Die beste NAS für Einsteiger

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NAS für Einsteiger Test: Alle NAS Im Test

Wer bisher nur wenig Erfahrungen mit NAS-Geräten gesammelt hat, findet im WD My Cloud EX2 Ultra einen Netzspeicher mit allen wichtigen Funktionen, die unter einer erfreulich übersichtlichen Weboberfläche zusammengefasst sind. Die beiliegenden Tools für den einfachen NAS-Zugriff samt Datensicherungen, eine ausführliche Dokumentation und der komfortabel einzurichtende Fernzugriff machen die WD My Cloud Ex2 Ultra zur besten NAS für Einsteiger.

Update 9. August 2018

Wir haben fünf neue NAS getestet und den Testbericht komplett überarbeitet. Unsere neue Top-Empfehlung ist die WD My Cloud EX2 Ultra.

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13. Januar 2017

Die WD My Cloud Mirror ist unserer Meinung nach immer noch die beste NAS für Privatnutzer. Daher ist sie weiterhin unsere Top-Empfehlung. Allerdings haben wir zwei neue Alternativen von Synology und QNAP für ambitionierte Heimanwender und Profis hinzugefügt.

22. Dezember 2015

Für Windows Phone steht derzeit keine My Cloud App von WD zur Verfügung. Der Artikel wurde entsprechend ergänzt.

20. November 2015

Western Digital hat die zweite Generation der WD My Cloud Mirror vorgestellt. Sie kommt mit einem etwas schnelleren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher. Da die Versionen mit 4 und 6 TB kaum teurer ist als die der ersten Generation, empfehlen wir diese. Wer mehr Speicherplatz benötigt, sollte hingegen noch zur alten Version greifen, da diese wesentlich günstiger ist. Die minimalen Unterschiede in der Hardware dürften die meisten Nutzer kaum bemerken.

18. September 2015

Die WD My Cloud Mirror ist immer noch die beste Netzwerkfestplatte für die meisten Leute. Mit der QNAP TS-131 haben wir eine neue Alternative für anspruchsvollere Nutzer hinzugefügt.

Die Abkürzung NAS steht für »Network Attached Storage«, also einen Datenspeicher, der mit dem Netzwerk verbunden ist und damit von beliebigen Geräten in diesem Netzwerk erreichbar ist. Über die Benutzer- und Zugriffsverwaltung im Webmenü der NAS lässt sich einstellen, welcher Benutzer im Heimnetz welche Inhalte abrufen kann (Leseberechtigung) oder sogar verändern darf (Schreibberechtigung).

Damit die NAS als zentraler Speicher im Heimnetz möglichst gut erreichbar ist, wird sie in der Regel per Netzwerkkabel mit einem freien LAN-Anschluss des Routers verbunden.

Als Netzwerkspeicher hat eine NAS gegenüber einem herkömmlichen USB-Speicher (externe Festplatte, USB-Stick) einige Vorteile: Alle Geräte im Heimnetz, wie beispielsweise PCs, Notebooks, Tablets, Smartphones, aber auch Smart-TVs oder Spielekonsolen, können jederzeit und sogar gleichzeitig auf die Inhalte der NAS zugreifen.

Als Netzwerkspeicher hat eine NAS gegenüber einer herkömmlichen Festplatte einige Vorteile

Man muss also nicht mehr ständig externe Festplatten umstecken oder nach verlegten Speichersticks suchen. Selbst Smartphones oder Tablets, die ja in der Regel keine passende USB-Schnittstelle besitzen, können per App auf das komplette Fotoarchiv oder die gerippte DVD-Sammlung auf der NAS zugreifen.

Wir haben acht NAS-Modelle von fünf verschiedenen Herstellern getestet und uns dabei überwiegend auf Geräte für unter 200 Euro konzentriert. Die meisten NAS in unserem Test besitzen zwei Laufwerkseinschübe, die man im Fachjargon auch als bay bezeichnet. Jedes 2-Bay-NAS-Gerät bietet somit Platz für zwei interne Festplatten. Es gibt aber auch Geräte mit fest verbauten Festplatten.

Die Preise unserer Testkandidaten als Leergehäuse reichen von günstigen 95 Euro bis zu 173 Euro. Wer sich ein solches NAS-Leergehäuse zulegt, muss also noch zusätzlich den Preis für zwei interne 3,5-Zoll-Festplatten einplanen – oder man hat diese bereits zu Hause vorliegen.

Alternativ gibt es jedes von uns getestete NAS-Modell im Online-Handel auch mit bereits vorinstallierten Festplatten in diversen Kapazitäten – und natürlich je nach verbauter Speicherkapazität entsprechend teurer als der Preis für das Leergehäuse. Dafür spart man sich dann den separaten Kauf und den Einbau der Platten in die NAS.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

WD My Cloud EX2 Ultra

Test NAS für Heimanwender: WD My Cloud EX2 Ultra
NAS-Einsteiger erhalten hier eine tolle Kombination von Leistung, Funktionalität und Bedienbarkeit zum angemessenen Preis.

Die WD My Cloud EX2 Ultra ist erfreulich schnell im Heimnetz einsatzbereit, selbst wenn man sich für den Kauf eines Leergehäuses entscheidet. Der Einstieg ins Webmenü der NAS erfolgt über das übersichtlich strukturierte Dashboard, auch alle weiteren Einstellungsmöglichkeiten sind übersichtlich und werden oft mit eingeblendeten Infos erklärt. Nützliche Tools des Herstellers erleichtern den Zugriff auf das Webmenü der NAS samt deren Freigabeordner und ermöglichen automatisierte Backups vom PC auf die NAS oder Synchronisieren Inhalte zwischen der NAS und verschiedenen Clients. Die flotten Übertragungsraten der WD My Cloud EX2 Ultra überzeugen uns ebenso wie ihre Energiesparfunktionen und küren das Gerät zum Testsieger.

Funktionswunder 1

QNAP TS-228A

Test NAS für Heimanwender: Qnap TS-228A
Leistungsfähige, kompakte Multifunktions-NAS mit Snapshot-Sicherung für ambitionierte Heimnetzwerker.

Die Qnap TS-228A ist das kompakteste Gerät in unserem Test und bietet zusammen mit dem Modell von Synology die mit Abstand größte Funktionalität im Testfeld, nicht zuletzt wegen dessen Erweiterungsmöglichkeit durch zahlreiche NAS-Apps. Eine Empfehlung für alle, die sich mit NAS-Geräten bereits etwas besser auskennen oder etwas dazulernen wollen.

Funktionswunder 2

Synology DS218j

Test NAS für Heimanwender: Synology DS218j
Multifunktionale, leistungsstarke NAS mit Ordner-Verschlüsselung für den ambitionierten Heimnetzwerker.

