Herren-Laufjacke Test: Laufjacke Copyright: sportpoint / Adobe Stock
test
Letzte Aktualisierung: 5.4.2022

Die beste Herren-Laufjacke

Wir haben 20 Laufjacken für Herren getestet. Den Testsieg heimst Adidas mit der Own The Run Jacket ein, die eine tolle Kombination aus Komfort und technischen Details bietet. Doch auch einige andere Jacken konnten im Test überzeugen und haben sich eine Empfehlung verdient.

Arnold Zimprich
Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
Letztes Update: 5. April 2022

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

3. Dezember 2021

Wir haben neun weitere Laufjacken getestet und mit der Adidas Own The Run Jacket einen neuen Testsieger gefunden. Neu unter den Empfehlungen ist außerdem die günstige Lameda Softshelljacke, die sich auch für andere Sportarten eignet.

Der bisherige Testsieger, die New Balance Anticipate 2.0, ist leider nicht mehr verfügbar. Wir haben sie deshalb aus dem Testbericht entfernt. Die Asics Accelerate wurde aus den Empfehlungen verdrängt und ist ab sofort unter „Außerdem getestet“ zu finden.

Weitere Updates
Update Info-Service

Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Bei Laufjacken für Herren den Überblick zu behalten, fällt schwer. Alle Sportartikelhersteller, die etwas auf sich halten, versorgen den Markt fleißig mit unterschiedlichsten Modellen für die jeweilige Jahreszeit.

Im Test hatten wir demnach auch sehr unterschiedliche Modelle – vom federleichten, Windjäckchen bis hin zur vollausgestatteten, technischen und wärmenden Laufjacke mit oder ohne Kragen für jede Jahreszeit. Dabei gab es einige Überraschungen und vier klare Empfehlungen mit unterschiedlichen Einsatzbereichen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht:

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

adidas Own The Run Jacket

Test Herren-Laufjacke: adidas  Own The Run Jacket
Leichte, preiswerte und detailverliebt hergestellte Jacke aus recycelten Materialien mit breitem Einsatzbereich.

Die Adidas Own The Run Jacket ist geradezu die stereotypische Herren-Laufjacke. So stellt man sich eine Jacke für den Laufsport vor – nicht zu weit geschnitten, leichter Wetterschutz, schöne Details, regulierbare Kapuze. Dass das alles zu einem mehr als anständigen Preis auf den Markt geworfen wird, umso besser. Wir haben die klein verpackbare Jacke im Zwiebelprinzip bei kälteren Temperaturen im Einsatz gehabt, sie eignet sich jedoch auch für wärmere Bedingungen und ist angenehm atmungsaktiv. Ein Vielseiter, wie er im Buche steht!

Leicht und kompakt

Inov-8 Windshell

Test Herren-Laufjacke: Inov-8 Windshell
Die Windshell Windproof ist unfassbar leicht und lässt sich sehr klein zusammenfalten – praktisch für längere Ausflüge.

Die Laufjacke Inov-8 Windshell für Männer ist unser klarer Gewichtstipp. Mit nicht einmal hundert Gramm unterbietet sie den Rest des Testfelds. Sie ist absolut winddicht, wehrt kleinere Regenschauer ab und ist damit das Mittel der Wahl, wenn es um eine minimalistische Laufbekleidung geht, die immer mit dabei ist – verpackt ist sie nicht einmal so groß wie eine geballte Faust. Dabei hat der englische Hersteller einen Schnitt gewählt, der sich an athletische, leistungsorientierte Läufer richtet. Auch das schnörkellose Design mit großen Logos aus Reflektoren gefällt uns.

Technik und Funktionalität

Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium

Test Herren-Laufjacke: Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium Soft Lined
Die Jacke von Gore Wear überzeugt mit ihrer hochwertigen Verarbeitung und der vielseitigen Funktionalität.

Der Name der Laufjacke für Männer von Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium ist lang – so wie die Liste ihrer technischen Vorzüge. Diese Jacke ist dauerhaft wasserabweisend und macht auch etwas heftigere Regenschauer locker mit. Sie verfügt außerdem über ein ausgezeichnetes Atmungsverhalten. Zwar handelt es sich hier um die teuerste Jacke im Test, sie bietet dafür aber eine herausragende Verarbeitung und eine Passform, die im Testfeld ihresgleichen sucht. Das gibt klar den Technik-Tipp für Lauffans, die das Non-Plus-Ultra der aktuellen Textiltechnologie tragen wollen.

Wärmewunder

Lameda Softshelljacke

Test Herren-Laufjacke: Lameda Softshelljacke
Günstige, warme und flexible Softshelljacke für Ganzjahresläufer.

Die Lameda ist eine Multifunktionsjacke, wie sie im Lehrbuch steht. Sie eignet sich nicht nur fürs Laufen, sondern auch Radfahren, Wandern und andere Sportarten. Wie sich gezeigt hat, ist das nicht unbedingt das beste Konzept – die Lameda konnte aber speziell beim Winterlaufen überzeugen. Sie wärmt angenehm, ist schön flexibel und hält Wind zurück. Zwar sind die Reißverschlüsse der Taschen etwas fummelig zu bedienen, ansonsten konnte die 50 Euro-Jacke aber durchaus überzeugen.

