Der Konkurrent: Apple TV 4 im Test

Nach Jahren der Abstinenz hat Apple eine neue Version des Apple TV auf den Markt gebracht. Apple-Chef Tim Cook sieht im runderneuerten Apple TV 4 nicht weniger als die Zukunft des Fernsehens.

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Google Chromecast
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Äußerlich hat sich beim Apple TV 4 nicht allzu viel verändert, im Inneren ist dafür alles neu. Das beginnt schon beim A8-Prozessor, der die Streaming-Box auf das Leistungsniveau der aktuellen iPhones hievt.

Noch wichtiger ist allerdings das neue Betriebssystem tvOS. Es basiert auf dem mobilen Cousin iOS und bietet neben einer schicken Menüführung auch endlich einen vollwertigen App Store. Darüber lassen sich Spiele und Apps auf dem 32 oder 64 Gigabyte großen internen Speicher des Apple TV 4 installieren.

Ein optischer Audioausgang wurde hingegen – wie beim neuen Fire TV – gestrichen. Auch die von vielen Fans ersehnte Unterstützung für 4K-Videos hat sich nicht erfüllt, das neue Apple TV gibt wie seine Vorgänger nur FullHD-Material aus.

Mit Preisen von 179 bzw. 229 Euro für die Versionen mit 32 bzw. 64 Gigabyte ist die Apple-Box deutlich teurer als das Fire TV. Letzteres bietet zwar nur acht Gigabyte Speicher, der lässt sich aber per microSD-Karte oder USB-Speicher preisgünstig erweitern.

Streaming und App Store

So wie Amazon beim Fire TV sein Prime-Angebot in den Vordergrund stellt, ist das Apple TV natürlich in erster Linie zum Konsumieren von Angeboten aus Apples iTunes Store gedacht. Allerdings drängt sich iTunes auf dem Apple TV weniger auf als Amazons Prime auf dem Fire TV.

Da Apple für Filme und Serien keine Flatrate anbietet, muss man hier für jeden einzelnen Titel zahlen. Auch hier kann man das Gewünschte entweder leihen oder kaufen. Die Preise sind mit denen von Amazon weitgehend identisch.

In Sachen Streaming fanden sich zum Testzeitpunkt neben Netflix und Watchever die Mediatheken-Apps vom ZDF und Arte im App Store. Eine App für Amazon Prime fehlt dagegen bislang, gerüchteweise soll aber eine in Arbeit sein.

Live-TV kann man über Zattoo schauen, Magine ist inzwischen ebenfalls vorhanden. Fans von US-Sportarten dürfen auf die Apps der NBA, NFL oder auch der Wrestling-Liga WWE zugreifen, entsprechende deutsche Angebote sind derzeit noch Fehlanzeige. Das gilt aber auch für das Fire TV.

Wie zu  erwarten fühlen sich vor allem Apple-Enthusiasten beim Apple TV 4 wohl. Nicht nur über iTunes gekaufte Filme und Musik lassen sich direkt über die Box auf den Fernseher bringen, auch Fotos aus dem Fotostream sowie Apps, die bereits für das iPhone oder iPad gekauft wurden sind, sofern schon portiert, gleich nach der Anmeldung über die Apple-ID verfügbar.

Der Zugriff auf Nicht-Apple-Inhalte ist hingegen nur über Umwege möglich: Zwar verfügt das Apple TV 4 über einen USB-Anschluss, eine Festplatte oder einen USB-Stick mit Musik oder Filmen kann man hier aber nicht anschließen. Da ist man mit dem Fire TV klar im Vorteil. Immerhin: Wenn ein Mac im Netzwerk läuft, streamt das Apple TV 4 Inhalte, die über die «Privatfreigabe” von iTunes verfügbar sind. Musik von einem iTunes-Server abzuspielen, den viele Netzwerkfestplatten wie die von Synology oder Qnap anbieten, funktioniert dagegen nicht.

Eine Alternative zu iTunes ist die – sehr gut funktionierende – Plex-App. Auch sie erfordert allerdings einen laufenden Plex-Server im Heimnetz. Kodi wird für das Apple TV 4 dagegen wohl auf absehbare Zeit ein Wunschtraum bleiben.

Dafür gibt es mit Infuse eine tolle, kostenlose App, mit der man alle erdenklichen Videoformate von einer Netzwerkfestplatte abspielen kann. Das klappte im Test problemlos, Filme und Serien werden anhand des Titels sehr gut erkannt und anschließend mit den entsprechenden Filminfos und Artwork wunderschön angezeigt.