Synologys DS218j spielt in derselben Liga wie die NAS von Qnap und wartet mit einer enormen Funktionsvielfalt auf, die sich durch eine große Anzahl verfügbarer Apps zusätzlich erweitern lässt. Als Einstiegs-NAS können wir dieses Gerät, ähnlich wie das von Qnap, vornehmlich den etwas ambitionierteren Heimnetzwerkern empfehlen.

Vergleichstabelle

TestsiegerFunktionswunder 1Funktionswunder 2
Modell WD My Cloud EX2 Ultra QNAP TS-228A Synology DS218j Zyxel NAS326 Thecus N2350 WD My Cloud Mirror WD My Cloud
Test NAS für Heimanwender: WD My Cloud EX2 UltraTest NAS für Heimanwender: Qnap TS-228ATest NAS für Heimanwender: Synology DS218jTest NAS für Heimanwender: Zyxel NAS326Test NAS für Heimanwender: Thecus N2350Test NAS für Heimanwender: WD My Cloud MirrorTest: NAS für Heimanwender: WD My Cloud (2 TB)
Pro
  • Sehr übersichtliche Weboberfläche
  • Einfache Installation, auch für den Fernzugiff vom Smartphone aus
  • Übersichtliche Benutzer- und Freigabeverwaltung
  • 3 Jahre Garantie für vorkonfiguriertes Gerät
  • Tools für Zugriff/Backup/Sync
  • Enorme Funktionalität und Erweiterbarkeit (Apps)
  • Umfassende Backup- und Sync-Möglichkeiten
  • Datenwiederherstellung über Snapshots möglich
  • Kompaktes Gehäuse mit geringem Platzbedarf
  • Festplatten werden ohne Schraubenzieher installiert
  • USB-Copy-Taste (programmierbar)
  • Enorme Funktionalität und Erweiterbarkeit (Apps)
  • Umfassende Backup- und Sync-Möglichkeiten
  • Einzelne Freigabeordner können verschlüsselt werden
  • Sehr günstige 2-Bay-NAS
  • Auch für den Einbau für 2,5-Zoll-Festplatten geeignet
  • USB-Copy-Taste (programmierbar)
  • Abschließbare Laufwerksschlitten
  • Auch für den Einbau für 2,5-Zoll-Festplatten geeignet
  • USB-Copy-Taste (programmierbar)
  • Einfache Anwendung
  • Zwei Festplatten bereits integriert
  • Günstiger als unser Testsieger
  • Für Backups völlig ausreichend
Contra
  • Kein Zeitplan für Backups auf USB-Speicher
  • Kein Netzschalter
  • Funktionalität könnte manchen NAS-Einsteiger überfordern
  • Benötigt sehr lange (etwa 5 Minuten) für das Herunterfahren
  • Funktionalität könnte manchen NAS-Einsteiger überfordern
  • Nach dem Setup müssen zunächst Freigabeordner angelegt werden
  • Für Freigabeordner ohne Zugriffsbeschränkung muss das Gast-Konto aktiviert werden
  • Auf- und abschwellender Ventilator im Energiesparmodus kann stören
  • Dateiexplorer erlaubt kein Kopieren von Dateien auf der NAS
  • Kein Fernzugriff bei DS-Lite
  • Handbuch und Online-Hilfe englischsprachig
  • Beim Setup muss die feste IP-Adresse der NAS umgestellt werden
  • Weboberfläche tlw. schlecht eingedeutscht, keine Online-Hilfe
  • Fährt die Festplatten im RAID-1-Betrieb nicht in den Sleep-Modus
  • Kapazitätsnutzung der Festplatten für Neueinsteiger irreführend
  • Nur eine Festplatte
  • Keine erweiterten Funktionen
Bester Preis
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Was können NAS im Heimnetz?

Jedes NAS-Gerät für das Heimnetz läuft – ähnlich wie ein PC oder Notebook – mit einem eigenen Betriebssystem, das viele Einstellungsmöglichkeiten oder auch wichtige Informationen für den Nutzer bereithält. Da eine NAS in der Regel keinen eigenen Monitor und auch keine Tastatur besitzt, greift man vom Browser eines beliebigen PCs oder Notebooks im Heimnetz auf die Einstellungen der NAS zu.

Man muss kein IT-Profi sein, um eine NAS zu verwalten

Meist gelangt man durch Eingabe einer bestimmten Webadresse auf das Webmenü der NAS, alternativ bietet jeder NAS-Hersteller auch ein entsprechendes Tool für Windows (und häufig auch Mac OS) an, das die Verbindung zur NAS mit einem Klick herstellen kann. Dabei geben sich die Hersteller inzwischen immer mehr Mühe, die Software so zu gestalten, dass man kein IT-Profi sein muss, um alles zu verstehen.

Im Webmenü der NAS lassen sich dann grundlegende Einstellungen vornehmen, wie beispielsweise das Anlegen von Freigabeordnern und Benutzern. Letzteren kann man dann Lese- oder Schreibzugriff auf diese Freigabeordner erteilen – oder den Zugriff auf bestimmte Ordner verbieten.

Für den NAS-Einsteiger ist vor allem diese Zugriffsverwaltung anfangs nur schwer zu durchschauen. Hinzu kommt, dass jeder NAS-Hersteller bei der Zugriffsverwaltung sein eigenes Süppchen kocht, was die Sache nicht unbedingt leichter macht.

Unser Testsieger WD My Cloud EX2 Ultra gibt sich hier durchaus einsteigerfreundlich, da das Gerät von Haus aus jedem neu angelegten Benutzer gleich einen eigenen Speicherbereich (Freigabeordner) zuteilt und zusätzlich einen öffentlichen Freigabeordner bereitstellt, auf das man auch ohne Benutzerkonto zugreifen kann. Überhaupt ist hier die Zugriffsverwaltung mit den verschiedenen Freigabeordnern und ihren zugriffsberechtigten Benutzern sehr übersichtlich dargestellt und lässt sich auch vergleichsweise einfach bearbeiten.

Bei den meisten anderen NAS-Geräten im Test wird in der Grundkonfiguration wenigstens ein öffentlicher Freigabeordner angelegt, der oft auch als Public-Ordner (engl. für öffentlich) bezeichnet wird. Auf diese Freigabeordner kann man direkt und ohne die Eingabe von Zugangsdaten zugreifen, zum Beispiel über das Menü Netzwerk im Windows Explorer – und muss erst einmal keine weiteren Einstellungen im Webmenü der NAS vornehmen.

 NAS für Einsteiger Test: Wd Freigaben
Welcher Benutzer mit welchen Rechten auf eine Freigabe zugreifen darf, ist in der WD My Cloud EX2 Ultra übersichtlich gelöst.

Behalten Sie jedoch immer im Hinterkopf, dass auch jeder andere Anwender (oder Programme) in Ihrem Heimnetz vollen Zugriff auf die nicht geschützten Public-Ordner haben, und deren Inhalte verändern oder löschen können. Sie sollten sich also besser früher als später mit der Zugriffsverwaltung Ihrer NAS vertraut machen. Und dazu werden Sie leider auch mal einen Blick in das PDF-Handbuch der NAS werfen müssen.

