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Die beste Systemkamera bis 1.300 Euro

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spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 Mit Xf 18 55 Mm [foto Medianord] Sl3xpj
Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht

fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.

Die beste spiegellose Systemkamera in der Preisklasse bis 1.300 Euro inklusive Objektiv ist für uns die Fujifilm X-T30. Den Testsieg schafft sie durch gute Allround-Eigenschaften, vor allem aber auch, weil es sie zu diesem Preis schon mit einem qualitativ hochwertigen Objektiv gibt. Beides zusammen sorgt für die beste Bildqualität in dieser Klasse.

Update 20. September 2019

Wir haben den Kreis der getesteten Kameras um drei Modelle erweitert. Eine davon hat es in die Empfehlungen geschafft. Die Panasonic Lumix DC-GX9 ist eigentlich etwas zu günstig für dieses Testfeld. Dadurch ergibt sich für das vorgegebene Budget (1.300 Euro) aber eine sehr interessante Kombination mit gleich zwei Objektiven, mit denen man für sehr viele Anwendungsfälle gerüstet ist.

Handlich wie eine Kompaktkamera, dabei flexibel und mit der Bildqualität einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) – das sind die Vorteile spiegelloser Systemkameras.

Bei diesen Kameras ersetzt ein Videosucher den klassischen optischen Sucher einer DSLR. Das bietet gleich eine Reihe von Vorteilen: Weil kein aufwändiger Klappspiegel gebraucht wird, können die Kameras deutlich kleiner und leichter ausfallen. Der elektronische Sucher gibt bereits vor der Aufnahme eine Vorschau auf das Bildergebnis – das hilft, unpassende Kameraeinstellungen zu vermeiden. Und da es keinen hin- und herschwingenden Spiegel mehr gibt, sind mit spiegellosen Systemkameras deutlich höhere Serienbildraten möglich.

Wie bei einer DSLR kann man auch mit einer spiegellosen Systemkamera das Objektiv wechseln: Setzen Sie zum Beispiel ein Weitwinkelobjektiv an, um eine weite Landschaft aufzunehmen, mit einem Teleobjektiv gehen Sie dagegen auf Tuchfühlung mit dem Kirchturm am Horizont oder einem Reh am Waldrand.

In diesem Test geht es um die so genannte Mittelklasse unter den spiegellosen Systemkameras. Die Kameras kosten meist rund 1.000 Euro ohne Objektiv, sind exzellent ausgestattet und haben oft viele Leistungsmerkmale von den noch teureren Spitzenmodellen geerbt. Diese Klasse ist sehr interessant auch für Umsteiger, beispielsweise von Kompaktkameras oder von älteren Spiegelreflex-Kameras. Deshalb betrachten wir hier nicht nur die nackte Kamera, sondern auch das System drumherum.

Preis-Ziel waren maximal 1.300 Euro inklusive Objektiv. Oft gibt es ein Bundle mit einem Kit-Objektiv, das nur wenig Aufpreis kostet, aber auch in der Regel nicht sehr viel taugt. Es kann sich lohnen, ein paar Euro mehr in das nächst bessere Objektiv zu investieren, dann kommt am Ende deutlich mehr Bildqualität heraus, denn der limitierende Faktor sind in dieser Klasse nicht die Kameras, sondern die Objektive.

Falls Sie weniger ausgeben wollen: Die spiegellosen Systemkameras bis 800 Euro behandeln wir in einem separaten Test. Und auch für die absolute Spitzenklasse – die beste spiegellose Systemkamera ohne Preisgrenze – haben wir einen extra Vergleichstest. Ein Test für die Preisklasse bis 2.000 Euro inklusive Objektiv ist für Oktober 2019 geplant.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Fujifilm X-T30

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 Mit Xc 15 45 Mm Schwarz Schwarz [foto Fujifilm] Sj13da
Dank hochwertigem Objektiv liefert die X-T30 die beste Bildqualität ihrer Klasse. Design und Bedienung sind sehr klassisch gehalten, man könnte auch sagen "retro". Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen.

Des Testsieg in dieser Klasse hat knapp die Fujifilm X-T30 für sich entschieden. Sie ist vom Konzept her noch bei bisschen mehr Foto-Kamera als die zweitplatzierte Sony, im im Video-Bereich einige Vorteile gegenüber der Fujifilm hat (die Video-mäßig aber auch top ausgestattet ist) und im vorgeschlagenen Paket auch das universellere Zoom-Objektiv mitbringt.

Die Fujifilm X-T30 hat uns aber mit einem noch etwas besseren Bildqualität überzeugt. Dafür ist zum einen der hervorragende Bildsensor verantwortlich, vor allem aber das hochwertige 18-55 Millimeter-Zoomobjektiv (27-83 Millimeter umgerechnet auf Kleinbild-Brennweite). Ein weiterer Punkt für den Testsieg ist das große Sortiment an hochwertigen Objektiven, das Fujifilm über die Jahre aufgebaut hat. Die Fujifilm X-T30 ist sehr liebevoll gestaltet, aber auch sehr »retro« – das sagt vielleicht nicht jedem zu. Für die gibt es etliche Alternativen.

Universeller Video-Star

Sony Alpha 6400

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Sony Alpha 6400 Mit 16 50 Mm [foto Sony] Va4g45
Die Objektive sind nicht ganz so scharf, dafür im Vergleich zum Testsieger entweder kleiner oder mit mehr Zoom. Die Video-Funktionen stellen auch ambitionierte Videofilmer zufrieden.

Rein als Kamera ist die Sony Alpha 6400 dem Testsieger ebenbürtig und jeder mag für sich entscheiden, welchem Gerät er den Vorzug gibt. Die Sony ist vom Design und Konzept her eher zeitlos gehalten und bietet für Video-Filmer noch einige tolle Funktionen. Für 1.300 Euro bekommt man diese Kamera schon mit einem Zoom-Objektiv mit deutlich erweitertem Zoomfaktor von 27 bis 203 Millimeter (umgerechnet auf Kleinbild). Das wird allen gefallen, die nicht gerne das Objektiv wechseln oder zumindest ein Objektiv haben möchten, mit dem sie einen großen Zoombereich abdecken. Lediglich hinsichtlich der Bildqualität kommt die Kamera-Objektiv-Kombination nicht ganz an den Testsieger heran.

Rasend schnell

Canon EOS M6 Mark II

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Canon Eos M6 Mark Ii [foto Canon] Masnmc
Schnellste Serienbilder und ein leistungsfähiger Autofokus. Dazu einen APS-C-Sensor mit den meisten Megapixeln. Der Sucher ist nicht eingebaut, sondern wird oben aufs Gehäuse gesteckt. Leider gibt es für das EOS-M-System kaum Objektive und Canon tun auch wenig, um dies zu verbessern.

Nagelneu vorgestellt und erst ab September 2019 zu haben ist die Canon EOS M6 Mark II. Diese konnten wir schon kurz in den Händen halten. Wir kennen aber auch deren Vorgänger und Schwestermodelle sehr gut, sodass wir auch vorab schon einen ganz guten Gesamteindruck bekommen haben. Hinsichtlich Sensorauflösung (mehr als 32 Megapixel) und Serienbildgeschwindigkeit (14 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung) und mit Autofokus-Nachführung ist die Canon derzeit nicht zu toppen. Dass die Canon EOS M6 Mark II der Fujifilm X-T30 den Testsieg dennoch voraussichtlich nicht streitig machen wird, liegt an dem nach wie vor sehr kleinen und lückenhaften Objektiv-Angebot für das EOS-M-System, das der Hersteller auch nur zögerlich weiter ergänzt.

