Kindertrage Test: Kraxe Copyright: joh.sch / Adobe Stock
test
Aktuell veröffentlicht: 15.10.2021

Die beste Kraxe

Wie haben 10 Kraxen getestet. Die beste ist für uns die Vaude Shuttle Comfort. Sie bietet eine tolle Ausstattung, schönes Design und Material sowie den besten Komfort für Träger und Getragenen. Dazu ist der Preis fair und das Gewicht im grünen Bereich.

Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
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Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Kindertragen – auch Kraxen genannt – haben in den letzten Jahren einen kleinen großen Boom hingelegt. Marktpioniere wie Deuter, Vaude oder Bergans haben den Weg bereitet, kleinere Marken aus Fernost ziehen nach. Im Test haben wir 10 Kraxen unter die Lupe genommen, einige Modelle haben sich eindeutig als empfehlenswert herauskristallisiert, die wir im Folgenden vorstellen.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

Vaude Shuttle Comfort

Test Kindertrage: Vaude  Shuttle Comfort
Auf das Wesentliche reduzierte, sehr komfortable und schön designte Trage für einen anständigen Preis.

Die Vaude Shuttle Comfort bietet die perfekte Mischung aus Komfort, Ausstattung und Preis. Besonders die Verarbeitung und das Design haben uns sehr gut gefallen, hier setzt die Kraxe neue Standards. Als einzige Kraxe im Test verfügt sie über eine Sicherheitsauslösung des Ständers per Seilzug. Eine schön gemachte Kindertrage, die man einfach gerne benutzt und die auch der Nachwuchs schnell schätzen lernt!

Unschlagbar leicht

Osprey Poco LT

Test Kindertrage: Osprey Poco LT
Die Osprey Poco LT begeistert durch ihre Kompaktheit, eine einfache Bedienung und geringes Gewicht.

Mit der Poco LT zeigt Osprey, wie viel Hirn man in eine kompakte, ausreichend komfortable Kraxe stecken kann, die von Frauen und Männern gleichermaßen gut getragen werden kann. Die Kindertrage lässt sich sehr klein verpacken, was sie zum perfekten Reisebegleiter macht. Sie eignet sich für kürzere Wanderungen bis hin zu Tagestouren und überzeugt mit einem sehr aufgeräumten Design.

Für Kurzausflüge und Citytrips

Littlelife Ranger S2

Test Kindertrage: Littlelife Ranger S2
Schöne, geradlinig designte Trage mit auf das Wesentliche reduzierter Ausstattung. Super für Kurztrips.

Wer eine sehr leichte Kraxe braucht, die für Kurzausflüge ausreicht, wird mit der Littlelife Ranger S2 fündig. Die Kraxe ist hübsch designt, bietet einen anständigen Tragekomfort und ist von der Ausstattung auf das Wesentliche reduziert. Erfreulich ist, dass auch das Preisniveau stimmt.

Der Zubehörsieger

Fillikid Kindertrage

Kraxe Test: Fillikid Rueckentrage Olivgruen A290919
Schön ausgestattete, preiswerte Trage mit abnehmbaren Rucksack.

