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Die beste SD-Karte

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SD-Karte Test: Alle SD-Karten
Sven Kloevekorn

Sven Kloevekorn

begeistert sich seit VC-20-Zeiten für alles, was mit Chips und Platinen zu tun hat. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als Technikjournalist mit den Schwerpunkten PCs, Notebooks und mobile Gadgets. Nach einem Intermezzo bei AndroidNext schreibt er derzeit unter anderem für Notebookcheck und arbeitet außerdem als freier Fotograf.

Die beste SD-Karte für Digitalkameras ist die SanDisk Extreme Pro. Sie bietet erstklassige Speicher- und Lesegeschwindigkeiten – und das zu einem sehr fairen Preis. Damit ist sie für Einsteiger und anspruchsvolle Anwender gleichermaßen geeignet.

Update 30. November 2018

Wir haben zwölf neue SD-Karten getestet. Unser neuer Favorit ist die SanDisk Extreme Pro.

SD-Karten braucht man vor allem für Spiegelreflex- oder Systemkameras, aber auch für Camcorder. Man kann sie aber auch gut als Speichererweiterung fürs Laptop benutzen. Fürs Smartphone sind sie jedoch zu groß. Hier kommen Micro-SD-Karten zum Einsatz.

Wir haben uns alle auf dem deutschen Markt erhältlichen SD-Karten angesehen und zehn aktuelle Modelle für unseren Test ausgewählt. Dabei haben wir uns auf Speicherkarten mit einer Kapazität von 64 Gigabyte beschränkt, weil diese Größe in der Regel mit das beste Verhältnis von Preis zu Speicherplatz bietet und auch immer noch am meisten nachgefragt wird. Die Toshiba Exceria Pro N401 funktionierte in zwei Kameras, ist aber inkompatibel mit unserem Kartenleser. Diese Karte ist auf den Fotos zu sehen, konnte ansonsten aber nicht berücksichtigt werden.

Modelle mit 32 oder 128 Gigabyte erreichen in der Regel sehr ähnliche Testergebnisse wie die von uns getesteten Versionen mit 64 Gigabyte. Wer also mehr Speicherplatz benötigt oder die geringere Kapazität zu einem deutlich günstigeren Gigabyte-Preis bekommt und damit auskommt, kann unsere Empfehlungen in den anderen Größen ebenfalls unbesorgt kaufen.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

SanDisk Extreme Pro

Test: besten SD-Karten – Testsieger SanDisk Extreme Pro
Die Extreme Pro kostet kaum noch mehr als die günstigsten Karten und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis.

Unsere neue Top-Empfehlung ist die SanDisk Extreme Pro, weil sie in allen Bereichen ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Sie bietet eine sehr hohe Lesegeschwindigkeit und eine Schreibgeschwindigkeit, die selbst für 4K-Aufnahmen locker ausreicht – trotzdem ist sie inzwischen nur noch einige Euro teurer als die günstigste Karte im Test und damit ein echter Preis-Leistungs-Tipp. Die bei SD-Karten nicht so wichtigen Zugriffszeiten sind hingegen nur mittelmäßig

Gut & günstig

Kingston Canvas Select

Test SD-Karte: Kingston Canvas Select
Die Canvas Select gehört zu den günstigsten Karten im Test – und zu den besten.

Wer noch ein paar Euro weniger für eine ordentliche SD-Speicherkarte ausgeben möchte, greift zur günstigsten Karte im Test in Gestalt der Kingston Canvas Select. Sie bietet zum Tiefpreis immer noch sehr gute Werte, die für 4K-Filmer und auch semiprofessionelle Fotografen genügen.

Wenn Geld egal ist

Sony SDHC SF-M64

Test SD-Karte: Sony SDHC SF-M64
Abgesehen vom immer noch sehr hohen Schreibtempo setzt sich die Sony in jeder Disziplin an die Spitze.

