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Die beste Fahrradhose

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Fahrradhose Test: Fahrradhose
Arnold Zimprich

Arnold Zimprich

ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.

Wir haben 16 Fahrradhosen getestet. Die Bandbreite reichte dabei von der teuren Highend-Rennradhose bis zur Billighose, von der weiten All Mountain- und Tourenbaggy bis hin zur engen Rennradhose. Nachdem man weite Tourenhosen und enge Sporthosen nicht in einen Topf werfen kann, gab es zwei Testsieger – die Cycorld MTB Hose Herren und die Alé Solid Corsa Bib Short.

Fahrradhose kaufen – angesichts dieser Aufgabe verdrehen viele die Augen. Es gibt unzählige Marken, Formen, Einsatzbereiche. Und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie müssen gut sitzen. Wir haben daher 16 sehr unterschiedliche Hosen während einer zweimonatigen Testphase unter die Lupe genommen – von der günstigen Hose bis zur Luxus-Pant.

Die Hersteller lassen sich im Buhlen um die Gunst der Käufer einiges einfallen, um auf sich aufmerksam zu machen. Flachnähte treffen auf filigrane Silikon-Applikationen, Stretchmaterialien auf robuste, abriebfeste Stoffe, auch bei den Details greifen die Hersteller von A wie Airtracks bis V wie Vaude tief in die Trickkiste. Trotzdem haben wir im Test schnell einen Testsieger und mehrere Verkaufstipps herausarbeiten können, die wir im Folgenden präsentieren.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Cycorld MTB Hose Herren Radhose

Test Fahrradhose: Cycorld MTB Hose Herren Radhose
Toll ausgestattete Mountainbike- und Tourenhose zu unschlagbarem Preis. Kleine Abstriche bei der Verarbeitung – für Gelegenheitsfahrer und Wochenendtouren jedoch absolut ausreichend.

Testsieger ist die Cycorld MTB Hose Herren. Die locker geschnittene Cargo-Hose bietet für einen sehr günstigen Preis einen angenehmen Schnitt, eine reichhaltige Taschen-Ausstattung und – das hebt sie von vielen anderen MTB-Hosen ab – eine integrierte Innenhose. Zwar ist sie eine No-Name-Hose aus China und wir wollen nicht wissen, unter welchen Bedingungen sie gefertigt wird – trotzdem, schaut man ausschließlich auf den Preis, hat es die Konkurrenz schwer.

Beste Radtight

Alé Solid Corsa Bib Short

Fahrradhose Test: Alé Bibshort Solid Picture 6 White
Eine schön verarbeitete Hose direkt aus Bella Italia – Alé macht vor, woran sich andere die Zähne ausbeißen. Komfortabel, leicht, tolles Klimamanagement.

Bei den kurzen, engen (Renn-)Radhosen hat uns die Alé Solid Corsa Bib Short am nachhaltigsten beeindruckt. Diese Hose hat ein paar Trümpfe im Hosenbein, bei denen die Konkurrenz nicht mithalten kann. Sie wird in Italien hergestellt – für Umweltbewusste, die auf kurze Lieferwege Wert legen, ein großes Plus. Das Material ist nach einem Regenguss schnell wieder trocken, das Sitzpolster hat genau die richtigen Dimensionen, um auch auf langen Touren für Fahrspaß zu sorgen. Ein bisschen Italo-Flair gibt’s gratis mit dazu.

Umwerfender Stoff

Pearl Izumi Pro Bib Shorts

Test Fahrradhose: Pearl Izumi Pro Bib Shorts
Fahrrad-Trägerhose der Spitzenklasse mit ausgezeichnetem Tragekomfort, optimal dimensioniertem Polster und überragenden Materialeigenschaften.

Wenn Geld keine Rolle spielt, sollte man zur Pearl Izumi Pro Bib Shorts greifen. Diese Hose begeistert, und das ist nicht übertrieben. Zwar kommt man je nach Shop nicht ganz günstig weg, dafür gibt es aber Fahrrad-Stoff vom Feinsten und eine unglaublich leichte, aber auch flexible Hose für Kurz- und Langstrecken. Die Flexibilität und Haptik des Stoffs ist im Testfeld unübertroffen. Das Sitzpolster der Pearl Izumi Pro Bib Shorts reißt zu Begeisterungsstürmen hin, ebenso die geschmeidigen Träger. Kurzum: Diese Hose nimmt souverän die Spitzenposition ein!

Gut & günstig

Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D

Test Fahrradhose: Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D
Günstige, aber erstaunlich komfortable trägerlose Rennradhose mit bequemem Sitzpolster. Perfekt für Kurzstreckenausritte und kleine Budgets.

Die Noomye Radhose ist die beste Hose für Sparfüchse, die einfach nur eine günstige Hose für die nächste kompakte Rennradtour oder sportliche Ausritte suchen. Sie bietet ausreichend Komfort, ein angenehmes Sitzpolster und zufriedenstellende Materialeigenschaften für kurze und mittellange Radtouren bis etwa 80 Kilometer Länge. Für die Langstreckenfans unter unseren Lesern ist die Hose nichts, dafür sind die Bündchen zu wulstig verarbeitet, das Polster etwas zu schwammig und das Material saugt sich zu sehr voll. Kurzstreckenradler stört das alles nicht.

Hart im Nehmen

Endura Hummvee II

Test Fahrradhose: Endura Hummvee II
Die Hummvee II ist die am umfangreichsten ausgestattete Testhose. Robust, schön verarbeitet, mit breitem Bund und tollem Verstellsystem. Eine durchdachte Hose für All Mountain-Fahrer und Mountainbiker.

