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Die beste Outdoor-Über­wachungs­kamera

last updateZuletzt aktualisiert:
12/2018: alle Kameras aus unserem Update, von links nach rechts: Wansview W2, Blink XT, D-Link DCS-2670L, Arlo Pro 2, Sannce Floodlight Cam (unten), Logitech Circle 2 (am Haus, nicht im Bild)
Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Die beste Outdoor-Überwachungskamera ist die Logitech Circle 2. Sie ist leicht zu installieren und kommt dank Akku ohne Kabel aus. Die Circle 2 App macht richtig Spaß und die Kamera kostet nicht viel – zumal man auch gut ohne kostenpflichtiges Abo auskommt. Aber es gibt viele, ebenfalls empfehlenswerte Konkurrenten.

Update 12. April 2019

Wir haben drei weitere Outdoor-Kameras getestet und zwei neue Empfehlungen: Die Reolinks Go glänzt mit ultimativer Mobilität dank LTE-Modul und SIM-Karte. Und die D-Link DCS-2802KT-EU lässt bei der lokalen Speicherung freie Hand und kommt mit einer relativ komplexen App daher.

Die teure Eufy EufyCam E bietet lokale Speicherung als auchCloud-Speicher an und macht gute Fotos, für eine Empfehlung reicht das aber nicht.

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14. Dezember 2018

Wir haben fünf weitere Outdoor-Überwachungskameras getestet. Diesmal mit dabei: die Logitech Circle 2, die Netgear Arlo Pro 2, die Blink XT von Amazon, die D-Link DCS-2670L und die sehr günstige Wansview W2, die sich ausschließlich für die Überwachung an PC oder Mac eignet.

6. Juli 2018

Wir haben 12 weitere Überwachungskameras getestet, darunter bekannte Marken wie Nest, Netatmo, Ring, Instar oder Reolink. Die Top-Modelle konnten uns bei Installation, Qualität und Bedienung überzeugen, so manches Low-End-Modell aber nicht. Beim Komfort in den Apps trennt sich nach wie vor die Spreu vom Weizen.

Heute muss eine Überwachungskamera nicht mehr verkabelt werden – IP-Kameras senden das Signal direkt per WLAN und man kann von überall darauf zugreifen, denn man wird über das Smartphone oder per E-Mail benachrichtigt.

Der Markt für Überwachungskameras ist groß und es gibt sie in jeder Preisklasse. Aber welche ist wirklich empfehlenswert? Wir haben 25 Modelle getestet – sowohl günstige, als auch teure.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Logitech Circle 2

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Logitech Circle 2
Die Circle 2 ist kompakt, flexibel, komfortabel in der Bedienung und wird in der Nacht fast unsichtbar.

Die beste Überwachungskamera für Draußen ist für uns die Logitech Circle 2. Für einen moderaten Preis bekommen Sie eine akkubetriebene Kamera, die flexibel montiert und ausgerichtet werden kann.

In der Circle 2 App finden Sie jede Menge Features, wie Geofencing, Zeitplanung oder Sichtfeldmodifikation. In echte Begeisterung versetzt uns aber das Tagesresümee: Anstatt sich durch 30 einzelne Clips zu klicken, generieren Sie einfach ein Tagesresümee und schauen es sich in 60 Sekunden an. Komfortabler gehts nun wirklich nicht.

Ohne Folgekosten
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: D-Link DCS-2802KT-EU
D-Link liefert eine robuste und kompakte Kamera, sie lässt die Wahl zwischen lokaler oder einer günstigen Cloud-Speicherung.

Die D-Link DCS-2802KT-EU ist sicherlich kein günstiges Angebot, doch die zwei Kameras haben sehr viele Vorzüge. Sie sind solide verarbeitet und bringen sehr gutes Befestigungsmaterial mit. Aufnahmen gelingen ohne Verzögerungszeit. Sehr gut!

Gespeichert wird auf SD-Karte (in der Basis-Version) oder auf einer angeschlossenen USB-Festplatte. Den Cloud-Service muss man nicht in Anspruch nehmen, wenn aber doch, dann ist er bezahlbar. Leider ist die modern gestaltete App nicht wirklich intuitiv bedienbar, da ist Einarbeitung nötig.

Besonders flexibel
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Reolink Reolink Go
Dank LTE-Modul, optionalem Solarpanel, sehr guter Verarbeitung und der schnellen Einrichtung ist die Reolink Go extrem flexibel einsetzbar.

Mobiler geht es wirklich nicht: Die Reolink Go setzt nicht nur auf den Akkubetrieb, sondern auf WiFi-Unabhängigkeit mit einer eigenen SIM-Karte, das ist sicherer, verursacht aber Zusatzkosten. Um die Stromversorgung dauerhaft zu gewährleisten, gibt es ein optionales Solarpanel. Wir empfehlen das dringend, denn schon bei mittlerer Aktivität entleert sich der Akku binnen Tagen.

Videos werden lokal auf einer SD-Karte gespeichert und erst bei Zugriff heruntergeladen. Ein Cloud-Dienst ist in Arbeit. Die Talk-Funktion und die Sirene erlauben ein aktives Eingreifen bei Alarm. Die Aufzeichnungslänge von acht Sekunden kann nicht verändert werden, wohl aber die Qualität.

Gut ausgestattet

Netatmo Presence

Test Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo Presence
Die Netatmo Presence ist eine professionelle, hochwertige und wetterfeste Gegensprechanlage mit Full-HD-Bildqualität.

Die Netatmo Presence liegt beim Bedienungskomfort auf gleicher Höhe mit den Logitech- oder Nest-Kameras. Die Personenerkennung gibt es bei Nest und Netatmo gleichermaßen. Die ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Gesichtserkennung.

Der größte Vorteil der Presence ist der fehlende Abo-Zwang: Gespeichert wird lokal auf SD-Karte oder auf einem eigenen FTP- bzw. DropBox-Speicher. Sie ist außerdem erst auf den zweiten Blick als Kamera zu erkennen. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein kleines Flutlicht neben der Haustür. Die Stromversorgung kommt aus der Fassade, Sie könnten also eine alte Leuchte demontieren und dafür die Presence einsetzen.

Gut & Günstig

Netgear Arlo

Test: Funk-Überwachungskamera für draußen – Testsieger Netgear Arlo
Die Arlo ist einfach zu bedienen und auf Wunsch wird erst mit der Überwachung begonnen, wenn niemand mehr zu Hause ist.