Wer dagegen absolut keine Kompromisse machen will, fährt mit der Sony SF-M64 am besten. Sie lieferte in allen Testkategorien Topwerte und eignet sich damit selbst für anspruchsvollste Aufgaben, sogar 8K-Videomaterial kann man mit ihr aufnehmen. Ihre größte Stärke liegt aber im enorm hohen Lesetempo. Für die überlegene Performance muss man allerdings auch mehr Geld ausgeben – die SF-M64 kostet immerhin gut dreimal soviel wie die günstigsten Karten im Test.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerGut & günstigWenn Geld egal ist
Modell SanDisk Extreme Pro Kingston Canvas Select Sony SDHC SF-M64 Lexar Professional 1000x PNY SDXC Elite Performance Transcend Ultimate UHS Toshiba Exceria SanDisk Extreme Verbatim Pro+ Fujifilm High Professional Intenso SDXC UHS-1 Lexar 300x Lexar 633x PNY Elite Performance 95 MB/s PNY SDXC Performance SanDisk Ultra Transcend TS64GSDU3E SDXC Transcend Premium Transcend SDXC/SDHC 300s Transcend SDXC/SDHC 500s Kingston Canvas Go SDG Emtec/Kodak SDXC Class 10 U1
Test: besten SD-Karten – Testsieger SanDisk Extreme ProTest SD-Karte: Kingston Canvas SelectTest SD-Karte: Sony SDHC SF-M64Test SD-Karte: Lexar Professional 1000xTest SD-Karte: PNY Elite PerformanceTest besten SD-Karten: Transcend R95/W85Test besten SD-Karten: Toshiba ExceriaTest: besten SD-Karten – Testsieger SanDisk Exreme 64 GB SDXCTest SD-Karte: Verbatim Pro+Test SD-Karte: Fujifilm High ProfessionalTest SD-Karte: Intenso SDXC UHS-1Test SD-Karte: Lexar 300xTest SD-Karte: Lexar 633xTest SD-Karte: PNY Elite PerformanceTest SD-Karte: PNY SDXC PerformanceTest SD-Karte: SanDisk UltraTest SD-Karte: Transcend TS64GSDU3E SDXCTest SD-Karte: Transcend PremiumTest SD-Karte: Transcend SDXC/SDHC 300sTest SD-Karte: Transcend SDXC/SDHC 500sTest SD-Karte: Kingston Canvas Go SDGTest SD-Karte: Emtec/Kodak SDXC Class 10 U1
Pro
  • Hohes Lesetempo
  • Höchstes Schreibtempo außerhalb UHS-II
  • Hohes Lesetempo
  • Sehr hohes Schreibtempo
  • Sehr hohes Schreibtempo
  • Sehr kurze Zugriffszeiten
  • Extrem hohes Lesetempo
  • Sehr hohes Schreibtempo
  • Sehr kurze Zugriffszeiten
  • Sehr hohes Lesetempo
  • Hohes Lesetempo
  • Sehr hohes Schreibtempo
  • Sehr gute Schreib- und Leseraten
  • Hohe Lesegeschwindigkeit
  • Hohe Leserate
  • Hohe Lesegeschwindigkeit
  • Sehr günstig
  • Günstig
  • Sehr schnelle Zugriffszeiten
  • Günstig
  • Sehr schnelle Zugriffszeiten
  • Hohes Lesetempo
  • Hohes Schreibtempo
  • Hohes Schreibtempo
  • Günstig
  • Sehr hohes Lesetempo
  • Sehr hohes Schreibtempo
  • Günstig
Contra
  • Teuer
  • Lesetempo für UHS-II nicht optimal
  • Tw. stark schwankende Messergebnisse (evtl. nicht voll kompatibel mit Reader)
  • Lange Zugriffszeiten
  • Lange Zugriffszeiten
  • Etwas zu teuer
  • Langsam beim Schreiben
  • Lange Zugriffszeiten
  • Deutlich zu teuer
  • Schreibgeschwindigkeit nicht auf Top-Niveau
  • Schreibrate nicht ganz auf Topniveau
  • Für das gebotene etwas zu teuer
  • In jeder Hinsicht langsam
  • In jeder Hinsicht langsam
  • In jeder Hinsicht langsam
  • Viel zu teuer
  • In jeder Hinsicht langsam
  • Massiv überteuert
  • In jeder Hinsicht langsam
  • Massiv überteuert
  • In jeder Hinsicht extrem langsam
  • In jeder Hinsicht extrem langsam
  • In jeder Hinsicht extrem langsam
  • Viel zu teuer
  • In jeder Hinsicht extrem langsam
  • In jeder Hinsicht extrem langsam
  • Lange Zugriffszeiten
  • Bietet zu wenig für den Preis
  • Lange Zugriffszeiten
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

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So haben wir getestet

Wir haben uns in der neuen Testreihe zehn Modelle mit einer Kapazität von 64 Gigabyte besorgt und durch zwei standardisierte Testprogramme laufen lassen. Die beliebte Größe von 64 Gigabyte bietet nicht mehr unbedingt das beste Preis-Leistungsverhältnis, oft ist der Preis pro Gigabyte bei 128 oder sogar 256 Gigabyte großen Karten sehr ähnlich. Im Durchschnitt all unserer Testmodelle lag der Preis bei 49 Cent pro Gigabyte.