Die Endura Hummvee II ist eine vollausgestattete Mountainbikehose mit allen Schikanen. Endura liefert eine bequeme, herausnehmbare Innenhose mit, die Hummvee II punktet darüber hinaus mit einer Vielzahl schöner Detaillösungen wie dem integrierten Gürtel mit Schnappverschluss, regulierbaren Belüftungsöffnungen sowie einer kleinen Klett- und Reißverschlusstasche. Nicht zu viel und nicht zu wenig! Auch das robuste und doch flexible Material hat uns im Test überzeugt.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerBeste RadtightUmwerfender StoffGut & günstigHart im Nehmen
ModellCycorld MTB Hose Herren RadhoseAlé Solid Corsa Bib ShortPearl Izumi Pro Bib ShortsNooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3DEndura Hummvee IIPearl Izumi Interval Bib ShortsRh+ Logo BibshortGore GORE Wear C5 kurze Herren Fahrrad-Trägerhose mit SitzpolsterVaude Cyclist AM ShortsAirtracks Funktions Fahrradhose Kurz mit Trägern ProSouke Sports Herren 4D Gepolsterte RadlerhoseGonso Sitivo grünAlly MTB Hose Herren grauShimano Evolve BibTomshoo Herren Radhose,Männer Fahrradhose KurzEndura Singletrack Lite
Test Fahrradhose: Cycorld MTB Hose Herren RadhoseFahrradhose Test: Alé Bibshort Solid Picture 6 WhiteTest Fahrradhose: Pearl Izumi Pro Bib ShortsTest Fahrradhose: Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3DTest Fahrradhose: Endura Hummvee IITest Fahrradhose: Pearl Izumi Interval Bib ShortsFahrradhose Test: Ecu0710 R97Test Fahrradhose: Gore GORE Wear C5 kurze Herren Fahrrad-Trägerhose mit SitzpolsterTest Fahrradhose: Vaude Cyclist AM ShortsTest Fahrradhose: Airtracks Funktions Fahrradhose Kurz mit Trägern ProTest Fahrradhose: Souke Sports Herren 4D Gepolsterte RadlerhoseTest Fahrradhose: Gonso Sitivo grünTest Fahrradhose: Ally MTB Hose Herren grauTest Fahrradhose: Shimano Evolve BibTest Fahrradhose: Tomshoo Herren Radhose,Männer Fahrradhose KurzTest Fahrradhose: Endura Singletrack Lite
Pro
  • Unschlagbarer Preis
  • Integrierte Innenhose
  • Angenehmer Stoff
  • Umfassende Ausstattung
  • Gutes Klimamanagement
  • Optimal dimensioniertes Sitzpolster
  • Komfortable Träger
  • Gute Atmungseigenschaften
  • Ausgereifter Schnitt
  • Dezentes Design
  • Hoher Tragekomfort
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Ausgezeichnetes Klimamanagement
  • Silikoneinsätze gegen Verrutschen
  • Komfortable Träger
  • Günstigste Hose im Test
  • Ausreichend komfortables Sitzpolster
  • Zufriedenstellende Materialeigenschaften
  • Reichhaltigste Ausstattung im Test
  • Inklusive Innenhose
  • Hosenbund mit Gürtel
  • Regulierbare Belüftung
  • Angenehmer Stoff
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schöne Verarbeitung
  • Breite, komfortable Träger
  • Komfortables Polster
  • Geradliniges Design
  • Breite, verrutschsichere Beinabschlüsse
  • Überzeugender Sitz
  • Leichte Konstruktion
  • Schnelltrocknend und atmungsaktiver Stoff
  • Überzeugende Verarbeitung
  • Ausgezeichnetes Klimamanagement
  • Aus recycelten Materialien
  • Bequemer Sitz
  • Günstiger Preis
  • Angenehm breite Schulterträger
  • Günstiger Preis
  • Angemessener Tragekomfort
  • Sportlicher Schnitt
  • Schnell trocknendes Material
  • Cleveres Sitzpolster-Konzept
  • Preis-Leistung überzeugend
  • Weicher, flexibler Stoff
  • Hoher Tragekomfort
  • Klettverstellung am Bund
  • Hoher Tragekomfort
  • Breite, komfortable Träger
  • Verzicht auf zu viele Nähte
  • Hohe Atmungsaktivität
  • Stoff liegt angenehm auf der Haut
  • Durchdachtes Belüftungssystem
  • Breiter, komfortabler Bund
  • Perfekt dimensionierte Klettverstellung
  • Abriebfestes Material
Contra
  • Mängel bei der Vernähung am Hüftsaum
  • Etwas wulstige Silikonapplikationen
  • Teuer
  • Etwas wulstiger Bund
  • Schwer
  • Vergleichsweise enge Beinabschlüsse
  • Preis-Leistung
  • Etwas zu filigrane Träger
  • Polster etwas gewöhnungsbedürftig
  • Vergleichsweise teuer
  • Keine Innenhose
  • Stoff saugt sich voll
  • Kein Bodymapping
  • Keine Silikoneinsätze an den Beinabschlüssen
  • Relativ weit geschnitten
  • Voluminöses Sitzpolster
  • Material saugt sich voll
  • Fällt klein aus
  • Keine Innenhose
  • Teuer
  • Mängel bei der Vernähung
  • Keine Klettverstellung am Bund
  • Taschenposition wenig durchdacht
  • Sackartiger Schnitt
  • Keine Klettverstellung am Bund
  • Etwas rauer Stoff
  • Testhose ohne Innenhose
Bester Preis

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Worauf es bei Fahrradhosen ankommt

Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose. Rennradfahrer haben nämlich andere Ansprüche an ihre Hose als etwa Mountainbiker oder Tourenradler. Darauf haben die Hersteller reagiert, weshalb man spezielle Modelle für jeden Bereich findet.

Enge Bib oder weite Short? Eine Frage des Einsatzbereichs

Fahrradhose ist nicht gleich Fahrradhose. Die eher sportliche Kategorie, gerne auch Tights genannt, ist knalleng. Tights lassen sich in trägerlose Hosen und Hosen mit Hosenträgern (»Bibtights«) einteilen. Diese Hosen werden vornehmlich beim Rennradfahren getragen, vereinzelt auch beim Mountainbiken und Tourenradfahren, hier wiederum gerne von leistungsorientierten Cross Country (XC)- Fahrern und bei Rennen. Der Grund für den engen Schnitt ist zum einen eine bessere Aerodynamik, zum anderen aber auch der bessere Sitz. In diese Kategorie gehören die Hosen von Souke, Gore Bike Wear, Pearl Izumi, Shimano, Rh+, Alé, Noomye, Gonso und Airtracks.

Fahrradhose Test: Noomye (1)
Klassisches Beispiel für eine enge Tights: Die Fahrradhose von Nooyme, gleichzeitig unser Tipp für den schmalen Geldbeutel.

Andere Hosen wiederum sind weiter geschnitten und ähneln Lauf- oder Wandershorts. Sie wurden für Tourenradler, E-Biker und Touren-Mountainbiker entworfen. Komfort und eine gute Belüftung steht hier an erster Stelle, die Aerodynamik kann sich hinten anstellen. Die Modelle von Cycorld, Ally, Tomshoo und Vaude gehören in diese Kategorie.

Fahrradhose Test: Cycorld (2)
Die Tourenshorts von Cycorld hat uns im Test voll überzeugt – nicht nur, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.

