Unsere Tests sind unabhängig. Wir finanzieren uns über Affiliate-Links. Kaufen Sie ein Produkt über Links, die mit markiert sind, erhalten wir ggf. eine kleine Provision. Mehr dazu.

Die beste Systemkamera für Einsteiger

last updateZuletzt aktualisiert:
Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ii R Schwarz [foto Olympus] Shmbpi
Jan-Markus Rupprecht

Jan-Markus Rupprecht

fotografiert mit Digitalkameras seit 1995, zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, von dem er bis heute Chefredakteur und Herausgeber ist. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Bogen der digitalen Bildaufzeichnung noch weiter spannt.

Wir haben 7 Systemkameras bis 500 Euro getestet. Eine Systemkamera für so wenig Geld, noch dazu mit Objektiv? Gibt es die und wenn ja, was taugt die? Für diesen Vergleichstest haben wir das Angebot an preisgünstigen, spiegellosen Systemkameras sondiert und sind dabei immerhin auf ein paar Modelle gestoßen, die aktuell im Lieferprogramm der Hersteller sind und inklusive Objektiv für maximal 500 Euro im Handel erhältlich sind. Die beste ist die Olympus OM-D E-M10 Mark III, die mit einem Sensor-Shift-Bildstabilisator und 4K-Videos auftrumpfen kann.

Wenn Kamera plus Objektiv für unter 500 Euro zu haben sind, bedeutet das immer, dass diese Kameras schon etwas länger auf dem Markt sind und irgendwann unter die hier gesetzte Preisgrenze gefallen sind. Direkt nach der Markteinführung bzw. zur unverbindlichen Preisempfehlung sind spiegellose Systemkameras unter 500 Euro bestenfalls ohne Objektiv zu haben.

Die günstigste Preisklasse bei den spiegellosen Systemkameras richtet sich vor allem an Einsteiger. Bei ihnen kann man nicht davon ausgehen, dass ein passendes Objektiv schon vorhanden ist. Einige dieser Kameras gibt es deshalb auch gar nicht ohne Objektiv zu kaufen (diese Version nennt man dann »Gehäuse« oder »Body«), sondern nur als »Kit«, d. h. mit einem ziemlich preisgünstigen Objektiv.

Wir haben uns 7 Einsteiger-Systemkameras näher angesehen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Olympus OM-D E-M10 Mark III

Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ez [foto Olympus] B5ux5g
Tolle Bildqualität, tolle Verarbeitung und technisch ganz weit vorne.

Dass unser Testsieger Olympus OM-D E-M10 Mark III eigentlich eine Preisklasse höher angesiedelt war, merkt man an der umfangreichen Ausstattung und der liebevollen Verarbeitung. Von den hier getesteten Kameras zählt die Olympus OM-D E-M10 Mark III zu den neueren Modellen und ist entsprechend voll auf der Höhe der Zeit. Ausstattungsmerkmale wie 4K-Video mit 30 Bildern pro Sekunde, ein sehr leistungsfähiger Sensor-Shift-Bildstabilisator und ein qualitativ guter elektronischer Sucher als Ergänzung zum schwenkbaren Touchscreen lassen kaum Wünsche offen.

Fast genauso gut

Panasonic Lumix DMC-GX80

Test: Panasonic Lumix Dmc Gx80 Mit 12 32 Mm [foto Panasonic] X03rwi
Mit schnellem Autofokus, stabilisiertem Sensor und guter Ausstattung fast genauso gut.

Die Panasonic Lumix GX80 hat keinen »Sucherbuckel«, trotzdem aber einen eingebauten elektronischen Sucher. Sie besitzt einen besonders schnellen Kontrastautofokus und einen besonders leisen, vibrationsarmen, elektromagnetisch arbeitenden Verschluss. Damit und mit ihrem zur Stabilisierung beweglich gelagerten Sensor und ihrer guten Ausstattung ist sie unserem Testsieger sehr dicht auf den Fersen.