 SD-Karten-Test: Übersicht der neuen SD Karten
Diese 10 Speicherkarten haben es ins Test-Update geschafft: Sony SDHC SF-M64, Lexar Professional 1000x, Emtec/Kodak SDXC 64GB Class10 U1, Kingston Canvas Select, Kingston Canvas Go SDG, PNY Elite Performance, Toshiba Exceria Pro, Transcend 500S, Transcend 300S, Transcend Premium TS64GSDU1.

Karten mit weniger als 32 Gigabyte sind immer weniger erhältlich und zudem aufs Gigabyte gerechnet meist unverhältnismäßig teuer. Im Einzelfall sollte man sich einfach den Gigabyte-Preis ausrechnen. Karten mit 8 oder 16 Gigabyte Kapazität sind in Zeiten hochauflösender Fotos und Videos aber ohnehin schnell voll, kleiner als 32 Gigabyte sollte eine SD-Karte nur im Ausnahmefall sein.

14 SD-Karten im Test
Insgesamt 14 Micro-SD-Karten haben wir getestet (von oben links): PNY Performace, Lexar 300x, Lexar 633x, Transcend R95/W60, PNY Elite Performance, Fujifilm High Professional, SanDisk Ultra, Toshiba Exceria, Intenso SDXC UHS-1, SanDisk Extreme Pro, SanDisk Extreme, Transcend R95/W85, Verbatim Pro, Lexar 1000x.

SD-Karten mit einem Preis von mehr als einem Euro pro Gigabyte haben wir von vornherein vom Test ausgeschlossen, weil es sich in der Regel nicht lohnt, so viel Geld auszugeben. Diese Modelle sind nicht besser, nur weil sie teurer sind. Da UHS-II-Karten nicht mehr so teuer sind, haben wir diesmal zwei günstigere Exemplare dieses Typs mit berücksichtigt.

Die zehn neu getesteten SD-Speicherkarten mussten zwei Testprogramme durchlaufen. Mit beiden haben wir die sequenzielle Schreib- und Lesegeschwindigkeit gemessen und die Zugriffszeiten unter Windows 10 getestet. Dazu haben wir die Speicherkarten mit einem schnellen, UHS-II-fähigen USB-3.0-Lesegerät an den PC angeschlossen.

Die sequenzielle Schreib- und Lesegeschwindigkeit gibt an, wie flott die Speicherkarte größere Dateien wie Digitalfotos fortlaufend speichern oder lesen kann – das ist wichtig bei der Aufnahme von HD- und 4K-Videos und der Serienaufnahme von Fotos sowie beim Kopieren der Dateien von der Karte auf die Festplatte des Computers.

Die Zugriffszeit ist hingegen die Zeitspanne, die vergeht, bis die Speicherkarte reagiert – also etwa ein Foto öffnet und anzeigt. Eine niedrige Zugriffszeit ist z. B. wichtig, wenn man auf dem Kamera-Display durch die Fotos blättert. Bei den modernen Karten ist die Zugriffszeit aber nur noch selten so hoch, dass es Nerven und Zeit kostet.

Unsere SD-Karten-Empfehlungen haben wir zusätzlich in einer Digitalkamera mit hoher Serienbildgeschwindigkeit getestet. Zum Einsatz kam eine Canon EOS 77D (UHS-I), deren interner Datenpuffer bis zu 23 RAW-Fotos zwischenspeichern kann. Wir wollten wissen, wie lange die Kamera benötigt, den vollen Puffer auf die Karte zu übertragen und wieder bereit ist, neue Fotos zu machen. Hier gab es im Test aber keine so großen Unterschiede.

Speicherkarten sind je nach Testumgebung unterschiedlich schnell – in der gleichen Umgebung aber durchaus vergleichbar.

Wichtig: Die Geschwindigkeit einer Speicherkarte hängt stark von der Testumgebung ab. Das verwendete Lesegerät oder die genutzte Kamera haben einen großen Einfluss auf die Ergebnisse. Die Resultate unserer Testreihe dienen daher der Vergleichbarkeit der SD-Karten untereinander und nur tendenziell einer Aussage über die absoluten Transferraten. Unter anderen Umständen können die Modelle auch schneller oder langsamer sein. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Aussagen dieses Artikels.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Beim Kauf einer SD-Speicherkarte sollte man vor allem darauf achten, dass sie Daten schnell speichern kann.