Die NAS als Medienserver

Wer die erste Hürde genommen und bereits damit begonnen hat, seinen neuen Netzwerkspeicher mit Daten zu füllen, darf sich spannenderen Themen widmen, wie zum Beispiel der Funktion des Medienservers – oft die am meisten genutzte Funktion einer NAS in Privathaushalten. Denn damit lassen sich Videos, Bilder und Musikdateien, die auf der NAS gespeichert sind, ohne besondere Zugriffsberechtigungen im Heimnetz freigeben. So sind die Fotos und Videos von jedem Familienmitglied auf Wunsch immer automatisch für alle abrufbar. Sie müssen nur die entsprechenden Freigabeordner im Webmenü der NAS markieren, sodass der Medienserver diese Multimedia-Dateien in sein Verzeichnis aufnimmt. Danach holen Sie sich das Fotoarchiv oder die Filmsammlung von Ihrer NAS direkt auf das Smart-TV im Wohnzimmer, aufs Laptop oder auf Ihr Tablet oder Smartphone.

Mit dem Medienserver einer NAS kann man Fotos und Videos ganz einfach für die ganze Familie freigeben

In einem Mehrpersonenhaushalt können auch mehrere Personen gleichzeitig von unterschiedlichen Geräten aus Inhalt vom Medienserver genießen. So gibt es keinen Ärger mehr mit Umstecken, verlegten USB-Speichern oder nicht vorhandenen Schnittstellen.

Alle unserer NAS-Geräte im Test besitzen einen solchen Medienserver – oder bieten einen als kostenlose NAS-App zur Installation an. Praktisch: Auf den Medienserver der NAS können nahezu alle netzwerkfähigen Abspielgeräte wie Smart-TV, Konsolen, Internetradios usw. zugreifen, wenn diese ebenfalls mit dem Heimnetz verbunden sind. Wählen Sie im Abspielgerät als Quelle oder Source einfach die Option Medienserver aus.

Da die Geräte nicht direkt, sondern nur über den Medienserver auf die Inhalte der NAS zugreifen, müssen Sie keine Zugangsdaten eingeben. Zudem besteht auch keine Gefahr, dass Ihre Medienschätze beim Betrachten am Fernseher versehentlich gelöscht werden.

Dieser Vorgang, bei dem Videos, Musik oder Bilder von einem Medienserver (hier: die NAS) über das Netzwerk auf ein Wiedergabegerät (Smart-TV, Player…) übertragen und abgespielt werden, heißt übrigens Streaming. Das ist vom Prinzip her dasselbe wie die Nutzung eines Streamingportals à la Netflix, Amazon Prime, Spotify & Co., nur dass Ihr NAS-Medienserver eben nicht im Internet, sondern lokal im Heimnetz steht.

 NAS für Einsteiger Test: Wd Freigaben
In der WD-NAS lässt sich der Medienserver für jeden Freigabeordner separat ein- oder ausschalten.

Doch moderne NAS-Geräte eigenen sich nicht nur als Datenspeicher und Medienserver im Heimnetz, sondern stehen Ihnen mit gewissen Einschränkungen auch dann zu Diensten, wenn Sie gerade nicht zu Hause, sondern an irgendeinem anderen Internetzugang angemeldet sind (bei Freunden, in der Arbeit, im Urlaub…).

Fernzugriff und automatischer Abgleich

Über eine entsprechende App oder ein Webportal des NAS-Herstellers erhalten Sie auch von unterwegs direkten Zugriff auf den Bildordner Ihrer NAS zu Hause. Das Gleiche gilt, wenn Sie bei Ihrem Steuerberater oder auf einem Kundentermin sind und dringend ein bestimmtes Dokument aus dem Arbeitsordner Ihrer NAS benötigen.

Einige moderne NAS-Speicher verwenden den Fernzugang, um einzelne Dateien oder komplette Verzeichnisse automatisch zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren. Ein Beispiel: Sie ändern eine Excel-Datei, die auf der Festplatte Ihres Büro-PCs gespeichert ist, und löschen außerdem mehrere Bilddateien. Durch die Synchronisierungsfunktion wird dieselbe Excel-Datei, die sich im korrespondierenden Ordner auf der Festplatte Ihres Notebooks zu Hause befindet, ebenfalls geändert und auch die Bilddateien werden gelöscht.

Damit die Synchronisation funktioniert, muss auf allen beteiligten Rechnern eine Client-Software des NAS-Herstellers installiert und die entsprechenden Sync-Ordner eingerichtet werden. Die Synchronisation läuft dabei immer über einen zentralen Sync-Ordner auf der NAS. Hier ist es auch möglich, mehrere Versionen von geänderten oder gelöschten Dateien aufzubewahren – und im Notfall wiederherzustellen.

In unserem Testfeld unterstützen die NAS-Geräte von Western Digital (WD), Qnap und Synology diese überaus nützliche Synchronisierungsfunktion.

Fernzugriff auf die NAS

Damit der Fernzugriff und damit auch die davon abhängende Synchronisierungsfunktion an allen Internetzugängen funktioniert, werden die NAS-Geräte vom Hersteller über einen so genannten Relay-Server ans Internet angebunden. Ohne Relay-Server sind NAS-Geräte, die über einen so genannten DS-Lite-Anschluss ans Internet angebunden sind, nicht mehr von außen zu erreichen. Wenn Sie also unbedingt den Fernzugriff auf Ihre NAS nutzen möchten, sollten Sie ein Gerät mit Relay-Dienst vorziehen.

 NAS für Einsteiger Test: Synology Einrichtung Quickconnect Konto
Auch bei Synology legt man das (Quickconnect-) Konto für den Fernzugang am besten gleich beim Setup der NAS an.

Bedenken Sie jedoch, dass es nicht sinnvoll ist, Verzeichnisse mit mehreren Gigabytes oder gar die komplette HD-Videosammlung über einen Fernzugang zu synchronisieren. Dafür sind die Online-Verbindungen eines durchschnittlichen Privathaushaltes in Deutschland auf absehbare Zeit noch viel zu langsam. Die verteilte Synchronisierung bietet sich eher für ausgewählte, häufig genutzte Dokumente oder aktuelle Projektdaten an.

 

Problem Datensicherung

Es gibt auch NAS, die nur eine interne Festplatte haben (1-Bay-NAS). Von diesen raten wir aber ab. Der Grund: Wenn dieses eine Laufwerk plötzlich nicht mehr funktioniert, sind alle auf der NAS gespeicherten Daten verloren. Und jeder, der schon einige Jahre mit Festplatten zu tun hatte, weiß: Festplatten können leider jederzeit ihren Geist aufgeben.

