Die beste Smart-Home-Alarmanlage

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Für die Simulation haben wir die Komponenten auf einen Standfuß montiert.
Sebastian Jentsch

Sebastian Jentsch

ist Technik-Journalist und lebt im Umland von Berlin. Als ehemaliger Redaktionsleiter von Notebookjournal und derzeitiger Bereichsleiter Consumer bei Notebookcheck schreibt er seit zehn Jahren über mobile Technik, vor allem Notebooks, Smartphones und Tablets. Seinen Ausgleich holt er sich in Küche und Garten, weshalb Haushaltsprodukte ebenfalls in seinem Fokus stehen.

Die beste Alarmanlage zur Selbstinstallation ist für uns die Abus Smartvest. Die Anlage kann ruckzuck in Betrieb genommen werden und wird dann über die übersichtliche App bzw. via Fernbedienung scharf geschalten oder deaktiviert. Die einzelnen Sensoren bzw. Aktoren sind teilweise von exzellenter Materialqualität. Das Basis-Kit als auch die Komponenten sind etwas teurer als bei der Konkurrenz, dafür verzichtet Abus aber gänzlich auf Abo-Folgekosten.

Update 11. April 2019

Wir haben sechs neue Smart-Home-Alarmanlagen getestet. Unser neuer Testseiger ist die Abus Smartvest. Auch die Blaupunkt QPRO 6600, die Lupus 12112 XT1 Plus und die LGtron LGD8006 konnten eine Empfehlung ergattern.

Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist für viele ein Thema. Trotz allgemein rückläufiger Einbruchzahlen, gibt es in einigen Gegenden eine deutliche Zunahme an Haus- und Wohnungseinbrüchen. Warum also nicht eine heimische Alarmanlage mit Sirene, Bewegungsmelder und Kamera installieren?

Früher waren Alarmanlagen eine sündhaft teure Angelegenheiten, die – vom Elektriker oder Spezialisten installiert – schnell einige tausend Euro kosteten. Auch heute ist man ruckzuck 5.000 Euro los, wenn man ein Einfamilienhaus komplett mit Sensoren und smartem Türschloss ausrüsten möchte.

Mit einer Smart-Home-Lösung ist man mit einigen hundert bis höchstens 2.000 Euro dabei, je nach Umfang und Anzahl der Sensoren und Aktoren. Bei manchen Systemen kommen noch monatliche Kosten von 5 bis 15 Euro dazu.

Wir haben uns 15 Smart-Home-Alarmanlagen genauer angesehen und ausführlich getestet. Soviel vorweg: Profi-Ansprüchen wird keine von ihnen gerecht. Es handelt sich um Do-it-Yourself-Lösungen, die von einem systematisch vorgehenden Einbrecher theoretisch ausgetrickst bzw. deaktiviert werden könnten. Aber die meisten ungebetenen Gäste planen ihren Einbruch nicht wochenlang im Voraus, sondern schlagen spontan zu und sind entsprechend leicht in die Flucht zu schlagen. Außerdem gibt eine scharfgeschaltete Alarmanlage ein Gefühl von Sicherheit, selbst wenn es nie zu einem Einbruch kommt. Und schon allein das ist viel wert.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Abus Smartvest Basis-Set

Die Abus Smartvest bietet viel Komfort bei der Bedienung, eine zügige Einrichtung und teilweise hochwertige Sensoren bzw. Aktoren. Abus behelligt seine Kundschaft nicht mit Abo-Kosten. Es gibt kein Abo-System, auch nicht optional. Smartvest kann im Baukastenprinzip mit weiteren Sensoren und Aktoren, wie Türklingel-Kameras, Außensirene oder Erschütterungsmelder, bestückt werden. Dadurch kann man je nach Anforderung ein übersichtliches oder auch ein komplexes Alarmsystem zusammenstellen.

Solide

Blaupunkt QPRO 6600

Test Smart-Home-Alarmanlage: Blaupunkt QPRO 6600
Blaupunkt bietet solide Komponenten und einfachste Einrichtung mit einer komfortablen App.

Die Blaupunkt QPRO 6600 kommt im Basis-Set mit Keypad und Kamera. Die Kamera im Bewegungsmelder bringt zwar kein Live-Bild aufs Telefon, doch sie macht unbemerkt Schnappschüsse, selbst wenn der Einbrecher die Hauptsicherung herausnimmt. Die Komponenten haben beste Materialqualität, die App ist vorbildlich übersichtlich. Wer ein komplexes System aufbaut, benutzt die mächtige Web-Oberfläche mit vielen detaillierten Settings.

Viele Möglichkeiten

Lupus XT1 Plus

Die Lupus 12112 XT1 Plus bietet mächtige Möglichkeiten, was die Vielfalt an Sensoren und Aktoren angeht. So kann man zum Beispiel Relais oder eine Rollladensteuerung einbinden. Die App ist fast schon überfordert mit so vielen Einstellungen, da ist man mit der detaillierten Web-Oberfläche besser bedient. Lupus geht beim optionalen Abo mit dem Premium-Angebot »Stadtritter« einen Schritt weiter: Die Anlage ruft dann einen örtlich ansässigen Sicherheitsdienst zu Hilfe, der im Alarmfall das Objekt überprüft. Für die Bereitschaft wird eine Abo-Gebühr fällig, für jeden Einsatz kommen weitere Kosten dazu.

Alarm per GSM

LGtron LGD8006

Test Smart-Home-Alarmanlage: LGtron LGD8006
WLAN-unabhängiger GSM-Alarm und viele Sensoren und Aktoren im Zubehör.

Die LGtron LGD8006 hat für wenig Geld zwei Fernbedienungen, einen Bewegungsmelder und einen Tür/Fenster-Kontakt im Karton. So richtig nützlich wird das System aber erst mit dem umfangreichen Zubehör, zum Beispiel Notruf-Buttons, Panikknöpfe oder Gas- bzw. Wassermelder. Das Anlernen gelingt zügig via App. Es gibt die Möglichkeit, Familienmitglieder einzuladen, die per App die Anlage aktivieren oder deaktivieren können. LGtron verkauft ausschließlich Hardware und kein Abo.

Einfach

Gigaset Elements Alarm Kit

Test Smart Home Bewegungsmelder: Gigaset Elements Alarm Kit
Für Überwachungen mit geringerer Komplexität ist die leicht zu installierende Gigaset Elements eine gute Wahl.

Das Gigaset Elements Alarm Kit ist eine Insellösung für alle, die schnell ein übersichtliches Alarmsystem installieren möchten. Gigaset hat keine ausufernde Vielfalt an Sensoren im Angebot, doch die vorhandenen sind solide gebaut und einfach zu installieren. Wärme- (Thermostat) oder auch Rauchmelder hat der Hersteller inzwischen im Angebot, auch Lichtsteuerung mit Philips Hue wird unterstützt. Gigaset Elements ist im Handumdrehen installiert und auch die App ist vorbildlich einfach und übersichtlich gestaltet. All das bekommt man für einen relativ geringen Paketpreis von 240 Euro und günstigen Abo-Gebühren von 10 bis 20 Euro pro Jahr.