Für Kameras kommt es auf die Schreibrate an

Die Schreibgeschwindigkeit ist vor allem für Serienbild- oder 4K-Aufnahmen wichtig. Je schneller die Karte die Daten abspeichert, desto mehr Serienbilder kann man in kurzer Zeit machen.

Die meisten Kameras verfügen über einen schnellen Datenpuffer, in dem die geschossenen Fotos zunächst zwischengespeichert werden. Hier kommt es darauf an, wie schnell die Fotos vom Puffer auf die Karte geschrieben werden und dort wieder Platz für die nächsten Aufnahmen freimachen. Die Gefahr, dass bei einem hochauflösenden Video Daten verloren gehen und der Film unbrauchbar wird, weil die Karte mit dem Abspeichern nicht hinterherkommt, ist bei einem hohen Schreibtempo geringer.

Deutlich weniger wichtig ist die Leserate, also die Geschwindigkeit, mit der die SD-Karte die auf ihr gespeicherten Daten auf Anfrage bereitstellt. Auch die Zugriffszeit haben wir nur in geringem Umfang berücksichtigt. Auf die kommt es nämlich hauptsächlich an, wenn viele kleinere, auf der Karte verteilte Datenblöcke gelesen werden müssen, was bei Kameras nicht vorkommt. Bei langsamen Modellen kostet es aber viel Zeit, wenn man die riesige Fotosammlung in einem Schwung auf die Festplatte des Computers kopieren möchte.

SD-Karte im Kameratest
Mit einer Digitalkamera haben wir die Schreibgeschwindigkeit der SD-Karten getestet.

Neben Geschwindigkeit war das zweite wichtige Kriterium für uns natürlich der Preis. In der Regel sind zwar die schnellen Karten auch immer etwas teurer, weil es sich oft um neue Modelle handelt. Wer sparen möchte, findet auch im niedrigsten Preisbereich gute SD-Speicherkarten, die beim Schreiben und Lesen von Daten hohe Anforderungen wir 4K-Video meistern. Die oft teuren Spitzenreiter heben sich weiterhin durch überlegene Übertragsleistungen und Spezialitäten wie UHS-II-ab.

Ob eine Speicherkarte wirklich etwas taugt, zeigt sich aber oft erst im Langzeiteinsatz. Daher haben wir auch die Kundenbewertungen berücksichtigt. Modelle mit vielen schlechten Kundenbewertungen kamen als Testsieger für uns nicht in Frage – selbst, wenn die Messergebnisse gut waren.

SD, SDHC, SDXC – Was sind die Unterschiede?

Fast alle Digitalkameras nutzen SD-Karten, um Dateien darauf zu speichern. Bis zu ein Terabyte Daten passen auf die 32 x 24 Millimeter großen Speicherchips, handelsüblich sind Größen bis zu 512 Gigabyte. Die kleineren Micro-SD-Karten kommen dagegen vor allem als Speichererweiterung für Smartphones und Tablets zum Einsatz und fassen höchstens 512 Gigabyte Speicher.

SD- und Micro-SD-Karten sind miteinander kompatibel. Das bedeutet, dass man auch eine Micro-SD-Karte in einem Schacht für SD-Karten nutzen kann. Allerdings benötigt man dafür einen Adapter, der vielen Micro-SD-Karten schon beiliegt. So kann man diese vielfältig einsetzen.

Im Laufe der letzten Jahre haben die Hersteller von SD-Karten neue Modelle auf den Markt gebracht, um den Anforderungen nach mehr Speicherplatz und höheren Übertragungsgeschwindigkeiten beim Schreiben und Lesen von Daten gerecht zu werden.

Bei 512 Gigabyte ist Schluss

Der ursprüngliche SD-Standard sah eine maximale Kartengröße von 2 Gigabyte vor – heutzutage viel zu wenig. Daher einigten sich die Hersteller auf weitere Standards mit höheren Kapazitäten: SDHC-Karten (»HC« steht für »High Capacity«) haben eine Größe zwischen 4 und 32 Gigabyte, SDXC-Karten (»XC« steht für »eXtended Capacity«) gibt es in den Größen von 48 Gigabyte bis maximal 2 Terabyte. Die größten derzeit verbreiteten Speicherkarten erreichen allerdings »nur« 512 Gigabyte – für die Zukunft ist also noch etwas Luft nach oben.

Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder Standard zu jedem Gerät mit SD-Steckplatz kompatibel ist, da unterschiedliche Dateisysteme genutzt werden. SDXC-Karten können nur mit Geräten genutzt werden, die SDXC ausdrücklich unterstützen. Das entsprechende Logo steht oft auf dem Gehäuse, ansonsten wirft man einen Blick in das Datenblatt des Herstellers oder die Bedienungsanleitung.

