Die beste Nähmaschine

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Nähmaschine Test: Naehmaschinen Alle

Die beste Nähmaschine für die meisten ist die W6 Wertarbeit N 1235/61. Die mechanische Nähmaschine verzichtet auf Schnickschnack und bietet gute Qualität zum günstigen Preis. Wer mehr will, ist mit der Pfaff Select 3.2 gut bedient, die allerdings das Doppelte kostet. Wenn Sie viel nähen und besondere Stiche machen wollen, dann ist eine Computer-Nähmaschine die bessere Wahl. Unsere Empfehlung ist dann die Carina R-evolution 2020.

Früher hat einem die Großmutter besondere Hosen oder schöne Stofftiere genäht. Nähen war eben etwas für die ältere Generation. Inzwischen hat sich das Image aber geändert und auch jüngere Leute entdecken den Reiz an der Handarbeit. Es macht eben einen Unterschied, ob man etwas von der Stange kauft oder es nach den eigenen Vorstellungen realisiert. Zu sehen, wie unter den eigenen Händen ein luftiges Kleid oder eine bunte Tasche entsteht, ist einfach großartig. Am Ende liegt ein Unikat auf dem Tisch – und beim Nähen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Denn Nähmaschinen können sogar wie ein Pinsel beim Malen benutzt werden, wenn sie Freihandnähen ermöglichen. Dazu ist im Prinzip nur ein versenkbarer Transporteur nötig – das ist das Teil mit den Zacken auf der Stichplatte unter dem Nähfuß – und ein extra Freihandnähfuß. Jeans oder andere Sachen lassen sich so individuell aufpeppen. Grundsätzlich kann jede Maschine, die eine Stopffunktion hat, auch quilten, also drei Lagen (Top, Wattierung und Rückseite) zu einem Ganzen zusammenfügen. Wie dick das verwendete Material sein darf, hängt davon ab, wie das Gerät gebaut ist.

Aber natürlich muss es nicht immer sofort ein Großprojekt sein: Auch Änderungen wie das Kürzen von Hosen oder kleinere Reparaturen sind mit einer Nähmaschine rasch erledigt. Das spart auf Dauer dann richtig Geld, weil man nicht ständig zum Änderungsschneider muss.

Wir haben aus dem riesengroßen Angebot verschiedener Hersteller 14 Nähmaschinen ausgewählt und ausgiebig getestet. Im Test hatten wir fünf mechanische und neun computergesteuerte Modelle. Die Preisspanne ist riesig, die günstigste Nähmaschine im Test kostet gerade mal 50 Euro, das teuerste 1.000 Euro. Grundsätzlich sind die traditionellen mechanischen Modelle günstiger sind als die modernen Computer-Nähmaschinen.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

W6 Wertarbeit N 1235/61

Test Nähmaschine: W6 W6 N 1235/61
Die W6 1235/61 liefert gute Qualität zum günstigen Preis und hat eine stattliche Garantiezeit von 10 Jahren.

Die W6 Wertarbeit N 1235/61 ist das beste Beispiel dafür, dass eine gute Nähmaschine nicht unbedingt teuer sein muss. Mit 23 Stichen bietet sie alles, was man normalerweise braucht, inklusive Overlock- und Federstich. Im Gegensatz zu vergleichbaren Konkurrenten wie der Singer Tradition 2250 ist die W6 im Arbeitsprozess einfacher regulierbar und wirkt stabiler. Egal, ob für Änderungen oder größere Nähvorhaben – die mechanische Maschine ist in ihrer Preisklasse nicht zu toppen. Noch dazu gibt es zehn Jahre Garantie.

Besser aber teurer

Pfaff Select 3.2

Test Nähmaschine: Pfaff Select 3.2
Die wunderschöne Nähmaschine liefert herausragende Ergebnisse, ist aber nicht gerade günstig.

Die Pfaff Select 3.2 wirkt edel und robust, ist aber auch einiges teurer als die W6. Dafür bietet die ebenfalls mechanische Pfaff unter anderem mit einem integrierten Obertransport sehr akkurate Nähergebnisse. Auch der Wechsel der Nähfüße geht ruckzuck. Das Gerät lässt sich gut transportieren und wird mit einer stabilen Kofferhaube geliefert. Wer regelmäßig näht und sich ein Stück Wertarbeit leisten will, für den ist die Pfaff Select 3.2 genau das Richtige.

Computer-Tipp

Carina R-evolution 2020

Test Nähmaschine: Carina Carina R-Evolution
Übersichtlich, komfortabel und vielseitig: Die Carina R-evolution weiß zu begeistern.

Wenn Sie eine günstige Computer-Nähmaschine suchen, ist die Carina R-Evolution 2020 die beste Wahl: Bei den Funktionen und beim mitgelieferten Zubehör gibt es nichts zu meckern, sondern viel zu loben. Sie ist eine der wenigen, die mit einem mitgelieferten Anschiebetisch zur Erweiterung der Arbeitsfläche geliefert wird – bei der Konkurrenz kostet so etwas extra. Mit ihrem einseitig abgerundeten Kopfteil wirkt sie elegant und optisch ansprechend. Dank Computer-Unterstützung ist sie komfortabel bedienbar und bietet ein breites Spektrum an Zierstichen. Einen dicken Pluspunkt erhält sie von uns wegen ihrer zehnjährigen Garantie.

Wenn Geld egal ist

Juki HZL-DX3

Test Nähmaschine: Juki HZL-DX3
Juki liefert mit der HZL-DX3 eine hervorragende Nähmaschine, lässt sich die hohe Qualität aber auch teuer bezahlen.

Sie wollen ohne Wenn und Aber das Beste vom Besten? Dann empfehlen wir die Juki HZL-DX3. Sie überzeugt nicht nur mit ihrem schönen, schlichten Design und den vielen Funkionen eines Computer-Modells, auch in punkto Übersichtlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit gibt die Juki ein tolles Bild ab. Sie ist außerdem richtig leise und klingt toll – eine absolute Wohltat für die Ohren auch bei längeren Näh-Sessions. Allerdings muss man dafür bereit sein, ein erkleckliches Sümmchen auf den Tisch zu legen: Fast 1.000 Euro kostet diese Luxus-Nähmaschine. Dafür ist sie aber auch die einzige im Test, die mit einem Kniehebel für absolute Nährfreiheit ausgestattet ist.

