Die beste Streaming-Box

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Die beste Streaming-Box für 4K-Inhalte ist das Apple TV 4K, denn sie bietet nicht nur das das größte Angebot an Filmen und Serien, sondern auch ein umfangreiches App Store mit vielen Spielen und eine flotte und durchdachte Bedienoberfläche. Leider ist es für unseren Geschmack viel zu teuer. Aber das deutlich günstigere Amazon Fire TV, das ebenfalls 4K streamen kann, überzeugt in der Neuauflage leider gar nicht.

Update 22. Oktober 2018

Wir haben die Xiaomi Mi Box sowie drei weitere Android-Streamingboxen getestet. Überzeugt haben sie uns alle nicht. Außerdem haben die Verfügbarkeit von Dolby Atmos für das Apple TV 4K aktualisiert.

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4. Oktober 2018

Amazon hat eine neue Version des Fire TV Stick 4k vorgestellt. Wir werden ihn demnächst testen und den Artikeln mit weiteren neuen Streaming-Boxen aktualisieren.

8. Dezember 2017

Amazon Prime Video ist nun endlich als App auf dem Apple TV verfügbar. Gleichzeitig ist die neue TV App für das Apple TV erschienen. Wir haben den Artikel mit allen neuen Infos aktualisiert.

6. Dezember 2017

Google hat angekündigt, ab dem 1. Januar seine YouTube-App von Fire TV Geräten zu entfernen – für manche vielleicht ein weiterer Grund fürs Apple TV. Es ist aber auch möglich, dass Google die Entscheidung widerruft, wenn Amazon einlenkt und Google-Geräte ins Sortiment aufnimmt. Wir werden das weiter beobachten.

4K-Fernseher haben ihre FullHD-Vorgänger mittlerweile fast vollständig verdrängt. Doch woher kommen die ultrahochauflösenden Inhalte, um die UHD-Auflösung auch wirklich auszunutzen?

Neben knackscharfen 4K-Blu-rays per UHD-Player treiben vor allem Streaming-Dienste wie Netflix, iTunes oder Amazon Video die Verbreitung von 4K-Content voran. Externe Streaming-Boxen wollen es besonders einfach machen, die entsprechenden Inhalte auf den Fernseher zu bugsieren. Außerdem versprechen sie einen Mehrwert in Form von Apps und Spielen. Doch welche Streaming-Box ist ihr Geld wirklich wert? Wir haben sowohl als Apples neues Apple TV 4K als auch das neue Fire TV von Amazon getestet.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Apple TV 4K

Das Apple TV 4K ist teuer, leistet aber auch viel. Nicht nur Apple-Fans profitieren von der sehr guten Performance und der ausgereiften Bedienung. Mit dem Zugang zur riesigen iTunes-Bibiliothek für Filme und Serien, den üblichen Streaming-Apps wie Netflix und Watchever und endlich auch Amazon Prime Video, steht einem mit dem Apple TV von allen Streaming-Boxen die größte Auswahl an Filmen und Serien zur Verfügung. Für Film-Fans gibt es zur Zeit nichts besseres.

Full-HD Favorit

Amazon Fire TV Stick

Wenn es nicht 4K sein muss, liefert der Amazon Fire TV Stick die einfachste Möglichkeit, Filme und Serien zu streamen. Während Amazons «große” Box in diesem Jahr enttäuscht, ist der Stick vor allem aufgrund seines günstigen Preises eine Empfehlung wert. Auch hier hat man Zugang zu fast allen Online-Videotheken, nur auf den iTunes Store von Apple muss man verzichten.

Nicht ganz so edel, dafür aber noch ein Stück vielseitiger präsentiert sich das Nvidia Shield TV. Basierend auf Android TV holt es 4K-Inhalte sauber auf den Bildschirm, überzeugt zusätzlich als Gaming-Konsole und Chromecast-Ersatz. Lediglich die geringere Auswahl an ultrahochauflösenden Inhalten verhindert den Testsieg.

Vergleichstabelle

TestsiegerFull-HD FavoritFür Gamer
Modell Apple TV 4K Amazon Fire TV Stick Nvidia Shield TV Amazon Fire TV 2017 Apple TV Google Chromecast Xiaomi Mi Box 3 Leelbox Q2 SeeKool W95 Model T Wingogo x96 Mini
Apple TV 4KTest Streaming-Box: Amazon Fire TV Stick mit AlexaStreaming Box test: Nvidia Shield TVTest Streaming-Box 2017: Amazon Fire TV 2017Streaming Box Test: Apple TV 4Test Streaming-Box: Xiaomi Mi BoxStreaming-Box Test: Leelbox Q2Streaming-Box Test: Seekool Model TStreaming-Box Test: Wingogo X96
Pro
  • Top Performance
  • Viel 4K-Content
  • HDR10 und Dolby Vision
  • Dolby Atmos
  • Riesiges Filmangebot
  • Großes AppStore
  • Ausgereifte Bedienung
  • Top für FullHD
  • Günstiger Preis
  • Gute App-Auswahl
  • Viele Anschlüsse
  • Gaming-Features
  • Allrounder-Qualitäten
  • Sauberes 4K-Streaming
  • Fairer Preis
  • Riesiges Filmangebot
  • Großes AppStore
  • Ausgereifte Bedienung
  • Gute Performance
  • Vor allem für FullHD günstig
  • Breite App-Unterstützung
  • Aufgeräumte Oberfläche
  • Gute Leistung
  • Spielt gut von lokalen Quellen ab
  • Gute Fernbedienung
Contra
  • YouTube nur in FullHD
  • Hoher Preis
  • Inhalte schlecht sortiert
  • App-Auswahl übersichtlich
  • Weniger 4K-Inhalte
  • Kein Dolby Vision
  • Inhalte schlecht sortiert
  • App-Auswahl übersichtlich
  • Teilweise ruckelndes Interface
  • Hoher Preis
  • Keine eigene Fernbedienung
  • Keine direkte App-Installation
  • Angestaubtes Betriebssystem
  • Smartphone-Apps statt TV-optimierte Software
  • Streams puffern lange und ruckeln
  • Schlechte Verbindung zur Fernbedienung
  • Instabiles WLAN
  • Träge Oberfläche
  • Langsame App-Starts
  • YouTube nur in 720p
  • Schlechte Infrarot-Fernbedienung
  • Veraltete Plug-Ins
  • Piraten-Software vorinstalliert
Bester Preis