Integrierter Bildstabilisator

Panasonic Lumix DC-G91

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Panasonic Lumix Dc G91 Mit 12 60 Mm 3.5 5.6 [foto Panasonic] Eaog2a
Ein etwas kleinerer Sensor (Micro Four Thirds), dafür aber mit Bildstabilisator. Dazu jede Menge Ausstattung und ein riesiges Objektiv-Angebot. Das Gehäuse ist im Vergleich zur Konkurrenz größer und schwerer.

Die Panasonic Lumix G91 hat gegenüber allen zuvor genannten Kameras einen kleineren Micro Four Thirds Sensor (unlogischerweise in einem größeren und schwereren Kameragehäuse). Dieser ist schwingend aufgehängt und mit einem Bildstabilisator versehen. Selbst wenn das Objektiv zusätzlich noch einen Bildstabilisator besitzt, bietet das Vorteile, denn beide Stabilisationssysteme ergänzen sich und man bekommt ggf. noch bei wenig Licht unverwackelte Fotos hin, wo andere System passen müssen. Für unter 1.300 Euro bekommt man die Kamera mit dem zwar optisch nicht ganz so guten 12-60mm-Objektiv, aber das entspricht umgerechnet auf Kleinbild 24 bis 120 mm Brennweite, also sehr viel Weitwinkel bis schon ganz ordentlich Tele. Daher ist es trotzdem eine empfehlenswerte Kombination für viele Anwendungen.

Gut & Günstig

Panasonic Lumix DC-GX9

Test Systemkamera bis 1.300 Euro: Panasonic Lumix DC-GX9
Kleinerer Sensor, aber mit Bildstabilisator. Der günstigere Preis ermöglicht für 1.300 Euro bereits ein zweites Objektiv.

Die Panasonic Lumix DC-GX9 ist technisch in vielen Punkten der Lumix G91 ähnlich, hat allerdings ein völlig anderes Design. Ihr Gehäuse ist  kompakter und aus Kunststoff. Ihr günstiger Preis ermöglicht für ein Budget von 1.300 Euro schon eine interessante Kombination mit zwei Objektiven. Wir empfehlen ein lichtstarkes, kompaktes Pancake-Objektiv und einen 10-fach-Reisezoom. Damit sind Sie für viele Anwendungsfälle gerüstet.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerUniverseller Video-StarRasend schnellIntegrierter BildstabilisatorGut & Günstig
Modell Fujifilm X-T30 Sony Alpha 6400 Canon EOS M6 Mark II Panasonic Lumix DC-G91 Panasonic Lumix DC-GX9 Olympus PEN-F Sony Alpha 6100 Olympus OM-D E-M5 Mark II
spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 Mit Xc 15 45 Mm Schwarz Schwarz [foto Fujifilm] Sj13daspiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Sony Alpha 6400 Mit 16 50 Mm [foto Sony] Va4g45spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Canon Eos M6 Mark Ii [foto Canon] Masnmcspiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Panasonic Lumix Dc G91 Mit 12 60 Mm 3.5 5.6 [foto Panasonic] Eaog2aTest Systemkamera bis 1.300 Euro: Panasonic Lumix DC-GX9spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Olympus Pen F Mit 14 42 Mm Ed Ez Schwarz Schwarz [foto Olympus] V3nmunTest Systemkamera bis 1.300 Euro: Sony Alpha 6100Test Systemkamera bis 1.300 Euro: Olympus OM-D E-M5 Mark II
Pro
  • Beste Bildqualität dieser Klasse
  • Sehr universelle Kamera
  • Professionelle Video-Funktionen
  • Sehr schnelle Serienbilder
  • Höchste Auflösung eines APS-C-Sensors
  • Extrem schnelle Serienbilder
  • Bildstabilisator
  • Bildstabilisator
  • Günstiger Preis
  • Bildstabilisator
  • Kompakt und edel
  • Sehr universelle Kamera
  • Sehr schnelle Serienbilder
  • Sehr guter Bildstabilisator
Contra
  • Kein in der Kamera eingebauten Bildstabilisator
  • Kein in der Kamera eingebauten Bildstabilisator
  • Kein in der Kamera eingebauten Bildstabilisator
  • Kein eingebauter Sucher (aber elektronischer Aufstecksucher mitgeliefert)
  • Nur kleines Wechselobjektiv-Angebot
  • Recht großes Gehäuse
  • Recht geringe Akkulaufzeit
  • Recht geringe Akkulaufzeit
  • Kunststoffgehäuse
  • Kein 4K-Video
  • Kein eingebauter Blitz (aber kleiner Aufsteckblitz mitgeliefert)
  • Kein in der Kamera eingebauten Bildstabilisator
  • Derzeit noch zu teuer
  • Kein 4K-Video
  • Kein eingebauter Blitz (aber kleiner Aufsteckblitz mitgeliefert)
Bester Preis
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Was macht eine gute Kamera aus?

Derzeit gibt es 66 verschiedene aktuelle Systemkameras. Mit ein paar weiteren Auslaufmodellen, die nur noch vereinzelt erhältlich sind, dürften es rund 75 Modelle sein, die man derzeit neu kaufen kann. Preislich liegen die günstigsten bei 500 Euro inklusive Objektiv, die teuersten bei über 10.000 Euro ohne Objektiv. Entsprechend groß ist natürlich der Leistungsunterschied.

In diesem Test geht es um die sogenannte Mittelklasse unter den spiegellosen Systemkameras, genauer gesagt, die »untere Mittelklasse«. Diese Kameras sind meist exzellent ausgestattet und haben viele Leistungsmerkmale, die sich sonst nur in noch teureren Spitzenmodellen finden. Diese Klasse ist auch für Umsteiger, beispielsweise von Kompaktkameras oder von älteren Spiegelreflex-Kameras, sehr interessant. Deshalb betrachten wir hier nicht nur die nackte Kamera, sondern auch das System drumherum. Denn wer über 1.000 Euro für eine Kamera ausgibt, der will wahrscheinlich nicht nur eine »bessere Kompaktkamera«, sondern er will später weitere Objektive für verschiedene Anwendungsfälle hinzu kaufen können. Daher berücksichtigen wir auch Fragen wie diese:

  • Ist das System etabliert?
  • Wie viele Objektive gibt es für das System und was taugen diese?
  • Baut der Hersteller das System weiter aus, ist es zukunftssicher?

Preis-Ziel waren maximal 1.300 Euro inklusive Objektiv. Nur als »Gehäuse«, wie der Fotograf es nennt, also ohne Objektiv, kosten die hier vorgestellten Kameras meist knapp unter 1.000 Euro. Oft gibt es ein Bundle mit einem Kit-Objektiv, das nur wenig Aufpreis kostet, aber auch in der Regel nicht sehr viel taugt. Es kann sich lohnen, ein paar Euro mehr in das nächstbessere Objektiv zu investieren, dann kommt am Ende deutlich mehr Bildqualität heraus, denn der limitierende Faktor ist in dieser Klasse nicht die Kamera, sondern das Objektiv. Im Folgenden haben wir unsere Anforderungen zusammengetragen.

Unsere Anforderungen

Mindestens 20 Megapixel Bildgröße sollten es sein, gerne noch mehr. Die Anzahl der Megapixel alleine sagt noch nicht viel über die Bildqualität aus, aber eine höhere Megapixel-Zahl eröffnet die Möglichkeit, nachträglich noch einen Bildausschnitt genauer festzulegen.

Ein schneller und präziser Autofokus ist wichtig. Den braucht man nicht nur bei Sport-Aufnahmen, sondern auch, wenn man Kinder oder Tiere fotografiert.

Schnelle Serienbilder bringen Pluspunkte, denn manchmal hilft nur »Draufhalten« und sich dann aus einer Reihe von etlichen Aufnahmen das beste Bild auszusuchen.