Die letzte Kategorie der hier getesteten Hosen sind robustere Hosen, die speziell für den härteren Mountainbike-Einsatz geschneidert wurden. Sie punkten mit einem abriebfesten Material, einem verstellbaren Bund und strategisch positionierten Taschen, die während dem Fahren leicht erreichbar sind. Die beiden Modelle von Endura sind Vertreter dieser Hosengattung.

Fahrradhose Test: Endura Hummvee (1)
Mountainbiker, die sich auf ihr Material zu hundert Prozent verlassen wollen, finden in der Endura Hummvee II die perfekte Begleiterin.

Innenhose – ja oder nein?

Bei weiter geschnittenen Shorts stellt sich auf den ersten Blick die Frage, ob man eine Innenhose darunter ziehen sollte oder nicht. Schließlich werden viele der getesteten Hosen auch ohne Innenhose angeboten. Aus Sicht des Testers ist die Antwort klar: ohne Innenhose geht gar nicht!

Eine Innenhose ist Pflicht

Wer je mit Innenhose gefahren ist und das Plus an Komfort, das Innenhosen durch ihre Polsterung am Gesäß liefern, schätzen gelernt hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Auch wenn es beim ersten Mal tragen vielleicht etwas zwickt und zwackt. Umso verwunderlicher ist es, dass es Hersteller gibt, die weit geschnittene Fahrradhosen ohne Innenhose anbieten – eigentlich ein No-Go, das im Test auch zu schlechteren Bewertungen führte.

Kleine Philosophie der Sitzpolster

Das Thema Sitzpolster ist so eine Sache. Die einen mögen es dick, die anderen dünn. Die einen wollen einen breiten, die anderen einen schmalen Sitz-Einsatz. Am Ende ist jedes Hinterteil anders. Wir haben im Test auf einen gesunden Mittelweg Wert gelegt. Soll bedeuten: Hosen mit lieblos gemachten, wulstigen und schlecht vernähten Sitzpolstern mussten mit Abzügen rechnen. Flach eingenähte, nicht zu stark auftragende Sitzpolster mit einem cleveren Profil, das sich an den anatomischen Gegebenheiten orientiert, wurden besser bewertet. Gonso kann bei seiner Sitivo Short mit einer Besonderheit aufwarten: diese Hose gibt es mit drei verschiedenen Sitzpolstern, je nach Einsatzbereich sind diese unterschiedlich geformt.

Bodymapping

Bodymapping hat auch bei den Fahrradhosen Einzug gehalten – zumindest bei den teureren und sorgfältiger verarbeiteten Hosen. Bodymapping bedeutet, dass die Hosen an unterschiedlichen Bereichen wie Trägern, Gesäß, an der Seite und an den Beinen aus verschiedenen Materialien gefertigt werden, um den unterschiedlichen Anforderungen wie Schweißtransport, Luftdurchlässigkeit oder Abriebfestigkeit gerecht zu werden. So kommt an den Trägern oft extrem feuchtigkeitsdurchlässiges Mesh zum Einsatz, und am Gesäß abriebfestere Materialien.

Fahrradhose Test: Gesamt (5)
Welche darf’s sein? Wir haben 16 zum Teil sehr unterschiedliche Radhosen getestet.

So haben wir getestet

Alle Hosen wurden auf Radtouren zwischen 10 und 160 Kilometern getestet. Sie wurden auf dem Mountainbike, Gravelbike und Tourenrad gefahren, bei Regen und Sonne, als unterste Schicht unter einer wasserdichten Regenhose oder auch alleine getragen. Der Testzeitraum betrug rund zwei Monate und erstreckte sich vom Spätfrühling bis in den Frühsommer. Einige Hosen wurden nur auf einer einzigen langen Tour getragen, bei anderen bedurfte es mehrerer kleinerer Touren, um zu einem zufriedenstellenden Testergebnis zu kommen.

Fahrradhose Test: Cycorld (2)
Die Radhose von Cycorld überzeugt mit einem bequemen Sitz, einer Vielzahl von Taschen und einer praktischen Klettverstellung am Saum.

Unser Favorit: Cycorld MTB Hose Herren

Was Cycorld aus China bei der Cycorld MTB Herrenhose für einen so kleinen Preis auf die Beine stellt, ist erstaunlich! Zwar ist die Website des Unternehmens wenig vertrauenserweckend und dass die Firma, wie dort zu lesen ist, von »Bourne and Amy« gegründet wurde, nehmen wir Cycorld auch nicht ab. Was die Hose aber während unseres Extremtests – einer Bike&Hike-Tour mit rund 1200 Höhenmetern – zu leisten im Stande war, beeindruckt.

Testsieger

Cycorld MTB Hose Herren Radhose

Test Fahrradhose: Cycorld MTB Hose Herren Radhose
Toll ausgestattete Mountainbike- und Tourenhose zu unschlagbarem Preis. Kleine Abstriche bei der Verarbeitung – für Gelegenheitsfahrer und Wochenendtouren jedoch absolut ausreichend.

Die Innenhose verfügt über ein bequemes Polster – auch wenn es ein wenig störrisch, etwas steif und stark vorgeformt ist. Für Kurzstrecken und Touren bis maximal 30-40 Kilometer ist die Hose aber ausreichend komfortabel. Die Innenhose besteht ausschließlich aus Mesh-artigem Material. Das hat zur Folge, dass sie tatsächlich ausschließlich als Unterziehhose verwendet werden sollte. Alleine getragen erlaubt sie unter Umständen unangenehme »Einblicke«. Der Bund der Innenhose ist relativ schmal, auf unserer Kurztour hat er jedoch nicht eingeschnitten. Ganz interessant: Beim Hauptreißverschluss im Schritt setzt Cycorld auf den Qualitätshersteller YKK, alle anderen Reißverschlüsse sind Produkte von No-Name-Herstellern. Hier bemerkt man dann doch den Sparzwang.

Was die »Haupthose« angeht: Hier bekommt man sehr viel geboten. Zu seitlichen Eingrifftaschen ohne Reißverschluss kommen doppelte Oberschenkeltaschen, die über zwei unterschiedliche Reißverschlüsse zugänglich sind – fast schon zu viel des Guten. Radler, die viel Krimskrams mit sich herumtragen, werden von der Taschenauswahl jedoch begeistert sein. Am Hüftbund verfügt die Hose über Gürtelschlaufen, trotzdem baut Cycorld zwei Klettverschlüsse ein, die ein Anpassen der Hose erlauben. Praktisch! Hier hätte der Hersteller die Klettbänder ein wenig länger dimensionieren können, denn der Verstellbereich ist etwas zu klein. Ein weiteres kleines Manko ist die Vernähung des Stretcheinsatzes unter dem Hüftbund. Diese wirkt filigran und es kommt die Frage auf, wie viele Lastwechsel diese Naht aushält, ohne Schaden zu nehmen.