Mit größerem Sensor

Sony Alpha 6000

Test: Sony Alpha 6000 Mit Sel P1650 Schwarz Schwarz [foto Sony] Zztbdk
Wer einen größeren Sensor mit höherer Auflösung will, liegt bei der Sony Alpha 6000 richtig.

von 142 Lesern gekauft

Der Hauptvorteil der Sony Alpha 6000 gegenüber beiden zuvor genannten Kameras ist ihr größerer Sensor mit höherer Auflösung und klassischem 3:2-Seitenverhältnis. Dass die Alpha 6000, übrigens die meist verkaufte spiegellose Systemkamera überhaupt, schon etwas in die Jahre gekommen ist, merkt man beispielsweise daran, dass Sie Video nur bis FullHD-Auflösung beherrscht. Mit ihrem schnellen und präzisen Hybrid-Autofokus und ihren schnellen Serienbildern hat sie aber bei Markteinführung Maßstäbe gesetzt und bietet zum aktuellen Preis von unter 500 Euro wiederum ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerFast genauso gutMit größerem Sensor
ModellOlympus OM-D E-M10 Mark IIIPanasonic Lumix DMC-GX80Sony Alpha 6000Canon EOS M100Olympus OM-D E-M10 Mark IIPanasonic Lumix DC-GX880Panasonic Lumix DMC-G70
Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ez [foto Olympus] B5ux5gTest: Panasonic Lumix Dmc Gx80 Mit 12 32 Mm [foto Panasonic] X03rwiTest: Sony Alpha 6000 Mit Sel P1650 Schwarz Schwarz [foto Sony] ZztbdkTest: Canon Eos M100 Mit Af M 15 45 Mm Schwarz Schwarz [foto Canon] KvdvziTest: Olympus Om D E M10 Mark Ii [foto Olympus] Qiiyf1Test: Panasonic Lumix Dc Gx880 Mit G Vario 12 32 Mm 3.5 5.6 Asph. Ois [foto Medianord] 4p3jcfTest: Panasonic Lumix Dmc G70 Mit 14 140 Mm Ois Schwarz Schwarz [foto Panasonic] Hpwk4p
Pro
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • 4K-Video mit 30 Bildern/s
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Größerer APS-C-Format-Sensor
  • 24 Megapixel
  • APS-C-Format-Sensor
  • 24 Megapixel
  • Touchscreen-Monitor mit Selfie-Funktion
  • Sensor-Shift-Bildstabilisator
  • Touchscreen-Monitor mit Selfie-Funktion
  • 4K-Video mit 30 Bildern pro Sekunde
  • Lange Akkulaufzeit
  • Dreh- und schwenkbarer Touchscreen
Contra
  • Nur 16 Megapixel
  • Nur 16 Megapixel
  • Kein 4K-Video
  • Kein Sucher
  • Kein 4K-Video
  • Kein 4K-Video
  • Nur 16 Megapixel
  • Kein Sucher
  • Geringe Akku-Reichweite
  • Nur 16 Megapixel
  • Nur 16 Megapixel
Bester Preis
  Technische Daten anzeigen

Systemkamera und Kompaktkamera im Vergleich

Als Systemkamera bezeichnet man eine Kamera, bei der man das Objektiv wechseln kann. Der Vorteil davon ist, dass man für verschiedene Aufnahmesituationen innerhalb von Sekunden das jeweils passende Objektiv an der Kamera montieren kann – sofern man mehr als ein Objektiv hat. Und gerade da liegt das Problem.

Im preisgünstigen Einstiegsbereich haben viele Anwender nur das eine Kit-Objektiv, das sie mit der Kamera gekauft haben – oder eventuell zwei Objektive, wenn es sich um ein so genanntes »Double-Zoom-Kit« gehandelt hat. Und die Anwender verspüren angesichts von Preisen von mehreren hundert Euro, die ein halbwegs ordentliches Objektiv kostet, auch wenig Lust, in ein solches zu investieren. So mutieren die meisten Systemkameras quasi zur Kompaktkamera – mit quasi fest angewachsenem Objektiv.

In dieser Preisklasse wird selten das Objektiv gewechselt

Sollte man dann nicht gleich zur Kompaktkamera greifen? Das kommt darauf an. Grundsätzlich sind Kompaktkameras nicht günstiger, nur weil das Bajonett zwischen Kamera und Objektiv fehlt. Eher haben sie andere spezifische Eigenschaften. Sie sind z. B. noch kleiner oder ihr Objektiv hat enorm große Zoomfaktoren mit ganz viel Telebrennweite. Beides zusammen führt dann zwangsläufig zu kleinen Sensorgrößen und damit sinkt dann die Qualität der Fotos.