Vergleichstabelle

Unser FavoritBesser aber teurerComputer-TippWenn Geld egal ist
Modell W6 Wertarbeit N 1235/61 Pfaff Select 3.2 Carina R-evolution 2020 Juki HZL-DX3 Pfaff Expression 3.5 Bernette b38 Bernina B 215 Singer Curvy 8763 Toyota Oekaki 50 R W6 Wertarbeit N 5000 Husqvarna Viking Tribute 145C Toyota SUPERJ15 Uten Mini Singer Tradition 2250
Test Nähmaschine: W6 W6 N 1235/61Test Nähmaschine: Pfaff Select 3.2Test Nähmaschine: Carina Carina R-EvolutionTest Nähmaschine: Juki HZL-DX3Nähmaschine Test: Pfaff Expression 3.5Test Nähmaschine: Bernette b38Test Nähmaschine: Bernina Bernina 215Test Nähmaschine: Singer Curvy 8763Test Nähmaschine: Toyota Oekaki50RTest Nähmaschine: W6 Wertarbeit N 5000Nähmaschine Test: Husqvarna TributecTest Nähmaschine: Toyota Super J15Test Nähmaschine: Uten MiniTest : Singer Tradition 2250
Pro
  • Für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Overlockstich: Ketteln und Nähen in einem Arbeitsgang
  • Einfädler
  • Gutes Anleitungsvideo auf der Homepage des Herstellers
  • 10 Jahre Garantie
  • Schlicht und edel im Design
  • Stoffe werden auch von oben transportiert
  • Faden direkt durch die Nadel aufspulbar
  • Breifer Griff zum bequemen Tragen
  • Gechwindigkeitsregulierung in zwei Stufen
  • Komfortable Funktionen
  • Auch für sehr dicke Stoffe
  • Ausführliche Bedienungsanleitung plus DVD
  • Anschiebetisch und 64-teiliges Nähset mitgeliefert
  • Kann Muster und Buchstaben nähen und speichern
  • Schnell, leise und präzise
  • Industriereife Knopflöcher
  • Tempo beim Rückwärtsnähen regelbar
  • Fußpedal kann fünf Funktionen übernehmen
  • Kniehebel mitgeliefert
  • Größter und hellster Arbeitsbereich rechts neben der Nadel
  • Knopflochnähen sehr komfortabel
  • Steht felsenfest auch dem Tisch
  • Bis zu 9 Millimeter breite Zierstiche
  • Nähte in Ordnung
  • Gute Haftung auf dem Tisch
  • Stichübersicht in der Schublade
  • Speichern persönlicher Mustereinstellungen
  • Timer für automatische Abschaltung
  • Einfache Stichwahl
  • Robustes Fußpedal
  • Sehr einfach ist der Nähfußwechel auf Knopfdruck
  • Hochwertig verarbeitet
  • Sehr einfache Einfädelung von Oberfaden und mit dem Nadeleinfädler
  • Riegelfunktion zum Vernähen von Stichmustern vorhanden
  • In sechs Farben verfügbar
  • Fußanlasser lässt sich hinten an der Maschine einhängen
  • Spezialisiert auf Freihandsticken
  • Zehn Jahre Garantie
  • Bequemes Aufspulen des Unterfadens
  • Nähfüße mit Buchstaben
  • Sehr guter Overlock-Stich
  • Hübsches Design
  • Drei Gratis-Nähfüße
  • Sehr standfest
  • Recht günstig
  • Hebt sich durch die Farbe von anderen ab
  • Solide Nähergebnisse
  • Läuft auch mit Batterie
  • Braucht wenig Platz
  • Für Einsteiger eine günstige Option
  • Handlich
Contra
  • Etwas wenige, mitgelieferte Nähfüße
  • Zubehör kann leicht aus Anschiebetisch herausfallen
  • Kein Fadenabschneider
  • Kein Anschiebetisch
  • Relativ teuer
  • Kein automatischer Fadenabschneider
  • Kein Obertransportfuß
  • Nur weiche Staubschutzhülle statt harte Kofferhaube zum Transport
  • Stoffdurchgangsraum wirkt klein
  • Kein Anstelltisch
  • Keine DVD zur Anleitung
  • Sehr intensive Einarbeitung wichtig
  • Keine DVD zur Anleitung
  • Lässt sich nicht so gut tragen
  • Kein Anschiebetisch
  • Unterspule liegt sehr lose im horizontalen Greifersystem
  • Kleiner, instabiler Nähfuß
  • Kann keine automatischen Knopflöcher, nur manuelle
  • Zu wenig Stiche
  • Keine stabile Kofferhaube
  • Keine automatische Geschwindigkeitsregulierung
  • Rattert beim Nähen
  • Kann keine Buchstaben sticken
  • Nähfuß "knallt" etwas zu heftig auf Stichplatte herunter
  • Unübersichtliche Bedienungsanleitung
  • Benötigt spezielle Spulen
  • Mäßig verarbeitet
  • Kein Tragegriff
  • Wenig brauchbare Kurzanleitung
  • Nähen von Buchstaben nur im Freihandmodus
  • Display wirkt minderwertig
  • Arbeiten ausschließlich mit Touchdisplay zur Stichwahl ist gewöhnungsbedürftig
  • Lässt optisch zu wünschen übrig
  • Insgesamt zu laut
  • Fester Druck auf Display-Tasten nötig
  • Wirkt klobig
  • Schlechte Bedienungsanleitung
  • Schafft keine zwölf Lagen Jeans
  • Weder Stichbreite noch -länge einstellbar
  • Dürftige Bedienungsanleitung
  • Nicht gut verarbeitet
  • Für größere Projekte nicht geeignet
  • Rattert sehr
  • Wenig Platz zum Austausch der Nadel
  • Stichbreite nicht einstellbar
  • Kein Overlockstich zum Versäubern
  • Funktional schlicht
  • Kleiner Nähfuß
  • Kein Nähen mit Zwillingsnadel
Bester Preis
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Mechanisch oder computergesteuert?

Heimnähmaschinen sind dazu da, alle anfallenden Arbeiten daheim erledigen zu können. Eine lange Tradition haben die mechanischen Modelle, neuer sind die computergesteuerten, oder elektronischen Nähmaschinen, die seit einigen Jahren auf dem Vormarsch sind und immer beliebter werden. In erster Linie unterscheiden sich die beiden Maschinenarten in der Bedienungsart und der Stichvarianz.

Standard bei beiden Nähmaschinenarten ist inzwischen das Freiarmmodell. Das bedeutet, die Geräte sind so gebaut, dass damit auch enge Kleidungsstücke wie Ärmel oder Hosenbeine rund genäht werden können.

Mechanische Nähmaschinen

Mechanische Nähmaschinen werden über ein elektrisches Fußpedal in Gang gesetzt, mit dem die Geschwindigkeit per Fuß reguliert wird. Für eine gute Kontrolle des Tempos kommt es daher auch die Qualität des Fußpedals an, denn ein zu kleines und zu leichtes Pedal rutscht unterm Tisch immer wieder weg, was nervig sein kann.

Nähmaschine Test: W6 N1235
Die W6 ist eine klassische, mechanische Nähmaschine.

Charakteristisch für traditionelle mechanische Nähmaschinen ist, dass Funktionen wie die Fadenspannung, Stichlänge und Stichbreite mit der Hand über einen Hebel oder ein Rädchen eingestellt werden. Das kann je nach Stoffart eine Herausforderung sein und unerfahrene Näher schon mal überfordern.

Die meisten Hobby-Näher kommen mit 10 bis 15 Stichen aus

Mechanische Nähmaschinen können sehr unterschiedliche Stoffe vernähen, darunter elastische wie Jersey, dünne wie Chiffon und dickere wie Walkstoff. Mit 10 bis 35 verschiedenen Sticharten haben sie alles, was auch für größere Nähprojekte wie Jacken oder Kleider nötig ist. Neben Nutzstichen wie Grad-, Zickzack-, Overlock- und Knopflochstichen gibt es auch einige Zierstiche zum Verschönern. Im Vergleich zu den Computer-Modellen ist die Stichauswahl jedoch überschaubar.

Die Konzentration aufs Nötigste ist aber überhaupt kein Nachteil. Schließlich kommen Hobby-Näher meist mit 10 bis 15 Stichen völlig aus. Und dafür sind mechanische Nähmaschinen in der Anschaffung in der Regel deutlich günstiger als vergleichbare computergestützte Nähmaschinen.

Computergesteuerte Nähmaschinen

Computer-Nähmaschinen warten mit vielen zusätzlichen Extras auf, die das Nähen erleichtern. Der zusätzliche Komfort und die erweiterten Möglichkeiten erklären die wachsende Beliebtheit. Allerdings bieten Computer-Nähmaschinen auch viel Schnickschnack, den man oft gar nicht braucht.

Nähmaschine Test: Carina Revolution
Computergestützte Nähmaschinen haben oft – aber nicht immer – ein Display.