Vergleichstabelle

TestsiegerSolideViele MöglichkeitenAlarm per GSMEinfach
Modell Abus Smartvest Basis-Set Blaupunkt QPRO 6600 Lupus XT1 Plus LGtron LGD8006 Gigaset Elements Alarm Kit tapHOME GSM Starterkit A1 Olympia Protect 9761 GSM Alarmsystem 6017 Smartfrog Cam Telekom SmartHome Starter Paket 24M devolo HomeControl Starter Paket Somfy Tahoma D-Link Home Starter Kit Medion Smart Home Starter Set Bosch Smart Home Starter Set AlarmTab GSM LTE 8000-1
Test Smart-Home-Alarmanlage: Abus Smartvest FUAA35001ATest Smart-Home-Alarmanlage: Blaupunkt QPRO 6600Test Smart-Home-Alarmanlage: Lupus 12112 XT1 PlusTest Smart-Home-Alarmanlage: LGtron LGD8006Test Smart Home Bewegungsmelder: Gigaset Elements Alarm KitTest Smart-Home-Alarmanlage: tapHOME GSM Starterkit A1Test Smart-Home-Alarmanlage: Olympia Protect 9761 GSM Alarmsystem 6017Test Smart Home Bewegungsmelder: Smartfrog CamTest Smart Home Bewegungsmelder: Telekom SmartHome Starter Paket 24MTest Smart-Home-System für Sicherheit: devolo HomeControlTest Smart-Home-System für Sicherheit: Somfy TahomaTest Smart-Home-System für Sicherheit: D Link HomeTest Smart-Home-System für Sicherheit: Medion Smart HomeTest Smart-Home-System für Sicherheit: Bosch Smart Home SetTest Smart-Home-Alarmanlage: AlarmTab Alarmanlage GSM LTE 8000-1
Pro
  • Kein Abo nötig
  • Komfortable, übersichtliche App
  • Teilweise exzellente Verarbeitung
  • Beste Materialqualität
  • Aktoren sind automatisch angelernt
  • Web-Interace mit vielen Details
  • Abo-Option mit Wachschutz
  • Mächtiges Web-Interface
  • Extrem viele Sensoren und Aktoren
  • Sicher gegen Fremdzugriff (Port-Freigabe)
  • Schnelle Einrichtung
  • Viele Komponenten verfügbar
  • GSM Alarm energieunabhängig
  • Extrem viele Sensoren und Aktoren
  • Schnell Einsatzbereit
  • Einfacher Batteriewechsel
  • Solide Verarbeitung
  • Einfache App
  • Monats-oder Jahresabo
  • Funktioniert ohne Router/Internet
  • Ohne Cloud-Speicher und ohne Abo
  • Flexibel durch 12-Volt-Betrieb (Option)
  • GSM Alarm energieunabhängig
  • Einsatz ohne App möglich
  • Laute Sirene
  • Schnell einsatzbereit
  • Timeline und Zeitraffer
  • Abo monatlich kündbar
  • Erweiterbar auf Wärme und Licht
  • Fremdhersteller/Funkprotokolle integrierbar
  • eQ-3 Sensoren in Profi-Qualität (Outdoor)
  • Alarmsystem in App vorbereitet
  • Freies Baukastenprinzip
  • Starter-Kit relativ günstig
  • Umfangreiches Sortiment
  • Kein Abo nötig
  • Sehr günstig
  • Viele Komponenten zu angemessenem Preis
  • Relativ flexibel einsetzbar
  • Einige Fremdgeräte sind kompatibel
  • Beste Materialqualität
  • Samsung Tablet als Alarmzentrale
  • Sensoren angelernt ausgeliefert
  • Modifikation bis ins Detail
Contra
  • Basis nicht sicher gegen Sabotage
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Basis nicht sicher gegen Sabotage
  • Account-Anlegen via App unzuverlässig
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Verarbeitung nur ausreichend
  • Nicht vollkommen Sabotage-sicher
  • Mäßige Verarbeitung (Fernbedienung)
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Keine anderen Lösungen außer Philips Hue integrierbar
  • Keine Kamera möglich
  • Nicht erweiterbar auf Wärme und Licht
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Weiterer Mobilfunkvertrag nötig
  • Kaum Sensorenvielfalt
  • Nicht auf Erweiterbarkeit ausgelegt
  • Fehlender Manipulationsschutz
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Nicht erweiterbar auf Wärme und Licht
  • Keine anderen Lösungen integrierbar
  • Im Ausbau hohe Komplexität
  • Längerfristige Abos
  • Zusammenstellen ist komplex
  • Fehlalarme waren häufig
  • Mangelndes Feedback
  • Sehr teuer
  • Komplexe App
  • Nur Netzbetrieb möglich
  • App ist nicht sehr umfangreich
  • Qualitativ nicht so gut wie der Testsieger
  • Insgesamt nicht gut durchdachtes System
  • Relativ teuer
  • App funktioniert nicht zuverlässig
  • Hoher Einarbeitungsaufwand
Bester Preis
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Was Sie über Alarmanlagen wissen müssen

Die offizielle Bezeichnung einer Alarmanlage ist Einbruchmeldeanlage (EMA). Genau das ist ihr Zweck: Sie meldet einen Einbruch, wenn es eigentlich schon zu spät ist, nämlich dann, wenn Fenster oder Türen aufgebrochen sind oder Personen im Gebäude Bewegungsmelder auslösen.

Die Polizei ist kein Freund von Alarmanlagen

Die Polizei ist allerdings kein Freund von Alarmanlagen. Denn selbst installierte Anlagen haben ein hohes Fehlalarmrisiko. Wenn die Beamten anrücken müssen, weil Nachbars Katze den Bewegungsmelder ausgelöst hat, ist schlechte Laune vorprogrammiert. Stattdessen empfiehlt die Polizei, Fenster, Türen und Schlösser gegen Einbruch abzusichern.

Ob eine Alarmanlage Einbrüche wirksam verhindern kann, kommt auf die Umgebung und den Einbrecher an. Der schlecht vorbereitete Einbrecher wird sofort die Flucht ergreifen, wenn draußen in der Garage eine 100-Dezibel-Sirene aufjault. Wenn Sie allerdings durch Fehlalarme ihre Nachbarn schon fünfmal aus dem Bett geholt haben, werden Sie die Sirene gar nicht mehr aktivieren.

In einem typischen Fall erhalten Sie von Ihrem Alarmsystem eine Push-Nachricht oder einen Anruf auf ihr Telefon. Sie erkennen dann in der Ereignisleiste, welche Sensoren ausgelöst haben, zum Beispiel der Bewegungsmelder in der Garage und der Glasbruchmelder am Wohnzimmerfenster.

Wenn diese Indizien noch nicht genügen, werfen Sie einen Live-Blick mit der Überwachungskamera in ihr Wohnzimmer. Wenn sich jetzt jemand am Tresor zu schaffen macht, rufen Sie entweder persönlich die Polizei an oder Sie starten manuell die 100-Dezibel-Sirene im Carport.

Abus Funk-Sirene Smartvest FUSG35000A - wuchtige Sirene mit einer soliden Befestigung
Abus Funksirene Smartvest FUSG35000A – wuchtige Sirene mit einer soliden Befestigung.

Im Worst Case findet der Einbruch auch trotz Alarmanlage statt. Dann haben Sie aber wenigstens Video-Beweismaterial vom Täter. Aus diesem Grund sind Kameras ein essenzieller Bestandteil eines Alarmsystems. Denn was nützt es, wenn Ihnen ein einzelner Bewegungsmelder eine Aktivität vermeldet? Es könnte der Nachbar sein, der in ihrem Auftrag die Blumen gießt oder auch eine Katze, die am Terrassenfenster vorbeistreift. Auf einen bloßen Verdacht werden Sie nicht die Polizei oder einen Nachbarn anrufen.

Übrigens: Ob eine am Haus angebrachte Außensirene abschreckt, weil man entdeckt werden könnte, oder anlockt, weil es wahrscheinlich etwas zu holen gibt, ist umstritten. Fakt ist aber: Viele Versicherer schreiben Einbruchmeldeanlagen vor, wenn hohe Werte zu schützen sind. Das ist in einem gewöhnlichen Einfamilienhaus aber eher selten der Fall.

Alarmanlage Marke Eigenbau: Eine gute Idee?

Alarmanlagen zum Eigeneinbau sind besser als nichts, kommen hinsichtlich Bedienkomfort und Einbruchsicherheit aber nicht an professionelle Alarmanlagen heran. Die Unterschiede zeigen sich vor allem im fehlerfreien Betrieb und beim Bedienkomfort.