Umgekehrt gibt es auch einige wenige Kompaktkameras, die überschaubare Zoomfaktoren oder gar keinen Zoom haben und einen großen Sensor. Die haben dann wiederum eine hervorragende Bildqualität, aber auch ihren Preis. Zum Einsteigerpreis gibt es solche Kompaktkameras selten, sondern da muss man einiges mehr auf den Tisch legen. Der verbleibende echte Vorteil: Da sich das fest eingebaute Objektiv in ausgeschaltetem Zustand ins Kameragehäuse zurückziehen kann, sind die wirklich kleiner als eine Systemkamera inklusive angebautem Objektiv.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Bildqualität fürs Geld, die die Einsteiger-Systemkameras unter 500 Euro bieten, ist auf jeden Fall exzellent. Und auch sonst muss man bei der Technik eigentlich auf nichts wirklich verzichten, was heute Stand der Technik ist. Das gilt nicht für alle Modelle, aber zumindest für unsere Empfehlungen. Vernünftige Sensorgröße (Four Thirds oder APS-C)? Kein Problem, die Zeiten der Systemkameras mit kleineren Sensoren sind glücklicherweise vorbei.

Hochauflösende und ruckelfreie 4K-Videos? Haben nicht alle, aber bei unseren Empfehlungen haben wir darauf Wert gelegt. Einen ausreichend guten elektronischen Sucher? Haben auch nicht alle – aber alle unsere Empfehlungen. Einen Bildstabilisator in der Kamera, einen Blitzschuh, einen eingebauten Blitz, kippbaren Monitor, Touchscreen? Bei unseren Empfehlungen alles vorhanden!

Worin besteht dann die Existenzberechtigung der noch teureren Kameras? Wenn man beispielsweise 800 Euro inklusive Objektiv ausgibt? Je nach Schwerpunkt bekommt man dann alles noch etwas besser und schneller. Mehr Megapixel, ein besseres, schärferes Objektiv, einen besseren, schärferen Sucher, einen schnelleren Autofokus. Der Mehrpreis geht schon in Ordnung. Aber was die 500-Euro-Systemkameras leisten, ist für den Anfang auf keinen Fall verkehrt. Und da kommen wir doch noch mal auf das Wechselobjektiv zurück.

Noch bessere Bildqualität gibt es mit hochwertigeren Objektiven

Das Objektiv ist an der Bildqualität (Schärfe und Details, die Sie im fertigen Bild sehen) maßgeblich beteiligt. Bei einem Einsteigerpreis von 500 Euro komplett muss man da Kompromisse eingehen, anders geht es nicht. Wenn Sie aber mit einer solchen Kamera einsteigen und auf den Geschmack kommen, dann können Sie ein anderes, besseres Objektiv dazukaufen. Vielleicht eine lichtstarke Festbrennweite hauptsächlich, aber nicht ausschließlich für die Porträt-Fotografie.

Damit werden Sie dann sehen, was Ihre Kamera wirklich kann. Und das Objektiv können Sie dann später an einer vielleicht noch besseren, neueren Kamera weiterverwenden. Sie könnten so ein Objektiv vielleicht auch gebraucht kaufen. Oder ein älteres, aber noch gutes Kameragehäuse erwerben, falls Ihr Gehäuse mal kaputt geht, das Objektiv aber noch einwandfrei funktioniert. Das »System« macht nicht nur Sinn, wenn man mehrere Objektive zum Wechseln hat.

So haben wir getestet

Für die Kameratests arbeitet AllesBeste mit dem Portal digitalkamera.de zusammen, dem seit 1997 meist frequentierten deutschsprachigen Online-Portal zur (digitalen) Fotografie. Ein Schwerpunkt von digitalkamera.de sind die Kameratests im eigenen Testlabor. Dort werden alle Kameras und Objektive zunächst messtechnisch untersucht. Es geht unter anderem um Auflösung, Farbtreue, Rauschverhalten und Geschwindigkeit.

Zusätzlich werden im Labor unter immer exakt gleichen Bedingungen etliche praxisgerechte Testaufnahmen gemacht, die den Testern später auch eine eigene visuelle Beurteilung ermöglichen. Zusammen mit der folgenden praktischen Erprobung der Kamera ergibt sich dann ein Gesamteindruck, den der Tester in einen (meist sehr umfangreichen) Testbericht niederschreibt.

