Die beste Outdoor-Über­wachungs­kamera

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Update Outdoor-Kamera Test 6/2008: (von rechts nach links) 7Links Dome, Cooau, SV3C, Nest Outdoor, Nest IQ, Reolink, 2 x Instar, (Ring und Yi Cam nicht im Bild)

Die beste Outdoor-Überwachungskamera ist die Nest Cam Outdoor. Durch Funkübertragung, Magnetfuß und ein sieben Meter langes Stromkabel ist sie flexibel zu montieren und sie bietet Komfort bei Einrichtung, Aufnahme und Sichtung der aufgezeichneten Videos. Die Nest Cam machte auf Anhieb das, was sie soll: Bewegungen erkennen – auch nachts – und ein Video aufzeichnen. Hinzu kommen clevere Filter, damit Nachbars Katze den Alarm nicht auslöst, der Nachbar aber schon.

Update 6. Juli 2018

Wir haben 12 weitere Überwachungskameras getestet, darunter bekannte Marken wie Nest, Netatmo, Ring, Instar oder Reolink. Die Top-Modelle konnten uns bei Installation, Qualität und Bedienung überzeugen, so manches Low-End-Modell aber nicht. Beim Komfort in den Apps trennt sich nach wie vor die Spreu vom Weizen.

Heute muss eine Überwachungskamera nicht mehr verkabelt werden – IP-Kameras senden das Signal direkt per WLAN und man kann von überall aus darauf zugreifen, denn man wird über das Smartphone oder per E-Mail benachrichtigt.

Der Markt für Überwachungskameras ist groß und es gibt sie in jeder Preisklasse. Aber welche ist wirklich empfehlenswert? Wir haben 20 Modelle getestet – sowohl günstige, als auch teure.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Nest Cam Outdoor

Test Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam Outdoor
"unsichtbar" in der Nacht, komfortable App, hochwertig und wetterfest

Die beste Überwachungskamera ist für uns die Nest Cam Outdoor. Wie auch die Nest Cam IQ ist sie sicher kein Schnäppchen, dafür sind Bedien- und Einrichtungskomfort ungeschlagen – da können höchstens noch die teurere Netatmo Presence und die Netgear Arlo mithalten, die ähnlich komfortable Apps besitzen und den Benutzer einfach die Aufzeichnungen durchforsten lassen.

Nichts ist leichter, als in der Timeline die Videos zu durchstöbern: Vorschaubilder zeigen Ihre Besucher, Zeitrafferaufnahmen bringen eine schnelle Zusammenfassung des Tages und dem Paketboten sagen Sie per Gegensprechfunktion, wo er das Paket ablegen soll.

Nest punktet aber mit Profi-Installationszubehör: Klemmen, Schrauben sowie ein sieben Meter langes Kabel für die Verlegung im Außenbereich. Damit gelingt der Aufbau nicht in fünf Minuten, alles sieht hinterher auch ordentlich und professionell verlegt aus.

Hinzu kommen eine erstklassige Bildqualität, ein unsichtbarer IR-Scheinwerfer sowie ein Filter, der Bewegung, Tiere und Personen vom Alarm ausklammern kann. Auch praktisch: Im Kamerabild kann man Bereiche markieren und ihnen unterschiedliche Alarmeigenschaften zuweisen. So löst eine Bewegung in der Garage Alarm aus, eine unter dem Gartenpavilion aber nicht.

Gut & Günstig

Netgear Arlo

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear Arlo
Einfach zu bedienen und auf Wunsch wird erst mit der Überwachung begonnen, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Die Netgear Arlo ist technisch gesehen keine perfekte High-End IP-Kamera, aber sie macht alles richtig, wenn es um Einrichtung, Bedienungskomfort und Funktion geht. Wer eine einfach zu installierende und einfach zu bedienende Überwachungskamera ohne viel Schnickschnack sucht, die äußerst flexibel installiert werden kann, der ist mit der Arlo gut bedient.

Zeitplanung und Geofencing erlauben eine nahtlose Einbindung in die normalen Abläufe eines Haushalts. So beginnt die Überwachung auf Wunsch erst, wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben. Solchen Komfort bietet sonst nur die teurere Konkurrenz von Nest, Netatmo und Ring.

Für die Fassade

Netatmo Presence

Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo Presence
Professionell, hochwertig und wetterfest, Gegensprechanlage mit Full-HD Bildqualität

Die Netatmo Presence liegt beim Bedienungskomfort auf gleicher Höhe mit den Nest-Kameras. Die Personenerkennung gibt es bei Nest und Netatmo gleichermaßen. Die ist nicht zu verwechseln mit der Gesichtserkennung – daran versuchen sich nur die Nest Cam IQ bzw. die Indoor-Schwester Netatmo Welcome.

Der größte Vorteil der Presence ist der fehlende Abo-Zwang: Gespeichert wird lokal auf SD-Karte oder auf einem eigenen FTP bzw. DropBox-Speicher.

Sie ist außerdem erst auf den zweiten Blick als Kamera zu erkennen. Auf den ersten Blick sieh sieht aus wie ein kleines Flutlicht neben der Haustür. Die Stromversorgung kommt aus der Fassade, Sie könnten also eine alte Leuchte demontieren und dafür die Presence einsetzen.

Das Flutlicht schaltet sich je nach Wunsch bei Personen ein, bei Tieren und sonstigen Bewegungen aber nicht. Es kann stufenlos gedimmt werden.

Spezialist für die Haustür

Ring Doorbell 2

Nest, Netatmo und andere Kameras in diesem Test bieten zwar eine Gegensprechfunktion, eine richtige Türklingel haben sie aber nicht. Wer Überwachung an der Haustür und eine Funkklingel mit Gegensprechen verbinden möchte, liegt bei der Ring Doorbell 2 richtig.

Mit dem großen Akku, der zum Aufladen entnommen wird, soll die Doorbell 2 ein halbes Jahr durchhalten. Alternativ kann sie aber auch fest verdrahtet werden.

Ihr Wechselstrom-Gong wird indes nicht arbeitslos: Doorbell 2 kann auch den ansteuern, das Installations-Kit dafür liegt bei. Weil die Funkreichweite nicht besonders groß ist, ist ein optionaler Chime für 35 Euro empfehlenswert. Er erweitert die Funkreichweite und fungiert als Glocke im Haus.

Profi-Option

Instar IN-9008 Full-HD

Die wuchtige Instar IN-9008 Full-HD lehrt den Einbrecher schon beim Anblick das Fürchten und genauso soll es sein. Die schwere Konstruktion mit bester Wetterfestigkeit und sehr gutem Installationsmaterial ist über jede Kritik erhaben.

Mit Instar ist fast alles möglich: Es gibt Alarmzonen und Privatbereiche, wie schon bei Nest und Netatmo. Eine solche Menge an Settings wird Kunden, die eine schnelle Lösung mit komfortabler App suchen, überfordern. Die App ist bei Instar mehr oder weniger nur ein Live-View-Betrachter ohne Timeline zum Durchstöbern der Mitschnitte.

Instar-Kameras sind für den gewerblichen oder privaten Einsatz gemacht, aber sie sind nicht für jedermann. Wer Instar kauft, der möchte viele Details seines Alarmaufbaus selbst einstellen und wird sich stundenlang mit den Settings, den umfangreichen Speicher-Optionen (FTP, SD, Cloud), der Bildoptimierung (ONVIF, justierbare Linse) und den Alarmzeiten beschäftigen.