Ein Beispiel: Bei der professionellen Anlage müssen Sie sich keine Gedanken machen, wenn Sie die Wohnung betreten. Das System bemerkt an Ihrem Schlüssel, dass Sie der richtige sind und deaktiviert den Alarm. Beim System Marke Eigenbau müssen Sie die Alarmanlage entweder über einen Pincode oder über eine Fernbedienung manuell deaktivieren bzw. aktivieren.

Blaupunkt QPRO 6600: Bewegungsmelder mit Standbild-Kamera und Keypad
Blaupunkt QPRO 6600: Bewegungsmelder mit Standbildkamera und Keypad.

Beim fehlerfreien Betrieb geht es um die Frage: Kann die Anlage sabotiert werden? Die Anlage muss sich nämlich selbst schützen können, etwa durch einen Notstrom-Akku, durch verschlüsselte Datenübertragung oder durch Sabotage-Kontakte an den Bauteilen. Smart-Home-Alarmanlagen bieten mittlerweile zwar auch Notstrom-Akkus an der Zentrale und teilweise Sabotage-Kontakte an den Komponenten und der Basis. Gegenüber professionellen Systemen sind sie aber vor geplant vorgehenden Einbrechern schlecht abgesichert. Selbst unser Testsieger von Abus ist unzureichend gegen Sabotage geschützt und sollte irgendwo versteckt angebracht werden, sodass der Einbrecher vielleicht die Sensoren, nicht aber die Zentrale entdeckt.

Die meisten Einbrüche werden nicht sorgfältig geplant

Aber wie gesagt: Die meisten Einbrüche geschehen nicht geplant, sondern nach dem Motto »Gelegenheit macht Diebe«. Wenn Sie dagegen einen echten Picasso im Wohnzimmer hängen haben, sollten Sie auch mit Profi-Einbrechern rechnen, die bereit sind, Alarmanlagen zu sabotieren.

Teurere Smart-Home-Anlagen – dazu gehören moderne Systeme mit App-Steuerung für iPhone und Android – sind technisch oft nicht schlecht. Wie sicher sie sind, kommt bei ihnen stark auf die konkrete Konfiguration an. Hat der Hersteller ausreichend Vorkehrungen gegen Hacker-Angriffe getroffen? Sind die Sensoren fachgerecht montiert? Ist die sogenannte Zwangsläufigkeit sichergestellt?

Zwangsläufigkeit bedeutet: Die EMA lässt sich nur scharf schalten, wenn Türen und Fenster geschlossen sind, niemand anwesend ist und dass sich gesicherte Bereiche erst nach Entschärfen der Alarmanlage wieder betreten lassen. Dafür wären bereits bei einem Einfamilienhaus zahlreiche Module, etwa elektronisch gesteuerte Zusatzschlösser für Türen nötig – und das für jeden Raum. Oder aber Sensoren, die ein angelehntes von einem verriegelten Fenster unterscheiden können. Wer ein Einsteiger-Kit kauft, kann Zwangsläufigkeit eben nicht sicherstellen, schon deshalb, weil nur ein Bewegungsmelder beiliegt.

Großer Kostenvorteil

Inklusive Einbau kosten professionelle Alarm-Systeme locker mal 5.000 Euro. Für den normalen Eigenheimbesitzer ist das viel zu teuer, er gibt lieber nur 200 bis 1000 Euro für eine Eigenbau-Anlage aus und bastelt sich die Sensoren selbst ans Fenster.

Dafür muss man allerdings auf Komfort verzichten. Die Smart-Home-Anlage muss beim Verlassen des Hauses aktiviert oder beim Betreten deaktiviert werden. Zwar gibt es oftmals Zeitpläne für die automatische Aktivierung bzw. Deaktivierung, doch in der Praxis werden immer unvorhergesehene Ereignisse mit dem Zeitplänen kollidieren, zum Beispiel wenn Sie ungewohnt früh von der Arbeit heimkehren und nicht an die Alarmanlage denken. Dann rasselt die Sirene plötzlich los und Ihr Smartphone wird von Push-Nachrichten geflutet.

LGtron LGD8006: Scharf und unscharf Schalten mit der Fernbedienung oder der App - Sie müssen dran denken!
LGtron LGD8006: Scharf und unscharf Schalten mit der Fernbedienung oder der App.

Doch genau das ist es, worauf Sie sich mit Smart-Home-Alarmsystem einlassen: Sie müssen sich im Normalfall täglich mit Aktivierung und Deaktivierung befassen und Sie müssen mit Fehlalarmen rechnen. Insofern sollten Sie nicht allzu eifrig die Telefonnummern von engen Freunden in die Liste der automatisch zu benachrichtigenden Personen eintragen.

Ruckzuck eingebaut

Das Montieren der einzelnen Bauteile einer Smart-Home-Alarmanlage ist keine große Sache. Mit Schrauben, Dübeln oder Klebe-Pads werden Bewegungsmelder, Kameras oder Tür- bzw. Fensterkontakte montiert. Die Fallstricke lauern in der Planung, denn Laien missachten gerne grundlegende Vorschriften, was die Fehlalarmquote erhöht und im schlimmsten Fall dafür sorgt, dass die scharf gestellte Anlage gar nicht auslöst.

Gute Alarmanlagen-Apps haben deshalb einen Testmodus. Der sorgt dafür, dass die Sirene stumm bleibt, wenn Sie selbst einen Einbrecher simulieren.

Gigaset Elements Fensterkontakt
Gigaset Elements Fensterkontakt.

Die Qual der Wahl: Das passende System

Keine Smart-Home-Alarmanlage funktioniert ohne die passende Zentrale. Wenn Sie auch nur ein kleines Alarmsystem bestehend aus Sirene, Bewegungsmelder und Tür-/Fensterkontakt installieren möchten, müssen Sie diese Komponenten von einem Hersteller kaufen – nebst passender Zentrale.

Es existieren unterschiedliche Funkstandards unter den Anbietern, daher ist ein bunter Austausch verschiedener Geräte unter einer Zentrale nicht die Regel. Eine Ausnahme sind Magenta Home der Telekom oder Bosch Smart Home. Bei ihnen können auch bestimmte Aktoren der Konkurrenz eingesetzt werden, etwa Philips Hue, Osram Lightify oder D-Link.

Vor dem Kauf gut informieren

Es bietet sich daher für den Start an, zuerst nach der besten Alarmanlage zu schauen, denn die Zentrale, für die Sie sich am Anfang entscheiden, legt fest, welche Sensoren und Aktoren Sie in Zukunft kaufen und einsetzen können.

Bei der Planung sollten Sie bedenken: Je mehr Sensoren bzw. Aktoren und ineinander verwobene Verhaltensregeln Sie aufsetzen, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit für Störungen und Fehler. Da kann schnell Frust entstehen.

devolo Web: viele Geräte, komplexe Regeln
Devolo Web: Viele Geräte, komplexe Regeln – wenn am Ende keiner mehr durchblickt, ist nichts gewonnen.

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir: Die Realität ist viel komplexer als das, was man mit übersichtlichen Regeln für Bewegungsmelder, Türkontakt, Kamera und Sirene einstellen kann.

Fangen Sie mit wenigen Komponenten an

Tun Sie sich also einen Gefallen und gehen Sie das Thema Smart-Home-Alarmanlage mit wenigen Geräten und Regeln an. Bauen Sie sich eine Minimal-Alarmanlage, die nur eine einfache Überwachung ausübt. Wenn es gut läuft und die Familie sich daran gewöhnt hat, können Sie sie immer noch erweitern.

Sprachsteuerung mit Alexa & Co.

Amazon Alexa, Apple Home, Google Home, Microsoft Invoke: Alle digitalen Sprachassistenten können nicht nur smarte Thermostate aufdrehen oder das Licht dimmen sondern auch eine Alarmanlage aktivieren oder deaktivieren.

Das Zauberwort heißt »Skills«. Für jeden Aktor oder Sensor müssen die Sprachbefehle in den wichtigsten Sprachen bei den Sprachassistenten definiert werden. Das ist ein formaler Prozess, an dessen Ende ein Bewegungsmelder oder eine Kamera ein Label bekommt »Works with Amazon Alexa«.