Vergleichstabelle

Testsiegeradidas Own The Run Jacket
Leicht und kompaktInov-8 Windshell
Technik und FunktionalitätGore Wear R5 Gore-Tex Infinium
WärmewunderLameda Softshelljacke
Nike Windrunner
Asics Accelerate
Mac in a Sac Unisex Jacke
Jako Herren Kapuzenjacke Run 2.0
Tao Pero
Falke Compass
Under Armour UA Storm Launch
Nike Performance
Adidas Parley W.N.D.
Puma Ignite Blocked
Airtracks Fahrradjacke Laufjacke
Meetyoo Sportjacke Herren
Normani Winddichte Funktionsjacke
Ellesse Herren Berto 2 Jacke
Test Herren-Laufjacke: adidas  Own The Run Jacket
  • Leicht und luftig
  • Wasserabweisend
  • Regulierbare Kapuze
  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
Test Herren-Laufjacke: Inov-8 Windshell
  • Leicht
  • Kompakt
  • Tolles Design
  • Filigranes Material
Test Herren-Laufjacke: Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium Soft Lined
  • Tolle Verarbeitung
  • Herausragende Funktionen
  • Super Passform
  • Teuer
Test Herren-Laufjacke: Lameda Softshelljacke
  • Warm und windabweisend
  • Flexibles Material
  • Großflächige Reflektorstreifen
  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • RVs an den seitlichen Eingrifftaschen schwer bedienbar
Test Herren-Laufjacke: Nike  Windrunner
  • In integrierter Packtasche klein packbar
  • Schöne Details
  • Relativ teuer
  • Sitzt etwas locker
Test Herren-Laufjacke: Asics Accelerate
  • Tolle Haptik
  • Funktionsreich
  • Gute Verarbeitung
  • Super Preis-Leistung
  • Enge Daumenschlaufen
Test Herren-Laufjacke: Mac in a Sac Unisex Jacke
  • Kleines Packmaß
  • Preis-Leistung okay
  • Guter Regenschutz
  • Hübsches Design
  • Eingeschränkte Atmungs­eigenschaften
  • Nicht laufspezifisch genug
Test Herren-Laufjacke: Jako Herren Kapuzenjacke
  • Angenehm leicht
  • Funktionale Ausstattung
  • Regulierbare Kapuze
  • Material saugt sich voll
Test Herren-Laufjacke: Tao Pero
  • Überzeugende Funktionalität
  • Stretchige Daumenschlaufen
  • Gutes Klimakonzept
  • Sehr teuer
Test Herren-Laufjacke: Falke Compass
  • Tolle Ausstattung
  • Kleines Packmaß
  • Guter Sitz
  • Überzeugende Funktion
  • Teuer
Test Herren-Laufjacke: Under Armour UA Storm Launch
  • Dehnbares Material
  • Guter Sitz
  • Diskrepanz zwischen Beschreibung und Funktion
Test Herren-Laufjacke: Nike Performance
  • Super Preis-Leistung
  • Schönes Design
  • Tolle Ausstattung
  • Ungünstige Passform
Test Herren-Laufjacke: Adidas Parley W.N.D.
  • Recycling-Jacke
  • Schlaues Belüftungskonzept
  • Eher Regen- als Laufjacke
Test Herren-Laufjacke: Puma Ignite Blocked
  • Allrounder
  • Guter Preis
  • Wenig Ausstattung
Test Herren-Laufjacke: Airtracks Fahrradjacke Laufjacke
  • Preiswert
  • Leicht
  • Zweifelhafte Material­eigenschaften
Test Herren-Laufjacke: Meetyoo Sportjacke Herren
  • Günstiger Preis
  • Sehr flexibles Material
  • Mangelhafte Verarbeitung
Test Herren-Laufjacke: Normani Winddichte Funktionsjacke
  • Warm
  • Kuscheliges Innen­material
  • Schwer
  • Zu unflexibel
  • Keine Atmungs­aktivität
Test Herren-Laufjacke: Ellesse Herren Berto 2 Jacke
  • Unkompliziertes Handling
  • Modischer Look
  • Große reflektierende Flächen/Schriftzüge
  • Nicht regulierbare Bündchen (Ärmel&Hüftsaum)
  • Kapuzenkordel nicht fixierbar
  • Nicht atmungsaktiv
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Auf was es bei Laufjacken ankommt

Eine gute Laufjacke für Männer sollte wasserundurchlässig und atmungsaktiv sein. Die Wasserdichtigkeit beginnt bei Textilien irgendwo zwischen 1.000 und 4.000 Millimeter Wassersäule, die besten Membranen am Markt halten etwa 30.000 Millimeter aus. Im Test waren alle Kategorien vertreten – von nicht wasserdichter Laufjacke bis hin zur wetterfesten und wasserdichten Joggingjacke.

Von atmungsaktiv spricht man ab 10.000 Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden, die Spitzenwerte liegen bei 40.000. Auch in Bezug auf diesen Faktor gab es im Test große Unterschiede: vom Atmungswunder bis hin zum Schwitzkasten.

Was die Materialien angeht, herrschte im Test eines vor: Polyester. Klarer Favorit ist an dieser Stelle das Modell für Männer von Adidas – laut Hersteller wird die Joggingjacke aus 100 Prozent recyceltem Plastikmüll hergestellt. Einzelne Hersteller mischen ihren Herren-Laufjacken Polyamid bei, andere Baumwolle – Kunststoff ist jedoch nach wie vor das Material der Wahl bei der Fertigung von Funktionslaufjacken für Herren.

Bei den Reißverschlüssen geben sich die Hersteller keine Blöße: Qualität, wo man hinsieht, und eine Marke, die hervorsticht: YKK. Der Weltmarktführer aus Japan beherrscht auch das Laufjacken-Testfeld. Allerdings greifen einzelne Hersteller zu anderen Reißverschlüssen. Adidas zum Beispiel verwendet Modelle der Marke »Ideal«. Leider war es uns im Test nicht möglich, die Haltbarkeit der Reißverschlüsse zu testen. Sollten sich im Nachhinein frühzeitige Verschleisserscheinungen zeigen, werden wir das an dieser Stelle erwähnen.

Herren-Laufjacke Test: Adidas Own The Run Jacket
Das Adidas Own The Run Jacket hat uns im Test am besten gefallen – sie bringt (fast) alles mit, was Läufer brauchen.

Unser Favorit: Adidas Own The Run Jacket

Die Adidas Own The Run Jacket hat uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Angenehm luftiger, wasserabweisender und atmungsaktiver Stoff, noch dazu aus recyceltem Material, durchdachte Features – und das alles für einen für Adidas-Verhältnisse echt fairen Preis von gut 50 Euro.

Testsieger
adidas Own The Run Jacket
Test Herren-Laufjacke: adidas  Own The Run Jacket
Leichte, preiswerte und detailverliebt hergestellte Jacke aus recycelten Materialien mit breitem Einsatzbereich.

Als Läufer will man in den meisten Fällen nur eines: Eine gut funktionierende, einfach bedienbare, winddichte und athletisch geschnittene Jacke, die idealerweise nicht allzu viel kostet. All dies bringt das Adidas Own The Run Jacket mit.

Schön zu sehen: Adidas hat die Jacke entgegen der direkten, test-internen Konkurrenz von Nike mit einem Kordelzug im Hüftsaum versehen – damit schlackert sie nicht ganz so herum wie die Jacke des amerikanischen Herstellers. Überhaupt ist sie perfekt auf mitteleuropäische Verhältnisse abgestimmt – die Kapuze lässt sich gut verzurren, auch windige Lauftage machen mit dieser Jacke Spaß. Rückt man mal im Winter aus, auch kein Problem – langen Baselayer und ein Longsleeve druntergezogen und los geht’s!

Wer gerne im Dunkeln trainiert bzw. beim Laufen in die Dämmerung gerät, wird sich über die großen Reflexionsstreifen freuen – mit dem Adidas Own The Run Jacket fällt man auch bei wenig Licht auf. Mit ihren mageren 206 Gramm und einem kleinen Packmaß gibt es auch auf Reisen keine Ausrede, die Jacke nicht mitzunehmen. Auch das Material der Jacke hat uns beeindruckt – es fast sich flexibel und seidig an, macht alle Bewegungen klaglos mit und lässt kleinere Regenschauer abperlen.

