Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Foto: Sony
test
Letztes Update: 23.4.2021

Die beste Systemkamera bis 800 Euro

Wir haben 19 Systemkameras für Preise bis 800 Euro getestet. Die beste ist für uns die Sony Alpha 6100. Sie überzeugt mit einem handlichen Gehäuse mit klappbarem Touchscreen plus Sucher, durchdachtem Funktionsumfang, super Bildqualität sowie einem flotten Autofokus und schnellen Serienbildern.

Jan-Markus Rupprecht
fotografiert seit 1995 mit Digital­kameras, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeis­terung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digital­fotografie, von dem er bis heute Chef­redakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bild­aufzeichnung noch weiter spannt.
Letztes Update: 23. April 2021

Wir haben die Seite umfassend überarbeitet und nicht mehr lieferbare Kameras entfernt. Das gleiche gilt für zwei Modelle, die mittlerweile in die 500-Euro-Einsteigerklasse gerutscht sind für die wir einen eigenen Vergleichstest „Systemkameras für Einsteiger“ haben. Gleichzeitig haben wir mehrere  neue Modelle getestet, die mittlerweile unter 800 Euro erhältlich sind: Fujifilm X-T200, Olympus OM-D E-M10 Mark IV, Olympus Pen E-PL10 und Panasonic Lumix DC-G110.

Testsiegerin bleibt weiterhin die Sony Alpha 6100, aber die Fujifilm X-T200 ist ihr dicht auf den Fersen und qualifiziert sich als weitere Empfehlung. Die Fujifilm T-20 ist nicht mehr unter unseren Empfehlungen.

1. Dezember 2020

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

4. Februar 2020

Unsere bisherige Top-Empfehlung, die Sony Alpha 6300, läuft aus und wir haben uns auf die Suche nach einem neuen Testsieger gemacht und vier neue Systemkameras in der Preisklasse unter 800 Euro getestet: Die Canon EOS M200, die Fujifilm X-A7, die Panasonic Lumix GX880 und die Sony Alpha 6100. Während die ersten drei es nicht in die Empfehlungen geschafft haben (sie finden Sie aber in der Vergleichstabelle und am Ende unter „Außerdem getestet“) ist die Sony Alpha 6100 unser neuer Testsieger in dieser Klasse.

3. Juli 2019

Wir haben den Test umfassend überarbeitet und dabei eine neue Preisgrenze festgelegt. Ab sofort gilt für diese Empfehlungen „maximal 800 Euro“, und zwar inklusive Standard-Zoomobjektiv. Der Grund dafür: Das Angebot an spiegellosen Systemkameras wächst kontinuierlich und in der Klasse bis 800 Euro bekommt man heute eine Qualität, für die man vor einiger Zeit noch deutlich mehr ausgeben musste. Unser Testsieger bleibt die Sony Alpha 6300.

5. April 2018

Wir haben vier neue Modelle in unseren Test aufgenommen. Die Panasonic Lumix DC-GX9 ist eine neue Empfehlung. Unser Testsieger bleibt die Sony Alpha 6300.

Weitere Updates
Update Info-Service

Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Handlich wie eine Kompaktkamera, dabei flexibel und mit der Bildqualität einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) – das sind die Vorteile spiegelloser Systemkameras, auch DSLMs genannt.

Wie bei einer DSLR kann man auch mit einer spiegellosen Systemkamera das Objektiv wechseln: Setzen Sie zum Beispiel ein Weitwinkelobjektiv an, um eine weite Landschaft aufzunehmen, und mit einem Teleobjektiv gehen Sie auf Tuchfühlung mit dem Kirchturm am Horizont oder einem Reh am Waldrand.

Preislich gibt es Systemkameras in einem breiten Spektrum von etwa 500 bis weit über 10.000 Euro. Dabei ist bei den günstigeren Modellen oft ein Objektiv im Preis enthalten, bei den teuren kostet es immer noch extra.

Für diesen Artikel haben wir 19 gute Einsteiger-Systemkameras getestet, 10 davon sind aktuell noch verfügbar. 800 Euro haben wir hierfür als Budget angesetzt. Weil es für viele Käufer die erste Systemkamera sein dürfte, soll in dem Preis zumindest ein preisgünstiges Objektiv enthalten sein. Ergänzen kann man dann später immer.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Sony Alpha 6100

Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Mit E 16 50 Mm [foto Sony] Op5mgf
Hervorragende Bildqualität, schneller Autofokus, schnelle Serienbilder, kompaktes Gehäuse – das Gesamtpaket überzeugt auf ganzer Linie.

Ganz gleich, ob schnelle Actionfotos, ungeplante Schnappschüsse oder Aufnahmen in der Dämmerung und in der Nacht gefordert sind: Die Sony Alpha 6100 meistert jede Aufgabe mit Bravour. Ihre sehr hohe Serienbildrate fängt beim Sport garantiert den entscheidenden Moment ein und der Autofokus reagiert blitzschnell auf jede Situation, verfolgt Gesichter und identifiziert nicht nur Menschenaugen sondern sogar auch viele Tieraugen. Auch für Videoaufnahmen hat sie eine Menge zu bieten.

Im klassischen Design

Fujifilm X-T200

Test  Systemkamera bis 800 Euro: Fujifilm X-T200
Technisch auf Augenhöhe mit der Alpha 6100, dazu frei beweglicher Monitor und USB-Class Webcam-Funktion.

Die Fujifilm X-T200 hat ein eher klassisches Design mit Sucherbuckel, ist sonst aber ganz modern. Ihr Monitor ist dreh- und schwenkbar und löst feiner auf als bei der Sony, das gleiche gilt für den Sucher. Bei den Serienbildern ist sie etwas langsamer als die Sony und schießt auch weniger Bilder in Folge. Hochauflösendes Videos kann sie auch, allerdings maximal 15 Minuten am Stück. Dafür kann man sie auch direkt als USB-Webcam einsetzen und profitiert dann von der tollen Bildqualität des relativ großen Bildsensors.