Vergleichstabelle

TestsiegerGut & GünstigFür die FassadeSpezialist für die HaustürProfi-Option
Modell Nest Cam Outdoor Netgear Arlo Netatmo Presence Ring Doorbell 2 Instar IN-9008 Full-HD Nest Cam IQ Instar IN-5907 HD Reolink Argus 2 1080p HD YI Dome IP Kamera 1080p LogiLink WC0049 Foscam FI9828W Cooau WLAN 720P SV3C 1080p WLAN IP Kamera Samsung SNH-E6440BN 7links Outdoor Kamera Außen-WiFi-IP Abus TVAC19100A ie Geek 201W HiKAM A7 Wansview W1 7Links WLAN-IP-Kamera mit Full HD
Test Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam OutdoorTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear ArloTest Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo PresenceTest Outdoor-Überwachungskamera: Ring Doorbell 2Test Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-9008 Full-HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam IQTest Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-5907 HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Reolink Argus 2 1080p HDTest Outdoor-Überwachungskamera: YI Dome IP Kamera 1080pTest Funk-Überwachungskamera für draußen: LogiLink WC0049Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Foscam FI9828WTest Outdoor-Überwachungskamera: Cooau WLAN 720PTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: SV3C 1080p WLAN IP KameraTest Outdoor-Überwachungskamera: Samsung SNH-E6440BN[Duplicated] Outdoor-Überwachungskamera Test: 7links Wlan Ip ÜberwachungskameraTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: ABUS TVAC19100ATest Outdoor-Über­wachungs­kamera: ie Geek 201WTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: HiKAM A7Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Wansview W1Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: 7Links Wetterfeste WLAN-IP-Kamera mit Full HD
Pro
  • Sehr hochwertig
  • Guter Feuchtigkeitsschutz
  • Auto-Off
  • Filter: Bewegung, Tiere, Personen
  • Zeitraffer und Timeline Gegensprechen via App
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Einfache Installation und Bedienung
  • Zeitplanung und Geofancing
  • Schwer als Kamera zu erkennen
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Hochwertige Installation
  • Flutlicht für bestimmte Ereignisse
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Akku- und Netzbetrieb möglich
  • steuert Türglocke
  • Gegensprechen via App
  • Schnelle und einfache Installation
  • Günstiger Cloud-Speicher
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Komfortable Web-UI
  • Auto-Off
  • Nahaufnahme mit automatischer Nachverfolgung
  • 4k-Sensor
  • Gegensprechen mit sehr guter Quallität
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Akku- oder Solar-Panel-Betrieb
  • Komfortable App mit Timeline
  • Drei Befestigungsarten
  • Kein Abo / Folgekosten
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Gute App mit Detail-Settings & Timeline
  • Schnell und einfach installiert
  • Speichern auf SD-Karte
  • Kamerafahrten (Dome)
  • Für den Multi-Kamera-Betrieb geeignet
  • Sehr gute Nachtbilder
  • Profi-Modell
  • Speichern auf SD
  • Ethernet-Betrieb zuverlässiger
  • Speichern auf SD
  • Ethernet-Betrieb zuverlässiger
  • Sehr klein und robust
  • Auch als Gegensprechanlage nutzbar
  • Speicher 16 GB onboard
  • Mikrofon und Lautsprecher
  • HD-Auflösung 960p
  • Vergleichsweise günstig
  • Sehr günstig
  • Gute Tagaufnahmen
  • Guter Preis
  • SD-Karte mit dabei
  • Gute Bildqualität Tag und Nacht
  • Viele Erweiterungsmöglichkeiten
  • Gute Bildqualität Tag und Nacht
  • Mit Zeitplaner in der App
Contra
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Keine technischen Ergänzungen möglich
  • Nachtaufnahmen könnten besser sein
  • Zwangskonto
  • Teils unzuverlässiges WIFI-Setup
  • Kein Pinch-Zoom in App
  • App teilweise unzuverlässig und langsam
  • Gute Nachtsicht nur bis 2 Meter
  • Komplexe Installation
  • Aufwendige Videosichtung:
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Sehr teuer
  • Komplexe Installation
  • Aufwendige Video-Sichtung: keine Timeline / Ereignisse in Web UI oder App
  • Nur 720p HD-Qualität
  • Unkomfortable Web-UI (alte Variante)
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Unzuverlässiger Verbindungsmodus
  • SD-Card nicht dabei aber zwingend nötig für Aufzeichnung
  • Gegensprechen mit schlechter Qualität
  • Kein Regen-/Feuchtigkeitsschutz
  • Geringe Qualität von Kamera und Befestigung
  • unscharfe Nachtaufnahmen
  • Teuer
  • Schwierige Inbetriebnahme
  • Schlechte Aufnahmen
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • SD-Karte nur optional
  • Teils unzuverlässiges WiFi-Setup
  • Schlechte Bildqualität trotz FHD
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • SD-Karte nur optional
  • Teils unzuverlässiges WiFi-Setup
  • Schlechte Bildqualität trotz FHD
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • SD-Karte wird nicht mitgeliefert
  • Probleme mit der Funkverbindung
  • Unkomfortable App ohne Timeline
  • Geringe Qualität von Kamera und Befestigung
  • Nur 45 cm Kabel
  • Teils unzuverlässiges WIFI-Setup
  • unscharfe Nachtaufnahmen
  • Schlechte App
  • Keine SD-Karte dabei
  • Schlechte Bildqualität
  • Kein SD-Speicher dabei
  • Kein Zugriff auf Bilder aus der App heraus
  • Keine Zeitplanung
  • Alarmaufnahmen waren nicht vorhanden
  • Keine Alarmaufnahmen auf SD-Karte
  • Unkomfortable App
  • Schlechte Bildqualität bei Tag und Nacht
  • Schlechte Befestigung
Bester Preis

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Was Sie wissen sollten

Früher mussten Outdoor-Überwachungskameras aufwändig verkabelt werden, heute senden sie das Videosignal einfach per WLAN direkt an den Router. Solche IP-Kameras sind wesentlich günstiger als herkömmliche Überwachungskameras und daher für jedermann erschwinglich. IP steht dabei für »Internet Protocol«, IP-Kamera lässt sich also am besten als »Netzwerkkamera« übersetzen.

Eine IP-Kamera ist letztlich also ein kleiner Computer, der mit einem Kameramodul und Infrarotsensoren bestückt ist und als Netzwerkgerät ins heimische Funknetzwerk integriert wird. Mit Hilfe eines Bewegungssensors zeichnet sie Fotos oder Videos auf, sobald jemand ins Blickfeld der Kamera kommt. Auch Nachtaufnahmen gelingen mit einem eingebauten Infrarot-Scheinwerfer.

IP-Kameras sind direkt mit dem Internet-Router verbunden, etwa der FritzBox oder einem Telekom-Speedport. Das hat den Vorteil, dass nicht immer ein Computer laufen muss, um die Videos aufzuzeichnen. Die Verbindung erfolgt entweder über ein Netzwerkkabel, oder – wie bei den meisten Überwachungskameras heute – über WLAN. Das ist viel praktischer, denn so spart man es sich, Kabel zu verlegen.

Für den Zugang zur Kamera braucht man ein gutes Passwort

Auch auf einen Stromanschluss kann man bei einigen IP-Kameras verzichten. Sie werden einfach mit Batterien, Akkus oder einem Solarmodul ausgestattet. So können sie völlig frei ganz ohne Kabel platziert werden.

Für den Test haben wir aus dem riesigen Markt der Überwachungskameras 20 Modelle herausgesucht, die das ganze Preisspektrum abdecken, von günstigen Geräten ab rund 50 bis zu teuren Markenkameras, die an der 400-Euro-Marke kratzen.

Neben Modellen von Markenherstellern wie Nest, Netatmo, Ring, Samsung, Netgear, Instar und Abus hatten wir Outdoor-Überwachungskameras von HiKam, LogiLink, Foscam, ieGeek, Wansview, 7 Links, Yi, SV3C und Cooau im Test.

Überwachungskameras von Markenherstellern werden inzwischen zunehmend von No-Name-Herstellern aus Fernost verdrängt. Die sind oft wesentlich günstiger, bieten aber so gut wie keinen Kundenservice – und haben manchmal eklatante Sicherheitsmängel. So wurde kürzlich bekannt, dass viele günstige Sicherheitskameras über ihre IP-Adressen ohne jeglichen Passwortschutz über das Internet erreichbar sind – so bekommt jedermann Zugriff auf die Kamera. Bei der Installation sollte man daher auf jeden Fall ein sicheres Passwort für den Zugang zur Kamera vergeben und es ist umso wichtiger, dass der Vorgang einfach und verständlich ist.

Die größte Schwachstelle der No-Name-Kameras sind jedoch oft die unkomfortablen Apps. Wer auf einer schönen Timeline übersichtlich die Aufzeichnungen ansehen will, der sollte bei Nest, Netgear, Netatmo oder Ring bleiben. Ausnahmen sind Yi Camera und Reolink Argus 2, die mit gut bedienbaren, übersichtlichen Apps punkten.

Alle Outdoor-IP-Kameras im Test lösten mit mindestens 1.280 x 720 Bildpunkten (720p) auf, einige bieten aber auch höhere Auflösungen (1080p = Full-HD).

20 Geräte dieses Tests sind wetterfest und halten zumindest den IP66-Standard ein. Somit sind sie gegen starkes Strahlwasser, Staub und Berührung vollständig geschützt und können ohne jeden Schutz direkt dem Wetter ausgesetzt werden. Nur die Yi Camera schummelte sich als nicht wetterfestes Modell in den Test.

Für überdachte Carports oder andere Außenbereiche sollte man Geräte mit der Schutzklasse IP65 oder IP66 wählen, weil auch hohe Luftfeuchtigkeit oder Spritzwasser ungeschützter Elektronik schaden kann. Für Innenräume und Hallen genügen aber auch einfache Indoor-Modelle, die meistens günstiger sind. Wir haben uns für diesen Test aber auf Outdoor-Modelle konzentriert.

Schutz gegen Einbrecher

Praktisch alle Outdoor-Überwachungskameras arbeiten mit einer Smartphone-App zusammen, über die ein Alarm direkt ans Smartphone gemeldet wird, entweder als Push-Nachricht oder per SMS oder E-Mail.