Die Netgear Arlo ist technisch gesehen keine perfekte High-End IP-Kamera, aber sie macht alles richtig, wenn es um Einrichtung, Bedienungskomfort und Funktion geht. Wer eine einfach zu installierende und zu bedienende Überwachungskamera ohne viel Schnickschnack sucht, die äußerst flexibel installiert werden kann, ist mit der Arlo gut bedient.

Zeitplanung und Geofencing erlauben eine nahtlose Einbindung in die normalen Abläufe eines Haushalts. So beginnt die Überwachung auf Wunsch erst, wenn alle Bewohner das Haus verlassen haben.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerOhne FolgekostenBesonders flexibelGut ausgestattetGut & Günstig
Modell Logitech Circle 2 D-Link DCS-2802KT-EU Reolink Go Netatmo Presence Netgear Arlo Eufy EufyCam E Nest Cam Outdoor Blink Home Security Blink XT Netgear Arlo Pro 2 Wansview W2 D-Link DCS-2670L Ring Video Doorbell 2 Instar IN-9008 Full-HD Instar IN-5907 HD YI Dome IP Kamera 1080p Reolink Argus 2 1080p HD Nest Cam IQ LogiLink WC0049 Foscam FI9828W Abus TVAC19100A HiKAM A7 7Links WLAN-IP-Kamera mit Full HD
Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Logitech Circle 2Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: D-Link DCS-2802KT-EUTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Reolink Reolink GoTest Outdoor-Überwachungskamera: Netatmo PresenceTest: Funk-Überwachungskamera für draußen – Testsieger Netgear ArloTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Eufy eufyCam ETest Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam OutdoorTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Blink Home Security Blink XTTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: Netgear Arlo Pro 2Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Wansview W2Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: D-Link DCS-2670LTest Outdoor-Überwachungskamera: Ring Doorbell 2Test Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-9008 Full-HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Instar IN-5907 HDTest Outdoor-Überwachungskamera: YI Dome IP Kamera 1080pTest Outdoor-Überwachungskamera: Reolink Argus 2 1080p HDTest Outdoor-Überwachungskamera: Nest Cam IQTest Funk-Überwachungskamera für draußen: LogiLink WC0049Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Foscam FI9828WTest Outdoor-Über­wachungs­kamera: ABUS TVAC19100ATest Outdoor-Über­wachungs­kamera: HiKAM A7Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: 7Links Wetterfeste WLAN-IP-Kamera mit Full HD
Pro
  • Leichte Montage/Ausrichtung
  • Überwachungsbereiche
  • Einzigartiges Tagesresümee
  • Unsichtbarer IR-Strahler
  • Keine Basisstation nötig
  • Robust und kompakt
  • OneTap: Funktion hinterlegen in der App
  • Lokale Speicherung auf SD/USB, alternativ Cloud
  • Ohne Abo, speichern auf SD-Karte
  • Für jeden Standort, da kein Strom und kein WiFi nötig
  • Schwer als Kamera zu erkennen
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Hochwertige Installation
  • Flutlicht für bestimmte Ereignisse
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Einfache Installation und Bedienung
  • Zeitplanung und Geofencing
  • Robuste Kamera
  • Bis 16 Kameras plus 16 Bewegungsmelder
  • Lokal oder Cloud-Speicher
  • 16 GB microSD-Karte (in Basis)
  • Sehr hochwertig
  • Guter Feuchtigkeitsschutz
  • Auto-Off
  • Filter: Bewegung, Tiere, Personen
  • Zeitraffer und Timeline Gegensprechen via App
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Zeitplanung
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • Bis zehn Kameras
  • Standard AA-Batterien
  • Lange Laufzeit möglich
  • Unsichtbarer IR-Strahler
  • Leichte Montage, schneller Positionswechsel
  • Zeitplanung, Geofencing etc.
  • Überwachungsbereiche,
  • Familienzugriff
  • Gegensprechen
  • Komfortable App
  • Zeitplanung,
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • PC/Mac Software
  • Keine Cloud-Speicherung
  • CVR ohne Kosten (Daueraufnahmen)
  • Ethernet- oder WiFi-Betrieb
  • Überwachungsbereiche
  • Kein Abo, keine Folgekosten
  • Keine Cloud-Speicherung (SD-Karte)
  • Ethernet oder WiFi-Betrieb
  • Akku-und Netzbetrieb möglich
  • Steuert Türglocke
  • Gegensprechen via App
  • Schnelle und einfache Installation
  • Günstiger Cloud-Speicher
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Komfortable Web-UI
  • Sehr wetterfest
  • Steuert Sirene, Gong, Flutlicht
  • Vielfache Speichermöglichkeiten
  • Aufzeichnung nach Zeitplan
  • Gute App mit Detail-Settings & Timeline
  • Schnell und einfach installiert
  • Speichern auf SD-Karte
  • Kamerafahrten (Dome)
  • Akku- oder Solar-Panel-Betrieb
  • Komfortable App mit Timeline
  • Drei Befestigungsarten
  • Kein Abo / Folgekosten
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Auto-Off
  • Nahaufnahme mit automatischer Nachverfolgung
  • 4k-Sensor
  • Gegensprechen mit sehr guter Quallität
  • Gute Nachtaufnahmen
  • Für den Multi-Kamera-Betrieb geeignet
  • Sehr gute Nachtbilder
  • Profi-Modell
  • Vergleichsweise günstig
  • Guter Preis
  • SD-Karte mit dabei
  • Gute Bildqualität Tag und Nacht
  • Mit Zeitplaner in der App
Contra
  • Gegensprechen nur bei Netzbetrieb
  • Träge beim Einschalten des Live-Bildes
  • Geringe WLAN-Reichweite und Laufzeit
  • Vergleichsweise komplexe App
  • Max. 4 Kameras am Hub
  • Hoher Preis
  • Hoher Preis
  • SD-Karte ist nicht dabei
  • Aufzeichnungslänge 8 Sekunden nicht änderbar
  • Kosten durch SIM mit Datentarif
  • Zwangskonto
  • Teils unzuverlässiges WiFi-Setup
  • Kein Pinch-Zoom in App
  • Keine technischen Ergänzungen möglich
  • Nachtaufnahmen könnten besser sein
  • Befestigung minderwertig
  • Nur 10 Videos pro Tag auf SD-Karte
  • Lange Aufnahmeverzögerung
  • Hoher Preis
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Begrenzter Speicherplatz
  • Rudimentäre Settings in der App
  • Unkomfortable App
  • Keine echte Live-Ansicht
  • Verzögerte Aufnahme
  • Teure Abo-Optionen
  • Kein echtes Full-HD
  • Unkomfortable App
  • Gewöhnungsbedürftige Software
  • Profi-Einstellungen mit vielen Details
  • Kein SD-Steckplatz
  • Unkomfortable App
  • FTP-Speicher unzuverlässig
  • Keine Zeitsteuerung
  • Minderwertiges Gehäuse
  • App teilweise unzuverlässig und langsam
  • Gute Nachtsicht nur bis 2 Meter
  • Akku hält nur zwei Monate
  • Solar-Lader ineffektiv
  • Komplexe Installation
  • Aufwendige Videosichtung:
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Komplexe Installation
  • Keine Timeline/Ereignisse in Web-UI oder App
  • Nur 720p-HD-Qualität
  • Unkomfortable Web-UI
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Kein Regen-/Feuchtigkeitsschutz
  • Geringe Qualität von Kamera und Befestigung
  • Unscharfe Nachtaufnahmen
  • Unzuverlässiger Verbindungsmodus
  • SD-Card nicht dabei, aber zwingend nötig für Aufzeichnung
  • Gegensprechen mit schlechter Qualität
  • Nest Aware Abo fast zwingend Speicherung auf Server
  • Sehr teuer
  • Teuer
  • Schwierige Inbetriebnahme
  • Schlechte Aufnahmen
  • Schlechte App
  • Keine SD-Karte dabei
  • Schlechte Bildqualität
  • Keine Zeitplanung
  • Alarmaufnahmen waren nicht vorhanden
  • Schlechte Bildqualität bei Tag und Nacht
  • Schlechte Befestigung
Bester Preis