Hochauflösendes 4K-Video soll möglichst drin sein, und zwar mit einer ruckelfreien Bildrate von mindestens 25, besser 30 Bildern pro Sekunde. Solche hochauflösenden Videos sehen einfach großartig aus. Selbst falls Sie heute noch keinen 4K-Fernseher haben, Ihr nächster wird bestimmt einer. Und dann werden Sie sich freuen, wenn die Videos, die Sie mit Ihrer neuen Kamera gedreht haben, schon die hohe Auflösung haben.

Eine Kameras, die 4K-Videos machen kann, ist zukunftssicher

Ein Sensor-Shift-Bildstabilisator gibt Pluspunkte, soll aber keine Bedingung sein. Viele Objektive haben ja einen Bildstabilisator eingebaut. Aber es kann nicht schaden, wenn die Kamera auch einen hat. Für noch mehr Stabilisierungsleistung kann man teilweise auch beide Verfahren kombinieren.

Ein Sucher muss sein, nicht ausschließlich ein Monitor. Wenn nicht fest eingebaut, dann als Aufstecksucher, aber im Preis enthalten. Im hellen Sonnenlicht ist das Bild auf Kameramonitoren oft nicht gut erkennbar. Aber auch fürs konzentrierte Fotografieren eignet sich ein Sucher viel besser als ein Monitor. Zudem beugt die Haltung der Kamera dicht am Körper und am Kopf Verwacklungen vor. Beim Blick auf den Live-View-Monitor am womöglich gestreckten Arm hingegen muss der Bildstabilisator einiges leisten.

Ein Klapp-Monitor ist eine feine Sache. Er ermöglicht Aufnahmen über Menschenmengen hinweg oder dicht vom Boden aus, ohne selber im Dreck zu knien. Für unsere Auswahl keine Pflicht, gibt aber Pluspunkte.

 Systemkamera bis 1.300 Euro Test: 81 Iyffuqpl. Sl1500

Am Touchscreen scheiden sich hingegen eher die Geister. Die Konfiguration der vielen Einstellungen per Touchscreen bekommt bislang kein Hersteller gut hin. Zu sehr ist man noch den alten Bedienkonzepten verhaftet. Aber bei einer Sache ist ein Touchscreen auf jeden Fall praktisch: bei der Wahl des Punktes, auf den die Kamera scharfstellen soll. Einfach auf die entsprechende Stelle am Monitor tippen – schon sitzt die Schärfe da, wo man sie haben will (das funktioniert meist sogar, wenn man gar nicht auf den Monitor, sondern in den Sucher schaut). Die Alternative dazu ist die Wahl des Fokus-Punkts per Joystick. Darauf schwören viele Anwender und schalten einen evtl. vorhandenen Touchscreen lieber ab. Wir meinen: Ein Touchscreen gibt Pluspunkte, ist aber keine Bedingung.

Für 1.300 Euro soll ein Zoom-Objektiv mit dabei sein, mit dem man langfristig zufrieden ist. Selbst wenn Sie weitere Objektive dazukaufen, sollte das Kit-Objektiv seinen Sinn haben und nicht nur ungenutzt im Schrank liegen.

Es sollte eine gute Auswahl an Zusatzobjektiven geben

Für unseren Testsieger muss es ein ausreichend breites Angebot an Objektiven geben. Die sollten natürlich Autofokus haben. Und wenn Fremdhersteller das System mit unterstützen, wäre das sicherlich auch nicht verkehrt – das vergrößert das Objektiv-Angebot.

Selbst bei diesen nicht gerade geringen Anforderungen stoßen wir auf ein erfreulich breites Angebot, sodass wir nicht nur einen Testsieger, sondern auch noch weitere interessante Empfehlungen haben.

So haben wir getestet

Für die Kameratests arbeitet AllesBeste mit digitalkamera.de zusammen, dem seit 1997 meist frequentierten deutschsprachigen Online-Portal zur (digitalen) Fotografie. Ein Schwerpunkt von digitalkamera.de sind die Kameratests im eigenen Testlabor. Dort werden alle Kameras und Objektive zunächst messtechnisch untersucht. Es geht unter anderem um Auflösung, Farbtreue, Rauschverhalten und Geschwindigkeit. Zusätzlich werden im Labor unter immer exakt gleichen Bedingungen etliche praxisgerechte Testaufnahmen gemacht, die den Testern später auch eine eigene visuelle Beurteilung ermöglicht. Zusammen mit der folgenden praktischen Erprobung der Kamera ergibt sich dann ein Gesamteindruck, den der Tester in einen (meist sehr umfangreichen) Testbericht niederschreibt.

Da digitalkamera.de die Testgeräte idealerweise schon sehr kurz nach der Markteinführung (oder noch besser: schon vor der Markteinführung) von den Herstellern leihweise bekommt, bleiben diese brandneuen (und meist raren) Testgeräte meist nur ein bis drei Wochen in der Redaktion. Dadurch ist praktisch nie ein komplettes Testfeld gleichzeitig in der Test-Redaktion und das ist auch der Grund, warum es von den Kameratests keine so Gruppenaufnahmen gibt.

Da die Kameratests immer genau gleich ablaufen und die Testbedingungen im Labor immer identisch sind, lassen sich die Einzeltests der Kameras oder Objektive jedoch jederzeit, selbst noch nach Jahren, direkt miteinander vergleichen. So entstehen die Vergleichstest für AllesBeste, die bei Erscheinen einer neuen Kamera in einer Kategorie dann jederzeit aktualisiert werden können. Wenn Sie sich für eine bestimmte Kamera noch eingehender informieren möchten, finden Sie auf digitalkamera.de den ausführlichen Testbericht kostenlos sowie als Bezahlinhalte die Original-Testbilder, das ausführliche Labortest-Protokoll sowie die Tests aus verschiedenen Fachzeitschriften als PDF.

 spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 Mit Xf 18 55 Mm [foto Medianord] Kx1auh

Unser Favorit: Fujifilm X-T30

Die Fujifilm X-T30 ist der neueste Spross in der beliebten Mittelklasse der APS-C-Systemkameras von Fujifilm. Das Fujifilm X-System gibt es seit 2012 und hat mittlerweile ein äußerst umfangreiches Sortiment an teilweise sehr hochwertigen Objektiven, die speziell für dieses spiegellose System entwickelt wurden. Die X-T30 ist aus 2019 und technisch ganz auf der Höhe der Zeit. Einiges der in ihr verbauten Technik hat sie von der teureren Fujifilm X-T3 übernommen, die in ihrer Preisklasse ebenfalls zu den absoluten Top-Produkten zählt.

Testsieger

Fujifilm X-T30

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 Mit Xc 15 45 Mm Schwarz Schwarz [foto Fujifilm] Sj13da
Dank hochwertigem Objektiv liefert die X-T30 die beste Bildqualität ihrer Klasse. Design und Bedienung sind sehr klassisch gehalten, man könnte auch sagen "retro". Die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen.

Zum Testsieg verholfen haben der X-T30 ihre herausragende Bildqualität in Verbindung mit dem Zoomobjektiv XF 18-55 F2,8-4. Dieses Objektiv ist kein »billiges Kit-Objektiv«, sondern ein hochwertiges,  universelles Alltagsobjektiv mit hoher optischer Leistung und guter Lichtstärke bei gleichzeitig kompakten Abmessungen. Einzeln kostet es rund 650 Euro. Zusammen mit der Kamera im Bundle spart man rund 200 Euro. Das lohnt sich also.

Alternativ gibt es die Kamera mit einem weniger lichtstarken und weniger guten (dafür immerhin kleineren und leichteren) Motorzoom-Objektiv XC 15-45 mm F3.5-5.6 OIS PZ schon für rund 1.000 Euro. Wir empfehlen jedoch ausdrücklich die bessere Kombination mit dem lichtstarken XF-Objektiv.

