Die beste Tageslichtlampe

Test: Tageslichtlampe – Testsieger Philips EnergyUp White

Die beste Tageslichtlampe ist die Philips EnergyUp White. Sie strahlt am hellsten und bietet eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung in einem schlanken, gut verarbeitetem Gehäuse. Leider ist sie nicht ganz preiswert.

Ob Frühaufsteher oder Nachteule: Kaum jemand wird leugnen, dass ein heller Sonnentag belebend für Körper und Geist ist. Nicht ohne Grund beklagen viele Menschen, dass ihnen lange, dunkle Tage in Herbst und Winter aufs Gemüt schlagen. Tatsächlich kann andauernde Dunkelheit nicht nur zu anhaltender Müdigkeit führen, sondern auch Depressionen auslösen.

Lichtmangel kann man mit speziellen Lampen, deren Licht dem Tageslicht ähnelt, ausgleichen – man spricht dabei auch von Licht-Therapie. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Tageslichtlampen, manchmal auch Lichtdusche genannt.

Doch gelingt das auch? Wir haben sechs Modelle im Preissegment zwischen 50 und 180 Euro über mehrere Wochen auf Herz und Nieren getestet.

So wirken Tageslichtlampen

Tageslichtlampen versuchen, in Innenräumen ähnliche Lichtverhältnisse zu erzeugen, wie sie unter freiem Himmel herrschen. Dabei kommt es nicht nur auf die Helligkeit an, sondern vor allem auch auf ein möglichst gleichmäßiges Lichtspektrum, das dem der Sonne ähnelt. Sich stundenlang die Schreibtischlampe ins Gesicht zu halten, bringt deshalb nichts.

Je heller die Tageslichtlampe ist, desto stärker ist seine therapeutische Wirkung. In einem durchschnittlich beleuchteten Raum, also beispielsweise einem Büro, liegt die Beleuchtungsstärke meist zwischen 200 und 800 Lux. Im Gegensatz dazu herrscht selbst an einem bewölkten Wintertag in den Mittagsstunden eine Lichtstärke von 3.000 Lux und mehr. Tageslichtlampen versuchen, die Beleuchtung an einem schattigen Tag im Sommer zu simulieren und streben daher eine Beleuchtungsstärke von 10.000 Lux an.

Diesen Wert erreichen alle Testkandidaten allerdings nur, wenn man sehr nah an den Leuchtkörper heranrückt. Doch auch aus praxistauglichen Entfernungen bringen fast alle Testkandidaten deutlich mehr Licht auf das Auge, als es sonst bei typischen Lichtverhältnissen in Innenräumen der Fall ist.

Doch wie wirkt Tageslicht überhaupt auf den Körper? Vereinfacht ausgedrückt bekommt der Körper durch die Simulation von Tageslicht das Signal, die Produktion von Melatonin herunterzufahren. Dieser auch als Schlafhormon bezeichnete Botenstoff sorgt dafür, dass wir uns müde fühlen.

Normalerweise wird Melatonin vor allem dann produziert, wenn es dunkel ist. Er ist damit einer der Hauptgründe dafür, dass wir uns im Herbst und im Winter oft trotz ausreichend Schlaf dauerhaft müde fühlen. Im schlimmsten Fall kann dieser Effekt zu einer depressiven Verstimmung oder gar einer ausgewachsenen saisonalen Depression führen.

Die durch Lichtmangel hervorgerufenen Probleme beschränken sich übrigens nicht nur auf die dunkle Jahreszeit. Auch im Sommer können lange Tage in dunklen Büros oder Nachtschichten dafür sorgen, dass die Melatoninproduktion erhöht ist.

Der Einsatz von Tageslichtlampen kann dabei helfen, die durch Lichtmangel verursachten Symptome zu reduzieren. Trifft das helle Licht auf die Netzhaut, fährt der Körper die Melatoninproduktion zurück und schüttet stattdessen vermehrt das »Gegenstück« aus, den Botenstoff Serotonin. Dieser führt dazu, dass wir uns insgesamt fitter und in vielen Fällen auch ausgeglichener fühlen.