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Streaming-Boxen: Wozu eigentlich?

Moderne Smart-TVs bieten nicht nur ein tolles Bild, sondern kommen auch mit den passenden Apps, um Inhalte auch online auf den Schirm zu holen. Netflix und Amazon sind so gut wie immer vorinstalliert, weitere Mediatheken lassen sich aus den jeweiligen App-Angeboten nachinstallieren. Nicht zu unrecht stellt sich daher die Frage: Wozu noch in eine externe Streaming-Box investieren?

Die Antwort ist einfach: Wer mit den Möglichkeiten seines Smart-TVs zufrieden ist, kann auf Apple TV, Fire TV und Co. getrost verzichten. Aber vor allem ältere oder günstige Fernseher haben zuweilen ein eher träges oder unaufgeräumtes Bedien-Interface. Da bieten Streaming-Boxen fast immer ein Komfort-Plus.

Vor allem aber halten die meisten Fernseherhersteller ihre Software nicht immer auf dem neuesten Stand. Dann kann es sein, dass die vorinstallierten TV-Apps aufgrund fehlender Updates nicht mehr auf alle Funktionen von Netflix und Co. zugreifen können. In diesem Fall ist ein externer Zuspieler die bessere Lösung, denn Apple TV, Fire TV und Konsorten sind immer auf dem neuesten Stand.

4K-Empfehlung: Apple TV 4K

Wir haben die aktuelle Hardware von Apple, Amazon, Google und Nvidia verglichen und kommen zum Schluss: Die beste Streaming-Box für 4K-Fernseher ist das Apple TV 4K. Mit rund 200 Euro ist sie zwar für eine Streaming-Box ziemlich teuer, dafür bietet sie aber auch das umfassendste Film- und Serienangebot und die beste Nutzererfahrung. Vor allem für Film-Fans bietet das neue Apple TV dank 4K, HDR10, Dolby Vision und Dolby Atmos alles, was das Herz begehrt.

Testsieger

Apple TV 4K

Apple hat seiner Streaming-Kiste einen flotteren Prozessor spendiert und sie endlich fit für die 4K-Wiedergabe gemacht. Fast noch wichtiger ist die Unterstützung für die HDR-Darstellung. Denn in Kombination mit HDR-tauglichen Fernsehern liefert HDR-Bildmaterial kräftigere, realistischere Farben und ist für viele Nutzer der größere Fortschritt in Sachen Bildqualität. Top: Als einzige Streaming-Box im Test unterstützt das Apple TV 4K nicht nur den geläufigen HDR10-Standard, sondern auch das vor allem in hochpreisigen TV-Geräten genutzte Dolby Vision. Seit dem Update auf tvOS 12 kann das Apple TV 4K auch Dolby Atmos Soundtracks wiedergeben.

Qualitativ überzeugt das 4K-Streaming auf dem Apple TV 4K uneingeschränkt. Im direkten Vergleich sehen wir keinen qualitativen Unterschied zur Wiedergabe einer 4K-Blu-ray über eine Xbox One X. In unseren Tests funktionierte das 4K-Streaming auch problemlos via WLAN. Kommt es zu Rucklern, bietet Apple die Möglichkeit, das Apple TV 4K per Ethernet-Kabel mit dem Router zu verbinden. Wer UHD-Material via Netflix oder iTunes streamen möchte, sollte freilich eine flotte Internetleitung nutzen – empfehlenswert sind mindestens 20 Mbit im Downstream.

Wichtig: Nach dem Update auf tvOS 11.2 passt das Apple TV 4K auch die Bildfrequenz automatisch an. So stellt es beispielsweise einen gestreamten Film in 4K-HDR mit kinotauglichen 24 Bildern pro Sekunde dar, während die Bedienoberfläche mit butterweichen 60 Frames pro Sekunde über den TV flutscht.

Bedienung

Die schon beim 2015er-Modell eingeführte Siri-Fernbedienung hat Apple nur geringfügig überarbeitet. Die Menü-Taste lässt sich nun auch «blind” ertasten, wodurch Fehlbedienungen seltener sind.