Design und Bedienung

Mit rund 12 x 8 x 5 Zentimetern ist die Fujifilm X-T30 eine sehr kompakte spiegellose Systemkamera, auch wenn sie spürbar höher ausfällt als beispielsweise eine Sony Alpha 6400. Fujifilm setzt im Gegensatz zu Sony auf ein sehr klassisches Kameradesign im Stil der 80er Jahre, was auch bei der Bedienung mit analogen Rädern deutlich wird.

Die X-T30 fühlt sich sehr hochwertig an und ist sauber verarbeitet. Die Top- sowie die Bodenplatte bestehen aus einer Magnesiumlegierung und sind wahlweise schwarz, silber oder anthrazit lackiert. Der mittlere Teil des Gehäuses besteht aus Kunststoff, wovon man aber nicht viel sieht, denn die Kamera ist ganz klassisch großzügig mit griffigem, genarbten Gummi »beledert«. Gegen Spritzwasser und Staub ist die X-T30 allerdings nicht geschützt – das bekommt man bei Fujifilm erst in höheren Preisklassen.

 spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Fujifilm X T30 [foto Medianord] 25f5bn

Das sehr klassische Design findet in einem ebenso klassischen Bedienkonzept seine Fortsetzung mit den drei Bedienrädern auf der Oberseite. Der Auslöse-Knopf besitzt sogar, wie früher, ein Gewinde für einen Draht-Fernauslöser. Aber auch ein Kabelfernauslöser oder noch modernere Lösungen lassen sich natürlich verwenden, doch dazu später mehr. Auf moderne Dreh/Drück-Multifunktionsräder muss der Anwender dennoch nicht verzichten, diese haben leider etwas wenig Grip, sodass man gelegentlich versehentlich einen Druck darauf auslöst. Da muss man etwas feinfühlig agieren.

Das Belichtungskorrekturrad sitzt ganz prominent an der hinteren, rechten Ecke und lässt sich gut mit dem Daumen drehen. Da es nicht verriegelt ist, muss man auch hier aufpassen, es nicht versehentlich zu verstellen (selbst im Vollautomatikmodus verliert das Belichtungskorrekturrad seine Funktion nicht). Die Position der auf der Spitze der Daumenmulde platzierten Quick-Menü-Taste ist ebenfalls alles andere als Ideal. Für Grobmotoriker ist die etwas filigrane Bedienung der X-T30 also eher nichts, ansonsten lässt sie sich aber gut bedienen.

Feinfühlige Bedienung

Das linke Wahlrad stellt ein, welchen Aufnahmemodus man benutzen möchte. Rechts vom Sucherbuckel sitzt das Belichtungszeitenrad mit Automatikstellung und Belichtungszeitaufdrucken in ganzen Blendenstufen. Per Multifunktionsrad lassen sich die Zwischenschritte in Drittelstufen einstellen. Praktischer ist es aber, bei manueller Belichtung den in Drittelstufen laufenden Blendenring am Objektiv dafür zu verwenden, denn auf den geringen Blendenunterschied kommt es in der Regel bezüglich der Schärfentiefe meist nicht genau an. Stellt man das Belichtungszeitenrad auf T, lässt sich die Belichtungszeit bequem über das Multifunktionsrad einstellen wie bei jeder anderen modernen Kamera auch.

Mit dem Joystick auf der Kamerarückseite lässt sich der Autofokuspunkt bequem platzieren. Damit navigiert man auch durch die Menüs. Diese sind bei Fujifilm sehr umfangreich und bieten viele Individualisierungsmöglichkeiten der Kamera von der Funktions- und Tastenbelegung bis hin zu Spezialfunktionen. Der Bildschirm misst rund 7,5 Zentimeter in der Diagonale und verschwendet dank des 3:2-Seitenverhältnisses im Livebild auch keinen Platz. Auflösung und Helligkeit sind in Ordnung.

Sehr praktisch ist nicht nur die Touchfunktion, sondern auch die Klappmöglichkeit um 45 Grad nach unten und etwas über 90 Grad nach oben. Das reicht zwar nicht für die gefragten Selfies, aber sehr wohl für bodennahe sowie Über-Kopf-Aufnahmen. Die Touchfunktion beschränkt sich nicht nur auf das Fokussieren auf ein Motivdetail per Fingertipper und das Auslösen, sondern auch das Wischen durch die Aufnahmen in der Wiedergabe sowie das Vergrößern und Verkleinern sind möglich. Im Hauptmenü arbeitet die Touch-Funktion zwar nicht, wohl aber im Quick-Menü. Trotz alledem ist die Touchfunktion nur ein nettes Zusatzfeature für diejenigen, die es nutzen wollen. Niemand wird dazu gezwungen, alles funktioniert auch über Tastendrücke.

Alles geht per Touch, aber auch per Tastendruck

Selbstverständlich verfügt die Fujifilm X-T30 als »klassische« Kamera auch über einen elektronischen Sucher. Er ist fest verbaut und löst mit seinem OLED 2,36 Millionen Bildpunkte auf. Zudem zeigt er einen hohen Kontrast und eine schöne Farbbrillanz. Helligkeit und Farbabgleich lassen sich einstellen, wobei der Sucher in der Standardeinstellung im Gegensatz zum Bildschirm seine Helligkeit automatisch regelt. Der Sucher arbeitet quasi verzögerungsfrei und mit einer hohen Bildwiederholrate, sodass er bei ausreichend Umgebungslicht nicht ruckelt. Dank des Näherungssensors aktiviert sich der Sucher automatisch. Mit der kleinbildäquivalenten 0,62-fachen Vergrößerung ist er ausreichend groß, lässt sich aber mit aufgesetzter Brille nicht gänzlich überblicken. Die Dioptrienkorrektur (-4 bis +2) ist bequem einstellbar.

Per USB-C-Buchse lässt sich die X-T30 problemlos überall auch mit Fremdgeräten oder einer USB-Powerbank aufladen, was auf Reisen sehr praktisch ist. Sogar im eingeschalteten Zustand nimmt sie sich per USB Strom, braucht aber zum Funktionieren immer einen eingelegten Akku. Der reicht für immerhin 380 Aufnahmen nach CIPA-Standardmessverfahren, das ist ein sehr ordentlicher Wert für eine so kleine spiegellose Systemkamera.

Ausstattung

Unbedingt mal ausprobieren sollte man die Fujifilm-typischen typischen Filmsimulationsmodi, z. B. Velvia, Astia oder Classic Chrome, die den Look der Bilder verändern. Auch der ursprünglich mit dem GFX-System eingeführte Acros Schwarzweißeffekt samt Körnungssimulation ist inzwischen in der Mittelklasse von Fujifilm, also der X-T30, angekommen. Wer möchte, kann zudem andere Bildeffekte wie Miniatur, Lochkamera etc. aktivieren, erreicht werden sie über die Adv.-Einstellung des Drive-Wahlrads. Hier ist übrigens auch die Schwenkpanoramafunktion zu finden, die allerdings bei der X-T30 nicht viel taugt, weil sie keine wirklich hohen Auflösungen erzeugt. Das kann ihr Smartphone womöglich besser.

Besonders stark bei Intervall- und Reihenaufnahmen

Was die X-T30 hingegen richtig gut beherrscht, sind Intervallaufnahmen. Bis zu 999 Fotos lassen sich im Abstand von einer Sekunde bis maximal 24 Stunden anfertigen. Sehr mächtig ist zudem die Bracketing-Funktion für Reihenaufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen. Bei Serienbildern mit mechanischem Verschluss erreicht die X-T30 bis zu acht Bilder pro Sekunde (das ist gut, aber die Konkurrenzprodukte von Sony und Canon sind noch schneller), die die Kamera im JPEG-Modus für 82, aber in Raw für nur 17 Bilder durchhält. Danach geht es in JPEG mit 3,6 und in Raw nur noch mit 1,9 Bildern pro Sekunde weiter, bis die Speicherkarte voll ist.