SDHC-Karten passen hingegen problemlos in Geräte mit SDHC- und SDXC-Unterstützung. Normale SD-Karten laufen wiederum auf allen Geräten. Allerdings gibt es schon lange keinen Grund mehr, eine gewöhnliche SD-Karte mit maximal 2 Gigabyte Speicherplatz zu kaufen, weil SDHC- und SDXC-Modell inzwischen so günstig sind. Außerdem sind normale SD-Karten in der Regel ziemlich langsam.

UHS-I, UHS-II und Speed-Klassen

Damit kommen wir zum zweiten großen Thema neben der Kapazität: Den Transferraten. Die Faustformel besagt, dass schnelle Karten ihren Geschwindigkeitsvorteil nur in schnellen Geräten ausspielen können. Damit Nutzer die richtige SD-Speicherkarte für ihre Digitalkamera oder das Smartphone kaufen, haben sich die Hersteller auch in Sachen Datentransfer auf einheitliche Standards geeinigt.

Dafür muss man zunächst wissen, dass es zwei Übertragungsstandards gibt. Der ältere heißt »Normal/High Speed« und wird auf der Speicherkarte durch einen auf der rechten Seite offenen Kreis mit einer Zahl darin symbolisiert. Diese »Speed Class« genannte Zahl besagt, wie schnell die Karte Daten mindestens speichern kann.

Eine 2 steht für 2 Megabyte pro Sekunde (MB/s), eine 10 entsprechend für 10 MB/s. Dazwischen gibt es noch die Geschwindigkeitsklassen 4 und 6. Alle aktuellen Modelle gehören inzwischen zur Speed Class 10.

Der neuere Übertragungsstandard heißt »Ultra High Speed« oder kurz »UHS« und ist wiederum in UHS-I, UHS-II und UHS-III unterteilt. Der letztgenannte muss einen aber derzeit nicht weiter interessieren, weil entsprechende Karten noch sehr teuer sind und die Zahl der Geräte, die den Standard unterstützen, noch sehr überschaubar ist.

Allenfalls Profifotografen, die mit teuren Kameras extrem viele Serienbilder machen möchten, profitieren derzeit vom UHS-II-Standard. Die UHS-III-Spezifikationen wurden zwar schon im Februar 2017 veröffentlicht, es gibt aber bisher trotzdem noch keine Speicherkarten, die diesen Standard unterstützen.

UHS-I gibt es nur unter SDHC- und SDXC-Karten, die dann mit I (oder II für UHS-II) gekennzeichnet sind. Normale SD-Karten unterstützen den UHS-Standard generell nicht.

Wie den Übertragungsstandard »Normal/High Speed« unterteilen die Hersteller auch UHS in Geschwindigkeitsklassen. Hier gibt es aber nur zwei: 1 und 3. Das entsprechende Symbol sieht aus wie ein breites U mit der Ziffer 1 oder 3 darin. Multipliziert man die Ziffer mit 10, ergibt sich daraus die Minimum-Schreibrate, die der Hersteller garantiert.

In der Praxis erreichen diese Karten im Schnitt weitaus mehr. Auch hier gilt wie bei der Speed Class: Kommt ein Modell neu in den Handel, entspricht es in der Regel der UHS-Geschwindigkeitsklasse 3.

Um nun die volle Geschwindigkeit einer SD-Speicherkarte ausnutzen zu können, muss das Gerät – etwa die Digitalkamera – die entsprechenden Übertragungsstandards ebenfalls beherrschen. Das Handbuch verrät dazu Details. Praktischerweise beherrschen alle UHS-Karten ebenfalls den älteren Standard »Normal/High Speed«. Man braucht sich also keine Sorgen zu machen, dass eine aktuelle Karte in einer älteren Kamera gar nicht funktioniert. Man kann dann eben nur nicht den UHS-Standard zur Datenübertragung nutzen, der potenziell schneller ist.

Einzige Ausnahme: UHS-Karten – bei denen es sich übrigens immer um SDHC- oder SDXC-Modelle handelt – funktionieren nicht in einem Gerät, das nur für normale SD-Karten zugelassen ist. Das hat allerdings nichts mit den Übertragungsstandards zu tun, sondern ist – wie oben bereits beschrieben – ein Problem des Dateisystems, mit dem die Karte formatiert ist.