Die Fillikid Kindertrage ist das ausgesprochene Schnäppchen bei uns. Für je nach Anbieter nicht einmal hundert Euro bietet sie einen Ausstattungs-Rundumschlag mit Regen- und Sonnenschutz, Wickelunterlage und einem kleinen Rucksack. Zwar muss man dafür Abstriche bei der Verarbeitungsqualität in Kauf nehmen, wer aber nur ab und zu mit der Kraxe unterwegs ist, den wird das nicht stören.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritUnschlagbar leichtFür Kurzausflüge und CitytripsDer Zubehörsieger
Vaude Shuttle Comfort Osprey Poco LT Littlelife Ranger S2 Fillikid Kindertrage Deuter Kid Comfort Bergans Kids Trekking Kraxe Salewa Koala II Ultrapower Neverland G-on Kindertrage Montis Walk Hybrid
Test Kindertrage: Vaude  Shuttle ComfortTest Kindertrage: Osprey Poco LTTest Kindertrage: Littlelife Ranger S2Kraxe Test: Fillikid Rueckentrage Olivgruen A290919Test Kindertrage: Deuter Kid ComfortTest Kindertrage: Bergans Kids Trekking KraxeTest Kindertrage: Salewa Koala IITest Kindertrage: Ultrapower  NeverlandTest Kindertrage: G-on KindertrageTest Kindertrage: Montis  Walk Hybrid
Pro
  • Überragender Tragekomfort
  • Geräumiges Staufach für Windeln, Nahrung etc.
  • Sicherer Standfuß
  • Hoher Verarbeitungs- und Designstandard
  • Einfache, intuitive Handhabung
  • Bis ins Detail durchdacht
  • Überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis
  • Geringes Gewicht
  • Schön verarveutret
  • Schönes Design
  • Tolle Verarbeitung
  • Sehr leicht
  • Auf das Wesentliche reduziert
  • Kinnpolster abnehm- und waschbar
  • Preiswert
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Inkl. abnehmbarem Rucksack, Sonnen- und Regenschutz
  • Ausgezeichneter Tragekomfort
  • Große Taschenauswahl
  • Sonnendach inklusive
  • Kinnpolster abnehmbar und einzeln waschbar
  • Herausragender Tragekomfort
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Inklusive abnehm­barem Rucksack
  • Sonnen- und Regenschutz inklusive
  • Stabiler Stand
  • Geräumige Fächer
  • Attraktiver Preis
  • Integrierte Thermotasche
  • Wickelunterlage
  • Sonnenschutz
  • Faires Preisniveau
  • YKK-Reißverschlüsse
  • Klein und kompakt
  • Leicht
Contra
  • Sonnenschutz muss dazugekauft werden
  • Kinnpolster nicht abnehmbar
  • Tragesystem etwas spartanisch
  • Trage steht nicht von selbst (kein Ständer!)
  • Begrenzter Stauraum (nur Hüftgurt­taschen)
  • Sonnenschutz sitzt etwas niedrig
  • Kinnpolster etwas windig
  • Relativ teuer
  • Relativ schwer
  • Teuer
  • Etwas fummelige Bedienung
  • Altbackene Features
  • Etwas lieblose, altbacken wirkende Verarbeitung
  • Für das Gebotene etwas teuer
  • Fummelige Größenverstellung
  • Lieblose Verarbeitung
  • Billig wirkende Verarbeitung
  • Inspirationsloses Design
  • Schwitziges Material am Tragesystem
  • Kind sitzt zu locker in Trage
  • Trage steht nicht von selbst
Bester Preis
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Gewicht3100 g2300 g1700 gk.A.3390 g3800 g3000 g2700 g2620 g1850 g
Ausklappbarer StänderJaJaNeinJaJaJaJaJaJaNein
Kinnpolster waschbarNeinNeinJaJa (Bezug)JaJaJaJaJaNein
Sonnensegel integriert/im LieferumfangNeinJaNeinJaJaJaJaJaJaNein
Steigbügel/FußrasteJaJaNeinJaJaJaNeinJaJaNein
ZustiegSeitevon oben, kein eigenständiger Zustiegvon oben, kein eigenständiger Zustiegvon oben, kein eigenständiger ZustiegSeiteBeidseitigSeiteSeiteSeitevon oben, kein eigenständiger Zustieg
AnschnallsystemKomfortabler, ausgezeichnet gepolsteter DreipunktgurtKomfortables 6 Punkt-Anschnallsystem, eingeschränkt verstellbarLeicht verstellbarer FünfpunktgurtLeicht verstellbarer FünfpunktgurtBequemer, höhenverstellbarerKomfortabler, höhenverstellbarer FünfpunktgurtKomfortabler, höhenverstellbarer DreipunktgurtEtwas fummelig verstellbarer FünfpunktgurtEtwas fummelig verstellbarer FünfpunktgurtSchlecht einstellbarer, wackeliger Dreipunktgurt
Geeignet fürKinder, die selbstständig sitzen können und maximal 18 kg wiegen sowie maximal 105 cm groß sind.Kinder zwischen 7,25 und 18 kg Gewicht.Kinder von 6 - 36 Monate, Träger von 157 bis 187 cm.Kinder von 7 bis 18 kg.Kinder bis 22 kg.Ab 9 Monaten bzw. 7 Kilogramm bis 4 Jahre / 17 Kilogramm.Kinder mit maximal 15 Kilogramm Gewicht und 105 cm Körpergröße.Kinder mit maximal 20 Kilogramm Gewicht.Kinder mit maximal 25 (!) Kilogramm Gewicht.Kinder mit maximal 15 Kilogramm Gewicht.
Made inVietnamVietnamVietnamChinaVietnamVietnamVietnamChinak.A.China

Wissenswertes zu Kraxen

Kraxen erleichtern Familienwanderungen und Bergtouren ungemein. Wird die Tour für das Kind zu lang oder auch zu steil, können es Mama oder Papa in die Kraxe setzen – zumindest für eine bestimmte Zeit. Kraxen können bei Kindern ab etwa einem halben bis fünf Jahre eingesetzt werden – je nachdem, wie viel sich die Eltern zutrauen. Das Gesamtgewicht einer Kraxe inkl. Gepäck und Kind sollte allerdings 22 Kilogramm nicht überschreiten.

Kraxe Test: Kraxe

Die Ausstattung

Eine Kindertrage sollte in allerster Linie einen leicht bedienbaren, aber trotzdem sicheren Anschnallgurt für das Kind und ein komfortables Tragesystem haben. Bei den großen Marken wie Vaude, Deuter, Salewa oder Bergans ist das überall der Fall, bei weniger bekannten Marken zeigen sich Licht und Schatten. Hier muss man beim Komfort unter Umständen Abstriche machen. Das Tragesystem lässt sich meist vielseitig anpassen. Es eignet sich somit in der Regel auch für Frauen und kleinere Personen. Ein Blick auf’s Kleingedruckte ist trotzdem unumgänglich!

Ein ausklapp­barer Ständer sollte vorhanden sein

Zudem sollte ein ausklappbarer Ständer vorhanden sein der verhindert, dass die Kraxe umkippt, wenn man sie absetzt. Viele Hersteller packen ihren Tragen zudem einen Regen- und Sonnenschutz bei. Insbesondere letzterer ist wichtig, da empfindliche Kinderhaut schnell geschädigt werden kann.

Fußschlaufen machen die Kraxenwanderung für das Kind bequemer, da die Beine nicht ständig herum baumeln, was für Kind und Träger unangenehm werden kann. Ein bequemes Kinnpolster ist ein Muss. Wenn die Kleinen einschlafen, wollen sie schließlich auch in der Kraxe weich gebettet sein. Macht man eine längere Tour, sollte zudem ausreichend Platz für Wickelzeug, Proviant und Trinkflasche vorhanden sein. Auf dem Hüftgurt aufgesetzte Taschen bieten Platz für Taschentücher, Smartphone, Süßkram und weitere Dinge, die man unterwegs braucht.