Dabei wird zwar der Fokus nachgeführt, die Belichtung aber nicht. Der relativ kleine Puffer ist in gut zehn Sekunden geleert, wobei die Kamera stets einsatzbereit bleibt. Mit elektronischem Verschluss erreicht die X-T30 rasante 20 Bilder pro Sekunde ohne und sogar 30 Bilder pro Sekunde mit 1,25-fachem Crop. Selbst dabei führt die Fujifilm den Fokus unbeirrt nach.

Apropos Fokus: Sage und schreibe 2,16 Millionen Phasen-AF-Sensoren hat Fujifilm auf dem Bildsensor integriert, das ist Rekord. Für eine bessere Bedienbarkeit beschränkt sich die Auswahl der AF-Felder dann aber letztlich auf maximal 425. Bei der Autofokusgeschwindigkeit schummelt Fujifilm allerdings etwas. In Werkseinstellung arbeitet sie im AF-S-Modus nicht mit der klassischen Schärfepriorität, sondern in einem ausbalancierten Modus aus Schärfe- und Auslösepriorität. In diesem fokussiert sie tatsächlich sehr flott, auch der AF-C samt Gesichts- und Augenerkennung arbeitet gut und Motive werden wunderbar über verschiedene Autofokusfelder hinweg verfolgt. Schaltet man die Kamera aber auf Schärfepriorität, wird der Autofokus etwas langsamer, aber man hat garantiert ganz korrekt fokussierte Fotos. Man muss sich also zwischen einer schnellen und einer zuverlässig präzisen Fokussierung entscheiden.

Videos beherrscht die X-T30 mit 4K sowohl im 16:9 als auch im 17:9 Seitenverhältnis, wobei die ganze Sensorbreite genutzt wird. Oversampling und hohe Datenraten sorgen für eine gute Videoqualität. Ungewöhnlich ist, dass die Cliplänge auf jeweils maximal zehn Minuten am Stück beschränkt ist. Man kann danach direkt weiterfilmen, aber eben nicht ununterbrochen. Für die normalen üblichen kurzen Sequenzen spielt das keine Rolle.

Wer die Kamera für dokumentarische Zwecke aber einfach mal durchlaufen lassen will, wird mit der X-T30 nichts werden (dann bitte zur Sony Alpha 6400 greifen, die sowieso die ausgefeilteren Video-Funktionen hat). Auch bei Video stehen übrigens die Filmsimulationen zur Verfügung. Die Eterna-Filmsimulation beispielsweise sorgt mit sanften Farben und reichen Schatten für einen typischen Kinolook.

WLAN und Bluetooth sind integriert

Die Drahtloskommunikation gibt sich mit um Bluetooth ergänztem WLAN modern. Die Bluetooth-Verbindung lässt sich nicht nur besonders einfach herstellen, sondern erlaubt auch eine sehr energiesparende Dauerverbindung, sodass man das GPS des Smartphones benutzen kann. Per WLAN lassen sich Fotos bequem und schnell auf ein Mobilgerät oder einen PC übertragen. Zudem erlaubt die Fujifilm-App die Fernsteuerung der Kamera vom Smartphone aus samt Livebildübertragung und Einstellen der Aufnahmeparameter.

Pfiffig ist außerdem Fujifilms Lösung, den leistungsstarken X-Prozessor 4 beim Anschluss der Kamera an einem Computer für die Raw-Konvertierung zu verwenden. Gerade auf weniger leistungsstarken System lassen sich dadurch Rohdatenbilder schneller bearbeiten und in ein JPEG verwandeln.

Sensor und Bildqualität

Die Fujifilm X-T30 hebt sich gleich in zwei Punkten von anderen APS-C-Kameras ab, die Einfluss auf die Bildqualität haben. Einerseits löst ihr Bildsensor rund 26 statt der üblichen 24 Megapixel auf (die neue Canon EOS M6 Mk. II hat allerdings noch mehr). Andererseits verwendet sie das von Fujifilm erfundene X-Trans-Farbfilterdesign anstelle des üblichen Bayer-Musters. Das soll für eine bessere Bildqualität mit höherer Farbauflösung und weniger Moirés sorgen. Unter anderem befinden sich dadurch in jeder Sensorzeile (und Spalte) alle drei Grundfarben Rot, Grün und Blau statt nur zwei Grundfarben (Grün und Rot oder Grün und Blau) wie beim Bayer-Muster.

In Verbindung mit dem XF 18-55 F2,8-4 Objektiv erreicht die X-T30 bei mittlerer Brennweite bereits bei Offenblende den Bestwert von 58 Linienpaaren pro Millimeter im Zentrum und 55 lp/mm am Bildrand. Bei anderen  Brennweiten und Blendenöffnungen ergeben sich etwas niedrigere Auflösungen. Insgesamt sind die Ergebnisse aber sehr respektabel.

Auch bei der objektivunabhängigen Bildqualität schlägt sich die Fujifilm X-T30 gut. Bis ISO 400 ist das Rauschen gering, auch in ISO 800 kann man mit der X-T30 noch arbeiten. Oberhalb von ISO 800 bügelt die Rauschunterdrückung feine Details weg, der Dynamikumfang sinkt, ebenso die Anzahl der im Bild tatsächlich enthaltenen Farben. Höheren ISO-Einstellungen als ISO 800 sollten Sie deshalb vermeiden.

Auch in der Praxis liefert die Fujifilm X-T30 schöne, ausgewogene Bilder ohne Effekthascherei, wobei man über die Filmsimulationsmodi und die Möglichkeit der Anpassung von Bildaufbereitungsparametern auch poppigere oder noch gedämpftere Farben, Kontraste, Detailauflösung etc. erreichen kann. Die Belichtung ist gut bis zuweilen eher etwas knapp, was aber für die Bildbearbeitung definitiv besser ist als überbelichtete Fotos. Nur in sehr kontrastreichen Situationen kam es gelegentlich vor, dass die Kamera etwas reichlich belichtet hat und Schatten gerne zugunsten mehr Zeichnung in den Lichtern dunkler hätten ausfallen können.

Das System

Das Fujifilm X-System gibt es seit 2012 und der Hersteller hat es seitdem konsequent ausgebaut. Kameras gibt es vom preisgünstigen Einsteigermodell bis zum hochleistungsfähigen Spitzenmodell, Objektive vom winzigen Pankake-Objektiv bis zum F2-lichtstarken Teleobjektiv. Unter den insgesamt rund 25 Objektiven, die es aktuell von Fujifilm gibt, sind überproportional viele Festbrennweiten, aber auch diverse unterschiedliche Zoomobjektive dabei. Natürlich sind darunter auch einige wenige preisgünstige Objektive, schließlich wollen ja auch die Einsteigerkameras mit günstigen Objektiven versorgt werden.

Fujifilm führt rund 25 verschiedene Objektive

Die meisten Objektive sind aber im gehobenen Qualitätsbereich angesiedelt, weshalb das Fujifilm-System auch einen so guten Ruf genießt. Fast die Hälfte der Fujifilm XF-Objektive haben übrigens einen eingebauten Bildstabilisator, denn einen im Kameragehäuse eingebauten Stabilisator hat bislang nur eine einzige Fujifilm X-System-Kamera (die X-H1).