Doch gerade für ungeübte Näher sind Computer-Nähmaschinen oft eine große Hilfe. »Automatisch« heißt hier das Zauberwort, denn der eingebaute Computer führt eine Vielzahl von Näheinstellungen von selbst aus. Dazu gibt man den gewünschten Stich mit der entsprechenden Nummer einfach auf dem Display oder per Knopfdruck ein. Die Maschine pariert und stellt zugleich die passende Stichlänge und -breite ein und gibt die Spannung des Oberfadens vor. Wichtig ist, dass die Fadenspannung auch noch manuell veränderbar ist, denn nicht immer ist die Vorgabe optimal.

Computer-Nähmaschinen bieten viel Schnickschnack, den man oft gar nicht braucht

Solche modernen Maschinen verfügen meist über 100 bis 400 Stichvariationen. Das ist für den Nähalltag natürlich viel zu viel. Andererseits eröffnet ein so großes Angebot einem die Möglichkeit, bei Lust und Laune Neues auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln. Unter den zahlreichen Zierstichen sind Herzchen und Blümchen noch die gängigsten, während sich Tiere wie Elefanten oder Autos zum Beispiel gut auf Kinderkleidung machen.

Immer ein großes Thema sind Knopflöcher: Mit mechanischen Maschinen ist es schon eine Kunst sie gleichmäßig hinzubekommen. Bei den Computer-Modellen nimmt einem das die Vollautomatik ab, sie fertigt schöne, gleichmäßige Knopflöcher in einem Rutsch. Außerdem können digitale Maschinen, wenn sie über Alphabete verfügen, ruckzuck Namen oder Muster auf Kleidung sticken. Mit der Hand dauert so etwas vergleichsweise ewig oder eine Stickmaschine kommt zum Einsatz. Computer-Maschinen haben in der Regel eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit als mechanische und sind leiser.

Ein spezielles Feature computergesteuerter Nähmaschinen ist das zusätzliche Nähen ohne Fußpedal. Dabei erfolgt der Start alternativ über einen Knopfdruck und die Geschwindigkeit wird mit der Hand reguliert. So zu nähen erfordert allerdings Übung und ist nicht jedermanns Sache. Kein Beinbruch: Glücklicherweise lässt sich ja weiterhin das Fußpedal nutzen.

Vor- und Nachteile

Auf welche Maschinenart ein Kauf hinausläuft, hängt vom Einzelfall ab: Für alle, die höhere Ansprüche an Näharbeiten mit aufwendigen Verzierungen haben, ist eine digitale Maschine sicherlich eine feine Sache. Doch auch für unerfahrene Näher kann die moderne Technik genau das richtige sein. Denn wenn sie sich intensiv mit der Bedienung beschäftigen, können sie am Ende von einer leichteren Handhabung profitieren.

Für Näharbeiten mit aufwendigen Verzierungen ist eine digitale Nähmaschine besser

Die traditionellen, mechanischen Maschinen wiederum haben beim Preis die Nase vor. Doch sie sind nicht nur günstiger in der Anschaffung, sondern auch von der Funktionsweise her einfacher als ihre komplexen digitalen Schwestern. Daher dauert die Einarbeitung in die Bedienung nicht so lange.

Auch nicht unwichtig: Mechanische Maschinen haben den Ruf robuster und langlebiger zu sein. Und falls etwas kaputtgeht, lässt es sich unter Umständen sogar selbst reparieren. Die digitalen Geräte dagegen gelten wegen ihrer Technik als störanfälliger. In Problemfällen bleibt einem nichts anderes übrig, als professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Am besten erkundigt man sich vorab beim Service des Herstellers, wie im Ernstfall alles geregelt wird und wie es mit den Kosten ausschaut.

Spezialmaschinen: Overlock, Coverclock und mehr

Overlock-Maschinen machen drei Dinge in nur einem Arbeitsgang: Sie nähen Stoffe zusammen, versäubern sie und schneiden sie ab, was sauber und professionell aussieht. Allerdings sind mit der Overlock nur Arbeiten am Stoffrand möglich, also nicht in der Mitte des Stoffes. Daher ist eine Overlock kein Ersatz für eine herkömmliche Nähmaschine, aber als Zweitmaschine eine tolle Sache.

Ähnlich funktioniert die Coverlock: Mit ihr kann man jedoch nicht nur am Stoffrand nähen, sondern auch Stoffe in der Mitte. Dafür kann sie wiederum keinen Stoff abschneiden.

Wer sein Kind ans Nähen heranführen möchte, kann auf kleinere und handlichere Maschinen zugreifen. Ihre Besonderheiten: Bei Kindernähmaschinen ist die Geschwindigkeit gedrosselt, sie nähen also langsamer, sind leichter und haben Funktionen wie einen Fingerschutz, um das Verletzungsrisiko zu mindern.

Und dann sind da noch die Geräte für den professionellen Bereich: Industrienähmaschinen werden beispielsweise in der Textilindustrie, bei der Lederverarbeitung und der Schuhanfertigung eingesetzt. Sie sind robuster als Heimnähmaschinen, mit einem stärkeren Motor ausgestattet und können zum Beispiel schneller beschleunigen und abbremsen – wegen ihrer aufwendigen Technik haben sie natürlich ihren Preis. Leistungsstarke Industrienähmaschinen kosten schnell mehrere tausend Euro.

Tipps zum Nähmaschinenkauf

Wofür möchten Sie die Nähmaschine verwenden? Wie viel Geld möchten Sie ausgeben? Idealerweise sollten Sie diese Fragen klären, bevor Sie sich auf die Suche nach einer neuen Nähmaschine machen.

Außerdem spielt das eigene Können eine Rolle: Anfänger und Fortgeschrittene haben unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche. Unerfahrene Näher sollten sich nicht überfordern, sonst schmeißen sie womöglich alles schnell hin. Am einfachsten ist der Einstieg mit einer leicht bedienbaren Maschine. Erfahrene Hobby- oder Vielnäher hingegen bekommen auch technisch anspruchsvollere Geräte rasch in den Griff.

Die richtige Nähmaschine sollte zum eigenen Können passen

Will man in zwei, drei Jahren mehr nähen, macht es womöglich Sinn, sich ein technisch hochwertiges Modell mit einigen Extras anzuschaffen. Wer konstant eher auf einem einfachen Level arbeiten möchte und die Maschine nur hin und wieder auspackt, dem reicht ein günstiges, einfaches Modell.

Es gibt Funktionen, die jede Maschine haben muss. Andere wiederum können, müssen aber nicht sein. Einen guten Überblick mit vielen wertvollen Tipps finden Sie hier bei Smilla.

Die ersten Schritte

Bevor Sie mit dem Nähen starten, sollten Sie Ihre Maschine erst kennenlernen. Gerade am Anfang läuft es nicht immer rund: Der Faden reißt, die Stoff wirft Wellen, die Maschine »frisst« den Stoff und, und, und … Bei der Fehlersuche lohnt sich immer ein genauer Blick in die Bedienungsanleitung. Die sollte am besten sowieso erstmal von vorne bis hinten durchgeackert werden und immer griffbereit sein.

Eine große Hilfe sind natürlich eine mitgelieferte Bedienungs-DVD oder Videos auf der Homepage des Herstellers. So etwas bietet aber nicht jeder Hersteller. Manchmal kommt man schon mal mit – mehr oder weniger guten – Tutorials im Internet weiter. Gerade bei Computer-Modellen hilft eine Visualisierung sehr.

Nähmaschine Test: Stoffe 1

Mit einer tollen Maschine allein ist es aber nicht getan: Einfach alles, was am Arbeitsprozess beteiligt ist, muss harmonieren: Nähmaschine, Stoffe und Kurzwaren sollten aufeinander abgestimmt sein. Daher lieber nicht am falschen Ende sparen: Benutzen Sie Nadeln, die zum Stoff passen und die richtige Größe haben. Wenn Sie nicht wissen welche, erkundigen Sie sich beim Stoffkauf im Fachgeschäft. Und verwenden Sie qualitativ gutes Garn, das weder zu dünn noch zu dick ist.