Da digitalkamera.de die Testgeräte idealerweise schon sehr kurz nach der Markteinführung (oder noch besser: schon vor der Markteinführung) von den Herstellern leihweise bekommt, bleiben diese brandneuen (und meist raren) Testgeräte meist nur ein bis drei Wochen in der Redaktion. Dadurch ist praktisch nie ein komplettes Testfeld gleichzeitig in der Testredaktion und das ist auch der Grund, warum es von den Kameratests keine Gruppenaufnahmen gibt.

Da die Kameratests immer genau gleich ablaufen und die Testbedingungen im Labor immer identisch sind, lassen sich die Einzeltests der Kameras oder Objektive jedoch jederzeit, selbst noch nach Jahren, direkt miteinander vergleichen. So entstehen die Vergleichstest für AllesBeste, die bei Erscheinen einer neuen Kamera in einer Kategorie dann jederzeit aktualisiert werden können. Wenn Sie sich für eine bestimmte Kamera noch eingehender informieren möchten, finden Sie auf digitalkamera.de den ausführlichen Testbericht kostenlos sowie als Bezahlinhalte die Original-Testbilder, das ausführliche Labortest-Protokoll sowie die Tests aus verschiedenen Fachzeitschriften als PDF.

 spiegellose Systemkamera bis 500 Euro Test: Sp Camera E M10 Mark Features Image Five

Testsieger: Olympus OM-D E-M10 Mark III

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III hat es erst kürzlich überhaupt erst in diese Preisklasse geschafft. Im September 2017 vorgestellt hat sie noch nicht einmal ein Nachfolgemodell. Allerdings ist der Preis des Gehäuses (ohne Objektiv) von ursprünglich 649 Euro auf mittlerweile unter 500 Euro gerutscht. Und auch mit dem einfachen Standard-Zoom im Kit gibt es die OM-D E-M10 Mark III mittlerweile praktisch immer irgendwo für unter 500 Euro. Und mit »irgendwo« meinen wir keine dubiosen Quellen, sondern durchaus angesehene Fotofachhändler oder Fachmärkte und etablierte Online-Händler.

Warum genau diese Kamera? Kurz gesagt: Die Kamera leistet sich für Anfänger eigentlich gar keine Schwächen. Sie war in einer höheren Preisklasse angesiedelt – das merkt man auch bei der Verarbeitung. Zwar ist das Gehäuse aus Kunststoff, aber liebevoll im Retro-Style gestaltet und überhaupt nicht billig verarbeitet. So sind beispielsweise die sauber rastenden Bedienräder auf der Oberseite aus Metall und vermitteln einen sehr hochwertigen Eindruck.

In der silbernen Gehäuse-Variante wirken die vielen Rundungen und Kerben auf der Kameraoberseite, die Ringe um die Tasten und die eingelegte, gebürstete Metallplatte ziemlich »schnörkelig« und unruhig. Viel dezenter und unserer Meinung nach edler wirkt dagegen die schwarze Farbversion, bei der solche Eskapaden der Designer kaum auffallen.

Testsieger

Olympus OM-D E-M10 Mark III

Test: Olympus Om D E M10 Mark Iii Mit 14 42 Mm Ez [foto Olympus] B5ux5g
Tolle Bildqualität, tolle Verarbeitung und technisch ganz weit vorne.

Von der Ober- und Unterseite und den Bereich ums Objektivbajonett herum abgesehen dominiert bei der Olympus OM-D E-M10 Mark III sowieso die Farbe Schwarz. Der Klappmonitor ist ganz in Schwarz gehalten, ebenso der Rest der Rückwand und die Seitenteile. Die Vorderseite und der Griffbereich für den Daumen sind mit einer sehr griffigen, genarbten Gummierung beklebt. Damit liegt die kleine Systemkamera zumindest bei kleinen und mittelgroßen Händen sehr gut und sicher in der Hand. Wer große Hände hat, wird sich mit ihr vielleicht nicht anfreunden können. Das gilt allerdings für viele Kameras in dieser Preisklasse.