Unserer Meinung nach sollte eine NAS grundsätzlich so betrieben werden, dass alle darauf gespeicherten Daten den Ausfall einer internen Festplatte überstehen können. Bei einer 2-Bay-NAS bedeutet das: Sie verwenden zwei Festplatten des gleichen Modells – oder zumindest mit dem gleichen Format (z. B. 3,5 Zoll), der gleichen Speicherkapazität (z. B. je 4 Terabyte) und der gleichen Umdrehungsgeschwindigkeit (z. B. 5400 Umdrehungen pro Minute).

Einzige Ausnahme: Wenn Sie die Netzwerkfestplatte ausschließlich für Backups für Ihre Laptops und Smartphones im Haushalt nutzen, reicht auch eine Festplatte aus. Denn Ihre Daten liegen dann ja sowohl einmal auf dem Laptop und einmal auf der NAS vor. Dass die Speicher beider Geräte gleichzeitig kaputt gehen, ist sehr unwahrscheinlich. Aber aufgepasst: Lagern Sie Daten auf die NAS aus, um auf Ihrem Laptop Platz zu schaffen, verfügen Sie für diese Daten über keine Sicherungskopie mehr! Mit einer 2-Bay-NAS sind Sie dagegen immer auf der sicheren Seite.

Bei einem RAID-1-System werden alle Daten, die Sie auf der NAS ablegen, automatisch auf zwei Festplatten gesichert

Bei der Einrichtung einer 2-Bay-NAS geben Sie über den Setup-Assistenten an, dass die beiden Festplatten zu einem RAID-1-System zusammengeschlossen werden. Dieses System wird auch als Plattenspiegelung bezeichnet. Dabei werden alle Daten, die Sie auf der NAS ablegen, in zweifacher Ausfertigung gespeichert: Eine Version der Datei kommt auf die interne Platte 1 und die zweite, identische Version der Datei kommt auf die interne Platte 2. Fällt eines der beiden Speichermedien aus, sind die Dateien immer noch vollständig auf der anderen Festplatte vorhanden.

 NAS für Einsteiger Test: Qnap Einrichtung Volumes
Bei Qnap werden Raidsystem und Datenvolumes über einen Setup-Assistenten eingerichtet.

Natürlich können Sie mit RAID-1 nur die Hälfte der maximal verfügbaren Speicherkapazität auf Ihrer NAS nutzen. In einer 2-Bay-NAS mit zwei internen 4-Terabyte-Platten hätten Sie eigentlich eine Speicherkapazität von insgesamt 8 Terabyte. Im RAID-1-Betrieb können Sie davon jedoch nur die Hälfte, sprich: 4 Terabyte, als Speicher für Ihre Daten nutzen, da die zweite Platte allein zur Sicherheit dient. Wir empfehlen ihnen trotzdem dringend (!), dieses Opfer für die Sicherheit Ihrer Daten zu bringen.

Und falls nicht nur ein internes Laufwerk, sondern die komplette NAS beschädigt oder gar gestohlen wird? In einem solchen Fall kann – zumindest für einen Teil Ihrer Daten – die weiter oben genannte Synchronisierungsfunktion der Rettungsanker sein, denn die synchronisierten Daten befinden sich nach wie vor auf den entsprechend konfigurierten PCs oder Notebooks. Zudem lassen sich alle unsere Testgeräte mit einem (oder mehreren, oft kostenpflichtigen) Cloud-Speicherdiensten koppeln, mit deren Hilfe man Backups besonders wichtiger Daten auf einen Cloud-Server im Internet auslagern kann.

So haben wir getestet

Wir haben alle NAS-Geräte mit Leergehäuse mit je zwei 4-Terabyte-Festplatten des Herstellers Western Digital bestückt und anschließend als RAID-1-System eingerichtet. Dabei gewinnen wir bereits erste Eindrücke im Bezug auf Bedienbarkeit, Ausstattung, Dokumentation und Funktionalität der Testgeräte.

Darüber hinaus haben wir auch die Übertragungsleistung der NAS-Laufwerke im Gigabit-Netzwerk, deren Stromverbrauch (Leistungsaufnahme) bei Schreibvorgängen, im Leerlauf oder im Ruhezustand gemessen und die Energiesparfunktionen (Sleep-Funktion, Zeitplaner für automatisches Aus- und Einschalten) getestet. Ein wichtiger Punkt war dabei auch die Möglichkeit, wie einfach oder kompliziert sich der Fernzugriff auf die NAS einrichten lässt – und ob der Fernzugang der NAS auch wirklich in jedem Heimnetz realisierbar ist.

Und natürlich haben wir auch den Notfall getestet: Wie verhält sich eine NAS, wenn eine der beiden internen Festplatten im RAID-1-Betrieb ausfällt, und wie einfach ist es für den Anwender, das defekte Speicherlaufwerk auszutauschen?

Testsieger: WD My Cloud EX2 Ultra

Western Digital liefert mit seiner WD My Cloud EX2 Ultra ein Produkt ab, das optimal auf den NAS-Einsteiger abgestimmt ist. Sogar der recht einfach einzurichtende Fernzugriff auf die Daten der NAS funktioniert auf Anhieb – ganz gleich über welchen Anschluss man mit dem Internet verbunden ist.

Testsieger

WD My Cloud EX2 Ultra

Test NAS für Heimanwender: WD My Cloud EX2 Ultra
NAS-Einsteiger erhalten hier eine tolle Kombination von Leistung, Funktionalität und Bedienbarkeit zum angemessenen Preis.

Setup und Einrichtung

Wer sich ein Leergehäuse der WD-NAS zulegt, muss für den Einbau zweier 3,5-Zoll-Festplatten insgesamt fünf Schrauben drehen: Je zwei Schrauben und je eine Zuglasche werden an den beiden internen 3,5-Zoll-Festplatten befestigt, die dann stehend in das NAS-Gehäuse eingeführt werden. Mithilfe der Zuglasche lässt sich eine defekte Festplatte später auch ohne Probleme wieder aus dem Gehäuse entfernen und austauschen. Die fünfte Schraube wird von Hand eingedreht und fixiert ein Querblech, sodass die Festplatten beim Transport der NAS nicht aus dem Gehäuse rutschen können.

Wer sich für den Kauf des Testsiegers WD My Cloud EX2 Ultra mit bereits vorinstallierten (WD-Red) Festplatten entscheidet, bekommt 3 Jahre Herstellergarantie. Beim Kauf des NAS-Leergehäuses gibt es, ebenso wie bei den restlichen NAS-Modellen im Testfeld, nur 2 Jahre Garantie.

Zur Weboberfläche der im Heimnetz angeschlossenen und hochgefahrenen NAS gelangt man im Browser eines Heimnetz-PCs oder über die Adresse http://mcloud.com/setup. Alternativ installiert man sich das Tool WD SmartWare von der Hersteller-Website (Support-Bereich). Dieses enthält neben einer komfortablen Backup-Lösung für den Rechner auch die Komponenten WD-QuickView und WD-Access, die einen auf das Webmenü der NAS führen und den direkten Zugang zu den bereits angelegten Freigabeordnern im Windows Explorer bieten.

