Die beste Babytrage

  • Test: Tragehilfe für Babys und Kleinkinder – Testsieger Hoppediz Bondolino

Die beste Babytrage ist der Bondolino von Hoppediz. Mit ihm kann man sowohl Neugeborene als auch Kleinkinder in anatomisch korrekter Haltung tragen, er ist leicht anzulegen und kann problemlos von verschiedenen Personen benutzt werden. Aber auch andere Babytragen sind empfehlenswert.

Babys sind Traglinge, keine Lieglinge. Der Kinderwagen, wie wir ihn heute kennen, wurde erst 1880 erfunden. Zuvor wurden Babys von ihren Müttern getragen. Auch heute noch tragen zwei Drittel der Weltbevölkerung Babys herum, statt sie im Kinderwagen zu befördern.

Auch in Deutschland erfreut sich das Tragen von Kindern immer größerer Beliebtheit, und auf dem Markt gibt es immer mehr Babytragen. In den 1970er-Jahren kamen zunächst Tragetücher auf den Markt, doch vielen »Nicht-Hippies« waren die zu kompliziert und zu »öko«.

Die Firma Babybjörn brachte dann eine Tragehilfe auf den Markt, die man wie einen Rucksack über die Schultern trägt und die schnell angelegt werden kann. Viele empfanden diese Innovation als schick, außerdem war es viel einfacher, als ein Tragetuch zu binden. Damit hat Babybjörn maßgeblich dazu beigetragen, das Tragen in Deutschland zu verbreiten.

Mittlerweile gehören Mütter und Väter, die ihr Baby vor dem Bauch tragen, fest ins Straßenbild. Die Auswahl an Babytragen, auch Komforttragen oder Carrier genannt, ist groß. Neben Firmen, die sich auf Tragehilfen spezialisiert haben, haben inzwischen auch zahlreiche große und bekannte Hersteller von Babyartikeln Babytragen im Sortiment.

Mit allen Tragehilfen kann man das Kind vor dem Bauch mit dem Blick zum Elternteil umhertragen, in vielen auch auf dem Rücken und teilweise sogar auf der Hüfte. Einige Modelle ermöglichen auch das Tragen vor dem Bauch mit Blick nach vorne – eine Trageweise, die allerdings sehr umstritten ist.

Wir haben uns für sieben gängige Modelle entschieden und diese über mehrere Wochen ausführlich getestet. Preislich gibt es durchaus große Unterschiede – von günstigen 20 bis happigen 190 Euro ist alles dabei.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit: Hoppediz Bondolino

Test Babytrage: Hoppediz Bondolino
Die Bondolino hat alle Vorteile eines Tragetuchs mit den Extras einer modernen Trage.

Mit dem Bondolino können Eltern, die ihr Kind tragen wollen, nichts falsch machen: Er kann über die gesamte Tragezeit hinweg verwendet werden, auch von verschiedenen Personen, ohne dass etwas aufwändig neu eingestellt werden muss. Er ist sehr einfach anzulegen, durch die mögliche Maschinenwäsche pflegeleicht und vom Preis her erschwinglich. Vor allem aber muss an sich um die korrekte Haltung des Kindes beim Tragen keine Sorgen machen.

Je nach Vorliebe und Geschmack gibt es den Bondolino in verschiedenen Stoffqualitäten – auch aus Biobaumwolle und in leichter Qualität für den Sommer sowie aus Popeline.

Innovativ: Emeibaby Trage

Test Tragehilfe: Emeibaby Trage
Vereint die Vorzüge des Tragetuchs mit dem Komfort einer Tragehilfe.

Einen verstellbaren Steg und eine mitwachsende Trage bekommen Sie mit der Emeibaby-Trage. Es gibt sie in zwei Größen und die gepolsterten Schultergurte sind vor allem bei größeren Kindern sehr bequem. Leider war es nicht ganz einfach die Trage richtig einzustellen – es dauerte eine Weile und war nur mit einem zusätzlichen Lernvideo möglich.

Außerdem ist die Emei ein gutes Stück teurer als unser Testsieger und lässt sich nur mit der Hand waschen.

Sehr beliebt: Manduca Manduca

Test Tragehilfe: Manduca Manduca
Sieht sehr modern und stylisch aus und ist entsprechend populär.