Alles in allem hat uns die Cycorld-Hose jedoch überzeugt. Der Schnitt ist angenehm bewegungsfreundlich, der Stoff ausreichend komfortabel und die Ausstattung für Radtouren unterschiedlicher Längen perfekt, egal ob man nun auf dem Mountainbike sitzt, auf dem Tourenrad oder E-Bike. Allein qualitätsbewusste Langstreckenradler und Ausdauerprofis sollten die Finger von der Cycorld lassen, denn die Verarbeitung wirkt stellenweise billig, der Innenhose trauen wir nur kürzere Strecken zu und die Gestaltung der Klettverstellung an der Hüfte könnte etwas sorgfältiger sein. Im Test bekommt Cycorld trotzdem die Testsieger-Krone aufgesetzt!

Die Cycorld MTB Hose Herren im Testspiegel

Momentan gibt es noch keine weiteren Tests der Cycorld MTB Hose Herren. Sobald sich das ändert, werden wir das hier ergänzen.

Alternativen

Neben der Radhose von Cycorld gibt es einige schöne Alternativen für Rennradfahrer, Liebhaber feiner Stoffe und Sparfüchse. Auch Mountainbiker der etwas härteren Gangart bekommen einen Kauftipp.

Beste Radtight

Alé Solid Corsa Bib Short

Fahrradhose Test: Alé Bibshort Solid Picture 6 White
Eine schön verarbeitete Hose direkt aus Bella Italia – Alé macht vor, woran sich andere die Zähne ausbeißen. Komfortabel, leicht, tolles Klimamanagement.

Siehe da: Im Gegensatz zu den meisten ihrer Test-Kolleginnen wird die Alé Corsa Solid Bib Short in Europa hergestellt – noch dazu in einer der Radsport-Nationen schlechthin, nämlich Italien. Alé zeigt, dass im Radsport-Bekleidungssektor nicht alles aus Fernost kommen muss. Kleine Randbemerkung: Sogar Pearl Izumi lässt seine deutlich teureren Hosen in China nähen!

Wir trauen uns und nutzen die niegelnagelneue Hose auf einer 155-km-Radtour mit dem Gravelbike über mehrere Alpenpässe. Da trennt sich bei Radhosen schnell die Spreu vom Weizen. Um es kurz zu machen – wir sind angetan! Das dünne, aber nicht zu dünne Polster funktioniert genau so, wie es soll, ist unauffällig, komfortabel und reibt nicht. Die Träger sind genau richtig dimensioniert. Sie sind etwas breit und besser zu positionieren als die sehr schmalen Träger der Rh+. Die Hose ist an den Beinen insgesamt etwas länger geschnitten als die meisten Konkurrenzprodukte, was aber nicht von Nachteil ist – sie hält so bei luftigen Abfahrten etwas wärmer.

Bei einem Gewitterschauer zeigt sich darüber hinaus, dass das Material schnell trocknet, deutlich schneller als bei bei den »Billighosen« von Airtracks, Souke und Noomye. Ein kleines Manko hat die Hose allerdings: Die Silikon-Applikationen an den Beinabschlüssen neigen ein wenig zum Reiben. Das mag daran liegen, dass sie etwas wulstiger ausfallen als bei den Modellen von Shimano, Pearl Izumi oder Rh+. Trotzdem – wir mögen die Alé Solid Corsa Bib Short! Bei der preiswerten Italienerin stimmt ganz einfach das Gesamtpaket. Sie macht damit das Rennen und ist unser Kauftipp bei den Rennradhosen.

Umwerfender Stoff

Pearl Izumi Pro Bib Shorts

Test Fahrradhose: Pearl Izumi Pro Bib Shorts
Fahrrad-Trägerhose der Spitzenklasse mit ausgezeichnetem Tragekomfort, optimal dimensioniertem Polster und überragenden Materialeigenschaften.

Zugegeben: Wir haben einen »Knack« für Pearl Izumi, wie die amerikanischen Mitarbeiter der aus Colorado stammenden Marke sagen würden. »Knack« lässt sich am besten mit Vorliebe oder auch Faible übersetzen. Seit Jahren ist Pearl Izumi Garant für funktionale, dezent designte und vor allem langlebige Fahrradbekleidung. Unter Fahrrad-Aficionados ist das längst kein Geheimnis mehr.

»Pearli«, wie die Marke hierzulande von vielen Insidern liebevoll genannt wird, kann auf 70 Jahre Erfahrung in der Fertigung von Fahrradbekleidung zurückblicken, was man der Pro Bib Shorts sofort anmerkt. Sie wird aus sieben »Pro Transfer«-Stoffstücken gefertigt, passt sich dadurch perfekt dem Körper an und hat leicht komprimierende Eigenschaften. Träger und Beinabschlüsse sind lasergeschnitten, was man beim Tragen positiv bemerkbar macht. Allein schon das Hineinschlüpfen in diese Hose ist ein Genuss, ganz zu schweigen von den Trageeigenschaften unterwegs, wovon wir uns auf einer 80-Kilometer-Runde überzeugen konnten.

Das Material trägt sich aufgrund der mit wenig Nähten auskommenden Träger äußerst angenehm. Am Beinsaum kommt die Hose ganz ohne Nähte aus, trägt somit nicht auf und ist zudem mit Silikonapplikationen ausgestattet, die ein Hochrutschen verhindern. Besonders begeistert hat uns das Sitzpolster. Dieses ist vergleichsweise weich und wenig strukturiert, schmiegt sich jedoch dem Gesäß optimal an, reibt nicht und hat gerade die richtige Dicke, um nicht aufzutragen. Die Stretcheigenschaften des Materials sind herausragend.

Wer bisher unter einer zu wenig flexiblen Hose »gelitten« hat, wird von der Pearl Izumi Pro Bib Shorts begeistert sein. Der empfohlene Verkaufspreis ist zwar nicht gerade günstig, die Hose setzt jedoch ein Ausrufezeichen beim Tragekomfort und der Verarbeitung. Im Netz ist sie außerdem inzwischen etwas günstiger zu haben. Sie wäre mit dieser Gesamtleistung auch der klare Testsieger – wird jedoch, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, von der Alé Solid Corsa Bib und anderen Hosen geschlagen.

Gut & günstig

Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D

Test Fahrradhose: Nooyme Radlerhose Herren mit Sitzpolster 3D
Günstige, aber erstaunlich komfortable trägerlose Rennradhose mit bequemem Sitzpolster. Perfekt für Kurzstreckenausritte und kleine Budgets.