Zu der kleinen OM-D E-M10 Mark III passt sehr schön ein sehr kleines Objektiv und solch ein Set gibt es auch: Das 14-42mm-Pancake-Objektiv ist in ausgeschaltetem Zustand schön flach und fährt erst nach Einschalten der Kamera motorisch zu voller Größe aus (Pancake – also Pfannkuchen – nennt man liebevoll solche besonders flachen Objektive). Auch die Zoomverstellung erfolgt dabei motorisch. Das ist kein wirklicher Vorteil, sondern einfach ein »Feature«. Das Pancake-Objektiv ist übrigens das, was auf den auf dieser Seite veröffentlichten Produktabbildungen zu sehen ist. Mit dem Objektiv hatten wir die Kamera nämlich im Test.

Unter 500 Euro nur mit konventionellem Zoom-Objektiv

Dieses Pancake-Set gibt es allerdings derzeit noch nicht unter 500 Euro. Wer unbedingt unter dieser Preisgrenze bleiben will, muss das normale 14-42-Objektiv nehmen. Bei dem wird von Hand mechanisch gezoomt. Vor allem hat es ausgeschaltet wesentlich mehr Baugröße. Qualitativ ist es nicht schlechter als das Pancake (aber auch nicht besser). Rein vom Preis-Leistungs-Verhältnis schneidet es aber natürlich besser ab (trotzdem ist das Motorzoom-Pancake irgendwie »netter«).

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III ist eine Kamera, die sehr einsteigerfreundlich ist, auch wenn das Bedienkonzept und die Menüs von Olympus mitunter gewöhnungsbedürftig sind. Teilweise sieht man sich in langjähriger Tradition gefangen, nebenbei wird aber immer mal wieder etwas Neues ausprobiert. Das wirkt manchmal nicht ganz rund und verlangt Leuten, die andere Bedienphilosophien und Kameramenüs gewohnt sind, mitunter einige Umgewöhnung ab.

Bei der Olympus OM-D E-M10 Mark III finden sich viele ausgefeilte Funktionen unter dem »erweiterten Fotomodus« – auf dem Programmwahlrad mit »AP« für »Advanced Photo« bezeichnet. Wer an seinem Smartphone Freude an Fotofiltern hat, sollte sich die Kreativfilter (»ART« auf dem Programmwahlrad) ruhig mal anschauen. Die sind wirklich schön gemacht, man sieht deren Wirkung schon vor der Aufnahme und sie funktionieren auch bei Videos.

Die Bedienung der Olympus OM-D E-M10 Mark III erfolgt teils über Tasten, teils über den sehr hellen Touchscreen. Dieser kann rund 45 Grad nach unten und 90 Grad nach oben gekippt werden, allerdings nicht bis in die Selfie-Stellung geschwenkt werden. Immerhin ermöglich er so das bequeme Fotografieren aus sehr niedrigen Positionen oder z. B. über Menschenmengen hinweg.

Wer lieber einen Sucher benutzt, wird sich über den hochauflösenden elektronischen Sucher der OM-D E-M10 Mark III freuen, der natürlich in hellem Umgebungslicht viel Sinn macht, aber generell auch ein »konzentrierteres« Fotografieren erleichtert. Ein Sucher ist in dieser Preisklasse übrigens keine Selbstverständlichkeit, bei einigen günstigen Systemkameras muss man allein mit dem Monitor klarkommen.

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III besitzt einen 16-Megapixel-Bildsensor in der so genannten FourThirds-Größe, also 4/3-Zoll als »Formfaktor« (der Objektiv-Anschluss heißt übrigens »Micro Four Thirds«). Von den aktuellen Kamerasystemen ist dies die kleinste Sensorgröße (alle noch kleineren sind vom Markt verschwunden). Verglichen mit Smartphone-Sensoren oder klassischen kleinen Kompaktkamerasensoren ist dieses Sensorformat wiederum riesengroß.

Auch gegenüber dem bei hochwertigen Kompaktkameras beliebten 1-Zoll-Sensoren ist ein FourThirds-Sensor noch etwas größer. Sein Seitenverhältnis beträgt allerdings 4:3, sodass jemand, der auf das klassische 3:2-Seitenverhältnis umschaltet, etliche Pixel ungenutzt lässt (das gilt erst recht beim 16:9-Seitenverhältnis). An den 16 Megapixeln merkt man übrigens noch am ehesten die Einsteigerklasse – alle oberhalb der OM-D E-M10 Mark III angesiedelten Modelle haben einen Bildsensor mit 20 Megapixeln.