Eine Tragehilfe mit Hüftgurt, Trägern und Schnallen für flexiblen Tragekomfort auf Hüfte, Bauch oder Rücken ist die Manduca. Sie ist geeignet für Kinder von 3,5 bis 20 Kilogramm, kann also ebenfalls lange im Einsatz sein. Aus Tuchstoff ist die Manduca zwar nicht, dafür kann man sie in der Waschmaschine waschen.

Genial einfach: Marsupi Babytrage

Test Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi Babytrage
Hält mit Klettverschlüssen und ist damit so unkompliziert anzulegen, wie keine andere Trage.
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von 7 Lesern gekauft

Wenn es Ihnen vor allem auf das Tragen in den ersten Monaten ankommt, ist die Marsupi eine gute Alternative. Sie ist relativ günstig und dank Klettverschluss äußerst einfach zu Handhaben. Lästiges Umstellen der Gurte, wenn heute Mama und morgen Papa den Nachwuchs durch die Gegend trägt. kann man sich bei ihr sparen.

Für ältere Kinder ist sie allerdings nicht geeignet, weil man sie nicht an die Größe anpassen kann und die Tragegurte nicht gepolstert sind. Aber wer ohnehin nicht vor hat, sein Kind noch durch die Gegend zu schleppen, wenn es schon laufen kann, für den ist die Marsupi eine sehr gute Wahl.

Vergleichstabelle

Unser FavoritInnovativSehr beliebtSchickGenial einfach
Modell Hoppediz Bondolino Emeibaby Trage Manduca Manduca Ergobaby Original Marsupi Babytrage Elenker Babytrage Babybjörn One
Test Babytrage: Hoppediz BondolinoTest Tragehilfe: Emeibaby TrageTest Tragehilfe: Manduca ManducaTest Tragehilfe: ERgobaby OriginalTest Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi BabytrageTest Tragehilfe: Elenker BabytrageTest Tragehilfe: Babybjörn One
Pro
  • Einfache Handhabung
  • Kein schwieriges Umbauen, wenn verschiedene Menschen tragen
  • Lange einsetzbar
  • Bequemer Sitz
  • In zwei Größen erhältlich
  • In der Waschmaschine waschbar
  • Sehr lange einsetzbar
  • Auf Hüfte, Bauch und Rücken tragbar
  • Praktische Tasche mit Reisverschluss am Rücken
  • Mit Klettverschluss
  • Einfache Handhabung
  • Relativ günstig
  • Günstig
  • Verschiedene Trageweisen möglich
Contra
  • Für schmale Frauen ist die Slim-fit-Variante zu empfehlen, da die Gurte zu wuchtig sind
  • Nur Handwäsche
  • Teurer als unser Favorit
  • Schwierig einzustellen
  • Etwas klobiger als andere Tragen
  • Extra Neugeborenen-Einsatz nötig
  • Eher für die ersten Monate geeignet
  • Baby sitzt in falscher Position
  • Billig verarbeitet
  • Schlecht gepolstert
  • Keine ideale Stützung und Beinhaltung
Bester Preis
Technische Daten  

Die Renaissance des Tragens

Tragen hat viele Vorteile für Babys. Eltern, die ihr Kind viel tragen, regen altersadäquat all seine Sinne an. Der intensive, regelmäßige Körperkontakt beeinflusst die Eltern-Kind-Beziehung ebenso positiv wie die Entwicklung des Kindes.

»Tragen ist eine Förderung der kindlichen Entwicklung ganz nebenbei«, sagt Evelin Kirkilionis, promovierte Humanethologin und Mitbegründerin der Forschungsgruppe »Verhaltensbiologie des Menschen«. Laut Kirkilionis kann das Tragen sogar Fehlentwicklungen der Hüfte (Hüftdysplasien) vorbeugen oder gar therapieren.

Babys, die getragen werden, schreien weniger. Das hat Urs A. Hunziker vom Kinderspital Zürich in einer Studie nachgewiesen. Außerdem ist es praktisch – das weiß jeder, der schon mal versucht hat, mit einem Kinderwagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Treppen zu überwinden oder einen Spaziergang am Strand zu machen.