Dass die Lichttherapie mit einer guten Tageslichtlampe tatsächlich dazu beitragen kann, die Symptome einer Winterdepression zu lindern, wurde schon mehrfach wissenschaftlich belegt. So bescheinigt eine doppelt-placebokontrollierte Studie, dass eine effiziente Behandlung mit Licht einen ähnlichen Effekt wie der Einsatz eines leichten Antidepressivums erzielen kann. Auch viele Psychiater und Schlafforscher bestätigen die positive Wirkung von Lichtduschen auf das allgemeine Wohlbefinden.

In unserem Praxistest konnten wir tatsächlich eine belebende Wirkung durch den Einsatz der Tageslichtlampen feststellen. Das gilt besonders dann, wenn man sie in den frühen Morgenstunden im düsteren Büro nutzt. Die Helligkeit sorgt dann tatsächlich dafür, dass man sich morgens schneller wach fühlt.

Da jeder Körper anders auf die Einflüsse von Licht reagiert, lässt sich der Effekt freilich nicht pauschal versprechen. Im Zweifel lohnt es sich aber, der Lichttherapie zumindest eine Chance zu geben, wenn dunkle Tage auf das Gemüt und die Fitness schlagen.

Tageslichtlampen richtig anwenden

Eine Lichtdusche mit einer Tageslichtlampe lässt sich vergleichsweise leicht in den Tagesablauf einbauen. Am einfachsten funktioniert das, wenn die Lampe auf dem Schreibtisch steht. So kann man sich einfach während der Arbeit beleuchten lassen. Auch die Nutzung am Frühstückstisch oder beim Lesen ist kein Problem.

Im Idealfall scheint die Lampe leicht seitlich auf das Gesicht. Man sollte so nah wie möglich an der Lampe sein, ohne dabei direkt ins Licht zu schauen. Die Beleuchtungsstärke nimmt mit größerem Abstand zur Quelle schnell ab. Entsprechend erreichen unsere Testkandidaten die versprochenen 10.000 Lux nur aus geringen Entfernungen von rund 20 bis 30 Zentimetern.

Wer mit diesem Abstand kein Problem hat, kann den gewünschten Therapieeffekt der Lichtdusche bereits mit rund 30 Minuten am Tag erreichen. Stehen die Lampen in größerem Abstand, sollte die Sitzung entsprechend verlängert werden. Alle getesteten Lampen geben in ihren Handbüchern Tipps zur optimalen Anwendung.

Neben der Platzierung kommt es vor allem darauf an, die Lichttherapie regelmäßig durchzuführen. Das gilt vor allem dann, wenn die Lampen zur Bekämpfung einer leichten, saisonal auftretenden Depression verwendet werden. Studien zufolge werden die positiven Effekte der Tageslichttherapie nach etwa einer Woche regelmäßiger Anwendung spürbar.

Negative Nebenwirkungen beim Einsatz der Lichttherapie sind bei normaler Nutzung nicht zu erwarten. Alle Lampen filtern schädliches UV-Licht und beugen damit einer Schädigung von Augen und Haut vor. Generell ist es empfehlenswert, die Behandlung eher in den Morgen- als in den Abendstunden durchzuführen. Andernfalls kann die Produktion von Melatonin und damit der Schlafzyklus gestört werden. Wer hingegen darauf angewiesen ist, nachts wach zu sein, etwa bei der Nachtschicht, kann die Lichtdusche natürlich auch abends durchführen.

Trotz der positiven Wirkung: Den Gang in die Sonne kann keine Tageslichtlampe vollständig ersetzen. Denn der Körper produziert nur im echten Sonnenlicht das für viele Körperfunktionen wichtige Vitamin D. Ein Vitamin-D-Mangel ist zwar auch in unseren Breitengraden eher selten, kann aber ebenfalls ein Grund für saisonale oder auch dauerhafte Müdigkeit sein. Wer im Alltag nicht genügend Sonnenlicht abbekommt, sollte daher gegebenenfalls Rücksprache mit dem Hausarzt halten und den Vitamin-D-Spiegel testen lassen.

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Kommentare

1 Kommentar zu "Die beste Tageslichtlampe"

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Stimmt, ist die beste, allerdings auch nicht billig. Im Winter jeden Morgen bei der Zeitungslektüre und einer guten Tasse Kaffee. Man fühlt sich danach einfach wacher. Erste Wirkung ab ca 14 Tagen

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