sie Übel, denn die entscheidenden Moves macht die Bürste ganz von alleine. Es genügt völlig, sie einfach nur von Zahn zu Zahn führen. Zwingt man sie jedoch gegen die vorgesehene Richtung des Bürstenkopfes, ist der Vorteil der gründlichen Reinigung passé.

Am besten lassen Sie Ihr Kind anfangs trotz des Timers erstmal einen ausführlichen Selbsttest machen, denn manche brauchen eben mehr als die Zwei-Minuten-Pflege fürs optimale Ergebnis: Hat das Kind das Gefühl, dass die Zähne schön glatt sind, ist die geputzte Zeit okay.

Zur Routine sollte es auch werden, dass der Bürstenkopf nach jedem Zähneputzen abgezogen, die Steckverbindung gereinigt und getrocknet wird. Doch selbst bei bester Pflege hat die Bürste eine begrenzte Lebensdauer: Spätestens wenn sich die Borsten verbiegen, ist es Zeit für einen Wechsel, sonst haben Bakterien leichtes Spiel, und die Putzleistung verschlechtert sich. Meist sollte man rund alle drei Monate den Bürstenkopf wechseln.

Die Testkandidaten: Philips Sonicare HX6311/07, Oral-B Stages Power Kids Advanced, Philips Sonicare HX6322/04, Braun Oral-B Stages Power Kids, dm Dontodent Active Young und Kidz Sonic von Baby-Brush.

So haben wir getestet

Zunächst haben wir uns bei Stiftung Warentest und Ökotest schlau gemacht, unzählige Artikel zum Thema gelesen, Experten befragt und aufgrund von jeder Menge Kundenbewertungen eine Vorauswahl zusammengestellt. Gleichzeitig wollten wir auch kostengünstigen Modellen, die bisher nicht so gut bewertet wurden, jedoch in vielen Familien zum Einsatz kommen, eine Chance geben, um ein möglichst weites Feld abzudecken. Unsere sechs Test-Modelle mit Preisen zwischen 10 und 50 Euro bilden somit das ganze Spektrum ab.

Den wichtigsten Part übernahmen unsere zwei „Versuchs-Kinder“ im Alter von 6 und 11 Jahren, die bisher ausschließlich manuell geputzt haben. Sie testeten wie wild sechs elektrischen Kinderzahnbürsten über drei Wochen hinweg, bauten alle ohne jegliche Hilfe Erwachsener zusammen, ließen sie zum Härtetest auf den Fliesenboden knallen – ein großer Spaß! – und bewerteten anschließend nach Kriterien wie Zahnreinigung, Robustheit, Design, Griff, Akkuleistung und Schnickschnacks wie Apps oder Musik.

Was gleich zu Beginn des Tests auffiel: Die Kinder haben sich noch nie so begeistert – und so lange – dem Zähneputzen gewidmet wie mit den elektrischen Zahnbürsten. Ob sie dadurch in Zukunft weniger Löcher kassieren, werden wir nie wissen, denn bislang sind beide kariesfrei. Wir können nur hoffen, dass es so bleibt. Jedenfalls waren die E-Bürsten bei ihnen ein voller Erfolg.

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Kommentare

12 Kommentare zu "Die beste elektrische Zahnbürste für Kinder"

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Sortiert nach:   neueste | älteste | beste

Christoph von Manstein

Sandra Schwimmer

Dann haben wir ja die richtige

Markus Schwarzl

Christoph Haller

Ultraschall Zahnbürsten für kleine Kinder völlig unnötig!

Das ist doch keine Ultraschallzahnbürste

Das ist doch keine Ultraschallzahnbürste

Markus Beisl zum Geburtstag bekommt Basti eine

Mein Sohn ist 2 1/2 ich putze in der früh und am abend nach. Elektrische ja aber frühestens in der Grundschule vorher kann er auch mit der net umgehen

Mamas und Papas sollten die Zähne ihrer Kinder deshalb solange sauber machen oder zumindest nachputzen, bis der Nachwuchs eine ausreichend gereifte Feinmotorik besitzt – was frühestens ab acht Jahren der Fall ist. Aber welches Kind lässt sich schon bis zu diesem Alter zweimal täglich von den Eltern die Zähne putzen? Wir kennen keins. 8 Jahren?????

Abends nachputzen reicht! Über macht sammeln sich nicht wirklich Beläge an. Meine Tochter ist 7 und ich putze nach wie vor abends nach. Regelmäßige Prophylaxesitzungen, in denen geübt wird richtig zu putzen kommen noch hinzu

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