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Herren-Laufjacke Test: Adidas Own The Run Jacket
Eine wasserdichte Tasche bietet Platz für Schlüssel und Kleingeld.
Herren-Laufjacke Test: Adidas Own The Run Jacket
Die klassischen drei adidas-Streifen reflektieren und sorgen für mehr Sicherheit.
Herren-Laufjacke Test: Adidas Own The Run Jacket
Die Kapuze lässt sich an der Rückseite regulieren...
Herren-Laufjacke Test: Adidas Own The Run Jacket
...und auch am Saum kann man die Jacke zuziehen.

Beim Test ist die Jacke angenehm unauffällig – genau so, wie sich eine Laufjacke verhalten soll. Einfach drauflos laufen lautet das Motto! Gut gefallen hat uns insbesondere das Design – es ist dezent, die reflektierenden Bereiche fügen sich nahtlos ein. Schön sind auch weitere Details wie die schweißresistente Brusttasche, in der Schlüssel oder Kleingeld schnell Platz finden. Das Gesamtpaket stimmt beim Adidas Own The Run Jacket einfach – wir küren es ohne Bedenken zum Testsieger.

Adidas Own The Run Jacket im Testspiegel

Bisher konnten wir noch keine weiteren Testberichte zur Adidas Own The Run Jacket finden. Sollten welche erscheinen, tragen wir sie hier nach.

Alternativen

Das Adidas Own The Run Jacket überzeugt durch ihre breite Einsetzbarkeit und den Tragekomfort am Körper, doch auch drei andere Modelle für Herren stachen aus der Masse der Laufjacken heraus und eignen sich für einzelne Einsatzbereiche besonders gut.

Leicht und kompakt: Inov-8 Windshell

Wow, wie klein ist die denn? Die Inov-8 Windshell sorgt schon beim ersten Anfassen für einen Aha-Affekt. Ihr hauchdünnes, seidiges Obermaterial schmiegt sich weich an die Haut an – Inov-8 treibt den Minimalismus bei dieser Joggingjacke zudem auf die Spitze. Auch hier können wir von einem Kauf nicht abraten.

Leicht und kompakt
Inov-8 Windshell
Test Herren-Laufjacke: Inov-8 Windshell
Die Windshell Windproof ist unfassbar leicht und lässt sich sehr klein zusammenfalten – praktisch für längere Ausflüge.

Die Jacke ist so klein wie sonst keine andere im Test. Trotzdem verfügt sie an Ärmeln und der Kapuze über Stretcheinfassungen, damit kein Luftzug entsteht und sie hat auf Brusthöhe eine Tasche, in der sie sich gleichzeitig winzig klein verpacken lässt. Das war es dann aber schon an Ausstattung.

Was das Design angeht, gibt sich Inov-8 selten die Blöße – so auch hier. Große Logos aus Reflektoren, ansonsten Verzicht auf grelle Applikationen, der Rest: leicht glänzender, edel wirkender Stoff. Die Jacke weiß zu gefallen!

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Herren-Laufjacke Test: Inov 8 Jacke
Die inov-8 Windshell Windproof ist dünn und leicht.
Herren-Laufjacke Test: Inov 8 Jacke 1
Der Bund ist filigran und hat eine angenehme Haptik.
Herren-Laufjacke Test: Inov 8 2
Der Stoff der Jacke ist sehr dünn. Da man sie faustgroß zusammenknüllen kann, knittert sie natürlich auch.

Die Jacke von Inov-8 ist eine federleichte, winddichte Laufjacke, die nicht einmal 100 Gramm auf die Waage bringt. Sie lässt sich auf weniger als Faustgröße verpacken und wird damit speziell Minimalisten begeistern, denen es primär auf geringes Gewicht und eine auf das Wesentliche reduzierte Funktion ankommt. Die Inov-8 Windshell lässt sich winzig klein im Rucksack verpacken und ist schnell zur Stelle, wenn es einmal windig werden sollte. Praktisch ist auch der Druckknopf, mit dem sich der Kopfschutz bei Nichtgebrauch fixieren lässt – so kann sie nicht störend in der Gegend herumflattern.

Bei allem Minimalismus punktet die Inov-8 mit einer ausgezeichneten Passform. In Größe L getestet, passt sie unserem Tester (1,88 Meter und 85 Kilogramm) nahezu perfekt – auch die Kapuze umschließt trotz fehlender Kordel den Kopf optimal. Einzig eine Regulierung am Hinterkopf würde man sich als Laufprofi wünschen: Die hat Inov-8 aber aufgrund der Gewichtsersparnis weggelassen.

Man merkt dem Inov-8-Modell an, dass hier eine Joggingjacke von Läufern für Läufer entworfen wurde: Kein Schnickschnack, tolle Optik, tolle Funktion – für uns gibt das ganz klar den Gewichts-Tipp im Testfeld.

Technik und Funktionalität: Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium

Die Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium sticht schon auf den ersten Blick aus dem Testfeld heraus – sie sieht einfach anders aus. Das leicht elastische Außenmaterial fasst sich gummiartig an – von der Haptik ist die Jacke zugegebenermaßen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Weniger gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Funktion der Jacke. Schon beim ersten Test, einer Radfahrt inklusive Gewitterschauer, überzeugt die Jacke mit einem ausgezeichneten Abperlverhalten. Keine Nässe dringt nach innen, das Atmungsverhalten fällt ebenfalls positiv auf, Wind hat hier nicht die geringste Chance.

Technik und Funktionalität
Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium
Test Herren-Laufjacke: Gore Wear R5 Gore-Tex Infinium Soft Lined
Die Jacke von Gore Wear überzeugt mit ihrer hochwertigen Verarbeitung und der vielseitigen Funktionalität.

Was darüber hinaus von Beginn an überzeugt, sind Passform und Sitz. Bei der Gore Wear merkt man sofort, dass der Hersteller über eine Menge Erfahrung im Schneidern passgenauer Funktionsbekleidung für bewegungsintensive Sportarten verfügt. Zwar kommt sie von der Flexibilität nicht an unseren Favoriten heran, bietet aber dafür deutlich mehr Wetterschutz und Funktion.

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Herren-Laufjacke Test: Gore Wear
Die Gore Wear Jacke ist erstklassig verarbeitet – das hat auch seinen Preis.
Herren-Laufjacke Test: Gore Wear 1
Mit der Gore-Tex-Technologie ist die Jacke super wasserabweisend.
Herren-Laufjacke Test: Gore Wear 2
Das Material fühlt sich toll an und hat eine interessante Optik – fast schon wie Carbon lässt sie anmuten.
Herren-Laufjacke Test: Gore Wear 3
Natürlich darf auch eine wertige Kapuze nicht fehlen.

