Die beste Outdoor-Über­wachungs­kamera

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12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)
Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Die beste Outdoor-Überwachungskamera ist die Logitech Circle 2. Sie ist leicht zu installieren und kommt dank Akku ohne Kabel aus. Die Circle 2 App macht richtig Spaß und die Kamera kostet nicht viel – zumal man auch gut ohne kostenpflichtiges Abo auskommt.

Update 14. Dezember 2018

Wir haben fünf weitere Outdoor-Überwachungskameras getestet. Diesmal mit dabei: die Logitech Circle 2, die Netgear Arlo Pro 2, die Blink XT von Amazon, die D-Link DCS-2670L und die sehr günstige Wansview W2, die sich ausschließlich für die Überwachung an PC oder Mac eignet.

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6. Juli 2018

Wir haben 12 weitere Überwachungskameras getestet, darunter bekannte Marken wie Nest, Netatmo, Ring, Instar oder Reolink. Die Top-Modelle konnten uns bei Installation, Qualität und Bedienung überzeugen, so manches Low-End-Modell aber nicht. Beim Komfort in den Apps trennt sich nach wie vor die Spreu vom Weizen.

Heute muss eine Überwachungskamera nicht mehr verkabelt werden – IP-Kameras senden das Signal direkt per WLAN und man kann von überall aus darauf zugreifen, denn man wird über das Smartphone oder per E-Mail benachrichtigt.

Der Markt für Überwachungskameras ist groß und es gibt sie in jeder Preisklasse. Aber welche ist wirklich empfehlenswert? Wir haben 20 Modelle getestet – sowohl günstige, als auch teure.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Logitech Circle 2

Die beste Überwachungskamera für Draußen ist für uns die Logitech Circle 2. Für einen moderaten Preis bekommen Sie eine akkubetriebene Kamera, die flexibel montiert und ausgerichtet werden kann.

In der Circle 2 App finden Sie jede Menge Features, wie Geofencing, Zeitplanung oder Sichtfeldmodifikation. In echte Begeisterung versetzt uns aber das Tagesresümee: Anstatt sich durch 30 einzelne Clips zu klicken, generieren Sie einfach ein Tagesresümee und schauen es sich in 60 Sekunden an. Komfortabler gehts nun wirklich nicht.

Logitech bietet zwar ein Abo an, doch bereits die kostenlose Basisvariante Circle Free erfüllt unserer Meinung nach ihren Zweck ganz gut. Die meisten Menschen werden wahrscheinlich mit einem 24-stündigen Videoarchiv auskommen, weshalb die Circle 2 dann keine Folgekosten hat.

Testsieger mit Kabel

Nest Cam Outdoor

Test Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam Outdoor
"Unsichtbar" in der Nacht, komfortable App, hochwertig und wetterfest.

Die Nest Cam Outdoor war vor der Circle 2 unser Testsieger. Wir haben sie deshalb eine Stufe zurückgesetzt, weil sie ohne Abo eigentlich nicht nutzbar ist, Folgekosten sind also vorprogrammiert.

Bedien- und Einrichtungskomfort sind ungeschlagen – da können neben der Circle 2 höchstens noch die teurere Netatmo Presence und die Netgear Arlo 2 mithalten, die ähnlich komfortable Apps besitzen und den Benutzer einfach die Aufzeichnungen durchforsten lassen.

Nichts ist leichter, als in der Timeline die Videos zu durchstöbern: Vorschaubilder zeigen Ihre Besucher, Zeitrafferaufnahmen bringen eine schnelle Zusammenfassung des Tages und dem Paketboten sagen Sie per Gegensprechfunktion, wo er das Paket ablegen soll.

Die Nest punktet mit Profi-Installationszubehör: Klemmen, Schrauben sowie ein sieben Meter langes Kabel für die Verlegung im Außenbereich. Damit gelingt der Aufbau nicht in fünf Minuten, alles sieht hinterher aber ordentlich und professionell verlegt aus.

Der Netzbetrieb erlaubt Themen, die mehr Energie benötigen und die bei der Circle 2 (Akku) praktisch nicht nutzbar sind: Eine höhere Bildqualität, ein unsichtbarer IR-Scheinwerfer sowie ein Filter, der Bewegung, Tiere und Personen vom Alarm ausklammern kann. So etwas kostet aber eine gewisse Rechenkapazität.

Gut & Günstig

Netgear Arlo

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear Arlo
Einfach zu bedienen und auf Wunsch wird erst mit der Überwachung begonnen, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Die Netgear Arlo ist technisch gesehen keine perfekte High-End IP-Kamera, aber sie macht alles richtig, wenn es um Einrichtung, Bedienungskomfort und Funktion geht. Wer eine einfach zu installierende und zu bedienende Überwachungskamera ohne viel Schnickschnack sucht, die äußerst flexibel installiert werden kann, ist mit der Arlo gut bedient.

Zeitplanung und Geofencing erlauben eine nahtlose Einbindung in die normalen Abläufe eines Haushalts. So beginnt die Überwachung auf Wunsch erst, wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben. Solchen Komfort bietet sonst nur die teurere Konkurrenz von Nest, Netatmo und Ring – aber eben auch unser Testsieger von Logitech.

Ohne Folgekosten
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Blink Home Security Blink XT
Günstige Multi-Kamera-Lösung ohne Folgekosten, aber wenig Komfort.

Die Blink XT von der Amazon-Firma Blink Home Security wählt einen Abo-freien Ansatz: Die relativ günstige Outdoor-Kamera ist so nutzbar, wie sie ausgeliefert wird, es gibt kein Zwang- und auch kein optionales Abo. Dafür ist die Funktionalität und der Komfort geringer als etwa bei Netgears Arlo oder der Circle 2.

Die kompakte Kamera kommt mit Standard AA-Batterien aus und es können bis zu zehn Kameras in der App vereint werden. Für eine einfache Videoüberwachung erledigt die Blink XT ihren Job ganz gut, allerdings ist der Speicherplatz so begrenzt, dass ein Rückblick auf die Videos von mehreren Wochen in der Praxis wohl nicht möglich sein wird. Bereits nach vier Tagen hatten wir den Speicherplatz mit einer einzelnen Kamera zu 34 % ausgeschöpft.

Skalierbar & Flexibel

Netgear Arlo Pro 2

Die Arlo Pro 2 ist die große Schwester der Einsteiger-Arlo. Sie hat deshalb nicht nur ein ähnliches Design, auch die App ist eben ähnlich aufgebaut und ziemlich komfortabel. Die Arlo Pro 2 ist teurer, weil sie mehr Funktionalität mitbringt als ihre kleine Schwester.

Neben der Zeitplanung gibt es Geofencing. Überwachungsbereiche können festgelegt werden als auch Aktivitätszonen. Die Basisstation kann ein lokales Back-Up auf USB-Stick speichern. Der große Pluspunkt der Arlo Pro 2: Wer sich nicht sicher ist, ob er Videoüberwachung zukünftig im größeren Stil ausführen möchte oder mit 1-2 Kameras auskommt, der hat mit der Arlo Pro 2 alle Möglichkeiten, um später eine professionelle Überwachung auszubauen.

Arlo Pro 2 ist auch für den betrieblichen Einsatz geeignet. Netgear bietet dafür spezielle Abos an, welche die Features in der App erweitern, um dann auch mit dem Bildmaterial von vielleicht 20 Kameras klarzukommen.

Gegensprechanlage mit Flutlicht

Netatmo Presence

Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo Presence
Professionelle, hochwertige und wetterfeste Gegensprechanlage mit Full-HD Bildqualität.

Die Netatmo Presence liegt beim Bedienungskomfort auf gleicher Höhe mit den Logitech- oder Nest-Kameras. Die Personenerkennung gibt es bei Nest und Netatmo gleichermaßen. Die ist nicht zu verwechseln mit der Gesichtserkennung – daran versuchen sich nur die Nest Cam IQ bzw. die Indoor-Schwester Netatmo Welcome.