Tragen ist gut für die kindliche Entwicklung

Babytragen sind zudem günstiger und leichter als ein Kinderwagen. Sie benötigen weniger Platz und können bequem überallhin mitgenommen werden – auch auf Reisen.

Glaubenskrieg ums richtige Tragen

Welches die richtige Babytrage ist, darüber ist nicht nur im Internet ein heftiger Glaubenskrieg entbrannt. Mittlerweile hat sich rund ums Tragen ein neuer Berufsstand gebildet – der der Trageberaterinnen.

Der Begriff Trageberaterin ist allerdings weder geschützt, noch staatlich anerkannt. Es gibt keine standardisierte Ausbildung, genauso wenig wie Berufsverband und Dachorganisation. Theoretisch kann sich also jeder Trageberater nennen. Und jeder kann eine Trageschule gründen, kostenpflichtige Ausbildungen anbieten und Zertifikate ausstellen. So gibt es im deutschsprachigen Raum mittlerweile acht Trageschulen und schätzungsweise rund 2.000 zertifizierte Trageberaterinnen. Jede hat ihre eigene Meinung, welche der zahlreichen Babytragen auf dem Markt die beste ist.

Einig sind sich so gut wie alle Trageberaterinnen darin, dass eine gute Trage die Beinchen des Babys so unterstützt, dass sie mehr als 90 Grad angehockt sind – Anhock-Spreizhaltung nennt sich das im Fachjargon. Darunter versteht man jene Körperhaltung, die ein neugeborenes Kind automatisch einnimmt, wenn man es hochhebt: Die Beine sind angehockt, die Knie befinden sich auf Bauchnabelhöhe und die Oberschenkel sind leicht abgespreizt. In dieser Haltung kann das Kind gut auf der Hüfte getragen werden.

Anhock-Spreizhaltung
Die richtige Anhock-Spreizhaltung des Babys.

Um die korrekte Anhock-Spreizhaltung zu gewährleisten, muss der Steg zwischen den Beinen des Babys also breit genug sein, sonst hängen die Beine einfach herunter. Das Kind kippt dann ins Hohlkreuz, was für seinen Rücken nicht gut ist. Am besten wird die Anhock-Spreizhaltung über verschiedene Altersstufen hinweg mit einem Steg gewährleistet, der stufenlos verstellbar ist – so die gängige Meinung der Trageberaterinnen.

Babytragen sollten die natürliche Anhock-Spreizhaltung ermöglichen

Der Rücken soll sich in der Babytrage leicht runden und muss vor allem in den ersten Lebensmonaten gut abgestützt werden. Die meisten Trageberaterinnen sind der Meinung, das sei nur dann möglich, wenn die Babytrage aus Tragetuchstoff gefertigt ist. Bei ganz kleinen Babys muss die Tragehilfe außerdem den Kopf des Kindes stützen, weil es ihn noch nicht selbst halten kann.

Doch hinter vielen Ansichten zum Thema Tragen stecken persönliche Vorlieben, wissenschaftlich begründet ist das wenigste. Egal, mit welcher Tragehilfe man sein Kind herumträgt, Schaden werden gesunde Babys kaum nehmen, auch wenn die Haltung mal nicht hundertprozentig korrekt ist.

Komfort ist alles

Wichtig: Die Babytrage sollte leicht ans Kind und die tragende Person anpassbar sein. Sie muss außerdem bequem und entlastend für den Tragenden sein, sonst wird sie wahrscheinlich eher selten genutzt.

Das Material, aus dem die Tragehilfe hergestellt wird, spielt auch eine große Rolle. Babys lutschen gerne an den Trägern, deshalb sollten sie giftfrei sein. Außerdem kommt es auch auf die Jahreszeit an – atmungsaktive, dünne Stoffe sind im Hochsommer sehr viel angenehmer als dicke Konstruktionen.

So haben wir getestet

Wir haben ausführlich recherchiert und sieben Babytragen ausgewählt, die entweder sehr verbreitet sind oder häufig von Trageberaterinnen empfohlen werden. Deshalb durfte der Babybjörn One nicht fehlen, genauso wenig die populäre Manduca. Aber auch die Ergobaby Original, die Bondolino und die Emeibaby-Trage haben wir getestet. Außerdem wollten wir noch zwei günstigere Tragen ausprobieren und haben uns die Marsupi und die sehr günstige Trage von Elenker kommen lassen.