Was die Verarbeitung angeht, ist die Gore-Jacke ebenfalls über alle Zweifel erhaben – hier waren echte Materialprofis am Werk. Die Jacke ist fein verschweißt, verfügt an der Innenseite über angenehm auf der Haut liegendes Futter, ansonsten hält sich Gore bei der Ausstattung zurück. Zwei große Seitentaschen, Kordelzug im Hüftsaum, elastische Einfassungen an der Kapuze – mehr ist nicht und mehr braucht es auch nicht.

Okay, der Preis von rund 150 Euro ist kein Pappenstiel. Trotzdem muss man neidlos anerkennen, dass die Gore-Jacke in einer eigenen Liga spielt, was die Verarbeitung angeht. Von daher bekommt die Gore-Tex Infinium Soft Lined Hooded Jacke von uns den Technik- und Funktions-Tipp.

Winter-Wärmetipp: Lameda Softshelljacke

Die Lameda Softshelljacke kommt in sehr unscheinbarem Schwarz daher – immerhin ist ein Reflektorstreifen entlang des Reißverschlusses mit an Bord. Auf gewisse Weise ähnelt die Jacke der ebenfalls getesteten TAO Pero, kostet aber nur ein Fünftel der Luxus-Laufjacke und hat bei Weitem nicht so viel Technik an Bord. Ein hinkender Vergleich also.

Wärmewunder
Lameda Softshelljacke
Test Herren-Laufjacke: Lameda Softshelljacke
Günstige, warme und flexible Softshelljacke für Ganzjahresläufer.

Um der Jacke etwas eingehender auf die Kunstfasern zu fühlen, nehmen wir sie auf einen 650-Höhenmeter-Trailrun bei frostigen Verhältnissen mit. Hat es im Tal Raureif, wird es nach dem Durchbrechen der Nebeldecke wärmer, auf unserem kleinen Gipfelchen weht schließlich wieder ein frostiger Wind. Ausgezeichnete Testverhältnisse! Zu Beginn ist uns schon der sehr weiche Stoff der Jacke aufgefallen – das zu hundert Prozent aus Polyester bestehende Material ist fast schon ungewöhnlich flexibel für eine Softshelljacke, was einem beim Laufen sehr entgegenkommt. Bergauf kann sie mit einer ganz ordentlichen Atmungsaktivität punkten, oben hält sie Wind zuverlässig ab, auch beim anschließenden Downhill gefallen uns die windabweisenden Eigenschaften.

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Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
Die Lameda wirkt auf den ersten Blick unspektakulär...
Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
...punktet aber mit durchdachten Details wie den eng abschließenden Bündchen.
Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
Entlang des Frontreißverschlusses hat Lameda einen reflektierenden Streifen eingearbeitet.
Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
Die winzigen Reißverschlussgriffchen sind etwas fummelig zu bedienen.
Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
Außen ist die Jacke angenehm windabweisend...
Herren-Laufjacke Test: Lameda Softshelljacke
...und innen schön kuschelig warm. Perfekt für Winterläufer!

Schön ist auch die eng abschließende Manschette an den Ärmelenden, über die sich mit Klettverschluss ausgestattete Handschuhe ziehen und winddicht verschließen lassen. Daumenlöcher fehlen – hier könnte Lameda noch etwas nachbessern. Was uns ebenfalls etwas missfallen hat, sind die winzigen Reißverschluss-Schiebergriffe. Diese kann man eigentlich nur mit den Fingerspitzen greifen, was bei kalten Temperaturen unter Umständen unangenehm werden kann. Immerhin stammen die Reißverschlüsse aus dem Hause YKK – nicht selbstverständlich bei einer Jacke in dieser Preisklasse.

Im Test bekommt die nur 50 Euro teure Lameda unseren Wärme-Tipp. Wer gerne im Winter läuft, ist hier trotz der kleinen Mängel sehr gut aufgehoben!

Außerdem getestet

Nike Windrunner

Schön leicht ist sie, die Nike Windrunner, und angenehm luftig noch dazu. Das Auge läuft bei Nike seit jeher mit – beim Design macht dem Unternehmen aus Oregon so leicht niemand etwas vor. Nike ist nach wie vor eben eine der Marken, wenn es um Laufsport geht. Das merkt man der Jacke auch an. Die Amerikaner haben ihr eine Vielzahl durchdachter Features verpasst. So lässt sich die Windrunner in der integrierten Packtasche klein verstauen und am ebenfalls integriertem Spanngurt um die Hüfte tragen.

Eine regulierbare und fixierbare Kapuze ist ebenso an Bord wie zwei seitliche Eingrifftaschen mit Reißverschluss, dazu kommen reflektierende Elemente, eine großzügige Aufhängeschlaufe sowie klassische Lüftungsschlitze. Bis auf den Kordelzug an der Kapuze kommt die Nike Windrunner ohne Kordeln aus – an den Ärmeln setzt Nike auf spartanische Stretchbündchen.

Für den Test entführen wir die Jacke auf eine winterliche 15km-Laufrunde mit knapp 350 Höhenmetern. Wir tragen die Jacke über einem Merino-Baselayer und einem Fleecepulli. Erstaunlich ist die Atmungsaktivität – erst gegen Ende der Runde wird es langsam etwas klamm, vorher sind wir von der Dampfdurchlässigkeit des Materials begeistert. Auch leichten Niederschlag soll die Jacke abwehren – das konnten wir direkt im Test aber nicht überprüfen, den Wasserhahn-Test hat die Jacke überstanden. Leider ist der Schnitt etwas schlackerig, wir hätten uns eine etwas athletischere Passform gewünscht, was bei dieser primär für den Sommer gedachten Jacke aber wohl nicht beabsichtigt war.

Kurzum: Was Nike hier für rund 80 Euro abliefert, gefällt uns sehr gut. Die Jacke lässt sich für den schnellen Feierabendlauf im Sommer genauso gut nutzen wie als schneller Überwurf, wenn es nieselt. Zum Allrounder, den wir hier empfehlen können, reicht es aufgrund des Schnitts und des Preises nicht ganz.

Asics Accelerate

Der erste Eindruck der Asics Accelerate stimmte zunächst skeptisch, da die Jacke recht klein ausfällt und auch die Farbe unserer Testjacke – lila – für viele Männer Geschmackssache sein dürfte. Allerdings gibt es die Jacke auch in anderen Farben. Würde unser Tester mit seinen 1,88 Metern zwei bis drei Kilo mehr als die aktuellen 85 Kilogramm wiegen, bräuchte er mit Sicherheit Größe XL. Auf den zweiten Blick war dann aber alles anders – anders positiv!