Der größte Vorteil der Presence ist der fehlende Abo-Zwang: Gespeichert wird lokal auf SD-Karte oder auf einem eigenen FTP- bzw. DropBox-Speicher.

Sie ist außerdem erst auf den zweiten Blick als Kamera zu erkennen. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein kleines Flutlicht neben der Haustür. Die Stromversorgung kommt aus der Fassade, Sie könnten also eine alte Leuchte demontieren und dafür die Presence einsetzen.

Das Flutlicht schaltet sich je nach Wunsch bei Personen ein, bei Tieren und sonstigen Bewegungen aber nicht. Es kann stufenlos gedimmt werden.

Vergleichstabelle

TestsiegerTestsieger mit KabelGut & GünstigOhne FolgekostenSkalierbar & FlexibelGegensprechanlage mit Flutlicht
Modell Logitech Circle 2 Nest Cam Outdoor Netgear Arlo Blink Home Security Blink XT Netgear Arlo Pro 2 Netatmo Presence Wansview W2 Instar IN-9008 Full-HD Nest Cam IQ Ring Doorbell 2 Instar IN-5907 HD Reolink Argus 2 1080p HD YI Dome IP Kamera 1080p LogiLink WC0049 Foscam FI9828W Cooau WLAN 720P SV3C 1080p WLAN IP Kamera Samsung SNH-E6440BN 7links Outdoor Kamera Außen-WiFi-IP Abus TVAC19100A ie Geek 201W HiKAM A7 Wansview W1 7Links WLAN-IP-Kamera mit Full HD D-Link DCS-2670L Sannce Überwachungskamera Set
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Logitech Circle 2Test Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam OutdoorTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear ArloTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Blink Home Security Blink XTTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear Arlo Pro 2Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo PresenceTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Wansview W2Test Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-9008 Full-HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam IQTest Outdoor-Überwachungskamera: Ring Doorbell 2Test Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-5907 HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Reolink Argus 2 1080p HDTest Outdoor-Überwachungskamera: YI Dome IP Kamera 1080pTest Funk-Überwachungskamera für draußen: LogiLink WC0049Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Foscam FI9828WTest Outdoor-Überwachungskamera: Cooau WLAN 720PTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: SV3C 1080p WLAN IP KameraTest Outdoor-Überwachungskamera: Samsung SNH-E6440BN[Duplicated] Outdoor-Überwachungskamera Test: 7links Wlan Ip ÜberwachungskameraTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: ABUS TVAC19100ATest Outdoor-Über­wachungs­kamera: ie Geek 201WTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: HiKAM A7Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Wansview W1Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: 7Links Wetterfeste WLAN-IP-Kamera mit Full HDTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: D-Link DCS-2670LTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Sannce Überwachungskamera Set
Pro
  • Leichte Montage/Ausrichtung
  • Zeitplanung etc.
  • Überwachungsbereiche
  • Einzigartiges Tagesresümee
  • Unsichtbarer IR-Strahler
  • Keine Basisstation nötig
  • Auch ohne Abo gut nutzbar
  • Sehr hochwertig
  • Guter Feuchtigkeitsschutz
  • Auto-Off
  • Filter: Bewegung, Tiere, Personen
  • Zeitraffer und Timeline Gegensprechen via App
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Einfache Installation und Bedienung
  • Zeitplanung und Geofancing
  • Zeitplanung
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • Bis zehn Kameras
  • Standard AA-Batterien
  • Lange Laufzeit möglich
  • Unsichtbarer IR-Strahler
  • Leichte Montage, schneller Positionswechsel
  • Zeitplanung, Geofencing etc.
  • Überwachungsbereiche,
  • Familienzugriff
  • Gegensprechen
  • Komfortable App
  • Schwer als Kamera zu erkennen
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Hochwertige Installation
  • Flutlicht für bestimmte Ereignisse
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Zeitplanung,
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • PC/Mac Software
  • Keine Cloud-Speicherung
  • CVR ohne Kosten (Daueraufnahmen)
  • Ethernet oder WiFi-Betrieb
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Komfortable Web-UI
  • Auto-Off
  • Nahaufnahme mit automatischer Nachverfolgung
  • 4k-Sensor
  • Gegensprechen mit sehr guter Quallität
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Akku-und Netzbetrieb möglich
  • steuert Türglocke
  • Gegensprechen via App
  • Schnelle und einfache Installation
  • Günstiger Cloud-Speicher
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Akku- oder Solar-Panel-Betrieb
  • Komfortable App mit Timeline
  • Drei Befestigungsarten
  • Kein Abo / Folgekosten
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Gute App mit Detail-Settings & Timeline
  • Schnell und einfach installiert
  • Speichern auf SD-Karte
  • Kamerafahrten (Dome)
  • Für den Multi-Kamera-Betrieb geeignet
  • Sehr gute Nachtbilder
  • Profi-Modell
  • Speichern auf SD
  • Ethernet-Betrieb zuverlässiger
  • Speichern auf SD
  • Ethernet-Betrieb zuverlässiger
  • Sehr klein und robust
  • Auch als Gegensprechanlage nutzbar
  • Speicher 16 GB onboard
  • Mikrofon und Lautsprecher
  • HD-Auflösung 960p
  • Vergleichsweise günstig
  • Sehr günstig
  • Gute Tagaufnahmen
  • Guter Preis
  • SD-Karte mit dabei
  • Gute Bildqualität Tag und Nacht
  • Viele Erweiterungsmöglichkeiten
  • Gute Bildqualität Tag und Nacht
  • Mit Zeitplaner in der App
  • Überwachungsbereiche
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • Keine Cloud-Speicherung (SD-Karte)
  • Ethernet oder WiFi-Betrieb
  • Stromversorgung über Internet
  • 100 % lokale Speicherung
Contra
  • Gegensprechen nur bei Netzbetrieb
  • Träge beim Einschalten des Live-Bildes
  • geringe WLAN-Reichweite und Laufzeit
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Keine technischen Ergänzungen möglich
  • Nachtaufnahmen könnten besser sein
  • Begrenzter Speicherplatz
  • Rudimentäre Settings in der App
  • Unkomfortable App
  • Keine echte Live-Ansicht
  • Verzögerte Aufnahme
  • Keine Einzelbilder speichern
  • Teure Abo-Optionen
  • Kein echtes Full-HD
  • Zwangskonto
  • Teils unzuverlässiges WIFI-Setup
  • Kein Pinch-Zoom in App
  • Unkomfortable App
  • Gewöhnungsbedürftige Software
  • Profi-Einstellungen mit vielen Details
  • Kein SD-Steckplatz
  • Komplexe Installation
  • Aufwendige Videosichtung:
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Sehr teuer
  • App teilweise unzuverlässig und langsam
  • Gute Nachtsicht nur bis 2 Meter
  • Akku hält nur zwei Monate
  • Solar-Lader ineffektiv
  • Komplexe Installation
  • Aufwendige Video-Sichtung: keine Timeline / Ereignisse in Web UI oder App
  • Nur 720p HD-Qualität
  • Unkomfortable Web-UI (alte Variante)
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Unzuverlässiger Verbindungsmodus
  • SD-Card nicht dabei aber zwingend nötig für Aufzeichnung
  • Gegensprechen mit schlechter Qualität
  • Kein Regen-/Feuchtigkeitsschutz
  • Geringe Qualität von Kamera und Befestigung
  • unscharfe Nachtaufnahmen
  • Teuer
  • Schwierige Inbetriebnahme
  • Schlechte Aufnahmen
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • SD-Karte nur optional
  • Teils unzuverlässiges WiFi-Setup
  • Schlechte Bildqualität trotz FHD
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • SD-Karte nur optional
  • Teils unzuverlässiges WiFi-Setup
  • Schlechte Bildqualität trotz FHD
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • SD-Karte wird nicht mitgeliefert
  • Probleme mit der Funkverbindung
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • Geringe Qualität von Kamera und Befestigung
  • Nur 45 cm Kabel
  • Teils unzuverlässiges WIFI-Setup
  • unscharfe Nachtaufnahmen
  • Schlechte App
  • Keine SD-Karte dabei
  • Schlechte Bildqualität
  • Kein SD-Speicher dabei
  • Kein Zugriff auf Bilder aus der App heraus
  • Keine Zeitplanung
  • Alarmaufnahmen waren nicht vorhanden
  • Keine Alarmaufnahmen auf SD-Karte
  • Unkomfortable App
  • Schlechte Bildqualität bei Tag und Nacht
  • Schlechte Befestigung
  • Unkomfortable App
  • FTP-Speicher unzuverlässig
  • Keine Zeitsteuerung
  • Minderwertiges Gehäuse
Bester Preis

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Was Sie wissen sollten

Früher mussten Outdoor-Überwachungskameras aufwändig verkabelt werden, heute senden sie das Videosignal einfach per WLAN direkt an den Router. Solche IP-Kameras sind wesentlich günstiger als herkömmliche Überwachungskameras und daher für jedermann erschwinglich. IP steht dabei für »Internet Protocol«, IP-Kamera lässt sich also am besten als »Netzwerkkamera« übersetzen.