Mit internem Bildstabilisator

Panasonic Lumix DC-GX9

Test: Panasonic Lumix Dc Gx9 12 60 Mm [foto Panasonic] Co4oyy
Viele Funktionen und super auch zum Filmen in 4K geeignet. Das Gehäuse ist allerdings nicht so griffig und ein Wetterschutz fehlt.

Wenn Sie, z. B. aufgrund des sehr großen Objektiv-Angebots zum Micro-Four-Thirds-System tentieren, sollten Sie ein Auge auf die Panasonic Lumix DC-GX9 werfen. Zwar hat sie einen etwas kleineren Bildsensor als die anderen Kameras in unserem Testfeld, das merkt man bei alltäglichen Aufnahmen aber kaum. Nur bei schlechten Lichtverhältnissen gerät die GX9 gegenüber Kameras mit größerem Sensor ins Hintertreffen. Dafür gibt es – einzigartig bei der GX9 – einen klappbaren Sucher. Und nicht zu vergessen: Ein sehr wirkungsvoller Bildstabilisator ist auch direkt in die Kamera eingebaut.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerIm klassischen DesignMit internem Bildstabilisator
Sony Alpha 6100 Fujifilm X-T200 Panasonic Lumix DC-GX9 Panasonic DC-G110 Canon EOS M50 Olympus OM-D E-M10 Mark III Olympus OM-D E-M10 Mark IV Fujifilm X-A7 Canon EOS M200 Olympus Pen E-PL10
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Mit E 16 50 Mm [foto Sony] Op5mgfTest  Systemkamera bis 800 Euro: Fujifilm X-T200Test: Panasonic Lumix Dc Gx9 12 60 Mm [foto Panasonic] Co4oyyTest: Panasonic Lumix G Vario 12 32 Mm 3.5 5.6 Asph. Ois [foto Panasonic] CpicyuTest  Systemkamera bis 1.000 Euro: Canon EOS M50Systemkamera bis 800 Euro Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii [foto Olympus] X0yltsSystemkamera bis 800 Euro Test: Olympus Om D E M10 Mark Iv Mit 14 42 Mm [foto Medianord] Qrrda5Systemkamera bis 800 Euro Test: Fujifilm X A7 Mit Xc 15 45 Mm Ois Pz Grau Schwarz [foto Fujifilm] Bsiy45Test Systemkamera bis 800 Euro: Canon EOS M200Test  Systemkamera bis 800 Euro: Olympus Pen E-PL10
Pro
  • Exzellente Bildqualität
  • Sehr schnelle Serienbilder
  • 4K-Video
  • Dreh- und schwenkbarer Monitor
  • 4K-Video (30 fps)
  • USB-Class-Webcam-Funktion
  • Kompakt
  • 4K-Video
  • Schnelle Serienbilder
  • Dreh- und schwenkbarer Monitor
  • Mikrofon mit variabler Richtfunktion
  • 4K-Video
  • Nach vorne klappbares Display
  • 4K-Video (25 fps)
  • Sehr kompakt und handlich
  • Interessante Kreativ-Funktionen
  • Sehr kompakt und handlich
  • 180 ° schwenkbarer Monitor
  • Interessante Kreativ-Funktionen
  • Integrierter Blitz
  • Leicht und handlich
  • Sehr kompakt und leicht
  • 4K-Video (nur 25p)
  • Einsteigerfreundliche Bedienung
  • 4K-Video
Contra
  • Kein integrierter Bild­stabilisator
  • Kein integrierter Bild­stabilisator
  • Etwas langsamer Autofokus
  • Recht lange kürzeste Verschlusszeit
  • Sehr geringe Akkureichweite
  • Etwas geringe Auflösung
  • Etwas geringe Auflösung
  • Kein Sucher
  • Geringe Akkureichweite
  • Kein Sucher
  • Kein Blitz
  • Kein Sucher
  • Etwas geringe Auflösung
Bester Preis
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Auflösung24 Megapixel24 Megapixel20 Megapixel20 Megapixel24 Megapixel16 Megapixel20 Megapixel24 Megapixel24 Megapixel16 Megapixel
SensorformatAPS-C (Cropfaktor 1,5)APS-C (Cropfaktor 1,5)Micro Four Thirds (Cropfaktor 2,0)Micro Four Thirds (Cropfaktor 2,0)APS-C (Cropfaktor 1,6)Micro Four Thirds (Cropfaktor 2,0)Micro Four Thirds (Cropfaktor 2,0)APS-C (Cropfaktor 1,5)APS-C (Cropfaktor 1,6)Micro Four Thirds (Cropfaktor 2,0)
max. Serienbildrate11 Bilder/Sekunde8 Bilder/Sekunde9 Bilder/Sekunde10 Bilder/Sekunde10 Bilder/Sekunde8,65 Bilder/Sekunde8,7 Bilder/Sekunde6 Bilder/Sekunde6 Bilder/Sekunde8,6 Bilder/Sekunde
max. Videoauflösung4K (3840 x 2160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 24p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)4K (3.840 x 2.160 / 25p)4K (3.840 x 2.160 / 30p)
integrierter Blitz4K (3840 x 2160 / 30p)jajajajajajajajaja
Set-ObjektivE PZ 16-50 mm F3.5-5.6 OSSXC 15-45 mm OIS PZLumix G Vario 12-32 mm F/3.5-5.6Lumix G Vario 12-32 mm F/3.5-5.6EF-M 15-45 mm 1:3, 5-6, 3 IS STMEZ 14-42mm 1:3.5-5.6 II REZ 14-42mm 1:3.5-5.6 II RXC 15-45 mm OIS PZEF-M 15-45mm 1:3,5-6,3 IS STMEZ 14-42mm 1:3.5-5.6 II R
Akkureichweite420 Fotos370 Fotos260 Fotos270 Fotos235 Fotos330 Fotos360 Fotos270 Fotos315 Fotos350 Fotos
Abmessungen12 x 6,7 x 6 cm12,1 x 8,4 x 5,5 cm12,4 x 7,2 x 4,7 cm11,6 x 8,3 x 5,4 cm11,6 x 8,8 x 5,9 cm12,2 x 8,4 x 5 cm12,2 x 8,5 x 4,9 cm11,9 x 6,8 x 4,1 cm10,8 x 6,7 x 3,5 cm11,7 x 6,8 x 3,9 cm
Gewicht396 Gramm370 Gramm407 Gramm344 Gramm390 Gramm410 Gramm383 Gramm320 Gramm299 Gramm380 Gramm