Wie bereits angedeutet, können im Rahmen des Setups neben dem Administrator auch noch weitere Benutzer angelegt werden. Gibt man für jeden Benutzer dessen private Mail-Adresse an, so legt die WD-NAS nicht nur einen privaten Freigabeordner für jeden Nutzer an, sondern richtet auch gleich einen Fernzugang darauf ein. Die Einrichtung des Fernzugangs erfolgt über eine Mail an das Postfach des jeweiligen Benutzers, die diesen zur Vergabe eines Passworts auffordert.

Wer von unterwegs auf seine Daten zugreifen möchte, kann sie einfach im Browser aufrufen

Wer später von unterwegs auf seine Daten zugreifen möchte, ruft einfach im Browser die Website http://www.mycloud.com auf, geht dort in der rechten Fensterhälfte auf die Schaltfläche Bei der My Cloud anmelden und meldet sich dann mit seiner Mail-Adresse und dem zuvor vergebenen Passwort an. Die Verbindung zur NAS wird über eine verschlüsselte https-Verbindung hergestellt.

Weitere Funktionen

Das Medien-Streaming im Heimnetz über den bereits vorinstallierten Medienserver (Twonky) funktionierte in unserem Test problemlos mit allen gängigen Video-, Audio- und Bildformaten. Falls hier Probleme beim Streaming auftreten, sollte man prüfen, ob das entsprechende Abspielgerät mit bestimmten Formaten womöglich nicht klarkommt.

Nach etwa zehn Minuten ohne Zugriffe im Heimnetz schaltet die NAS ihre internen Festplatten in den Sleep-Modus und verbraucht dann statt 13,3 Watt nur noch sparsame 5,8 Watt Strom. Der im normalen Betrieb bereits sehr leise Lüfter ist im Sleep-Modus gar nicht mehr zu hören. Richtig laut wird der Lüfter der WD-NAS eigentlich nur, wenn man den per App nachinstallierbaren Virenscanner anwirft oder wenn die NAS neu startet. Nach dem Hochfahren schaltet der Lüfter wieder auf leisen Normalbetrieb.

Energieplan zum Aus- und Einschalten nutzen

Allerdings besitzt die WD-NAS keinen Netzschalter am Festplattengehäuse. Sie lässt sich zwar über das Webmenü herunterfahren, muss dann aber kurz vom Strom getrennt werden (Stecker herausziehen und wieder einstecken), um danach wieder hochzufahren. Alternativ kann die NAS über das WD-Tool gestartet werden, doch dafür muss man gerade einen entsprechend ausgestatteten Rechner zur Hand haben.

Die sinnvollste Lösung ist unserer Meinung nach die Aktivierung des Energieplans in den Einstellungen der NAS. Darin können Sie für jeden Wochentag einstellen, wann die NAS automatisch hochfahren soll und wann sie sich wieder ausschaltet.

Datensicherung

Als Backup-Lösung für Inhalte auf der WD My Cloud EX2 Ultra ist ein angeschlossener USB-Speicher allerdings weniger geeignet, denn WD bietet hier leider keinen Zeitplaner für regelmäßige Backups an. Diese müssen bei Bedarf immer von Hand angestoßen werden, was nicht sehr komfortabel ist.

Dafür lassen sich Backups auf andere (WD-)NAS-Geräte im Netzwerk per Zeitplaner durchführen und für Cloud-Backups stehen Dienste wie Amazon S3 oder ElephantDrive bereit. Letzterer bietet immerhin ein kostenloses Einstiegsangebot für 2 Gigabyte Backup-Speicher in der Cloud.

Backups vom PC laufen komfortabel über das Tool »WD SmartWare« und Synchronisationen (auch per Fernzugriff) zwischen mehreren Rechnern und der NAS richtet man über das Tool »WD Sync« ein.

Was passiert im Notfall?

Fällt eine der beiden internen Festplatten der WD-NAS aus, so erlischt die zugehörige LED-Leuchte (»1 »oder »2«) an der Gehäusefront oder leuchtet rot statt blau. Diese Information benötigen Sie, um im Anschluss gleich die richtige (defekte) Platte aus dem Gehäuse zu ziehen. Wenn also die LED 1 erloschen ist oder rot leuchtet, so öffnen Sie den Gehäusedeckel und schrauben zunächst das Schutzblech ab. Unter dem Schutzblech sehen Sie nun die Beschriftung der Platten. Im Beispiel müssen Sie die Platte herausziehen, deren Laufwerkseinschub mit »1« beschriftetet ist.

Nach dem Herausziehen der defekten Platte ist Ihre NAS zwar weiterhin voll funktionsfähig, allerdings ohne Sicherung. Sehen Sie also zu, dass Sie umgehend für Ersatz sorgen. Die neue Festplatte sollte mindestens die gleiche Speicherkapazität und die gleiche Geschwindigkeit (Umdrehungen pro Minute) aufweisen.

NAS als SmartHome-Zentrale

Die Anzahl der Apps, mit denen sich die Funktionalität der NAS sonst noch erweitern lässt, ist vor allem im Vergleich zur Konkurrenz von Synology oder Qnap sehr übersichtlich. Eine Besonderheit gibt es trotzdem: Mit der App Z-Way-Server und einem speziellen Z-Wave-USB-Stick (siehe hierzu www.zwave.de/wd) können Tüftler die WD My Cloud EX2 Ultra zusätzlich als SmartHome-Steuerzentrale nutzen.

Ergänzung zu Sicherheitslücken in WDs My-Cloud-Speichern

Anfang 2018 erntete Western Digital in der Fachpresse viel Kritik, da einige My-Cloud-Netzwerkspeicher erhebliche Sicherheitslücken aufwiesen. Diese Lücken wurden über nachfolgende Firmware-Updates behoben (siehe hier).

Allerdings sollte man nach dem Kauf einer WD My Cloud EX2 Ultra unbedingt direkt nach dem Anschluss des Geräts ein Firmware-Update starten. Falls der entsprechende Hinweis-Link im Webmenü nicht bereits automatisch angezeigt wird, klickt man unter Einstellungen/Firmware-Aktualisierung einfach auf die Schaltfläche Nach Aktualisierungen suchen. Achten Sie außerdem darauf, dass nach dem Update die Automatische Aktualisierung eingeschaltet ist.

WD My Cloud EX2 Ultra im Testspiegel

Im Wesentlichen ist das Medienecho bezüglich des WD My Cloud EX2 Ultra sehr positiv. Besonders die Zugänglichkeit und die gegenüber dem Vorgänger deutlich höhere Geschwindigkeit werden hervorgehoben.