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Was Sie wissen sollten

Früher mussten Outdoor-Überwachungskameras aufwändig verkabelt werden, heute senden sie das Videosignal einfach per WLAN direkt an den Router. Solche IP-Kameras sind wesentlich günstiger als herkömmliche Überwachungskameras und daher für jedermann erschwinglich. IP steht dabei für »Internet Protocol«, IP-Kamera lässt sich also am besten als »Netzwerkkamera« übersetzen.

Eine IP-Kamera ist letztlich also ein kleiner Computer, der mit einem Kameramodul und Infrarotsensoren bestückt ist und als Netzwerkgerät ins heimische Funknetzwerk integriert wird. Mit Hilfe eines Bewegungssensors zeichnet sie Fotos oder Videos auf, sobald jemand ins Blickfeld der Kamera kommt. Auch Nachtaufnahmen gelingen mit einem eingebauten Infrarot-Scheinwerfer.

IP-Kameras sind direkt mit dem Internet-Router verbunden, etwa der Fritzbox oder einem Telekom-Speedport. Das hat den Vorteil, dass nicht immer ein Computer laufen muss, um die Videos aufzuzeichnen. Die Verbindung erfolgt entweder über ein Netzwerkkabel, oder – wie bei den meisten Überwachungskameras heute – über WLAN. Das ist viel praktischer, denn so spart man es sich, Kabel zu verlegen.

Für den Zugang zur Kamera braucht man ein gutes Passwort

Auch auf einen Stromanschluss kann man bei einigen IP-Kameras verzichten. Sie werden einfach mit Batterien, Akkus oder einem Solarmodul ausgestattet. So können sie völlig frei ganz ohne Kabel platziert werden.

Für den Test haben wir aus dem riesigen Markt der Überwachungskameras über die Zeit von mehreren Updates in Summe 25 Modelle herausgesucht, die das ganze Preisspektrum abdecken, von günstigen Geräten ab rund 50 bis zu teuren Markenkameras, die an der 400-Euro-Marke kratzen.

Neben Modellen von Markenherstellern wie Nest, Netatmo, Ring, Samsung, Netgear, D-Link, Reolink, Eufy, Instar und Abus hatten wir Outdoor-Überwachungskameras von HiKam, LogiLink, Foscam, ieGeek, Wansview, 7 Links, Yi, SV3C und Cooau im Test.

Überwachungskameras von Markenherstellern werden inzwischen zunehmend von No-Name-Herstellern aus Fernost verdrängt. Die sind oft wesentlich günstiger, bieten aber so gut wie keinen Kundenservice – und haben manchmal eklatante Sicherheitsmängel. So wurde kürzlich bekannt, dass viele günstige Sicherheitskameras über ihre IP-Adressen ohne jeglichen Passwortschutz über das Internet erreichbar sind – so bekommt jedermann Zugriff auf die Kamera. Bei der Installation sollte man daher auf jeden Fall ein sicheres Passwort für den Zugang zur Kamera vergeben und es ist umso wichtiger, dass der Vorgang einfach und verständlich ist.

Die größte Schwachstelle der No-Name-Kameras sind jedoch oft die unkomfortablen Apps. Wer auf einer schönen Timeline übersichtlich die Aufzeichnungen ansehen will, sollte bei Logitech, Nest, Netgear, Netatmo, D-Link oder Ring bleiben. Ausnahmen sind Yi Camera, Eufy und Reolink, die mit gut bedienbaren, übersichtlichen Apps punkten.

Alle Outdoor-IP-Kameras im Test lösten mit mindestens 1.280 x 720 Bildpunkten (720p) auf, einige bieten aber auch höhere Auflösungen, etwa 1920 x 1080 Pixel (1080p, also Full-HD).

Die meisten Geräte unserer Testreihe sind wetterfest und halten zumindest den IP66-Standard ein. Somit sind sie gegen starkes Strahlwasser, Staub und Berührung vollständig geschützt und können ohne jeden Schutz direkt dem Wetter ausgesetzt werden.

Für überdachte Carports oder andere Außenbereiche sollte man Geräte mit der Schutzklasse IP65 oder IP66 wählen, weil auch hohe Luftfeuchtigkeit oder Spritzwasser ungeschützter Elektronik schaden kann. Für Innenräume und Hallen genügen aber auch einfache Indoor-Modelle, die meistens günstiger sind. Wir haben uns für unseren Test aber auf Outdoor-Modelle konzentriert.

Schutz gegen Einbrecher

Praktisch alle Outdoor-Überwachungskameras arbeiten mit einer Smartphone-App zusammen, über die ein Alarm direkt ans Smartphone gemeldet wird, entweder als Push-Nachricht, per SMS oder E-Mail.