Fujifilm X-T30 im Testspiegel

Kameratester Benjamin Kirchheim schreibt in seinem Test auf digitalkamera.de: »Trotz des klassischen Designs handelt es sich bei der X-T30 um eine technisch sehr moderne Kamera, bei der man praktisch keine Ausstattungsdetails vermisst. Ihr gelingt der Spagat zwischen Automatikkamera und manueller Bedienung bravourös. Ihre Geschwindigkeit bricht zwar keine Rekorde, doch flott genug ist die X-T30 allemal. Vor allem aber überzeugt sie mit einer bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten hervorragenden Bildqualität. Bei der Farbzeichnung hat sie sogar den meisten Kameras ihrer Klasse etwas voraus, ohne dass dafür Effekthascherei notwendig wäre.«

Im fotoMagazin-Testbericht zeigt die Kamera eine sehr gute Bildqualität. Ab ISO 3.200 muss der Fotograf mit sichtbaren Verlusten der Schärfe rechnen. Bei der Geschwindigkeit liegt die Kamera auf sehr hohem Niveau. Ohne Probleme erreicht die Kamera ein sehr gutes Endergebnis.

Der DigitalPhoto-Testbericht spricht von einer sehr guten Bildqualität und ausreichender Auflösung. Auch die Ausstattung der Mittelklasse-Kamera kann sich sehen lassen. Bemängelt wird die geringe Aufnahmedauer bei 4K-Videoaufzeichnungen. Am Ende konnte die Kamera ein sehr gutes Testergebnis erreichen.

Alternativen

In der Summe ihrer Eigenschaften ist die Fujifilm X-T30 die beste spiegellose Systemkamera in der Preisklasse bis 1.300 Euro. Je nach individuellem Geschmack und Anwendungsfall kann sich ein anderes Bild ergeben. Deshalb gehen wir hier etwas ausführlicher auf zwei wirklich interessante Alternativen ein.

Universeller Video-Star

Sony Alpha 6400

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Sony Alpha 6400 Mit 16 50 Mm [foto Sony] Va4g45
Die Objektive sind nicht ganz so scharf, dafür im Vergleich zum Testsieger entweder kleiner oder mit mehr Zoom. Die Video-Funktionen stellen auch ambitionierte Videofilmer zufrieden.

Wenn man nur auf die Kamera schaut, ist die Sony Alpha 6400 dem Testsieger ebenbürtig und jeder mag für sich entscheiden, welchem Gerät er den Vorzug bietet. Die Sony ist vom Design und Konzept her eher zeitlos gehalten. Der Sucher sitzt nicht mittig oben drauf, wie früher bei DSLR-Kameras oder wie bei unserem Testsieger im Retro-Look, sondern platzsparend direkt im Gehäuse, das dadurch deutlich weniger hoch ausfällt. Endlos praktisch ist diese Position aber auch nicht, denn wenn man die Gummi-Augenmuschel montiert (was auf Hersteller-Fotos nie der Fall ist) steht diese seitlich und oben sowie vor allem hinten ein ganzes Stück über das Kameragehäuse hinaus und vergrößert somit die tatsächlichen Gehäusemaße deutlich.

Der Handgriff der Sony Alpha 6400 ist mäßig ausgeprägt, die Kamera liegt »mittelgut« in der Hand. Die Verarbeitung ist tadellos und das Gehäuse ist sehr stabil und leicht, da teilweise aus Magnesium-Druckguss gefertigt. Abdichtungen gegen Staub und Spritzwasser hat sie nicht, dennoch gibt Sony an, die Kamera sei »feuchtigkeitsresistent«.

Die Alpha 6400 ist mit einem leistungsstarken Bildprozessor ausgestattet

Die Alpha 6400 besitzt den sehr leistungsfähigen Bildprozessor aus der Profi-Kamera Alpha 9. Das schlägt sich nicht nur in einer hohen Serienbild-Rate von 11 Bildern/Sekunde nieder, bei der die Kamera sogar die Schärfe nachstellt, sondern generell einem rasend schnellen Autofokus, der seine Daten zudem aus sehr vielen Messpunkten bezieht (425 Stück), die fast über die gesamte Bildfläche verteilt sind. Die Kamera beherrscht sogar Echtzeit-Verfolgung und nicht nur Echtzeit-Augen-Autofokus bei Menschen, sondern sogar Augen-Autofokus bei Tieren. In dem Bereich ist Sony derzeit noch führend.

 Systemkamera bis 1.300 Euro Test: 81oyti5cvml. Sl1500

Der Monitor ist selbstverständlich ein Touch-Screen, denn dieser wird teilweise zur Bedienung solcher Autofokus-Funktionen benötigt. Der Monitor lässt sich um bis zu 74 Grad nach unten und erfreulicherweise bis 180 Grad nach oben klappen. So steht er auch bei Selbstporträts zur Verfügung. Das wissen auch so genannte Vlogger zu schätzen, Video-Blogger, die sich selbst mit der Kamera filmen und dabei in der Regel keinen Kameramann dabei haben, also selbst sehen müssen, ob sie gut im Bild sind.

Für semiprofessionelle Videofilmer eignet sich die Alpha 6400 übrigens ganz besonders. Unter anderem beherrscht sie S-Log 2 und S-Log 3 Gammakurven mit großem Dynamikumfang und sie kann HDR-Videos für HLG-kompatible Fernsehgeräte aufzeichnen. In dem Bereich ist sie unserem Testsieger, der Fujifilm X-T30, überlegen.

Das Seitenverhältnis des Monitors beträgt 16:9, obwohl die Kamera einen 3:2-Format-Sensor hat. Für Videoaufnahmen im 16:9-Format ist das natürlich super. Bei Foto-Aufnahmen werden die Bilder aber nur mit einer Diagonale von ca. 6,6 Zentimetern angezeigt. Das macht unser Testsieger besser.

Die Kamera ist mit zwei verschiedenen Objektiven erhältlich

Die Sony Alpha 6400 gibt es als Kits wahlweise mit zwei verschiedenen Objektiven. Mit dem sehr kleinen bzw. vor allem flachen 16-50mm 3,5-5,6 PZ OSS bekommt man sie schon für unter 1.000 Euro. Mit diesem Objektiv mit klassischem 3-fach-Zoombereich von 24 bis 75 mm Kleinbildbrennweite bleibt die Kamera schön kompakt, denn das Zoom fährt erst beim Einschalten der Kamera ein Stück raus und der Zoom wird mit einer Schiebewippe bedient, also motorisch. Für 1.300 Euro bekommt man die Alpha 6400 alternativ mit dem Sony 18-135 mm F3.5-5.6 OSS, einem Zoom-Objektiv mit deutlich erweitertem Zoomfaktor (27 bis 203 mm umgerechnet auf Kleinbild).

 Systemkamera bis 1.300 Euro Test: 91pesfsteyl. Sl1500

Dieser 7,5-fache Zoombereich wird vielen Anwendern gefallen, die nicht gerne das Objektiv wechseln oder zumindest ein Objektiv haben möchten, mit dem sie einen großen Zoombereich abdecken. Das 18-135mm ist aber auch nicht gerade klein, sondern steht dauerhaft weit von der Kamera ab. Qualitativ sind beide Objektive nur »Mittelmaß«, das eine durch seinen niedrigen Preis und seine geringe Bauform, das andere durch seinen großen Zoombereich. Dennoch finden wir beide Objektive, ja nach individuellem »Geschmack«, ganz schön als Grundausstattung.

Weitere, hochwertigere Objektive für das Sony E-Bajonett gibt es sehr viele, sowohl von Sony selbst, als auch von anderen Herstellern, und durchaus auch mit Autofokus. Auch Sony entwickelt laufend noch neue, hochwertige Objektive mit Bildkreis für den APS-C-Sensor, die dann kompakter und preisgünstiger sind als die fürs Kleinbild-Vollformat gerechneten Objektive, die sich an den APS-C-Kameras der Alpha-6000-Baureihe aber genauso verwenden lassen.