Eine IP-Kamera ist letztlich also ein kleiner Computer, der mit einem Kameramodul und Infrarotsensoren bestückt ist und als Netzwerkgerät ins heimische Funknetzwerk integriert wird. Mit Hilfe eines Bewegungssensors zeichnet sie Fotos oder Videos auf, sobald jemand ins Blickfeld der Kamera kommt. Auch Nachtaufnahmen gelingen mit einem eingebauten Infrarot-Scheinwerfer.

IP-Kameras sind direkt mit dem Internet-Router verbunden, etwa der FritzBox oder einem Telekom-Speedport. Das hat den Vorteil, dass nicht immer ein Computer laufen muss, um die Videos aufzuzeichnen. Die Verbindung erfolgt entweder über ein Netzwerkkabel, oder – wie bei den meisten Überwachungskameras heute – über WLAN. Das ist viel praktischer, denn so spart man es sich, Kabel zu verlegen.

Für den Zugang zur Kamera braucht man ein gutes Passwort

Auch auf einen Stromanschluss kann man bei einigen IP-Kameras verzichten. Sie werden einfach mit Batterien, Akkus oder einem Solarmodul ausgestattet. So können sie völlig frei ganz ohne Kabel platziert werden.

Für den Test haben wir aus dem riesigen Markt der Überwachungskameras 20 Modelle herausgesucht, die das ganze Preisspektrum abdecken, von günstigen Geräten ab rund 50 bis zu teuren Markenkameras, die an der 400-Euro-Marke kratzen.

Neben Modellen von Markenherstellern wie Nest, Netatmo, Ring, Samsung, Netgear, Instar und Abus hatten wir Outdoor-Überwachungskameras von HiKam, LogiLink, Foscam, ieGeek, Wansview, 7 Links, Yi, SV3C und Cooau im Test.

Überwachungskameras von Markenherstellern werden inzwischen zunehmend von No-Name-Herstellern aus Fernost verdrängt. Die sind oft wesentlich günstiger, bieten aber so gut wie keinen Kundenservice – und haben manchmal eklatante Sicherheitsmängel. So wurde kürzlich bekannt, dass viele günstige Sicherheitskameras über ihre IP-Adressen ohne jeglichen Passwortschutz über das Internet erreichbar sind – so bekommt jedermann Zugriff auf die Kamera. Bei der Installation sollte man daher auf jeden Fall ein sicheres Passwort für den Zugang zur Kamera vergeben und es ist umso wichtiger, dass der Vorgang einfach und verständlich ist.

Die größte Schwachstelle der No-Name-Kameras sind jedoch oft die unkomfortablen Apps. Wer auf einer schönen Timeline übersichtlich die Aufzeichnungen ansehen will, sollte bei Logitech, Nest, Netgear, Netatmo oder Ring bleiben. Ausnahmen sind Yi Camera und Reolink Argus 2, die mit gut bedienbaren, übersichtlichen Apps punkten.

Alle Outdoor-IP-Kameras im Test lösten mit mindestens 1.280 x 720 Bildpunkten (720p) auf, einige bieten aber auch höhere Auflösungen (1080p = Full-HD).

24 Geräte unserer Testreihe sind wetterfest und halten zumindest den IP66-Standard ein. Somit sind sie gegen starkes Strahlwasser, Staub und Berührung vollständig geschützt und können ohne jeden Schutz direkt dem Wetter ausgesetzt werden. Nur die Yi Camera schummelte sich als nicht wetterfestes Modell in den Test.

Für überdachte Carports oder andere Außenbereiche sollte man Geräte mit der Schutzklasse IP65 oder IP66 wählen, weil auch hohe Luftfeuchtigkeit oder Spritzwasser ungeschützter Elektronik schaden kann. Für Innenräume und Hallen genügen aber auch einfache Indoor-Modelle, die meistens günstiger sind. Wir haben uns für unseren Test aber auf Outdoor-Modelle konzentriert.

Schutz gegen Einbrecher

Praktisch alle Outdoor-Überwachungskameras arbeiten mit einer Smartphone-App zusammen, über die ein Alarm direkt ans Smartphone gemeldet wird, entweder als Push-Nachricht oder per SMS oder E-Mail.

Alles im Blick - IP-Kameras versprechen etwas mehr Sicherheit für kleines Geld.
Alles im Blick: IP-Kameras versprechen mehr Sicherheit für wenig Geld.

Das hört sich auf den ersten Blick verlockend an, denn so kann man einen Einbrecher selbst aus der Ferne auf frischer Tat ertappen und gleich die Polizei verständigen – denkt man sich zumindest.

Doch die Realität sieht anders aus, denn meistens ist es nicht ein unerwünschter Eindringling, der den Alarm auslöst, sondern die Katze des Nachbarn, die über die Terrasse läuft, spielende Kinder oder ein Auto in der Ferne. Selbst Wind, der die Äste von Bäumen bewegt, kann bestimmte Bewegungsmelder auslösen.

Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere unterschiedlich behandeln.
Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere können unterschiedlich behandelt werden.

In der Praxis wird daher kaum jemand die Push Nachrichten aufs Handy dauerhaft eingeschaltet lassen – das ständige Gebimmel nervt. Nur in speziellen Bereichen, etwa dem geschützten Eingangsbereich eines Hauses, sind Push-Meldungen sinnvoll. Alternativ begrenzt eine Zeitplanung die Aktivität der Kamera auf die Nachtstunden.

Logitech, Blink XT, Netatmo, Nest, Ring, D-Link und Instar gehen daran, das Problem zu entschärfen: Einmal durch die Aufteilung des erfassten Bereiches in verschiedene Segmente. Hier kann der Spielplatz von der Überwachung ausgeschlossen werden, die Einfahrt hingegen bleibt überwacht.

Die Filter bei Netatmo und Nest gehen noch einen Schritt weiter: Es gibt sie für Personen, Tiere oder sonstige Bewegungen. Je nach Wunsch lösen dann nur Menschen Alarm aus, Tiere aber nicht. Manche Modelle bieten sogar Gesichtserkennung: Familienmitglieder können dann unbehelligt eintreten, Fremde lösen einen Alarm oder zumindest eine Videoaufzeichnung aus.

Alarm wird bei Bewegungen jeglicher Art ausgelöst

Wirklich verhindern kann eine Überwachungskamera einen Einbruch also nicht, sie wirkt aber abschreckend. Schließlich liefert sie Beweismaterial, mit dem ein Täter unter Umständen identifiziert werden kann. Einen zielstrebigen und gut vorbereiteten Einbrecher wird auch das nicht abhalten, schließlich kann er sich auch vermummen. Aber so gut vorbereitet gehen die meisten Einbrecher nicht zu Werke.