Getestet haben wir die Tragen über mehrere Wochen hinweg mit einem 10 Monate alten Mädchen.

Testsieger: Hoppediz Bondolino

Unser Testsieger ist der Bondolino der Firma Hoppediz, erhältlich in verschiedenen Farben, Designs und Materialien zu einem Preis von rund 110 Euro.

Ist auch mit Swarovski-Kristallen erhältlich: Der Bondolino.
Auch mit Swarovski-Kristallen erhältlich: Der Bondolino.

Der Bondolino ermöglicht das Tragen von Babys im Alter von 0 bis 36 Monaten beziehungsweise von 3 Kilogramm bis 20 Kilogramm – entweder vor dem Bauch oder auf dem Rücken.

Er ist in der Klassik-Variante aus querelastisch gewebtem Tragetuchstoff gefertigt, es gibt ihn aber auch aus Popeline. Für besonders schlanke Eltern hat Hoppediz noch eine Slim-fit-Variante auf den Markt gebracht: Schulterbänder sowie Hüftgurt sind in dieser Version schmäler.

Unser Favorit: Hoppediz Bondolino

Test Babytrage: Hoppediz Bondolino
Die Bondolino hat alle Vorteile eines Tragetuchs mit den Extras einer modernen Trage.

Zu unserem Testsieger wurde er, weil man die ergonomische Komforttrage ohne weiteres Zubehör während der gesamten Tragezeit verwenden kann und das Baby darin immer in der korrekten Haltung sitzt. Es gibt keine störenden Knöpfe oder Schnallen, die Handhabung ist extrem einfach. Unterschiedliche Personen können den Bondolino nutzen, ohne erst aufwändig etwas verstellen zu müssen.

Der Bondolino hat die Vorteile, die ein Tragetuch bietet – er ist flexibel und bequem, aber sehr viel einfacher in der Handhabung. Zudem ist er für die Waschmaschine geeignet und liegt preislich im mittleren Segment.

Geliefert wird die Babytrage mit einem farblich passenden Aufbewahrungsbeutel, einem Kunststoffkreuz, zwei Gegenstücken für die Kletter an der Kapuze, einem Band zum Abbinden des Steges bzw. zum Fixieren der Schultergurte bei der Rückentrage sowie einer sehr ausführlichen Anleitung für verschiedene Trageweisen.

Design

Der Bondolino ähnelt der so genannten Mei Tai, einer klassischen asiatischen Tragehilfe. Er hat aber einen Bauchgurt und gepolsterte Träger zum Binden. Der Bauchgurt ist dort, wo das Baby sitzt, gepolstert, und hinten angenehm dünn.

Test: Tragehilfe für Babys und Kleinkinder – Testsieger Hoppediz Bondolino
Der Bondolino kommt ohne Schnallen und Reißverschlüsse aus.

Er wird mit einem Klettverschluss geschlossen, womit er ganz einfach an Personen mit einem Taillenumfang von 65 bis 110 Zentimetern angepasst werden kann. Wenn der Taillenumfang mehr als 110 Zentimeter beträgt, benötigt man eine Gurtverlängerung. Die gibt es in verschiedenen Farben für 9,95 Euro passend zur Trage.

Das Rückenteil besteht aus querelastisch gewebtem Baumwollstoff und ist an den Seiten leicht gepolstert. An einer Seite befindet sich ein praktisches Täschchen, in der Schnuller oder Schlüssel verstaut werden können. Oben ist das Rückenteil mit einer farblich abgesetzten Kopfstütze mit Klettpunkten versehen. Unten befindet sich eine anknöpfbare Stegverbreiterung für Kleinkinder.

Die Schultergurte sind extra breit, gut gepolstert und gehen in dünne Tuchbänder über, die unter den Beinen des Babys einfach verknotet werden. Man kann sie bei der Bauchtrage wahlweise mit oder ohne das mitgelieferte Kunststoffkreuz nutzen, je nachdem, wie es für den Träger angenehmer ist.