André Nimtz von Cyberport zeigt sich angetan von dem Gerät und schreibt:

»Die EX2 Ultra ist eine gelungene Frischzellenkur für ein etabliertes System, das sowohl bei der Hardware als auch der Software punktet. Die Transferraten des neuen Modells haben mich absolut überzeugt […]. Dabei überfordert die My Cloud an keiner Stelle mit unverständlichen Features und erlaubt eine kinderleichte Nutzung – eine zuverlässige eigene Cloud inklusive.«

Nilas Waldemann von Allround-PC gibt ein ganz ähnliches Fazit ab:

»Das WD MyCloud EX2 Ultra NAS ist ein sinnvolles Update des bekannten EX2 Servers. Der weitere Rechenkern und die Verdoppelung des Arbeitsspeichers sorgen insgesamt für eine hohe Reaktionsfreudigkeit der Weboberfläche auch unter hoher Last. […] Die Transferleistung ist für ein NAS der mittleren Leistungsklasse im sehr guten Bereich angesiedelt. Auch anspruchsvolle Zugriffe auf viele kleine Dateien beantwortet das EX2 Ultra in einer angemessenen Geschwindigkeit. In Sachen Verarbeitung macht WD alles richtig und liefert ein hochwertig verarbeitetes Gerät ab, das trotz seiner nicht zu leugnenden, technischen Verwandtschaft zu oft klobigen Servergeräten dank des schicken und schlichten Design auch auf jedem Schreibtisch gut aussieht.«

Marcel Büttner vom Hardware-Journal resümiert:

»Der Hersteller verspricht mit der EX2 Ultra eine Verdopplung der Leistung. Die ermittelten Werte sprechen an dieser Stelle klare Bänder. Auch was den Verbrauch angeht kann die NAS punkten, sehr moderate Verbrauchswerte lassen das My Cloud Laufwerk sehr attraktiv erscheinen.«

Alternativen

Nur weil man Interesse an einer kostengünstigen NAS unter 200 Euro zeigt, heißt das noch lange nicht, dass man auch tatsächlich NAS-Einsteiger ist. Alle Anwender, die sich im Netzwerk bereits etwas besser auskennen und in Ihrer NAS viele zusätzliche Einstellungen samt umfangreicher Erweiterungsmöglichkeiten über Apps erwarten, werden mit den beiden folgenden Alternativen von Qnap und Synology auf jedwen Fall besser bedient.

Funktionswunder 1

QNAP TS-228A

Test NAS für Heimanwender: Qnap TS-228A
Leistungsfähige, kompakte Multifunktions-NAS mit Snapshot-Sicherung für ambitionierte Heimnetzwerker.

Ebenso wie bei unserem Testsieger von Western Digital werden auch bei der Qnap TS-228A beide internen Festplatten stehend eingebaut. Das NAS-Gehäuse ist damit noch ein Stück kompakter als das von WD und lässt sich als einziges Gerät im Test komplett ohne Schraubenzieher einrichten. Nur eine einzige Schraube auf der Unterseite des Gehäuses muss hier (von Hand) aufgedreht werden. Die internen Festplatten werden mithilfe von Plastikleisten im Laufwerksschacht fixiert.

Gleich zu Beginn registriert sollte man sich, wie vorgeschlagen, für ein kostenloses Benutzerkonto bei myQnapCloud.com registrieren. Dieses benötigt man später für den Fernzugriff über Qnaps CloudLink-App und für die Datensicherungslösung Qsync, mit der Sie – ähnlich wie bei der WD-Sync-Lösung – ausgewählte Inhalte auf der NAS und einem oder mehreren PCs synchron halten.

Eine Besonderheit bei Qnap ist die sogenannte Snapshot-Funktion, die man sonst eigentlich nur in deutlich teureren NAS-Geräten findet. Bei entsprechender Einrichtung des NAS-Speichers (kleineres Volume) können Sie mit dieser Funktion Sicherungspunkte eines gesamten Speicherbereichs (Volume) erstellen und können diesen Zustand später jederzeit wiederherstellen.

Darüber hinaus glänzt Qnaps NAS mit einer Unmenge an Einstellungsmöglichkeiten und App-Erweiterungen, die das Herz des ambitionierten Heimnetzwerkers erfreuen werden, aber manchen Einsteiger auch komplett überfordern könnten – gut, dass Qnap eine hervorragende Online-Hilfe mit Suchfunktion bereitstellt.

Achtung: Im Vergleich zu den anderen Testkandidaten lässt sich die Qnap-NAS für das Herunterfahren extrem viel Zeit. Wer den automatischen Energiezeitplan der NAS nutzt, muss zur eingetragenen Startzeit gut fünf Minuten (!) für das Hochfahren dazurechnen, bis die NAS wieder einsatzbereit ist.

Funktionswunder 2

Synology DS218j

Test NAS für Heimanwender: Synology DS218j
Multifunktionale, leistungsstarke NAS mit Ordner-Verschlüsselung für den ambitionierten Heimnetzwerker.

Genau wie Qnap bietet auch die Synology DS218j alle Funktionen einer WD My Cloud EX2 Ultra – und viele zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten sowie spannende und zahlreiche Erweiterungen per NAS-App. Doch ebenso wie bei Qnap geht dieses Mehr an Funktionalität zwangsläufig auf Kosten der Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit – ganz besonders im Hinblick auf den NAS-Einsteiger.

Für den Einbau von zwei Festplatten in das DS218j-NAS-Leergehäuse werden acht Schrauben samt Kreuzschlitzschraubendreher benötigt. Zwei weitere Schrauben sind zur Fixierung der Gehäuseabdeckung erforderlich. Das geht bei anderen Herstellern durchaus komfortabler.

Nach der Erstinstallation inklusive RAID-Erstellung sind bei Synology noch keine Freigabeordner angelegt. Um also überhaupt auf eine Freigabe zugreifen zu können, muss man in der Systemsteuerung erst das Menü Gemeinsamer Ordner öffnen und auf Erstellen klicken. Mithilfe des darauffolgenden Assistenten lassen sich dann Freigabeordner anlegen.

Ebenso wie Qnap bietet zum Glück auch Synology eine ausgezeichnete, sehr ausführliche Hilfefunktion. Dasselbe gilt auch für den komfortablen Fernzugriff, den Synology Quickconnect nennt, und die damit zusammenhängende automatische Synchronisierung über mehrere Geräte hinweg, die hier Cloud Station heißt.

Im Gegensatz zu Qnap gibt es bei Synology die Möglichkeit, einzelne Freigabeordner zu verschlüsseln, um deren Inhalte zusätzlich vor unerwünschten Zugriffen zu schützen. Bei Qnap oder Western Digital lässt sich nur das komplette Speicher-Volume bei der Erstellung verschlüsseln, aber nicht nachträglich. Dafür unterstützt Synologys DS218j keine Snapshots.