Ein Tipp, falls Ihre Maschine keine automatische Einfädelhilfe hat und das Einfädeln einem mal wieder den letzten Nerv raubt: Zuerst den Faden schräg anschneiden. Nützt das nichts, macht ein kleiner Stoß Haarspray das Garnende steif und der Faden geht leicht durchs Nadelöhr.

So haben wir getestet

Für unseren Test konnten wir auf nur wenig unabhängige Expertise neueren Datums zurückgreifen. So hat die Stiftung Warentest Nähmaschinen zuletzt im Jahr 2011 getestet. In der Zwischenzeit hat sich natürlich einiges auf dem Markt getan.

14 Nähmaschinen auf dem Prüfstand

Wir haben lange recherchiert und schließlich für unseren Test fünf mechanische und neun computergestützte Nähmaschinen ausgewählt, alles Freiarmgeräte, die auch enge schlauchartige Kleidungsstücke wie Ärmel nähen können. Die Preisspanne haben wir mit rund 50 bis 999 Euro bewusst breit gewählt. Noch teurere haben wir nicht mehr beachtet, denn unsere Maschinen erfüllen alles, was sich Erfahrene und Unerfahrene wünschen.

Nähmaschine Test: Naehmaschinen Mechanisch
Die mechanischen Modelle: W6 Wertarbeit N 1235/61, Pfaff Select 3.2, Toyota SuperJ 15, Uten Mini und Singer Tradition 2250.

Im Test musste natürlich vor allem beim Nähen das Ergebnis stimmen: Die Nähte sollen sitzen, das Stichbild präzise und die Verzierungen schön sein. Mindestens genauso wichtig ist aber das Drumherum. Denn Nähen soll auch Spaß machen, wenn es Hobby oder sogar Arbeit ist. An eine Maschine, die einem gefällt, setzt man sich nunmal lieber als an eine, die einem weniger zusagt.

Aufgrund unterschiedlicher Vorlieben ist die Wahl einer Nähmaschine natürlich immer ein Stück weit Geschmackssache. Dem einen gefallen rundere Formen, der andere mag es kompakter. Oder die Materialwahl: Die Gehäuse aller getesteten Nähmaschinen bestehen zwar aus Plastik – das ist heute Standard – aber auch dort gibt es Unterschiede. Die Verarbeitungsqualität war natürlich auch ein Testkriterium.

Nähmaschine Test: Naehmaschinen Computer
Die computergestützten Modelle: Carina R-evolution 2020, Pfaff Expression 3.5, Bernette b38, Singer Curvy 8763, Toyota Oekaki 50 Renaissance, Bernina B 215, Juki HZL-DX3, Husqvarna Viking Tribute 145C und W6 Wertarbeit N 5000.

Außerdem haben wir uns gefragt, ob eine Maschine einfach oder eher kompliziert in Betrieb zu nehmen ist? Sind die Bedienknöpfe groß genug? Wie verhält sich ein Gerät bei dickeren Stoffen? Kann es sauber nähen? Ist die Maschine standfest oder neigt sie dazu zu »wandern«? Solche Fragen haben wir uns im Test gestellt. Und natürlich hatten wir auch den Preis im Auge.

Auf verschiedenen Materialien beweisen sich die Allrounder-Geräte

Um einen Eindruck von Nähverhalten und -qualität zu bekommen, haben wir im praktischen Teil vier verschiedene Stoffe ausprobiert: Für den Walkstoff aus Schurwolle haben wir 90er-Nadeln verwendet, für den Jeansstoff aus reiner Baumwolle 90er-Jeansnadeln, beim Baumwoll-Sweatstoff mit acht Prozent Elastan waren es 80er-Jerseynadeln und beim dünnen Seidensatin 60er-Universalnadeln.

Auf allen Stoffen haben wir mehrere Stiche wie Zickzack, Overlock, aber auch Zierstiche ausprobiert und beobachtet, wie laut und präzise die Maschinen langsam und schnell nähen. Über mehreren Lagen Jeans mussten sie zeigen, wie viel Power in ihnen steckt. Auch auf die Knopflöcher kam es uns an.

Nähmaschine Test: W6 N1235
Die W6 Wertarbeit N1235/61 eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene.

Testsieger: W6 Wertarbeit N 1235/61

Die beste Nähmaschine für die meisten ist für uns die W6 Wertarbeit N 1235/61. Zugegeben: Anfangs waren wir etwas skeptisch, ob eine Nähmaschine für so kleines Geld wirklich etwas taugen kann. Kann sie, wissen wir nach unserem Test: Für weniger als 150 Euro leistet die W6 Wertarbeit N 1235/61 wirklich gute Arbeit. Anfängern können wir die Freiarmnähmaschine uneingeschränkt empfehlen. Aber auch Fortgeschrittene, die keinen Wert auf Verzierungen legen und Knopflöcher manuell gut hinbekommen, was eine Königsdisziplin ist, fahren damit gut.

Unser Favorit

W6 Wertarbeit N 1235/61

Test Nähmaschine: W6 W6 N 1235/61
Die W6 1235/61 liefert gute Qualität zum günstigen Preis und hat eine stattliche Garantiezeit von 10 Jahren.

Die W6 Wertarbeit N 1235/61 konzentriert sich aufs Wesentliche. Von den 23 Stichen, einstellbar am griffigen Handdrehrad, sind die meisten Nutzstiche: Neben Grad-, und Zickzack- gibt es etwa einen elastischen Blindstich, aber auch einen Overlock. Die Stichlänge und -breite lassen sich einstellen. Damit kann die Singer Tradition 2250, ein Modell aus einem vergleichbaren Preisniveau, bei der Stichbreite nicht dienen.

Mit dem Overlockstich werden Stoffkanten beim Zusammennähen versäubert – beim elastischen Sweat und Jeans gelang das prima. Wir finden, dass eine Maschine auf jeden Fall über einen Overlock-Stich verfügen sollte, damit genähte Stoffe auch von innen schön aussehen. Die etwas günstigere Singer Tradition 2250 zum Beispiel kann damit nicht dienen.

Positiv ist uns auch die trotz des günstigen Preises gute Verarbeitung des Geräts aufgefallen. Das Plastikgehäuse wirkt durchaus hochwertig und wichtige Teile wie der Nähfußhalter sind aus Metall. Auch ihre Lautstärke ist für eine mechanische Maschine absolut in Ordnung. Beim Einfädeln mit dem Einfädler brauchten wir einige Versuche, bis es klappte – aber das ist etwas, das bei allen Modellen Übung erfordert.

Natürlich kommt es bei einer Nähmaschine vor allem darauf an, wie gut sie näht. Auch hier überzeugt die W6. Das Stichbild ist solide und die Stichlänge konstant. Zum Rückwärtsnähen hat das Gerät eine angenehm große Taste. Bei Nähen über mehrere Lagen ist die Anstrengung des Motors hörbar, was anderen Maschinen aber ähnlich geht.

Angesichts des Preises ist klar, dass die W6 hier und da etwas weniger bietet. Irritiert hat uns zum Beipiel, dass sie keinen Fadenabschneider hat. Beim Test hat uns das zwar nicht groß gestört, Vielnäher könnte es aber nerven, wenn sie immer wieder zur Schere greifen müssen. Zudem ist das Fußpedal recht klein, sodass die Geschwindigkeit mit viel Feingefühl reguliert werden muss.

Damit bietet die W6 eigentlich alles, was man normalerweise zum Nähen braucht und das zu einem erstaunlich guten Preis. Obendrein gibt’s noch eine Garantie von zehn Jahren, das bieten längst nicht alle Maschinen. Daher ist sie für uns die beste Wahl für alle, die eine einfache, solide Nähmaschine ohne Schnickschnack suchen.