Praxistest

Egal, ob eine zierliche Frau oder ein kräftiger Mann den Bondolino nutzt, es ist praktisch keine Vorbereitung nötig. Man legt sich den Bauchgurt einfach um die Taille und schließt den Klettverschluss, so dass mindestens acht Zentimeter überlappen. Dann wird das Baby vor den Bauch genommen und das Rückenteil samt Schultergurten nach oben gezogen. Die Schultergurte müssen dann hinter dem Rücken gekreuzt und über die Hüften stramm nach vorne gezogen werden. Danach werden sie unter den Beinen des Kindes entlang geführt und vorne verknotet. Schon sitzt das Kind in korrekter Anhock-Spreizhaltung in der Tragehilfe.

Einfache Handhabung, gut anpassbar, bequemer Sitz

Wenn man es vor Wind und Wetter schützen will oder es einschläft, kann man die herunterhängende Kopfstütze einfach hochziehen. Mit Hilfe von Klettpunkten werden sie genau dort befestigt, wo man sie braucht. Die Kopfstütze eignet sich bei größeren Kindern auch zur Verlängerung des Rückenteils.

Die breiten, gepolsterten Träger des Bondolinos sitzen bequem an den Schultern, so wird das Gewicht des Kindes gut verteilt, was auch das Tragen über einen längeren Zeitraum möglich macht.

Der breite Steg ist zwar nicht hundertprozentig stufenlos verstellbar, aber man kann ihn mit dem mitgelieferten Bändchen so abbinden, dass er genau von Kniekehle zu Kniekehle des Babys reicht. Für größere Kinder und bei Rückentragweise kann er ganz einfach verbreitert werden: Man klappt die integrierte Verbreiterung aus dem Hüftgurt und knöpft sie ans Rückenteil.

Auch als Rückentrage eignet sich der Bondolino. Wie durchdacht die Trage ist, zeigt sich anhand zweier Details: Damit man bei dieser Trageweise die Kopfstütze einfach über den Kopf des Kindes ziehen kann, ist am Schultergurt ein praktischer Tunnelzug angebracht. Man muss nur vorher das Zugband für die Kopfstütze über den Knebelknopf mit der Kopfstütze verbinden. Außerdem dienen die Gegenstücke der Kletter bei der Rückentrageweise dazu, dass sich beim Hochziehen der Kapuze die Kletter nicht mit den Klettern der Schultergurte verhaken.

Kaum Nachteile

Es gibt wirklich kaum etwas, was am Bondolino auszuetzen wäre. Zwar kann es sein, dass die Schulterbänder beim Binden den Boden berühren, bei nassem Wetter werden sie dann schon mal schmutzig. Das ist allerdings kein großes Problem, denn der Bondolino ist bei 40 Grad maschinenwaschbar.

Für sehr schmale und kleine Frauen sind die Schultergurte manchmal etwas zu wuchtig. Allerdings gibt es für diesen Fall seit 2012 die Slim-fit-Version.

Was sagen die anderen?

In einem Test der Hebammen-Zeitschrift im Februar 2009 hat der Bondolino als eine von vier Babytragen die Note »sehr gut« bekommen.

Die Zeitschrift Ökotest hat im August 2016 Komforttragen getestet und den Bondolino mit der Note »gut« bewertet. Für die Handhabung haben die Tester ein »sehr gut« vergeben, ebenso für die Haltung und Stützung des Kindes sowie für die Beinhaltung.

Für die Inhaltsstoffe gab es allerdings nur ein »ausreichend«, denn in dem getesteten schwarz-hellblauen Modell wurde Antimon, halogenorganische Verbindungen und optische Aufheller gefunden. Deshalb wurde im Gesamturteil um eine Note auf »gut« abgewertet.

Hoppediz hat den Verkauf des schwarz-blauen Modells des Bondolino vorerst gestoppt. In der zukünftigen Produktion würden die Etiketten, in denen halogenorganische Verbindungen gefunden wurden, ersetzt, so der Hersteller gegenüber Ökotest.

Alternativen

Neben dem Bondolino gibt es noch andere, empfehlenswerte Babytragen, die sich jedoch nicht nur im Preis, sondern auch in der Qualität deutlich voneinander unterscheiden.

Innovativ: Emeibaby Trage

Test Tragehilfe: Emeibaby Trage
Vereint die Vorzüge des Tragetuchs mit dem Komfort einer Tragehilfe.