Wie lang sollte eine Kraxentour sein?

Das ist die Gretchenfrage. Die meisten Eltern entwickeln von ganz alleine ein Bauchgefühl für die Länge der Tour – bzw. dafür, wann es den Kleinen auch mal »reicht«. Faustregel: Bei kleinen Kindern unter zwei Jahren sollte man es nach einer halben Stunde bis spätestens einer Stunde gut sein lassen.

Unter zwei Jahren nicht länger als eine halbe Stunde!

Die Durchblutung ist in einer Kraxe nie optimal und der Nachwuchs kann sich in diesem Alter nur eingeschränkt und undifferenziert »beschweren«, wenn es drückt und weh tut. Sind die Kinder größer, kann man schon mal zwei bis drei Stunden auf einen Gipfel steigen – wenn es die Kondition von Mama oder Papa erlaubt. Allerdings sollte man regelmäßige Pausen einplanen! Für Heldengeschichten a la »wir waren acht Stunden auf einen Dreitausender unterwegs« taugen Kraxentouren sowieso nicht. Der sportliche Aspekt sollte bei Touren mit Kindern in den Hintergrund treten.

Jeder wird mal müde

Ist es nicht herrlich, sich durch die Landschaft schaukeln zu lassen? Da fallen den Kleinen gerne mal die Augen zu. Die meisten Kraxen sind ausreichend gut gepolstert, um dem Nachwuchs einen anständigen Schlafkomfort zu ermöglichen. Der hängt aber stets von der Größe des Kindes, der Einstellung des Anschnallgurts und der Anzahl der Polster ab.

Wer viel mit der Kraxe unterwegs ist tut gut daran, sich ein separat erhältliches Schlafpolster (bei Vaude z. B. »Head Support Shuttle« oder »Cushion Frog« genannt) zuzulegen, damit es der Nachwuchs bequemer hat.

Kindertrage Test: Vaude (2)

Testsieger: Vaude Shuttle Comfort

Bei der Shuttle Comfort hat Vaude sehr viel richtig gemacht – das Familienunternehmen vom Bodensee weiß ganz genau, was junge Familien wünschen. Das neu konstruierte Tergolight-Tragesystem hat uns begeistert – Vaude hat hier den perfekten Mittelweg zwischen Komfort und ausreichend Festigkeit gefunden. Die Kraxe sitzt ausgezeichnet, hier wackelt und schlackert nichts. Zwar müssen »Sonderausstattungen«, wie das Sonnendach, optional hinzugekauft werden – dafür ist der Preispunkt noch im Rahmen.

Favorit

Vaude Shuttle Comfort

Test Kindertrage: Vaude  Shuttle Comfort
Auf das Wesentliche reduzierte, sehr komfortable und schön designte Trage für einen anständigen Preis.

Mit 3100 Gramm ist die Vaude Shuttle Comfort etwas leichter als die Test-interne, vergleichbare Konkurrenz von Deuter und Salewa und hat uns von den Features etwas besser gefallen. Die Polster wirken etwas straffer abgestimmt, das Anschnallsystem ist leicht verstellbar (der Zugang zur Verstellung erfolgt über die Rückentasche), die Fußrasten sind filigran, reichen aber völlig aus und reduzieren das Gewicht.

Was uns besonders gefallen hat, ist die Art der Polsterung an Anschnallgurt, Tragesystem und Rückenpolsterung (beim Kind und beim Träger!). Vaude setzt hier nicht auf Mesh, was vielleicht den Vorteil einer höheren Atmungsaktivität hätte, sondern verwendet ein etwas festeres Kunstfasergewebe. Vorteil: Es lässt sich leichter reinigen. Wenn der Nachwuchs hinten kleckert, lassen sich die Flecken unkompliziert abwischen.

1 von 6
Kindertrage Test: Vaude (1)
Perfekte Polsterung - nicht zu schwammig, nicht zu hart.
Kindertrage Test: Vaude (3)
Schön sind Details wie die farblich abgesetzte Schnalle des Anschnallgurts.
Kindertrage Test: Vaude (4)
Besonders angenehm ist das Tergolight Rückensystem.
Kindertrage Test: Vaude (5)
Die an der rechten Hüftflosse angebrachte RV-Tasche bietet Platz für Schlüssel und Kleinkram.
Kindertrage Test: Vaude (7)
Durch die filigranen Fußschlaufen spart Vaude Gewicht.
Kindertrage Test: Vaude (8)
Der Ständer lässt sich per Seilzug lösen.

Zwar hat die Shuttle Comfort nicht ganz so viele Taschen am Start – Details wie die Hüftgurttasche haben uns aber sehr gut gefallen. Praktisch ist in unseren Augen auch der mit Schaumgummi ummantelte Tragegriff, übrigens ein Teil des Tragegestells. Damit hat man die Trage stets bombensicher im Griff! Was die Verarbeitung angeht, kann man nur mit der Zunge schnalzen. Die Trage ist schön »clean« designt, die YKK-Reißverschlüsse gut vernäht und leichtgängig, beim Außenmaterial setzt Vaude auf leichtes, aber robustes Nylon-Ripstop, auch das Gurtmaterial weiß zu gefallen, es setzt sich in dezentem Grau vom Rest der Trage ab.