Alles im Blick - IP-Kameras versprechen etwas mehr Sicherheit für kleines Geld.
Alles im Blick: IP-Kameras versprechen mehr Sicherheit für wenig Geld.

Das hört sich auf den ersten Blick verlockend an, denn so kann man einen Einbrecher selbst aus der Ferne auf frischer Tat ertappen und gleich die Polizei verständigen – denkt man sich zumindest.

Doch die Realität sieht anders aus, denn meistens ist es nicht ein unerwünschter Eindringling, der den Alarm auslöst, sondern die Katze des Nachbarn, die über die Terrasse läuft, spielende Kinder oder ein Auto in der Ferne. Selbst Wind, der die Äste von Bäumen bewegt, kann bestimmte Bewegungsmelder auslösen.

Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere unterschiedlich behandeln.
Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere können unterschiedlich behandelt werden.

In der Praxis wird daher kaum jemand die Alarmfunktion dauerhaft eingeschaltet lassen – das ständige Gebimmel nervt. Nur in speziellen Bereichen, etwa dem geschützten Eingangsbereich eines Hauses, sind Push-Meldungen sinnvoll. Alternativ begrenzt eine Zeitplanung die Aktivität der Kamera auf die Nachtstunden.

 

Netatmo, Nest, Ring und Instar gehen daran, dieses Problem zu entschärfen: Einmal durch die Aufteilung des erfassten Bereiches in verschiedene Segmente. Hier kann der Spielplatz von der Überwachung ausgeschlossen werden, die Einfahrt hingegen bleibt überwacht.

Die Filter bei Netatmo und Nest gehen noch einen Schritt weiter: Es gibt sie für Personen, Tiere oder sonstige Bewegungen. Je nach Wunsch lösen dann nur Menschen Alarm aus, Tiere aber nicht. Manche Modelle bieten sogar Gesichtserkennung: Familienmitglieder können dann unbehelligt eintreten, Fremde lösen einen Alarm oder zumindest eine Videoaufzeichnung aus.

Alarm wird bei Bewegungen jeglicher Art ausgelöst

Wirklich verhindern kann eine Überwachungskamera einen Einbruch also nicht, sie wirkt aber abschreckend. Schließlich liefert sie Beweismaterial, mit dem ein Täter unter Umständen identifiziert werden kann. Einen zielstrebigen und gut vorbereiteten Einbrecher wird auch das nicht abhalten, schließlich kann er sich auch vermummen. Aber so gut vorbereitet gehen die meisten Einbrecher nicht zu Werke.

Einige Überwachungskameras verfügen auch über eine Alarmschaltung, über die zum Beispiel eine Sirene oder ein Flutlicht angeschlossen werden kann. So macht man potentiellen Einbrechern das Leben noch ein Stückchen schwerer – oder aufgrund ständiger Fehlalarme auch den Nachbarn.

In der Regel verrichtet eine Überwachungskamera ihren Dienst daher eher passiv. Kommt es zu einem Einbruch, kann man das Material der vergangenen 24 Stunden oder – je nach Modell – auch der letzten Tage oder Wochen sichten. Das ist der eigentliche Sinn einer Überwachungskamera.

Zusatzfunktionen wie der Blick in den heimischen Garten in Echtzeit wirken zwar erstmal attraktiv, mit der Zeit wird die manuelle Bedienung der Kamera aber in Vergessenheit geraten.

Bildqualität

Die Videoqualität von Outdoor-Überwachungskameras kann weder mit der eines Smartphone noch der eines Camcorders mithalten. Auch einen optischen Zoom gibt es fast nie. Die Bildqualität ist am ehesten mit einer einfachen HD-Webcam im Klappdeckel eines Notebooks vergleichbar: Relativ starkes Bildrauschen, oft stark überdrehte Kontraste, verfälschte Farben und manchmal unscharfe Flecken im Bild, speziell bei den beweglichen Dome-Kameras. Auch wenn die Hersteller mit HD oder Full-HD werben – die Bildqualität ist nicht unbedingt das, was man erwartet, selbst wenn die hohe Auflösung das suggeriert.

Nest Cam Outdoor Tag: Objekt auf 2 m
Nest Cam Outdoor Tag: Nur wenige Kameras haben so ein klares Bild mit kräftigen Farben

Aber bei einer Überwachungskamera geht es ja auch nicht darum, möglichst schöne Videos vom Einbrecher zu machen, sondern darum, dass sie zuverlässig in allen möglichen Lichtsituationen ein erkennbares Bild liefert – vor allem auch nachts.

Bild­qualität ist zweit­rangig – so­lange man etwas erkennen kann

Dazu sind IP-Kameras in der Regel mit Infrarot-Lichtquellen ausgestattet, die den Bereich vor der Kamera mit einer für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtwellenlänge ausleuchten. Infrarot-Licht im Wellenlängenbereich von 800 – 1000 Nanometern kann von jeder Kamera in Schwarzweiß aufgezeichnet werden. Bei Tageslicht wird der Infrarot-Filter in der Kamera einfach weggeklappt.

Nest Outdoor: Nachtaufnahme 1 m Distanz, die Person ist nicht mehr im Schärfebereich
Nest Cam Outdoor: Nachtaufnahme bei einem Meter Distanz. Die Person ist nicht mehr im Schärfebereich.

Gänzlich unsichtbar sind die Infrarot-Scheinwerfer der meisten IP-Kameras allerdings nicht. Wenn man nachts frontal in die Kamera blickt, kann man meist rote oder blaue Punkte sehen. Der Grund: IR-Scheinwerfer in Kameras arbeiten meist mit einer Wellenlänge von 850 Nanometern. Es gibt zwar auch unsichtbare 940nm-IR-Strahler, deren Reichweite ist aber nur halb so groß wie die von 850nm-IR-Strahlern.

Ausnahme ist der Testsieger: Die Nest Cam Outdoor hat »unsichtbare« IR-Scheinwerfer. Dafür sorgt ein spezieller Filter vor den Leuchten. Für den unerwünschten Besucher bleibt die Kamera also vollkommen unsichtbar, sofern sie versteckt genug platziert wurde.

Bild zeigt die Scheinwerferkegel der zwei Dome-Kameras (über dem Tor) und der fünf anderen IP-Kameras (Bildmitte)
Das Bild zeigt die Scheinwerferkegel der zwei Dome-Kameras (über dem Tor) und der fünf anderen IP-Kameras (links).

Typischerweise schauen Überwachungskameras in eine Richtung und leuchten dabei einen engen Bereich aus. Im Test war der ein bis zwölf Meter weit und höchstens vier bis sechs Meter breit. Herstellerangaben von 15 bis 20 Metern Reichweite halten wir für stark übertrieben. Im Test konnten die Scheinwerfer höchstens sechs Meter vernünftig ausleuchten.

Objekte in größerer Entfernung verschwanden in der Dunkelheit. Mit separaten IR-Scheinwerfern aus dem Handel kann man Abhilfe schaffen, falls man mit der Ausleuchtung unzufrieden ist. Das ist bei einem hohen Anspruch an die Nachtsichtqualität sogar empfehlenswert, denn die Infrarot-LED-Scheinwerfer im Kameragehäuse sind selten eine optimale Lösung.

Auch sonst haben eingebauten Scheinwerfer Nachteile: Verschmutzungen auf der Objektivabdeckung führen zu Reflexionen, die die Bildqualität drastisch verschlechtern können. Ein häufiges Problem sind solche Spiegelungen vor allem bei eingebauten Infrarot-LEDs bei Dome-Kameras, denn die Plastikkuppel der Abdeckung reflektiert auch das Infrarot-Licht der LEDs darunter.

Zwar verschmutzen auch externe LED-Strahler, aber das hat allenfalls Auswirkungen auf die Ausleuchtung, nicht auf die Bildqualität. Abstrahlwinkel und Leuchtweite sind bei eingebauten LED-Strahlern im Kameragehäuse in jedem Fall ungünstiger als bei externen LED IR-Scheinwerfern. Außerdem lockt die Abwärme der eingebauten IR-LEDs Insekten und Spinnen an, die sich gern an der Kamera niederlassen und die Sicht blockieren.

Hohe Auflösung problematisch

Bis vor wenigen Jahren besaßen Überwachungskameras im besten Fall 640 x 480 Pixel (VGA) Auflösung. Für den Einsatzzweck reicht das auch heute noch aus, aber viele Käufer erwerben trotzdem gerne hochauflösende Megapixel-Kameras: 1.920 x 1.080 Bildpunkte stellen in unserem Testfeld viele Kameras bereit.

Eine geringere Auf­lösung kann sinn­voller sein

Weil die Bildsensoren trotz höherer Auflösung aber nicht größer werden, benötigen solche Kameras mehr Licht, um die gleiche Detailschärfe zu liefern. Sie beginnen dadurch schneller zu rauschen als Kamerasysteme mit geringen Auflösungen.

SV3C 1080p: blasse Farben
SV3C 1080p: Blasse Farben.