Außerdem getestet

Für unter 100 Euro ist Zyxels NAS326 das günstigste NAS-Leergehäuse in unserem Test. Trotzdem unterstützt das Gerät den Einbau von 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten. Entsprechende Schrauben liegen bei.

Für den Zugriff auf das Webmenü der NAS nach Installation der Festplatten mussten wir das Zyxel-Tool NAS-Starter-Utility von der Hersteller-Homepage herunterladen, weil die Einrichtung der NAS via Browser und die Webadresse https://findme.zyxel.com bei uns leider nicht funktionierte. Dafür erhält man über das Tool auch Zugriff auf die bereits angelegten Freigabeordner der NAS.

Als Multimedia-Server im Heimnetz läuft das Gerät durch seinen integrierten Twonky-Server ebenso gut wie WD, Qnap oder Synology. Auch die Energiesparfunktionen funktionieren problemlos, allerdings dreht sich der Ventilator im Sleep-Modus weiter und kann in ruhiger Umgebung durch sein auf- und abschwellendes Surren stören.

Schade, dass der Datei-Explorer im Webmenü der Zyxel-NAS keine Dateien innerhalb von Freigabeordnern oder zwischen NAS und angeschlossenen USB-Laufwerken kopieren kann – und somit völlig nutzlos ist. Im Datei-Explorer des Vorgängermodells NSA325 v2 hat das Kopieren noch funktioniert.

Online-Hilfe und PDF-Handbuch stehen leider nur in englischer Sprache zur Verfügung und auch die Benutzung des Handbuchs ist ohne ein verlinktes Inhaltsverzeichnis recht umständlich.

Der Fernzugriff auf die NAS läuft nicht per Relay-Server, sondern über den DynDNS-Dienst ZyxelCloud und lässt sich nur einrichten, wenn der eigene Heimnetz-Router über eine öffentliche IPv4-Adresse mit dem Internet verbunden ist. Bei einem Internetanschluss über DS-Lite funktioniert der Fernzugriff über die ZyxelCloud nicht. Auch stellt Zyxel keine Backup-Software bereit, um Inhalte eines PCs oder Notebooks automatisch auf der NAS zu speichern.

Ebenso wie in die Zyxel-NAS lassen sich in das Gehäuse der Thecus N2350 alternativ auch 2,5-Zoll-Festplatten einbauen. Damit die per Schlüssel absperrbaren Laufwerkseinschübe Sinn machen, sollte man die NAS über ein Kensington-Schloss sichern. Eine entsprechende Aussparung findet sich auf der Rückseite des Geräts.

Die erstmalige Einrichtung der Thecus N2350 kann zu Problemen führen, denn die NAS besitzt in den Werkseinstellungen eine feste IP-Adresse und ist im Heimnetz zunächst nicht sichtbar. Der Zugriff auf die NAS funktioniert nur über das englischsprachige Tool Thecus Setup Wizard, das sich auf der beiliegenden CD befindet. Erst nach der Änderung der Network Configuration von FixedIP in DHCP klappt der Zugriff auf die Weboberfläche der NAS.

Das deutschsprachige Handbuch ist beim Setup und der Einrichtung der NAS eine gute Hilfe und sogar dringend erforderlich, denn auf eine Online-Hilfe in der Weboberfläche verzichtet Thecus komplett. Und auch die deutsche Version der Weboberfläche müsste an einigen Stellen unbedingt überarbeitet werden. Manche Übersetzungen ins Deutsche sind so abenteuerlich, dass man das Webmenü besser zurück auf die englische Version schaltet.

Wer die Thecus-NAS als Media-Server nutzen möchte, installiert sich dazu den Plex-Medienserver aus dem App-Center der NAS. Allerdings lässt Thecus den Anwender beim Hinzufügen von Freigabeordnern zur Plex-Medienbibliothek ein wenig im Regen stehen – zumindest den, der sich nicht schon einmal durch ein Linux-Verzeichnis gehangelt hat.

Ebenfalls im App-Center der Thecus N2350 findet man OrbWeb, mit dessen Hilfe man einen überall funktionierenden Fernzugang auf Inhalte der Thecus- NAS einrichten kann. Das Ein- und Ausschalten der NAS über den Energiezeitplan funktioniert problemlos, nur fahren die beiden internen Festplatten im RAID-1-Betrieb trotz entsprechender Einstellung nicht in den Sleep-Modus, sondern drehen konsequent mit 13,3 Watt Leistungsaufnahme weiter.

Von der MyCloud Mirror sind mittlerweile zwei Generationen erschienen. Das Update profitiert vor allem von einem deutlich schnelleren Prozessor, denn anstatt des 1,2 GHz schnellen Marvell Armada A370 der ersten Generation arbeitet im neueren Modell ein A385 bei einem Takt von 1,33 GHz. Das ist deshalb bemerkenswert, weil es sich beim A385 um eine Dual-Core-CPU handelt und somit einen Prozessorkern mehr beherbergt. Der Prozessor ist übrigens der gleiche wie bei unserem Testsieger My Cloud EX2 Ultra, der kann allerdings zusätzlich mit einem doppelt so großen Arbeitsspeicher auftrumpfen.

Die zweite Generation der MyCloud Mirror unterstützt neben den 4, 6 und 8 Terabyte großen Festplatten des Vorgängers auch 12 und 16 Gigabyte fassende Varianten. Unser Testgerät war die kleine Version mit 4 Terabyte. Ansonsten hat sich in Sachen Hardware nicht viel geändert: Wie beim schon alten Modell stehen die beiden Platten senkrecht im Gehäuse und auch das Anschlussfeld ist mit einer Buchse für Gigabit-Ethernet sowie zwei USB-3.0-Anschlüssen gleich geblieben.

Auf Software-Seite hat sich hingegen einiges getan und das überarbeitete Betriebssystem My Cloud OS 3 bringt eine erweiterte Kontenverwaltung und die Synchronisierungsfunktion WD-Sync. Wie gehabt unterstützt auch das Update Funktionen wie DLNA zur Übertragung von Videos, Musik und Fotos im Heimnetz. Der Fernzugriff geschieht über die namensgebende My Cloud via App für Android und iOS oder das Web-Interface.

Die WD My Cloud hat, anders als der große Bruder My Cloud Mirror, nur eine Festplatte und einem USB-Anschluss. Wir raten davon ab, auf die Sicherheit eines RAID-Systems zu verzichten – wer es trotzdem tut, findet Modelle mit Kapazitäten von 2, 3, 4 oder 6 Terabyte.

Ein Unterschied wird die meisten Heimanwender nicht stören, einige hingegen schon, weswegen wir ihn hier erwähnen: Die WD My Cloud erlaubt nicht die Installation von Drittanbieter-Apps auf der NAS – alle anderen My Cloud-Modelle hingegen schon.