Was macht eine gute Kamera aus?

Derzeit gibt es 66 verschiedene, aktuelle Systemkameras. Mit ein paar weiteren Auslaufmodellen, die nur noch vereinzelt erhältlich sind, dürften es rund 75 Modelle sein, die man derzeit neu kaufen kann. Preislich liegen die günstigsten bei 500 Euro inklusive Objektiv, die teuersten bei über 10.000 Euro ohne Objektiv. Entsprechend groß ist natürlich der Leistungsunterschied.

Im ganz unteren Preissegment um 500 Euro gibt es sowohl ganz frische Modelle als auch solche, die schon länger auf dem Markt sind. Beiden gemeinsam ist, dass sie technisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind. Dennoch lassen sich damit natürlich gute Fotos machen und wir stellen am Ende dieser Seite unter »Außerdem getestet« auch einige solche Kameras vor.

Wenn man aber 200 bis 300 Euro drauflegt, bekommt man aktuelle Kameras mit neuester Technik – oder feine, gehobene Mittelklasse-Modelle, die vor einiger Zeit noch fast das Doppelte gekostet haben. Entsprechend wenig Kompromisse muss man in dieser Preisklasse mittlerweile eingehen, entsprechend haben wir die Anforderungen für unsere Empfehlungen ganz schön hoch angesetzt.

Unsere Anforderungen

Mindestens 20 Megapixel Bildgröße sollten es sein, gerne noch mehr. Die Anzahl der Megapixel alleine sagt noch nicht viel über die Bildqualität aus, aber eine höhere Megapixel-Zahl eröffnet die Möglichkeit, nachträglich noch einen Bildausschnitt genauer festzulegen.

Ein schneller und präziser Autofokus ist wichtig. Den braucht man nicht nur bei Sportaufnahmen, sondern auch, wenn man Kinder oder Tiere fotografiert.

Schnelle Serien­bilder bringen Plus­punkte

Schnelle Serienbilder bringen Pluspunkte, denn manchmal hilft nur »Draufhalten« und sich dann aus einer Reihe von etlichen Aufnahmen das beste Bild auszusuchen.

Hochauflösendes 4K-Video soll drin sein, und zwar mit einer ruckelfreien Bildrate von mindestens 25, besser 30 Bildern pro Sekunde. Solche hochauflösenden Videos sehen einfach großartig aus. Selbst falls Sie heute noch keinen 4K-Fernseher haben, Ihr nächster wird bestimmt einer. Und dann werden Sie sich freuen, wenn die Videos, die Sie mit Ihrer neuen Kamera gedreht haben, schon die hohe Auflösung haben.

Ein Sensor-Shift-Bildstabilisator gibt Pluspunkte, soll aber keine Bedingung sein. Viele Objektive haben ja einen Bildstabilisator eingebaut. Aber es kann nicht schaden, wenn die Kamera auch einen hat. Für noch mehr Stabilisierungsleistung kann man teilweise auch beide Verfahren kombinieren.

Ein Sucher muss sein, nicht ausschließlich ein Monitor. Im hellen Sonnenlicht ist das Bild auf Kameramonitoren oft nicht gut erkennbar. Aber auch fürs konzentrierte Fotografieren eignet sich ein Sucher viel besser als ein Monitor. Zudem beugt die Haltung der Kamera dicht am Körper und am Kopf Verwacklungen vor. Beim Blick auf den Live-View-Monitor am womöglich gestreckten Arm hingegen muss der Bildstabilisator einiges leisten.

Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Mit E 16 50 Mm [foto Sony] Nzqfbq
Der Klappmonitor der Sony Alpha 6100 lässt sich z. B. sogar um 180 Grad umklappen.
Ein Klappmonitor ist eine feine Sache. Er ermöglicht Aufnahmen über Menschenmengen hinweg oder dicht vom Boden aus, ohne selber im Dreck zu knien. Für unsere Auswahl ist er keine Pflicht, gibt aber Pluspunkte.

Am Touchscreen scheiden sich hingegen eher die Geister. Die Konfiguration der vielen Einstellungen per Touchscreen bekommt bislang kein Hersteller gut hin. Zu sehr ist man noch den alten Bedienkonzepten verhaftet. Aber bei einer Sache ist ein Touchscreen auf jeden Fall praktisch: bei der Wahl des Punktes, auf den die Kamera scharfstellen soll. Einfach auf die entsprechende Stelle am Monitor tippen – schon sitzt die Schärfe da, wo man sie haben will (das funktioniert meist sogar, wenn man gar nicht auf den Monitor, sondern in den Sucher schaut). Die Alternative dazu ist die Wahl des Fokus-Punkts per Joystick. Darauf schwören viele Anwender und schalten einen evtl. vorhandenen Touchscreen lieber ab. Wir meinen: Ein Touchscreen gibt Pluspunkte, ist aber keine Bedingung.