Alles im Blick - IP-Kameras versprechen etwas mehr Sicherheit für kleines Geld.
Alles im Blick: IP-Kameras versprechen mehr Sicherheit für wenig Geld.

Das hört sich auf den ersten Blick verlockend an, denn so kann man einen Einbrecher selbst aus der Ferne auf frischer Tat ertappen und gleich die Polizei verständigen – denkt man sich zumindest.

Doch die Realität sieht anders aus, denn meistens ist es nicht ein unerwünschter Eindringling, der den Alarm auslöst, sondern die Katze des Nachbarn, die über die Terrasse läuft, spielende Kinder oder ein Auto in der Ferne. Selbst Wind, der die Äste von Bäumen bewegt, kann bestimmte Bewegungsmelder auslösen.

Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere unterschiedlich behandeln.
Netatmo Presence App: Menschen, Fahrzeuge und Tiere können unterschiedlich behandelt werden.

In der Praxis wird daher kaum jemand die Push-Nachrichten aufs Handy dauerhaft eingeschaltet lassen – das ständige Gebimmel nervt. Nur in speziellen Bereichen, etwa dem geschützten Eingangsbereich eines Hauses, sind Push-Meldungen sinnvoll. Alternativ begrenzt eine Zeitplanung die Aktivität der Kamera auf die Nachtstunden.

Logitech, Blink XT, Netatmo, Nest, Ring, D-Link und Instar gehen daran, das Problem zu entschärfen: Einmal durch die Aufteilung des erfassten Bereiches in verschiedene Segmente. Hier kann der Spielplatz von der Überwachung ausgeschlossen werden, die Einfahrt hingegen bleibt überwacht.

Die Filter bei Netatmo und Nest gehen noch einen Schritt weiter: Es gibt sie für Personen, Tiere oder sonstige Bewegungen. Je nach Wunsch lösen dann nur Menschen Alarm aus, Tiere aber nicht. Manche Modelle bieten sogar Gesichtserkennung: Familienmitglieder können dann unbehelligt eintreten, Fremde lösen einen Alarm oder zumindest eine Videoaufzeichnung aus.

Alarm wird bei Bewegungen jeglicher Art ausgelöst

Wirklich verhindern kann eine Überwachungskamera einen Einbruch also nicht, sie wirkt aber abschreckend. Schließlich liefert sie Beweismaterial, mit dem ein Täter unter Umständen identifiziert werden kann. Einen zielstrebigen und gut vorbereiteten Einbrecher wird auch das nicht abhalten, schließlich kann er sich auch vermummen. Aber so gut vorbereitet gehen die meisten Einbrecher nicht zu Werke.

Einige Überwachungskameras verfügen auch über eine Alarmschaltung, über die zum Beispiel eine Sirene oder ein Flutlicht angeschlossen werden kann. So macht man potentiellen Einbrechern das Leben noch ein Stückchen schwerer – oder aufgrund ständiger Fehlalarme auch den Nachbarn.

In der Regel verrichtet eine Überwachungskamera ihren Dienst daher eher passiv. Kommt es zu einem Einbruch, kann man das Material der vergangenen 24 Stunden oder – je nach Modell bzw. Abo – auch der letzten Tage oder Wochen sichten. Das ist der eigentliche Sinn einer Überwachungskamera.

Zusatzfunktionen wie der Blick in den heimischen Garten in Echtzeit wirken zwar erstmal attraktiv, mit der Zeit wird die manuelle Bedienung der Kamera aber in Vergessenheit geraten.

Bildqualität

Die Videoqualität von Outdoor-Überwachungskameras kann weder mit der eines Smartphones noch der eines Camcorders mithalten. Auch einen optischen Zoom gibt es fast nie. Die Bildqualität ist am ehesten mit einer einfachen HD-Webcam im Klappdeckel eines Notebooks vergleichbar: Relativ starkes Bildrauschen, oft stark überdrehte Kontraste, verfälschte Farben und manchmal unscharfe Flecken im Bild, speziell bei den beweglichen Dome-Kameras. Auch wenn die Hersteller mit HD oder Full-HD werben – die Bildqualität ist nicht unbedingt das, was man erwartet, selbst wenn die hohe Auflösung das suggeriert.

Nest Cam Outdoor Tag: Objekt auf 2 m
Nest Cam Outdoor Tag: Nur wenige Kameras haben so ein klares Bild mit kräftigen Farben.

Aber bei einer Überwachungskamera geht es ja auch nicht darum, möglichst schöne Videos vom Einbrecher zu machen, sondern darum, dass sie zuverlässig in allen möglichen Lichtsituationen ein erkennbares Bild liefert – vor allem auch nachts.

Bild­qualität ist zweit­rangig – so­lange man etwas erkennen kann

Dazu sind IP-Kameras in der Regel mit Infrarot-Lichtquellen ausgestattet, die den Bereich vor der Kamera mit einer für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtwellenlänge ausleuchten. Infrarot-Licht im Wellenlängenbereich von 800 – 1000 Nanometern kann von jeder Kamera in Schwarzweiß aufgezeichnet werden. Bei Tageslicht wird der Infrarot-Filter in der Kamera einfach weggeklappt.

Logitech Circle 2: Nachtbild 1 m
Logitech Circle 2: Nachtbild 1.

Gänzlich unsichtbar sind die Infrarot-Scheinwerfer der meisten IP-Kameras allerdings nicht. Wenn man nachts frontal in die Kamera blickt, kann man meist rote oder blaue Punkte sehen. Der Grund: IR-Scheinwerfer in Kameras arbeiten meist mit einer Wellenlänge von 850 Nanometern. Es gibt zwar auch unsichtbare 940nm-IR-Strahler, deren Reichweite ist aber nur halb so groß wie die von 850nm-IR-Strahlern.

Typischerweise schauen Überwachungskameras in eine Richtung und leuchten dabei einen engen Bereich aus. Im Test war der ein bis zwölf Meter weit und höchstens vier bis sechs Meter breit. Herstellerangaben von 15 bis 20 Metern Reichweite halten wir für stark übertrieben. Im Test konnten die Scheinwerfer höchstens sechs Meter vernünftig ausleuchten.

Bild zeigt die Scheinwerfer-Kegel der 2 Dome-Kameras (über Tor) und der 5 anderen IP-Kameras (Bildmitte)
Das Bild zeigt die Scheinwerferkegel der zwei Dome-Kameras (über dem Tor) und der fünf anderen IP-Kameras (links).