Rasend schnell

Canon EOS M6 Mark II

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Canon Eos M6 Mark Ii [foto Canon] Masnmc
Schnellste Serienbilder und ein leistungsfähiger Autofokus. Dazu einen APS-C-Sensor mit den meisten Megapixeln. Der Sucher ist nicht eingebaut, sondern wird oben aufs Gehäuse gesteckt. Leider gibt es für das EOS-M-System kaum Objektive und Canon tun auch wenig, um dies zu verbessern.

Nagelneu vorgestellt und erst ab Ende September 2019 zu haben ist die Canon EOS M6 Mark II. Diese konnten wir schon kurz in den Händen halten, kennen aber auch deren Vorgänger und Schwestermodelle sehr gut, sodass wir auch vorab schon einen guten Gesamteindruck gewinnen konnten. Gern werden wir den diesen Abschnitt im Oktober 2019 noch mit weiteren Eindrücken ergänzen.

Hinsichtlich Sensorauflösung (32,5 Megapixel) und Serienbildgeschwindigkeit (14 Bilder pro Sekunde in voller Auflösung und mit Autofokus-Nachführung) ist die Canon derzeit nicht zu toppen. Mit auf 18 Megapixel verringerter Auflösung sind sogar 30 Bilder/s in einem speziellen Raw-Burst-Modus drin. Wahnsinn! Bislang waren solche Geschwindigkeiten auf 4K-Auflösung (8,3 Megapixel) beschränkt. Auch der Autofokus gehört zum Besten, was es auf dem Markt gibt. Er ist so lichtempfindlich, dass er selbst im Mondschein noch arbeitet. Bei 4K-Video wird die ganze Sensorbreite genutzt (das ist sonst bei Canon oft nicht der Fall). Gesichtserkennung und Augenautofokus sind natürlich an Bord und funktionieren auch bei Serienaufnahmen und bei Videoaufzeichnungen.

Gesichtserkennung und Augenautofokus sind an Bord

Unüblich für eine Kamera dieser Preis- und Leistungsklasse: Die Canon EOS M6 Mark II hat keinen Sucher. Dafür ist – zumindest beim Kit mit dem Standard-Zoom – ein elektronischer Aufstecksucher für den Blitzschuh mit dabei. Damit kann man leben, wenn auch die Kombination mit Aufstecksucher etwas unförmig (aber keineswegs hässlich) aussieht. Somit ist allein dieses Bundle (für knapp 1.200 Euro unverbindliche Preisempfehlung) attraktiv. Wer das Gehäuse alleine (für 930 Euro UVP) kauft, ist selbst schuld.

Dass die Canon EOS M6 Mark II der Fujifilm X-T30 den Testsieg trotz all der tollen Technik nicht streitig machen kann, liegt an dem nach wie vor sehr kleinen und lückenhaften Objektiv-Angebot für das EOS-M-System, das der Hersteller auch nur äußerst zögerlich weiter ergänzt. Das EOS-M-Kamerasystem von Canon ist zwar bereits seit 2012 auf dem Markt und hat nach etwas glücklosem Start mit zunächst wenig überzeugenden Kameras mittlerweile tolle Produkte hervorgebracht, die sich keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken müssen.

Bei der Objektivauswahl muss Canon noch nachlegen

Nur bei den Objektiven sieht es wirklich finster aus. Ganze acht Objektive mit EF-M-Bajonett hat Canon bislang auf den Markt gebracht. Und darin sind zwei hauptsächlich zusammen mit Kameras vorgestellten und verkaufen Kit-Objektive schon eingerechnet. Und die letzte Neuvorstellung liegt auch schon wieder mehr als ein Jahr zurück. Zudem sind die meisten Objektive eher im preisgünstigen Bereich angesiedelt und/oder lichtschwache Zoom-Objektive, darunter immerhin ein »Reisezoom« mit großem Brennweitenbereich. Die beiden Festbrennweiten – ein Makro-Objektiv mit integriertem LED-Licht und ein lichtstarkes Normalobjektiv – sind durchaus interessant.

Aber für eine Kamera der gehobenen Mittelklasse, die die Canon EOS M6 Mark II eigentlich ist – leistungsmäßig eigentlich sogar Spitzenklasse – ist das zu wenig. Um digitalkamera.de-Testredakteur Benjamin Kirchheim mal mit einem Augenzwinkern zu zitieren: »Mit weniger als drei lichtstarken Zooms und fünf lichtstarken Festbrennweiten im Programm kann eine Kamera nicht die Beste werden.«

Integrierter Bildstabilisator

Panasonic Lumix DC-G91

spiegellose Systemkamera bis 1.300 Euro Test: Panasonic Lumix Dc G91 Mit 12 60 Mm 3.5 5.6 [foto Panasonic] Eaog2a
Ein etwas kleinerer Sensor (Micro Four Thirds), dafür aber mit Bildstabilisator. Dazu jede Menge Ausstattung und ein riesiges Objektiv-Angebot. Das Gehäuse ist im Vergleich zur Konkurrenz größer und schwerer.

Die Panasonic Lumix G91 hat gegenüber allen zuvor genannten Kameras zwar einen kleineren Micro Four Thirds Sensor und ein paar Megapixel weniger (20 Megapixel). Unlogischerweise steckt dieser kleinere Sensor in einem größeren und schwereren Kameragehäuse, als bei allen zuvor genannten Kameras. Der Sensor ist aber beweglich aufgehängt und mit einem Bildstabilisator versehen. Das gibt es bei den Kameras mit APS-C-Sensor erst für deutlich mehr Geld.

Selbst wenn das Objektiv zusätzlich noch einen Bildstabilisator besitzt, bietet ein solcher im Gehäuse eingebauter Stabilisator Vorteile. Beide Stabilisationssysteme ergänzen sich und man erhöht nochmals die Chance auf unverwackelte Fotos, wo einfachere System bereits an ihre Grenzen kommen.

Ein im Gehäuse eingebauter Stabilisator hat viele Vorteile

Der besondere Fokus der Entwicklung der Lumix G91 lang auf den Videofunktionen. Durch die unbegrenzte Aufnahmedauer von Videos und den Möglichkeiten externe Mikrofone, Kopfhörer sowie externe Recorder anzuschließen, ist die G91 zum echten Foto/Video-Hybriden geworden.

Die G91 liegt sehr gut in der Hand und dank der verschiedenen Dichtungen ist sie auch bei regnerischem Wetter problemlos einsetzbar. Das Handling ist vorzüglich, was einerseits am exzellenten Handgriff und andererseits der vielfältigen Individualisierbarkeit liegt. Einen besonderen Anteil zur Bewältigung des Funktionsumfangs tragen das individuell zusammenstellbare »Mein Menü« und der sehr gut ins Geschehen integrierte Touchscreen bei.

Das Micro Four Thirds System war übrigens das erste spiegellose Kamerasystem überhaupt und es gibt sowohl von Panasonic als auch von Olympus sowie von etlichen Fremdherstellern längst ein riesiges Angebot an Objektiven für vielfältige Anwendungssituationen. Die Objektive fallen oft zudem erstaunlich kompakt aus und haben meist eine gute bis sehr gute Qualität bei einem bezahlbaren Preis.

Die Objektive fallen erstaunlich kompakt aus

Für deutlich unter 1.300 Euro bekommt man die Kamera mit dem 12-60mm-Objektiv, das entspricht umgerechnet auf Kleinbild 24 bis 120 mm Brennweite, also sehr viel Weitwinkel bis schon ganz ordentlich Tele. Das Objektiv reizt die Leistung der Kamera nicht voll aus, ist aber wegen des geringen Aufpreises allemal empfehlenswert – eine sehr empfehlenswerte Kombination für viele Anwendungen. Alternativ (für nur wenig über 1.300 Euro) gibt es ein 14-140mm Superzoom (umgerechnet 24-280mm Brennweite).