Links die neue Fernbedienung mit der tastbaren Menu-Taste, rechts der Vorgänger.

Die Bedienung des Apple TV 4K über das integrierte Touchpad geht nach kurzer Eingewöhnung flüssig von der Hand. Alternativ dienen iPhone oder iPad als Fernbedienung für die Streaming-Box; eine entsprechende Option bietet das neue Kontrollzentrum von iOS 11. Wie gewohnt können Inhalte von den iGeräten via AirPlay auf das Apple TV 4K übertragen werden, was im Test nahezu verzögerungsfrei gelingt.

Vorbildlich funktioniert die Suche nach Film und Serien – sei es über die Sprachsuche mit Siri – oder über die Remote Tastatur auf dem iPhone oder iPad. Endlich muss man nicht mehr in jeder App nach einem Film oder einer Serie suchen, Siri zeigt alle Treffer übersichtlich an. Die Sprachsuche funktioniert meistens – aber nicht immer – gut. Besonders englische Titel bereiten der Spracherkennung Probleme. Die Suche nach «Rick and Morty” interpretierte Siri auf dem Apple TV 4K beispielsweise wiederholt als «Rick und Martin” (getestet von drei Personen).

TV App

Mit der neue TV App fürs Apple TV will Apple die Angebote der verschiedenen Online-Mediatheken bündeln. Das ist eine tolle Idee, denn wer regelmäßig Serien schaut, kennt das Problem, dass man irgendwann einfach nicht mehr weiß, welche Serie bei welchen Anbieter läuft, zumal es einige auch bei mehreren gibt. Hat man die letzte Staffel »Vikings« auf iTunes gekauft oder auf Amazon gestreamt oder doch bei Maxdome? Gerade wenn man mehrere Serien parallel schaut, kommt man da schnell durcheinander und ist ständig am suchen.

Die TV App will das ändern und präsentiert einem automatisch die neusten Folgen der Serien, die man gerade guckt unter »Als Nächstes« auf dem Startbildschirm. Das wäre prima – wenn es mit allen Online-Videotheken reibungslos funktionieren würde. Tut es aber leider – noch –nicht.

Die Integration von Amazon Prime Video funktioniert tadellos und auch die ZDF-Mediathek ist bereits eingebunden. Titel aus Netflix werden dagegen nur teilweise bei der Suche gefunden. Vor allem aber konnten wir die meisten Titel nicht zu »Als Nächstes« in der TV App hinzufügen. Das ging nur mit »House of Cards«, aber vermutlich nur, weil die Serie auch bei iTunes erhältlich ist. »Stranger Things« fand die TV App zwar, aber man kann sie nicht zur TV App hinzufügen. Neu erschienene Serien wie »The Crown« oder »Dark« wurden durch die Suche in der TV App gar nicht gefunden, obwohl sie bei Netflix vorhanden sind.

Dass ausgerechnet die Integration von Netflix nicht gut funktioniert, schränkt den Nutzen der TV App leider stark ein. Letzlich muss man so also doch wieder in verschiedenen Apps nach seinen Serien suchen. Auch Angebote aus den Mediatheken von ARD und Arte suchten wir vergeblich. Es ist allerdings gut möglich, dass viele Anbieter hier noch nachziehen werden – oder auch nicht. Denn gerade starke Marken wie Netflix müssen befürchten, dass sie durch die TV App den direkten Zugang zum Kunden verlieren.

Wie gut die TV App letzten Endes funktionieren wird, wird damit vom guten Willen der Anbieter der Mediatheken abhängen. Die eigentlich gute Idee von Apple, es dem Zuschauer einfacher zu machen, Filme und Serien zu gucken, droht leider mal wieder durch die Eifersüchteleien der Content-Anbieter torpediert zu werden.

Umfangreichstes Film- und Serienangebot

Das Apple TV bietet von allen Streaming-Boxen zur Zeit das umfangreichste Angebot an Filmen und Serien. Das größte Manko des Apple TV war bislang immer, dass es keine App für Amazon Prime Video gab. Nach langem Warten hat Amazon die Blockade jetzt aber endlich aufgegeben. Damit sind jetzt alle großen Online-Videotheken auf dem Apple TV verfügbar: Netflix, Maxdome und Amazon Prime Video. Hinzu kommen die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und Arte. Das Pay-TV-Angebot SkyTicket ist zum Testzeitpunkt sogar nur auf der Apple-Plattform verfügbar.

Test Apple TV 4K: Amazon Prime Video App
Endlich auf Apple TV verfügbar: Die Amazon Prime Video App.

Mit keiner anderen Streaming-Box hat man außerdem Zugriff auf die riesige iTunes-Bibliothek, über die man auch aktuellere Titel leihen oder kaufen kann. Hier finden sich zudem bereits mehrere Hundert Filme und Serien im ultrahochauflösenden 4K-Format, künftige Neuzugänge werden ebenfalls 4K-tauglich sein. Einen Aufpreis gegenüber der FullHD-Variante verlangt Apple erfreulicherweise nicht. Das beste daran: Wer Filme und Serien in der HD-Version gekauft hat, kann sie nun ohne zusätzlichen Aufpreis auch in 4K geniessen. Weiteren 4K-Content liefern Amazon und Netflix auf den Apple TV 4K – bei Netflix braucht man dazu allerdings das rund 14 Euro teure Top-Abo.