Mit dem Preis kann man inzwischen nicht mehr begründen, eine SD-Karte zu kaufen, die langsamer als mit Geschwindigkeitsklasse 10 arbeitet. Wer nur ein paar Euro drauflegt, bekommt bereits UHS-IKarten mit noch höheren Transferraten. Selbst wenn die Kamera UHS nicht unterstützt, investiert man damit in die Zukunft, denn die nächste Kamera ist mit Sicherheit UHS-kompatibel.

Karten, die so schnell Dateien speichern und abrufen, bewältigen Serienbildaufnahmen mit großer Auflösung und in hoher Geschwindigkeit sowie Full-HD-Videos problemlos. Mit den meisten UHS-Karten lassen sich auch Ultra-HD-Videos in 4K-Auflösung aufzeichnen. Gerade Fotografen und Filmer profitieren davon.

Video Speed Class

Apropos Filmer: Für diese drucken die Hersteller auch immer öfter die so genannte Video Speed Class auf die Verpackung bzw. direkt auf die Speicherkarten. Das Symbol besteht aus einem V und einer Zahl. Damit treffen sie eine Aussage darüber, wie gut sich die SD-Karte für die Aufnahme von hoch- oder ultrahochauflösenden Videos eignet.

Für 4K-Videos ist mindestens V30 nötig

Die kleinste Geschwindigkeitsklasse ist V6, die sich wegen der begrenzten Schreibgeschwindigkeit von 6 MB/s lediglich für Videos in Standardauflösung eignet. Es folgen die Klassen V10, V30, V60 und V90 mit jeweils 10, 30, 60 und 90 MB/s. Am weitesten verbreitet ist derzeit V30, was sich für 4K-Filme eignet. V60 und V90 sind für noch höher auflösende 8K-Aufnahmen gedacht – selbst für viele Profis derzeit noch Zukunftsmusik.

Und ganz nebenbei: Unser Test hat gezeigt, dass auch V30-Karten in der Praxis durchaus Geschwindigkeiten jenseits der 60 MB/s erreichen.

Hinweise zu den Preisangaben

Schon im Laufe des Tests haben wir bei einigen Karten massive Preisschwankungen festgestellt. Und die machen bei so einem niedrigen Preisniveau dann schon mal ein Drittel des Gesamtpreises aus. Da wir auch auf das Preis-Leistungsverhältnis achten, mussten wir die Preise zum Ende des Tests hin »einfrieren«. Es kann also sein, dass die Angaben und Ausführungen dazu im Text beim Lesen schon wieder überholt sind.

Testsieger: SanDisk Extreme Pro

Die SanDisk Extreme Pro liegt mit 34 Cent pro Gigabyte preislich schon im unteren Bereich unserer Testreihe, liefert aber Leistungen, die auch teureren Modellen gut zu Gesicht stehen würden.

Testsieger

SanDisk Extreme Pro

Test: besten SD-Karten – Testsieger SanDisk Extreme Pro
Die Extreme Pro kostet kaum noch mehr als die günstigsten Karten und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis.

Mit einer sequenziellen Lesegeschwindigkeit von 88 MB/s liegt sie deutlich hinter den beiden UHS-II-Karten und kann sich auch nicht von vielen anderen UHS-I-Karten absetzen. Wie oben erwähnt, spielt diese Eigenschaft aber nur noch dann eine Rolle, wenn Unmengen von Fotos auf einmal auf den Computer kopiert werden sollen. Insgesamt konnten wir gegenüber dem Test von 2017 im Schnitt erheblich erhöhte Leseraten messen.

In Sachen Schreibgeschwindigkeit muss sie sich mit üppigen und sogar für 8K-Videos ausreichenden 83 MB/s einzig und allein der Sony SF-M64 (UHS-II) geschlagen geben — und die kostet mehr als dreimal soviel. In unserem Kameratest konnte der Testsieger den vollen Puffer der Canon EOS 77D in guten 8 Sekunden auf die Karte schreiben und damit eines der besten Ergebnisse im Test einfahren.

Damit ist die SanDisk Extreme Pro für die meisten Anwendungen die perfekte SD-Speicherkarte. Sie ist nicht nur sehr schnell, sondern für das Gebotene auch überaus günstig. Nicht zuletzt ist sie eine Empfehlung wert, weil SanDisk eine Garantie von 5 Jahren gibt. Das und die zahlreichen 5-Sterne-Bewertungen auf Amazon sind Indizien dafür, dass die SanDisk Extreme Pro auch auf Dauer ihren Dienst zuverlässig erfüllt.

SanDisk bietet die Extreme Pro ebenfalls in den Kapazitäten 128 Gigabyte und 256 Gigabyte an.