Objekte in größerer Entfernung verschwanden in der Dunkelheit. Mit separaten IR-Scheinwerfern aus dem Handel kann man Abhilfe schaffen, falls man mit der Ausleuchtung unzufrieden ist. Das ist bei einem hohen Anspruch an die Nachtsichtqualität sogar empfehlenswert, denn die Infrarot-LED-Scheinwerfer im Kameragehäuse sind selten eine optimale Lösung.

Auch sonst haben eingebauten Scheinwerfer Nachteile: Verschmutzungen auf der Objektivabdeckung führen zu Reflexionen, die die Bildqualität drastisch verschlechtern können. Ein häufiges Problem sind solche Spiegelungen vor allem bei eingebauten Infrarot-LEDs bei Dome-Kameras, denn die Plastikkuppel der Abdeckung reflektiert auch das Infrarot-Licht der LEDs darunter.

Zwar verschmutzen auch externe LED-Strahler, aber das hat allenfalls Auswirkungen auf die Ausleuchtung, nicht auf die Bildqualität. Abstrahlwinkel und Leuchtweite sind bei eingebauten LED-Strahlern im Kameragehäuse in jedem Fall ungünstiger als bei externen LED IR-Scheinwerfern. Außerdem lockt die Abwärme der eingebauten IR-LEDs Insekten und Spinnen an, die sich gern an der Kamera niederlassen und die Sicht blockieren.

Hohe Auflösung problematisch

Bis vor wenigen Jahren besaßen Überwachungskameras im besten Fall 640 x 480 Pixel (VGA) Auflösung. Für den Einsatzzweck reicht das auch heute noch aus, aber viele Käufer erwerben trotzdem gerne hochauflösende Megapixel-Kameras: 1.920 x 1.080 Bildpunkte stellen in unserem Testfeld viele Kameras bereit.

Eine geringere Auf­lösung kann sinn­voller sein

Weil die Bildsensoren trotz höherer Auflösung aber nicht größer werden, benötigen solche Kameras mehr Licht, um die gleiche Detailschärfe zu liefern. Sie beginnen dadurch schneller zu rauschen als Kamerasysteme mit geringen Auflösungen.

Outdoor-Über­wachungs­kamera Test: Outdoorcam Arlopro2x720 High
Arlo Pro 2: 1280 x 720 – nicht farbenprächtig, aber brauchbar.

Die Folge des Bildrauschens: Die Qualität der Bilder sinkt, die erforderliche Bandbreite und der Speicherbedarf steigen um bis zu 80 Prozent und intelligente Analysefunktionen liefern permanent Fehlergebnisse. Unser Tipp: Entscheiden Sie sich entweder gleich für eine geringere Auflösung oder rüsten Sie separate Infrarot-Scheinwerfer nach.

So oder so sollte ihre WLAN-Verbindung zur Kamera ein sehr gutes Signal haben, sonst nerven ständige Verbindungsfehler, eine quälend langsame App und deutliche Zeitverzögerungen beim Live-View.

Apps günstiger Kameras: Oft nicht brauchbar oder zu komplex

Namenhafte Hersteller wie Logitech, Nest, Netgear, Netatmo, D-Link, Ring, aber auch Yi Camera, Eufy und Reolink haben viel Zeit und Mühe in die Entwicklung komfortabler Apps investiert. Das merkt man diesem Programm auch an. Als Nutzer fühlt man sich wohl, selbst wenn man sich hier und da etwas einarbeiten muss.

Viele günstige Hersteller haben dafür leider keine Zeit. Sie versuchen entweder durch zahlreiche Funktionen und überbordende Einstellungsmöglichkeiten den Nutzer einzuschüchtern (HiKAM A7, 7Links, Instar, LogiLink, Wansview) oder sie haben nur eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten (Abus, Samsung, Blink XT). Von Komfort wollen wir gar nicht reden. Ein richtiger Wohlfühlfaktor wollte da nicht aufkommen.

Die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam, aber auch die Instar-Modelle, setzen beim Thema Bedienung noch einiges drauf: Sie können per PC- oder Mac-Software oder einfach per IP-Zugriff im Browser bedient und eingerichtet werden. Der Laie steigt bei diesen Profi-Tools jedoch schnell aus, denn »einfach« und »komfortabel« ist hier gar nichts. Für den Profi, der vier oder mehr Kameras einrichtet und die Überwachung hautsächlich vom PC aus steuert, sind LogiLink, Instar, Wansview oder Foscam allerdings mächtige Tools. Von der Zeitplanung bis hin zum FTP-Speicherort bleiben kaum Wünsche offen.

Instar Web UI: Alarm-Aktionen
Instar Web-UI: Alarmaktionen.

Die manuelle Bedienung der Kameras mit Aufnahme, Zoom, Helligkeit oder Ton On/Off funktionierte bei allen Kameras im Test zumindest brauchbar. Abstriche mussten wir bei Yi Camera und Reolink machen: Erstere reagiert etwas verzögert auf die Steuerung (Dome Kamera mit Kamerafahrt) und zweite verzögert das Live-Bild um sechs bis acht Sekunden.

Echte Ausreißer leisteten sich nur die Dome-Kameras von LogiLink und Foscam: Die baugleichen Geräte waren in der App oder auch in der Client-Software am PC schlichtweg nicht bedienbar. Sie reagierten extrem träge, jeder Schwenk der fahrbaren Kamera wurde zur Geduldsprobe. Das änderte sich auch durch das Einstellen einer niedrigen Auflösung nicht wesentlich. Erst als wir eine Verbindung per Ethernet-Kabel statt über WLAN herstellten, waren die beiden Kameras flüssig bedienbar. Möglicherweise war unser Funknetzwerk durch die vielen Kameras überlastet – oder die 15-Meter-Distanz war zu groß. So können wir vom Funkbetrieb der Dome-Modelle LogiLink WC0049 und Foscam FI9828W jedoch nur abraten und müssen stattdessen den Betrieb über Netzwerkkabel empfehlen.

Auch Samsung zeigte sich von der Schattenseite: Während alle Kameras inklusive der Dome-Modelle kein Problem mit der Videoübertragung über 15 Meter Luftlinie zum Router hatten, streikte die Kamera häufig bei so einer Distanz. Wenn wir die Auflösung auf maximal setzten – das sind bei Samsung 1.920 x 1.080 Pixel – war gar keine Verbindung mehr möglich.