 

Auf diesen Zug springen auch die meisten Hersteller von Smart-Home-Alarmanlagen auf, alle unterstützen Alexa, Apple Home oder Google Home bislang aber noch nicht. Auch hier heißt es: Informieren Sie sich genau vorher!

So haben wir getestet

In zwei Testrunden haben wir 15 Systeme verschiedener Hersteller getestet. Wir haben den Test in einem Einfamilienhaus durchgeführt und die Sensoren bzw. Aktoren an Ort und Stelle montiert.

Für das Update im April 2019 haben wir uns aufgrund der Komplexität für einen provisorischen Aufbau und eine Simulation entschieden. Dazu haben wir die Sensoren auf Holzständer geschraubt und dann entsprechend im Flur, im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder am Eingangsbereich aufgestellt. Damit konnten wir die verschiedenen Alarmsysteme im Alltagsablauf parallel ausprobieren und ohne Spuren demontieren.

Für die Simulation haben wir die Komponenten auf einen Standfuß montiert.
Für die Simulation haben wir die Komponenten auf einen Standfuß montiert.

Wir wollten nicht wissen, ob die Sensoren funktionieren. Das erledigen sie alle anstandslos. Bewegungsmelder melden eine Bewegung, Rauchmelder detektieren Rauch und Fensterkontakte zeigen ein geöffnetes Fenster an.

Abus App: Sensoren verwalten
Abus App: Sensoren verwalten.

Viel wichtiger war uns, wie die Aktoren und Sensoren in der App zusammenspielen. Auf welchen Wegen kann ich den Alarm aktivieren oder deaktivieren? Zeigt mir die App übersichtlich den aktuellen Status an? Wie sieht die Zeitleiste aus, welche mir Aktivitäten anzeigt? Wie kann ich bei einem Alarm aus der App heraus reagieren? Kann ich Regeln für automatisierte Abläufe anlegen und kann ich weitere Personen in das System einladen?

Darüber hinaus haben uns aber auch für die Qualität der Hardware interessiert. Während AMG und Blaupunkt auf robuste Kunststoff-Gehäuse setzen, bei denen sogar das Batteriefach verschraubt ist, finden wir bei Olympia oder auch LGtron schmächtigen Kunststoff und Deckelclips, die nicht gerade langlebig wirken.

Im Vergleich: links Blaupunkt, rechts Olympia - Blaupunkt hat das dickere, verschraubte Gehäuse
Im Vergleich: links Blaupunkt, rechts Olympia – Blaupunkt hat das dickere, verschraubte Gehäuse.

Der Umfang an Sensoren und Aktoren war je nach Set sehr unterschiedlich groß: Während Medion in seinem Smart Home Starter Set für Fortgeschrittene gleich mal zwölf Komponenten plus Zentrale schickte, war bei Somfy gerade mal ein Bewegungsmelder und ein Türkontakt dabei. Die Telekom schickte uns sieben Geräte plus Zentrale, darunter einen Wassermelder.

Abus schickte uns neben dem Basis-Set gleich mal eine Außensirene, eine Gegensprechkamera und einen Rauchmelder. Das Ganze kostet in Summe dann auch mal schnell 700 Euro.

Bei Blaupunkt waren ein Bewegungsmelder mit Kamera, ein Keypad und ein Tür/Fenster-Kontakt dabei – in jedem Fall genug, um eine kleine Überwachung zu starten.

Bei TapHome war die Zentrale, eine große Sirene für draußen, ein Bewegungs- und Rauchmelder, das Keypad für die Haustür und ein Schlüsselanhänger dabei. Olympia hat kein separates Keypad, dafür aber eine Fernbedienung, einen Bewegungsmelder und vier Tür/Fenster-Kontakte.

Abus Smartvest FUAA35001A: das Starterset hat einen Bewegungsmelder, eine Fernbedienung, einen Tür/Fenster Kontakt und eine Basis

Testsieger: Abus Smartvest FUAA35001A

Die Abus Smartvest ist für uns die beste Smartphone-Alarmanlage für die meisten. Abus verkauft seine Hardware zwar zu einem etwas höheren Preis, verzichtet dafür aber auf ein Abo-Modell. Die Materialqualität muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Die übersichtliche App hilft im Alarmfall die nächsten Schritte einzuleiten. Unterm Strich ist die Abus Smartvest daher eine nützliche Investition für ein sicheres Heim.

Testsieger

Abus Smartvest Basis-Set

Ruckzuck hatten wir die Abus Smartvest eingerichtet. Nach dem Verbinden der Basis mit dem Router mussten wir nur noch die Abus-App einrichten. Das Anlernen der Geräte funktioniert ebenfalls zügig, allerdings nur wenn man die Vorgehensweise in der Anleitung wirklich genau liest.

Schnelle Einrichtung und einfache Montage

Einmal angelernt können Sie die Sensoren an Ort und Stelle befestigen, entweder an der Haustür, im Flur, an der Decke des Wohnzimmers (Rauchmelder) oder an der Tür zur Terrasse.

Die Basis wird sicherlich keinen Schönheitspreis gewinnen. Im Wohnzimmer will man sie aber ohnehin nicht aufstellen – schon deshalb nicht, weil sie keinen Demontage-Schutz besitzt. Ein Einbrecher könnte die Basis folglich demontieren, so dass sie nicht mehr in der Lage wäre, eine Alarm-Meldung abzusetzen – ein Manko, dass auch die Kollegen von Stiftung Warentest kritisieren.

Wir haben es ausprobiert: Werden bei aktiviertem Alarm Netzstecker und Netzwerk-Kabel gezogen sowie die Batterien herausgenommen, geht zwar die eingebaute Sirene im Falle einer Bewegungsmeldung des Sensors los, doch es gelangt keine Alarm-Meldung mehr aufs Smartphone. Die interne Sirene ist indes nicht besonders laut, unter einer Bettdecke kann das Geräusch leicht gedämpft werden.

Abus Smartvest: dank dieser Batterien arbeitet die Sirene auch bei einem Stromausfall
Abus Smartvest: Dank Batterien arbeitet die Sirene auch bei einem Stromausfall.

Die wuchtige Außensirene gehört nicht zum Basis-Set, ist aber sehr nützlich. Sie ist deutlich lauter als die piepsende, interne Sirene der Basisstation. Die Außensirene hat außerdem einen Demontage-Schutz: Durch den eingebauten Akku jault sie beim Abnehmen von der Wand sofort los.

Abus beachtet in einem eingeschränkten Rahmen das Prinzip der Zwangsläufigkeit. Ein geöffneter Fensterkontakt wird gemeldet, wenn wir die Anlage scharf schalten wollen. Wir können diesen Fehler allerdings ignorieren und dennoch scharfstellen. Eingeschränkt ist die Zwangsläufigkeit durch die geringe Anzahl an Sensoren im Haus. Beim Verlassen des Gebäudes kann die Anlage nicht prüfen, ob sich in irgendeinem Zimmer noch eine Person befindet.

Stabilität und Wertigkeit

Die Komponenten der Abus Smartvest haben einerseits eine gerade noch brauchbare und teilweise sogar exzellente Materialqualität. So hat uns die Fernbedienung, die im Basis-Set inkludiert ist, weniger gut gefallen, denn die kleine Knopfzellen-Batterie wird seitlich in die Fernbedienung geschoben. Sie könnte bei grobem Umgang herausfallen.

Während der Bewegungsmelder dann auch noch mit einer etwas wackeligen Wandkonstruktion daherkommt, schaut es bei der Außensirene und der Türklingel mit Kamera komplett anders aus: Sie bestehen aus einem soliden und durchdacht konstruierten Kunststoffgehäuse. Die Türklingel wird von innen an die Wand geschraubt und mit einer Frontplatte abgedeckt.

Abus Video Türsprechanlage PPIC35520 - sehr hochwertige Verarbeitung, die Linse ist manuell justierbar
Abus Video Türsprechanlage PPIC35520 – sehr hochwertige Verarbeitung, die Linse ist manuell justierbar.