Alternativen

Wer keine 8K-Videos aufzeichnet und bei der Serienbildaufnahme etwas mehr Geduld hat, kann unbesorgt zur günstigsten SD-Speicherkarte in diesem Test greifen: Der Kingston Canvas Select. Die 64-Gigabyte-Version kommt auf einen Preis von bloß 25 Cent pro Gigabyte und kann dennoch mit sehr guten Testergebnissen überzeugen.

Gut & günstig

Kingston Canvas Select

Test SD-Karte: Kingston Canvas Select
Die Canvas Select gehört zu den günstigsten Karten im Test – und zu den besten.

Mit einer Leserate von 94 MB/s gehört das günstige Modell sogar zu den schnellsten im Testfeld ohne UHS-II, die Zugriffszeiten beim Lesen sind hier aber auch wieder nur Mittelmaß. Bei der sequenziellen Schreibgeschwindigkeit kommt die Kingston auf sehr gute 70 MB/s. Das reicht sogar immer noch locker für ultrahochauflösende 4K-Videos. Wir fragen uns, warum Kingston der Karte laut Aufdruck nur die UHS-Geschwindigkeitsklasse 1 zutraut, wenn sogar 3 deutlich überschritten wird.

Im Serienbildtest mit der Canon EOS 77D braucht die Kingston 10 Sekunden, um den vollen Puffer auf die Karte zu schreiben. Zum Vergleich: Die mehr als dreimal so teure Sony benötigt für die gleiche Aufgabe 2 Sekunden weniger. Damit fällt die günstige Kingston-SD-Karte im Testfeld etwas zurück.

Die SD-Speicherkarte ist auch mit 32 Gigabyte und 128 Gigabyte Speicherplatz zu haben.

Wenn Geld egal ist

Sony SDHC SF-M64

Test SD-Karte: Sony SDHC SF-M64
Abgesehen vom immer noch sehr hohen Schreibtempo setzt sich die Sony in jeder Disziplin an die Spitze.

Wer absolut keine Kompromisse eingehen möchte und eine SD-Speicherkarte sucht, die in allen Bereichen Spitzenwerte liefert, dem empfehlen wir die Sony SF-M64. Beim sequenziellen Lesen ist sie mit enormen 243 MB/s sogar alleiniger Spitzenreiter. Da kommt in unserem Test keine andere Karte mit. Selbst 8K-Videoaufnahmen sind damit kein Problem, 4K- und Full-HD-Filme ohnehin nicht. Nur bei den Zugriffszeiten muss die Sony einigen wenigen Konkurrenten den Vortritt lassen.

Beim Kameratest benötigt sie lediglich 8 Sekunden zum Abspeichern der 23 Serienfotos – ebenfalls einer der besten Werte im Testfeld.

Für eine derart leistungsstarke SD-Speicherkarte muss man allerdings auch tiefer in die Tasche greifen: Etwa 87 Cent kostet das Gigabyte. Damit gehört die Sony SF-M64 zu den teureren Modellen im Test – aber neben der hohe Schreibrate rechtfertigt vor allem das überlegene Lesetempo den Preis, wenn besonders darauf Wert gelegt wird.

Diese Speicherkarte ist alternativ mit 32 Gigabyte und 128 Gigabyte erhältlich.

Außerdem getestet

Lexar Professional 1000x

Bei der Lexar Professional 1000x handelt es sich um eine SD-Karte nach dem schnellen UHS-II-Standard. Das merken wir im Test vor allem an den extrem hohen sequenziellen Leseraten von 157 MB/s. Nur die teurere UHS-II-Karte von Sony schafft hier noch einmal deutlich mehr. Dafür wartet die Lexar mit einer der schnellsten Lese-Zugriffszeiten im Test auf. Das Schreibtempo ist sehr gut, kommt aber nicht an das des Testsiegers und der Sony-Karte heran. Wer günstiger in den UHS-II-Standard einsteigen möchte, erhält mit der Lexar Professional 1000x eine schnell lesbare SD-Speicherkarte mit sehr guter Gesamtleistung, die 4K problemlos bewältigt.

PNY SDXC Elite Performance

Zu spannenden und schnellen Karten im Test zählt auch die PNY Elite Performance, die beim Schreiben und beim Lesen unter ihren UHS-I-Kollegen ganz weit vorne mit dabei ist, aber bei den Zugriffszeiten patzt. Der Grund, warum wir sie nicht empfehlen, liegt vor allem im zu hohen Preis.