Ein Zoom-Objektiv sollte im Liefer­umfang enthalten sein

Ein Zoom-Objektiv sollte für 800 Euro mit dabei sein, mit dem man zumindest mal starten kann. Selbst wenn Sie höherwertige Objektive dazukaufen und Ihr Kit-Objektiv vielleicht später kaum noch nutzen – spätestens wenn Sie die Kamera mal verkaufen, um vielleicht auf ein neueres oder noch höherwertiges Gerät zu wechseln, ist es vorteilhaft, wenn Sie ihre Kamera dann betriebsbereit inklusive Objektiv weitergeben können.

Für unsere Empfehlungen sollte es jeweils ein ausreichend breites Angebot an Objektiven geben. Die sollten natürlich Autofokus haben. Und wenn Fremdhersteller das System mit unterstützen, wäre das sicherlich auch nicht verkehrt – das vergrößert das Objektiv-Angebot.

Selbst bei unseren zugegeben nicht gerade geringen Anforderungen stoßen wir auf ein erfreulich breites Angebot, sodass wir nicht nur einen Testsieger, sondern auch noch weitere interessante Empfehlungen haben.

Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] A130eg

Unser Favorit: Sony Alpha 6100

Unser bisheriger Favorit in der Preisklasse bis 800 Euro inklusive Objektiv war die Sony Alpha 6300. Diese Kamera ist mittlerweile ein Auslaufmodell und nur noch sehr vereinzelt erhältlich, sodass sich ihr Marktpreis sogar wieder über die 800 Euro bewegt hat. Einen adäquaten Nachfolger in dieser Preisklasse haben wir wiederum bei Sony gefunden: Unsere neue Top-Empfehlung ist die Sony Alpha 6100, die im Oktober 2019 auf den Markt kam.

Testsieger

Sony Alpha 6100

Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Mit E 16 50 Mm [foto Sony] Op5mgf
Hervorragende Bildqualität, schneller Autofokus, schnelle Serienbilder, kompaktes Gehäuse – das Gesamtpaket überzeugt auf ganzer Linie.

Die 6100 ist dabei, wie die Zahl schon andeutet, kein Nachfolgemodell der 6300, sondern eigentlich darunter angesiedelt. Sie soll die Alpha 6000 beerben, die 2014 für rund 800 Euro inklusive Objektiv auf den Markt kam, mittlerweile aber unter 500 Euro erhältlich ist und zu den meistverkauften Digitalkameras überhaupt gehört.

Im Gegensatz zur mittlerweile technisch nicht mehr ganz aktuellen Alpha 6000 ist die Alpha 6100 top aktuell und bestens ausgestattet. Sie enthält eine Menge Technik, die sich auch in den höherwertigen und weitaus teureren Modellen aus der Sony Alpha 6000er Produktlinie finden. Dazu gehört z. B. der höchst leistungsfähige Bildprozessor aus der Profikamera Sony Alpha 9, den Sony der Einfachheit halber auch in alle günstigeren Produkte einbaut (was diesen außerordentlich gut bekommt).

Mittlerweile werden vom Auto­fokus selbst Tier­gesichter erkannt

Dazu zählt auch ein äußerst leistungsfähiger und intelligenter Autofokus mit 425 Kontrast-AF-Sensoren mit 85 Prozent Bildfeld-Abdeckung, der nicht nur auf Menschenaugen automatisch scharfstellt, sondern mittlerweile sogar Tieraugen identifizieren kann. Oder die 4K-Videofunktion mit bis zu 30 fps (Frames per Second, Bildern pro Sekunde), die allerdings nur bis 25 fps die gesamte Sensorbreite nutzt und eine tolle Qualität bietet (bei 4K mit 30 fps wird ein um den Faktor 1,2 kleinerer Ausschnitt des Sensors genutzt).

Die Drahtlos-Schnittstellen Bluetooth und WLAN sind selbstverständlich vorhanden und damit in Verbindung mit einem Smartphone nahtloses Geotagging, Fernsteuerung inklusive Live-Bild und eine relativ einfache Bildübertragung aufs Handy.

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Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] A0mhov
Die Sony Alpha 6300 ist sehr kompakt, gerade mal so hoch, wie der Durchmesser des mitgelieferten Objektivs.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] 2az4lk
Die Menü-Führung ist bei allen besseren Sony-Kameras praktisch identisch. Wer beispielsweise schon eine Kompaktkamera aus der RX-Serie von Sony hat, findet sich sofort zurecht.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] Tc2xb3
Wie es sich für eine richtige Systemkamera gehört, besitzt die Sony Alpha 6100 auch einen Blitzschuh, in dem sich Systemblitzgeräte montieren lassen und über den diese von der Kamera automatisch gesteuert werden.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] D5vgty
Das Stativgewinde sitzt bei der Sony Alpha 6100 mittig unterm Objektiv und schön weit weg vom Speicherkarten- und Batteriefach, sodass eine angeschraubte Stativ-Schnellwechselplatte normalerweise das Akkufach nicht blockieren sollte.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] Gyigfz
Akku und Speicherkarte sitzen bei der Sony Alpha 6100 gemeinsam in einem von unten zugänglichen Fach.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] Q2xplm
Das NFC-Symbol am Handgriff besagt, dass man Android-Smartphones (sofern diese ebenfalls über NFC verfügen) dort nur mit der Rückseite gegenhalten muss um die passende Fernbedienungs-App zu starten.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] Trrh1q
Das Kit-Objektiv der Sony Alpha 6100 besitzt einen per Motor angetriebenen Zoom, hier gut erkennbar an dem Bedienelement am Objektiv. Das hat den Vorteil, dass der Zoom auch fernbedienbar ist, z. B. durch eine Smartphone App oder durch einen optional erhältlichen Handgriff mit entsprechendem Bedienelement.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Sony] 05yiij
Bei abgenommenen Objektiv sieht man den Bildsensor in APS-C-Größe. Das Bajonett nennt sich "E-mount" und ist dasselbe, das Sony auch an seinen Vollformat-Kameras verwendet.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 Mit E 16 50 Mm [foto Sony] Nzqfbq
Der Monitor lässt sich nicht nur von der Rückseite betrachten, sondern um bis zu 180 Grad nach oben klappen. Dann ist er auch bei Selfies genutzt werden, ideal beispielsweise für VLogger.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Alpha 6100 [foto Medianord] A130eg
Das Kit-Objektiv ist qualitativ nur auf mittlerem Niveau. Es ist aber eingefahren schön kompakt, dank Motorzoom fernbedienbar und sollte aufgrund seines geringen Aufpreises auf jeden Fall mitgekauft werden.
Systemkamera bis 800 Euro Test: Sony Gp Vpt2bt [foto Sony] 10jjtr
Der optionale Handgriff Sony GP-VPT2BT harmoniert ideal mit der Sony Alpha 6100 und ihrem Motorzoom-Objektiv. Per Bluetooth lassen sich damit viele Kamerafunktionen einschließlich der Brennweitenverstellung bedienen.