Komfortable App

Es sind die App und die Fernbedienung, über die wir im Alltag mit der Alarmanlage kommunizieren. Die kleine Fernbedienung am Schlüsselbund ist natürlich praktischer für die Aktivierung und Deaktivierung als immer wieder das Telefon aus der Tasche zu kramen. Die Fernbedienung hat im Übrigen auch eine Taste, mit der die angeschlossenen Kameras eine Aufnahme starten.

Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und farblich dezent gehalten. Der Startbildschirm zeigt nur einen Schieber für Aktivierung und Deaktivierung sowie die Panik- und die Aufnahmetaste. Die anderen Übersichten in der App erreichen Sie durch Wischen nach links oder rechts. Dort geht es um Hotkeys, Räume, Kameras (Live Video), Kontakte (Notruf, Polizei, Nachbarn) und natürlich um die Ereignisse.

 

 

 

Die Abus-Anlage erweist sich als ein schnell eingerichtetes und nützliches System, das uns über die Ereignisse im Heim informiert, sofern wir das wünschen. Die App ist einfacher gestaltet als bei den anderen Systemen. Wir stolpern hier nicht über irgendwelche Einstellungen, sondern sehen nur das, worauf es ankommt: Im Alarmfall können wir mit einem Wisch die angelegten Kontakte aufrufen und die Polizei oder auch einen Nachbarn anrufen.

Abus App: man kann sich beliebig viele Notruf-Kontakte anlegen
Abus App: Man kann sich beliebig viele Notrufkontakte anlegen.

Wir konnten aus der Ferne einen Paketboten zum Hinterlegen einer Sendung auffordern (Video Türsprechanlage) und die Tür-/Fensterkontakte erinnerten uns beim Verlassen des Hauses an gekippte Fenster.

Nachteile?

Die Basis besitzt keinen Diebstahlschutz, die Sensoren hingegen schon. Wenn der ungebetene Gast also versucht, den Bewegungsmelder zu demontieren, löst das einen Alarm aus. Die Basis kann das leider nicht, der Einbrecher kann sie ungestört vom Netzwerk und vom Strom trennen. Das ist sicherlich der Grund, warum die Anlage keine Vds-Zertifizierung hat.

Der Einbau von Sicherungstechnik kann nämlich staatlich gefördert werden. Seit 2014 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen bestehender KfW-Produkte (Barriere Reduzierung oder energetischen Sanierung) auch bauliche Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden. Allerdings nur für Systeme mit VDs Zertifikat.

Die Basisausstattung ist schmal bemessen, fürs Geld gibt es nur je einen Bewegungs- und Öffnungsmelder sowie eine Fernbedienung. Die Einrichtung erfolgt ausschließlich per App. Abus bietet kein Portal mit einer entsprechenden Web-Oberfläche. Die mitgelieferte Funkfernbedienung hat eine geringe Reichweite, wir mussten direkt vor die Tür, um den Alarm zu deaktivieren. Wer die Anlage scharf schalten möchte, wenn er schon im Auto sitzt, muss die App bemühen oder eben noch mal raus.

Eine feine Sache wäre eine alternative Internet-Anbindung über das Mobilfunknetz mittels GSM-Modul und SIM-Karte. Andere Hersteller zeigen, wie das geht – zumindest als optionale Zusatzfunktion.

Der Batteriebetrieb ist ein systembedingter Nachteil, der für fast alle Smart-Home-Lösungen gilt. Netzbetrieben sind immer nur die Sirenen, die Zentralen, die Zwischenstecker und die Kameras.

Abus Smartvest im Testspiegel

Die Meinungen unterschiedlicher Testmedien und Experten zum Thema Abus Smartvest gehen auseinander. Das hängt ganz erheblich vom Anspruch an ein Funk-Alarmsystem ab. Recherchen in verschiedenen Testberichten zeigen, dass alle Do-it-Yourself-Alarmanlagen kritisch beäugt werden – nicht nur von Testmedien, sondern auch von der Polizei aufgrund ihres hohen Fehlalarmrisikos).

Das ETM Testmagazin vergab in einem Test von elf Funk-Alarmanlagen ein Sehr Gut, wobei dieses Urteil nur zweimal vergeben wurde (Heft 10/2018, Basis Set FUAA35001A).

Die Zeitschrift Digital Home urteilte ebenfalls mit sehr gut und lobte die schnelle Einrichtung sowie die zuverlässige Überwachung (Ausgabe Juni/Juli/August 2018).

Die Stiftung Warentest urteilte »akzeptabel« (Befriedigend 3,1), allerdings war dies das beste Ergebnis unter den Alarmanlagen zum Selbsteinbau.

»Die einzige akzeptable Alarmanlage im Test ist die befriedigende Abus Smartvest Funk-Alarm­anlage. Ihre Zentrale ist zwar unzureichend vor Sabotage geschützt, aber mithilfe unserer Hinweise im Kommentar (Testergebnisse, Test­kommentar am Einzel­produkt) lässt sich das Risiko verringern.«

Die Kollegen von Techstage loben die komfortable App, die schnelle Einrichtung und die Hochwertigkeit der Komponenten.

»Abus hat bei der Smartvest verdammt viel richtig gemacht. Das gilt vor allem für App, Einrichtung und Internet-Anbindung. Gerade einmal 75 Minuten haben wir gebraucht, um die Anlage samt Kamera, Bewegungs- und Öffnungssensor, Alarmsirene und Fernbedienung in Betrieb zu nehmen. Die Erreichbarkeit über das Internet ist sofort gegeben, eine umständliche Registrierung beim Anbieter oder gar ein kostenpflichtiges Cloud-Abo ist nicht nötig. Die Integration der Überwachungskameras ist vorbildlich gelöst, die Push-Mitteilung bei Alarm ausführlich, die Sirene ist laut und Pufferbatterien stützen das System für alle Lagen.«

Sollten wir weitere Tests der Abus Smartvest finden, tragen wir sie hier nach.

Alternativen

Auch wenn für uns das System von Abus das beste Smart-Home-Alarmsystem ist, gibt es gute Alternativen. Hinsichtlich Funktion, Bedienung und Komfort sind die Unterschiede zwischen unseren Empfehlungen gering.

Solide

Blaupunkt QPRO 6600

Test Smart-Home-Alarmanlage: Blaupunkt QPRO 6600
Blaupunkt bietet solide Komponenten und einfachste Einrichtung mit einer komfortablen App.

Die Blaupunkt QPRO 6600 bringt einen Tür/Fenster-Kontakt, ein Keypad sowie einen Bewegungsmelder mit integrierter Kamera mit. Letzterer ist batteriebetrieben, weshalb die Kamera keine Live-Videos, sondern nur einzelne Fotos aufnehmen kann.

Foto des Blaupunkt-Bewegungsmelders, geringe Qualität 640x480
Foto des Blaupunkt-Bewegungsmelders: geringe Qualität 640×480.

Im Alarmfall werden diese Fotos per E-Mail geschickt. Die Kamera ist also nur eingeschränkt dazu geeignet, um im Haus mal eben nach dem Rechten zu sehen.

Sehr gut gefällt uns das Keypad, das man neben der Haustür anbringt, um die Alarmanlage scharf zu schalten oder zu deaktivieren. Ein solches Ziffernfeld vor Ort ist unter Umständen besser als eine Fernbedienung, die jeder Hausbewohner mitführen muss. Die Konkurrenten liefern eine oder höchstens zwei Fernbedienungen mit, damit kann in den meisten Fällen nicht die ganze Familie ausgerüstet werden, der Besitzer müsste nachkaufen.

Mittels eines eingebauten Notstromakkus ist die Blaupunkt energieunabhängig. Eine Meldung ans Smartphone kann die Anlage aber nur absetzen, wenn der Router weiterhin funktioniert und das Netzwerkkabel steckt.