Damit sind etwa Content Management Systeme wie Joomla und WordPress oder Webserver-Komponenten wie PHP und MySQL gemeint. Sie können damit die Funktion der NAS stark erweitern und etwa Ihren eigenen Webserver betreiben. Das erfordert aber einiges an Know-how und ständige Pflege der installierten Anwendungen. Wer sich das zutraut und auf die Features nicht verzichten möchte, muss zu einem anderen Gerät greifen.

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Kommentare

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Emanuel
Emanuel

Also ich habe vor einem halben Jahr die WD My Cloud Mirror Gen2 (2 x 3TB, WD Red) für 270 CHF gekauft (Digitec). Benutze die Station zur Zeit nur als Sicherheitsbackup im Raid Modus. Bis anhin läuft dies problemlos. Sehr einfache Einstellung und falls eine Festplatte aussteigt, muss man nur eine neu reinschieben und die Daten werden von der noch funktionierenden Festplatte auf Wunsch automatisch übertragen… Als Cloud habe ich die WD aber nicht benutzt… aber habe ich auch nicht vorgesehen.

Thaileben Jürg
Thaileben Jürg

Die beste NAS nützt nix wenn die ganzen Dateien nicht zusätzlich abgesichert sind. Ich spreche aus übler selbsterfahrung. Hatte eine Qnap TS251 mit zwei 4 TB WD red Zuerst Qnap nicht mehr reagiert (keine LAN erkennung dann fehlermeldung und selbstabschaltung weil lüfter defekt und zuguterletzt die festplatten kaputt (die zweite war gespiegelt also ebenfalss hin. evt lag es daran das die eine Platte als Garantie ersetzt wurde weil eine WD nach 4 Monaten schon defekt war. Ich weiss es nicht evt halten die NAS die ewigen Strombedingten Leistungsschwankungen die wir in Thailand haben nicht aus (hatte eine APC 1400 USV… Mehr... »

Evelyn Keindorf
Evelyn Keindorf

Bei meiner WD MyCloud Mirror war auch der Lüfter kaputt. Support kann man auch vergessen, haben mir ein defektes Gerät als Austauschgerät geschickt. Ärgere mich über den Support jetzt seit 4 Monaten! Nie wieder WD MyCloud, nur noch SYNOLOGY!!!!! Kann jedem nur abraten!!!!

Ralf Christmann
Ralf Christmann

DAS beste NAS für Heimanwender?

You made my Day

Thomsen Lin
Thomsen Lin

Eigenes NAS bauen. Meine funktioniert mit nem simplen Tower mit 2,8 GHz/1 GB RAM und knapp über 3,2 TB

Martin Stockl
Martin Stockl

Synology und Qnap sind beide deutlich mehr als nur eine Netzwerkfestplatte… können mehr, kosten aber auch mehr.
Die My Drive kostet ja kaum mehr als die darin enthaltenen WD Red Platten… :-O

Tobias Schorr
Tobias Schorr

Nie wieder! Unbrauchbar! Super langsam und für Backups unzuverlässig. Hatte mal 890 GB Fotos gesichert. Zum Glück nicht nur auf der Cloudplatte. Die waren zu 30% alle defekt = Streifen und Bildausfälle.

Stephan Polifka
Stephan Polifka

Geht nichts über eine vernünftige QNAP-NAS.

Willy Lusti
Willy Lusti

Qnap? Tzzzz
Synology gibt es.

Stephan Polifka
Stephan Polifka

Jedem das seine, dir deine Synology….

Jan Stockem
Jan Stockem

Hab auch nur schlechte Erfahrung mit den mycloud NASen, das Web Interface ist schlichtweg nicht zu gebrauchen und außer einer Hand voll SMB freigaben und für Time Machine sehe ich diese Geräte leider nicht. Ich verkaufe und verbaue nur noch Synology, hab letzten Monat noch zwei myCloud NAS gegen eine Synology DS416 ausgetauscht, diese macht jetzt in einem kleinen Unternehmen auch direkt DNS und Directory Server sowie Aufzeichnung der Video Überwachung und dient als iSCSI LUN für einen kleinen VMware ESXi Server.

Andreas Bonn
Andreas Bonn

Habe sie wd und qnap, qnap ist um weeeeeeiten viel besser und viel einfacher. Und es gibt sehr viel öfters Neuerungen und Updates zur Software. Außerdem ist mit der qnap auch viel mehr möglich.

Metin Gogoo
Metin Gogoo

hab die kleine wd my cloud daheim,..ist nicht schlecht. jedoch ist die app grottenschlecht.

Evelyn Keindorf
Evelyn Keindorf

Bei WD ist nicht nur die APP schlecht, absoluter Müll bis hin zum Support!!!!
Nur noch SYNOLOGY kaufen!!!!!

Helmuth Höbarth
Helmuth Höbarth

leider machte ich keine gute Erfahrungen mit WD-NASen .. 🙁

Wolfgang Leitner
Wolfgang Leitner

Warum keine wd Platten Thomas Hiller? Die WD Red sind super, habe ich auch in meiner Synology.

Martin Stockl
Martin Stockl

Man glaubt gar nicht, wie schnell die eigenen Wünsche und Anforderungen wachsen, wenn man sich an die neuen Möglichkeiten gewöhnt hat. :-O Ich hatte ursprünglich auch mit einer WD Mirror geliebäugelt, habe mich dann aber von Bekannten und Kollegen doch zu einer Synology überreden lassen. 🙂 😀 Gestartet mit einer DS414 und 2x 6TB WD Red im Raid1, nach kurzer Zeit eine dritte 6TB WD Red dazu und auf Raid5 umgestiegen und bald darauf ein WD MyBook Duo mit ebenfalls 2x 6TB WD Red im Raid0 per USB als Backup Medium an der DS414. Dank Synology CloudSync kann man einzelne… Mehr... »

Evelyn Keindorf
Evelyn Keindorf

Sehr gute Entscheidung, lieber eine Synology zu kaufen!!!! Die WD Mirror (12 TB) ist der letzte Schrott, hat bei kurz vor Ablauf der Garantiezeit den Geist aufgegeben (07/2017) und wehe, man ist auf den Support angewiesen. Versuche seit 4 Monaten (04/2017) vom Support Hilfe zu erhalten, vergebens. Sie haben mir freundlicherweise ein defektes Ersatzgerät geschickt, welches ich wieder zurückschicken musste. Jetzt ist es angeblich nicht angekommen und sie wollen meine Kreditkarte mit 650,00 $ belasten. Ich habe das Gerät selbstverständlich versichert zurückgesendet und eine Sendungsauskunft, dass das Gerät bei WD eingetroffen ist. ALSO VORSICHT, bitte keine Geräte von WD kaufen!!!!

Bernd Habermann
Bernd Habermann

Ich kann über ne gescheite QNAP (einschließlich Virtualisierung) nicht klagen

Thomas Hiller
Thomas Hiller

… aber sicher nicht mit wd platten.