Bildqualität vom Feinsten

Wenn es um die Bildqualität geht, spielt die EOS 6D den Vorteil ihres großen Vollformatsensors gnadenlos aus. Das gilt insbesondere, sobald hohe ISO-Werte erforderlich werden.

Wenn im Schummerlicht Kameras mit kleinerem Sensor sichtbar rauschen oder deren Rauschunterdrückung mit den Störpixeln auch gleich noch feinste Details wegbügelt, bleibt die EOS 6D souverän. Da gelingen selbst in einem dunklen Kirchenschiff oder im schummrigen Partykeller noch eindrucksvolle Fotos. Gerade für derartige Situationen bietet die EOS 6D zudem einen „Quiet“-Modus, bei dem die Kamera sehr leise auslöst.

Aber auch in allen anderen Belangen liefert die EOS 6D eine Bildqualität ohne Fehl und Tadel, die sich auf Augenhöhe zu Canons Top-Modell EOS 5D III bewegt: Farben gibt sie wunderbar nuanciert wieder, auch hohe Motivkontraste verarbeitet sie mit Leichtigkeit und liefert feinstens aufgelöste Fotos, die sich in großen Formaten ausgeben lassen.

Kleine Lücken in der guten Ausstattung

Auf den ersten Blick richtet sich die EOS 6D klar an erfahrene Fotografen, die schon wissen, was sie alles einstellen müssen. Aber die EOS 6D hält auch eine Vollautomatik bereit, die alles selbst regelt. Alternativ geben Sie für eine Motivsituation wie Landschaft, Sport oder Portrait gezielt das geeignete Programm vor.

Doch auch für anspruchsvolle Fotografen hat die EOS 6D einiges zu bieten. Etwa die Multi-Shot-Rauschunterdrückung. Dabei nimmt die Kamera in rascher Folge vier Fotos auf, die sie zu einem Bild mit deutlich verringertem Rauschen vereint. Für Actionfotos ist das natürlich nichts. Aber bei Architektur- oder Landschaftsaufnahmen unter widrigen Lichtbedingungen lässt sich die Bildqualität mit der Multi-Shot-Rauschunterdrückung sichtbar steigern.

Ganz ähnlich funktioniert das HDR-Programm: Es verschmilzt drei unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu einem Bild mit perfekt durchgezeichneten Schatten- und Lichterpartien; ideal zum Beispiel, wenn die gleißende Mittagssonne harte Kontraste erzeugt.

Canon die EOS 6D auch mit einem GPS-Logger ausgestattet. Ist der eingeschaltet, speichert die Kamera zu jeder Aufnahme die Ortskoordinaten. Wer mit der EOS 6D in Urlaub fährt, muss später also nicht rätseln, wo denn nun dieser eindrucksvolle Leuchtturm stand oder an welchem Strand Sie den stimmungsvollen Sonnenuntergang aufgenommen haben.

Ein WiFi-Netzwerk hat Canon der EOS 6D ebenfalls spendiert. Damit lässt sich die Kamera zum Beispiel via Smartphone oder Tablet auslösen, falls die kostenlose App „EOS Remote“ (für Android und iOS erhältlich) auf dem Mobilgerät installiert ist. Und natürlich lassen sich so auch drahtlos Fotos von der Kamera aufs Smartphone oder Tablet übertragen.

Was der EOS 6D indes fehlt, ist ein Bordblitz. Eigentlich kann man bei der Kamera ganz gut auf ein Blitzlicht verzichten, ihre hohe ISO-Empfindlichkeit macht’s möglich. Aber um etwa ein Portrait im Gegenlicht aufzuhellen, wäre ein kleiner Lichtspender durchaus praktisch. Wer darauf nicht verzichten möchte, kann aber ein separat erhältliches Systemblitzgerät in den Zubehörschuh der EOS 6D stecken.

Schade ist auch, dass das Display nicht klappbar ist – das erschwert die Sucherbildkontrolle bei ungewöhnlichen Perspektiven. Zum anderen bewegt sich der Autofokus im Live-View-Modus langsam wie eine Schnecke – zwei Sekunden und länger sollten Sie ihm schon geben, bis er sein Ziel gefunden und scharf gestellt hat. Im Zweifel findet man sein Bild also besser durch den Sucher.

Problematisch ist der langsame Autofokus vor allem bei Videoaufnahmen, denn die sind grundsätzlich nur im Live-View-Modus möglich. Bei schnellem Geschehen muss man auf den manuellen Fokus ausweichen.

Ein weiteres kleines Manko des Autofokus der EOS 6D ist, dass die Kamera nur auf Motive scharf stellen kann, die sich nahe dem Bildzentrum befinden – die Bildränder werden vom Autofokus nicht erfasst. Immerhin findet das AF-System auch bei sehr schwachem Licht zuverlässig sein Ziel.

Für flotte Action-Motive ist die EOS 6D jedoch wiederum weniger gut geeignet, dafür tritt sie mit einer Serienbildrate von gut 4 Bildern/Sekunde zu gemächlich an.

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