Wir haben es ausprobiert und Netzteil und Netzwerkkabel entfernt. Die Sensoren lösen in der Folge natürlich aus und auch die integrierte Sirene schlägt an, aber es gelangt keine Meldung mehr aufs Handy. Das optionale GSM-Modul könnte hier Abhilfe schaffen, allerdings kann das der Einbrecher aus dem USB-Port ziehen.

Der Sabotage-Kontakt an der Basis ist auch nicht das Gelbe vom Ei: Wenn der Einbrecher die Basis samt Befestigungsplatte aus der Wand reißt, wird der Kontakt nicht ausgelöst.

Blaupunkt setzt auf sehr robuste Konstruktionen
Blaupunkt setzt auf sehr robuste Konstruktionen.

Sowohl bei der Basis, als auch bei den Komponenten fährt Blaupunkt die beste Materialqualität auf: Der Bewegungsmelder mit der Kamera ist sehr solide konstruiert, dass Keypad ebenso. Der Tür-/Fensterkontakt hat ein verschraubtes Akkufach und besteht aus dickem Kunststoff. Wir betonen das, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Hardware in soliden, alltagstauglichen Gehäusen verpackt ist. Besonders komfortabel: Die mitgelieferten Sensoren sind automatisch angelernt, d. h. Akku einlegen, montieren und schon kann es losgehen.

Zur Administration oder auch zur täglichen Bedienung kann entweder die App oder eine Web-Oberfläche genutzt werden. Die Web-Oberfläche empfehlen wir für die Administration, also die Alarm-Einstellungen und das Aufsetzen von Szenarien, Räumen, Gruppen und Automation. Letztere Punkte werden dann relevant, wenn man die Blaupunkt um eine größere Menge von Sensoren und Aktoren ergänzt.

Das Abo ist bei Blaupunkt optional: Im zwölf Monate gültigen Premiumangebot ruft ein Alarm-Call-Center drei von Ihnen hinterlegte Rufnummern an. Weiterhin können angeschlossene Kameras bis zu 50 Videos im Cloud-Speicher ablegen. Sie können das Ganze für einen Monat kostenlos testen.

Blaupunkt bietet zahlreiche hauseigene Sensoren und Aktoren an, darunter Rollläden-Steuerung, ein GSM-Modul (energieunabhängig Push-Nachrichten verschicken), Thermostate, Außensirene, Fernbedienung oder auch einen Feuchtigkeitssensor.

Ein Nachteil soll nicht unerwähnt bleiben: Die App stürzte reproduzierbar beim Anlegen eines neuen Accounts ab. Wir mussten uns via Web-Oberfläche einen Account anlegen, mit dem wir dann auch die App betreten konnten.

Viele Möglichkeiten

Lupus XT1 Plus

Die Lupus XT1 Plus bietet mächtige Möglichkeiten, hat allerdings auch Schwachstellen, die man kennen sollte.

Für die Lupus spricht ihre Reaktionsschnelligkeit, ihr mächtiges Web-Interface und das zügige Anlernen der Komponenten. Das Lupus Basis-Set konnten wir daher schnell einrichten. Die große Menge an Sensoren und Aktoren, darunter Kameras, Tag-Reader, Relais oder Rolllädensteuerungen erlauben jedes denkbare Szenario.

Die Zentrale verfügt über ein Notstromagregat, welches die Funktionalität bis zu 21 Stunden nach dem Entfernen sämtlicher Stromzufuhren komplett aufrecht erhält. Die Basis hat zwar Sabotage-Kontakte, doch wenn der Einbrecher sie nicht von der Wand abnimmt, nützen sie wenig. Allerdings bietet das System eine 256-Bit-TLS- Datenverbindung, Jamming-Erkennung sowie ein Rolling-Code-Verfahren, welche die Anlage vor unerlaubtem Zugriff schützen.

Die Oberfläche der App richtet sich unserer Meinung nach eher an die Bastlerfraktion. Sie ist vergleichsweise unübersichtlich und hält jede Menge Optionen bereit, zum Beispiel vier Schaltflächen für unterschiedliche Scharf-Zustände und weitere vier für unterschiedliche Entschärft-Zustände. Das ist zwar für den nützlich, der sich ein komplexes System mit 20 Sensoren aufbaut, für die meisten Nutzer ist das aber viel zu unübersichtlich.

Lupus bietet eine spezielle Abo-Option in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst Stadtritter. Für 20 bzw. 40 Euro pro Monat überwacht deren Einsatzzentrale das Gebäude rund um die Uhr. Im Alarmfall werden dann die wichtigsten fünf Telefonnummern angerufen, um dann über die Entsendung von Hilfskräften (Polizei, Notarzt, Feuerwehr) zu entscheiden. Im Premium-Tarif für 40 Euro werden auch die eigenen mobilen Einsatzkräfte losgeschickt.

Alarm per GSM

LGtron LGD8006

Test Smart-Home-Alarmanlage: LGtron LGD8006
WLAN-unabhängiger GSM-Alarm und viele Sensoren und Aktoren im Zubehör.

LGtron hat mit dem Einsteiger-Set LGD8006 ein Paket mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis geschnürt, zumal die Sabotage-Sicherheit besser ist als bei Abus, Blaupunkt oder Lupus. Es gibt keine Abo-Optionen. Alarm-Videos werden lokal auf der SD-Karte in der Basis abgelegt.

Die LGtron hat einen Sabotage-Kontakt, der bei einem an der Wand montierten Gerät auch ausgelöst wird, sollte es der Einbrecher abnehmen. So erhalten Sie eine Push-Nachricht über den Sabotage-Akt. Sollte es dem Einbrecher jedoch gelingen, das Gerät samt Halteplatte abzunehmen, dann könnte er einfach das Funkmodul abschalten und schon sendet Ihre Anlage nichts mehr aus dem Haus.

LGtron: Slot für Sim- als auch für SD-Karte
LGtron: Slot für Sim- als auch für SD-Karte.

So richtig sicher wird LGtron mit aktivierter SIM-Karte. Mittels Notstromakku kann das Gerät dann bei Demontage oder Stromausfall weiterhin Alarm-Meldungen verschicken. Das könnten zum Beispiel SMS an Ihr Handy sein, aber die Anlage kann Sie auch anrufen. Sie können die LGtron auch ganz ohne WLAN betreiben, dann ist eine SIM-Karte natürlich ein Muss.

Im Paket sind ein Bewegungsmelder, zwei Fernbedienungen für den Schlüsselbund sowie ein Tür-/Fensterkontakt enthalten. Die Verarbeitungsqualität ist leider nur ausreichend, der Bewegungsmelder wirkt in seiner Verankerung nicht besonders solide und die Fernbedienung sollte vielleicht nicht zu oft auf harte Fliesen fallen.

Die Einrichtung und das Anlernen funktioniert erfreulich zügig via App. Es gibt keine alternative Web-Oberfläche. Das Prinzip der Zwangsläufigkeit können Sie auf Wunsch beachten: Sie können selbst entscheiden, ob die Scharfschaltung ausgeführt wird, wenn noch ein Fenster geöffnet ist.

Die App bietet die Möglichkeit, Familienmitglieder einzuladen. Tochter und Frau können dann mittels App ebenfalls die Kamera sichten oder die Anlage scharf schalten. In die Einstellungen können sie aber nicht.

LGtron bietet jede Menge Zubehör, darunter auch Alarm-Panel, Panikknöpfe, Notruf-Buttons, Gasmelder und anderes. Bis zu 20 Fernbedienungen können mit einer Anlage sprechen.

Einfach

Gigaset Elements Alarm Kit

Test Smart Home Bewegungsmelder: Gigaset Elements Alarm Kit
Für Überwachungen mit geringerer Komplexität ist die leicht zu installierende Gigaset Elements eine gute Wahl.

Leicht zu installieren, einfach zu bedienen und zuverlässig, diesem Anspruch wird Gigaset Elements Alarm Kit gerecht und deswegen war es auch lange Zeit unser Testsieger. Elements hat den Thron aber abgeben müssen, weil es eine Insel-Lösung ist, die nur in eingeschränktem Maße ausbaufähig ist.