Alternativen

Für die allermeisten Näharbeiten ist unser Favorit W6 N 1235/61 bestens geeignet. Wer mehr will oder spezielle Anforderungen an eine Nähmaschine stellt, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Besser aber teurer

Pfaff Select 3.2

Test Nähmaschine: Pfaff Select 3.2
Die wunderschöne Nähmaschine liefert herausragende Ergebnisse, ist aber nicht gerade günstig.

Beim Anblick der mechanischen Pfaff Select 3.2 war unsere Vorfreude groß, sich dahinter zu setzten. Ihr schlichtes, elegantes Design mit klaren Formen in weichem Weiß und Anthrazit sowie lila Akzenten ist einfach hübsch.

Faszinierend einfach ist auch die Bedienung des auf Langlebigkeit ausgelegten Geräts, das eines der größten unter den mechanischen Modellen ist: Die Stichwahl erfolgt anders als bei der W6 Wertarbeit N 1235/61 oder Toyota SuperJ 15 durch festes Drücken von Tasten. Das hat uns ein wenig an die Bedienung einer Jukebox erinnert.

Die bevorzugte Stichlänge wird bei der Pfaff Select 3.2 am Einstellrad neben den Tasten reguliert. Mit weiteren Einstellrädern werden Nadelpostion und Oberfadenspannung eingestellt. Praktisch ist die auf Augenhöhe im Klappdeckel der Maschine angebrachte Übersicht über die 27 elastischen und unelastischen Stiche. Die Maschine ist absolut standfest, näht flüssig und ließ bei unseren Proben keine Stiche aus.

Die Pfaff eignet sich gut für klassisches Nähen ohne Tamtam

Pfaff wirbt mit dem so genannten IDT-System, das die Select 3.2 und auch die von uns getestete computergesteuerte Pfaff Expression 3.5 mitbringen. Bei dem IDT-System wird bei Bedarf ein fest installierter Hebel an den Nähfuß »angedockt« und wieder ausgerastet. Damit können Stoffe nicht nur von unten, sondern gleichzeitig auch von oben transportiert werden. So verrutschen oder verziehen sie sich nicht.

Das Gute am Obertransport von Pfaff ist, dass ein Wechsel auf einen Obertransportfuß nicht nötig ist. Hier geht es schneller, mit nur einem Griff. Für einen Obertransport ist jede Näherin dankbar, wenn zum Beispiel Streifen akkurat zusammengenäht werden oder elastische Stoffe glatt bleiben sollen. Wir haben im Test festgestellt, dass sich dünne, elastische Seide und der Sweatstoff damit sehr gut nähen ließen. Es gab kein Zusammenziehen. Das beste Ergebnis hatten wir zwar nicht immer auf Anhieb, sondern mussten etwas herumprobieren, was gerade bei schwierigen Stoffen wie dünner Seide normal ist.

Die einfache Handhabung der Pfaff Select zeigte sich auch beim Wechsel der Nähfüße: Je nachdem, was man nähen möchte und welcher Stoff dabei verwendet wird, ist zum Beispiel ein Standard-, ein Blindstich- oder ein Reißverschlussfuß nötig. Bei Pfaff Select 3.2, und auch bei ihrer computergesteuerten Schwester rastet der Fuß mit nur einem Handgriff aus. Ähnlich leicht ist das Einsetzen.

Eine Annehmlichkeit, die sonst fast keine Maschine im Test bietet: Der Faden kann direkt durch die Nadel aufgespult werden – eine zeitsparende Geschichte, denn so ist es nicht mehr unbedingt nötig, das Nähgarn auszufädeln, um zu spulen. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass der obere Faden nach dem Aufspulen durch die Nadel etwas strammer war als zuvor und wir ihn manuell lockern mussten.

Definitiv ein Plus der Pfaff Select 3.2 ist die Geschwindigkeitsregelung aufs halbe Tempo. Allerdings befindet sich der Regler dafür am Fußpedal, was im Vergleich zu den Computer-Maschinen etwas umständlich ist. Deren Tempo lässt sich direkt am Gehäuse regulieren. Das Fußpedal der Pfaff Select 3.2 ist übrigens sehr robust und groß, sodass die Geschwindigkeit gut kontrollierbar ist.

Gefallen hat uns auch der breite Tragegriff und die harte Kofferhaube des Geräts. Damit hat sie einen guten Schutz beim versehentlichen Anstoßen an Ecken und Kanten.

Für Vielnäher, aber auch Anfänger, die keine großen Ambitionen haben, mit vielen Zierstichen zu arbeiten, ist die auf Langlebigkeit ausgelegte Pfaff Select 3.2 eine sehr gute Wahl.

Computer-Tipp

Carina R-evolution 2020

Test Nähmaschine: Carina Carina R-Evolution
Übersichtlich, komfortabel und vielseitig: Die Carina R-evolution weiß zu begeistern.

Unsere Empfehlung für die beste Computer-Nähmaschine ist die Carina R-evolution 2020. Ihr Charme liegt in ihrem hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Gerät brilliert mit einer Gesamtleistung, die ihr Geld allemal wert ist.

Insgesamt verfügt die Carina R-evolution über 300 Nutz- und Zierprogramme; 90 sind voreingestellt. Sie werden per Tastendruck ausgewählt und auf dem kontrastreichen Display abgebildet. Stichbreite und -länge lassen sich per Taste verändern. Neben einfachen und elastischen Nutzstichen sowie Zier- und Quiltstichen kann das Computer-Modell Kombinationen aus dekorativen Stichen und Buchstaben speichern. Unter dem Bedienfeld befindet sich eine herausziehbare Kurzübersicht mit den verfügbaren Stichen und dazugehörigen Nummern. Langes suchen ist somit nicht nötig.

Grandios ist auch das vollautomatische Fertigen von Knopflöchern: Bevor es losgeht, wird der Knopf, der später mit der Maschine angenäht werden kann, in die mitgelieferte Knopflochplatte eingeklemmt und dann in einem Rutsch passend genäht – maximal drei Zentimeter lang. Breite und Dichte des Knopflochs lassen sich variieren. Wir haben 1-Zentimeter lange Knopflöcher genäht, darunter Standardvarianten und Rundknopflöcher mit Querriegeln. Mit dem Ergebnis waren wir zufrieden, auch wenn das Resultat nicht so präzise ausfiel wie bei den teureren Computer-Modellen Juki HZL- DX3 und Pfaff Expression 3.5.

Gut gefallen hat uns auch das Greifersystem: Bei der Carina wird die untere Garnrolle horizontal im Bereich der Stichplatte eingelegt statt vertikal darunter. Weil die Abdeckung samt Spulenkapsel transparent ist, hat man immer im Blick, wie viel Unterfaden noch da ist. Für Anwender ist damit auch das Einfädeln einfacher als beim vertikalen System, bei dem schon mal der Faden verklemmt und das Hantieren mit der Spulenkapsel lästig werden kann. Auch Ölen ist hier mehr nötig. Über das horizontale System verfügen inzwischen die meisten modernen Maschinen.

Um den Nähvorgang zu starten, drückt man entweder mit dem Fuß aufs Fußpedal oder mit dem Finger auf die Start/Stopp-Taste. Bei der zweiten Variante wird die Geschwindigkeit mit einem Schieberiegel erhöht oder verlangsamt. Wer es gewohnt ist, das Tempo mit dem Fußpedal vorzugeben, braucht etwas Zeit fürs Nähen ohne Pedal. Allerdings ist das ja nur eine Option und kein Muss. Bei langen, geraden Strecken ist die Start/Stopp-Taste auf jeden Fall eine Erleichterung. Bei kürzeren Strecken sind wir nicht so gut damit zurechtgekommen.