Ein breites App-Angebot gehört bei Apple traditionell ebenfalls zum guten Ton. Der App Store bietet neben allen wichtigen Streaming-Apps und Mediatheken auch ein breites Angebot an interessanten Extras. So lassen sich viele iPad-Apps wie das App-Planetarium Starry Night auch auf dem Apple TV nutzen. Auch das Spielangebot ist seit der Markteinführung des Apple TV 4 gewachsen. Eine echte Alternative zu Playstation und Xbox bietet die Box natürlich nicht, für ein entspanntes Spielchen zwischendurch reicht es aber durchaus.

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, lokale Mediendateien auf dem Apple TV abzuspielen. Das von vielen Streaming-Fans favorisierte Mediacenter Kodi lässt sich zwar nur mit viel Aufwand auf dem Apple TV installieren, mittlerweile gibt es aber Apps, die dasselbe können. Die wohl interessanteste hört auf den Namen Infuse. Sie erlaubt es, Medien aus dem lokalen Netzwerk auf das Apple TV 4K zu streamen.

Im Test holt Infuse auch 4K-codiertes Material via WLAN von einer Synology-NAS auf den Fernseher. Nebenbei sucht die App auch Mediadaten im Internet, um die lokalen Videos ansprechend aufzubereiten. Kurzum: Infuse macht mit einem der größten Nachteile des Apple TV 4K Schluss. Kleiner Wermutstropfen: Die App kostet wahlweise knapp 14 Euro im Einmalkauf oder rund 7,50 Euro im Jahresabo. Einmal gekauft funktioniert Infuse aber auch auf dem iPad oder iPhone.

Nachteile?

Das Apple TV 4K ist ein großer Schritt in Richtung «perfekte Streaming-Box”, vor allem, weil endlich die Amazon Video App auf dem Apple TV angekommen ist. Damit bleiben kaum mehr Wünsche offen, wenn es darum geht, Content auf den Fernseher zu streamen. Mit einer Ausnahme: Google bietet außer YouTube keinerlei Apps für das Apple TV 4K, auf Googles PlayStore hat man also keinen Zugriff. Apple weigert sich im Gegenzug, Grundfunktionen wie die Smartphone-Fernbedienung des Apple TV für Android anzubieten.

Besser sieht die Situation aber auch bei Amazon nicht aus, lediglich das ebenfalls getestete Nvidia Shield TV spielt wirklich Hand in Hand mit Android-Smartphones und Tablets zusammen. Und neuerdings sperrt Google sogar jeglichen Zugriff auf YouTube-Inhalte von Amazon-Geräten – weil Amazon sich weigert, Google-Hardware zu vertreiben.

Auf dem Apple TV läuft die YouTube-App dagegen problemlos, mit nur einem kleinen Haken: Inhalte von YouTube werden nicht in 4K abgespielt. Das ist ausnahmsweise mal keine firmenpolitische Entscheidung sondern ein technisches Problem, da Google Apples Video-Codec für 4K-Videos nicht unterstützt. Immerhin wird FullHD-Material recht gut vom Apple TV 4K hochgerechnet.

Apple TV 4K im Testspiegel

Mit dem Apple TV 4K haben die iPhone-Macher an den richtigen Stellschrauben gedreht. Nicht nur uns hat das Upgrade überzeugt, auch Kollegen sind größtenteils zufrieden mit dem neuen Modell.

Bei Computer Bild schneidet die Box mit einem «Gut” (Gesamtnote 2,03) ab. Den Testern gefällt vor allem die ausgereifte Bedienung per Fernbedienung oder Sprachbefehle, auch die Top-Bildqualität ist ein Pluspunkt. Größter Nachteil ist YouTube ohne 4K-Unterstützung und eine nicht ganz scharfe Foto-Wiedergabe via AirPlay, was uns im Test nicht gestört hat. Das Fazit lautet entsprechend:

»Die neueste Apple-TV Streaming-Box liefert nun auch Filme in Ultra-HD-Auflösung, also vierfacher Full-HD-Schärfe. Entsprechende Filme gibt es im iTunes Store von Apple zu vergleichsweise günstigen Konditionen, außerdem von Netflix. Damit ist die Qualität hervorragend, die Box beherrscht auch HDR-Wiedergabe nach den Standards HDR10 und Dolby Vision.«

Matthias Kremp lobt auf Spiegel Online ebenfalls Bildqualität, Bedienung und 4K-Inhalte des Apple TV 4K. Allerdings sieht der Redakteur vor allem Apple-Fans im als Zielgruppe des neuen Apple-TVs. Im Fazit heißt es entsprechend:

»Das Apple TV 4K ist eine feine Sache – für Apple-Kunden. Wer sowieso schon iPad, iPhone und iMac nutzt, seine Fotos in der iCloud speichert, Filme im iTunes Store kauft und Musik bei Apple Music hört, liegt damit richtig. Mit keinem anderen Geräte bekommt man solche Inhalte so schön und einfach auf den großen Bildschirm. Die Oberfläche sieht super aus, die Bedienung ist kinderleicht, auch per Sprachsteuerung.«