Die Noomye Radlerhose Herren ist die günstigste Tight im Test. Die Haptik erinnert an das Modell von Souke, Noomye setzt jedoch etwas weniger Nähte ein, die Hose ist zudem komplett in schwarz gehalten. Was das Sitzpolster angeht, meint man zunächst keinen Unterschied zwischen den Hosen zu erkennen.

Spontan nehmen wir die Radhose mit auf eine morgendliche 40 km-Runde auf dem Rennrad. Bald entsteht der Eindruck: Diese Hose hat mehr auf dem Kasten als ihre ein wenig teurere, aber immer noch im Billig-Sektor angesiedelte Konkurrentin von Souke. Das Polster mag zwar ähnlich dick sein, fühlt sich aber nicht ganz so schwammig und voluminös an. Die Hose wird durchaus gefordert, denn unsere kleine Testrunde hat es in sich. Steile Anstiege, schnelle Antritte, zügige Abfahrten. Der Billigheimer macht alles brav mit, Anlass zur Kritik findet sich kaum.

Kurzum: die Noomye hat uns auf der Kurzstrecke überzeugt. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt, denn qualitativ kann die Hose sicher nicht mit den teureren Modellen mithalten. Der schmale, etwas voluminöse Stretchbund dürfte bei Langstrecken ab 80 Kilometer »einschneidende« Erlebnisse bescheren. Aber das sind Mutmaßungen – und was soll’s, denn manchmal braucht man einfach nur eine günstige, gut funktionierende und unproblematische Radhose für die schnelle Ausfahrt zwischendurch oder die Familientour an den See. Genau hier kann die Noomye punkten. Sie bekommt daher von uns den Kauftipp für Sparfüchse.

Hart im Nehmen

Endura Hummvee II

Test Fahrradhose: Endura Hummvee II
Die Hummvee II ist die am umfangreichsten ausgestattete Testhose. Robust, schön verarbeitet, mit breitem Bund und tollem Verstellsystem. Eine durchdachte Hose für All Mountain-Fahrer und Mountainbiker.

Die Endura Hummvee II ist der Panzer unter den Radhosen! Aber auch nur auf den ersten Blick, denn sie hat eine geradezu softe, komfortable und überaus angenehme Seite. Der Schnitt rangiert zwischen leger und weit, die mitgelieferte, herausnehmbare Innenhose trägt sich bequem und punktet mit rutschsicheren Silikonapplikationen. Die Ausstattung der Hose lässt keine Wünsche offen: Der innen weiche, mit einem verstellbaren Gürtel mit Clip ausgestattete Bund trägt sich angenehm.

Wir haben die Humvee II zu Beginn des Tests mit dem Stempel »zu schwer« auf die Seite gelegt. Hat man sie einmal angezogen, überzeugt sie jedoch schnell durch einen angenehmen Tragekomfort, per Reißverschluss regulierbaren Belüftungsöffnungen und einer sinnigen Taschenauswahl mit zwei Klett-Stautaschen an der Rückseite, zwei RV-Seitentaschen und zwei Taschen am Beinabschluss.

Der Stoff fühlt sich dabei robust, aber nicht zu steif an – der Hose merkt man an, dass sie für den etwas schonungsloseren Umgang auf dem Mountainbike gefertigt wurde. Schön ist auch der breite, fein gearbeitete Stretch-Einsatz an der Rückseite, der die Hose deutlich komfortabler macht. Das alles für einen fairen Preis – das muss Endura erst mal jemand nachmachen. Die Hose wird damit zu unserer Empfehlung fürs Mountainbike.

Außerdem getestet

Pearl Izumi Interval Bib Shorts

Als Alternative zur (zugegebenermaßen etwas teuren) Pro Bib Shorts hat uns Pearl Izumi die Interval Bib Shorts zukommen lassen, die doch deutlich preiswerter als die Pro Bib Shorts angeboten wird. Der Grund dafür: Das Material ist etwas günstiger, der Einsatz etwas weniger weich und die Verarbeitung etwas einfacher. Die Hose hat mehr Nähte als das Topmodell, die Träger bestehen speziell am Rücken »nur« aus Mesh. Auch fasst sich das Material weniger wertig an als bei ihrer Testkollegin. Es ist zwar ebenfalls geschmeidig, aber nicht ganz so weich.

Eine Sache fällt ebenfalls auf: Die Rückenpartie ist extrem hoch geschnitten und verleiht so ein sehr warmes, geborgenes Tragegefühl. Damit konnte keine anderen Hose im Test aufwarten – bis auf das Modell von Shimano, allerdings ist hier die Rückenpartie aus grobmaschigerem Mesh und damit luftiger. Die Pearl Izumi Interval Bib Short wendet sich somit an ein Publikum, das bei allen möglichen Wetterbedingungen unterwegs ist und sich über die zusätzliche Wärmeleistung am Rücken freut. Für Ausfahrten an ganz heißen Sommertagen könnte das Modell indes fast ein wenig zu warm sein. Auch hier fällt auf: Die Hose hat leicht komprimierende Eigenschaften, engt dabei jedoch nicht ein. Wie ihre teurere Pearl Izumi-Kollegin eignet sie sich so für Kurz- und Langstrecken gleichermaßen.

Im Testfeld hat es die Pearl Izumi Interval Bib Short etwas schwer. Die italienischen Hosen von Alé und Rh+ luchsen ihr hinsichtlich Preis-Leistung-Verhältnis die Lorbeeren ab. Für Pearl Izumi-Aficionados ist sie trotzdem eine Überlegung wert!

Bei der Logo Bibshort des italienischen Herstellers Rh+ waren wir besonders begeistert vom Summus Pad Sitzpolster, das etwas strukturierter aufgebaut ist als etwa bei Pearl Izumi. Ergebnis ist ein etwas steifere Performance und ein festerer Sitz, was uns auf mehreren Trainingsrunden bis 90 Kilometer Länge gut gefallen hat. Im Produkttext kündigt Rh+ an, dass sich die Logo Bibshort speziell für Langstrecken eignet – das nehmen wir gerne für bare Münze und werden die Hose auch mal länger ausführen!

Was ins Auge stach, ist das peppige Design. Die Logo Bibshort verfügt über farblich abgesetzte Bänder an den Beinen, in unserem Fall feuriges Rot. Das sorgt für eine höhere Auffälligkeit im Straßenverkehr. Zudem hat die Hose an den Beinabschlüssen eine flächige Rundum-Silikonbeschichtung, was eine besondere Rutschbeständigkeit sorgt. Der Sitz der Rh+ ist demnach auch ausgezeichnet – nicht nur durch die breiten Beinabschlüsse, sondern auch durch den körperbetonten, aber nicht einengenden Schnitt.