Einige Überwachungskameras verfügen auch über eine Alarmschaltung, über die zum Beispiel eine Sirene oder ein Flutlicht angeschlossen werden kann. So macht man potentiellen Einbrechern das Leben noch ein Stückchen schwerer – oder aufgrund ständiger Fehlalarme auch den Nachbarn.

In der Regel verrichtet eine Überwachungskamera ihren Dienst daher eher passiv. Kommt es zu einem Einbruch, kann man das Material der vergangenen 24 Stunden oder – je nach Modell/Abo – auch der letzten Tage oder Wochen sichten. Das ist der eigentliche Sinn einer Überwachungskamera.

Zusatzfunktionen wie der Blick in den heimischen Garten in Echtzeit wirken zwar erstmal attraktiv, mit der Zeit wird die manuelle Bedienung der Kamera aber in Vergessenheit geraten.

Bildqualität

Die Videoqualität von Outdoor-Überwachungskameras kann weder mit der eines Smartphone noch der eines Camcorders mithalten. Auch einen optischen Zoom gibt es fast nie. Die Bildqualität ist am ehesten mit einer einfachen HD-Webcam im Klappdeckel eines Notebooks vergleichbar: Relativ starkes Bildrauschen, oft stark überdrehte Kontraste, verfälschte Farben und manchmal unscharfe Flecken im Bild, speziell bei den beweglichen Dome-Kameras. Auch wenn die Hersteller mit HD oder Full-HD werben – die Bildqualität ist nicht unbedingt das, was man erwartet, selbst wenn die hohe Auflösung das suggeriert.

Nest Cam Outdoor Tag: Objekt auf 2 m
Nest Cam Outdoor Tag: Nur wenige Kameras haben so ein klares Bild mit kräftigen Farben.

Aber bei einer Überwachungskamera geht es ja auch nicht darum, möglichst schöne Videos vom Einbrecher zu machen, sondern darum, dass sie zuverlässig in allen möglichen Lichtsituationen ein erkennbares Bild liefert – vor allem auch nachts.

Bild­qualität ist zweit­rangig – so­lange man etwas erkennen kann

Dazu sind IP-Kameras in der Regel mit Infrarot-Lichtquellen ausgestattet, die den Bereich vor der Kamera mit einer für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtwellenlänge ausleuchten. Infrarot-Licht im Wellenlängenbereich von 800 – 1000 Nanometern kann von jeder Kamera in Schwarzweiß aufgezeichnet werden. Bei Tageslicht wird der Infrarot-Filter in der Kamera einfach weggeklappt.

Logitech Circle 2: Nachtbild 1 m
Logitech Circle 2: Nachtbild 1.

Gänzlich unsichtbar sind die Infrarot-Scheinwerfer der meisten IP-Kameras allerdings nicht. Wenn man nachts frontal in die Kamera blickt, kann man meist rote oder blaue Punkte sehen. Der Grund: IR-Scheinwerfer in Kameras arbeiten meist mit einer Wellenlänge von 850 Nanometern. Es gibt zwar auch unsichtbare 940nm-IR-Strahler, deren Reichweite ist aber nur halb so groß wie die von 850nm-IR-Strahlern.

Ausnahme ist der Testsieger: Die Nest Cam Outdoor hat »unsichtbare« IR-Scheinwerfer. Dafür sorgt ein spezieller Filter vor den Leuchten. Für den unerwünschten Besucher bleibt die Kamera also vollkommen unsichtbar, sofern sie versteckt genug platziert wurde.

Bild zeigt die Scheinwerferkegel der zwei Dome-Kameras (über dem Tor) und der fünf anderen IP-Kameras (Bildmitte)
Das Bild zeigt die Scheinwerferkegel der zwei Dome-Kameras (über dem Tor) und der fünf anderen IP-Kameras (links).

Typischerweise schauen Überwachungskameras in eine Richtung und leuchten dabei einen engen Bereich aus. Im Test war der ein bis zwölf Meter weit und höchstens vier bis sechs Meter breit. Herstellerangaben von 15 bis 20 Metern Reichweite halten wir für stark übertrieben. Im Test konnten die Scheinwerfer höchstens sechs Meter vernünftig ausleuchten.

Objekte in größerer Entfernung verschwanden in der Dunkelheit. Mit separaten IR-Scheinwerfern aus dem Handel kann man Abhilfe schaffen, falls man mit der Ausleuchtung unzufrieden ist. Das ist bei einem hohen Anspruch an die Nachtsichtqualität sogar empfehlenswert, denn die Infrarot-LED-Scheinwerfer im Kameragehäuse sind selten eine optimale Lösung.

Auch sonst haben eingebauten Scheinwerfer Nachteile: Verschmutzungen auf der Objektivabdeckung führen zu Reflexionen, die die Bildqualität drastisch verschlechtern können. Ein häufiges Problem sind solche Spiegelungen vor allem bei eingebauten Infrarot-LEDs bei Dome-Kameras, denn die Plastikkuppel der Abdeckung reflektiert auch das Infrarot-Licht der LEDs darunter.

Zwar verschmutzen auch externe LED-Strahler, aber das hat allenfalls Auswirkungen auf die Ausleuchtung, nicht auf die Bildqualität. Abstrahlwinkel und Leuchtweite sind bei eingebauten LED-Strahlern im Kameragehäuse in jedem Fall ungünstiger als bei externen LED IR-Scheinwerfern. Außerdem lockt die Abwärme der eingebauten IR-LEDs Insekten und Spinnen an, die sich gern an der Kamera niederlassen und die Sicht blockieren.

Hohe Auflösung problematisch

Bis vor wenigen Jahren besaßen Überwachungskameras im besten Fall 640 x 480 Pixel (VGA) Auflösung. Für den Einsatzzweck reicht das auch heute noch aus, aber viele Käufer erwerben trotzdem gerne hochauflösende Megapixel-Kameras: 1.920 x 1.080 Bildpunkte stellen in unserem Testfeld viele Kameras bereit.

Eine geringere Auf­lösung kann sinn­voller sein

Weil die Bildsensoren trotz höherer Auflösung aber nicht größer werden, benötigen solche Kameras mehr Licht, um die gleiche Detailschärfe zu liefern. Sie beginnen dadurch schneller zu rauschen als Kamerasysteme mit geringen Auflösungen.

Outdoor-Über­wachungs­kamera Test: Outdoorcam Arlopro2x720 High
Arlo Pro 2: 1280×720 – nicht farbenprächtig, aber brauchbar.

Die Folge des Bildrauschens: Die Qualität der Bilder sinkt, die erforderliche Bandbreite und der Speicherbedarf steigen um bis zu 80 Prozent und intelligente Analysefunktionen liefern permanent Fehlergebnisse. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich entweder gleich für eine geringere Auflösung oder rüsten Sie separate Infrarot-Scheinwerfer nach.

So oder so sollte ihre WLAN-Verbindung zur Kamera ein sehr gutes Signal haben, sonst nerven ständige Verbindungsfehler, eine quälend langsame App und deutliche Zeitverzögerungen beim Live-View.

Apps: Oft nicht brauchbar oder zu komplex

Viele Kameras versuchen entweder durch zahlreiche Funktionen und überbordende Einstellungsmöglichkeiten den Nutzer einzuschüchtern (HiKAM A7, 7Links, Instar, LogiLink, Wansview) oder sie haben nur eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten (Abus, Samsung, Blink XT). Ein richtiger Wohlfühlfaktor wollte da nicht aufkommen.

Die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam, aber auch die Instar-Modelle, setzen beim Thema Bedienung noch einiges drauf: Sie können per PC- oder Mac-Software oder einfach per IP-Zugriff im Browser bedient und eingerichtet werden. Der Laie steigt bei diesen Profi-Tools jedoch schnell aus, denn »einfach« und »komfortabel« ist hier gar nichts. Für den Profi, der vier oder mehr Kameras einrichtet und die Überwachung hautsächlich vom PC aus steuert, sind LogiLink, Instar, Wansview oder Foscam allerdings mächtige Tools. Von der Zeitplanung bis hin zum FTP-Speicherort bleiben kaum Wünsche offen.