Auch der hohe Preis ist ein Nachteil in den Augen des Redakteurs, der unter anderem den Chromecast Ultra als Alternative empfiehlt:

»Wer das nicht braucht und Apples Dienste nicht oder nur selten nutzt, der kommt mit anderen Geräten billiger an 4K-Filme aus den Online-Videotheken.«

Alternativen

Vor allem für alle, die Filme und Serien in 4K streamen wollen, ist das Apple TV 4K zur Zeit die beste Wahl – und zwar nicht nur für Apple-Fans. Zwar hat auch Amazon mit dem neuen Fire TV ebenfalls eine 4K-fähige Streaming- Box im Angebot, aber die ist in vielen Bereichen ein Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger und hat uns im Test nicht überzeugt.

Wer keinen 4K-Fernseher hat und auch nicht vorhat, demnächst einen zu kaufen, muss aber nicht so viel Geld ausgeben. Die beste Wahl ist dann der Fire TV Stick von Amazon. Für Gaming-Fans ist auch das Nvidia Shield TV eine hochinteressante Alternative.

Full-HD Favorit

Amazon Fire TV Stick

Der aktuelle Amazon Fire TV Stick macht alte Fernseher schon für unter 40 Euro ordentlich «smart”. Die Einsteigerlösung von Amazon bietet abseits der 4K-Unterstützung die gleichen Funktionen wie der Fire TV 2017 und teilt sich damit auch viele der Nachteile. Dennoch liefert der Stick eine für FullHD-Fernseher eine günstige Allround-Lösung, Inhalte von Netflix, Amazon und anderen Anbietern aus dem Internet zu streamen.

Die Benutzeroberfläche von Amazons Streaming-Box wirkt im Vergleich zur Apple-Lösung etwas ungeordnet. Nach wie vor vermischt die Amazon-Suche Bezahlinhalte mit Filmen und Serien, die Abonnenten von Amazons Allround-Flatrate Amazon Prime kostenlos sehen können. Das ist unübersichtlich und verwirrend. Und kurioserweise läuft der Stick im direkten Vergleich aber sogar fast ein Stück runder als die aktuelle Fire-TV-Box.

Verzichten muss man beim Fire TV Stick auf die iTunes-Bibliothek, die gibt es nur auf Apple-Geräten. Auch das App-Angebot ist wesentlich schmaler als bei Apple. Und auch YouTube kann man neuerdings mit den Streaming-Lösungen von Amazon nicht mehr gucken.

Wer aber vor allem Filme und Serien von Amazon, Netflix, Maxdome und den Sender-Mediatheken in FullHD sehen möchte, für den reicht der Fire TV Stick vollkommen aus.

Die zweite Ausgabe des Nvidia Shield TV bietet im Vergleich zum 2015 erschienenen Erstling vor allem Verbesserungen im Detail. Für einen ähnlichen Preis wie bei Apple liefert Nvidia so etwas wie die eierlegende Streaming-Wollmilchsau.

Basierend auf Googles Android TV in Version 7 bietet das Nvidia Shield TV eine aufgeräumte Benutzeroberfläche, Zugriff auf alle wichtigen Streaming-Dienste sowie ein App-Angebot, dass qualitativ nicht ganz mit Apple mithalten, Amazon aber bei weitem in die Schranken weisen kann. 4K-Unterstützung inklusive 24p-HDR10 bietet das Shield TV sowohl bei Netflix und Amazon als auch bei YouTube; Dolby Vision fehlt dem Android-TV-Gerät bislang. Top sind die Möglichkeiten, lokale Dateien abzuspielen, was unter anderem durch die direkte Verfügbarkeit von Kodi im Google Play Store untermauert wird.

Anders als die Boxen von Amazon und Apple bietet das Shield TV zudem einen USB-Port für Festplatten oder USB-Sticks, was die Medienwiedergabe nochmals vielseitiger gestaltet. Durch die Unterstützung von Google Cast fungiert das Shield TV nebenbei als Chromecast-Alternative (mehr zum Chromecast weiter unten). Ähnlich wie das Apple TV 4K verbaut Nvidia einen Ethernet-Anschluss, um WLAN-Aussetzer beim Streaming zu vermeiden.

In der Box des Shield TV findet sich neben einer (etwas hakeligen) Fernbedienung zusätzlich ein Gamecontroller, der funktional an den der Sony PlayStation 4 erinnert. Tatsächlich adressiert Nvidia mit seiner Box auch PC-Gamer: So bietet das Shield TV neben den Android-Spielen einen separaten Game-Shop von Nvidia, der unter anderem Titel wie The Witcher 3 enthält. Außerdem bietet die Box die Möglichkeit, Spiele vom Gaming-PC auf den Fernseher zu streamen. Dazu bedarf es aber neben eines stabilen Netzwerks auch einer Nvidia-Geforce-Grafikkarte. Ist dies gegeben, sorgt das Shield TV tatsächlich für Konsolenfeeling im Wohnzimmer.