Denn die Japaner haben hier alles richtig gemacht: Eine auf das Wesentliche reduzierte Ausstattung, eine tolle Passform, leicht elastisches, knitterfreies und anständig imprägniertes Softshellmaterial und dann noch das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis – da lacht das Auge des Läufers. Was an der Asics Accelerate sofort auffällt, sind die durchdachten Details. Ein Streifen aus Reflektoren am Rücken sorgt für mehr Sicherheit, seitlich abgedeckte Reißverschlusstaschen gehören zur Grundausstattung und das integrierte Handyfach in der rechten Tasche ist schnell erreicht, wenn man ein Lauf-Selfie machen möchte.

Im Gegensatz zu einigen anderen Laufjacken im Test ist das Accelerate Jacket ein echter Hautschmeichler und fasst sich geschmeidig an – dafür, was die Jacke bietet, ist sie noch angenehm leicht. Toll ist auch die verstellbare Kapuze – hier flattert auch bei stärkerem Wind nichts. Sie ist zudem an der Front nach vorne gezogen und versteift, was bei Regen das Gesicht zusätzlich schützt. Damit die Ärmel nicht zurückrutschen, verfügt die Jacke noch über zugegebenermaßen etwas enge Daumenschlaufen.

Reflektierende Bereiche an den Ärmelbündchen runden die insgesamt überzeugende Ausstattung dieser durchdachten Laufjacke ab. Toll ist auch der Preis: Läufer bekommen hier ein richtiges Rundum-Paket mit einem schönen Klimamanagement für verhältnismäßig wenig Geld geboten – im direkten Vergleich gräbt aber das Adidas Own The Run Jacket der Asics dann doch das Wasser ab.

Mac in a Sac Unisex Jacke

Ui, die ist aber schön bunt! Die Mac in a Sac-Jacke kommt in frechem neongrün mit blauem Reißverschluss aus ihrem kleinen Säckchen – der Name ist hier Programm. Mac in a Sac stammt aus Belfast – also aus Nordirland. Als Mitteleuropäer stellt man sich nordirisches Wetter recht nass vor. So ist auch die Mac in a Sac-Jacke recht zuverlässig wasserdicht, ohne jedoch zu viel weitere Technik an Bord zu haben.

Mac in a Sac vermarktet die Jacke als Allrounder für jedes Wetter und für alle Bedingungen. Ob man die Jacke zum Radeln, zum Wandern oder zum Laufen anzieht, spielt für die Produktdesigner keine Rolle. Im Großen und Ganzen gefällt uns das »Keep it Simple-Konzept« von Mac in a Sac ganz gut. Die Jacke gibt es in vielen verschiedenen Farben, sie ist nicht teuer – allerdings sollte man auch nicht zu viel erwarten. Bei unserem Test zeigt sich ein ähnliches »Schwitzverhalten« wie bei der Ellesse – drückt man also etwas auf die Tube, wird es in der Mac in a Sac schnell nass. Das »Highly Breathable«, das der Hersteller propagiert, ist eher Augenwischerei als Realität.

Es scheint ein bisschen so, als würde Mac in a Sac nach dem Motto »Never change a running System« vorgehen. Zwar hat die Jacke durchaus funktionale Features wie zum Beispiel einen wasserabweisenden Frontreißverschluss an Bord – insgesamt wirkt sie, wenn man sie zum Beispiel mit der Test-internen Konkurrenz von Nike oder Adidas vergleicht, etwas steif und altbacken. Im Test hat es die 60 Euro teure Jacke etwas schwer – sie würde sich maximal für einen Liebhaberpreis empfehlen. Da es diesen aber nicht gibt, rutscht sie ins Mittelfeld.

Jako Herren Kapuzenjacke Run 2.0

Die nicht einmal 30 Euro teure Jako Kapuzenjacke Run 2.0 verblüfft durch ihre auf den ersten Blick leichte, luftige Konstruktion. Legt man sie auf die Waage, kommen dann aber doch mehr als 300 Gramm zusammen. Auf den zweiten Blick entpuppt sie sich als recht großzügig geschnittene Kunstfaser-Sportjacke, die uns jedoch gleich wegen ihres sackartigen Schnitts vom Sitz her etwas enttäuscht. Immerhin ist eine regulierbare Kapuze an Bord…

Beim Lauftest tragen wir sie als Midlayer unter einer wasserdichten Jacke – eine Rolle, die der Jacke nur bedingt behagt. Als es bei unserer Laufrunde schweißtreibend wird, saugt sich die Jako voll wie ein Schwamm. Okay, zugegebenermaßen herrscht beim Test eine Außentemperatur um die Null Grad. Durchaus herausfordernde Bedingungen also. Also nehmen wir die Jacke nochmals unter die Lupe – diesmal bei etwas moderateren Bedingungen und vor allem nicht unter einer wasserdichten Jacke. Hier zeigt sich die Jacke deutlich luftdurchlässiger. Um im Test jedoch ganz vorne mitspielen zu können, fehlt der Jako das gewisse Etwas, da gibt es schlichtweg bessere Kandidaten.

Tao Pero

Mit der Pero Jacket präsentiert Tao eine Jacke, die eine echte Wucht ist. Wucht ist hier durchaus auf das Material bezogen, denn die Softshelljacke fällt im Vergleich mit den anderen Modellen für Herren relativ voluminös aus – und das mit Recht. Sofort ist sie als vertrauenserweckende Allwetter-Laufjacke zu erkennen. Beim Test mussten erstmal die richtigen Temperaturbedingungen abgewartet werden, sprich: kaltes, windiges Wetter. Sofort fällt auf, dass die Pero Jacket einen ausgezeichneten, laufspezifischen Sitz hat. Die Ärmel sind lang gezogen und mit Bündchen und Daumenschlaufen versehen, die Details sind auf ein Minimum reduziert. Eine Kapuze hat die Jacke absichtlich keine – die Lauf-Spezialisten von Tao kennen ihre Pappenheimer und gehen ganz automatisch davon aus, dass versierte Läufer solche Funktionsjacken eher mit Mütze oder Stirnband kombinieren.

Beim ersten Kurztest auf dem Rad zeigt sie eine ausgezeichnete Wärmeleistung – auf raffinierte Weise werden verschiedene Materialstärken miteinander kombiniert. Toll sind auch die elastischen Daumenschlaufen, die sich angenehm an der Hand anschmiegen und speziell bei etwas kühleren Temperaturen Sinn machen. Im Vergleich zu den anderen Laufjacken hat die Pero eine ausgezeichnete Wärmeleistung, lässt aber trotzdem Luft für ein angenehmes Tragegefühl.

250 Euro sind zwar eine Ansage – uns hat die Jacke jedoch so gut gefallen, dass es direkt schwerfiel, sie nicht in den Favoritenkreis aufzunehmen. Am Ende war das Modell von Gore von der technischen Ausstattung, speziell was die Wasserdichtigkeit angeht, einen Deut besser. Tut uns leid Tao, vielleicht beim nächsten Mal?