Speicher: Online oder auf Karte

Viele IP-Kameras speichern das aufgezeichnete Videomaterial auf fest eingebaute oder von außen eingesteckte SD-Speicherkarten. Alternativ kann das Material bei einigen Modellen auch gleichzeitig auf einem Onlinespeicher abgelegt werden – das bieten unsere Empfehlungen von Logitech, Nest, Netgear, Ring, Instar, aber auch Yi Home.

Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card Slot und Ethernet-Port
Instar IN-9008 Full-HD: SD-Card-Slot und Ethernet-Port.

Netatmo, D-Link, Reolink Go und Eufy sind die Ausnahme, hier wird nur lokal auf SD-Karte oder in der eigenen DropBox bzw. FTP abgelegt. In Punkto Ausfallsicherheit ist die Onlinespeicherung ideal, denn auch bei Zerstörung der Kamera bleibt das Beweismaterial erhalten.

Einige wenige Kameras verfügen über einen eigenen Router (Netgear Arlo, D-Link, Reolink Go, Eufy, Blink XT), gewissermaßen als Empfangsteil der Kamera, das man im Haus unterbringt. Auf diesem kann das Videomaterial teilweise auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte gespeichert werden.

Wenn die Kamera manuell mit der Smartphone-App ausgelöst wird, werden Bilder und Videos meistens direkt auf dem Speicher des Smartphones abgelegt.

Unser Testsieger von Logitech speichert Alarmvideos automatisch in der Cloud. Nur deshalb kann auch zügig ein Tages-Resümee erstellt werden, ihr Smartphone hätte dazu nicht die nötige Rechenkapazität, von der Download-Zeit des ganzen Videos Materials mal ganz abgesehen. Alles, was sie im Video-Archiv sehen, passiert also auf dem Logitech-Server.

Logitech Circle 2: Cloud Speicherung only
Logitech Circle 2: Nur Cloud-Speicherung.

Genauso funktioniert das bei Nest, Blink XT, Netgear und Ring. Nach der Einrichtung wurden Videos aufgezeichnet und konnten durchstöbert werden (Timeline), denn auch sie befinden sich automatisch in der Cloud. D-Link, Eufy, Netatmo, yi Camera, Reolink Go und D-Link haben wechselbare SD-Speicher für eine lokale Speicherung.

Vor dem Test hätten wir das nicht für möglich gehalten, aber die Spreu trennt sich vom Weizen, wenn es darum geht, wie und wo ein Alarmvideo abgelegt wird – und vor allem, welchen Aufwand man dafür betreiben muss. Wer meint, dass es mit dem Anschließen der Kamera getan ist, irrt bei 10 von 25 Modellen.

Bei zehn Kameras müssen sich Nutzer noch mit dem Speicherplatz beschäftigen und entweder eine micro SD-Karte kaufen (D-Link, Yi, SV3C, Reolink, Cooau, Foscam, Abus, ie Geek, Samsung) oder einen FTP-Speicherort einrichten (D-Link DCS-2670L, Wansview W2, Instar). Nur bei Instar, Eufy und Netatmo steckt bereits eine SD-Karte.

Die Speicher-Lösungen der Geräte sind sehr unterschiedlich

Bei Samsung, Abus, 7 Links und ieGeek gibt es weder eine Cloud-Lösung, noch liegt eine SD-Karte bei. Bei 7 Links und ieGeek kann immerhin alternativ ein FTP-Speicher verlinkt werden, für technisch wenig versierte Käufer ist das aber kaum eine Option und auch wir wollten uns nicht erst einen FTP-Account auf einem Server einrichten, sondern ein schnelles Ergebnis sehen.

Auch bei den übrigen Modellen mit SD-Karte kam keine Freude auf: Bei der HiKam konnten wir die Alarmaufnahmen auf der SD über die App nicht finden, eine FTP-Speicherung ist nicht möglich. Bei Wansview meldete die App zwar immer wieder einen Alarm, ein Video wurde trotz passenden Einstellungen aber nicht auf dem SD-Speicher abgelegt.

Die Schwierigkeiten beim Erzeugen eines simplen Alarmvideos im ersten Test wurden im zweiten, dritten und vierten Test 6 und 12/2018 bzw. 04/2019 von den 19 Kameras zum Glück nicht im großen Stil wiederholt. Bis auf SV3C, Cooau und 7Links Dome lieferten alle sofort einsehbare Mitschnitte ab.

Im Update 12/2018 waren D-Link DCS-2670L (SD-Karte) und Wansview W2 (nur FTP, PC/Mac) die beiden Außenseiter ohne Cloud-Speicherung.

Bewegungserkennung

Der Bewegungssensor ist ein passiver Infrarot-Sensor (PIR-Sensor), der auf Bewegung in Verbindung mit Wärme reagiert. So kann er den Erfassungsbereich laufend nach Lebewesen absuchen, denn die strahlen Wärme ab.

Arlo Pro 2: App - Überwachungsbereich festlegen
Arlo Pro 2: App – Überwachungsbereich festlegen.

Vor dem 4×5 Millimeter großen Sensor sitzt eine Linsenanordnung, die den Erfassungsbereich in Zonen aufteilt. Jede Linse sieht einen genau abgegrenzten Bereich und lenkt auftretende Wärmestrahlung direkt auf den PIR-Sensor. Bewegt sich eine Wärmequelle durch die einzelnen Zonen, werden unterschiedliche Ladungsdifferenzen auf dem PIR-Sensor erzeugt und der Alarm wird ausgelöst.

Eine andere Möglichkeit der Bewegungserkennung ist das konstante Aufzeichnen eines Videostreams. Verändert sich der Bildinhalt sehr schnell, etwa wenn eine Person durch das Sichtfeld läuft, wird der Alarm ausgelöst.

Doch ein solcher Bildvergleich kann unter Umständen viele Fehlalarme produzieren, etwa, wenn Bäume sich durch Wind bewegen, starker Schnee fällt oder Autos durchs Bild fahren. Zuverlässiger sind Überwachungskameras mit passiven Infrarot-Sensoren.

Wetterfestigkeit

Wir haben den Winter genutzt und alle Kameras im Freien installiert, wenn möglich ohne jeden Wetterschutz. Alle Geräte haben den Testlauf über mehr als zwei Wochen bestanden; wir hatten keine Ausfälle. Allenfalls die Bildqualität kann unter Regentropfen und Kondenswasser auf der Linsenabdeckung leiden. Das tritt speziell bei der Arlo aber auch bei Samsung auf, denn diese Kameras haben keinen kleinen Schirm über ihrem »Auge«.