Die Folge des Bildrauschens: Die Qualität der Bilder sinkt, die erforderliche Bandbreite und der Speicherbedarf steigen um bis zu 80 Prozent und intelligente Analysefunktionen liefern permanent Fehlergebnisse. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich entweder gleich für eine geringere Auflösung oder rüsten Sie separate Infrarot-Scheinwerfer nach.

So oder so sollte ihre WLAN-Verbindung zur Kamera ein sehr gutes Signal haben, sonst nerven ständige Verbindungsfehler, eine quälend langsame App und deutliche Zeitverzögerungen beim Live-View.

Apps: Oft nicht brauchbar oder zu komplex

Viele Kameras versuchen entweder durch zahlreiche Funktionen und überbordende Einstellungsmöglichkeiten den Nutzer einzuschüchtern (HiKAM A7, 7Links, Instar, LogiLink) oder sie haben nur eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten (Abus, Samsung). Ein richtiger Wohlfühlfaktor wollte da nicht aufkommen.

Die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam, aber auch die Instar-Modelle, setzen beim Thema Bedienung noch einiges drauf: Sie können per PC- oder Mac-Software oder einfach per IP-Zugriff im Browser bedient und eingerichtet werden. Der Laie steigt bei diesen Profi-Tools jedoch schnell aus, »einfach« und »komfortabel« ist bei diesen Client-Tools gar nichts. Für den Profi, der vier oder mehr Kameras einrichtet und die Überwachung hautsächlich vom PC aus steuert, sind LogiLink, Instar oder Foscam allerdings mächtige Tools. Von der Zeitplanung bis hin zum FTP-Speicherort bleiben kaum Wünsche offen.

Instar Web UI: Alarm-Aktionen
Instar Web UI: Alarmaktionen

Die manuelle Bedienung der Kameras mit Aufnahme, Zoom, Helligkeit oder Ton On/Off funktionierte bei allen Kameras im Test zumindest brauchbar. Abstriche mussten wir bei Yi Camera und Reolink machen: Erstere reagiert etwas verzögert auf die Steuerung (Dome Kamera mit Kamerafahrt) und zweite verzögert das Live-Bild um sechs bis acht Sekunden.

Echte Ausreißer leisteten sich nur die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam: Die baugleichen Geräte waren in der App oder auch in der Client-Software am PC schlichtweg nicht bedienbar. Sie reagierten extrem träge, jeder Schwenk der fahrbaren Kamera wurde zur Geduldsprobe. Das änderte sich auch durch das Einstellen einer niedrigen Auflösung nicht wesentlich. Erst als wir eine Verbindung per Ethernet-Kabel statt über WLAN herstellten, waren die beiden Kameras flüssig bedienbar. Möglicherweise war unser Funknetzwerk durch die vielen Kameras überlastet – oder die 15-Meter-Distanz war zu groß. So können wir vom Funkbetrieb der Dome-Modelle LogiLink WC0049 und Foscam FI9828W jedoch nur abraten und müssen stattdessen den Betrieb über Netzwerkkabel empfehlen.

Auch Samsung zeigte sich von der Schattenseite: Während alle Kameras inklusive der Dome-Modelle kein Problem mit der Videoübertragung über 15 Meter Luftlinie zum Router hatten, streikte die Kamera häufig bei so einer Distanz. Wenn wir die Auflösung auf maximal setzten – das sind bei Samsung 1.920 x 1.080 Pixel – war gar keine Verbindung mehr möglich.

Speicher: Online oder auf Karte

Viele IP-Kameras speichern das aufgezeichnete Videomaterial auf fest eingebaute oder von außen eingesteckte SD-Speicherkarten. Alternativ kann das Material bei einigen Modellen auch gleichzeitig auf einem Onlinespeicher abgelegt werden – das bieten unsere Empfehlungen von Nest, Netgear, Ring, Instar, aber auch Yi Home.

Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card Slot und Ethernet-Port
Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card Slot und Ethernet-Port

Netatmo ist die Ausnahme, hier wird nur lokal auf SD oder in der eigenen DropBox abgelegt. In Punkto Ausfallsicherheit ist die Onlinespeicherung ideal, denn auch bei Zerstörung der Kamera bleibt das Beweismaterial erhalten.

Einige wenige Kameras verfügen über einen eigenen Router, gewissermaßen als Empfangsteil der Kamera, das man im Haus unterbringt. Auf diesem kann das Videomaterial auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte gespeichert werden.

Wenn die Kamera manuell mit der Smartphone-App ausgelöst wird, werden Bilder und Videos meistens direkt auf dem Speicher des Smartphones abgelegt.

Bewegungserkennung

Der Bewegungssensor ist ein passiver Infrarot-Sensor (PIR-Sensor), der auf Bewegung in Verbindung mit Wärme reagiert. So kann er den Erfassungsbereich laufend nach Lebewesen absuchen, denn die strahlen Wärme ab.

Instar Web UI: Privatbereich festlegen
Instar Web UI: Privatbereich festlegen – in diesem Segment wird nichts aufgezeichnet und keine Bewegung registriert

Vor dem 4×5 Millimeter großen Sensor sitzt eine Linsenanordnung, die den Erfassungsbereich in Zonen aufteilt. Jede Linse sieht einen genau abgegrenzten Bereich und lenkt auftretende Wärmestrahlung direkt auf den PIR-Sensor. Bewegt sich eine Wärmequelle durch die einzelnen Zonen, werden unterschiedliche Ladungsdifferenzen auf dem PIR-Sensor erzeugt und der Alarm wird ausgelöst.

Eine andere Möglichkeit der Bewegungserkennung ist das konstante Aufzeichnen eines Videostreams. Verändert sich der Bildinhalt sehr schnell, etwa wenn eine Person durch das Sichtfeld läuft, wird der Alarm ausgelöst.

Doch ein solcher Bildvergleich kann unter Umständen viele Fehlalarme produzieren, etwa, wenn Bäume sich durch Wind bewegen, starker Schnee fällt oder Autos durchs Bild fahren. Zuverlässiger sind Überwachungskameras mit passiven Infrarot-Sensoren.

Was ist mit Ton?

Während einige Geräte komplett auf die Audioaufzeichnung verzichten (Netgear), können andere mit einem Außenmikrofon ergänzt werden oder haben ein integriertes Mikrofon (fast alle Modelle). Einige IP-Kameras haben sogar einen Lautsprecheranschluss (Instar, Foscam, LogiLink) bzw. eingebaute Lautsprecher (Nest, Netatmo, Reolink, Ring, Yi, 7Links). Zusammen mit einem Mikrofon können sie dann auch als Gegensprechanlage eingerichtet werden. Die Qualität dabei ist aber nur bei den Nest-Kameras, Ring und Netatmo zufriedenstellend.

Rechtliche Situation

Privatnutzer in Deutschland müssen sich auf ihren Grundstücken und in ihren Wohnungen wenig Gedanken über Datenschutzbestimmungen machen, wenn sie eine Überwachungskamera einsetzen wollen. Sie müssen noch nicht einmal konkrete Gründe dafür nennen. Teile einer öffentlichen oder vom Nachbarn genutzten Fläche dürfen aber nicht überwacht werden. Es gilt allgemein die Transparenzpflicht: Wenn Sie Ihren Besuchern gegenüber fair sein möchten, sollten Sie Hinweise bzgl. der Überwachungskamera anbringen.

Das eigene Grund­stück darf über­wacht werden

Gezielte Beobachtungen des Nachbargrundstückes sind allerdings klar verboten. Das wäre eine tiefgreifende Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Nachbarn und er könnte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen. Um keinen Unfrieden zu stiften, sollten Sie im Zweifel mit Ihren Nachbarn über das Vorhaben sprechen und darauf hinweisen, welche Bereiche aufgezeichnet werden. Vor allem, wenn es um gemeinsame Zuwege und Flächen geht, ist eine einvernehmliche Absprache Pflicht.

Dabei spielt es nach aktueller Rechtslage keine Rolle, ob die Kamera ein Dummy oder technisch gar nicht funktionsfähig ist. Entscheidend ist, dass Ihr Nachbar oder ein Besucher von einer Aufzeichnung ausgeht und sich beobachtet fühlt.

Vorsicht ist auch geboten, wenn öffentliche Gehwege, Parkplätze etc. durch die Kamera mit überwacht werden. Deutsche Gerichte räumen dem Persönlichkeitsrecht des Passanten regelmäßig mehr Gewicht ein als den Schutzinteressen eines Hausbesitzers. Mehr dazu können Sie in einer Broschüre der Universität Münster nachlesen.