Ständer per Seilzug einklappbar

Erfahrene Kraxenträger wissen – das Einklappen des Ständers ist nicht immer einfach. Mal verrenkt man sich halb den Arm, weil es so schwer geht, mal vergisst man ihn und Begleiter müssen ihn mitunter recht mühsam nach vorne schieben. Vaude hat hier mitgedacht. Die Shuttle Comfort verfügt über einen kleinen, vom Hüftgurt aus bedienbaren Seilzug, mit dessen Hilfe sich die Arretierung des Ständers lösen und sich dieser sehr leichtgängig einklappen lässt. Bravo, Vaude!

Vaude Shuttle Comfort im Testspiegel

Die Website logbuch-outdoor.de hat sich die Vaude Shuttle Comfort Kindertrage angesehen und lobt das Modell: Sie ist als »grundsätzlich gut durchdachte und komfortable Kindertrage« bezeichnet worden, die »mit 200€ ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis« hat.

Auch die Zeitschrift Eltern hat die Trage getestet (allerdings die etwas günstigere »Base«-Variante der Shuttle, die ihr aber stark ähnelt) und kommt zu folgendem Urteil:

»Tolle Trage für lange Touren. Der Rücken schmerzt nicht und die Kinder sind auch nach mehreren Stunden noch zufrieden. Einziges Manko: Der fehlende Sonnenschutz, der separat gekauft werden muss.«

Das Outdoor Magazin hat ebenfalls die »Base«-Variante der Shuttle Comfort unter die Lupe genommen und urteilt wie folgt:

»Die minimalistischste Kindertrage in unserem Praxistest kommt von Vaude, heißt Shuttle Base und wiegt nur knapp 2,6 Kilogramm. Zwar müssen Käufer hier auf einige Zusatzfeatures verzichten, dafür bekommen sie eine preiswerte Kraxe, die sich für kurze Strecken ebenso empfiehlt wie für längere Tagestouren.«

Alternativen

Nicht nur die Vaude Shuttle Comfort Kinderkraxe konnte im Test überzeugen – auch andere Hersteller haben Kraxen im Sortiment, die uns gut gefallen haben.

Gewichtstipp: Osprey Poco LT

Haben will! Bei keiner anderen Trage war die Begeisterung der beiden Testpersonen so spürbar wie bei der Osprey Poco LT. Die lediglich 2.300 Gramm leichte Trage mag zwar nicht ganz so gut gepolstert und mit ganz so viel Schnickschnack ausgestattet sein wie zum Beispiel die Modelle von Deuter oder Salewa, dafür ist sie leicht, angenehm handlich und sehr bedienfreundlich. Besonders bei Frauen dürfte die Osprey Poco LT gut ankommen – zur Kraxe gab es von der Test-Mama sehr positives Feedback.

Unschlagbar leicht

Osprey Poco LT

Test Kindertrage: Osprey Poco LT
Die Osprey Poco LT begeistert durch ihre Kompaktheit, eine einfache Bedienung und geringes Gewicht.

Das kalifornische Unternehmen begeistert durch ein sehr klares, bis ins Detail durchdachte Design. Der Clou: Die Poco LT lässt sich durch ihren Klapprahmen zusammenfalten und sehr platzsparend verstauen. Somit eignet sie sich perfekt für Reisen oder Ausflüge.

Das verstellbare AirScape Tragesystem hat uns auch überzeugt – auch wenn es im Vergleich mit Komfortwundern wie Vaude oder Deuter etwas straffer abgestimmt ist. Wie von dem kalifornischen Rucksack-Experten Osprey gewohnt, wurde auch an Details gedacht. So lässt sich beispielsweise eine Trinkblase sehr leicht einfügen, ein schnell aktivierbarer Sonnenschutz ist ebenso an Bord.

1 von 6
Kindertrage Test: Osprey (2)
Die Osprey Poco LT ist eine kompakte, klein packbare Trage.
Kindertrage Test: Osprey (6)
Der Sonnenschutz ist schnell ausgeklappt.
Kindertrage Test: Osprey (7)
Das Tragesystem ist zwar recht rudimentär gepolstert, weiß aber trotzdem zu überzeugen.
Kindertrage Test: Osprey (3)
Der Anschnallgut ist nur eingeschränkt einstellbar, passt aber für die meisten Kinder.
Kindertrage Test: Osprey (4)
Bei der Taschenauswahl kann Osprey durchaus bei größeren Modellen mithalten.
Kindertrage Test: Osprey (1)
Die Osprey Poco LT ist angenehm kompakt und lässt sich super transportieren.

Wir empfehlen die nicht einmal zweieinhalb Kilogramm schwere Trage von Osprey für kürzere Bergtouren und Wanderungen, bei denen man mit einem kompakteren Stauraum auskommt. Hierfür eignet sie sich einfach perfekt! Für längere Aktivitäten sollte man sich eine Kraxe mit etwas mehr Tragekomfort zulegen.

Für Kurzausflüge: Littlelife Ranger S2

Für Kurzausflüge in die Stadt eignet sich die Littlelife Ranger S2 ganz ausgezeichnet. Sie ist mit rund 100 Euro sehr günstig, bietet einen anständigen Trage- und Sitzkomfort und ist auf das Wesentliche reduziert. Auf eines sollte man jedoch achten: Die Trage steht nicht von alleine, da sie keinen Ständer hat. Dafür haben die englischen Entwickler der Trage jedoch eine ummantelte Strebe verpasst, auf die man während des Ein- und Ausstiegsvorgangs den Fuß stellen kann, damit die Trage nicht umfällt.

Für Kurzausflüge und Citytrips

Littlelife Ranger S2

Test Kindertrage: Littlelife Ranger S2
Schöne, geradlinig designte Trage mit auf das Wesentliche reduzierter Ausstattung. Super für Kurztrips.