Außerdem kann man Inhalte sehr einfach per AirPlay vom Mac, dem iPhone oder dem iPad via Apple TV 4 auf den Bildschirm und die angeschlossenen Lautsprecher zaubern. Auf diese Art und Weise bekommt man sogar das Programm von Sky Go und Amazon auf den Fernseher, im Fall von Sky allerdings nur vom Laptop aus – die iOS Apps von Sky verhindern die Übertragung über AirPlay.

Das Streaming von Amazon-Inhalten per AirPlay mit Amazons iOS-App fürs iPhone funktioniert bei uns sogar wesentlich besser als mit Amazons Smart-TV-App für unseren Panasonic-Fernseher. Zum einen navigiert man hier viel schneller durch die Inhalte, zum anderen klappt bei Amazons Smart-TV App aus unerfindlichen Gründen die Sprachauswahl nicht.

Sorgen, dass beim Streaming über den »Umweg Smartphone« der Akku leidet, muss man sich auch nicht machen: Die Inhalte werden direkt vom Apple TV abgerufen, das Smartphone fungiert also nur als Fernsteuerung, es wird beim Streamen weder heiß, noch saugt es den Akku leer.

Das AirPlay-Streaming selbst klappt im Test mit einem schnellen AC-Netzwerk beim Streaming aus Apps wie Amazons Instant Video für iOS sehr gut. Die Bildschirmübertragung von einem Macbook Pro ruckelte in unserem Test dagegen ein wenig. Das klappte im direkten Vergleich erstaunlicherweise mit der alten Apple TV 3 besser. Hier scheint iOS 9 einen Bug zu haben: Wenn man Bluetooth während der AirPlay-Wiedergabe deaktiviert, läuft gestreamte Musik oder Videos meist deutlich besser.

Bedienung

Im Praxistest hinterlässt das Apple TV 4 einen gemischten Eindruck. So begrüßten uns zum Beginn unseres Tests trotz Umstellung auf die deutsche Menüführung zum Teil englischsprachige Menüpunkte; ein Fehler, der mittlerweile per Update behoben wurde. Solche Bugs ist man von Apple an sich nicht gewohnt.

Der Aufbau der Menüführung ist hingegen sehr schlüssig, die neue Bedienoberfläche im Vergleich zum Vorgänger deutlich freundlicher und schlicht und ergreifend schöner.

Toll ist auch die Möglichkeit, über die Lautstärke-Tasten der Apple TV Fernbedienung den Ton vom Fernseher oder dem AV-Receiver zu steuern, an dem das Apple TV 4 angeschlossen ist – eine HDMI-Verbindung vorausgesetzt. Umgekehrt funktioniert das übrigens auch: Das Apple TV 4 lässt sich in unserem Test problemlos mit der Fernbedienung unseres Panasonic-Fernsehers steuern. Das geht dank Pfeiltasten sogar teilweise besser als mit dem Daumen-Touchpad der Apple Fernbedienung.

Denn die Navigation über das Touch-Wischfeld der neuen Fernbedienung gestaltet sich auch nach längerer Nutzung eher schwierig – oft wünschte ich mir das Vier-Wege-Klickfeld des Apple TV 3 zurück, vor allem bei der Eingabe von Texten, etwa beim Hinterlegen von Passwörtern.

Mit dem jüngsten Updates hat Apple bei der Texteingabe allerdings deutlich nachgebessert. So kann man Text inzwischen auch wieder mit Apples Remote App vom Smartphone oder Tablet eingeben, außerdem lässt sich per Bluetooth eine Tastatur anschließen.

Vor allem aber kann man inzwischen auch über Siri per Spracheingabe buchstabieren. Dazu hält man einfach die Mikrophon-Taste auf der Fernbedienung gedrückt und spricht Buchstaben und Zahlen einzeln ein. Das klappt überraschenderweise hervorragend.

Siri auf dem Apple TV 4

Überhaupt ist die Integration von Apples Sprachassistentin Siri beim Apple TV ein echter Pluspunkt. Wie beim Fire TV kann systemweit per Druck auf die Mikrofon-Taste eine Sprachsuche initiiert werden. Das funktioniert vor allem im Hinblick auf das Filmangebot im iTunes Store ganz hervorragend, aber nicht nur da, denn im Gegensatz zum Fire TV sucht Siri auch in anderen Apps wie zum Beispiel Netflix. Diese »Cross-Platform-Suche« ist ein echter Vorteil des Apple TV 4 gegenüber dem Fire TV.