Gewerbe

Gaststätten, Hotels, Geschäfte oder Bürogemeinschaften berufen sich in der Regel auf ihr Hausrecht, wenn sie Überwachungskameras installieren. Hier gibt es jedoch datenschutzrechtliche Vorschriften, schließlich handelt es sich um öffentlich zugängliche Räume im Sinne von § 6b Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Grundsätzlich dürfen Pächter und Eigentümer aber Maßnahmen gegen Diebstahl oder Beschädigungen des Eigentums ergreifen und die Videoüberwachung ist dabei ein legitimes Mittel zur Prävention und zur Aufklärung. Eine heimliche oder verdeckte Videoüberwachung verletzt aber die Interessen der Betroffenen und ist daher grundsätzlich unzulässig. Das gilt vor allem für Gaststätten oder ähnliche Lokale.

Produktionsstätten ohne Publikumsverkehr, Büros oder auch Küchen sind bei der Überwachung grundsätzlich ein kritischer Fall, die Inhaber oder Entscheider sollten sich auf jeden Fall über ihren rechtlichen Spielraum genau informieren. Wirtschaftsgänge, Lager, Außenbereiche oder Parkplätze sind hingegen selten problematisch. Einen guten Einstieg in das Thema finden Sie beim sächsischen Datenschutzbeauftragten.

In der Schweiz ist die Rechtslage ähnlich wie in Deutschland. Mehr Informationen dazu finden Sie beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten.

In Österreich ist die Gesetzeslage dagegen strenger: Hier sind Überwachungskameras meldepflichtig, sobald sie Videomaterial aufzeichnen. Im gewerblichen Bereich darf Videoüberwachung nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und muss ebenfalls vorab genehmigt werden. Mehr Informationen dazu finden sie bei der österreichischen Datenschutzbehörde.

Nest Cam Outdoor: Mit unsichtbaren Nachtsicht LEDs

Testsieger: Nest Cam Outdoor

Von allen 21 IP-Kameras hat uns nach unseren ausführlichen Tests die Nest Cam Outdoor am meisten überzeugt. Überragend sind bei ihr die einfache Verwaltung und der simple Zugriff auf das Bildmaterial in der Cloud.

Testsieger

Nest Cam Outdoor

Test Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam Outdoor
"unsichtbar" in der Nacht, komfortable App, hochwertig und wetterfest

Die Netgear Arlo, unsere frühere Empfehlung, rutscht auf Platz zwei. Arlo kann nicht Gegensprechen, hat eine geringere Bildqualität und ist durch den Batteriewechsel wartungsintensiver.

Die guten Kontrahenten, wie Netatmo oder Ring, machten es der Nest Cam Outdoor nicht gerade leicht. Die Unterschiede sind teilweise gering. Letztlich sollte der Fokus auf bestimmte Einsatzgebiete den Unterschied machen: Ring ist eben die beste Klingel-Gegensprechanlage und die Presence von Netatmo ist als Flutlicht getarnt und kommt ohne Abo aus.

Die günstigen Modelle und auch die Profigeräte waren häufig entweder zu komplex in der Einrichtung, unkomfortabel bedienbar, zeichneten keine Alarmvideos auf oder kamen mit unbrauchbarem Befestigungsmaterial.

Die Kontrahenten waren entweder zu komplex bei der Einrichtung, nicht manuell bedienbar, zeichneten keine Alarmvideos auf oder kamen mit unbrauchbarem Befestigungsmaterial.

Update Outdoor-Kamera Test 6/2008: (von rechts nach links) 7Links Dome, Cooau, SV3C, Nest Outdoor, Nest IQ, Reolink, 2 x Instar, (Ring und Yi Cam nicht im Bild)
Von rechts nach links: 7Links Dome, Cooau, SV3C, Nest Cam Outdoor, Reolink, 2 x Instar, (Ring, Nest Cam IQ und Yi Cam nicht im Bild)

Inbetriebnahme

Für die Einrichtung muss das Smartphone mit der Kamera-App mit dem selben WLAN-Netz verbunden sein wie die zu installierende Kamera. Die Nest Cam Outdoor kann gleich an Ort und Stelle befestigt werden, danach folgt die Einrichtung über die App.

Bei größeren Entfernungen zu ihrem Router empfehlen wir aber die Einrichtung Out of the Box im Haus direkt neben dem Router. Wenn alles passt und Sie ein erstes Bild sehen, dann kann die Kamera vom Strom getrennt werden, nach dem Einschalten findet sie ihr Netzwerk automatisch wieder.

Einfache und schnelle Einrichtung

Das Verbinden mit dem eigenen WLAN ging schnell und problemlos: App installieren, mit Netzteil verbinden, QR-Code an der Kamera scannen, WiFi-Passwort eingeben – fertig. Ebenso zügig geht die Einrichtung bei Ring, Nest Cam IQ, Yi, Samsung, Abus, oder HiKAM.

Nest Cam Outdoor: Sie haben 7 Meter Kabel bis zur Innen-Steckdose.
Nest Cam Outdoor: Sie haben sieben Meter Kabel bis zur Innensteckdose.

Bei der Montage der Nest Cam Outdoor ist man sehr flexibel: Durch das insgesamt sieben Meter lange Kabel für den Außenbereich kann die Nest Cam Outdoor weit Meter entfernt von einer Innensteckdose angebracht werden. Nest liefert auch ausreichend Schrauben, Dübel und Kabelklemmen, um das ordentlich zu bewerkstelligen. Bei vielen anderen Kameras finden sich oft nur 50 bis 120 Zentimeter lange Kabel, die in einem trockenen Innenraum enden müssen.

Nest schafft bei der Datenübertragung problemlos eine 10-Meter-Distanz zum Router im Wohngebäude. Auch alle anderen IP-Kameras bewältigten diese Reichweite problemlos und waren stets und bei jedem Wetter mit der App erreichbar.

Die Steckverbinder der Kameras sind in der Regel nicht wasserdicht, bei Nest aber schon. Auch einige der günstigeren Modelle haben einen wasserdichten Ethernet-Anschluss sowie einen spritzwassergeschützen Stromstecker (HiKAM A7, SV3C, Cooau). Ähnlich ist es bei Abus, hier ist die Verbindung zum Netzteil ebenfalls geschützt.

Befestigung

Die Nest Cam Outdoor wird mit ihrer magnetischen Rückseite einfach auf eine halbrunde Installationsplatte aufgesetzt, exakt so wie auch die Arlo von Netgear. So kann ohne Stellschrauben der Überwachungswinkel frei eingestellt werden. Dieses System ist so einfach wie zuverlässig für Kameras von kleiner Größe. Die anderen Kameras kommen in der Regel mit einem Sockel und einem Gelenkarm.

Nest Cam Outdoor: magnetischer Sockel für die flexible Ausrichtung (Wand, Decke)
Nest Cam Outdoor: Der magnetische Sockel ermöglicht eine flexible Ausrichtung an Wand oder Decke.

Die Magnethalterung eignet sich für die Wandmontage. Will man die Kamera an der Decke oder am Dach anbringen, benutzt man eine Schraubhalterung ähnlich der eines Fotostativs.

Gegensprechanlage

Die Nest Cam Outdoor hat trotz ihrer Wetterfestigkeit eingebaute Mikrofone und einen Lautsprecher. Via App kann die Kamera als Gegensprechanlage benutzt werden, etwa wenn Sie nicht daheim sind und dem Paketboten über den Abstellort informieren.

Die Qualität und die Lautstärke sind ganz zufriedenstellend, aber nicht so gut wie bei Netatmo Presence, Ring Doorbell 2 und Nest Cam IQ Outdoor.

Einige Modelle, auch manche der ganz günstigen, bieten eine Gegensprechfunktion, meist Talk Back oder Zwei-Wege-Audio genannt. Bis auf die genannten Modelle leistet aber keine eine zufriedenstellende Lautstärke und Qualität. Der Wind rauscht im Mikrofon und vorbeifahrende Autos erzeugen zu großen Lärm, wirklich sinnvoll ist ein Mikrofon daher in vielen Fällen nicht

Perfekte Nest-App

Unsere Begeisterung für die Nest-Kamera kommt nicht zuletzt von der hervorragenden, einfach bedienbaren App. Die Einstellungen zu Qualität, Nachtsicht, Filtern und Alarmzonen sind übersichtlich.

Hier kann auch die Bewegungserkennung aktiviert oder deaktiviert werden, sogar mit einem Zeitplan. Eine Timeline zeigt nach Datum strukturiert das Alarm-Logfile. Bei Bedarf können die Videos aufs Smartphone heruntergeladen werden. So einfach und übersichtlich wie die App von Nest sind nur die von Netatmo und Ring, ganz brauchbar sind auch noch die von Yi Camera und Reolink Argus 2.

Zeitplanung

Wenn die Bewegungserkennung nur zu bestimmten Zeiten aktiv sein soll, braucht die Kamera eine Zeitplanung. Für den Testsieger eine Selbstverständlichkeit, für Wansview, ieGeek und Samsung aber nicht – sie haben keinen Planer in der App. Die anderen Kameras haben Zeitplanungsfunktionen, bei Instar können sogar Serienbilder oder Videos zu programmierten Zeiten aufgenommen werden.