Die Carina bewährt sich auch bei schwierigen Stoffen

Mit der Carina R-evolution sind auch Nähprojekte mit dickeren Stoffen realisierbar, denn unter ihren bis zu 1,9 Zentimeter höhenverstellbaren Nähfuß passt einiges. Wir haben mehrere Lagen Walkstoff untergeschoben und es funktionierte gut. Natürlich sollte man bei solchen Herausforderungen nicht zu sehr aufs Gaspedal drücken, um den Motor nicht zu überfordern oder Nadelbrüche zu verhindern. Absolut solide Stiche sehen wir auf dem von uns getesteten elastischen Sweatstoff. Die Carina hat ein spezielles System (STS: Stretch Transport System), um dehnbare Stoffe besser zu transportieren.

Übersichtlich fanden wir die Bedienungsanleitung und auch das mitgelieferte Einführungsvideo auf DVD hat uns geholfen. Schade, dass nicht alle Hersteller so eine tolle Einführung anbieten. Denn das Kennenlernen der Maschine ist viel einfacher, wenn alles zusätzlich visuell erklärt wird.

Etwas vermisst haben wir einen automatischen Fadenabschneider und eine stabile Kofferhaube zum Transport. Außerdem gehört die mit Maßen von 38 x 17,5 x 27,9 Zentimetern eher kleinere Carina R-evolution 2020 zu den Maschinen mit einem durchschnittlichen Stoffdurchgangsraum – das ist der Arbeitsplatz rechts neben der Nadel. Doch solche Mankos sind gut hinnehmbar, zumal es insgesamt Spaß macht, mit der Carina zu nähen.

Wenn Geld egal ist

Juki HZL-DX3

Test Nähmaschine: Juki HZL-DX3
Juki liefert mit der HZL-DX3 eine hervorragende Nähmaschine, lässt sich die hohe Qualität aber auch teuer bezahlen.

Schon beim Auspacken macht die Juki HZL-DX3 einen tollen Eindruck, der sich später bestätigt, aber mit rund 950 Euro auch seinen Preis hat. Näherinnen mit gehobenen Ansprüchen werden von der Vielseitigkeit des Geräts mit 155 Stichmustern samt drei verschiedenen Alphabeten zum Schreiben von Buchstaben begeistert sein. Bis zu 70 Muster können für den späteren Gebrauch gespeichert werden.

Als erstes fällt das schöne, zurückhaltende Design auf. Das Gehäuse wirkt hochwertig und das Display samt Bedienfeld für die Stichwahl ist groß genug und übersichtlich. Informationen über Stichbreite und -länge sowie die passende Wahl des Nähfußes werden gut lesbar eingeblendet.

Automatisches Pausieren bei Überlastung ist äußerst praktisch

Die Einfädelhilfe ist so konstruiert, dass der Faden problemlos auch durch eine 60er-Nadel schlüpft. Mit dem stufenlosen Geschwindigkeitsregler erreicht die Maschine ein rasantes Tempo, was alle glücklich macht, die lange Strecken geradeaus zu bewältigen haben, was etwa bei Gardinen oder Vorhängen vorkommt. Die voreingestellte Oberfadenspannung ist auch manuell per Einstellrad veränderbar.

Der kraftvolle Motor schaffte im Test mehrere Lagen Jeans problemlos und näht schnell, langsam, vorwärts und rückwärts sehr gut. Dabei ist nicht nur das Vorwärts-, sondern auch das Rückwärtstempo einstellbar. Mit dem Stichbild auf dicken und dünnen Stoffen waren wir sehr zufrieden. Wenn der Motor überlastet ist, meldet sich die Maschine mit einem Popup und macht eine Pause, sodass für eine kurze Zeit nichts geht. Uns ist das beim Vernähen mehrerer Lagen Jeans passiert. Damit ist die Juki HZL-DX3 aber nicht alleine: Auch die Pfaff Expression 3.5 und die Husqvarna Viking Tribute 145C warnen so vor Überlastung.

Was das Knopflochnähen betrifft, bleibt nur eins zu sagen: ein Traum. Man legt den passenden Knopf in den großen handlichen Knopflochfuß ein und kann sich bequem zurücklehnen. Die Maschine näht zügig von allein und die Knopflöcher sehen immer gleich aus – wie es beispielsweise bei Blusen eben sein sollte. Insgesamt verfügt die Juki HZL-DX3 über 16 verschiedene Knopflochvarianten für leichte und schwere Stoffe, wie Anzüge oder Jacken, oder für dekorative Knopflöcher, die wie handgenäht aussehen. Grandios!

Darüber hinaus setzt der Hersteller auf eine besondere Mechanik: Der sogenannte Boxtransport ermöglicht dem Transporteur einen längeren Kontakt zum Stoff, sodass nichts verzieht oder verrutscht, was zum Beispiel beim Zusammennähen von Streifen oder Mustern besonders wichtig ist.

Man kann mit oder ohne Fußpedal nähen. Das Fußpedal selbst ist stabil und kann mit fünf verschiedenen Funktionen belegt werden, darunter dem Rückwärtsnähen und dem Abschneiden von Fäden. Schon ein Highlight also. Um die Maschine mit ihrem vielseitigen Funktionen nutzen zu können, ist etwas Näherfahrung nicht schlecht.

Als einziges Modell liefert die Juki HZL-DX3 einen Kniehebel mit, der an der rechten Seite angebracht und dort mit dem Knie bedient wird. So lässt sich der Nähfuß anheben und senken und man hat immer die Hände frei für den Stoff. Beim Quilten zum Beispiel oder der Bearbeitung großer Stoffstücke ist das schön.

Insgesamt ist die Juki der Pfaff Expression 3.5 nur knapp überlegen. Am Ende entschied das Bauchgefühl, denn in ihren Funktionen sind sich beide Modelle sehr ähnlich. Im Ganzen fühlt sich die Juki allerdings harmonischer an und war für uns intuitiver bedienbar. Vor allem das leise, surrende Geräusch beim Nähen war sehr angenehm. So etwas ist einfach eine Wohltat für die Ohren, wenn man viel näht oder geräuschempfindlich ist.

Einen Wermutstropfen hat die Juki: Sie ist mit 9,5 Kilogramm schwerer als die meisten übrigen getesteten Modelle. Zum Transport von einem ins andere Zimmer oder zum Nähkurs außer Haus ist das nicht gerade ideal. Dafür hat die Maschine einen sehr breiten Tragegriff, der ein stabiles Tragen ermöglicht. Das Gerät kippt weder zur einen noch zur anderen Seite ab, sondern bleibt mittig.

Alle, die sich beim Nähen etwas Luxus gönnen möchten, treffen mit der Juki HZL-DX3 eine richtig gute Entscheidung. Allerdings ist sie eher ein Kandidat für Fortgeschrittene als für Anfänger.

Außerdem getestet

Pfaff Expression 3.5

Die Pfaff Expression 3.5 ist eine wunderbare Nähmaschine. Sie bringt alle Vorteile und Funktionen eines computergesteuerten Modells mitsamt zahlreicher Stichprogramme auch zum Verschönern. Zusammen mit der Juki HZL-DX3 gehört sie zur absoluten Top-Liga. Wir hatten unsere liebe Mühe zu entscheiden, welche von beiden wir besser finden. Nur Nuancen gaben den Ausschlag dafür, dass die Pfaff Expression 3.5 im Gesamturteil nicht ganz so gut abschnitt.

Bei einigen Funktionen ist die Pfaff sogar besser als die Juki. Zum Beispiel hat die Pfaff Expression 3.5 mit gleich zwei LED-Lichtern den hellsten Arbeitsraum von allen Testmaschinen überhaupt. Das ist super für die Arbeit abends und Schattenbildung wird verhindert. Und die Nähfläche rechts neben der Nadel ist die größte von allen, was bei großen Stoffmengen schön ist.