Den Testsieg in dieser Klasse verhindert der kleinere Sensor, dem höhere Lichtempfindlichkeiten nicht gut bekommen (am besten nicht über ISO 800 verwenden). Bei Fotos bietet die Konkurrenz mit Sensor in APS-C-Größe mittlerweile mehr Qualität (ein gutes Objektiv vorausgesetzt). In Sachen Video macht der G91 aber so schnell keiner etwas vor, erst recht nicht in dieser Preisklasse.

Gut & Günstig

Panasonic Lumix DC-GX9

Test Systemkamera bis 1.300 Euro: Panasonic Lumix DC-GX9
Kleinerer Sensor, aber mit Bildstabilisator. Der günstigere Preis ermöglicht für 1.300 Euro bereits ein zweites Objektiv.

Die Panasonic Lumix DC-GX9 ist technisch in vielen Punkten der Lumix G91 ähnlich, hat allerdings ein völlig anderes Design. Eine Besonderheit der GX9 ist ihr Sucher: Der elektronische Sucher ist um bis zu 90 Grad nach oben klappbar (der Bildschirm übrigens auch). Ein wirksamer Bildstabilisator ist eingebaut. 4K-Video- und 4K-Foto-Funktion natürlich auch, da ist Panasonic ja Vorreiter.

Von der G91 unterscheidet sich die GX9 insbesondere durch die völlig andere Gehäuseform. Das Gehäuse ist nicht im DSLR-Stil, wie die G91, sondern eher in Quaderform, wie eine klassische Sucherkamera. Dabei ist die GX9 (trotz kleinerem Bildsensor) nicht wirklich klein, aber doch sehr viel kleiner als die G91. Ihr Gehäuse ist aus Kunststoff und nicht gegen Spritzwasser und Staub gedichtet. Aber der Preis passt gut!

Die GX9 ist nämlich günstiger als alle anderen Kameras hier im Vergleich. Die GX9 gibt es als »Gehäuse« (ohne Objektiv) und in Sets mit verschiedenen Objektiven. Je nach Version muss man nur zwischen 600 und 1.000 Euro ausgeben. Mit einem Budget von 1.300 Euro könnte man also sogar noch ein zweites Objektiv hinzukaufen.

Reisezoom plus kompakte, lichtstarke Festbrennweite

Wir möchten Ihnen folgende Kombination vorschlagen: Die GX9 gibt es im Set mit dem 14 bis 140 Millimeter Reisezoom für unter 1.000 Euro. Das Objektiv ist zwar von der Bildqualität nicht gerade Weltklasse, aber man bekommt für verhältnismäßig wenig Geld ein relativ kleines, leichtes Objektiv mit sehr großem Zoombereich. Damit kann man ohne Objektivwechsel von »richtig Weitwinkel« bis »ziemlich viel Tele« alles abdecken. Wenn man dann noch für rund 300 Euro das 20-Millimeter-F1,7-Pancake-Objektiv dazukauft, hat man eigentlich ein Dreamteam. Die flache, leichte Festbrennweite passt sehr schön zu der GX9. Beides zusammen ist nicht viel größer als eine Kompaktkamera und macht aufgrund der hohen Lichtstärke auch bei wenig Licht klasse Fotos, wobei der kamerainterne Bildstabilisator zusätzlich hilft.

Außerdem getestet

Die Olympus PEN-F ist schon eine Weile auf dem Markt (seit Anfang 2016), aber immer noch gut, weil sie bei ihrer Vorstellung damals beste Technik bot, darunter einen 20-Megapixel-Micro-Four-Thirds-Sensor, der in einem Bildstabilisator gelagert ist. Die PEN-F ist »extrem retro«, aber auch extrem edel. Allerdings beherrscht sie kein 4K-Video, damit hat es angesichts der starken Konkurrenz nicht mehr für eine Empfehlung gereicht. Wenn das Thema Video für Sie nicht wichtig ist, kann die PEN-F eine Alternative für Sie sein! Es gibt sie für rund 1.300 Euro mit dem sehr kleinen und optisch dennoch brauchbaren 14-42mm-Objektiv (24-84 mm Kleinbildbrennweite) oder für etwas über 1.300 Euro auch mit der hochwerten 17mm-Festbrennweite mit F1,8-Lichtstärke. Gerade die Kombination mit der schönen Festbrennweite ist definitiv eine Überlegung wert!

Die brandneue Sony Alpha 6100 wird zwar (auch von Sony) als der legitime Nachfolger der Alpha 6000 bezeichnet, die es mittlerweile für sehr wenig Geld gibt und die deshalb seit längerem die meistverkaufte Systemkamera überhaupt ist. Die Hauptgemeinsamkeit beider Kameras ist allerdings lediglich, dass ihr Gehäuse (im Gegensatz zu den höheren Modellen der Alpha-6000-Serie) aus Kunststoff besteht und nicht aus Magnesium-Druckguss.

Technisch ist die Alpha 6100 topaktuell und der Alpha 6400, die es in diesem Test in die Empfehlungen geschafft hat, sehr ähnlich. So ähnlich, dass die Unterschiede hier schnell aufgezählt sind: Neben dem Gehäuse wurde der elektronische Sucher eine Nummer günstiger (d. h. weniger hochauflösend) gewählt und der maximale ISO-Wert um eine Stufe reduziert (letzteres spielt in der Praxis keine Rolle). Das war’s. Momentan passt allerdings das Preisgefüge nicht, weshalb wir die Alpha 6100 hier vorläufig noch unter »Außerdem getestet« führen. Ihr Preis ist noch nicht erodiert und liegt im Vergleich zu hoch. Die Alpha 6400 ist nur minimal teurer und bietet das stabilere, spritzwassergeschützte Gehäuse und den besseren Sucher.

Olympus OM-D E-M5 Mark II

Die Olympus OM-D E-M5 Mark II ist schon seit dem Frühjahr 2015 auf dem Markt und ihr recht hohes Alter merkt man ihr an. Sie hat beispielsweise noch einen 16-Megapixel-Sensor, obwohl im Micro-Four-Thirds-System schon länger 20 Megapixel Stand der Technik sind. Auch mit anderen zeitgemäßen Funktionen wie 4K-Video kann die E-M5 Mk. II nicht mithalten. Dafür ist sie eigentlich noch ganz schön teuer. Auf der Plus-Seite hat sie ein recht edles, gedichtetes Gehäuse und einen super guten Bildstabilisator. Auch die Bildqualität setzte 2015 Bestmarken. Heute aber bietet die Konkurrenz deutlich mehr für das gleiche Geld.

Weitere Hinweise

Natürlich gibt es für 1.300 Euro noch weitere Möglichkeiten, eine gute Kamera zu kaufen. Allerdings nicht unter den oben definierten Rahmenbedingungen, die möglicherweise aber nicht genau Ihr Anforderungsprofil treffen. Beispielsweise kann man überlegen, gleich mit einem noch deutlich größeren Sensor ins Vollformat-System einzusteigen. Eine Sony Alpha 7 II inklusive »normalem« (also relativ lichtschwachem) 28- bis 70-Millimeter-Objektiv gibt es mitunter schon um 1.300 Euro. Die Kamera ist schon seit Anfang 2015 auf dem Markt und kann kein 4K-Video (nur Full-HD), aber wem das nicht wichtig ist, der bekommt durch den großen Sensor eine tolle Bildqualität und investiert (allerdings natürlich entsprechend mehr Geld) beim Kauf von Objektiven gleich ins höherwertige Kleinbild-Vollformat. Vollformat-Objektive sind bei gleicher Qualität allerdings meist nicht nur teurer, sondern auch größer als solche mit dem kleineren APS-C-Sensor-Bildkreis. Auch wenn die Kameras an sich sehr klein sind, schleppt man letztlich doch mehr Ausrüstungsgewicht herum.

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