Siri erkennt nicht nur eingesprochene Filmtitel, auch komplexere Anfragen sind möglich. So liefert «zeige Horrorfilme mit Bruce Campbell” ebenso zuverlässige Ergebnisse wie «Zeige gut bewertete Komödien”. Lediglich eine Themensuche ist derzeit noch nicht integriert – wer beispielsweise eine «Dokumentation über Pinguine” sucht, muss manuell danach Ausschau halten.

Fragt man während der Filmwiedergabe «Was hat er/sie gesagt?” springt Siri automatisch ein paar Sekunden zurück und wiederholt die Stelle mitsamt eingeblendeten Untertiteln. Auch das Starten von installierten Apps funktioniert per Sprachbefehl tadellos.

Auch im App Store kann man inzwischen per Sprachbefehl suchen, ausgewählte Funktionen wie die Abfrage der Wettervorhersage oder der aktuellen Börsen-Informationen funktionieren ebenfalls. Erinnerungen, der Zugriff auf persönliche Termine und andere Features fehlen hingegen.

Gaming

Dank seines flotten Apple A8-Prozessors will Apple das Apple TV 4 neben der Streaming-Box auch als Alternative zur Spielkonsole positionieren – und das könnte gelingen.

Schon jetzt finden sich mit Oceanhorn, Badlands, Transistor und mehr eine ganze Menge interessanter Spieletitel im App Store. Das gilt zwar auch für das Fire TV, angesichts von über einem Jahr Vorsprung ist das Spieleangebot von Amazon aber noch überschaubar.

Vor allem in Kombination mit einem zusätzlichen Game-Controller hat das neue Apple TV durchaus Gaming-Potenzial. Zudem bietet die Fernbedienung der Apple-Box eingebaute Bewegungssensoren, die eine Steuerung im Stil von Nintendos Wii U erlauben.

Schon jetzt macht die Box vor allem im Hinblick auf Gelegenheitsspiele Laune. Top-Titel vom Schlage eines Uncharted oder Halo sollte man aber natürlich nicht erwarten.

Apple TV 4 Fazit

Alles in allem wirkte das Apple TV 4 zum Test-Zeitpunkt für ein Apple-Produkt noch ein wenig unfertig. Mit dem jüngsten Updates auf tvOS 9.2 hat Apple aber nachgebessert, so dass es hier inzwischen nichts mehr zu meckern gibt.

Im direkten Vergleich bietet Amazons Fire TV aber nicht nur das größere Angebot an Streaming-Inhalten, auch die Erweiterungsfähigkeiten per USB-Festplatte, Kodi und anderen Android-Apps machen die Amazon-Box zur flexibleren Lösung. Auf die umfangreiche iTunes-Bibliothek muss man beim Fire TV allerdings verzichten.

Vor allem aber profitieren Besitzer von 4K-Fernsehern von hochauflösenden Inhalten. Aus diesem Grund hat die Box von Amazon für uns leicht die Nase vorn.

Etwas anders sieht die Rechnung aus, wenn Sie ohnehin bereits andere Apple-Geräte benutzen. In diesem Fall ist Apple TV eindeutig die bessere Wahl für Sie – wenn Sie auf 4K-Inhalte verzichten können und Sie der Umweg übers iPhone beim Streamen von Amazon-Inhalten nicht stört.

Amazon Fire TV 2015 im Testspiegel

Nachdem das erste Fire TV fast durch die Bank gut bei Testern und Kunden ankam, gehen die Kollegen mit dem Nachfolger härter ins Gericht. Das liegt vor allem an den wenigen Neuerungen im Vergleich zur ersten Version und diversen Kinderkrankheiten, die Amazon aber inzwischen größtenteils per Update ausgemerzt hat.

Im Test-Querschnitt bei Testberichte.de kommt die aktuelle Streaming-Box auf eine sehr gute Durchschnittsnote von 1,3. Auch das Urteil von Mobilegeeks fällt positiv aus. Unter dem an Apple angelehnten Motto «It just works” lobt Autor Daniel Matzkuhn vor allem die einfache Einrichtung und Bedienung der Amazon-Box.