Was die Träger angeht, kommt die Logo Bibshort filigraner daher als andere Modelle. Sie bestehen komplett aus Mesh, lassen Schweiß schnell entweichen und tragen sich recht angenehm, auch wenn man sie etwas sorgfältiger führen beziehungsweise auslegen muss als die breiteren Träger der Konkurrenz, die beim Anziehen schneller ihren »richtigen« Platz finden. Obwohl uns das Gesamtpaket gefällt, haben uns bei der Konkurrenz Details wie die erwähnte Konstruktion der Träger etwas mehr zugesagt. Daher muss Rh+ in diesem Test leider leer ausgehen – hübsches Design hin oder her.

Gore GORE Wear C5 kurze Herren Fahrrad-Trägerhose mit Sitzpolster

Schön, mit der Gore C5 Trägerhose auch eine Gore-Hose im Testpool zu haben, schließlich versorgt der Hersteller seit Jahren Radfahrer aller Leistungsklassen mit einer beeindruckenden Anzahl an Rad-Bekleidungsstücken.

Die Verarbeitung der im Testvergleich in der Mittelklasse angesiedelten Hose lässt auf den ersten Blick keine Wünsche offen. Breite, etwas festere Stoffbänder an den Beinabschlüssen sorgen für festen Halt, eine Vielzahl von Reflektoren erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr signifikant. An der Rückseite hat Gore am Beginn der Schulterträger sogar ein kleines Fach für Müsliriegel eingearbeitet.

Auch diese Hose entführen wir auf eine 80 Kilometer lange Testrunde. Zeit genug, um das Material zu bewerten – und den Einsatz. Dieser hat uns leider bei der ersten Ausfahrt nicht so überzeugt, da hat die Test-Konkurrenz ein Stück weit die Nase vorne. Der Gore-Einsatz neigt bis zu einem gewissen Grad zum Auftragen, außerdem hat die Naht die unangenehme Eigenschaft, ein wenig zu scheuern.

Wir wollen der Hose eine zweite Chance geben, schließlich haben wir mit Gore in den bisherigen Tests sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher nehmen wir sie mit auf eine weitere 60-Kilometer-Runde bei regnerischem Wetter. Ausgerechnet bei diesen wechselhaften Bedingungen macht die C5 einen deutlich besseren Eindruck. Sie trägt sich bequem, auch der Einsatz funktioniert im nassen Zustand »reibungsloser«. Trotzdem: Das Tragegefühl kommt nicht ganz an Pearl Izumi Pro Bib und die Rh+ Logo Shorts heran, bei der Preis-Leistung muss Gore sich dem Modell von Alé geschlagen geben. Daher bleibt der C5 Trägerhose diesmal nur ein Platz auf den Rängen.

Vaude Cyclist AM Shorts

Ein stolzer Preis für eine Radshorts ohne Innenhose – wir haben diese Philosophie nie verstanden verstehen sie auch bei der Vaude Men’s Cylist AM Shorts nicht. Wie bei der Endura Single Track Lite Short oder dem Modell von Ally kommt das Modell von Vaude ohne gepolsterte Unterziehhose aus der Packung – für diesen Preis hätte man ruhig eine dazu legen können. Hersteller von Radhosen erklären diesen Sachverhalt in etwa so, dass verschiedene Radfahrer verschiedene Geschmäcker haben, nicht alle die gleiche Innenhose gut finden und womöglich auch gar nicht mit Innenhose unterwegs sind. Wir wollen das mal so stehen lassen…

Was Verarbeitung, Komfort und Detaillösungen angeht, hängt Vaude die Latte ordentlich hoch. Im Vergleich zur »Panzerhose« Endura Hummvee II ist die Cyclist AM Shorts (AM steht übrigens für All Mountain) äußerst weich, fasst sich geschmeidig an und ist zudem noch deutlich komfortabler als die Endura Single Track Lite Short, einer unmittelbaren Konkurrentin hier im Test.

Sie fällt etwas kürzer aus als die Fernost-Baggy-Konkurrenz von Cycorld, Ally und Tomshoo, trägt sich dafür aber auch leichter und ist, was die Ausstattung angeht, auf das Wesentliche reduziert. Eingrifftaschen, Belüftungsschlitze, die auch als Taschen verwendet werden können, Gesäßtaschen, fertig. Auch hier setzt man auf einen sehr stretchigen, besser belüfteten Einsatz unter dem Hüftbund. Das Ergebnis ist ein top Tragekomfort. Die Hose hat Gürtelschlaufen, was unseres Erachtens nicht unbedingt zur extrem flexiblen Konstruktion passt. Besser wäre gewesen, Vaude hätte das Modell noch mit einem per Klett verstellbaren Hüftbund oder einem integrierten, filigranen Gürtel ausgestattet – das ist aber ein Stück weit Geschmackssache. Wir hätten der zum Teil aus recyceltem Polyester hergestellten Hose gerne einen Kauftipp gegeben, dafür hätte sie aber noch eine Innenhose mitbringen müssen.

Airtracks Funktions Fahrradhose Kurz mit Trägern Pro

Die Airtracks Funktions Fahrradhose mit Trägern ist die günstigste Träger-Tights im Test. Für ihren Preis bekommt man bei einer Markenfirma in der Regel noch nicht einmal eine trägerlose Unterzieh-Tight. Sofort fällt die Verarbeitung und das Material und Auge. Das zu 80% aus Polyamid und 20% aus Elasthan bestehende Mischgewebe fasst sich weniger wertig an als die teureren Hosen im Test, immerhin macht das Cool Max-Sitzpolster einen recht vernünftigen Eindruck.

An einem nebligen Morgen machen wir uns mit dem Rennrad auf den Weg in die Arbeit und ziehen die Airtracks unter einer wasserdichten Überziehhose an. Im Umkleideraum angekommen, lässt sich die Hose fast auswringen, so voll hat sie sich gesogen. Okay, schwierige Verhältnisse – trotzdem hätten wir uns gewünscht, dass das Material durch die immerhin atmungsaktive Überhose ein wenig mehr Feuchtigkeit abgegeben hätte. Man merkt der Hose an, dass beim Material gewaltig auf die Preisbremse gedrückt werden musste. Bodymapping ist hier Fehlanzeige – die Hose besteht überall aus dem gleichen Stoff, auch an Stellen mit starker Transpiration wie am Rücken bzw. den Schulterträgern.

