Die beste smarte Waage

Test smarte Waagen – Testsieger Runtastic Libra
  • Test: smarte Personenwaage – Testsieger Runtastic Libra
  • Test smarte Waagen – Testsieger Runtastic Libra

Die Runtastic Libra ist die beste smarte Waage im Test. Sie ermittelt Gewicht und Körperfettanteil verlässlich und in Verbindung mit der Smartphone-App liefert sie viele nützliche Informationen über den Zustand des eigenen Körpers.

Update 9. März 2017

Der Test wurde überprüft und mit neuen Produkten aktualisiert.

Der Trend zur Selbstvermessung hat auch die gute alte Personenwaage erfasst. Die stand ja gewissermaßen am Anfang dieser Bewegung – damals natürlich noch voll analog.

Aber jeden Tag einfach nur das Gewicht zu messen ist wenig aussagekräftig. Interessanter ist es, die Daten zu sammeln, über einen längeren Zeitraum zu beobachten und ansprechend zu visualisieren.

Hier kommen smarte Waagen ins Spiel, die sich automatisch mit dem Smartphone verbinden und alle Werte aufzeichnen. Und zwar nicht nur für eine Person, sondern am besten gleich für die ganze Familie.

Aber das Gewicht ist nur ein Aspekt, den smarte Waagen messen können. Denn es macht einen großen Unterschied, ob das Körperwicht zu großen Teilen aus Muskeln oder aus Fett besteht. Der reine Body-Maß-Index (BMI) hilft da nicht weiter. Denn wer viel Muskeln und wenig Fett hat, kommt dennoch auf einen hohen BMI – ist aber keineswegs übergewichtig. Ein Bodybuilder mit einem BMI von 40 ist nicht dick.

Wichtiger also das Gewicht ist also die Zusammensetzung des eigenen Körpers. Und die ist eigentlich für jeden interessant, der sich um seine Fitness und Gesundheit kümmert.

Auch Abnehmwilligen kann die Messung mit einer so genannten Körperfettwaage helfen. Bleibt das Gewicht beispielsweise unverändert, obwohl man mehr Sport betreibt und die Ernährung umgestellt hat, kann das eventuell an neu aufgebauter Muskelmasse liegen – eine Körperfettwaage kann das erkennen.

Auf der anderen Seite zeigt eine smarte Waage auch an, ob man bei einer Diät wirklich Fett oder nur Muskelmasse oder Wasser verloren hat – so wie man es häufig bei Blitzdiäten macht, die mittel- und langfristig nicht wirklich etwas bringen.

Doch Personenwaagen, die Körperfettanteil, Wasseranteil und weitere Werte wie Muskelmasse und Knochengewicht bestimmen, haben auch ihre Tücken – vor allem die Modelle, die sich im unteren und mittleren Preissegment an die breite Käuferschicht richten. Denn sie nutzen die so genannte bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) zur Ermittlung all dieser Werte.

Problem Körperfettmessung

Bei der BIA fließt ein sehr schwacher Strom durch den Körper, den man nicht spürt. Weil Fett die Elektrizität schlechter leitet als Muskeln, ergeben sich im Körper unterschiedliche Widerstände. Diese erfasst das Gerät und errechnet zusammen mit Gewicht, Größe, Geschlecht und Alter der Person den Fettanteil im Körper. Dies geschieht alles mit der Unterstützung mathematischer Formeln, die wiederum auf Statistiken und Normen basieren.

Es ist daher immer wichtig, bei jeder Waage die korrekten Körpermaße wie Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht anzugeben, bevor man sich wiegt. Sonst wird das Ergebnis verfälscht.

Alle getesteten Modelle bieten daher die Möglichkeit, Benutzerprofile anzulegen, in denen diese Angaben gespeichert werden. So weiß die Waage, wer gerade auf ihr steht und wie die Messungen auszuwerten sind.

Einige Waagen fragen auch nach dem Aktivitätsgrad, weil etwa bei sportlichen Menschen identische Messeergebnisse zu anderen Werten führen – Stichwort Bodybuilder.

Die meisten BIA-Körperanalysewaagen haben allerdings den Nachteil, dass sich die Elektroden für die Messung nur in der Fußfläche befinden. Der Strom fließt also von einem Fuß zum anderen und durchquert dabei lediglich die Beine und Leistengegend – im besten Fall geht er noch bis zum Bauchnabel. Aber alles, was sich darüber befindet – Bauch, Brust, Arme – erfasst die Messung schlichtweg nicht.

Diese so genannte 2-Punkt-BIA funktioniert bei Frauen noch eher als bei Männern. Denn bei Frauen sammelt sich das Fettgewebe eher an Gesäß und Hüfte, ein Bereich der durch die BIA noch abgedeckt wird, während beim Mann die Problemzonen Bauch und Brust heißen, wo der Strom nicht ankommt.

Eine genauere Messung ist mit der BIA möglich, wenn zusätzliche Elektroden mit den Händen umfasst werden. Dann fließt der Strom nahezu durch den gesamten Körper und die Resultate werden exakter.

Gerade im preiswerten Segment sind solche Modelle mit 4-Punkt-BIA allerdings nicht zu finden. Und auch smarte Waagen, also Modelle, die mit einer Smartphone-App gekoppelt werden, die die Werte sammelt und auswertet, gibt es nur mit der 2-Punkt-Methode.