Was ist mit Ton?

Während einige Geräte komplett auf die Audioaufzeichnung verzichten (Netgear), können andere mit einem Außenmikrofon ergänzt werden oder haben ein integriertes Mikrofon (fast alle Modelle). Einige IP-Kameras haben sogar einen Lautsprecheranschluss (Instar, Foscam, LogiLink) bzw. eingebaute Lautsprecher (Logitech, Nest, Netatmo, D-Link, Reolink, Ring, Yi, 7Links). Zusammen mit einem Mikrofon können sie dann auch als Gegensprechanlage eingerichtet werden. Die Qualität dabei ist aber nur bei den Nest-Kameras, Logitech, Ring und Netatmo zufriedenstellend.

Rechtliche Situation

Privatnutzer in Deutschland müssen sich auf ihren Grundstücken und in ihren Wohnungen wenig Gedanken über Datenschutzbestimmungen machen, wenn sie eine Überwachungskamera einsetzen wollen. Sie müssen noch nicht einmal konkrete Gründe dafür nennen. Teile einer öffentlichen oder vom Nachbarn genutzten Fläche dürfen aber nicht überwacht werden. Es gilt allgemein die Transparenzpflicht: Wenn Sie Ihren Besuchern gegenüber fair sein möchten, sollten Sie Hinweise bzgl. der Überwachungskamera anbringen.

Das eigene Grund­stück darf über­wacht werden

Gezielte Beobachtungen des Nachbargrundstückes sind allerdings klar verboten. Das wäre eine tiefgreifende Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Nachbarn und er könnte auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen. Um keinen Unfrieden zu stiften, sollten Sie im Zweifel mit Ihren Nachbarn über das Vorhaben sprechen und darauf hinweisen, welche Bereiche aufgezeichnet werden. Vor allem, wenn es um gemeinsame Zuwege und Flächen geht, ist eine einvernehmliche Absprache Pflicht.

Dabei spielt es nach aktueller Rechtslage keine Rolle, ob die Kamera ein Dummy oder technisch gar nicht funktionsfähig ist. Entscheidend ist, dass Ihr Nachbar oder ein Besucher von einer Aufzeichnung ausgeht und sich beobachtet fühlt.

Vorsicht ist auch geboten, wenn öffentliche Gehwege, Parkplätze etc. durch die Kamera mit überwacht werden. Deutsche Gerichte räumen dem Persönlichkeitsrecht des Passanten regelmäßig mehr Gewicht ein als den Schutzinteressen eines Hausbesitzers. Mehr dazu können Sie in einer Broschüre der Universität Münster nachlesen.

Gewerbe

Gaststätten, Hotels, Geschäfte oder Bürogemeinschaften berufen sich in der Regel auf ihr Hausrecht, wenn sie Überwachungskameras installieren. Hier gibt es jedoch datenschutzrechtliche Vorschriften, schließlich handelt es sich um öffentlich zugängliche Räume im Sinne von § 6b Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Grundsätzlich dürfen Pächter und Eigentümer aber Maßnahmen gegen Diebstahl oder Beschädigungen des Eigentums ergreifen und die Videoüberwachung ist dabei ein legitimes Mittel zur Prävention und zur Aufklärung. Eine heimliche oder verdeckte Videoüberwachung verletzt aber die Interessen der Betroffenen und ist daher grundsätzlich unzulässig. Das gilt vor allem für Gaststätten oder ähnliche Lokale.

Produktionsstätten, Büros und Küchen sind kritisch

Produktionsstätten ohne Publikumsverkehr, Büros oder auch Küchen sind bei der Überwachung grundsätzlich ein kritischer Fall, die Inhaber oder Entscheider sollten sich auf jeden Fall über ihren rechtlichen Spielraum genau informieren. Wirtschaftsgänge, Lager, Außenbereiche oder Parkplätze sind hingegen selten problematisch. Einen guten Einstieg in das Thema finden Sie beim sächsischen Datenschutzbeauftragten.

In der Schweiz ist die Rechtslage ähnlich wie in Deutschland. Mehr Informationen dazu finden Sie beim eidgenössischen Datenschutzbeauftragten.

In Österreich ist die Gesetzeslage dagegen strenger: Hier sind Überwachungskameras meldepflichtig, sobald sie Videomaterial aufzeichnen. Im gewerblichen Bereich darf Videoüberwachung nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt werden und muss ebenfalls vorab genehmigt werden. Mehr Informationen dazu finden sie bei der österreichischen Datenschutzbehörde.

Vergleichsbilder

Videoqualität bei Tageslicht

Die besten Aufnahmen bei Tageslicht lieferten Nest Cam Outdoor und IQ sowie Instar IN-9008 Full-HD. Doch auch hier sollte man keine Superfotos erwarten: Der Kontrast ist, wie bei den meisten Kameras, übersteuert.

Lebensechte, neutrale Farben liefert unser Testsieger von Logitech: Die Circle 2 liefert gute Full-HD Bilder ab, ein Rauschen ist aber sichtbar. Hinzu kommt durch das Weitwinkel-Objektiv die bekannte Fischaugen-Optik. Circle 2 bildet hinsichtlich der Bildqualität die Mittelklasse ab, hierzu gehören auch Wansview W2/W1, Reolink Argus, D-Link und Samsung.

Die Arlo-Kameras sparen Energie und senden deshalb nur niedrige Bitraten, was zu fleckigen Fotos mit starkem Rauschen führt. Immerhin sehen die Farben ganz natürlich aus. Trotz Full-HD-Kennzeichnung konnten wir bei der Arlo Pro 2 nur 1280 x 720 Pixel-Bilder abspeichern.

Brauchbare Fotos liefern eufyCam E, D-Link DCS-2802KT und Reolink Go. Allerdings wenn diese batteriebetriebenen Modelle in der Praxis sicherlich nicht dauerhaft mit der höchsten Auflösung fahren.

Am schlechtesten hat Abus abgeschnitten – sehr enttäuschend, wenn wir an die angepriesene 720p-Auflösung denken. Die maximale Bildgröße, die wir speichern konnten, lag bei 720 x 405 Pixeln. Eine hohe Auflösung ist nicht gleich hohe Qualität.