Im Gehäuse eingebaute Bildstabilisierung

Eine Besonderheit bei Olympus-Systemkameras (also bei der Olympus OM-D E-M10 Mark III): Diese haben grundsätzlich eine optische Bildstabilisierung über einen beweglich gelagerten Bildsensor. Diese Technik funktioniert mit jedem Objektiv und sorgt dafür, dass man, insbesondere bei längeren Belichtungszeiten, aus der Hand nicht so leicht verwackelt. Und die Olympus-Bildstabilisation funktioniert wirklich sehr gut. Und das nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Videos, die dadurch ebenfalls stabilisiert werden.

Videos sind überhaupt eine der Stärken der OM-D E-M10 Mark III, denn die Kamera beherrscht hochauflösende 4K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde in wirklich guter Qualität. Dabei muss man sich allerdings mit dem eingebauten Stereomikrofon arrangieren, denn einen Anschluss für zusätzliche Mikrofone bietet die OM-D E-M10 Mark III klassenüblich nicht (irgendwelche Pluspunkte müssen teurere Kameras ja auch haben).

Die verschiedenen Kit-Objektive

Die Olympus OM-D E-M10 Mark III gibt es in zahlreichen Kits. Unter 500 Euro gibt es, wie gesagt, nur das ganz einfache Standard-Zoom. Wer sich überlegt, doch vielleicht etwas mehr zu investieren, hat die Qual der Wahl. Da man etliche Euro sparen kann, wenn man Objektive zusammen mit der Kamera kauft, lohnt es sich evtl. durchaus, darüber nachzudenken, ein solches Kit zu kaufen, statt das Objektiv später nachzukaufen. Ohne zu weit auszuschweifen, wollen wir hier deshalb die Kits kurz vorstellen.

Zusammen mit dem schon erwähnten Pancake-Zoom gibt es die OM-D E-M10 Mark III auch mit einem zusätzlichen Telezoom 40 bis 150 mm (80 bis 300 mm). Der Aufpreis beträgt nur ca. 200 Euro. Um den Telebereich nutzen zu können, muss man das Objektiv wechseln, das mag nicht jedem zusagen. Der Vorteil ist dabei aber, dass man dann eben auch das Pancake-Zoom hat, mit dem die Kamera wirklich klein und leicht ist.

Reichlich Auswahl bei den vergünstigen Paketen mit Objektiv

Wer das Objektiv möglichst nicht wechseln will, bekommt die Olympus OM-D E-M10 Mark III praktisch zum selben Preis auch mit einem 14-150mm-Objektiv, hat dann also den gesamten Brennweitenbereich von 28 bis 300 Millimeter Kleinbild-Brennweite ohne Objektivwechsel im Zugriff. Dann sitzt aber immer ein etwas größeres Objektiv drauf (obwohl auch das 14-150 mm wirklich erstaunlich kompakt ist).

Noch mehr Zoomfaktor gibt es mit dem 12-200mm-Zoom, das dann schon wieder ein bisschen größer ist (vor allem im Front-Durchmesser), aber auch erstaunliche 24 bis 400 Millimeter Kleinbildbrennweite in einem einzigen Objektiv bietet. Dieses Kit kostet dann nochmals rund 150 Euro mehr, d. h. wir gehen dann schon in Richtung 1.000 Euro. Wenn man aber bedenkt, dass das Objektiv einzeln gekauft über 700 Euro kostet, dann gibt es quasi die Kamera für wirklich wenig Geld dazu.

Qualitativ sind solche »Reise-Zooms« immer etwas kritisch zu sehen. Objektive werden immer als Kompromiss zwischen Qualität, Preis, Baugröße und Objektivdaten konstruiert. Wenn ein Objektiv einen riesigen Zoombereich bieten und nicht riesengroß und superteuer sein soll, dann geht das nur mit Einschränkungen in der Abbildungsleistung. So bleibt auch die Olympus OM-D E-M10 Mark III bei all den genannten Zoom-Objektiven hinter ihren Möglichkeiten zurück. Ganz im Sinne des Systemkamera-Gedankens steht es dem Käufer aber immer frei, höherwertige Objektive (Festbrennweiten oder Zoom-Objektive) nachzukaufen, bei einem Freund zu leihen oder bei einem kommerziellen Verleih zu mieten.