Als gründlicher gelten übrigens die Messung mit der Caliper-Zange (Fettzange), das sehr aufwändige hydrostatische Wiegen und die teure DEXA-Methode mit Röntgenstrahlung. Nähere Infos zu allen Messmethoden findet man in diesem ausführlichen Artikel.

Dennoch: Für Messung zuhause reicht auch die 2-Punkt-BIA in der Regel aus, solange die Waage nicht völlig unrealistische Ergebnisse anzeigt – und sie vor allem konsistente Werte liefert, also nicht innerhalb einer Messreihe auffällig schwankt. So lässt sich die Veränderung von Gewicht und Körperzusammensetzung zuverlässig nachverfolgen.

Neben der generellen Fehleranfälligkeit der bioelektrischen Impedanzanalyse beeinflussen aber auch andere Faktoren die Genauigkeit der Körperfettmessung. So können nasse Füße, eine volle Blase, unverdautes Essen im Magen oder Feuchtigkeitscremes auf der Haut die Werte stark verändern.

Daher ist es wichtig, sich immer unter den gleichen Bedingungen zu wiegen. Nur so lässt sich eine konsistente Messreihe aufstellen, um zu sehen, wie sich der eigene Körper im Laufe der Zeit durch Sport oder eine andere Ernährung verändert. Am einfachsten geht das, wenn man sich immer gleich morgens nach dem Aufstehen nach dem Gang zur Toilette auf die Waage stellt. Die Füße sind dann in der Regel trocken, der Magen leer und die Werte mit den Messungen der vorherigen Tage vergleichbar.

So haben wir getestet

Für diesen Test haben wir einen männlichen und einen weiblichen Probanden zweimal per 4-Punkt-BIA vermessen lassen, um einen Referenzwert zu erhalten. Dafür kam eine Personenwaage zum Einsatz, die auch im professionellen Umfeld genutzt wird und zusätzlich zwei Handgriffe mit Elektroden bietet.

Zum anderen haben wir den Körperfettanteil auch mit einem reinen Körperanalysegerät – keiner Waage im klassischen Sinne – mit vier Elektroden gemessen, die am Körper befestigt wurden. Zwar bietet auch die 4-Punkt-Analyse keine absolut genauen Ergebnisse, sie liegt aber generell schon mal näher an der Realität.

Anschließend haben die beiden Probanden alle Test-Waagen eine Woche lang benutzt. Die Messung erfolgte immer zur selben Tageszeit. Schließlich haben wir die Messergebnisse untereinander und mit den Referenzwerten verglichen und konnten so eine Aussage zur Genauigkeit der Messung liefern.

Eins schon mal vorweg: das Gewicht ermitteln alle Waagen zuverlässig und genau. Nur bei einer Waage lagen die Messergebnisse mehr als 10 kg daneben, wir gehen davon aus, dass sie defekt war und haben sie nicht weiter berücksichtigt.

Bei den übrigen Waagen lagen die Abweichungen bei der Messung des Gewichts bei den meisten Waagen im Bereich von 100 Gramm oder weniger, bei einigen wenigen gab es bis zu 400 Gramm Abweichung.

Das klingt auf den ersten Blick viel, aber auch beim Gewicht geht es weniger darum, das absolute Gewicht aufs Gramm exakt zu bestimmen, sondern viel mehr darum, Veränderungen festzustellen. Und die einzelnen Waagen selbst zeigten sehr konsistente Messergebnisse mit Abweichungen von weniger als 100 Gramm an, also unterhalb der Messgenauigkeit der Waagen.

Größere Unterschiede gab es dagegen bei der Körperfettmessung. Hier konnten uns einige hochpreisige Modelle überraschenderweise nicht überzeugen.

Neben der Messgenauigkeit hat uns aber auch interessiert, wie gut sich die Waagen im Alltag schlagen, ob die Verbindung zum Smartphone zuverlässig klappt und welche App wir am überzeugendsten fanden.

Getestet haben wir zwölf smarte Waagen mit Preisen zwischen 30 und 130 Euro. Neben den teuren, bekannten Markenprodukten Runtastic Libra, Fitbit Aria und der nagelneuen Withings Body Cardio, haben wir auch die günstigeren Waagen Medisana BS440 und BS430Beurer BF700Yunmai Smart Scale, Newgen Medicals 6in1Soehnle Web Connect Analysis,  a-rival sQale, Koogeek Wifi Smart, und SmartLAB fit W im Test.

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Kommentare

2 Kommentare zu "Die beste smarte Waage"

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Axel
Axel

Wenn ich mir die Erfahrungen der Nutzer im Gegensatz zu diesem Bericht anschaue habe ich die Vermutung, dass dieser Test nicht wirklich objektiv ist sondern eher eine Werbemassnahme darstellt. Oder wie erklären Sie es, dass Ihr Favorit bei den Nutzerberichten mehr negative Erfahrungen aufweist als bei den anderen vorgestellten Produkten?

Redaktion

Vielen Dank für den Hinweis. Wir können Ihnen versichern, dass unser Test keine Werbemaßnahme ist. Wir bilden uns unser Urteil absolut frei und unabhängig von Hersteller-Interessen.
Die meisten negativen Kundenbewertungen beklagen Probleme mit der Bluetooth-Verbindung. Wir hatten im Test keine Probleme damit – wie auch viele andere Kunden, die die Waage zum Teil sehr gut bewerten. Wir vermuten, dass es Probleme mit manchen Android-Smartphones gibt. Wir werden das bei der nächsten Aktualisierung des Tests berücksichtigen.

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