Das einfach verstellbare Tragesystem der Littlelife reicht für Kurztrips aus, auf beiden Seiten des angenehm gepolsterten Hüftgurts sind Reißverschlusstaschen angebracht – übrigens die einzige Möglichkeit, an oder in der Trage etwas zu verstauen. Gut gefallen hat uns das farbenfrohe, abnehmbare und waschbare Kinnpolster – als einziges im Testportfolio hat es ein farbenfrohes Muster. Der Fünfpunktgurt hält Miss oder Mister Nachwuchs rutschsicher an Ort und Stelle und lässt sich auch auf kleine Körper gut einstellen.

1 von 7
Kindertrage Test: Littlelife (6)
Die Littlelife Ranger S2 überzeugt durch ihr hübsches Design.
Kindertrage Test: Littlelife (5)
Eine Größenverstellung des Tragesystems darf nicht fehlen.
Kindertrage Test: Littlelife (2)
Die Trage steht nicht von selbst - für das Bild haben wir sie vorsichtig austariert.
Kindertrage Test: Littlelife (3)
Das Anschnallsystem konnte im Test überzeugen.
Kindertrage Test: Littlelife (4)
Zwei seitliche Eingrifftaschen am Hüftgurt bieten Platz für Geldbeutel&Co.
Kindertrage Test: Littlelife (1)
Der Brustgurt lässt sich in der Höhe verstellen.
Kindertrage Test: Littlelife (7)
Das hübsche Kinnpolster kann man abnehmen und waschen.

Das Auge kauft bei der Littlelife Ranger S2 ebenfalls mit – im Gegensatz zu manch anderer Trage, an der man eher an einem Trauerzug teilnehmen könnte als an einem Familienausflug, ist das Design angenehm farbenfroh. An der Trage ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht viel dran, aber an sich auch nicht zu wenig. Ein Modell für Minimalisten also, denen es eher auf Stil ankommt, als auf viel Schnickschnack und damit geradezu prädestiniert für Spaziergänge im Park oder Ausflüge in die Stadt.

Für Schnäppchenjäger: Fillikid Kindertrage

Die Fillikid Kindertrage hat uns in Sachen Preis-Leistung sehr gut gefallen. Die Kraxe ähnelt dem Modell von Ultrapower – ist aber, was Details angeht, schöner ausgestattet. Eine Wickelunterlage ist hier ebenso an Bord wie ein abzippbarer Rucksack, dazu kommt eine Regenhülle. Ein Sonnenschutz ist ebenfalls dabei.

Der Zubehörsieger

Fillikid Kindertrage

Kraxe Test: Fillikid Rueckentrage Olivgruen A290919
Schön ausgestattete, preiswerte Trage mit abnehmbaren Rucksack.

Auf den ersten Blick hat uns das Design der Fillikid-Trage etwas erschreckt – sie erinnert an Ausrüstung für die Jagd. Olivgrün ist speziell bei Kinderausrüstung nicht jedermanns Sache. Aber wir wollen mal nicht so sein, denn das österreichische Unternehmen hat der Trage einige Features angedeihen lassen, die einen höheren Preis rechtfertigen würden. Zu allererst ist der abnehmbare Rucksack zu nennen – das bietet sonst nur Bergans. Der kleine Rucksack ist insbesondere praktisch, wenn man mit dem Partner unterwegs ist und sich Proviant oder andere Ausrüstung aufteilen will. Stellt man ihn ganz groß ein, passt er Erwachsenen, stellt man ihn klein ein, eignet er sich auch für Kinder.

1 von 9
Kindertrage Test: Fillikid (1)
Jägergrün: Die Farbe der Kraxe ist Geschmackssache.
Kindertrage Test: Fillikid (6)
Das Tragesystem ist ausreichend bequem und findet sich in abgewandelter Form bei mehreren Kraxen im Test.
Kindertrage Test: Fillikid (2)
Die breiten Fußrasten sind an der Oberkante des Hauptfachs angenäht, was nicht ganz optimal ist..
Kindertrage Test: Fillikid (3)
Auf dem Kinnpolster ist ein waschbarer Bezug angebracht.
Kindertrage Test: Fillikid (5)
Der Sonnenschutz sitzt etwas zu tief.
Kindertrage Test: Fillikid (7)
Gut gefallen haben uns die Hüftgurttaschen...
Kindertrage Test: Fillikid (8)
...und der abnehmbare Rucksack.
Kindertrage Test: Fillikid (4)
Die Fillikid Trage bietet einen Ausstattungs-Rundumschlag zum fairen Preis.
Kindertrage Test: Fillikid (9)
Die Kraxe inklusive Rucksack.

Der großzügig dimensionierte Sonnenschutz sitzt etwas niedrig, hier muss der Hersteller etwas nacharbeiten. Schiebt man die Streben des Sonnenschutzes bis zum Anschlag ein, hat das Kind keine freie Sicht mehr und muss »durch’s Netz schauen«. Fillikid hat die Kraxe mit einem Tragesystem ausgestattet, das dem der Ultrapower und dem der G-On nahezu gleicht. Wie bei vielen China-Produkten (zum Beispiel Stirnlampen) fällt auch bei den Tragen auf, dass die Hersteller zum Teil auf gleiche Bauteile zurückgreifen. Das Tragesystem geht für Kurzstrecken und mittellange Strecken absolut in Ordnung.