Die fehlende Planbarkeit wird zum Problem, wenn der Alarm per Push-Nachricht aufs Smartphone oder per E-Mail versendet wird. Schnell ist man von der Flut nach Nachrichten und Hinweisen genervt.

Auto On/Off nach Standort des Smartphones

Nest, Netatmo und Netgear setzen noch eins drauf, nämlich Geofencing. Das bedeutet: Der Alarm wird nur scharfgeschaltet, wenn sich ein oder mehrere definierte Mobilgeräte aus dem Funknetz abmelden (Option). Dann nimmt die App der jeweiligen Kamera an, dass niemand mehr zuhause ist und aktiviert die Alarmbereitschaft.

Speichern der Alarmvideos

Die Nest Cam Outdoor können nur mit einem Nest-Konto betrieben werden. Die Kamera hat keinen internen Speicher, Fotos und Videos werden grundsätzlich in der Nest-Cloud abgelegt. Um das Video zu sichten, muss eine entsprechend stabile und schnelle Internetverbindung bestehen, was von unterwegs nicht immer funktioniert.

Kompliziertes Speichern bei vielen anderen Kameras

Vor dem Test hätten wir das nicht für möglich gehalten, aber die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn es darum geht, wie und wo ein Alarmvideo abgelegt wird – und vor allem, welchen Aufwand man dafür betreiben muss. Wer meint, dass es mit dem Anschließen der Kamera getan ist, der irrt bei 10 von 20 Modellen.

Nest App: schöne Timeline mit Preview-Foto des Clips
Nest App: schöne Timeline mit Preview-Foto des Clips

Nest, Netgear, Netatmo, Ring, Reolink und Yi Camera waren die einzigen Kameras im Test, die hier vorbildlich arbeiteten. Nach der Einrichtung wurden Videos aufgezeichnet und konnten durchstöbert werden (Timeline), denn sie befinden sich automatisch in der Cloud. Netatmo und Yi Camera haben wechselbare SD-Speicher für eine lokale Speicherung.

Bei allen anderen Kameras müssen sich Nutzer noch mit dem Speicherplatz beschäftigen und entweder eine micro SD-Karte kaufen (Yi, SV3C, Reolink, Cooau, Foscam, Abus, ie geek, Samsung) oder aber die bereits vorhandene SD-Karte zur Speicherung nutzen (Instar, Netatmo).

Bei Samsung, Abus, 7 Links und ieGeek gibt es weder eine Cloud-Lösung, noch liegt eine SD-Karte bei. Bei 7 Links und ieGeek kann immerhin alternativ ein FTP-Speicher verlinkt werden, für technisch wenig versierte Käufer ist das aber kaum eine Option und auch wir wollten uns nicht erst einen FTP-Account auf einem Server einrichten, sondern ein schnelles Ergebnis sehen.

Auch bei den übrigen Modellen mit SD-Karte kam keine Freude auf: Bei der HiKam konnten wir die Alarmaufnahmen auf der SD über die App nicht finden, eine FTP-Speicherung ist nicht möglich. Bei Wansview meldete die App zwar immer wieder einen Alarm, ein Video wurde trotz passenden Einstellungen aber nicht auf dem SD-Speicher abgelegt.

Die Schwierigkeiten beim Erzeugen eines simplen Alarmvideos im ersten Test wurden im zweiten Test 6/2018 von den 11 Kameras zum Glück nicht im großen Stil wiederholt. Bis auf SV3C, Cooau und 7Links Dome lieferten alle sofort einsehbare Mitschnitte ab.

Nachteile

Wer sich nicht an ein Abo binden möchte, der kann von Nest gleich wieder Abstand nehmen: Sinnvoll betreiben lässt sich die Kamera nur einem Nest Aware-Abo – und das ist nicht gerade günstig. Mit Abo werden bis zu 30 Tage lang Mitschnitte auf den Nest-Servern gespeichert.

Erst mit dem Abo gibt es auch den Videoverlauf im Zeitraffer. Sie können wählen, wie lange die Videos vorgehalten werden sollen: 5 Tage kosten pro Jahr 50 Euro, 10 Tage 100 Euro und 30 Tage 300 Euro. Im Voll-Abo hat man damit schon die Kosten der Kamera überschritten. Weitere Kameras kosten extra.

Nest Aware: Abo-Kosten in der Übersicht
Nest Aware: Abo-Kosten in der Übersicht

Wer kein Nest Aware-Abo abschließt, muss sich mit einem deutlich eingeschränkten Funktionsumfang zufriedengeben: Es werden nur die Aufnahmen der letzten drei Stunden aufgezeichnet, beim »Zurückschauen« werden nur Screenshots der Ereignisse als Bilder gespeichert, ein Alarmvideo anzusehen ist ohne Abo ebenfalls nicht möglich. Zudem können Aufzeichnungen der Nest-Kameras weder lokal oder auf einer anderen Cloud gespeichert werden.

Mit den Screenshots der kostenfreien Variante können Sie bei der Aufklärung eines möglichen Einbruchs natürlich nicht viel anfangen, es wäre Zufall, wenn gerade das Gesicht getroffen wäre.

Nest App: Die Hinweise auf das Nest Aware Abo nerven.
Nest App: Die Hinweise auf das Nest Aware Abo nerven.

Zudem: Nur Abo-Kunden erhalten intelligentere Warnungen. Ohne Abo sagen die Benachrichtigungen lediglich »Deine Kamera hat eine Aktivität erkannt«. Abo-Kunden können sogenannte Personenwarnungen aktivieren. Dann versenden die Kameras »Deine Kamera hat eine Person entdeckt«.

Für manche vielleicht ein weiterer Nachteil: Man muss die Nest-Cloud zur Speicherung von Videos nutzen, denn lokale Speichermöglichkeiten auf einer SD oder auf dem Smartphone gibt es nicht. Auf der anderen Seite ist 100 Prozent Cloud auch viel Komfort – der Kunde muss ich keine Sekunde mit der Frage quälen, ob der Speicherplatz ausreicht.

Abo-Kosten kommen auch bei Ring auf Sie zu, wenn auch deutlich geringere. Netgear bleibt an dieser Stelle attraktiver, denn das Arlo-System ist bis zum Einsatz von maximal fünf Kameras kostenlos, außerdem werden Videos für sieben Tage kostenfrei gespeichert. Wer sie länger speichern möchte, braucht ein Abo. Für die 30-Tage-Speicherung ist man mit 89 Euro im Jahr dabei.

Kontozwang und Cloud sind auch bei Ring und Yi Camera gegeben. Netatmo ohne Cloud-Service ist eine Ausnahme. Anders ist es bei den Kameras mit Profianspruch und aufwendiger Administration: Bei Instar, LogiLink und Foscam entscheiden Sie frei, ob Mitschnitte in der Cloud, auf der SD-Karte oder auf einem eigenen FTP-Speicher abgelegt werden sollen.

Nest Cam Outdoor im Testspiegel

Die Nest Cam Outdoor wurde bereits von vielen Magazinen geprüft. Sie alle loben einhellig die schnelle Installation und die komfortable und durchdachte App. Im gleichen Atemzug wird allerdings auch das teure Abo-System gerügt.

Die Stiftung Warentest bewertete in der Ausgabe 9/2017 die Nest Cam Outdoor mit GUT (2,2), also deutlich besser als Netatmo Presence oder Netgear Arlo Pro, jeweils GUT (2,5).

»Die beste Kamera für draußen ist die Nest Cam Outdoor. Sie ist am einfachsten zu handhaben – die Cloud zum speichern von Überwachungsvideos ist aber nur 30 Tage lang gratis.«

In Connect 11/2017 loben die Kollegen die einfache Einrichtung und die gute Outdoor-Ausstattung, das magere inklusiv Programm wird hingegen gerügt.

»Ohne Abo hat der Nutzer nur Zugriff auf die letzten drei Stunden. Erweiterungen kosten nicht wenig: 10 Euro/Monat oder 100 Euro/Jahr für 10 Tage, 30 Euro/Monat oder 300 Euro/Jahr für 30 Tage.«

Von den hohen Folgekosten sind auch die Kollegen von Computerbase wenig angetan.

»Ein Ärgernis sind die vergleichsweise hohen Kosten für die Abonnements von Nest Aware, die sich zudem nicht auf einen Benutzer beschränken, sondern je Kamera fällig werden. [..] Eine sinnvolle Anschaffung sind die Nest Cam Indoor und Nest Cam Outdoor deshalb nur dann, wenn man als Käufer der jeweils 199 Euro teuren Kameras zudem auch bereit ist, dauerhaft die Kosten für die anfallenden Nest-Aware-Abonnements zu zahlen, [..] Dann erhält man ein sehr gut abgestimmtes, zuverlässiges und rundum gelungenes Paket. Ohne Nest Aware verspielt Nest viel von seinem Vorteil.«

Mac Welt lobt die einfach bedienbare App, kommt aber auch nicht umhin, die hohen Kosten kritisch zu erwähnen.