Was die Details angeht, zeigt sich Licht und Schatten. Zwar punktet die Hose mit einer geräumigen Rückentasche und zwei Beintaschen, in denen sich mindestens 3-4 Powerriegel unterbringen lassen, dafür fehlt allerdings ein Silikoneinsatz, der das Verrutschen der Beine verhindert. Ist man die Silikon-Applikationen von anderen Hosen gewohnt, vermisst man sie hier schmerzlich.

Gelegenheitsfahrer sind mit diesem Schnäppchen durchaus gut beraten. Bei dem Preis kann man nicht viel falsch machen. Legt man jedoch Wert auf Qualität, hat die Airtracks einige, wenn nicht zu viele Mankos. Was auf Langstrecken passiert – ob also der Einsatz auch langfristig bequem ist – haben wir uns gar nicht zu testen getraut. Die längste Strecke, die wir mit der Airtracks gefahren sind, war 52 km lang, mehr Risiko wollten wir nicht eingehen. Um es ganz kurz zu machen: Lieber ein paar mehr Euro investiert und die Alé gekauft!

Souke Sports Herren 4D Gepolsterte Radlerhose

Es gibt da diesen schwer zu übersetzenden englischen Begriff »bulky«, der in der Bekleidungsbranche ab und zu im Zusammenhang mit Kleidungsstücken genannt wird, die etwas voluminöser, dicker und raumgreifender ausfallen.

Der Begriff »bulky« ist uns auch bei der trägerlosen Souke Sports Herren 4D Radhose in den Sinn gekommen, denn sie hat das im Testvergleich dickste Sitzpolster. Im Unterschied zu den mitunter sehr dünnen und filigran wirkenden Polstern bei Pearl Izumi oder Gore setzt Souke auf einen echt »dicken Schinken«. Auf den ersten Blick mag das eine tolle Sache sein, bürgt doch ein dickes Kissen normalerweise für Komfort. Bei Polstermöbeln mag eine stärkere Polsterung Sinn machen, bei Fahrradhosen ist das hingegen das so eine Sache – hier sorgt ein stärkerer Einsatz mitunter dafür, dass sich das Polster verschiebt, Falten und damit unangenehme Druckstellen bildet.

Auf einer Kurzstrecke fällt das im Idealfall noch wenig ins Gewicht, eine Langstrecke kann so zur echten Qual werden, da es am Hintern drückt und zwickt, um es mal direkt zu sagen. Gleich beim ersten Anstieg gehen wir auf unserer Souke-Testrunde aus dem Sattel und in den Wiegetritt – und bleiben fast mit dem Polster am Sattel hängen, da es sich stark von der Hosenoberfläche abhebt. Nicht so optimal! Der geneigte Rennradfahrer bleibt ungern mit der Hose irgendwo hängen, das unterbricht den Fahrfluss auf unangenehme Weise und irritiert.

Anschließend flitzen wir auf unserer Testrunde über längere Flachstücke und hügelige Abschnitte – hier kann die Souke Radhose durchaus punkten. Das angenehm weiche Material passt sich dem Körper auf angenehm zurückhaltende Weise an, das Polster sorgt für leidlich guten Komfort. Überzeugt hat uns die Hose trotzdem nicht – günstiger Preis hin oder her. Dann lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen, ein verlässliches Polster unter dem Hintern haben und auch auf Langstrecken komfortabel unterwegs sein. Eine Sache fällt zum Schluss noch auf: Die Souke Sports Herren 4D Radlerhose liegt nicht sonderlich eng an – wenn man sie beispielsweise mit den italienischen Kolleginnen vergleicht, fällt der Schnitt lieblos aus. Im Test reicht es mit diesem Gesamteindruck nur zu einem Trostplatz.

Gonso Sitivo grün

Test Fahrradhose: Gonso Sitivo grün

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Gonso ist einer der großen klassischen, deutschen Radbekleidungs-Hersteller. Das Unternehmen aus dem Württembergischen Köngen ist zumindest in der deutschsprachigen Szene gut etabliert – anders sieht es indes auf dem internationalen Markt aus, wo eher italienische Hersteller den Takt angeben. Die Frage lautete also: Kann die Gonso Sitivo Green Radhose der internationalen Konkurrenz das Wasser reichen?

Der erste Eindruck: Im Testvergleich fällt die trägerlose Hose klein aus. Hat man sie aber einmal angezogen, ist der Sitz verblüffend gut und das Material ausreichend stretchig, um dem Träger ein komfortables Tragegefühl zu bescheren. Die Silikonapplikationen reiben nicht, die Hose ist vorne etwas niedriger und hinten etwas höher geschnitten, was der Anatomie entgegen kommt – nicht selten reiben vorne hoch geschnittene Hosen unangenehm am Bauch.

Der Clou an der Sitivo und das Verkaufsargument ist der farbcodierte Sitzeinsatz. Es gibt die Hose in drei verschiedenen Ausführungen: Mit rotem Sitzeinsatz wendet sich die Hose an sportive Fahrer, die in einer flacheren Sitzposition unterwegs sind, mit blauem Einsatz an komfortbewusste Fahrer, die eher aufrecht auf dem Rad sitzen und mit grünem Einsatz – also auch im Falle unserer Testhose – an Radfahrer, die sich irgendwo dazwischen verorten. Die farbcodierten Polster sind unterschiedlich dimensioniert und sorgen somit für eine bestmögliche Druckverteilung.

Während unserem Test, einer 150-Kilometer-Radfahrt über mehrere Pässe, zeigt sich die Hose als angenehm unauffälliger Radpartner, sitzt komfortabel, bietet keinen Grund zu Beanstandungen und lässt angesichts sommerlicher Hitze auch beim Klimamanagement keine Wünsche offen. Noch dazu saugt sich das Material bei einem abschließenden Gewitterschauer nicht unangenehm voll – ein Riesenvorteil gegenüber den »Billig-Hosen« von Souke und Nooyme. Wir werden die Gonso jedenfalls schnell wieder aus dem Schrank ziehen.

Wenn wir einen Titel übrig hätten – und wenn die Konkurrenz der Billigfraktion nicht so stark wäre – die Gonso bekäme einen Verkaufstipp für trägerlose Hosen aus fast-EU-Produktion, schließlich wird sie in der Türkei hergestellt, was hinsichtlich der Liefer- und Produktionswege durchaus positiv zu bewerten ist. So landet die Hose im Test auf einem undankbaren sechsten Platz.

Ally MTB Hose Herren grau

Auf den ersten Blick ist die Ally Radhose ein Schnäppchen. Sie wird aus sehr angenehmem Stoff hergestellt, der schön stretchig ist und sich fast schon baumwollartig anfühlt – ein Alleinstellungsmerkmal unter den weiter geschnittenen MTB-Hosen im Test. Wohlfühlfaktor garantiert! Der Bund der Hose wird mit zwei Klettverschlüssen reguliert, auch das ist gelungen, die Klettverschlüsse richtig dimensioniert und der Verstellbereich sinnig gewählt.