Die Auswahl an Objektiven für das Micro Four Thirds System umfasst mittlerweile weit über 100 verschiedene Objektive von den Kameraherstellern Olympus und Panasonic sowie von etlichen Fremdherstellern, darunter auch allerlei interessante Exoten mit manueller Fokussierung. Mit dieser enormen Fülle an Objektiven kann unter den spiegellosen Kamerasystemen derzeit nur das Micro Four Thirds System der Systempartner Olympus und Panasonic aufwarten.

Olympus OM-D E-M10 Mark III im Testspiegel

Der digitalkamera.de-Testbericht bescheinigt der Kamera eine sehr gute Bildqualität bis ISO 800 und eine gute bis ISO 3.200. Gelobt werden die schnelle Serienbildfunktion und der effektive Bildstabilisator auch bei 4K-Videos. Kritik gibt es fast nur an der gegenüber dem Vorgängermodell zusammengestrichenen Vielseitigkeit und der fehlenden Lademöglichkeit per USB.

Im DigitalPhoto-Test zeigt die Kamera eine hohe Bildqualität bis ISO 1600 und auch die Ausstattung konnte den Tester überzeugen, wenn auch das Fehlen eines Mikrofonanschlusses bemängelt wurde. Mit einem sehr guten Testergebnis konnte die spiegellose Systemkamera den Test abschließen.

Der Testbericht im fotoMagazin bescheinigt der Kamera eine gute Bildqualität und geringes Bildrauschen bis ISO 1600. Damit und mit der umfangreichen Ausstattung und Geschwindigkeit erreicht die Kamera ein sehr gutes Testergebnis.

Alternativen

Wem die Olympus OM-D E-M10 Mark III nicht zusagt, der sollte sich die beiden folgenden Kameras einmal anschauen.

Fast genauso gut

Panasonic Lumix DMC-GX80

Test: Panasonic Lumix Dmc Gx80 Mit 12 32 Mm [foto Panasonic] X03rwi
Mit schnellem Autofokus, stabilisiertem Sensor und guter Ausstattung fast genauso gut.

Vom Micro-Four-Thirds-Systempartner Panasonic kommt die Lumix DMC-GX80, die außerhalb Deutschlands GX85 heißt, unserem Testsieger technisch am nächsten. Auch die GX80 bietet enorm viel Ausstattung zum moderaten Preis. Dank Touchscreen, vielen individuell belegbaren Knöpfen und zwei Einstellrädern plus Programmwählrad lässt sie sich ohne Umschweife bedienen. Obwohl sie keinen »Sucherbuckel« hat, besitzt sie dennoch einen eingebauten elektronischen Sucher.

Die GX80 besitzt einen besonders leisen, vibrationsarmen, elektromagnetisch arbeitenden Verschluss und dank beweglich gelagertem Sensor einen 5-Achsen-Bildstabilisator, der mit stabilisierten Objektiven als Hybrid-Stabilisator zusammenarbeitet. Auch die Panasonic Lumix DMC-GX80 ist eine wirklich gute Wahl und unserem Testsieger sehr dicht auf den Fersen.

Mit größerem Sensor

Sony Alpha 6000

Test: Sony Alpha 6000 Mit Sel P1650 Schwarz Schwarz [foto Sony] Zztbdk
Wer einen größeren Sensor mit höherer Auflösung will, liegt bei der Sony Alpha 6000 richtig.

von 142 Lesern gekauft

Wer eher das klassische 3:2-Seitenverhältnis bevorzugt oder einen etwas größeren Bildsensor mit mehr Auflösung wünscht, der landet automatisch beim APS-C-Sensor-Format, bei dem es in der Preisklasse unter 500 Euro inklusive Objektiv aber nur wenig Auswahl gibt. Unsere Empfehlung wäre dann die Sony Alpha 6000. Diese Kamera ist schon recht lange auf dem Markt und das merkt man ihr teilweise an, beispielsweise ist die Videoauflösung noch auf FullHD beschränkt.