»Der Preis von 379 Euro ist aber auch recht hoch, dafür bekommt man solide Technik, die einfach einzurichten und zu bedienen ist. Bei der Anschaffung sollte man sich aber im Klaren sein, dass man für den sinnvollen Einsatz mindestens 50 Euro im Jahr für den Cloudspeicher und die Gesichtserkennung investieren muss.«

CNET empfiehlt den Freunden einer festen Verkabelung die Nest Cam Outdoor, Fans einer hohen Flexibilität aber die Netgear Arlo.

»Nest Cam Outdoor is up there with Net gear’s Arlo as a highly recommendable DIY outdoor camera — you’ll just have to decide if you’d rather deal with Nest’s power cord or Arlo’s batteries.«

Trustedreviews schlägt in dieselbe Bresche und lobt die einfache Bedienung sowie Geofencing und Zeitpläne. Das teure Abo wird aber auch von den US-Kollegen angeprangert.

»A slick and powerful outdoor security camera, but the ongoing subscription costs are expensive.«

PCMag aus dem Vereinigten Königreich lobt die Intelligenz beim Auseinanderhalten von Bewegungen, die durch Tiere, Menschen und Objekte erzeugt werden, kritisiert aber ebenfalls den Abo-Zwang, um in den Genuss solcher Features zu kommen.

»The Nest Cam IQ Outdoor is an intelligent security camera meant to act as the first line of defense in your Nest home security setup. [..] It’s also an expensive choice, and you’ll have to spend even more money to take advantage of some of its features.«

Vergleichsbilder

Videoqualität bei Tageslicht

Die besten Aufnahmen bei Tageslicht liefert die Wansview W1. Doch auch hier sollte man keine Superfotos erwarten: Der Kontrast ist, wie bei den meisten Kameras, übersteuert. Danach folgen HiKAM, LogiLink und Arlo mit passablen aber dennoch zu kontraststarken und punktuell verwaschenen Bildbereichen.

Am schlechtesten hat Abus abgeschnitten – sehr enttäuschend, wenn wir an die angepriesene 720p Auflösung denken. Die maximale Bildgröße, die wir speichern konnten, lag bei 720 x 405 Pixeln. Eine hohe Auflösung ist nicht gleich hohe Qualität.

Nachtaufnahmen

Beweismaterial ist der Hauptzweck einer Kamera, daher haben wir Nachtaufnahmen einer Person und von beschrifteten Aufstellern gemacht. Wir wollten wissen, auf welche Distanz wir im Bild die Gesichtszüge bzw. die Buchstaben erkennen können.

Die Netgear Arlo kann hier leider nicht gut punkten und gehört bei der Nachtsicht eher zu den Schlusslichtern. Schrift kann bis vier Meter erkannt werden, Gesichtszüge bis etwa drei Meter Entfernung. Das können LogiLink WC0049, ie Geek 201W, HiKAM A7 und Wansview W1 deutlich besser: Schrift ist bei ihnen bis zu sechs Metern sehr gut lesbar. Gesichter sind bei Wansview und LogiLink auch noch bei sechs Metern Entfernung erkennbar.

Die Schlusslichter bei den Nachtaufnahmen sind Samsung und wider Erwarten Foscam. Hier sind Gesichtszüge gerade mal bei einem Meter Distanz erkennbar. Mit zusätzlichen IR-Scheinwerfern können diese Ergebnisse bei allen Modellen aber deutlich verbessert werden.

Wetterfestigkeit

Wir haben den Winter genutzt und alle Kameras im Freien installiert, wenn möglich ohne jeden Wetterschutz. Alle Geräte haben den Testlauf über mehr als zwei Wochen bestanden; wir hatten keine Ausfälle. Allenfalls die Bildqualität kann unter Regentropfen und Kondenswasser auf der Linsenabdeckung leiden. Das tritt speziell bei der Arlo aber auch bei Samsung auf, denn diese Kameras haben keinen kleinen Schirm über ihrem »Auge«.

Alternativen

Die Nest Cam Outdoor gefällt uns wegen ihre hohem Bedienkomfort, wirklich sinnvoll nutzbar ist sie aber nur mit Abo. Wer das nicht möchte, für den haben wir einige Alternativen.

Gut & Günstig

Netgear Arlo

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear Arlo
Einfach zu bedienen und auf Wunsch wird erst mit der Überwachung begonnen, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Die Netgear Arlo ist technisch gesehen keine perfekte High-End IP-Kamera, doch sie macht alles richtig, wenn es um Einrichtung, Bedienkomfort und Funktion geht. Wer eine einfach zu installierende und einfach zu bedienende Überwachungskamera ohne viel Schnickschnack sucht, die ultimativ flexibel angebaut werden kann und die sogar ohne Abo ihren Einsatzweck erfüllt, der ist mit der Netgear Arlo gut bedient.

Zeitplanung und Geofencing erlauben eine nahtlose Einbindung in die normalen Abläufe eines Haushalts. So beginnt die Überwachung auf Wunsch erst, wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben. Solchen Komfort bietet nur die teurere Konkurrenz von Nest und Netatmo.

Bei der Montage schlägt Netgears Arlo in Sachen Flexibilität alle Konkurrenten: Durch den Batteriebetrieb kann die Kamera an jeder beliebigen Stelle der Fassade oder des Grundstücks installiert werden.

Im Gegensatz zur Arlo benötigen alle anderen IP-Kameras im Test in unmittelbarer Nähe eine Innenraumsteckdose. An vielen Kameras befindet sich jeweils ein nur 50 bis 60 Zentimeter langes Kabel, das in einem trockenen Innenraum enden muss. Ausnahmen sind Samsung und die Nest Cams mit acht bzw. sieben Metern Außenkabel.

Lediglich auf die Reichweite des Arlo-Routers muss man achten. Der wird per Kabel mit dem Internet-Router verbunden, kann also unter Umständen nur ein Stückweit in Richtung der Kamera aufgestellt werden.

Die Netgear Arlo schafft bei der Datenübertragung problemlos eine 15-Meter-Distanz zu seinem eigenen Router im Wohngebäude. Bis auf Samsungs SNH-V6430BN bewältigten aber auch alle anderen IP-Kameras diese Reichweite problemlos und waren stets und bei jedem Wetter mit der App erreichbar.

Die wenigen Einstellungen der Arlo zu Qualität, Nachtsicht und Bildumkehrung (für die Deckenmontage) sind übersichtlich. Hier kann auch die Bewegungserkennung aktiviert oder deaktiviert werden, passend dazu mit einem Zeitplan. Eine Bibliothek zeigt nach Datum strukturiert das Alarm-Logfile. Bei Bedarf können die Videos aufs Smartphone heruntergeladen werden. So übersichtlich wie die App von Netgear ist keine andere, allerdings gibt es eben auch weniger Optionen/Filter als bei Nest oder Netatmo.

Netgear Arlo: Biblliothek mit den Alarm-Aufnahmen
Bibliothek mit den Alarmaufnahmen.

Die Bildqualität der Nachtaufnahmen lässt zu wünschen übrig, speziell, weil man Gesichter oder Beschriftungen erst auf sehr kurze Distanz erkennen kann. Hier zeigt sich der Nachteil des Batteriebetriebs: Um Energie zu sparen, hat der Hersteller nur eine schwache Infrarot-Beleuchtung eingebaut. Um dieses Manko zu beseitigen, kann man über die Anschaffung von externen IR-Scheinwerfern nachdenken.

Ein weiterer Nachteil von Batterien: Sie müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Während der gut vierwöchigen Testphase im Winter fiel der Akkustand von 95 auf 75 Prozent. Bei hoher Auflösung gehen wir daher von einer drei bis höchstens viermonatigen Laufzeit aus, der Hersteller gibt 4 bis 6 Monate an. Die vier CR2 Batterien können immerhin sehr einfach ausgetauscht werden. Kostenpunkt 11 bis 15 Euro für 4 Stück.

Das Arlo-System ist nur bis zum Einsatz von maximal 5 Kameras kostenlos, aber das dürfte für die meisten mehr als ausreichen. Wer mit mehr Kameras überwachen möchte, muss das Premier-Paket für 9 Euro im Monat erwerben, mit dem Elite-Abo für 15 Euro sind insgesamt 15 Kameras einsetzbar, mehr schafft der Router nicht.

Kostenlos werden die Videos für sieben Tage gespeichert, auch wer sie länger speichern möchte, braucht ein Abo. Aber auch das dürfte in den meisten Fällen kein Problem sein.

Für manche vielleicht ein weiterer Nachteil: Man muss die Arlo-Cloud zur Speicherung von Videos nutzen, denn lokale Speichermöglichkeiten auf einer SD, einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte an der Arlo Basis gibt es beim Arlo-System bislang nicht.