Gut gefallen haben uns die geräumigen Hüftgurttaschen, in denen man eine Menge unterbringt, ohne dass sie beim Tragen im Weg umgehen würden. Der Kraxenständer lässt sich ausreichend leicht bedienen, auch »Steigbügel« sind vorhanden. Das Kinnpolster ist etwas hart und unkomfortabel, immerhin hat es Fillikid mit einem per Klett fixierten Überzug versehen, der gewaschen werden kann.

Insgesamt gehört die Fillikid zu den Ausstattungssiegern im Test – und das für etwa 170 Euro. Ein klarer Fall von »Da kann man nichts falsch machen!« Wenn jetzt noch ein wenig am Design geschraubt wird, wären der Fillikid weitere Lorbeeren gewiss.

Außerdem getestet

Deuter Kid Comfort

Deuter liefert mit seiner Kid Comfort-Linie seit Jahren die wohl am besten verkauften Kindertragen auf dem deutschsprachigen Markt. Das im Kraxensektor erfolgsverwöhnte Unternehmen macht auch bei seiner klassischen Kid Comfort-Trage nichts falsch, im Gegenteil – ständig wird an Details wie dem Tragesystem, Taschen und Applikationen gearbeitet.

Besonders begeistert waren wir vom Air Comfort-Tragesystem. Deuter hat hier die wohl ideale Kombination aus guter Belüftung, durchdachter, je nach Zone unterschiedlich harter Polsterung sowie gutem Halt gefunden. Da ist nicht mehr viel Luft nach oben! Auch das Kind sitzt äußerst komfortabel, hier fehlt es an nichts. Das fleecige, weiche Kinnpolster lässt sich abnehmen und waschen, das bei vielen anderen Kraxen beobachtete Wegsacken des Kopfes, wenn das Kind einschläft, wird durch eine im Grunde »rundumgehende« Polsterung verhindert. Ein funktionaler, gut positionierbarer Sonnenschutz ist ebenfalls mit an Bord.

Gelungen ist auch die Taschenauswahl, hier hat Deuter an sprichwörtlich alles gedacht. Zwei angenehm flache Hüftgurttaschen für Dinge, die man schnell zur Hand haben muss (Schnuller, Autoschlüssel, Müsliriegel), zwei geräumige seitliche Stretch-Fächer für Trinkflaschen etc., ein variierbares Rückenfach und – das womöglich wichtigste – ein großer »Kofferraum« für Wickelzeug und andere voluminösere Dinge. Details wie die Materialauswahl und die Fußrasten haben uns gut gefallen, auch wenn die Deuter nicht ganz so »clean« wie die Vaude – aber das ist am Ende Geschmackssache. Für das Ausklappen des Ständers braucht es etwas Kraft, das hat man dann aber mit der Zeit gelernt.

Der einzige Nachteil: Dieses Maß an Exklusivität hat seinen Preis. Die Deuter muss sich der Konkurrenz diesmal haarscharf geschlagen geben. Zwar ist bei ihr bereits ein Sonnenschutz an Bord, dieser lässt sich aber auch bei Vaude nachrüsten – und die Shuttle Comfort ist dann immer noch günstiger als die Deuter.

Salewa Koala II

Salewa hat mit seiner Koala II sehr viel, aber nicht alles richtig gemacht. Geradezu verblüfft waren wir von der Ausstattungsvielfalt. Die Kraxe steht durch einen robusten Ständer ausreichend stabil, Salewa packt der je nach Shop rund 220 Euro teuren Kraxe auch ein einfach einsteckbares, recht großes Sonnendach bei. Besonders gut gefallen hat uns der Regenschutz. Speziell bei Markenherstellern gibt es diesen oft nur gegen Aufpreis.

Dazu kommt eine große Taschenauswahl. Wickelzeug findet genauso Platz wie Wertsachen, Riegel oder eine Trinkflasche. Dazu stehen Hüftgurttaschen, seitliche Stretch-Taschen, ein großer »Kofferraum« und ein kleiner Organizer zur Verfügung. An Nähten hat Salewa sicherlich nicht gespart!

Bei den Verstellmöglichkeiten zeigen sich Licht und Schatten. Zwar lässt sich der gut gepolsterte Anschnallgut für das Kind relativ unkompliziert in der Höhe verstellen, dafür ist die Höhenverstellung des Tragesystems etwas fummelig. Das fällt allerdings nur dann ins Gewicht, wenn die Koala II von Personen unterschiedlicher Körpergröße genutzt wird.

Was die Südtiroler nicht ganz so gut hinbekommen, ist die Materialauswahl. Die Polsterung wirkt etwas billig, man bleibt mit rauen Fingern an den Fasern hängen. Bei der Verarbeitung sind Vaude, Deuter und Osprey etwas voraus. Nähte, Applikationen und Details sehen bei der Konkurrenz schlichtweg schöner verarbeitet aus und wirken bei Salewa etwas billig. Auch was Farbgestaltung und den an vielen Stellen zu Tage tretenden Rahmen angeht, muss Salewa nochmal die Designabteilung antreten lassen. Hier hat sich im Design einfach sehr viel getan in den letzten Jahren.

Eines ist uns noch besonders aufgefallen: Die beiden Hüftgurttaschen stehen sogar in ungefülltem Zustand zu weit ab. Man bleibt bei jeder seitlichen Armbewegung, wie man sie zum Beispiel bei der Verwendung von Stöcken macht, daran hängen. Besonders wenn man ein T-Shirt trägt, wird das schnell unangenehm. Bleibt am Ende nur, die beiden Taschen abzunehmen, was unkompliziert möglich ist.