Außerdem näht die Pfaff flüssig und leise und packt problemlos dünne sowie dicke Stoffe, etwa mehrere Lagen Jeans. Wenn der Motor zu überlasten droht, legt er eine Pause ein. Auch in Sachen Optik und Bedienung ist die edle Computer-Maschine absolut empfehlenswert und der optionale Obertransport (IDT-System von Pfaff) trägt zur guten Qualität der Nähergebnisse bei – Eigenschaften, die auch ihre manuelle Schwester, die Pfaff Select 3.2 mitbringt.

Alles in allem fiel uns die Arbeit mit der Juki aber einen Tick leichter als mit der Pfaff Expression 3.5 – was jedoch reine Geschmacksache ist.

Sehr stilvoll ist auch die in Weiß und Anthrazit gehaltene Bernette b38. Sie wirkt aufgrund ihrer Maße von 39 x 30 x 17 Zentimetern kompakter als andere Testgeräte. Mit insgesamt 394 Stichen, darunter sind 67 Zierstiche und 8 Knopflöcher, hat das Gerät einiges zu bieten. Mustereinstellungen können individuell gespeichert werden, Nähen ohne Fußpedal ist möglich, ein automatischer Geschwindigkeitsregler und alles, was eine Computer-Nähmaschinen sonst noch ausmacht, sind vorhanden.

Die Bernette b38 macht auch bei schnellerem Tempo gut mit und bleibt standfest. Ein Highlight ist der sechsstufig verstellbare Nähfußdruck, der bei dickeren Stoffen – etwa beim Ausbessern oder Schneidern von Jacken oder Hosen – fester eingestellt wird und bei elastischem Material lockerer. Der Nähfußdruck ersetzt zwar keinen Obertransport, hilft aber dem Transporteur, den Stoff unten besser zu greifen.

Positiv aufgefallen ist uns auch die aufgeräumte Anordnung der Funktionsbereichs mit Bedienfeld und dem kontrastreichen Display. Von der Bedienung her war die Bernette b38 eine der Computer-Maschinen, bei der wir mit am schnellsten durchgeblickt haben. Neben der Bedienungsanleitung bietet der Hersteller auf seiner Homepage auch ein Tutorial zur Maschine an.

Für manche mag der Preis des Geräts zu hoch sein, wir hadern aber nicht damit, weil die Verarbeitungsqualität einen guten Eindruck macht. Außerdem gehören acht verschiedene Nähfüße, eine hartschalige Kofferhaube und eine großer Anschiebetisch zum mitgelieferten Zubehör, für den sonst je nach Maschine zwischen 50 und 100 oder mehr Euro fällig werden. Wir ziehen die Bernette b38 jedenfalls der ebenfalls aus der Schweiz stammenden, kompakt gebauten Bernina B 215 vor.

Von der Bernina B 215 waren wir leider ziemlich enttäuscht. Für rund 700 Euro hatten wir mehr erwartet. Gut, die Computer-Maschine ist robust verarbeitet: Auch kleine Teile, wie etwa der Nähfußlifterhebel, sind aus Metall. Und das Gerät ist leicht bedienbar. Allerdings gibt es mit elf Stichprogrammen nicht allzu viel Auswahl. Sie werden direkt über Knopfdruck angewählt. Danach erscheinen auf dem Display der gewählte Stich, die Stichlänge und -breite sowie das zum Stich empfohlene Nähfußsymbol. Mit Knopftasten können Stichbreite und -länge verändert werden.

Die Bedienung ist im Vergleich zu einigen anderen Modellen sehr simpel. Was uns aber nicht gefällt, ist die geringe Stichauswahl. Neben den gängigsten Nutzstichen hatten wir zumindest eine kleine Auswahl an hübschen Zierstichen erwartet. Abgesehen davon hat die Bernina B 215 keinen automatischen Fadenabschneider. Schlimmer wiegt allerdings die Tatsache, dass Knopflöcher nicht automatisch genäht werden können, sondern nur manuell in vier Stufen. Das finden wir angesichts des Preises inakzeptabel.

Bei Nähmaschinen kann das Einfädeln des Oberfadens eine heikle, weil nervige Sache sein. Außerdem passieren dabei die meisten Fehler, die zum Beispiel dafür sorgen, dass der Faden immer reißt. Auf die Schulter klopfen kann man diesbezüglich den Konstrukteuren der computergesteuerten Singer Curvy 8763: Sie verfügt über eine super einfache Einfädeltechnik, bei der man nicht viel falsch machen kann: Anders als bei allen anderen Testkandidaten verläuft der Faden ohne Umwege vom Kopf her nach unten zur Nadel – das ist nicht nur für Ungeübte eine tolle Sache. Angetan waren wir auch von dem vereinfachten Gebrauch des integrierten Nadeleinfädlers: Garn einlegen, Taste drücken und schon flutscht der Faden durchs Nadelöhr.

Weniger gefallen haben uns die unübersichtliche Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen und auch das Fehlen einiger Funktionen: So ist Nähen ohne Fußpedal ebenso wenig möglich wie eine Geschwindigkeitsregulierung per Schieber. Wer allerdings sowieso nur mit Fußpedal näht, dürfte das nicht vermissen. Etwas überholt wirkte auf uns auch das Bedienfeld mit den Musterwahltasten.

Im Praxistest kam die Singer Curvy 8763 mit den getesteten Stoffen ganz gut zurecht. Die Knopflöcher waren ordentlich, der Overlock-Stich im Baumwoll-Sweatstoff tut es auch. Nur bei der dünnen Seide müssten wir länger mit der Oberfadenspannung hantieren, bis wir wellenfreie Zickzackstiche hatten. Das ist kein Minus – man braucht eben Zeit, um eine Maschine kennenzulernen. Insgesamt fanden wir das Modell aber etwas zu schwerfällig.

Das optisch auffälligste Modell im Test war unsere knallrote Toyota Oekaki 50 Renaissance. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Weiß- oder Grautönen tat es ganz gut, etwas ganz anderes zu sehen. Insgesamt gibt es die Computer-Nähmaschine in sechs verschiedenen Farben, darunter auch Grün, Schwarz und Türkis.

Mit der organischen Form der Anstellbox vor dem Freiarm weicht das japanische Modell auch von den sonst üblichen Bauweisen in dem Bereich ab. Wem besondere Formen gefallen, der dürfte sich davon angezogen fühlen.

Doch Hingucker sein reicht leider nicht: Minuspunkte gibt es für das Gehäuse aus wenig hochwertig wirkendem Kunststoff. Das verarbeitete Material sieht recht billig aus und das Gehäuse riecht etwas unangenehm – allerdings nur aus allernächster Nähe. Was mit der Zeit womöglich nachlässt.

Außerdem kann keine Rede vom Tragekomfort sein, denn zum Tragen der Maschine muss man mit einer Aussparung am Gehäuse vorliebnehmen, was nicht komfortabel ist. Zudem ist die Stichauswahl nicht direkt wählbar, stattdessen muss man sich umständlich bis zum gewünschten Stich »durchklicken« .

Ziemlich weit aus dem Fenster lehnt sich der Hersteller mit dem Versprechen, einen richtig dicken Packen Jeans verarbeiten zu können: Bis zu zwölf Lagen sollen es sein. Das konnten wir in unserem Test nicht bestätigen. Lediglich sieben Lagen gelangen uns solide. Insgesamt ist der Konkurrent W6 Wertarbeit N 5000 in puncto Nähqualität in dieser Preisklasse überzeugender.

Was wir nicht getestet haben, ist die Freihandstickfunktion der Toyota Oekaki 50 Renaissance – eine Besonderheit der Maschine mit womöglich herausragenden Stärken.