Für die Fassade

Netatmo Presence

Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo Presence
Professionell, hochwertig und wetterfest, Gegensprechanlage mit Full-HD Bildqualität

Die Presence von Netatmo ist beim Bedien-Komfort unterm Strich auf gleicher Höhe mit den Nest-Kameras. Eine Personenerkennung (intelligente Warnungen) gibt es bei Nest als auch bei Netatmo. Damit ist jedoch nicht die Gesichtserkennung gemeint (bekannte Gesichter versus Unbekannte), die gibt es nur bei der Nest Cam IQ.

Netatmo Presence: mit Flutlicht Scheinwerfer - dahinter befinden sich die IR-LEDs
Netatmo Presence: mit Flutlicht Scheinwerfer – dahinter befinden sich die IR-LEDs.

Die Presence ist erst auf den zweiten Blick als Kamera zu erkennen, auf den ersten Blick schaut Sie aus wie ein Flutlicht neben der Haustür. Die Stromversorgung kommt aus der Fassade, sie könnten also eine alte Leuchte demontieren und dafür die Presence einsetzen.

Netatmo Presence App: Timeline mit den Ereignissen
Timeline mit den Ereignissen.

Das Flutlicht schaltet sich je nach Wunsch bei Personen ein, bei Tieren und sonstigen Bewegungen aber nicht. Es kann stufenlos gedimmt werden.

Die Installationsmittel als auch der kantig wuchtige Kamera-Korpus sind stabil und robust für den wetterfesten Einsatz an der Fassade. Die Befestigung mit der Montageplatte und entsprechender Ausrichtung gelingt professionell. Die Kamera kann vertikal/horizontal ausgerichtet werden.

Die App bietet eine schöne Timeline mit Bildvorschau. Um Fehlalarme einzugrenzen, können Sie Filter für Bewegung, Tiere und Personen einrichten. Dann reagiert die Kamera nicht bei der Katze, aber bei menschlichen Bewegungen.

Das Gegensprechen über die App hat uns gefallen. Sprache ist laut und verständlich, das Mikrofon dämpft Nebengeräusche.

Gelungen sind auch die Alarmbereiche: Hier können Sie auf dem Blickfeld der Kamera Zonen einrichten, die unterschiedlich reagieren, z. B. einen privaten Bereich, der keine Reaktionen auslöst. 24-Stunden-Zeitraffervideos bringen eine kurze Zusammenfassung des Tages – so müssen Sie nicht jeden Clip einzeln durchsehen.

Ähnlich wie bei Nest ist ein Netatmo-Konto Pflicht, es kann aber flexibler abgespeichert werden und Sie benötigen kein Abo. Tatsächlich bietet Netatmo gar keinen Cloud-Service an: Die mittgelieferte, austauschbare SD-Karte speichert die Videos, sie können aber auch auf einen eigenen FTP-Speicher oder in der DropBox abgelegt werden, also quasi in der eigenen Cloud.

Die Bildqualität in 1080p ist für eine Überwachungskamera ziemlich gut, die Farben sind unverfälscht, die Konturen deutlich. Hinsichtlich der Nachsicht sollten Sie jedoch nicht zu viel erwarten, auch nicht vom Scheinwerfer. Höchstens sechs Meter leuchtet selbiger aus, so dass Sie eine Person vielleicht noch erkennen können.

Leider ärgerte uns die Installationsroutine: Nach einer Änderung des WiFi-Kennwortes brachten wir die Neueinrichtung über Stunden nicht zustande, denn ohne erkennbare Gründe wollte sich die Kamera nicht verbinden.

Die Bildbetrachtung in der App bietet kein Pinch-Zoom zum Vergrößern von Details.

Spezialist für die Haustür

Ring Doorbell 2

Die Ring Doorbell 2 ist nicht die einzige Kamera im Test mit einer Gegensprech-Funktion, Nest, Netatmo und andere Kameras können das auch und teils sogar mit guter Sprachqualität. Eine richtige, klassische Türklingel haben sie aber nicht im Gepäck und genau hier kommt Ring Doorbell 2 ins Spiel.

Optionales Solar-Panel: Ring Doorbell 2 stets geladen
Optionales Solar-Panel: Ring Doorbell 2 stets geladen

Wer dem Paketboten oder dem Besucher etwas mitteilen möchte, für den ist die Doorbell 2 das Richtige. Ihre App macht sich bemerkbar, wenn jemand klingelt und ruckzuck sehen Sie die Person und können sprechen, als ob sie Zuhause wären.

Ring App: Aktivitäten
Ring App: Aktivitäten.

Der Überwachungsaspekt ist die Bewegungserkennung (PIR Sensor, Nachtsicht-Modus), welche in verschiedenen Zonen der Weitwinkel-Ansicht definiert werden kann. Das ist praktisch: Spielende Kinder in drei Meter Entfernung zur Haustür sollen vielleicht keinen Alarm auslösen, vorbeigehende Fußgänger sowieso nicht. Personen, die den Zwei-Meter-Nahbereich betreten, werden hingegen gemeldet.

Die Doorbell 2 kann mit dem Akku betrieben werden, der soll nach Hersteller ein halbes Jahr durchhalten. Dann muss er entnommen und für einige Stunden an einem 5V-Smartphone-Lader aufgeladen werden. Alternativ kann die Kamera aber auch fest verdrahtet werden, dazu müssen sie aber 5 Volt verlegen. Wer dazu keine Lust hat, der kauft die Solar-Lade-Halterung für Ring Doorbell 2 gleich dazu.

Ihre Wechselstromklingel wird indes nicht arbeitslos: Doorbell 2 kann auch sie ansteuern, das Installations-Kit dafür liegt bei. Weil die Funkreichweite nicht besonders groß ist, ist ein optionaler Chime für 35 Euro empfehlenswert. Er erweitert die Funkreichweite und fungiert mit seinem Lautsprecher als Glocke im Haus.

Die 160-Grad-Blickwinkel, die natürlich etwas verzerrt sind (Fischauge), kann keine andere Sicherheitskamera abdecken, abgesehen von den Dome-Kameras natürlich. Somit kommt niemand an ihre Tür heran, ohne erfasst zu werden. Per Pinch-Zoom können Sie das Bildmaterial vergrößern.

Die Qualität der Nachtsicht ist bis zwei Meter relativ gut, wenn auch nicht gestochen scharf. Darüber hinaus sind Gesichter nur noch schlecht oder gar nicht mehr zu erkennen. Hier können Sie mit einem separaten IR-Scheinwerfer nachhelfen.

Mit den Zeitplänen können Sie die Überwachung z. B. auf die Nachtstunden eingrenzen. Ein Geofencing zur Aktivierung und Deaktivierung entsprechend Smartphone-Standort wie bei Nest und Netatmo gibt es nicht. Vom lebenslangen Diebstahlschutz profitieren Sie, wenn die Kamera einmal gestohlen werden sollte.

Das Videomaterial wird nur bei Abo-Kunden gespeichert, das ist jederzeit kündbar und mit 3 Euro pro Monat aber sehr günstig. Nur damit können Sie die Alarmaufnahmen erneut ansehen oder mit Ihren Freunden teilen.

Die App reagierte teilweise unzuverlässig / langsam, obgleich der funkverstärkende Chime nur fünf Meter von der Doorbell 2 entfernt war. Den in der Hausmitte liegenden Router hat die Klingel gar nicht erreicht. Große Funkreichweiten sollten Sie der Doorbell 2 also nicht zumuten.

Profi-Option

Instar IN-9008 Full-HD

Die wuchtigen Kameras von Instar sind sicherlich nicht für jedermann, da bildet auch die Instar IN-9008 Full-HD keine Ausnahme. Sie richten sich an Kunden, die bereit sind, sich in viele Einstellungs- und Betriebsmöglichkeiten einzuarbeiten.

Wer also eine Außensirene und vielleicht noch ein Mikrofon oder Lautsprecher mit der Kamera verbinden möchte, gerne drei bis fünf solcher Kameras betreiben will und Videomaterial sowieso am PC sichtet, der kann an der IN-9008 Full-HD seine Freude haben. Für alle anderen ist bereits die Einrichtung zu komplex und schwierig.

Instar Web UI: Alarm-Bereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften
Instar Web UI: Alarmbereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Dafür ist Instar aber ONVIF- kompatibel, das heißt eine beliebige Multi-Kamera Software kann die Bilder von beliebig vielen Kameras anzeigen. Hier geht es um professionelle Überwachung von Lagerhallen, Parkplätzen oder Produktionshallen. Wer den Elan dafür hat, kann heute aber auch sein Eigenheim für überschaubares Geld sicherheitstechnisch aufrüsten.

Die schwere Konstruktion mit bester Wetterfestigkeit und sehr gutem Installationsmaterial hält jeder Kritik Stand. Leider sind die Kabelpeitschen relativ kurz: Nach weniger als 70 Zentimetern vom Installationsort muss ein trockener Bereich erreicht sein, um dort mit Netzteil und ggf. Lautsprecher, Sirene und weiteres Zubehör zu verbinden.