Auch die übrigen Eckwerte können sich sehen lassen. Ihr Bildsensor im APS-C-Format hat 24 Megapixel, das ist seit längerem Standard bei dieser Sensorgröße und stellt einen guten Kompromiss aus Auflösung und Pixelgröße dar. Und bei schnellen Serienaufnahmen zeigt diese »Einsteigerkamera« vielen teureren Modellen, wo der Hammer hängt: Satte elf Fotos pro Sekunde kann sie schießen und das gleich für 116 Aufnahmen in Folge in JPEG oder 46 Aufnahmen in Rohdaten – das Ganze sogar mit Echtzeit-Autofokus-Tracking auf Gesichter, Augen oder Tieraugen.

Wo muss man denn bei so einer Top-Einsteigerkamera überhaupt Abstriche machen? Was könnte noch besser gehen? Der auffälligste Unterschied ist das Kameragehäuse selbst. Dieses besteht bei der Sony Alpha 6100 aus Kunststoff. Das keinesfalls per se irgendwie schlecht oder wenig haltbar oder nachlässig verarbeitet. Das wäre auch schlimm, denn 800 Euro sind ja auch durchaus eine Investition.

Gut verarbeitetes Kunststoff­gehäuse

Es gibt übrigens Kameras von anderen Herstellern, die deutlich mehr kosten und die ebenfalls ein (gut verarbeitetes) Kunststoffgehäuse haben. Es geht dabei mehr um die Haptik, das Handgefühl. Eine Sony Alpha der nächst höheren Modellnummer (Alpha 6400) fühlt sich mit ihrem edlen Metallgehäuse halt nochmal deutlich besser an, kostet dann aber eben auch ein bisschen mehr.

Auch beim elektronischen Sucher gibt es »Luft nach oben«. Der von der Alpha 6100 löst 1,44 Millionen Bildpunkte auf. Teurere Kameras packen da nochmal die Hälfte drauf. Noch mehr Serienbilder am Stück oder HDR-Videos (beides bekommt man erst in teureren Modellen) sind hingegen Sachen, die Leute brauchen, die dann ohnehin zu den größeren Modellen greifen. Da hat Sony also sinnvoll abgespeckt.

Set-Objektiv E 16-50 mm 3,5-5,6 PZ OSS

Die Sony Alpha 6100 gibt es im Set mit dem E 16-50 mm 3,5-5,6 PZ OSS, das uns auch im Test zur Verfügung stand und genau dieses Kit ist es auch, das es bei einigen Händlern unter die 800-Euro-Marke geschafft hat. Das kleine Powerzoomobjektiv ist besonders kompakt und wird elektronisch gezoomt, was bei Videoaufnahmen durchaus interessant sein kann. Das Objektiv ist zwar nicht gerade für eine besonders hohe Bildqualität berühmt, aber das eingefahren schön flache Objektiv passt perfekt zur geringen Größe der Sony Alpha 6100.

Einige Händler bieten die Alpha 6100 auch nur als Gehäuse, also ohne Objektiv an. Dies klingt vielleicht verlockend für Leute, die gleich ein höherwertiges Objektiv kaufen wollen oder noch eines von ihrer vorherigen Sony Alpha Kamera haben.

Wir raten zur Variante mit E 16-50mm Motorzoom-Objektiv

Unser Meinung nach ist es aber schlauer, die Alpha 6100 in jedem Fall mit dem kleinen E 16-50mm Motorzoom-Objektiv zu kaufen. Der Preis-Unterschied zur Nur-Gehäuse-Version ist gering, normalerweise ca. 50 bis 100 Euro (in einigen Aktionen bekommt man sogar die Kamera mit Objektiv günstiger als ohne).

Selbst wenn Sie die Kamera mit einem besseren (und größeren, schwereren und teureren) Objektiv betreiben wollen, wird es wahrscheinlich Situationen geben, wo Sie das kleine, leichte und flache Kit-Objektiv schätzen werden und wo es mit der Kamera ausreichend gute Bilder macht. Und wenn Sie die Kamera in einigen Jahren vielleicht mal verschenken oder verkaufen wollen, geht das auch viel besser zusammen mit Objektiv. Ein kleiner Aufpreis fürs Objektiv ist also gut angelegt.

Hinweis: Die Preise im Kameramarkt sind immer ein wenig in Bewegung. Meistens nach unten. Als dieser Text entsteht, ist die Alpha 6100, die anfangs unserer Meinung nach preislich zu hoch positioniert war, im Handel gerade unter die 800-Euro-Marke gefallen. Die Sony Alpha 6400 folgt ihr aktuell in rund 130 bis 200 Euro Abstand. Diesen Aufpreis ist die Alpha 6400 durchaus wert (die wesentlichen Unterschiede haben wir oben genannt). Wenn es bei Ihnen also ein paar Euros nicht ankommt, schauen Sie sich doch auch die Alpha 6400 einmal an. Sie ist Zweitplatzierte in unserem Test der Systemkameras bis 1300 Euro.