Für alle, die großen Wert auf einen stufenlos verstellbaren Steg legen, ist die Emeibaby-Trage eine gute Alternative zum Bondolino.

Die Emeibaby-Trage ist ebenfalls eine Kombination aus Trage und Tuch, bei der Ringe an den Schultergurten es möglich machen, das angenähte Tuch stufenlos auf die Größe des Babys anzupassen. So wächst die Trage perfekt mit. Man kann das Kind damit vor dem Bauch oder auf dem Rücken tragen.

Die Trage gibt es in zwei Größen: »Baby Size« ist passend für Neugeborene ab 3 Kilogramm bis maximal 15 Kilogramm. »Toddler Plus Size« ist passend für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, bzw. bis 18 Kilogramm. Verwendbar ist »Toddler Size« frühestens ab Kleidergröße 86/92.

Die Emeibaby besteht laut Ökotest aus schadstofffreier Baumwolle aus biologischem Anbau. Die gepolsterten Schultergurte bieten bei größeren Kindern vielleicht noch etwas mehr Tragekomfort als der Bondolino mit seinen auf dem Rücken überkreuzten Bändern.

Allerdings fanden wir die Handhabung ein bisschen komplizierter als beim Bondolino. Bis die Trage richtig auf das Kind eingestellt ist, dauert es eine ganze Weile. Mit der Bedienungsanleitung alleine haben wir das nicht so richtig hinbekommen. Es gibt online aber ein Video, in dem es besser erklärt wird.

Zudem muss das überschüssige Tuch verstaut werden. Dafür sind zwar Gurtlaschen vorgesehen, aber das ganze sieht optisch wenig elegant aus. Darüber hinaus kann man die Emei nur von Hand waschen. Und mit 142 Euro ist sie gut ein Drittel teurer als der Bondolino.

Sehr beliebt: Manduca Manduca

Test Tragehilfe: Manduca Manduca
Sieht sehr modern und stylisch aus und ist entsprechend populär.

Alternativ zum Bondolino und der Emeibaby Trage gibt es die Komforttragehilfen Manduca und Ergobaby Original.

Beides sind Fertigtragehilfen mit Hüftgurt, Trägern und Schnallen. Sie eignen sich vor allem dann, wenn schon etwas größere Babys getragen werden sollen und der Tragekomfort im Vordergrund steht.

Mit ihnen kann man auf dreierlei Weise tragen: Auf der Hüfte, vor dem Bauch und auf dem Rücken. Wenn unterschiedliche Personen das Baby tragen wollen, ist der Bondolino aber sehr viel praktischer, weil man da nichts verstellen muss.

Die Manduca wurde von der Hebammen-Zeitschrift ebenfalls empfohlen. Mit der Komforttrage kann man nicht nur vor dem Bauch und auf dem Rücken tragen, sondern auch auf der Hüfte. Sie verfügt über einen integrierten Sitzverkleinerer und eignet sich für Kinder ab 3,5 Kilogramm bis 20 Kilogramm, und ist daher auch lange nutzbar. Allerdings kann der Steg nur mit Hilfe separat erhältlicher Extender oder Verkleinerer angepasst werden, und die Trage besteht nicht aus Tragetuchstoff. Dafür ist sie bei 30 Grad waschbar.

Schick: Ergobaby Original

Test Tragehilfe: ERgobaby Original
Kann mit Neugeborenen-Einsatz die gesamte Tragezeit über genutzt werden.

Die Ergobaby Original ist der Manduca ziemlich ähnlich. Sie verfügt aber zusätzlich noch über eine praktische Tasche mit Reißverschluss auf dem Rücken.

Dafür ist die Kopfstütze anders als bei der Manduca nicht verstaubar. Und was noch entscheidender ist: Man benötigt für den Ergobaby Original einen Neugeborenen-Einsatz, wenn man ein Kind tragen will, das weniger als 5,5 Kilogramm wiegt. Mit dem Einsatz ist dann aber sehr viel Stoff um das Baby herum – was im Sommer unangenehm warm werden kann. Außerdem kostet der Einsatz rund 25 Euro extra, so dass die Manduca die bessere und günstigere Wahl ist.