Dass wir das Nvidia Shield TV nicht zur Top-Empfehlung gemacht haben, liegt vor allem am integrierten Filme-Shop: Zwar kann die Box auf Amazon und Netflix zugreifen, um UHD-Inhalte zu streamen. Googles eigener Videoservice Google Play Movies liefert allerdings zum Testzeitpunkt noch keinerlei ultrahochauflösendes Material in Deutschland aus. Wer sich daran nicht stört, Android lieber mag als die Apple-Welt oder einen Hang zum Gaming hat, findet im Nvidia Shield TV aber unserer Meinung nach die Top-Alternative zum Apple TV 4K.

Außerdem getestet

Amazon Fire TV 2017

Der Fire TV 2017 aus dem Hause Amazon ist mittlerweile ein Auslaufmodell und konnte nicht an die bisherigen Erfolge nicht anschließen – und das trotz des niedrigen Preises von rund 80 Euro.

Schon das Design des Fire TV 2017 wirft Fragen auf: Amazon hat die Box gegenüber dem 2015er-Modell verkleinert, dabei aber auch den Ethernet-Anschluss gestrichen, ebenso wie den USB-Port und den microSD-Karten-Slot. Wenn das WLAN für 4K-Content zu instabil ist, verlangt Amazon einen Aufpreis für einen separaten USB-Ethernet-Adapter. Auch das integrierte HDMI-Kabel missfällt uns: Das neue Fire TV «baumelt” am HDMI-Port, wie man es sonst nur von kleineren Geräten wie dem Fire TV Stick oder Google Chromecast kennt.

Schon das Vorgängermodell konnte 4K-Filme streamen, das neue Modell bietet aber nun auch Unterstützung für die Bildverbesserung HDR10; Dolby Vision fehlt leider. Trotzdem: 4K-Content von Amazon oder Netflix sieht auf dem Fire TV 2017 gut aus und läuft nach unseren Erfahrungen rund. Leider ist das 4K-Angebot von Amazon im direkten Vergleich deutlich übersichtlicher als das von Apple – aber das dürfte sich mit der Zeit ändern.

Schwerwiegender ist die Tatsache, dass das Interface des Fire TV 2017 im Alltag auf einem 4K-TV gelegentlich ruckelt – ein Verhalten, das wir beim Vorgänger nicht beobachten konnten. Auch der App-Store hat sich nach wie vor nicht wirklich weiterentwickelt, im direkten Vergleich liefert Apple einfach mehr Zusatzinhalte wie Spiele und ähnliches. Auch die Möglichkeit, das Fire TV 2017 durch die Installation von Kodi zum Allround-Medienplayer zu machen, ist angesichts von Apps wie Infuse nur noch ein geringer Vorteil.

Nervig ist zudem, dass das Fire TV in der getesteten Version versucht, FullHD-Inhalte über den internen Upscaler auf die 4K-Auflösung hochzurechnen. Das Ergebnis kann dabei nicht mit dem internen Upscaler eines guten 4K-Fernsehers mithalten – hier sollte Amazon per Software-Update nachbessern.

In unserem Test-Setup kam es zudem zu Problemen bei der Wiedergabe von Netflix in Kombination mit einer externen Soundbar. Bei der Nutzung des Audio Return Channels (ARC) produzierte das Fire TV 2017 beim Netflix-Streaming immer wieder Tonaussetzer. Verbinden wir das aktuelle Fire TV direkt mit dem TV, sind die Aussetzer weg. Da das Problem mit keiner anderen Streaming-Box im Testfeld auftritt (auch nicht beim günstigeren Fire TV Stick), gehen wir von einem Problem des aktuellen Fire TV aus.

Alles in allem kommen wir zum Schluss, dass das Amazon Fire TV 2017 einen Schritt vor und zwei zurück macht. Die fehlenden Anschlüsse, das unausgewogene Design und die diversen kleineren Probleme sorgen in der Summe dafür, dass wir unseren bisherigen Seriensieger vom Streaming-Thron stoßen müssen. Lediglich der günstige Preis spricht für das Fire TV.

Eine Sonderrolle im Streaming-Segment spielt der Google Chromecast. Der Streaming-Stick kommt ohne eigene Fernbedienung und ohne eigenes Bedien-Interface. Stattdessen suchen die Nutzer die gewünschten Inhalte auf dem Smartphone aus und schicken sie über die »Cast«-Funktion des Chromecast auf den Fernseher. Die Liste der unterstützten Chromecast-Apps ist lang, prominente Dienste wie Netflix, Spotify, Amazon Music (nicht aber Amazon Video) erlauben das Medienstreaming via Chromecast.

In der Praxis funktioniert das gut, sodass vor allem der günstigere Standard-Chromecast für FullHD-TVs eine interessante Alternative ist. Der 4K-HDR-taugliche Chromecast Ultra arbeitet ebenfalls effizient, ist mit rund 80 Euro aber vergleichsweise teuer – uns fehlt neben einer Fernbedienung auch die Möglichkeit, Apps zu installieren oder Medien ohne Umwege von NAS und Co. zu spielen.

Der Vorgänger Apple TV 4 ist immer noch erhältlich. Funktional entspricht er größtenteils seinem Nachfolger – bis auf die fehlende Unterstützung von 4K.