Sony Alpha 6100 im Testspiegel

Im digitalkamera.de-Test überzeugt die Alpha 6100 als leistungsfähige, schnelle Fotokamera mit hoher Bildqualität in einem kompakten Gehäuse, die auch sehr gute Videos aufzeichnen kann.

Im Test der Zeitschrift DigitalPhoto zeigt sich die Kamera als hochauflösend mit tollem Rauschverhalten auch bei höheren ISO-Einstellungen. Die Ausstattung ist für den Anschaffungspreis zu gering (auf Basis der UVP, der effektive Preis ist heute schon deutlich niedriger), dennoch nicht schlecht. Am Ende erreichte die Kamera ein sehr gutes Testergebnis.

Mit einer sehr hohen Geschwindigkeit kann die Kamera im Test des fotoMagazins punkten. Liegt bei der Ausstattung aber etwas hinter dem großen Schwestermodell zurück. Die Bildqualität ist auf hohem Niveau was die Auflösung und das Bildrauschen angeht.

Alternativen

Die Sony Alpha 6100 ist für uns die beste Einsteiger-Systemkamera für unter 800 Euro für die meisten Fotografen. Doch wer seine Schwerpunkte anders setzt oder vielleicht ein Design mit einem klassischen Sucherbuckel bevorzugt, der wird sich vielleicht mit unseren Alternativen anfreunden können.

Im klassischen Design

Fujifilm X-T200

Test  Systemkamera bis 800 Euro: Fujifilm X-T200
Technisch auf Augenhöhe mit der Alpha 6100, dazu frei beweglicher Monitor und USB-Class Webcam-Funktion.

Die Fujifilm X-T200 hat ein eher klassisches Design mit Sucherbuckel. Es gibt sie außer in Schwarz auch in Silber und einem Graumetallic, das ziemlich gut aussieht und aus der Masse der schwarzen und silbernen Kameras hervorsticht. Das Gehäuse der X-T200 besteht wie bei der Sony Alpha 6100 komplett aus Kunststoff, fühlt sich mit dem von Fujifilm verwendeten glatten Lack subjektiv etwas weniger wertig an als die Sony. Die Verarbeitung ist sonst aber einwandfrei und in einigen Bereichen, wie der Monitorauflösung und der Auflösung des Suchers, bietet die Fujifilm X-T200 mehr als die Sony. Dafür lässt die Sony bei Videoaufzeichnungen die Muskeln spielen.

Vom klassischen und vielleicht anachronistisch wirkenden Äußeren der X-T200 sollte man sich nicht täuschen lassen, im Inneren der Kamera schlägt ein Herz aus modernster Technik. Im klassischen Sucherbuckel ist der mit 2,75 Millionen Dots hochauflösende OLED-Sucher untergebracht. Auch ein kleiner Aufhellblitz hat hier sein Zuhause. Letzterer lässt sich mit einem kleinen Hebel einfach aufklappen und ist dann sofort einsatzbereit. Apropos Bedienelemente: Neben einem Moduswahlrad zur kinderleichten Einstellung der verschiedenen Betriebsarten besitzt sie drei weitere Drehräder und sogar ein Steuerknüppel ist mit von der Partie. Und diese sind dann sogar noch konfigurierbar, sodass man sich die Kamera auf seine eigene Arbeitsweise anpassen kann. Im Auslieferungszustand sind die Funktionen passend verteilt und ideal für Einsteiger in die Fotografie. Die Menünavigation ist sehr einfach und intuitiv über den 3,5″ (7,75 cm) großen Touchscreen zu bedienen. Der ist übrigens dreh- und klappbar (Sony: nur klappbar) und hochauflösender als bei der Sony.

Der Autofokus der X-T200 arbeitet minimal schneller als der der Alpha 6100, dafür ist die Fujifilm bei den Serienaufnahmen langsamer und weniger ausdauernd. So schafft die Fujifilm etwa 8,7 Bilder pro Sekunde und maximal 15 Raw-Aufnahmen in Folge. Für flotte Schnappschüsse reicht das allemal. Die Alpha 6100 kann das ab er noch besser: sie schafft 11 Bilder pro Sekunde und davon 33 in Folge. Bei der Bildqualität zeigt die X-T200 eine ähnlich hohe Auflösung wie die Sony Alpha 6100 und macht damit knackige Aufnahmen, selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen. Als kreatives Highlight zeigen sich die für Fujifilm typischen Filmsimulationen. Mit diesen lassen sich Aufnahmen im Stil alter Fujifilm Analogfilme sofort auf die Speicherkarte bannen, ohne dass eine Bildbearbeitung vorgenommen werden muss.

Für das immer wichtiger werdende Homeoffice kann die X-T200 auch direkt als USB-Webcam eingesetzt werden, dass dass man dazu zusätzliche Treiber installieren muss. Diese Möglichkeit bieten nur sehr wenige Kameras. Allerdings wird dabei kein Ton übertragen, Sie brauchen also noch ein extra Mikrofon oder ein Headset. Und die Kamera wird zwar über USB aufgeladen, aber nicht im Betrieb mit Strom versorgt, d. h. dabei entlädt sich der Akku. Stundenlange Webkonferenzen sind damit also nicht möglich (bzw. nur mithilfe eines zusätzlichen Stromkopplers, der aber sehr teuer ist, plus zusätzlichem Netzteil).