Instar Web UI: Alarm-Aktionen
Instar Web UI: Alarmaktionen.

Die manuelle Bedienung der Kameras mit Aufnahme, Zoom, Helligkeit oder Ton On/Off funktionierte bei allen Kameras im Test zumindest brauchbar. Abstriche mussten wir bei Yi Camera und Reolink machen: Erstere reagiert etwas verzögert auf die Steuerung (Dome Kamera mit Kamerafahrt) und zweite verzögert das Live-Bild um sechs bis acht Sekunden.

Echte Ausreißer leisteten sich nur die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam: Die baugleichen Geräte waren in der App oder auch in der Client-Software am PC schlichtweg nicht bedienbar. Sie reagierten extrem träge, jeder Schwenk der fahrbaren Kamera wurde zur Geduldsprobe. Das änderte sich auch durch das Einstellen einer niedrigen Auflösung nicht wesentlich. Erst als wir eine Verbindung per Ethernet-Kabel statt über WLAN herstellten, waren die beiden Kameras flüssig bedienbar. Möglicherweise war unser Funknetzwerk durch die vielen Kameras überlastet – oder die 15-Meter-Distanz war zu groß. So können wir vom Funkbetrieb der Dome-Modelle LogiLink WC0049 und Foscam FI9828W jedoch nur abraten und müssen stattdessen den Betrieb über Netzwerkkabel empfehlen.

Auch Samsung zeigte sich von der Schattenseite: Während alle Kameras inklusive der Dome-Modelle kein Problem mit der Videoübertragung über 15 Meter Luftlinie zum Router hatten, streikte die Kamera häufig bei so einer Distanz. Wenn wir die Auflösung auf maximal setzten – das sind bei Samsung 1.920 x 1.080 Pixel – war gar keine Verbindung mehr möglich.

Speicher: Online oder auf Karte

Viele IP-Kameras speichern das aufgezeichnete Videomaterial auf fest eingebaute oder von außen eingesteckte SD-Speicherkarten. Alternativ kann das Material bei einigen Modellen auch gleichzeitig auf einem Onlinespeicher abgelegt werden – das bieten unsere Empfehlungen von Logitech, Nest, Netgear, Ring, Instar, aber auch Yi Home.

Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card Slot und Ethernet-Port
Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card Slot und Ethernet-Port.

Netatmo und D-Link sind die Ausnahme, hier wird nur lokal auf SD oder in der eigenen DropBox bzw. FTP abgelegt. In Punkto Ausfallsicherheit ist die Onlinespeicherung ideal, denn auch bei Zerstörung der Kamera bleibt das Beweismaterial erhalten.

Einige wenige Kameras verfügen über einen eigenen Router (Netgear Arlo, Blink XT), gewissermaßen als Empfangsteil der Kamera, das man im Haus unterbringt. Auf diesem kann das Videomaterial teilweise auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte gespeichert werden.

Wenn die Kamera manuell mit der Smartphone-App ausgelöst wird, werden Bilder und Videos meistens direkt auf dem Speicher des Smartphones abgelegt.

Bewegungserkennung

Der Bewegungssensor ist ein passiver Infrarot-Sensor (PIR-Sensor), der auf Bewegung in Verbindung mit Wärme reagiert. So kann er den Erfassungsbereich laufend nach Lebewesen absuchen, denn die strahlen Wärme ab.

Arlo Pro 2: App - Überwachungsbereich festlegen
Arlo Pro 2: App – Überwachungsbereich festlegen.

Vor dem 4×5 Millimeter großen Sensor sitzt eine Linsenanordnung, die den Erfassungsbereich in Zonen aufteilt. Jede Linse sieht einen genau abgegrenzten Bereich und lenkt auftretende Wärmestrahlung direkt auf den PIR-Sensor. Bewegt sich eine Wärmequelle durch die einzelnen Zonen, werden unterschiedliche Ladungsdifferenzen auf dem PIR-Sensor erzeugt und der Alarm wird ausgelöst.

Eine andere Möglichkeit der Bewegungserkennung ist das konstante Aufzeichnen eines Videostreams. Verändert sich der Bildinhalt sehr schnell, etwa wenn eine Person durch das Sichtfeld läuft, wird der Alarm ausgelöst.

Doch ein solcher Bildvergleich kann unter Umständen viele Fehlalarme produzieren, etwa, wenn Bäume sich durch Wind bewegen, starker Schnee fällt oder Autos durchs Bild fahren. Zuverlässiger sind Überwachungskameras mit passiven Infrarot-Sensoren.

Wetterfestigkeit

Wir haben den Winter genutzt und alle Kameras im Freien installiert, wenn möglich ohne jeden Wetterschutz. Alle Geräte haben den Testlauf über mehr als zwei Wochen bestanden; wir hatten keine Ausfälle. Allenfalls die Bildqualität kann unter Regentropfen und Kondenswasser auf der Linsenabdeckung leiden. Das tritt speziell bei der Arlo aber auch bei Samsung auf, denn diese Kameras haben keinen kleinen Schirm über ihrem »Auge«.

Was ist mit Ton?

Während einige Geräte komplett auf die Audioaufzeichnung verzichten (Netgear), können andere mit einem Außenmikrofon ergänzt werden oder haben ein integriertes Mikrofon (fast alle Modelle). Einige IP-Kameras haben sogar einen Lautsprecheranschluss (Instar, Foscam, LogiLink) bzw. eingebaute Lautsprecher (Logitech, Nest, Netatmo, D-Link, Reolink, Ring, Yi, 7Links). Zusammen mit einem Mikrofon können sie dann auch als Gegensprechanlage eingerichtet werden. Die Qualität dabei ist aber nur bei den Nest-Kameras, Logitech, Ring und Netatmo zufriedenstellend.

Rechtliche Situation

Privatnutzer in Deutschland müssen sich auf ihren Grundstücken und in ihren Wohnungen wenig Gedanken über Datenschutzbestimmungen machen, wenn sie eine Überwachungskamera einsetzen wollen. Sie müssen noch nicht einmal konkrete Gründe dafür nennen. Teile einer öffentlichen oder vom Nachbarn genutzten Fläche dürfen aber nicht überwacht werden. Es gilt allgemein die Transparenzpflicht: Wenn Sie Ihren Besuchern gegenüber fair sein möchten, sollten Sie Hinweise bzgl. der Überwachungskamera anbringen.

Das eigene Grund­stück darf über­wacht werden

Gezielte Beobachtungen des Nachbargrundstückes sind allerdings klar verboten. Das wäre eine tiefgreifende Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Nachbarn und er könnte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen. Um keinen Unfrieden zu stiften, sollten Sie im Zweifel mit Ihren Nachbarn über das Vorhaben sprechen und darauf hinweisen, welche Bereiche aufgezeichnet werden. Vor allem, wenn es um gemeinsame Zuwege und Flächen geht, ist eine einvernehmliche Absprache Pflicht.

Dabei spielt es nach aktueller Rechtslage keine Rolle, ob die Kamera ein Dummy oder technisch gar nicht funktionsfähig ist. Entscheidend ist, dass Ihr Nachbar oder ein Besucher von einer Aufzeichnung ausgeht und sich beobachtet fühlt.

Vorsicht ist auch geboten, wenn öffentliche Gehwege, Parkplätze etc. durch die Kamera mit überwacht werden. Deutsche Gerichte räumen dem Persönlichkeitsrecht des Passanten regelmäßig mehr Gewicht ein als den Schutzinteressen eines Hausbesitzers. Mehr dazu können Sie in einer Broschüre der Universität Münster nachlesen.