Die Bedienung und Performance ist trotz des älteren Prozessors ähnlich flott, das App- und Filmangebot ist dasselbe. Angesichts der fehlenden 4K-Unterstützung erscheint uns der ausgerufene Preis allerdings zu hoch. Wer auch sonst Apple-Geräte wie ein iPhone, ein iPad oder einen Mac zuhause hat und noch nicht auf 4K umgesattelt hat oder das auch nicht vorhat, für den ist das Apple TV 4 aber eine gute, etwas günstigere Alternative.

Die Xiaomi Mi Box 3 ist schon etwas älter, aber immer noch interessant. Zum Preis von rund 60 Euro bietet die Streaming-Box aus China eine offizielle Version von Googles Android TV, 4K-Unterstützung und (zumindest theoretisch) HDR-Streaming. Die Einrichtung von Android TV auf der Xiaomi Mi Box ist vor allem in Kombination mit einem Smartphone in wenigen Minuten erledigt. Danach greifen wir auf eine aufgeräumte Bedienoberfläche zu, für die alle wichtigen Streaming-Apps zur Verfügung stehen. Zwar ist das Nvidia Shield TV mit seinem flotteren Prozessor und Gaming-Zusätzen vielseitiger als die Xiaomi-Box, für YouTube, Netflix und Co. tut es aber auch die günstigere Lösung. Wie alle Android-TV-Geräte nimmt die Mi Box zudem Google-Chromecast-Inhalte von kompatiblen Android- oder iPhone-Apps entgegen.

Leider gibt es auch Negatives zu berichten: Auf unserem LG-OLED-TV konnten wir die Mi Box nicht dazu bewegen, HDR-Content von Quellen wie YouTube oder Netflix wiederzugeben. Laut diverser Online-Foren hängt das mit dem fehlenden Update auf Android TV 8 «Oreo” zusammen. Das steht zwar offiziell seit Sommer 2018 zur Verfügung, auf unserem Testmodell meldete das Update-Menü aber, dass das vorinstallierte Android TV 6 «Marshmallow” (mit veraltetem Sicherheitspatch-Stand von November 2016) noch aktuell sei. Deshalb fällt uns trotz prinzipiell guter Leistung eine Empfehlung für die Xiaomi Mi Box 3 schwer. Wer Lust auf pures und günstiges Android TV hat, sollte warten, bis die kürzlich angekündigte Xiaomi Mi Box S in Europa verfügbar ist. Dabei handelt es sich um ein in Details verbessertes Modell, das direkt mit Android TV auf Oreo-Basis kommt.

Leelbox Q2

Streaming-Box Test: Leelbox Q2

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Neben den bekannten Marken wird der Markt für Streaming-Boxen zunehmend überschwemmt von chinesischen Non-Name-Produkten. Die Boxen werben in der Regel mit beeindruckenden Featuresets und breiter App-Unterstützung zu kleinen Preisen. In der Praxis merkt man aber schnell, dass sich die Billig-Boxen (die oft mehr kosten als ein Fire-TV-Stick) nicht lohnen.

Das zeigt etwa die Leelbox Q2 im Test. Direkt nach dem Start erwartet die Nutzer nicht etwa ein Einrichtungsassistent, sondern eine bunte, englischsprachig Oberfläche. Die basiert immerhin auf einem halbwegs aktuellen Android (Version 8.1, Patch-Stand April 2018), bietet aber weniger Komfort als echtes Android TV. Nach manueller Eingabe von WLAN-Passwort und Google-Zugangsdaten können wir Apps installieren. Dabei steht neben dem Google Play Store auch der Alternativ-Store Aptoide zur Wahl. Hier finden sich gleich auf der Startseite teils illegale Streaming- und Torrent-Apps, von deren Einsatz wir nur abraten können.

Über den Play Store lassen sich praktisch alle Android-Apps auf dem Gerät installieren. Was sich toll anhört, entpuppt sich schnell als Hindernis. Statt TV-optimierte Anwendungen zu bevorzugen, können wir beliebige Smartphone-Apps auf die Box packen. Da Android für den Touchscreen gemacht ist, macht die Bedienung via Fernbedienung grundsätzlich keinen Spaß und ist manchmal schlicht nicht möglich. Selbst mit via USB verbundener Maus und Tastatur ist die Bedienung eine Qual.

Doch auch in der Kerndisziplin Streaming enttäuscht die Leelbox. Netflix zeigt erst nach rund 30 Sekunden Pufferns einen sauberen FullHD-Stream, der allerdings immer wieder von kleinen Pausen unterbrochen wird. Bei YouTube zeigen die «Statistiken für Nerds” jede Menge übersprungener Frames, die wir als starkes Ruckeln wahrnehmen. Fairerweise sei gesagt, dass wir die Boxen im WLAN getestet haben und sich das Ergebnis via Ethernet verbessern könnte. Da Apple TV, Fire TV oder Shield TV in der gleichen Testumgebung aber problemlos 4K-Inhalte per WLAN aus dem Internet holen (und direkte Routerverbindungen im Wohnzimmer wohl doch eher die Ausnahme sind), lassen wir das nicht als Entschuldigung gelten.