Kurzum: Man merkt, Salewa hat viel Hirn in die Koala II gesteckt. Wenn das Design noch ein wenig stromlinienförmiger gemacht und kleine Fehlerchen ausgemerzt werden, hat diese Kindertrage durchaus das Zeug, um aufs Stockerl zu klettern!

Bergans Kids Trekking Kraxe

Wir hätten der Bergans Kids Trekking Kraxe gerne eine bessere Platzierung gegeben. Aber am Ende ist die reichhaltig ausgestattete, bequeme Kraxe dann doch etwas zu schwer und klobig – und etwas altbacken im Design.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass das norwegische Traditionsunternehmen seine Kraxe mit einer umfangreichen Ausstattung versieht. Der Sonnen-/Regenschutz ist der wohl beste im Test, steht allerdings auch extrem über – mit der Bergans-Kraxe muss man noch mehr als mit anderen Kraxen aufpassen, nicht irgendwo hängen zu bleiben.

Was den Tragekomfort angeht, gehört die Bergans zu den Spitzenreitern im Test – und zwar für den Träger und für den Getragenen. Besonders hervorzuheben ist das große, abnehmbare Kinn- und Seitenpolster, das besonders dann, wenn das Kind schläft, für besten Komfort sorgt.

Beim Design ist die Bergans Kids Trekking erstaunlich konservativ. Hier vermissen wir etwas mehr Pfiff, erst recht, wo Bergans für das Modell mehr als 300 Euro abruft. »Da müsste die Designabteilung mal drübergehen« war unser Gedanke. Sehr viel Mesh am Rücken, keine Hinterlüftung, keine Hüftgurttaschen – die Markenkonkurrenz in Form von Vaude und Deuter hat hier definitiv die Nase vorne.

Beim Praxistest, einer längeren Wanderung im Alpenvorland, fällt zwar sofort der herausragende Tragekomfort auf, dafür sind wir aber auch recht froh, die (vom Kind unabhängig) schwere Kraxe wieder absetzen zu können. Uns fällt auf: Zwar lässt sich auch hier die Rückenlänge verstellen, für kleinere Personen ist die Kraxe jedoch nichts, da der Rücken insgesamt schon recht hoch gebaut ist. Bleibt festzuhalten: Die DNA stimmt bei der Bergans Kids Trekking Kraxe, nur sollten die Norweger Details überarbeiten und die Kraxe in die 2020er-Jahre holen. Wenn es soweit ist, testen wir sie gerne noch einmal!

Ultrapower Neverland

Die Ultrapower Neverland wirkt auf den ersten Blick billig verarbeitet, kostet mit rund 170 Euro dann aber doch erstaunlich viel. Aber gut, Optik ist auch hier Geschmackssache. Auf den ersten Blick hat sie zweifelsohne viel Ausrüstung an Bord – Sonnenschutz, Wind-/Regenschutz, abnehmbares Kinnpolster, Sitz- und Wickelunterlage und viel Stauraum – die an der Kraxe selbst verbauten Features können sich auch sehen lassen.

Beim Test zeigen sich hinsichtlich des Tragesystems deutliche Unterschiede zu den Marken-Kraxen. Die Polsterung geht in Ordnung, allerdings fühlt sich das Mesh-Obermaterial rau und schwitzig an. Wenn man ein langes Oberteil trägt, keine große Sache: Bei Tanktops, wo Teile der Polsterung auch mal die Haut berühren, kann das Material unangenehm scheuern. Andere Hersteller haben hier die Nase vorne.

Die auf den Hüftgurt aufgesetzten Taschen fallen bei der Ultrapower Neverland angenehm groß aus, dazu punktet die Kraxe mit einer Thermo-Tasche an der Rückseite, die auf der Innenseite Alu-beschichtet ist um z. B. einen Brei warm oder kalt zu halten. Clever! Der ausklappbare Ständer ist exakt der gleiche wie bei Filikid, funktioniert gut und sorgt für einen umkippsicheren Stand. Alles in allem ein sinniges Gesamtpaket – und doch hat die Ultrapower das Nachsehen, wenn sie sich Konkurrenten wie der Filikid stellen muss, die eben noch ein bisschen umfangreicher ausgestattet ist. So wandert die babyblaue Trage auf einen der hinteren Plätze im Test.

G-on Kindertrage

Produkte wie die G-On Kinder Baby Rückentrage begegnen uns in eigentlich jedem Test. Man weiß einfach nicht so recht, wohin man sie stecken soll – weder sind sie ausgesprochen gut, noch sind sie ausgesprochen schlecht. Die G-On pendelt sich durch ihren attraktiven Preis irgendwo in der Mitte ein. Sie bietet weniger als die prämierte Fillikid, aber deutlich mehr als die Montis. Verblüffend sind Ähnlichkeiten zur ebenfalls getesteten Ultrapower Neverland. Vor allem was das Tragesystem und Details wie der Spanngurt angeht, gleichen sich die beiden Modell fast wie ein Stein dem anderen. Allerdings hat die G-On keine »Steigbügel«, was sie hinter der Ultrapower einordnet.

Was uns etwas abgestoßen hat, ist das Design. »Black is beautiful« heißt es zwar, aber kindgerecht ist die komplett in schwarz gehaltene Trage nicht unbedingt, da sorgen farbenfrohere Designs wie bei der Littlelife oder auch der Vaude für bessere Laune – es sei denn, man muss auf einem Trauerzug mitmachen. Das (abnehmbare und waschbare) Kinnpolster mit Fleece-Bezug begeistert hingegen den Nachwuchs, dazu sind auch schöne Features wie eine Hüftgurttasche auf der rechten Seite an Bord, die bei deutlich teureren Kraxen wie beispielsweise der Bergans fehlen. Verblüfft hat uns, dass G-On YKK-Reißverschlüsse verwendet, da sparen andere.