Gewerbe

Gaststätten, Hotels, Geschäfte oder Bürogemeinschaften berufen sich in der Regel auf ihr Hausrecht, wenn sie Überwachungskameras installieren. Hier gibt es jedoch datenschutzrechtliche Vorschriften, schließlich handelt es sich um öffentlich zugängliche Räume im Sinne von § 6b Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Grundsätzlich dürfen Pächter und Eigentümer aber Maßnahmen gegen Diebstahl oder Beschädigungen des Eigentums ergreifen und die Videoüberwachung ist dabei ein legitimes Mittel zur Prävention und zur Aufklärung. Eine heimliche oder verdeckte Videoüberwachung verletzt aber die Interessen der Betroffenen und ist daher grundsätzlich unzulässig. Das gilt vor allem für Gaststätten oder ähnliche Lokale.

Produktionsstätten ohne Publikumsverkehr, Büros oder auch Küchen sind bei der Überwachung grundsätzlich ein kritischer Fall, die Inhaber oder Entscheider sollten sich auf jeden Fall über ihren rechtlichen Spielraum genau informieren. Wirtschaftsgänge, Lager, Außenbereiche oder Parkplätze sind hingegen selten problematisch. Einen guten Einstieg in das Thema finden Sie beim sächsischen Datenschutzbeauftragten.

In der Schweiz ist die Rechtslage ähnlich wie in Deutschland. Mehr Informationen dazu finden Sie beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten.

In Österreich ist die Gesetzeslage dagegen strenger: Hier sind Überwachungskameras meldepflichtig, sobald sie Videomaterial aufzeichnen. Im gewerblichen Bereich darf Videoüberwachung nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und muss ebenfalls vorab genehmigt werden. Mehr Informationen dazu finden sie bei der österreichischen Datenschutzbehörde.

Logitech Circle 2: kompakt und stabil gebaut

Testsieger: Logitech Circle 2

Von inzwischen 25 IP-Kameras hat uns nach unseren ausführlichen Tests die Logitech Circle 2 am meisten überzeugt. Überragend sind bei ihr die einfache Verwaltung und der zeitsparende Zugriff auf das Bildmaterial via Tages-Resümee.

Testsieger

Logitech Circle 2

Die Nest Cam Outdoor, unsere frühere Empfehlung, rutscht auf Platz zwei. Nest kann praktisch eigentlich nur mit kostenpflichtigem Abo sinnvoll betrieben werden, das dürfte vielen Käufern ein Dorn im Auge sein.

Die guten Kontrahenten, wie Netgear, Netatmo oder Ring, machten es der Circle 2 nicht gerade leicht. Die Unterschiede sind teilweise gering. Die Nest Cam Outdoor ist unterm Strich eine Circle 2 mit Kabel und Abo-Zwang. Die kleine Arlo als auch die Arlo Pro 2 sind flexible Akku-Kameras mit einer komfortablen App. Blink XT ist weniger gut bedienbar und leidet unter geringem Speicherplatz. Die Netatmo Presence ist eine als Flutlicht getarnte Gegensprechanlage.

12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)
12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild).

Letztlich wird der Fokus auf bestimmte Einsatzgebiete die Kaufentscheidung leiten. Wer sich absolut nicht um den Tausch von Akkus kümmern möchte, wird eine kabelgebundene Lösung kaufen, die eben etwas mehr Installationsaufwand fordert. Wenn eine schnelle Lösung sucht, die auch noch häufig den Standort oder die Ausrichtung wechselt, kommt um den Akkubetrieb nicht herum.

Die günstigen Modelle – ohne Empfehlung – und auch einige Profigeräte waren häufig entweder zu komplex in der Einrichtung, unkomfortabel bedienbar, zeichneten keine Alarmvideos auf oder kamen mit unbrauchbarem Befestigungsmaterial.

Update Outdoor-Kamera Test 6/2008: (von rechts nach links) 7Links Dome, Cooau, SV3C, Nest Outdoor, Nest IQ, Reolink, 2 x Instar, (Ring und Yi Cam nicht im Bild)
Von rechts nach links: 7Links Dome, Cooau, SV3C, Nest Cam Outdoor, Reolink, 2 x Instar, (Ring, Nest Cam IQ und Yi Cam nicht im Bild).

Inbetriebnahme

Für die Einrichtung muss das Smartphone mit der Kamera-App mit demselben WLAN-Netz verbunden sein wie die zu installierende Kamera. Die Logitech Circle 2 muss dann erst mal in unmittelbarer Nähe des Roboters mit dem Wi-Fi-Netzwerk verbunden werden, sie darf also nicht gleich an Ort und Stelle befestigt werden. Dank des flexiblen Befestigungfußes ist das aber kein Problem, die Kamera nämlich einfach aufgesteckt.

Steht die Verbindung einmal, folgt die Einrichtung über die App. hierfür muss aber zuerst einmal ein Benutzerkonto bei Logitech eingerichtet werden. Auch das erfolgt über die App.

Das Verbinden mit dem eigenen WLAN klappte leider nicht auf Anhieb. Erst nach zahlreichen Neustarts und Kamera-Resets kam eine Wi-Fi-Verbindung mit unserem Netzwerk zustande. Hier waren die Arlo-Produkte aber auch Blink XT besser aufgestellt, ebenso Ring, Nest Cam IQ, Yi, Samsung, Abus, oder HiKAM.

Die Circle 2 kann auch mit dem Netzkabel betrieben werden, allerdings ist diese Verbindung nicht wetterfest. Für den Netzbetrieb müssen Sie Ihre Kamera also wenigstens unter einem Dach installieren. Die Logitech ist offen für Apple HomeKit, Google Home sowie Amazon Alexa.

Bei der Montage der Logitech Circle 2 ist man sehr flexibel: mit Dübeln oder Holzschrauben befestigen wir die kleine Montage-Platte an der Wand oder auf dem Dach. Der Kamerafuß wird aufgesteckt. Auf seinen Holm stecken wir die fertig eingerichtete Circle 2 und können sie dann ausrichten. Die Befestigung an der Decke ist auch möglich, aber nicht über den Kamerafuß, sondern mit einem 6-mm-Stativ-Mount an der Unterseite.

Logitech schafft bei der Datenübertragung problemlos eine 10-Meter-Distanz zum Router im Wohngebäude. Auch alle anderen IP-Kameras bewältigten diese Reichweite problemlos und waren stets und bei jedem Wetter mit der App erreichbar.

Circle 2: Tages-Resümee
Circle 2: Tages-Resümee.

Gegensprechanlage

Die Logitech Circle 2 hat trotz ihrer Wetterfestigkeit eingebaute Mikrofone und einen Lautsprecher. Via App kann die Kamera als Gegensprechanlage benutzt werden, etwa wenn Sie nicht daheim sind und dem Paketboten über den Abstellort informieren.

Die Qualität und die Lautstärke sind ganz zufriedenstellend, aber nicht so gut wie bei Netatmo Presence, Ring Doorbell 2 und Nest Cam IQ Outdoor. Die kabelgebundenen Modelle können mehr Energie bereitstellen und teilweise auch größeren Lautsprecher für diesen Zweck einbauen.

Einige Kameramodelle, auch manche der ganz günstigen, bieten eine Gegensprechfunktion, meist Talk Back oder Zwei-Wege-Audio genannt. Bis auf Logitech, Netatmo, Ring und Nest leistet aber keine eine zufriedenstellende Lautstärke und Qualität. Der Wind rauscht im Mikrofon und vorbeifahrende Autos erzeugen zu großen Lärm, wirklich sinnvoll ist die Gegensprechfunktion im Outdoor-Bereich meistens nicht.

Perfekte App

Unsere Begeisterung für die Logitech-Kamera kommt nicht zuletzt von der hervorragenden, einfach bedienbaren App. Die Einstellungen zu Qualität, Nachtsicht, Filtern und Überwachungsbereichen sind übersichtlich.

Hier kann auch die Bewegungserkennung aktiviert oder deaktiviert werden, sogar mit einem Zeitplan. Eine Timeline zeigt nach Datum strukturiert das Alarm-Logfile. Bei Bedarf können die Videos aufs Smartphone heruntergeladen werden.