Gigaset bleibt mit seinen Sensoren unter sich, lediglich die Lichtsteuerung mit Philipps Hue ist möglich. Gigaset Elements ist nicht für Vielfalt bekannt, solche Sensoren wie Erschütterung, Rollladensteuerung oder Temperatur und Feuchtigkeit gibt es einfach nicht. Immerhin hat der Hersteller inzwischen ein Heizkörperthermostat ins Programm aufgenommen.

Gigaset will eben keine Allround-Lösung für alles und jeden Einsatzzweck sein. Das hat den Vorteil: Bei Installation und Bedienung ist das System weniger komplex. Der Nachteil ist, dass man es eben nicht in der Vielfalt sondern nur in der Menge an Sensoren erweitern kann.

Gigaset Elements App: Fenster und Türen sind geschlossen.
Gigaset Elements App: Fenster und Türen sind geschlossen.

Gigaset Elements kann innerhalb des Themas Sicherheit vielseitig eingesetzt werden. Smart-Home-Sensoren (Bewegung, Rauch etc.) und Aktoren (Sirene, Taster etc.) sind beliebig kombinierbar, wodurch eine individuelle Sicherheitslösung für kleines Budget entsteht.

Zweiter Unterschied ist der DECT-Funkstandard, bekannt durch schnurlose Telefone: Gigaset ist der einzige Anbieter, der sein Smart-Home über DECT-ULE (Ultra Low Energy) funken lässt. Der Nachteil: Fremdgeräte sind nicht integrierbar.

Außerdem handelt es sich bei Gigaset um ein cloudbasiertes System – die Logfiles und vor allem die Aufzeichnungen der Kamera werden auf dem Gigaset-Server abgelegt. Das kann man mögen oder nicht. Wer Videos oder Fotos bei einem Alarm, einer Bewegung oder beim nach Hause kommen aufzeichnen will, muss für jährlich 10 bis 20 Euro ein Abo dazubuchen.

Mit diesem Abo erhöht sich auch die Speicherzeit auf dem Server. Ohne Abo liegt diese bei nur zwei Tagen und eine Aufzeichnung bei einem Alarm ist gar nicht möglich. Wer Gigaset Elements effizient betreiben will, kommt um das Abo nicht herum.

Die Gigaset-App zeigt das, worauf es beim Thema Sicherheit ankommt: »All is good.« steht dort, nachdem wir Bewegungs-, Fenster- und Türsensor sowie Schalter, Sirene und Kamera installiert hatten. Die einfach aufgebaute App verzichtet auf Komplexität, spielt dafür aber ihre Stärken beim Thema Sicherheit voll aus.

Außerdem getestet

Keine Empfehlung können wir für diese Systeme geben. Sie sind entweder für die meisten Anwender zu komplex oder es handelt sich um Allround-SmartHome-Lösungen, die nicht für das Thema Sicherheit optimiert sind. Oder aber es handelt sich um eingeschränkte Insellösungen, die etwa im Wohnwagen oder auf dem Boot zum Einsatz kommen könnten (tapHOME, Olympia).

Telekom SmartHome Starter Paket 24M

Die Telekom setzt auf eine systemoffene Allround-Lösung, bei der Sie Sicherheit, Lichtsteuerung, Entertainment und Wärme unter einem Dach parken können. Für eine schnelle Setup-and-Forget-Sicherheitslösung eignet sich Magenta Smarthome aber nur bedingt. Das Aufsetzen eines Alarmsystems ist automatisiert. Unsere DIY-Magenta-Alarmanlage mit Sirene, Bewegungsmelder, Kamera, Wassermelder und Türkontakt konnten wir ruckzuck in Betrieb nehmen. Die App sorgt im Falle eines Alarms für eine markante Benachrichtigung mit Alarm-Sound, Hinweis am Bildschirm und Vibration. Für alles andere muss man sich aber durch Regeln und Szenarien klicken, was mit steigender Komplexität schnell überfordert. Bleiben Sie beim Thema Sicherheit lieber bei einer spezialisierten Lösung und verzichten Sie auf die Vermischung mit Licht und Wärmesteuerung.

Neben dem Funkprotokoll ZigBee werden auch die Standards Bluetooth Low Energy, DECT ULE, HomeMatic und HomeMatic IP unterstützt. Dadurch ist die Auswahl an Herstellern groß: Telekom-Partner wie Qivicon bzw. eQ-3 HomeMatic stehen natürlich an erster Stelle, dann folgen Philips Hue, Osram Lightify, Bosch oder D-Link.

tapHOME GSM Starterkit A1

Was tun, wenn der Strom ausfällt und die Internetverbindung gekappt wird? Wie schütze ich Wohnmobil, Hausboot oder Bungalow? Hier kommt tapHOME ins Spiel, allerdings ohne Kamerabaustein. Das Alarm-Kit mit der mächtigen Outdoor-Sirene kann mit zwölf Volt unabhängig vom Stromnetz per WiFi betrieben werden. Via GSM-Signal (Mobilfunk) schickt Ihnen die Anlage Nachrichten. Diese Mobilfunkkosten sind dann die einzigen laufenden Kosten der Anlage. Zum einfachen Scharfschalten gibt es zwei Fernbedienungen für den Schlüsselbund und auch einen Zahlenblock, der neben die Tür geklebt wird. Die Fernbedienungen haben zudem einen Panik-Button, damit können sich daheimgebliebene Familienmitglieder bemerkbar machen.

AlarmTab GSM LTE 8000-1

Alarmtab von AMG bietet höchste Flexibilität, aber eben auch Komplexität und Einarbeitungsaufwand. Das System wird mit einem Samsung-Tablet ausgeliefert, darauf ist die Alarmtab-Software installiert. Das Tablet sorgt dann auch gleichzeitig bei Stromausfall für einen GSM-Alarm. Die Anlage ruft im Alarmfall auch gleich mal den Besitzer an.

Die Sensoren und Aktoren sind nicht schön, doch der schlagfeste, dicke Kunststoff und die mit Schrauben fixierten Batterie-Fächer gefallen uns. Die Sensoren werden standardmäßig angelernt ausgeliefert.

Beim Zubehör gibt es jede Menge Vielfalt zum Beispiel Glasbruch und BTS-Sensoren. Bei Letzteren handelt es sich um flexible Sensoren, die beispielsweise mit einem offenen Kabel geschaltet werden. Damit kann sich der Nutzer seine eigenen Auslöser zurechtbasteln. Bastler sind dann auch die Zielgruppe von Alarmtab, der die Bedienung der App und der Sensoren fordert viel Zeit und ist alles andere als intuitiv.

Olympia Protect 9761 GSM Alarmsystem 6017

Das Olympia Protect Alarmsystem ist eine Insellösung mit GSM-Modul und integrierter SIM-Karte (funktioniert bei Stromausfall). Per App oder SMS werden Sie im Alarmfall benachrichtigt. Die Bedienung erfolgt überwiegend über die Tasten der Zentrale, die App dient der Scharfschaltung und sie zeigt die angeschlossenen Sensoren übersichtlich an.

Wenn Sie einen rudimentären Ansatz ohne Smartphone-Zwang suchen, sind Sie bei Olympia Protect richtig. Damit ein Einbrecher die Basis nicht entdeckt, sollten Sie deren Sirene vielleicht verzögert einstellen oder abstellen. Mit der Reinhör-Funktion können Sie nämlich im Alarmfall einfach mal horchen, was gerade passiert, um dann manuell die Sirene zu starten.

Smartfrog ist eine simple Lösung, die aus nur einer Kamera besteht: Sie ist Überwachungskamera (Tag/Nacht), Babyphone und Cloud-Videospeicher in Einem. Für monatliche Abogebühren ab sechs Euro oder alternativ eine Einmalzahlung von 90 Euro holen Sie sich eine Mini-Alarmanlage ins Haus. Smartfrog erkennt Bewegungen und Geräusche, kann bei Nacht sehen und hat Mikrofon und Lautsprecher integriert. An Smartfrog hat uns die simple Installation und die zeitsparende Steuerung in der App und im Browser gefallen.