Nachtaufnahmen

Beweismaterial ist der Hauptzweck einer Kamera, daher haben wir Nachtaufnahmen einer Person und von beschrifteten Aufstellern bzw. Namensschild gemacht. Wir wollten wissen, auf welche Distanz wir im Bild die Gesichtszüge bzw. die Buchstaben erkennen können.

Bei den meisten Kameras sind die Infrarot-Scheinwerfer sichtbar, das sind die rot oder blau leuchtenden Punkte in Nachbarschaft der Kameralinse. Mit solchen wird eine Sicherheitskamera natürlich schnell entdeckt. Unsichtbar werden IR-Strahler durch Filter oder wenn sie in einer bestimmten Wellenlänge arbeiten, das ist bei Circle 2, Blink XT und Nest Cam Outdoor der Fall.

Die beste Sicht auf eine Distanz von 1 bis 4 Metern liefern Netatmo, D-Link, Reolink Argus/Go, D-Link DCS-2802KT-EU, Wansview W1 und Logi-Link. Der Testsieger von Logitech ist in dieser Aufzählung nicht dabei. Die Circle 2 liefert nur ein unterdurchschnittliches Nachtbild, Gesichtszüge sind nur auf einen Meter gerade noch so erkennbar.

Es sind indes die Akku-Kameras, die in der Regel die schlechtesten Nachtbilder liefern. Das kommt in erster Linie von der geringen Leuchtkraft ihrer Infrarot-Scheinwerfer.

Verhältnismäßig gut schneiden Nest Cam Outdoor und Blink XT mit ihren jeweils unsichtbaren IR-Strahlern ab. Etwas sonderbar ist das Ergebnis bei Wansview W2. Hier ist der IR-Scheinwerfer offenbar zu stark, im Bild wird das Gesicht des Testers bei 1 bis 4 Metern stark überstrahlt. Bei der Blink XT können wir die Helligkeit der IR-LEDs in drei Stufen justieren.

Die Netgear Arlo kann hier leider nicht gut punkten und gehört bei der Nachtsicht eher zu den Schlusslichtern. Schrift kann bis einer Entfernung von vier Metern erkannt werden, Gesichtszüge bis etwa drei Meter Entfernung. Das können LogiLink WC0049, ie Geek 201W, HiKAM A7 und Wansview W1 deutlich besser: Schrift ist bei ihnen bis zu sechs Metern sehr gut lesbar. Gesichter sind bei Wansview und LogiLink auch noch bei sechs Metern Entfernung erkennbar.

Die Schlusslichter bei den Nachtaufnahmen sind Samsung und wider Erwarten Foscam. Hier sind Gesichtszüge gerade mal bei einem Meter Distanz erkennbar. Mit zusätzlichen IR-Scheinwerfern können diese Ergebnisse bei allen Modellen aber deutlich verbessert werden.

Logitech Circle 2: kompakt und stabil gebaut

Testsieger: Logitech Circle 2

Von inzwischen 25 IP-Kameras hat uns nach unseren ausführlichen Tests die Logitech Circle 2 am meisten überzeugt. Überragend sind bei ihr die einfache Verwaltung und der zeitsparende Zugriff auf das Bildmaterial via Tages-Resümee.

Testsieger

Logitech Circle 2

Test Outdoor-Über­wachungs­kamera: Logitech Circle 2
Die Circle 2 ist kompakt, flexibel, komfortabel in der Bedienung und wird in der Nacht fast unsichtbar.

Für die Einrichtung muss das Smartphone mit der Kamera-App mit demselben WLAN-Netz verbunden sein wie die zu installierende Kamera. Die Logitech Circle 2 muss dann erst mal in unmittelbarer Nähe des Roboters mit dem Wi-Fi-Netzwerk verbunden werden, sie darf also nicht gleich an Ort und Stelle befestigt werden. Dank des flexiblen Befestigungfußes ist das aber kein Problem, die Kamera nämlich einfach aufgesteckt.

Steht die Verbindung einmal, folgt die Einrichtung über die App. hierfür muss aber zuerst einmal ein Benutzerkonto bei Logitech eingerichtet werden. Auch das erfolgt über die App.

Das Verbinden mit dem eigenen WLAN klappte leider nicht auf Anhieb. Erst nach zahlreichen Neustarts und Kamera-Resets kam eine Wi-Fi-Verbindung mit unserem Netzwerk zustande. Hier waren die Arlo-Produkte aber auch D-Link und Reolink Go besser aufgestellt.

Die Circle 2 kann auch mit dem Netzkabel betrieben werden, allerdings ist diese Verbindung nicht wetterfest. Für den Netzbetrieb müssen Sie Ihre Kamera also wenigstens unter einem Dach installieren. Die Logitech ist offen für Apple HomeKit, Google Home sowie Amazon Alexa.

Circle 2: Tages-Resümee
Circle 2: Tages-Resümee.

Bei der Montage der Logitech Circle 2 ist man sehr flexibel: mit Dübeln oder Holzschrauben befestigen wir die kleine Montage-Platte an der Wand oder auf dem Dach. Der Kamerafuß wird aufgesteckt. Auf seinen Holm stecken wir die fertig eingerichtete Circle 2 und können sie dann ausrichten. Die Befestigung an der Decke ist auch möglich, aber nicht über den Kamerafuß, sondern mit einem 6-mm-Stativ-Mount an der Unterseite.

Logitech schafft bei der Datenübertragung problemlos eine 10-Meter-Distanz zum Router im Wohngebäude. Auch alle anderen IP-Kameras bewältigten diese Reichweite problemlos und waren stets und bei jedem Wetter mit der App erreichbar.

Gegensprechanlage

Die Logitech Circle 2 hat trotz ihrer Wetterfestigkeit eingebaute Mikrofone und einen Lautsprecher. Via App kann die Kamera als Gegensprechanlage benutzt werden, etwa wenn Sie nicht daheim sind und dem Paketboten über den Abstellort informieren. Die Qualität und die Lautstärke sind ganz zufriedenstellend, aber nicht so gut wie bei anderen Modellen im Test.

Perfekte App

Unsere Begeisterung für die Logitech-Kamera kommt nicht zuletzt von der hervorragenden, einfach bedienbaren App. Die Einstellungen zu Qualität, Nachtsicht, Filtern und Überwachungsbereichen sind übersichtlich. Hier kann auch die Bewegungserkennung aktiviert oder deaktiviert werden, sogar mit einem Zeitplan. Eine Timeline zeigt nach Datum strukturiert das Alarm-Logfile. Bei Bedarf können die Videos aufs Smartphone heruntergeladen werden.