Richtig begeistert sind wir vom Tages-Resümee. Sie wählen dabei einfach eine Zeitspanne der vergangenen 1 bis 24 Stunden, drücken auf generieren und ruckzuck können Sie sich eine Zeitraffer-Aufnahme anschauen und auch herunterladen. In den meisten anderen Apps müssen Sie sich durch Listen mit Videoclips scrollen und haben nur anhand der Zeitangaben eine Orientierung.

So einfach und übersichtlich wie die App von Logitech sind nur die von Netgear, Nest, Netatmo und Ring, ganz brauchbar sind auch noch die von Yi Camera, Blink XT und Reolink Argus 2.

Zeitplanung

Blink XT: Zeitplanung für die Überwachung ist möglich
Blink XT: Zeitplanung für die Überwachung ist möglich

Wenn die Bewegungserkennung nur zu bestimmten Zeiten aktiv sein soll, braucht die Kamera eine Zeitplanung. Für den Testsieger eine Selbstverständlichkeit, für Wansview (nicht W2!), D-Link, ieGeek und Samsung aber nicht – sie haben keinen Planer in der App.

Die fehlende Planbarkeit wird zum Problem, wenn der Alarm per Push-Nachricht aufs Smartphone oder per E-Mail versendet wird. Schnell ist man von der Flut nach Nachrichten und Hinweisen genervt.

Die anderen Kameras haben Zeitplanungsfunktionen, bei Instar / Wansview W2 können sogar Serienbilder oder Videos zu programmierten Zeiten aufgenommen werden, allerdings erst, wenn sie DPC Software nutzen oder einen FTP-Speicherort eingerichtet haben.

Auto On/Off nach Standort des Smartphones

Unser Logitech-Testsieger aber auch Nest, Netatmo und Netgear setzen noch eins drauf, nämlich Geofencing. Das bedeutet: Der Alarm wird nur scharfgeschaltet, wenn sich ein oder mehrere definierte Mobilgeräte aus dem Funknetz abmelden (Option). Dann nimmt die App der jeweiligen Kamera an, dass niemand mehr zuhause ist und aktiviert die Alarmbereitschaft.

Geofencing bei Netgears Arlo, Logitech kann das aber auch
Geofencing bei Netgears Arlo, Logitech kann das aber auch

Die Circle 2 kann nur mit einem Circle-Konto betrieben werden. Die Kamera hat keinen internen Speicher, Fotos und Videos werden grundsätzlich in der Cloud abgelegt. Um das Video zu sichten, muss eine entsprechend stabile und schnelle Internetverbindung bestehen, was von unterwegs nicht immer funktioniert.

24 Stunden kostenlos

Ohne Abo können immer nur die letzten 24 Stunden im Video-Archiv abgerufen werden (Circle Free). Bei der Erstinstallation fällt das gar nicht auf, weil sie automatisch erst mal die Funktionen eines Abos testen. Für vier Euro im Monat können Sie von einer längeren Speicherung profitieren (14 Tage), ein faires Angebot. Aufnahmen können unbegrenzt runtergeladen, gespeichert und geteilt werden.

Wenn noch mehr Komfort, etwa eine konfigurierbare Tageszusammenfassung, haben möchte, wählt Circle Safe Premium für zehn Euro im Monat. Hier sind dann auch die Personenerkennung, der Ereignis- und Alarmfilter sowie Alarmierungszonen dabei.

Circle 2: Abo-Pläne von 4-10 Euro pro Monat
Circle 2: Abo-Pläne von 4 bis 10 Euro pro Monat.

Wie üblich gibt es, wenn in den Optionen gewählt, Push-Mitteilungen bei Alarmereignissen. Die Kamera zeichnet für jede registrierte Bewegung Videos mit einer voreingestellten Länge auf.

Kompliziertes Speichern bei vielen anderen Kameras

Unser Testsieger von Logitech speichert Alarmvideos automatisch in der Cloud. Nur deshalb kann auch zügig ein Tages-Resümee erstellt werden, ihr Smartphone hätte dazu nicht die nötige Rechenkapazität, von der Download-Zeit des ganzen Videos Materials mal ganz abgesehen. Alles, was sie im Video-Archiv sehen, passiert also auf dem Logitech-Server.

Logitech Circle 2: Cloud Speicherung only
Logitech Circle 2: Nur Cloud-Speicherung.

Genauso funktioniert das bei Nest, Blink XT, Netgear, Ring, Reolink. Nach der Einrichtung wurden Videos aufgezeichnet und konnten durchstöbert werden (Timeline), denn auch sie befinden sich automatisch in der Cloud. Netatmo, yi Camera und D-Link haben wechselbare SD-Speicher für eine lokale Speicherung.

Vor dem Test hätten wir das nicht für möglich gehalten, aber die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn es darum geht, wie und wo ein Alarmvideo abgelegt wird – und vor allem, welchen Aufwand man dafür betreiben muss. Wer meint, dass es mit dem Anschließen der Kamera getan ist, irrt bei 10 von 25 Modellen.

Bei zehn Kameras müssen sich Nutzer noch mit dem Speicherplatz beschäftigen und entweder eine micro SD-Karte kaufen (D-Link, Yi, SV3C, Reolink, Cooau, Foscam, Abus, ie geek, Samsung) oder einen FTP-Speicherort einrichten (D-Link, Wansview W2, Instar). Nur bei Instar und Netatmo steckt bereits eine SD-Karte.

Bei Samsung, Abus, 7 Links und ieGeek gibt es weder eine Cloud-Lösung, noch liegt eine SD-Karte bei. Bei 7 Links und ieGeek kann immerhin alternativ ein FTP-Speicher verlinkt werden, für technisch wenig versierte Käufer ist das aber kaum eine Option und auch wir wollten uns nicht erst einen FTP-Account auf einem Server einrichten, sondern ein schnelles Ergebnis sehen.

Auch bei den übrigen Modellen mit SD-Karte kam keine Freude auf: Bei der HiKam konnten wir die Alarmaufnahmen auf der SD über die App nicht finden, eine FTP-Speicherung ist nicht möglich. Bei Wansview meldete die App zwar immer wieder einen Alarm, ein Video wurde trotz passenden Einstellungen aber nicht auf dem SD-Speicher abgelegt.

Die Schwierigkeiten beim Erzeugen eines simplen Alarmvideos im ersten Test wurden im zweiten und dritten Test 6 und 12/2018 von den 16 Kameras zum Glück nicht im großen Stil wiederholt. Bis auf SV3C, Cooau und 7Links Dome lieferten alle sofort einsehbare Mitschnitte ab.

Im Update 12/2018 waren D-Link DCS-2670L (SD-Karte) und Wansview W2 (nur FTP, PC/Mac) die beiden Außenseiter ohne Cloud-Speicherung.

Nachteile

Flexibel, bezahlbar und mit einem tollen Tages-Resümee, was könnte da noch gegen einen Kauf sprechen?

Unterschätzen Sie nicht das Nachladen des Akkus: Wir hatten die Circle 2 am Montag in Betrieb genommen, am Donnerstagabend meldete sie einen fast leeren Akku. Sicher, wir hatten temporär in den Qualitätsmodus geschalten und auch relativ oft das Live-Bild aufgerufen. Dennoch gehen wir nicht davon aus, dass die Akkuladung für zwei Monate ausreicht, selbst wenn auf das Live-Bild und den Qualitätsmodus verzichtet wird. Unsere Circle 2 befand sich in 7 Metern Entfernung vom Router mit lediglich einer Glasscheibe als Hindernis.

Logitech Circle 2: Bei hoher Bildqualität und/oder häufiger Live-Bild-Nutzung ist der Akku binnen weniger Tage leer.
Logitech Circle 2: Bei hoher Bildqualität und/oder häufiger Live-Bild-Nutzung ist der Akku binnen weniger Tage leer.

Bei Amazon handelt sich die Circle 2 neben Lob auch Kritik ein, dabei geht es in erster Linie ebenfalls um die Akkulaufzeit. Einige Nutzer meinen, nur der Aktivmodus registriert Bewegungen und bietet eine brauchbare Bildqualität. Allerdings sei der Akku hier bereits nach 24 Stunden erschöpft.