Smartfrog ist nur für den Inneneinsatz gedacht, die Kamera kann an die Wand geschraubt oder mit dem schweren Standfuß auf den Wohnzimmerschrank gestellt werden. Sowohl die Abdeckung, als auch die Möglichkeiten der Überwachung sind mit Smartfrog stark eingeschränkt, weil es keine weiteren Sensoren oder Aktoren gibt. Was als Lösung zur Überwachung eines Kinderzimmers oder auch z.B. eines Tanzsaals ausreicht, ist für die umfassende Überwachung eines Einfamilienhauses aber zu wenig.

devolo HomeControl Starter Paket

Devolos HomeControl verbrachte die längste Zeit beim Tester, ganze zwei Jahre. Gute Erfahrungen mit dem System konnten wir dabei nicht machen, was weniger an den einzelnen Sensoren/Aktoren lag, sondern vielmehr an der Komplexität des Systems.

Devolo verkauft ein offenes Baukastenprinzip, aber auch Kits für bestimmte Anwendungszwecke. Dahingehend sind App und Web-Oberfläche konzipiert: Von Null startend kann sich der Anwender Regeln erstellen und diese zu Szenarien zusammenfassen. Wer sich auf dieser Basis mit Bewegungsmeldern, Sirenen, Türkontakten und Schlüsselanhänger-Fernbedienung eine Alarmanlage zusammenstellen will, wird mit etwas Trial-And-Error-Erfahrung und Durchhaltevermögen auch zum Ziel kommen.

Das ganze Devolo-Set.
Das komplette Devolo-Set.

In unserem Fall stand leider der Frustfaktor an erster Stelle. Zuerst klappte das Anlernen diverser Sensoren nicht. Später häuften sich Fehlalarme von Bewegungs- oder auch Wassersensor. Der im Haus angebrachte Taster hatte eine zu geringe Reichweite (Z-Wave), das Signal schaffte es nicht bis zur Garage.

Weiterhin mangelte es uns an Feedback: Ein Druck auf das oberste Knöpfchen der Schlüsselbund-Fernbedienung schaltet die Alarmregel scharf. Schön und gut, aber kein fröhliches Piepen der Sirene meldet diese Statusänderung an den Nutzer. Ist sie nun an oder nicht? Wenn wir deshalb ständig auf die Weboberfläche schauen müssen, um uns zu vergewissern, ist der Frust mit der Alarmanlage vorprogrammiert.

Unter der Marke Tahoma steht eine extrem umfangreiche Smart-Home-Lösung zur Verfügung, die von der Fensterlädensteuerung über Licht und Sicherheit bis hin zu Komfort und Heizung alles Erdenkliche abdecken kann. Das birgt viel Potenzial für umfassende Installationen, die nicht nur den Bereich Sicherheit abdecken. Tahoma ist allerdings sehr teuer.

Somfy Tahoma Web: schnell geht der Überblick verloren
Somfy Tahoma Web: Schnell geht der Überblick verloren.

Aktuell ist der Hersteller auf dem Weg, Produkte für den Do-it-Yourself-Markt auf den Weg zu bringen. Dann kann die Steuerung der Jalousien locker mit einem Alarmsystem als Sirene, Türkontakt, Bewegungsmelder und Kamera verknüpft werden. Allerdings bringt das einen Grad an Komplexität, der in App und Web-Oberfläche sichtbar wird. 1-2-3 Klick und Go? Mitnichten, wir wussten nicht so richtig, was wir mit der komplexen App anfangen sollen.

D-Link fährt mit IP-Sensoren einen simplen Ansatz: Nutzer brauchen weder eine spezielle Zentrale noch ein Bezahl-Abo für die Cloud-Speicherung der Alarm-Videos. Deshalb ist D-Link fast schon ein Spar-Tipp: Den Home Wi-Fi Motion Sensor DCH-S150 beispielsweise gibt es schon ab 29 Euro (Variante S150/E). Sie brauchen nur noch ihren heimischen Router und ihr Smartphone.

Der D-Link Bewegungsmelder kommt einfach in die Steckdose und braucht keine Batterien, das lästige regelmäßige Wechseln entfällt. In Kombination mit der ebenfalls steckdosenbetriebenen Sirene und der Kamera hätten sie günstig ein einfaches Alarm-System installiert, oder nicht?

Empfehlenswert finden wir D-Links IP-Geräte nicht: Durch die Abhängigkeit von der Steckdose ist die Flexibilität stark eingegrenzt. Schwerwiegender war für uns aber: Die App hat für ein Alarmsystem wenig auf dem Kasten, eine brauchbare Timeline der Aufzeichnungen gibt es nicht, ganz zu schweigen von Zeitrafferfunktionen.

Weiterer Nachteil: D-Links IP-Ansatz ohne Zentrale ist nicht auf Wärme und Licht erweiterbar. Schon wenn Sie den D-Link Rauchmelder haben möchten, müssen sie den Z-Wave basierten D-Link Hub kaufen.

Medion Smart Home Starter Set

Medion schickte uns das Starter Set P85755 (MD 90755): Für 350 Euro gibt es elf Bauteile, vom Bewegungs- und Rauchmelder über einen Erschütterungssensor bis hin zu vier Tür- und Fensterkontakten. Bis auf Kamera und Leuchte werden alle Sensoren und Aktoren mit Batterien betrieben und sind somit flexibel einsetzbar. Die Medion-Sensoren sind nicht so hochwertig gebaut. Die Komponenten des Sets für Fortgeschrittene funktionieren bis auf die Tür-/Fensterkontakte problemlos. Letztere fallen durch ihre flexible aber wackelige Klettbandbefestigung aus der Rolle. Zudem ließen sich zwei der Sensoren nicht korrekt einrichten. Im Gesamtblick über alle Komponenten wirkt das Medion-Set lieblos zusammengestellt und nicht bis ins Detail durchdacht.

Bosch Smart Home Starter Set

Bosch schickte uns seinen Smart Home Controller, eine Zentrale nebst Funksteckdose und einen Schließ-/Öffnungssensor. Ein Bewegungsmelder war gar nicht dabei, wohl hat der Anbieter aber einen solchen im Angebot. Der soll mit Algorithmus zur Bewegungserkennung sogar zwischen Kleintieren, Hausbewohnern und Einbrechern unterscheiden können. Das soll Fehlalarme vermeiden. Schade, das hätten wir uns gerne angesehen.

Bosch App: Aktualisierung notwendig - Es ist kein Update verfügbar
Bosch App: Aktualisierung notwendig – es ist kein Update verfügbar.

Bosch setzt auf Funkbus (2,4 Gigahertz) und schließt Fremdgeräte nicht komplett aus. Phillips Hue ist beispielsweise ansteuerbar. Der Hersteller selbst hat jede Menge Sensoren im Angebot, etwa Außenkamera, Zwischenstecker, Rauchmelder oder Heizkörperthermostate. Preislich ist Bosch erhöht angesiedelt. Der Bewegungsmelder allein kostet circa 70 Euro.

Mit der Bosch-App vermochten wir uns nicht anzufreunden, wir konnten sie schlichtweg nicht starten. »Es ist ein Update notwendig.« stand dort, gleich um im nächsten Schritt zu bemerken, es stünden keine Updates zur Verfügung.

Hinzu kam ein Schließ-/Öffnungssensor, der sich einfach nicht an der Zentrale anlernen ließ. Kein gutes Look & Feel für Bosch, da können wir weder eine fundierte Empfehlung noch eine Warnung aussprechen.

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Kommentare

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Michael Mehnert
Michael Mehnert

wenig objektiver Test, eine Bewertung der Datensicherheit, sowie ein aktueller Stand der angebotenen Produkte wären wohl Mindestanforderung an einen solchen Vergleich.