Die Alpha 6000 hat dafür einen schnellen Phasen-Kontrast-Hybridautofokus und verfolgt auch schnell bewegende Motive, und das sogar bei bis zu elf Serienbildern pro Sekunde. Trotz des kompakten Gehäuses bietet sie einen guten elektronischen Sucher sowie ein Klappdisplay. Die Bedienung mit Programmwählrad, zwei Einstellrädern und vielen Tasten wird auch gehobenen Ansprüchen gerecht.

Alles nicht ganz »taufrisch«, aber grundsolide Technik und auch für den E-Mount genannten Objektivanschluss gibt es zahlreiche Objektive von Sony und von Fremdherstellern. Für unter 500 Euro gibt es die Alpha 6000 im Set mit einem recht kleinen Motorzoom-Objektiv, das gut zu der Kamera passt.

Außerdem getestet

Die Canon EOS M100 hat ebenso wie die oben als Empfehlung erwähnte Sony einen Bildsensor in APS-C-Größe. Canon stattet die kleine Einsteigerkamera, die zu den kompaktesten am Markt gehört, mit der Technik der »großen« Kameras aus, was die Bildqualität und die Autofokusleistung betrifft. Dank des kippbaren Touchscreens gestaltet sich zudem die Bedienung einfach und auch Selfies sind kein Problem. Sogar einen Mikrofoneingang für besseren Sound bei Videos (die allerdings nur mit FullHD und kein 4K auflösen) gönnt Canon der Einsteigerklasse, während ein Blitzschuh fehlt. Dank WLAN und Bluetooth ist die Konnektivität gut, auch Geotagging ist mit verbundenem Smartphone möglich. Das Objektivangebot für den EOS-M-Objektivanschluss ist allerdings noch extrem klein und wird von Canon auch nur äußerst zögerlich ausgebaut, was dazu führt, das es die EOS M100 nicht in unsere Empfehlungen schafft.

Olympus OM-D E-M10 Mark II

Die Olympus E-M10 Mark II ist das Vorgängermodell unseres Testsiegers. Einige fortgeschrittene Funktionen finden manche Tester dort besser umgesetzt. Auch das Gehäuse beurteilen viele als noch hochwertiger. Ohne 4K-Video ist sie technisch aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit und vor allem auch nicht preisgünstiger zu haben als das Nachfolgemodell, sodass der Kauf dieser älteren Kamera aus 2015 eigentlich keinen Sinn macht. Wenn Sie auf hochauflösendes Video aber keinen Wert legen und die E-M10 Mark II günstig bekommen können, machen Sie mit der auch nichts verkehrt.

Panasonic Lumix DC-GX880

Die Panasonic Lumix GX880 ist das preisgünstigste Modell bei Panasonic und fast identisch mit dem Vorgängermodell namens Lumix GX800. Die äußerst kompakte spiegellose Systemkamera richtet sich mit Automatikfunktionen und einfacher Bedienung vor allem an Einsteiger, ohne aber auf manuelle Einstellmöglichkeiten zu verzichten. Dank WLAN und Selfie-Klappdisplay mit Touch-Funktion gibt sich die GX880 als moderne Kamera. Im Gegensatz zu den teureren GX-Modellen hat die GX880 keinen zur Bildstabilisierung beweglich gelagerten Bildsensor – bei Panasonic haben allerdings viele Objektive einen Bildstabilisator eingebaut. Die GX880 ist ein ganzes Stück günstiger zu haben als die Kameras, die es in unsere Empfehlungen geschafft haben, dafür muss man allerdings auf einen Sucher verzichten.

Panasonic Lumix DMC-G70

Die Panasonic Lumix G70 wird außerhalb Deutschlands absolut baugleich unter dem Namen G7 verkauft. Mit dem griffigen, vergleichsweise großen Gehäuse, dem elektronischen Sucher sowie dem schwenk- und drehbaren Bildschirm bietet die G70 viel Ausstattung fürs Geld. Einen eingebauten Bildstabilisator hat dieses ehemalige Mittelklassemodell von 2015 noch nicht. 4K-Video inklusive 4K-Fotofunktionen sind aber bereits an Bord. Keine schlechte Kamera, aber unsere Empfehlungen bieten noch etwas mehr fürs Geld.

Kommentare

avatar