Transcend Ultimate UHS

Mit zur führenden Gruppe in Sachen Schreib- und Lese-Performance gehört auch noch die ältere Transcend Ultimate UHS, hier sind die bei SD-Karten weniger wichtigen Zugriffszeiten aber noch schlechter als bei der PNY Elite Performance. Da lässt sich der höhere Preis gegenüber unserem Test-Favoriten kaum noch rechtfertigen.

Die übrigen getesteten SD-Speicherkarten müssen keineswegs schlecht oder langsam sein, denn das Gesamtniveau der Karten hat sich seit unserem letzten Test erheblich erhöht. Viele SD-Karten sind sowohl von der Leistung als auch vom Preis her näher zusammengerückt. In der Gesamtschau lohnt es sich jedoch nicht, sich näher mit restlichen Karten zu beschäftigen. Die Messwerte und wichtigen Spezifikationen halten wir natürlich trotzdem für Sie bereit.

14
Kommentare

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Yvonne Matzat Onischke
Yvonne Matzat Onischke

Vielen herzlichen Dank für diesen tollen Test 🙂
Das hat mir SEHR geholfen, denn ich schwankte zwischen SanDisk und Lexar, habe für die Videoerstellung aber eine SCHNELLE Karte gesucht.
Die aufgedruckten Werte sehen da bei Lexar ja irreführend höher aus.
Deshalb bin ich froh, Ihren Test hier gefunden zu haben.
Herzliche Grüße, Yoma Art

G.Ehrhardt
G.Ehrhardt

das ist ein super Beitrag ,kompetent und verständlich dargestellt

Thomas
Thomas

Ich schließe mich Herrn Eickelmann an: Auch meinerseits ein großes Kompliment für die sehr verständlich geschriebenen Erklärungen, die gut strukturiert aufbaut sind, tief genug gehen, ohne in ˋfachchinesisch´ auszuatmen und langwierig langweilig werden.
Danke!

Tobi
Tobi

Eine richtige Vergleichstabelle vermisse ich leider. Tabellen-Kopf: Bezeichnung der Karte, Hersteller, Kapazität (GB), Preis, Lese-, Schreibgeschwindigkeit. Dann muß nicht horizontal gescrollt werden, auch +/- nutzt mir persönlich nicht wirklich etwas, ich möchte Zahlen vergleichen. Tabellen lassen sich zudem so darstellen, dass sie nach Spalte sortierbar sind.

Redaktion
Redaktion

Vielen Dank für Ihr Feedback! Wir werden versuchen, Ihre Anregung beim nächsten Redesign umzusetzen.

Gerd H. Leichter
Gerd H. Leichter

Nach Kameramodelwechsel fand ich auf der Suche nach Tests für eine passenden Speicherkarte diesen Beitrag. Ich schließe mich der Bewertung durch Klaus Eickelmann ohne Einschränkungen an. Vorbildlich! Und ebenfalls Hut ab!

Klaus Eickelmann
Klaus Eickelmann

Zum ersten Mal werden die verschiedenen Begriffe für einen Laie wie mich verständlich erklärt und die Kaufoptionen nachvollziehbar dargestellt. Chapeau!

Lorenzo Oschwald
Lorenzo Oschwald

Respekt! Ein Post ohne clickbait! Alle wichtigen Infos stehen in der Überschrift. Jetzt muss ich gar nicht mehr auf den Artikel Klicken

Thomas Herrmann
Thomas Herrmann

Lexar baut keine Karten mehr.

Max Scherer
Max Scherer

Knapp vorbei ist auch daneben!!! Die besten und vor allem schnellsten SD(SDXC) Speicherkarten sind die SONY SF-G64 aber auch die SF-M64,die bei diesem Test aussen vor gelassen wurden. Dies zur Information.

Frank Mikesch
Frank Mikesch

Quelle?

Viktor Nemo Paulus
Viktor Nemo Paulus

Lesen hilft oft…Sie schrieben nicht dass es die schnellste is, sondern die Beste! Und um Beste zu sein, muss auch das zbsp Preis/Leistungsverhältnis stimmen…mag sein dass die Sony schneller is, bringt mir als Fotograf jedoch nichts wenn sie Unsummen kostet im Vergleich zu einer SanDisk, was einen passablen Job macht ☺✌

Gerd H. Leichter
Gerd H. Leichter

Tja, so ist das mit den Sprichwörtern „Knapp daneben etc etc . . .“, wenn man Äpfel mit Birnen verwechselt. Die von Max Scherer erwähnten schnellen Sony Speicherkarten sind SDXC II – Karten. Im Beitrag besprochen wurden die Testergebnisse für SDXC I – Karten. Die SDXC II Lexar-Karte diente lediglich dem Vergleich.