Falke Compass

Nicht nur Socken? Diese Frage kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man die Compass Jacket von Falke zum ersten Mal in den Händen hält. Die Marke ist eher als Hersteller qualitativ hochwertiger Socken und Strümpfe bekannt. Dass die Firma auch ein ganzes Sortiment an sonstiger Sportbekleidung anbietet – wieder was gelernt! Der Schnitt ist mit Sicherheit alles andere als Mainstream in diesem Bekleidungssegment. Asymmetrisch gestaltete Brustpartie, lange Ärmel bis über die Handgelenke, schräg geschnittene Ärmelbündchen, lange »Rockschöße« bis über den Hintern, die an ihrem unteren Ende, die Frackartigkeit unterstreichend, mit einem Querriegel verbunden sind.

Neben den interessanten optischen Details hat sie noch ein paar erwähnenswerte technische Features: So wird der Stoffüberstand des Reißverschlusses oben am Stehkragen mit einem kleinen, eingenähten Magneten-Paar fixiert. Zur Verbesserung der Belüftung ist die Passe am oberen Rücken überlappend, netz-unterfüttert und nach unten offen aufgesetzt. Reflektierende Streifen an Reißverschluss und Ärmeln sorgen darüberhinaus wie bei vielen anderen Laufjacken im Test für passive Sichtbarkeit bei Dämmerung und Dunkelheit.

Vor dem ersten Einsatz stellt sich die Frage, ob der lange, über die Hüften gehende Schnitt beim Joggen stört oder behindert. Ergebnis: Der Schnitt ist ein bisschen ungewohnt, aber nicht störend. Im Gegenzug sorgt die Länge für einen deutlichen Nässeschutz im Hüftbereich. Bei etwas stärkerem Regen im Sommer und niedrigen Temperaturen im Winter sehr angenehm!

Die Fakten auf der Online-Produktbeschreibung kann man nach dem Test durchaus bestätigen: sehr leichte, winddichte Laufjacke, wasserdicht mit einer Wassersäule von 20.000 Millimetern und eine Atmungsaktivität von 30.000 Gramm pro Quadratmeter in 24 Stunden. Die Jacke bringt bei Größe L tatsächlich nur 195 Gramm auf die Waage und ist in der Brusttasche klein verstaubar. Die Angaben zu Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität sind nicht so einfach prüfbar, aber die Jacke liegt mit den angegebenen Werten klar im »sehr wasserdicht bei gleichzeitig sehr atmungsaktiv«-Segment.

An der Verarbeitung gibt es rundherum nichts zu bemängeln, alle Nähte sind sehr sauber ausgeführt und machen einen soliden und haltbaren Eindruck. Fazit: Wem Schnitt und Farbe gefällt, der bekommt eine leichte, hochwertige und leistungsfähige Laufjacke. Mit ihrem Preis liegt sie jedoch auch klar im gehobenen Segment.

Under Armour UA Storm Launch

Under Armour geizt nicht mit Reizen – und kündigt die UA Storm Launch Jacke im Produkttext als »dehnbar sowie wind- und wasserdicht” an. Viele Vorschusslorbeeren für eine Jacke, die eher nach dünner Softshell als nach Regenjacke aussieht. Auch wird sie mit einem »hautengen Schnitt” angekündigt – was sich jedoch beim ersten Anprobieren nicht bewahrheitet. Die Jacke sitzt zwar figurbetont, aber sicher nicht eng anliegend. Doch zunächst geht es mit der Storm Launch Jacke ab nach draußen. Ihr 4-Way-Stretchstoff passt sich allen Bewegungsabläufen problemlos an – auch was die atmungsaktiven Eigenschaften angeht, weiß die Laufjacke zu überzeugen.

Wasserdichtigkeit, wie beschrieben, wollen wir anzweifeln – zwar bietet sie sicher schnellen Schutz vor Regenschauern, über eine Imprägnierung wie andere Modelle für Herren verfügt sie jedoch nicht. Bei Under Armour scheint man den Unterschied zwischen wasserundurchlässig und wasserabweisend nicht so genau zu kennen – mal ist in der Produktbeschreibung von dem einen, mal von dem anderen die Rede.

Abgesehen davon wendet sich die Jacke klar an Läufer, die eine dünne, stretchige Laufjacke mit toller Passform suchen. An etwas zugigeren Tagen liefert sie ein Plus an Wärme, punktet mit einem flexiblen Stoff und sorgt durch ihre reflektierenden Details für etwas mehr Sicherheit beim Running. Under Armour hätte sich bei der Beschreibung gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen müssen – denn die Jacke kann als bequeme, unkomplizierte Begleiterin durchaus überzeugen. Sogar beim Radfahren wurde sie eingesetzt und diente als wärmendes Accessoire bei kalten Temperaturen im Winter.

Nike Performance

Understatement pur – das ist es, was das Nike Performance Hooded Jacket ausmacht. Schwarz in schwarz mit einem dezenten, reflektierenden Nike-Swoosh – mehr grafische Details sucht man bei dieser Laufjacke vergeblich. Das sorgt für einen aufgeräumten, gefälligen und geradlinigen Look. Wir finden, die Jacke kann man zum Joggen genauso gut anziehen wie bei einem Ausflug in die Stadt.

Was die Ausstattung angeht, hat die Jacke hingegen alles, was eine Laufjacke an Grundfunktionen braucht: zwei geräumige Seitentaschen, einen Kordelzug an der Hüfte und eine ebenfalls per Kordel verstellbare Kapuze. Im Testfeld reiht sie sich bei den leichteren, klein verpackbaren Modellen ein. Zudem beeindruckt die Jacke beim ersten kurzen Regentest durch ihr beeindruckendes Abperlverhalten. Für kurze Regenschauer eignet sich die imprägnierte Jacke damit ganz ausgezeichnet!

In puncto Funktion besticht die Jacke mit einer angenehm unauffälligen, zuverlässigen Performance. Zwar fängt man etwa im Vergleich zu Gore-Tex-Laufjacken etwas früher zu schwitzen an – trotzdem kann sie für Betätigungen bei wechselhaften Wetterverhältnissen mit einem guten Abtransport von Feuchtigkeit punkten. Dennoch fehlt dem Modell ein wenig Emotion: etwas mehr Detailliebe und die Nike Performance Hooded Jacket wäre unter den Tipps gelandet – so reicht es nur für das gehobene Mittelfeld.

Adidas Parley W.N.D.

Die Parley W.N.D. Jacket von Adidas besteht zu hundert Prozent aus Parley Ocean Plastic, das aus recyceltem Plastikmüll gewonnen wird, der an Stränden und in Küstenregionen gesammelt wird. Dafür gibt es zunächst mal ein klares: Thumbs up! Dass die Jacke (wie alle anderen natürlich auch) dann trotzdem in einer Plastiktüte ausgeliefert wird, finden wir eine Ironie des (Jacken-)Schicksals. Trotzdem, der Wille zum Recycling ist da!