Mit 2620 Gramm ist die G-On angenehm leicht, dafür ist das Tragesystem aber recht instabil und sorgte auf unserer Test-Tour nicht gerade für Jubelstürme. Wie dem auch sei – die G-On hinterließ uns etwas ratlos. Wer ein Schnäppchen sucht, greift zur Fillikid. Wer Qualität und Komfort sucht, nimmt 50 Euro mehr in die Hand und kauft sich ein Markenprodukt.

Montis Walk Hybrid

Die Idee an sich ist ja durchaus nachvollziehbar: Die Kindertrage von Montis wurde ähnlich eines Rucksacks entworfen. Über einen großen Reißverschluss erreicht man ein leidlich großes Hauptfach, weiter vorne befindet sich ein Rundum-Reißverschluss, der – Überraschung – den Anschnallgut für das Kind zum Vorschein bringt. Das Tragesystem der Montis lässt sich ebenfalls unter einem Reißverschluss verbergen. Die Idee der Konstrukteure, eine leichte, gut packbare Kraxe für den Einsatz unterwegs zu konstruieren, geht auf den ersten Blick auf. Mit unter 100 Euro ist sie eine der günstigsten und mit ca. 1850 Gramm eine der leichtesten Kraxen im Test.

Die lediglich 60 Zentimeter hohe Trage kommt ohne Ständer aus, immerhin sind zwei seitliche Einsteckfächer für Trinkflaschen und Kleinkram, ein kleines Klettfach an der Frontseite sowie ein Wertsachen-Reißverschlussfach oberhalb des Tragesystems vorhanden.

Bei unserem »Trageversuch« sind wir hingegen nicht sonderlich begeistert von dem Winzling. Zunächst einmal wäre da die Schwierigkeit des Einsteigens zu nennen. Die Montis verfügt wie die Littlelife über keinen Ständer, was bedeutet, dass der Nachwuchs beim Einsteigen mithelfen bzw. Mama oder Papa darauf achten muss, dass die Krage nicht umfällt. Unsere zweieinhalbjährige Testperson lässt sich darüber hinaus nicht ausreichend sicher anschnallen, trotz klein eingestellter Gurte bleibt im wahrsten Sinne des Wortes ein schwammiger Eindruck. Das haben die großen Marken deutlich besser im Griff! Beim Tragen selbst knirscht und knarzt das Material bzw. die Nähte – das nervt auf Dauer.

Im Test rutscht diese Trage ganz nach hinten. Montis liefert weder Fisch noch Fleisch – am Ende stellt das Modell weder einen komfortabler Rucksack mit ausreichend Platz für eine (Mehr-)Tagestour dar, noch ist sie eine komfortable Kraxe. Wenn, dann ist die Montis nur für Kurzstrecken mit relativ großen Kindern geeignet, kleinere Kinder lassen sich nicht sicher genug anschnallen. Lieber nimmt man etwas mehr Geld in die Hand und kauft ein Trage wie beispielsweise die Osprey Poco LT, das im Einsatz deutlich mehr Spaß macht!

So haben wir getestet

Alle 10 Kraxen wurden während eines rund zweimonatigen Testzeitraums auf Touren verschiedener Längen und Schwierigkeitsstufen getestet. Diese reichten von einfacheren Wanderungen im Alpenvorland bis hin zu Bergtouren im Schweizer Engadin oder Tirol.

Kindertrage Test: Gesamt (3)
V.l.n.r.: Osprey, Ultrapower, Vaude, Filikid, Salewa, Littlelife, G-On, Montis, Bergans, Deuter.

Die wichtigsten Fragen

Gibt es Kraxen in verschiedenen Größen?

Die meisten Kraxen haben eine Standardgröße. Allerdings lässt sich das Tragesystem verstellen und an unterschiedliche Rückenlängen anpassen. Somit passen Kraxen kleineren als auch größeren Personen.

Für welche Alters- und Gewichtsklassen sind Kraxen geeignet?

Um in einer Kraxe sitzen zu können, sollte der Nachwuchs in der Lage sein, den Kopf selbstständig zu halten. Das ist ungefähr ab einem halben Jahr möglich, unterscheidet sich aber von Kind zu Kind. Man sollte also auch unabhängig vom Alter darauf achten, dass der Nachwuchs den Kopf bereits sicher selbstständig halten kann, ehe man auf Kraxentour startet.

Wie viel darf eine Kraxe wiegen?

Für nicht so gut trainierte Personen sollte man eine Kraxe wählen, die um die drei Kilogramm wiegt – also knapp darüber oder darunter. Sobald es Richtung vier Kilogramm  geht, wird das Gesamtgewicht schwer – erst recht inklusive Kind.

Wie viel kostet eine Kraxe?

Qualitativ hochwertige Kraxen kosten ab 150 bis etwa 350 Euro. Die Ausstattung kann stark variieren, es lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte.

Kann ein Kind aus eine Kraxe herausfallen?

Schnallt man das Kind korrekt an, ist dies so gut wie unmöglich. Alle besser ausgestatteten Kraxen verfügen zudem über einen Ständer, der ein Umkippen verhindert. Bei Leichtbaukraxen ohne Ständer (z.B. Littlelife Ranger S2 und Montis) sollte man indes darauf achten, dass die Kraxe nicht umfällt.

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