Immerhin findet sich die YouTube-App von Android-TV auf der Leelbox Q2, die sich ordentlich per Fernbedienung nutzen lässt. Jene Fernbedienung erfordert übrigens den Anschluss eines USB-Empfängers in einen der vier USB-Slots. Der braucht zwar keine direkte Infrarot-Sichtverbindung, die Verbindung ist im Test der Leelbox aber nicht allzu stabil. Manchmal müssen wir erst die Batterien aus der Fernbedienung entfernen und neu einlegen, bevor wir sie wieder nutzen können.

In einem Szenario kann die Leelbox im Test doch ein paar Punkte sammeln: Spielen wir auf USB-Geräten oder SD-Karten gespeicherte Videos via Kodi oder dem VLC Player ab, macht die Box einen ordentlichen Job. Erst ein 4K-Testvideo mit 60 Bildern pro Sekunde bringt die Box ins Schwitzen, alle anderen Testdateien werden sauber wiedergegeben.

Wer also einen lokalen Medienplayer mit Kodi-Unterstützung sucht, kann sich die Leelbox Q2 durchaus anschauen. Als Streaming-Lösung ist die Box den «Großen” aber hoffnungslos unterlegen.

SeeKool W95 Model T

Auch das SeeKool W95 Model T zeigt im Testvergleich mit Fire TV-Stick und Co. eklatante Schwächen. Neben ähnlichen Problemen mit instabilen WLAN-Verbindungen und ruckelnden Streams ärgert uns vor allem die träge Oberfläche und lahme App-Starts. Deutlich besser als bei den anderen Billig-Boxen funktioniert hingegen die Fernbedienung. Sie ist nicht nur aufgeräumt und reagiert gut, sondern emuliert auf Wunsch einen Maus-Cursor, der die Bedienung von Smartphone-Apps etwas vereinfacht. Natürlich ist die Funktion meilenweit von einer echten Maussteuerung entfernt, trotzdem gefällt uns der Ansatz.

Leider war es das dann auch schon mit den guten Eindrücken. Schon beim Start der vorinstallierten YouTube-App kommt weitere Ernüchterung auf. Die App zeigt die Smartphone-Variante von YouTube, die per TV-Fernbedienung nur umständlich zu steuern ist. Außerdem konnten wir trotz entsprechender TV-Auflösung nur Videos in 720p abspielen. Diese Einschränkungen in Kombination mit den anderen Schwächen machen die SeeKool-Streamingbox in unseren Augen ungeeignet für den Einsatz als Smart-TV-Upgrade.

Die x96 Mini Smart TV Box von Wingogo teilt im Test viele negativen Eigenschaften mit ihren Noname-Kollegen, fällt aber teilweise besonders unangenehm auf. Das beginnt schon bei der Fernbedienung: Die erfordert wie die Leelbox den Einsatz eines USB-Empfängers. Der nutzt aber eine Infrarot-Verbindung und braucht daher ein direktes Sichtfeld zur Fernbedienung – das ist nicht nur wenig zeitgemäß, sondern in der Praxis auch schlichtweg frustrierend.

Auch softwareseitig erwarten die Käufer neben dem unaufgeräumten Android-TV-Verschnitt einige Überraschungen. Dazu gehört vor allem der vorinstallierte K-Player: Dabei handelt es sich um eine Variante des offenen Mediacenters Kodi, die eine ganze Reihe von illegalen Streaming-Erweiterungen daherkommt. So präsentiert uns die x96 Mini im Test beispielsweise Fußball-Streams ohne Sky- oder DAZN-Abo oder verspricht aktuelle Hollywoodstreifen für lau. Selbst wenn man mit dem Dunkelgrauzonen-Streaming keine Probleme hat, lohnt sich der Kauf nicht. Im Test der X96 Mini stellen wir fest, dass die meisten vorinstallierten Piracy-Plug-ins für Kodi schlichtweg nicht mehr funktionieren. Da auch bei der x96 Mini WLAN- und CPU-Leistung nicht wirklich konkurrenzfähig sind, zeigt unser Daumen auch hier nach unten.

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Kommentare

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Guido Schmitz
Guido Schmitz

Ich habe einen modernen „Smart“ TV von LG. Leider sind mir hier Grenzen gesetzt, die mir nicht gefallen. Es sind längst nicht alle Streaming Inhalte verfügbar. Außerdem sind die Konfigurationsmöglichkeiten sehr begrenzt. z.B beim Amazon FireTV Stick für aktuell 25€ sind mir diese Grenzen nicht gesetzt, da ich hier Kodi, Amazon Prime, DAZN, Netflix, Watchever, IPTV etc. alles schauen kann. Vorraussetzung dafür ist, dass man sich damit beschäftigt, ein wenig Konfiguration ist nötig um das auf dem FireTV zum laufen zu bringen. Dann allerdings sind keine Grenzen gesetzt. Und die Leistung/Bedienbarkeit ist für solch ein günstiges/preiswertes Gerät hervorragend. Es ruckelt… Mehr... »

Redaktion
Redaktion

Leider gibt es bei den Android-Boxen fast nur No-Name-Produkte, die meist auch nur kurz auf dem Markt sind. Aber wir werden uns in den nächsten Wochen ein paar Modelle kommen lassen.

Sven
Sven

Sorry ihr habt echt den durchblick!?

Redaktion
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Wir werden den Test demnächst um weitere Modelle erweitern.