Die Auswahl an Objektiven im Fujifilm-System ist riesig, Viele der Objektive sind auch sehr hochwertig, aber auch nicht ganz billig. Sie würden aus der X-T200 aber durchaus noch einiges mehr rausholen als das preisgünstige Standardzoom-Kit-Objektiv schafft. So gesehen kann die X-T200 ein preisgünstiger Einstieg ins Fujifilm-X-System sein und wer damit auf den Geschmack gekommen ist und vielleicht ein oder zwei weitere Objektive dazugekauft hat, der findet dann später jederzeit auch hochwertigere und noch leistungsfähigeres Kameras im gut gepflegten APS-C-Sensor-Kamerasystem des Herstellers.

Mit internem Bildstabilisator

Panasonic Lumix DC-GX9

Test: Panasonic Lumix Dc Gx9 12 60 Mm [foto Panasonic] Co4oyy
Viele Funktionen und super auch zum Filmen in 4K geeignet. Das Gehäuse ist allerdings nicht so griffig und ein Wetterschutz fehlt.

Mit der Lumix DC-GX9 liefert Panasonic eine ausgesprochen kompakte Systemkamera, die viel zu bieten hat. Etwa einen integrierten Bildstabilisator, der bis zu viermal längere Belichtungszeiten ermöglicht. Oder 4K-Video-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde.

Die DC-GX9 punktet mit Ausstattungsdetails, die vor allem auf Reisen interessant sind. Sie verbindet sich nicht nur per WiFi sondern auch via Bluetooth mit einem Smartphone – auf Wunsch überträgt sie dann jede Aufnahme automatisch aufs Handy. Von dort können Sie die Fotos dann bequem per Mail oder bei Facebook & Co. verbreiten. Vom Smartphone bezieht die GX9 auch die GPS-Daten.

Panasonic hat es geschafft, sogar noch einen kleinen Bordblitz unterzubringen. Er springt nur bei Bedarf heraus und sollte seine Leistung einmal nicht reichen, lässt sich auch ein Systemblitz an die GX9 anschließen. Aber auch ohne Blitzlicht macht sie bei schwachem Licht noch gute Fotos. Denn dank ihres leistungsfähigen Bildstabilisators können Sie mit bis zu viermal längeren Belichtungszeiten fotografieren, ohne die Aufnahmen zu verwackeln. Das hilft, die ISO-Empfindlichkeit und damit Bildrauschen gering zu halten.

Obwohl das Gehäuse der Lumix ziemlich klein ist, hat Panasonic die Kamera ausreichend mit Bedienelementen versehen. So schalten Sie wichtige Betriebsarten, etwa den Autofokus, schnell per Schalter um und müssen keinen langwierigen Ausflug ins Kameramenü unternehmen. Der Bildsensor löst mit rund 20 Megapixeln sehr hoch auf. Allerdings fällt der Sensor im Micro-Four-Thirds-Format kleiner aus als etwa bei unserem Testsieger. Bemerkbar macht sich das vor allem, wenn Sie bei wenig Licht fotografieren. Nächtliche Stadtszenen oder Fotos in dunklen Kirchen gelingen mit der GX9 nicht ganz so gut.

Das kleine Manko macht sie aber mit dem riesigen Objektivangebot wieder wett. Es passen übrigens auch alle Objektive von Olympus und umgekehrt auch die Panasonic-Objektive auf die Olympus-Kameras.

Außerdem getestet

Canon EOS M50

Die EOS M50 ist die jüngste Spiegellose von Canon und überflügelt das Spitzenmodell EOS M5 in einigen Punkten. Etwa beim Videodreh, den die EOS M50 wahlweise auch in 4K-Auflösung absolviert. Hinzu kommen ein sehr guter Autofokus, Bedienung per Touchscreen und ein ergonomisches Gehäuse. Außerdem kann die M50 jedes neue Foto automatisch an ein Smartphone übertragen. Leider hält ihr Akku nicht lange durch, und bei 4K-Videos werden der Bildausschnitt beschnitten und nur 25 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet.

Olympus OM-D E-M10 Mark III

Wenn es Ihnen auf eine besonders kompakte Kamera ankommt, die zudem noch deutlich weniger kostet als unser Favorit, sollten Sie ein Auge auf die Olympus OM-D E-M10 III werfen. Zwar muss sie mit einem etwas kleineren Bildsensor auskommen als die meisten Kameras in unserem Testfeld, das bemerkt man im Alltag aber nicht. Bei schlechten Lichtverhältnissen, etwa in einem dunklen Partykeller, gerät sie dann aber ins Hintertreffen. Dafür wartet sie mit einer ganzen Reihe pfiffiger Automatikfunktionen auf, über die sich besonders weniger versierte Fotografen freuen werden.

Olympus OM-D E-M10 Mark IV

Die Olympus OM-D E-M10 Mark IV feiert ebenfalls den klassischen Spiegelreflex-Look mit Sucherhöcker. Die seit August 2020 erhältliche Micro-Four-Thirds-Kamera hat neben einem flotten Autofokus eine flotte Serienbildfunktion und schafft mehr Bilder mit einer Akku-Füllung. Die Bildqualität ist aufgrund des kleineren Sensors bei höheren ISO-Einstellungen minimal schlechter als beim Testsieger. Bei der Video-Funktion kann die OM-D E-M10 Mark IV nicht mit der Sony Schritt halten, da 4K-Videos nur mit Beschnitt aufgezeichnet werden.

Panasonic DC-G110

Die mit knapp 20 Megapixeln auflösenden Panasonic Lumix DC-G110 ähnelt einer modernen kleinen Spiegelreflexkamera. Die Micro-Four-Thirds-Kamera besitzt umfangreiche Videofunktionen und besitzt einen sehr schnellen Autofokus, der sich für die Foto- und Video-Aufzeichnung eignet. Zwar zeichnet die Kamera Videos mit einem höheren Datendurchsatz auf als der Testsieger (100 Mbit/s zu max. 60 Mbit/s), dafür ist die Videodauer bei der kleinen Panasonic auf zehn Minuten begrenzt (4K). Die Bildaufbereitung zeigt sich sehr zurückhaltend und die Auslöseverzögerung war im Test etwas zu langsam.