Genial einfach: Marsupi Babytrage

Test Tragehilfe für Babys und Kleinkinder: Marsupi Babytrage
Hält mit Klettverschlüssen und ist damit so unkompliziert anzulegen, wie keine andere Trage.
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tausendkind€ 69,00

von 7 Lesern gekauft

Wer für eine Babytrage weniger Geld ausgeben möchte und in erster Linie eine Trage für die ersten Monate sucht, der ist mit der Marsupi gut beraten. Sie wurde von der Hebammen-Zeitschrift ebenfalls mit »sehr gut« benotet.

Die Marsupi war von allen getesteten Tragehilfen am einfachsten anzulegen und eignet sich zum Tragen vor dem Bauch oder auf der Hüfte in korrekter Anhock-Spreizhaltung. Mit 400 Gramm ist sie auch sehr leicht und lässt sich gut verstauen, wenn man sie für unterwegs mitnehmen möchte.

Allerdings ist die Marsupi nicht so lange nutzbar wie die anderen Tragen, weil die Schultergurte nicht gepolstert sind, und bei schwereren Kindern wird das dann sehr schnell ziemlich unbequem für den Tragenden.

Die Marsupi eignet sich dafür bereits für Neugeborene, denn es gibt einen »Bändiger« zur Regulierung der Stegbreite, bis zirka 9 Monate.

Die Marsupi wird mit Hilfe von Klettverschlüssen geschlossen. Das ist einfach und praktisch, wenn mehrere Personen tragen wollen, denn man muss nichts umstellen. Ein Nachteil haben die Verschlüsse allerdings: Sie machen ein ziemlich lautes Geräusch, wenn man sie öffnet, so dass schlafende Babys davon aufwachen können.

Die Marsupi ist in sechs Farben und drei Größen (S/M, L und XL) erhältlich. Wenn beide, Vater und Mutter, das Baby tragen wollen, sollte man in jedem Fall die Größe L oder XL wählen.

Außerdem getestet

Elenker Babytrage

Günstiger als der Marsupi ist nur noch die Babytrage von Elenker für rund 21 Euro, aber die können wir nicht empfehlen.

Sie wirkt billig verarbeitet, entsprechend sieht das Material aus, aus dem es hergestellt ist. Um was es sich genau handelt, darüber gibt kein Etikett Auskunft. Ebenso wenig erfährt man, ob die Tragehilfe waschbar ist.

Die Trage soll zwar vier Trageweisen ermöglichen, doch die Schultergurte sind nur sehr dünn gepolstert. Ein Bauchgurt, der das Gewicht auf die Hüften ableitet, fehlt ganz – deshalb ist sie sehr unbequem für den Tragenden.

Vor allem aber sitzt das Baby in der Trage von Elenker nicht in der korrekten Haltung, die Beinchen hängen einfach herunter und werden nicht gut gestützt. Zudem ist die Bedienungsanleitung nur sehr unzureichend. Hier gilt der alte Spruch: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Babybjörn One

Die Babybjörn One war zumindest nominell die teuerste Babytrage in unserem Test, ist aber inzwischen auch etwas günstiger zu haben.

Mit ihr kann man wie beim Modell von Elenker das Baby auch mit dem Gesicht nach vorne vor dem Bauch tragen – aber das ist nicht wirklich ein Vorteil: Diese Tragehaltung wird von Experten nicht empfohlen, da sie schädlich für die noch weichen Hüftgelenke sein kann. Außerdem kann es bei Jungs bei dieser Trageweise zu Hodenquetschungen kommen. Bei Mädchen drückt das ganze Gewicht auf die Schamlippen.

Evelin Kirkilionis verweist außerdem darauf, dass sich das Kind so nicht ankuscheln kann, der Blickkontakt mit dem tragenden Elternteil nicht mehr gegeben ist und es von unzähligen visuellen Reizen überflutet wird, von denen es sich nicht abwenden kann. Viele Babys werden dadurch unruhig und fangen an zu weinen.

Auch sonst bietet die Babybjörn One, die für Kinder von 3,5 bis 15 Kilogramm Gewicht geeignet ist, keinerlei Vorteile gegenüber Bondolino, Manduca oder Ergobaby Original. Im Gegenteil: Die Haltung und Stützung des Kindes sowie dessen Beinhaltung sind in der Babytrage nicht ideal. Sie wurde auch von Ökotest nur mit befriedigend bewertet.

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