Wir haben ohne den Aktivmodus brauchbare Überwachungsvideos erhalten. Die Qualität ist gering, speziell bei Nachtaufnahmen. Die Qualität von durchschnittlichen Smartphone-Aufnahmen darauf eben nicht erwartet werden. Die Konturen eines Gesichts sind oft nicht erkennbar.

Um Energie zu sparen, darf der WLAN-Chip der Kamera nur mit einer geringen Leistung fahren (Normalmodus). Das schränkt die Reichweite ein und es wird nur stark komprimiertes Bildmaterial gesendet. Dies ist ein Tribut an die Akku-Mobilität und an den Verzicht auf einen speziellen Circle 2 – Router. Die Wifi Reichweite ist damit geringer als bei den Arlo-Kameras. Wenn sie mehr als 10 Meter Distanz, vielleicht sogar mit mehreren Wänden, überwinden müssen, sollten Sie ein anderes Modell wählen oder einen WiFi-Repeater installieren.

Die Abo-Optionen sind relativ teuer, allerdings sind sie für den sinnvollen Betrieb nicht zwingend notwendig. Nur wer erweiterte Detail-Settings haben möchte oder aber mit deutlich mehr als zwei Kameras arbeiten will, wird sich mit den Abo-Optionen beschäftigen. Wer ein Abo nutzt, kann zum Beispiel von der Personen- und Tiererkennung profitieren. Außerdem ist die Vergrößerungsfunktion bei Schnappschüssen nur bei Abo möglich.

Das Gegensprechen ist nur bei Netzbetrieb möglich, kein Wunder, es benötigt einfach zu viel Energie und die Circle 2 ist nun mal nicht darauf ausgelegt, dass der Akku alle zwei Wochen aufgeladen wird. Außerdem sollte Gegensprechen kein wichtiges Kaufargument sein, die Lautstärke ist zu gering und die Stimme geht oft im Umgebungsrauschen unter.

Leider dauert der Wechsel zum Live-Bild 15 bis 20 Sekunden, weil sich die Kamera erst aus dem Energiesparmodus hochfahren muss. Wer oft das Live-Bild sehen möchte, wird genervt sein.

Eine weitere Kritik ist die zeitverzögerte Aufnahme: Löst eine Person dem Bewegungssensor aus, startet die Aufnahme erst eine gute Sekunde später. Die Person ist unter Umständen bereits aus dem Blickfeld der Kamera verschwunden oder man sieht nur noch den Rücken. Auf diese Weise sind die Aufnahmen für Überwachungszwecke unbrauchbar, es sei denn wir überwachen einen Bereich von 15-20 Metern. Den überwindet auch eine schnell gehende Person nicht in dieser kurzen Zeit.

Logitech Circle 2 im Testspiegel

Über die Logitech Circle 2 gibt es zahlreiche Tests im Web. Netzwelt lobt die Zuverlässigkeit und die bestens bedienbare Web-App:

»Die Einrichtung ist leicht und Bewegungen im Überwachungsbereich werden zuverlässig aufgezeichnet. Mit der WebApp kann man auch ohne Smartphone komfortabel auf die Kamera zugreifen.«

Curved betont, dass bereits das Grundpaket ohne Abo zweckdienlich ist. Außerdem lobt der Tester das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis:

»Und mit der Circle 2 bietet mir Logitech ein zufriedenstellendes Gesamtpaket zu einem fairen Preis. Über die Zusatzkosten der Abo-Modelle lässt sich sicherlich streiten. Da diese aber optional sind und die Kamera bereits in ihrer Grundfunktion überzeugt, kann ich darüber hinwegsehen. […] Die Circle 2 ist bei weitem nicht die einzige – und vielleicht auch nicht die beste – Überwachungskamera auf dem Markt. Aber so günstig, einfach in der Handhabung und gleichzeitig so flexibel in der Nutzung dürfte derzeit kaum eine andere sein.«

Techradar lobt die einfache Handhabung, kritisiert aber die schwache WiFi-Reichweite:

»A well constructed and easy to use security camera with lots of useful features for monitoring your property. However, if you want to use the camera outdoors or more than about 10 metres from the broadband router, there are better models to choose from.«

Techhive lobt die Circle 2 als ausgewachsenes Sicherheitskamera-Produkt, das zu den besten seiner Klasse gehört:

»There’s no knocking the camera’s capabilities. The Logitech Circle 2 successfully addresses all the shortfalls of the original Circle. Where its predecessor felt like little more than a life cam, the Circle 2 is a bona fide security camera that can go toe to toe with the strongest models in the class.«

Vergleichsbilder

Videoqualität bei Tageslicht

Die besten Aufnahmen bei Tageslicht lieferten Nest Cam Outdoor und IQ sowie Instar IN-9008 Full-HD. Doch auch hier sollte man keine Superfotos erwarten: Der Kontrast ist, wie bei den meisten Kameras, übersteuert.

Lebensechte, neutrale Farben liefert unser Testsieger von Logitech: Die Circle 2 liefert gute Full-HD Bilder ab, ein Rauschen ist aber sichtbar. Hinzu kommt durch das Weitwinkel-Objektiv die bekannte Fischaugen-Optik. Circle 2 bildet hinsichtlich der Bildqualität die Mittelklasse ab, hierzu gehören auch Wansview W2/W1, Reolink Argus, D-Link und Samsung.

Die Arlo-Kameras sparen Energie und senden deshalb nur niedrige Bitraten, was zu fleckigen Fotos mit starkem Rauschen führt. Immerhin sehen die Farben ganz natürlich aus. Trotz Full-HD-Kennzeichnung konnten wir bei der Arlo Pro 2 nur 1280 x 720 Pixel-Bilder abspeichern.

Am schlechtesten hat Abus abgeschnitten – sehr enttäuschend, wenn wir an die angepriesene 720p-Auflösung denken. Die maximale Bildgröße, die wir speichern konnten, lag bei 720 x 405 Pixeln. Eine hohe Auflösung ist nicht gleich hohe Qualität.

Nachtaufnahmen

Beweismaterial ist der Hauptzweck einer Kamera, daher haben wir Nachtaufnahmen einer Person und von beschrifteten Aufstellern bzw. Namensschild gemacht. Wir wollten wissen, auf welche Distanz wir im Bild die Gesichtszüge bzw. die Buchstaben erkennen können.

Bei den meisten Kameras sind die Infrarot-Scheinwerfer sichtbar, das sind die rot oder blau leuchtenden Punkte in Nachbarschaft der Kameralinse. Mit solchen wird eine Sicherheitskamera natürlich schnell entdeckt. Unsichtbar werden IR-Strahler durch Filter oder wenn sie in einer bestimmten Wellenlänge arbeiten, das ist bei Circle 2, Blink XT und Nest Cam Outdoor der Fall.

Die beste Sicht auf eine Distanz von 1 bis 4 Metern liefern Netatmo, D-Link, Reolink Argus, Wansview W1 und Logi-Link. Der Testsieger von Logitech ist in dieser Aufzählung nicht dabei. Die Circle 2 liefert nur ein unterdurchschnittliches Nachtbild, Gesichtszüge sind nur auf einen Meter gerade noch so erkennbar.

Es sind indes die Akku-Kameras, die in der Regel die schlechtesten Nachtbilder liefern. Das kommt in erster Linie von der geringen Leuchtkraft ihrer Infrarot-Scheinwerfer.

Verhältnismäßig gut schneiden Nest Cam Outdoor und Blink XT mit ihren jeweils unsichtbaren IR-Strahlern ab. Etwas sonderbar ist das Ergebnis bei Wansview W2. Hier ist der IR-Scheinwerfer offenbar zu stark, im Bild wird das Gesicht des Testers bei 1 bis 4 Metern stark überstrahlt. Bei der Blink XT können wir die Helligkeit der IR-LEDs in drei Stufen justieren.