Fujifilm X-A7

Die Fujifilm X-A7 ist technisch sehr gut ausgestattet und bieten eine tolle Bildqualität sowohl bei Foto als auch bei Video auf gleichem Niveau wie unser Testsieger. Bei der Videoaufzeichnung in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde ist die Kamera voll auf der Höhe der Zeit. Dass ein einzelnes 4K-Video auf 15 Minuten begrenzt ist, ist (je nach Anwendung) im Allgemeinen kein Problem. Schön bei der Videoaufzeichnung ist der große, helle, neigbarer Monitor im 16:9-Format. Nicht schön ist, dass man in den Modus zur Videoaufzeichnung nur sehr umständlich über die »Drive«-Taste und mehrere Tastendrücke kommt.

Unter anderem wegen solcher unausgegorener Bedienung schafft es die Fujifilm X-A7 nicht in unsere Empfehlungen. Nicht so schön sind auch die glatte, überhaupt nicht griffige Lackierung (die die Kamera auch billiger wirken lässt als sie ist), die kurze Akku-Laufzeit, die schwache Serienbildleistung und der nicht vorhandene Sucher. Positiv ist die insgesamt sehr umfangreiche Ausstattung und die Qualität des mitgelieferten Objektivs.

Canon EOS M200

Die EOS M200 hat Canon konsequenter als andere Hersteller als bedienungsfreundliche Einsteigerkamera konzipiert. Sie unterstützt den Fotografen beispielsweise mit Hilfstexten, aber auch die ganze Bedienung ist klar und übersichtlich und eigentlich genau so, wie es Aufsteiger vielleicht schon von ihrer Kompaktkamera kennen. Hinzu kommen ein sehr guter Autofokus und ein Touchscreen, der sich um 180 Grad nach oben in den Selfie-Modus klappen lässt. Leider hält ihr Akku nicht lange durch und bei 4K-Videos werden der Bildausschnitt beschnitten und nur 25 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Auch fanden in dem kleinen Gehäuse und dem von Canon angepeilten Preisrahmen weder Sucher noch Blitzschuh Platz. Dass das Canon EOS-M-System nur eine sehr kleine Objektivauswahl bereithält, dürfte hingegen für die Zielgruppe der EOS M200 eher kein Problem darstellen.

Olympus Pen E-PL10

Bei der Olympus Pen E-PL10 handelt es sich um die minimal verbesserte Pen E-PL9. Am klassischen Design der Kamera wurde nichts geändert und auch die Sensorauflösung ist mit 16 Megapixeln unverändert vom Vorgänger übernommen worden, womit sie heutzutage das Schlusslicht in dieser Kameraklasse bildet. Immerhin kann die Kamera 4K-Videos mit fast 30 Minuten Länge aufzeichnen und externe Blitzgeräte können über den eingebauten Blitz mit TTL-Steuerungssignalen versorgt werden. Leider wird die lange Video-Aufzeichnungsdauer durch den großen Crop (Beschnitt) des Sensorbildes getrübt und Olympus es auch bei dieser Kamera versäumt moderne Connectivity-Funktionen wie eine dauerhafte Smartphone-Verbindung einzubauen.

Die wichtigsten Fragen

Macht es Sinn, in dieser Preisklasse eine Kamera zu kaufen?

In der Preisklasse bis 800 Euro haben die Kameras ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Im Gegensatz zu den Einsteigerkameras bis 500 Euro bekommt man für maximal 800 Euro schon topaktuelle Technik zum vernünftigen Preis und muss auch bei der Ausstattung kaum Abstriche machen.

Welche Einschränkungen gibt es in dieser Klasse gegenüber teureren Kameras?

Für ein verschmerzbares Budget von 800 Euro für Kamera inklusive Objektiv gibt es gute Kameras, aber grundsätzlich nur sehr günstige Objektive, die aus der Kamera nicht alles rausholen. Gute Objektive kosten aber ihr Geld, weshalb man erst in der nächsthöheren Preisklasse (bei uns 1.300 Euro) dann Kameras bekommt, die eine noch bessere Bildqualität vor allem durch die besseren Objektive erreichen.

Neu oder gebraucht?

Das Angebot an guten gebrauchten Digitalkameras nimmt ständig zu. Wer es sich zutraut, gebraucht zu kaufen, bekommt in dieser Preisklasse sehr gute gebrauchte Kameras, die ehemals in einer noch höheren Preisklasse angesiedelt waren und mit einem guten Objektiv ausgestattet sind. Ein solches hochwertiges Objektiv kann man dann wiederum mit der nächsten Kamera weiterverwenden, falls die gebrauchte Kamera irgendwann nicht mehr die Ansprüche erfüllt.

Kompaktkamera oder Systemkamera?

Das kommt auf Ihre individuellen Bedürfnisse an. Maximale Bildqualität zum geringstmöglichen Preis bekommen Sie mit den hier vorgestellten Systemkameras mit wechselbaren Objektiven. Das kann keine Kompaktkamera besser oder günstiger. Deren Vorteile liegen entweder in einer noch geringeren, taschenfreundlichen Größe oder andererseits in einem sehr großen Zoombereich des Objektivs. Dann sind die Kompaktkameras aber nicht mehr wirklich kompakt und auch nicht günstig oder können bei der Bildqualität nicht mithalten (mitunter nicht einmal mit guten Smartphones). Qualitativ exzellente Kompaktkameras, die es durchaus auch gibt, hingegen sind hingeben meist deutlich teurer als vergleichbare, in viel größerer Stückzahl produzierte Systemkameras.

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