Auf der anderen Seite hat das Modell einen auffällig weiten Schnitt, der so gar nicht nach Running aussieht. Nachdem Adidas aber eigentlich über jeden Zweifel erhaben und der entspannte Look vermutlich gewollt ist, entführen wir die Jacke mit dem langen Namen mal auf die Laufrunde. Auch hier merkt man schnell den legeren Schnitt – die Adidas fällt im gesamten Testfeld am größten aus. An unserem Tester (1,88 Meter und 85 Kilogramm) schlackert und flattert sie und wir lesen dann auch in der Produktbeschreibung, dass sie eine Jacke für den »Weg ins Gym oder zur Arbeit« ist – also eher eine Allround-Regenjacke als eine reine Laufjacke.

Wir finden, dass durch den weiten Schnitt der Kapuze beim Zuziehen das Gesichtsfeld eingeschränkt wird. Hier wäre eine Verstellung am Hinterkopf wie bei anderen Herstellern sinnvoller. Die Features umfassen eine kleine Stautasche, in der sich die Jacke unterbringen lässt sowie schlau positionierte Belüftungsreißverschlüsse an der Brust und einen Gummizug am Saum. Adidas zeigt zwar den Willen zur Nachhaltigkeit, zu einem Tipp hat es für dieses Modell allerdings nicht gereicht.

Puma Ignite Blocked

Die Ignite Blocked Jacket von Puma wurde von uns über drei Wochen intensiv getragen. Wir können feststellen, dass sie aus der Masse besonders durch ihre Allround-Qualitäten hervorsticht. Zwar firmiert sie bei Puma offiziell unter dem Label »Running&Training«, eignet sich durch ihren legeren Schnitt aber genauso als Freizeitjacke und für andere Sportarten.

Die Jacke wurde vor allem bei schlechten Wetterbedingungen getragen. Sie hält auch bei starkem Wind und leichterem Regen warm und trocken und lässt den Läufer nicht auskühlen, das kann im milden Winter von Vorteil sein. Bei Wolkenbruch und Starkregen wurden zwar die Unterarme und Bereiche der Oberarme nass, bei leichterem Regen reichen ihre wasserabweisenden Eigenschaften aber aus. Sie ist also bei fast allen Wetterbedingungen tragbar, bei denen man sich vor Wind und kleineren Regengüssen schützen will. Die Jacke ist vergleichsweise leicht, was dem Tragekomfort beim Sport sehr zugute kommt.

Airtracks Fahrradjacke Laufjacke

Was haben wir denn hier noch hübsches – ist das eine Tennisjacke aus den 90er Jahren? Nein, es handelt sich um die »Fahrradjacke Laufjacke« von Airtracks. So heißt das Ding tatsächlich auf Amazon. Eigentlich gleich ein Grund, sie nicht ganz ernst zu nehmen, denn eingefleischte Sportler wissen: Wer beim Marketing mehrere Disziplinen über einen Kamm schert, macht sich keine Freunde – das wäre ja so, wie wenn adidas eine »Fußballjacke Basketballjacke« im Shop stehen hätte. Undenkbar. Egal, wir schauen uns die Jacke trotzdem genauer an.

Okay – über Design lässt sich streiten. Die Airtracks hat, je nach Betrachtungsweise, Retro-Chic oder ist schlichtweg optisch angestaubt. Als Color Blocking-Fans tendieren wir eher zu letzterem.

Aber wir wollen mal nicht so gemein sein und nehmen die Jacke auf eine kleine Laufrunde mit. Der erste Eindruck – hm, da ist noch Luft nach oben. Soll bedeuten: Der Airtracks fehlt das gewisse Etwas. Zwar ist sie sicher nicht schlecht – das Material fasst sich zum Beispiel ganz gut an, es gibt einen Kordelzug im Hüftsaum und zwei seitliche Eingrifftaschen – vergleicht man sie aber mit den Jacken, die im Test ganz vorne mitspielen, ist sie für unsere Begriffe nicht »laufspezifisch« genug ausgestattet, sondern eher eine lockere, Blouson-artige Trainingsjacke für allen möglichen Sport. Und was die Materialeigenschaften angeht – leichter Wind wird abgehalten, bei Sprühregen gibt die Jacke aber schnell nach.

Meetyoo Sportjacke Herren

Die Marke Meetyoo kam uns in unserem Bekleidungstesterleben schön öfters in die Quere, zum Beispiel bei Laufshirts. Was Haptik und Optik angeht, wissen die Produkte des Unternehmens durchaus zu überzeugen. Geht es allerdings ans Eingemachte, sprich an den ernsthaften Sport, kann auch die hier getestete Laufjacke nicht vollends überzeugen.

Die recht dünne, mit einem reflektierenden Streifen entlang des Reißverschlusses ausgestattete Jacke eignet sich für für sommerliche Feierabendläufe oder kurze Laufausflüge an kühlen Morgen – allerdings ist uns der Schnitt etwas zu locker und schlackerig. Das mag ein Größenproblem sein, trotzdem fühlt sich für uns ein »athletischer Schnitt« anders an. Ein Blick in den sehr amüsant zu lesenden Produkttext auf Amazon zeigt dann auch, dass Meetyoo die Jacke beileibe nicht nur für das Laufen entworfen hat: »laufjacke männer ist ideal für alle Arten von Indoor- und Outdoor-Aktivitäten wie Laufen, virtuelles Radfahren, Joggen, Angeln oder Yoga, auch ein großes Geschenk für Sportliebhaber.« Aha!

Aus dem in etwas dilettantischem Deutsch formulierten Text lässt sich schließen – die Jacke ist weder Kraut noch Rüben. Auch hier fehlt das Alleinstellungsmerkmal, die Eigenschaft, die sie zum Laufen besonders geeignet macht. Etwas enttäuscht hat uns auch die Verarbeitung – der (übrigens nicht fixierbare) Kordelzug zog nach wenigen Benutzungszyklen Fäden und löste sich fast in Wohlgefallen auf. Was soll man da machen? Die Jacke landet recht weit hinten.

Normani Winddichte Funktionsjacke

Hübsche Jacke, die Normani – aber nicht für’s Laufen geeignet! Das ist das ehrliche Urteil, und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Oftmals spült es bei Amazon Bekleidung in Bestsellerlisten, die dort nichts zu suchen hat. So auch dieser warm gefütterte Anorak mit Brust-RV, großer Front-Kängurutasche und seitlichen Eingrifftaschen.

Rein theoretisch kann man damit schon Laufen gehen – wird dann aber schnell an die Grenzen der Atmungsaktivität stoßen, denn die Jacke wurde schlichtweg nicht für das Laufen entworfen, auch wenn Amazon das indirekt über die Listung in der Bestsellerliste behauptet. Problem: Läuft man damit etwas flotter los, läuft einem (sehr) schnell die Soße runter.