Trotzdem stört uns etwas an der Ally, und das ist auch hier die fehlende Innenhose, die man optional dazukaufen kann. Zwar trägt sich die Hose alleine bequem, um sie aber ernsthaft als Radhose zu nutzen, müsste man noch etwas für die Innenhose drauflegen. Was die sonstige Ausstattung angeht, gibt es hingegen wenig zu bemängeln. Alle Reißverschlüsse stammen vom Qualitätshersteller YKK, die Hose hat zwei RV-Seitentaschen und ebenfalls zwei RV-Oberschenkeltaschen.

Gefallen hat uns auch der breite Einsatz aus schwarzem Stretchmaterial an der Rückseite, der der Hose einen noch größeren Tragekomfort beschert. Doch auch hier gilt: Wie bei der Cycorld wirkt die Stretch-Stoffbahn fast ein wenig zu filigran und zu dünn, als dass wir ihr eine lange Lebensdauer prognostizieren würden. Im Test kommt die Ally jedenfalls nicht an die Siegergruppe heran und muss sich mit einem Platz auf den Rängen begnügen.

Mit der Shimano Evolve Bib Shorts haben wir preislich eine weitere High-End-Hose im Test, zumindest im Vergleich zur getesteten Konkurrenz. Die Hose fasst sich auf Anhieb sehr gut an – fast meint man, hier eine etwas günstigere Variante der Pearl Izumi Pro Bib Shirt in den Händen zu halten.

Der zweite Blick entlarvt jedoch Mängel in der Verarbeitung: Die Sitzpolsternaht weist unschöne Fehler auf, die Hose hat darüber hinaus keine Silikoneinsätze an den Beinabschlüssen. Dafür sind diese relativ eng – ein Stück weit Geschmackssache, uns gefällt die Variante mit Silikoneinsätzen besser, die nicht einengen. Positiv fällt indes auf, dass großflächige Reflektor-Applikationen an der Außenseite für eine gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen.

Auch sonst gibt es bei der Shimano Licht und Schatten. Die breiten Träger sind samt dem ebenfalls breit angelegten Mesh-Rücken sehr bequem, dafür fühlt sich das Polster auf unserer Testrunde etwas labil und unkomfortabel an. Kurzum – wir hätten uns für den Preis etwas mehr Qualität gewünscht.

Die Hose hat definitiv Potential. Shimano müsste allerdings etwas mehr ins Detail gehen, um dem hohen Anspruch, den die Konstrukteure der Hose ansonsten offensichtlich gelten lassen, gerecht zu werden. Im Testvergleich greift man besser zur günstigeren Pearl Izumi Interval Bib Short oder gar Alé Solid Corsa Bib Short – diese Modelle sind im Detail besser ausgeführt. Oder man zahlt ein paar Euro mehr und erwirbt mit der Pearl Izumi Pro Bib Short die unumstritten am besten gearbeitete Hose im Test.

Tomshoo Herren Radhose,Männer Fahrradhose Kurz

Günstig bedeutet nicht unbedingt gut. Diese Erfahrung mussten wir mit der Fahrradhose von Tomshoo machen. »Unförmig« – damit lässt sich mit einem Wort beschreiben, was die Tomshoo-Hose ausmacht. Die ohne Innenhose ausgelieferte Radhose ist überlang geschnitten, hat keine Klettverstellung am Hüftsaum, trägt sich sackartig und wirkt schlichtweg ideenlos verarbeitet. Hat man den Testvergleich vor Augen, möchte man am liebsten schnell wieder rausschlüpfen. Trotzdem, eine kleine Testrunde muss auch diese Hose mitmachen.

Was die Taschenpositionen angeht, sind wir wenig überzeugt – das macht die Konkurrenz, zum Beispiel Cycorld, besser. Die Taschen sind zu weit unten positioniert und stören im gefüllten Zustand während der Fahrt. Der Stoff mag zwar seine Vorzüge haben, für eine Freeride- oder All Mountain-Hose ist dieses Modell jedoch nicht robust genug und für eine sportliche Tourenhose zu weit geschnitten. Vielleicht ist es auch der Fluch der zuletzt getesteten Produkte, die Tomshoo hat uns jedenfalls ehrlich enttäuscht. Daher auch hier unser Tipp: Man sollte das Geld in den Testsieger, die Fahrradhose von Cycorld, investieren!

Endura Singletrack Lite

Auch Endura liefert bei der Endura Singletrack Lite Short keine Innenhose mit, daher ziehen wir ganz einfach eine von Vaude unter, schnappen das Gravelbike und drehen eine Runde. Das leichte, etwas stretchige Material fällt positiv auf, interessant ist die Lochung am Oberschenkel. Luftaustausch mal anders!

Endura ist eine Szenemarke geworden, nicht zuletzt aufgrund von Danny McAskill, einem schottischen MTB-Trial-Profi, selbst Langzeit-Sponsee der Marke. Das hat zum Ergebnis, dass Endura die Ausstattung der Hose sehr technisch und reduziert gestaltet, außer zwei RV-Seitentaschen und einer Tasche an der Rückseite hat die Hose keine Finessen an Bord. Mehr muss aber auch gar nicht sein, denn im Falle des Testsiegers, der Cycorld Mtb Hose Herren, ist die Taschen-Auswahl fast schon ein wenig zu groß. Für MTB-Trial-Fans, die mit wenig Schnickschnack auskommen, wäre sie die perfekte Wahl.

Bei Endura ist der Name Programm – nicht umsonst bedeutet der englische Begriff »Endurance« übersetzt auf deutsch soviel wie »Ausdauer«. So ist dann auch das Material »ausdauernd«, etwas fester und robuster, aber auch weniger geschmeidig als beispielsweise bei Vaude. Der Fokus liegt eben nicht primär auf einem hohen Tragekomfort, sondern auf Abriebfestigkeit. Nicht Tourenfahrer, sondern gebirgs- oder park-orientierte All Mountain-Biker sind Zielgruppe dieser Hose.

Wir können uns trotzdem gut vorstellen, mit der Hose eine ausgedehnte Biketour in den Bergen zu unternehmen – mehr noch als bei den anderen »Innenhose-losen« Hosen von Ally und Tomshoo. Trotzdem gilt im Rahmen dieses Tests: Die Endura Singletrack Lite Short hat keine Innenhose und kommt damit nicht in die engere Wahl.

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