W6 Wertarbeit N 5000

Solide Näharbeiten verrichtet die in weiß-rot gehaltene W6 Wertarbeit N 5000 sowohl bei elastischen als auch festen Stoffen. Auch die vollautomatischen Knopflöcher sind in Ordnung. Anders als viele andere Testgeräte hat sie einen Obertransportfuß beim mitgelieferen Zubehör dabei. Gefreut haben wir uns über das Einführungsvideo auf der Homepage des Herstellers. Für ein Computer-Modell fanden wir sie jedoch etwas zu laut.

Mit ihren knapp 300 Nähprogrammen kann die Computer-Maschine für alle interessant sein, die nicht nur einfache Arbeiten planen, sondern auch Wert legen auf Zierstiche, aufs Quilten oder Freihandnähen.

Die zehn Jahre währende Garantie lässt auf Langlebigkeit hoffen. Für die lange Garantie muss man sich auf der Homepage des Herstellers registrieren, genau wie bei ihrer mechanischen Schwester W6 Wertarbeit N 1235/61 und der computergesteuerten Carina R-evoultion 2020.

Im Vergleich zur günstigeren Carina wirkt die rund zwei Kilogramm schwerere W6 Wertarbeit N 5000 zwar robuster, präsentiert aus unserer Sicht aber keine weiteren Vorteile, die ihren etwas höheren Preis rechtfertigen.

Husqvarna Viking Tribute 145C

Eindeutig in die Kategorie »hochpreisig« gehört hier die Husqvarna Tribute 145C. Das elegante, weiß-rote Computer-Modell wurde zum 145. Jubiläum der schwedischen Marke auf den Markt gebracht. Als Bonbon gibt es drei Nähfüße gratis; Kräusel- und Litzenfuß sowie einen transparenten Paspelfuß. Heute gehört die ursprünglich schwedische Marke, wie auch die Marke Singer, übrigens zum SVP-Konzern auf den Bermudas.

Mit der Husqvarna Tribute 145C können auch große Projekte angegangen werden, einschließlich dem Speichern von individuellen Musterkombinationen. Die Resultate im Praxistest waren wirklich gut.

Warum sie dennoch nicht zu den Favoriten gehört? Erstens fanden wir sie insgesamt zu laut für ein Computer-Modell. Nicht nur beim Nähen, auch der automatische Fadenabschneider »knattert« heftig. Zweitens klappte die Bedienung auf dem Display nicht immer auf Anhieb. Manchmal musste man wiederholt und fester auf die Bedientasten drücken, damit der gewünschte Befehl ausgeführt wird – wahrscheinlich alles eine Sache der Gewöhnung. Wer regelmäßig mit der Husqvarna Tribute 145C näht, wird sich darauf einstellen.

Drittens kann die Funktion des Unterfadenwächters hier etwas nervig sein: Wenn der Unterfaden zur Neige geht, erschient eine Popup-Meldung, die darauf hinweist, und der Nähprozess kommt zum Stillstand. Wenn man den Faden bis zum Ende aufbrauchen möchte, näht man weiter, aber die Meldung poppt nach kurzer Zeit erneut auf und die Maschine bleibt wieder stehen. So geht es einige Male, bis der Faden alle ist.

Black ist beautiful – bei der Toyota SuperJ 15 jedoch nur auf den ersten Blick. Das schwarze Gehäuse des mechanischen Modells springt sofort ins Auge, auf den zweiten Blick wirkt die Form etwas klobig. Mit dem Schriftzug »Super Jeans« im Kopfbereich zeigt der Hersteller, wofür das Gerät stehen soll, nämlich für das kraftvolle Nähen von Jeans: Zwölf Lagen soll die Maschine mühelos schaffen. In unserem Test ist das nicht gelungen. Wir haben bei sieben Lagen aufgehört, mit dem Gleitfuß darüber zu fahren. Und da kam es uns schon vor, als mühe sich die Maschine ziemlich ab. Etwas zu schaffen ist eine Sache, die andere ist das Wie. Damit meinen wir die Qualität der Stiche – die ist bei so vielen Lagen nicht mehr ganz präzise.

Außerdem ist die Bedienungsanleitung nicht sonderlich anwenderfreundlich, vielleicht sogar lieblos: Als Kurzanleitung liegt ein unübersichtliches Faltblatt in mehreren Sprachen bei, die Anleitung auf Deutsch muss man sich von der mitgelieferten CD hrunterladen.

Für uns steht die Toyota SuperJ 15 eindeutig hinter der W6 Wertarbeit N 1235/61, die auf dem gleichen Preisniveau liegt.

Ein interessantes Bild gibt der kleinste unserer Testkandidaten ab: Die Uten Mini ist nur 27 x 26 x 12 Zentimeter groß und 2,4 Kilogramm schwer. Das mechanische Leichtgewicht verfügt mit einer Geschwindigkeitsregulierung per Schieber und horizontalem Einlegen der Spule sogar über Elemente moderner Maschinen. Hut ab! Als einzige im Test läuft sie zudem mit Batterien, was auf Reisen hilfreich sein könnte.

Empfehlen können wir das Gerät dennoch nicht. Wir sind weder mit der Verarbeitung, noch mit der Bedienung oder der Lautstärke zufrieden. Als störend empfanden wir auch ihr geringes Gewicht und das äußerst kleine Fußpedal zur Geschwindigkeitsregulierung. Außerdem sind Stichbreite und Stichlänge vorgegeben, lassen sich also nicht verändern.

Sicher: Sie näht geradeaus und bekommt auch andere Stiche je nach Stoff mehr oder weniger zufriedenstellend hin. Doch selbst als Einstiegsmaschine erscheint sie uns ungeeignet, weil sie keinesfalls Freude am Nähen auslöst. Im Gegenteil: Vielleicht verliert der eine oder andere damit gänzlich seine anfängliche Lust am Nähen. Zum Einstieg wäre eine Maschine wie die Singer Tradition 2250 die bessere Wahl.

Singer Tradition 2250

Zwischen der Singer Tradition 2250 und der Uten Mini liegen Welten. Dabei sind die beiden mechanischen Modelle preislich nur etwa 50 Euro auseinander. Weil die größere Singer mit ihren sechs Kilo schwerer ist, steht sie viel stabiler auf dem Tisch. Per Handrad, also ganz typisch für die Bedienung von mechanischen Nähmaschinen, werden die Stiche ausgewählt. Dank der Einfädelhilfe gibt es keine große Fummelei, um den Faden durchs Nadelöhr zu ziehen.

Hinsichtlich der Nähqualität ist die Singer Tradition 2250 vielfältig einsetzbar, etwa für Änderungen, Ausbesserungen und sicher auch zum Fertigen des ein oder anderen Kleidungsstücks. Ihr Freiarm ist durchschnittlich groß, sodass auch Ärmel prima genäht werden können. Das Zubehör kann wie bei allen anderen Maschinen – außer der Bernina B15 – in der Anschiebebox verstaut werden.

Im Praxistest kam die mechanische Maschine beim Nähen mit dem Jeans- und Sweatstoff gut zurecht. Beim Transport des Walkstoffs stockte es manchmal etwas und die dünne Seide machte ihr zu schaffen – das Resultat war nicht ganz wellenfrei. Wer aber einfache Stoffe verarbeiten möchte, kann mit dieser Maschine einiges anfangen. Sie ist definitv zu mehr zu gebrauchen als nur zum Testen, ob Nähen zum Hobby werden könnte.

Gewaltig stört uns allerdings, dass bei der Singer Tradition 2250 die Stichbreite nicht einstellbar ist und sie keinen Overlock-Stich hat, sodass ein wirklich sauberes Vernähen von Stoffteilen nicht möglich ist. Unser Testsieger dagegen, die nur etwas teurere W6 N 1235/61, bietet auch das.

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Kommentare

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Tom
Tom

Hallo liebes Alles Beste Team, könntet ihr vielleicht auch den Hinweis geben, welche Nähmaschine für Leder geeignet ist..?
LG und Danke für Eure tollen Tests.