Für’s abendliche Gassi gehen mit dem Hundchen ist die Normani deutlich besser geeignet – wir haben’s ausprobiert! Sie ist eine Lifestyle-Jacke, die für mollige Wärme sorgt, besonders sie Kapuze ist toll. Auf die Idee, darin Sport zu treiben kommt nur, wer es nicht besser weiß. Wir lassen es daher lieber gar nicht erst drauf ankommen, nehmen die Jacke aus dem engeren Test raus und empfehlen sie maximal für Wellness-Läufer, die ein sehr langsames Tempo ansetzen und gar nicht erst ins Schwitzen geraten. Für ernsthaften Sport ist diese warme, mit einer regulierbaren Kapuze ausgestatteten Jacke schlichtweg ungeeignet.

Ellesse Herren Berto 2 Jacke

Ellesse ist »in« – und das nicht erst seit gestern. Wie viele der zumeist jugendlichen Ellesse-Neukunden wohl wissen, dass das italienische Unternehmen bereits 1959 gegründet wurde? Dumpf erinnern wir uns, in den frühen 90er mal weiße Ellesse-Tennisschuhe besessen zu haben … wie aus dem Nichts ist die Marke nun wieder auf dem Markt erschienen, raffiniertes Marketing sei Dank.

Wie dem auch sei – daran, dass ein Ellesse-Produkt unter den Laufjacken-Bestsellern auf Amazon auftaucht, merkt man, dass Ellesse wieder (oder noch, der Hype dauert ja schon Jahre an) verkauft wird wie geschnitten Brot. Im Test sind wir mal so richtig gemein und nehmen die Berto 2 Jacke auf eine rund 11 Kilometer lange Trailrunningrunde in den bayerischen Voralpen mit. Es hat um die Null Grad, am Gipfel gibt es Schneeschauer, der Wind pfeift. Nicht unbedingt die Bedingungen, für die die Jacke entworfen wurde – wobei wir uns schnell fragen, ob die Produktdesigner auch nur nebenbei daran gedacht haben, dass jemand auf die Idee kommen könnte, mit dieser Jacke tatsächlich Sport zu treiben!

Sie ist – ganz ehrlich – ein Modeaccessoire mit sportlichem Touch, nicht mehr und nicht weniger. Ein klarer Fall von »Amazon Fail« also – denn eine Laufjacke im engeren Sinne ist die Ellesse nicht. Okay, Modebewusste könnten auf die Idee kommen, mit dieser Jacke tatsächlich eine Laufrunde zu drehen – streng genommen gibt es da aber besseres. Weshalb das so ist, ist schnell erklärt: Anstatt regulierbarer Klettverschlüsse an den Ärmelenden und am Hüftsaum kommen nur Stretchbündchen zum Einsatz, die Stretch-Kordel in der Kapuze lässt sich nicht blockieren (wer die Kapuze zuziehen und fixieren will, muss einen guten alten Knoten (!) in die Kordel machen). Außerdem ist das Material – die Jacke besteht zu 100% aus Polyamid – nicht im geringsten dampfdurchlässig. Das bedeutet, dass man bei einem etwas sportlicheren Tempo innerhalb kurzer Zeit im eigenen Saft schmort.

So haben wir getestet

Alle Modelle haben wir bei kurzen und längeren Laufrunden zwischen 5 und 20 Kilometer, im Alltag und teilweise auch auf dem Fahrrad getestet. Dabei wurde insbesondere auf wasserabweisende bzw. dichte Eigenschaften Wert gelegt, Tragekomfort und Packmaß begutachtet, die Atmungsaktivität beurteilt und Verarbeitung und Features in Augenschein genommen.

Natürlich haben wir auch darauf geachtet, inwiefern der Hersteller seine Produktbeschreibung und seine technischen Angaben in der Realität auch einhält. Nicht alle Laufjacken für Herren konnten im Regen getestet werden, allerdings mussten sich alle einem Spritzwassertest mit dem Gartenschlauch stellen.

Die wichtigsten Fragen

Was macht eine gute Laufjacke aus?

Eine gute Laufjacke ist wie ein eingespielter Trainingspartner. Sie unterstützt einen beim Lauf und schützt vor Wind und Wetter. Somit sollte sie im Idealfall wind- und wasserdicht bzw. wasserabweisend sein, schnelltrocknend und gleichzeitig atmungsaktiv. Die Passform sollte keinesfalls einengen und jede Bewegung uneingeschränkt mitmachen.

Ab wann ist eine Jacke wasserdicht?

Als wasserdicht gelten Textilien im DACH-Raum ab ca. 1.500 bis 4.000 Millimetern Wassersäule. Bei guter Outdoor-Bekleidung kann man fast immer mit einer Wassersäule ab circa 10.000 Millimetern rechnen. Hochwertigere Modelle können sogar mit fast 30.000 Millimetern trumpfen.

Welche ist die richtige Laufjacke für mich?

Bevor Sie eine Laufjacke kaufen, sollten Sie sich überlegen, welche Ansprüche Ihre Jacke unbedingt erfüllen muss. Laufen Sie oft im Dunkeln, sollte sie ein paar reflektierende Elemente besitzen, um von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig erkannt zu werden. Sind sie mehr als nur ein „Schönwetterläufer“? Dann achten Sie auf einen guten Wetterschutz und eine Kapuze, die Sie vor Regen und Wind schützt. Für kühle Temperaturen sollte die Jacke an der Körperfront gefüttert und zumindest an den Schultern wasserabweisend sein. Der Rest ist sehr individuell. Benötigen Sie RV-Taschen für Wertsachen? Bevorzugen Sie Daumenschlaufen oder soll die Jacke einen integrierten Packsack besitzen?

Tipp: Möchten Sie mit der Jacke an Wettkämpfen teilnehmen, achten Sie auf jeden Fall auf die vorgeschriebene mind. Wassersäule. Meistens liegt diese bei 10.000 Millimetern.

Aus welchem Material bestehen Laufjacken?

Da Laufjacken leicht, strapazierfähig und gleichzeitig atmungsaktiv sein sollen, bestehen sie meistens aus robustem (recycelten) Polyester und/oder Polyamid-Mikrofasern, die kaum Feuchtigkeit aufnehmen. Diese trocknen auch schnell und sind in der Regel recht reißfest.

Wie viel darf eine gute Laufjacke kosten?

Beim Preis scheiden sich ja so manche Geister. Und wie überall gibt es hier enorme Unterschiede und nach oben hin so gut wie keine Grenzen. Im Schnitt bekommt man eine gute und bezahlbare Laufjacke, die für die meisten Läufe vollkommen ausreichend ist, ab ca. 80 bis 120 Euro.

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