Auch die flotte Wiedergabe des Contents gefällt dem Tester. Kritik gibt es hingegen an der etwas halbgar umgesetzten Unterstützung des Gamecontrollers. Außerdem bemängelt er Probleme beim Surround-Sound. Dessen ist man sich bei Amazon aber offensichtlich bewusst und arbeitet derzeit an Updates für das Betriebssystem, die zum Teil schon verfügbar sind. Mit der guten Bewertung von 8 von 10 Punkten endet der Test entsprechend positiv:

»Ich habe die Amazon Fire TV als Schaltzentrale fürs Wohnzimmer lieben gelernt. Die einfache Einrichtung und Bedienung machen Spaß, die Sprachsuche funktioniert sehr gut, auch wenn sie leider nur auf die Amazon-Mediathek beschränkt ist. Dazu gibt es viele Apps und externe Mediatheken. Für 99 Euro gibt es keine andere Box, die zu all dem noch 4K wiedergibt.«

Im Test bei AreaDVD bekommt das Fire TV 2015 zwar die Endnote «sehr gut”, doch auch hier lautet das Fazit, dass Amazon ein wenig mehr Neuerungen in die Box hätte packen können. Neben gelegentlichen Rucklern – die wir in unserem Test nicht feststellen konnten – bemerkt Tester Karsten Serck vor allem die geringen Anreize, von der ersten auf die zweite Generation des Fire TV umzusteigen:

»Da in den meisten Ultra HD-Fernsehern ohnehin bereits die Amazon Video-App vorhanden ist, dürfte sich der Kaufanreiz für viele Nutzer in Grenzen halten. Ohnehin ist das derzeit verfügbare Ultra HD-Angebot noch sehr überschaubar.«

Eine insgesamt gute Bewertung erhält der Fire TV 2015 auch im ausführlichen Test bei den Kollegen von Golem. Wie die meisten Tester lobt auch Ingo Pakalski die komfortable Einrichtung und durchdachte Bedienung der Box. Ebenfalls in die gleiche Kerbe wie viele seiner Kollegen schlägt er aber bei den eher geringen Neuerungen des Fire TV 2015. Gelobt wird hingegen die Zukunftssicherheit dank 4K-Unterstützung:

»Mit der Wiedergabe von 4K-Inhalten ist das Fire TV für die Zukunft gerüstet. Bisher gibt es nur vergleichsweise wenige Inhalte mit dieser Auflösung. Dadurch ist der tatsächliche Vorteil derzeit noch überschaubar, aber in den kommenden Wochen und Monaten wird es wohl mehr 4K-Inhalte geben.«

Auch CHIP Online hat das aktuelle Fire TV 2015 einem Praxistest unterzogen, der ebenfalls positiv ausfällt. Vor allem die Vielseitigkeit der Amazon-Box mit der Option für 4K-Wiedergabe, Android-Apps und der einfachen Bedienung überzeugt die Redaktion. Daher lautet das Fazit:

»Der Amazon Fire TV 2 für knapp 100 Euro trumpft im Test mit 4K-Wiedergabe auf – im Gegensatz zum neuen Apple TV oder Chromecast. Zudem gibt es dafür schon durchaus einigen UHD-Content bei Amazon Prime. Außerdem eignet sich die Streaming-Konsole für ein Spiel zwischendurch.«

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Kommentare

15 Kommentare zu "Die beste Streaming-Box"

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Die haben wir und Ist Hammer

Apple? Bringt es doch nicht mehr!

Ich kann mich dieser Erkenntnis nur anschließen .

Ca 6 Monate und die ATV4 ist im Test garantiert wieder Top.

Oliver Friesenecker

Macht richtig Spaß das Ding. …Ich ertapp mich dabei schon kein herkömmliches Tv mehr zu sehn.
Werbefrei und ohne lästig Einblendungen.

Bin sehr zufrieden

Und wieviele Filme auf 4 k konntest anschauen???

Magic box. I love it. Free tv war gestern. Ohne Werbung und ohne Schnitte. So macht tv sehn Spaß

Den Wegfall des optischen Ausgangs finde ich fragwürdig. Das erschwert unnötig hohe Wiedergabequalität von Musik.

Thomas Mantel glaubst kann das was ?

Der neue Stick ist super …

Gibts da auch Sport

Der Wegfall des optischen Ausgangs ist für mich auch ein Schildbürgerstreich. Amazon Music über die TV – Lautsprecher? Neee, oder?

Hdmi!?

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