Die beste Babytrage

  • Test: Tragehilfe für Babys und Kleinkinder – Testsieger Hoppediz Bondolino

Die beste Babytrage ist der Bondolino von Hoppediz. Mit ihm kann man sowohl Neugeborene als auch Kleinkinder in anatomisch korrekter Haltung tragen, er ist leicht anzulegen und kann problemlos von verschiedenen Personen benutzt werden.

Babys sind Traglinge, keine Lieglinge. Der Kinderwagen, wie wir ihn heute kennen, wurde erst 1880 erfunden. Zuvor wurden Babys von ihren Müttern getragen. Auch heute noch tragen zwei Drittel der Weltbevölkerung Babys herum, statt sie im Kinderwagen zu befördern.

Auch in Deutschland erfreut sich das Tragen von Kindern immer größerer Beliebtheit, und auf dem Markt gibt es immer mehr Babytragen. In den 1970er-Jahren kamen zunächst Tragetücher auf den Markt, doch vielen »Nicht-Hippies« waren die zu kompliziert und zu »öko«.

Die Firma Babybjörn brachte dann eine Tragehilfe auf den Markt, die man wie einen Rucksack über die Schultern trägt und die schnell angelegt werden kann. Viele empfanden diese Innovation als schick, außerdem war es viel einfacher, als ein Tragetuch zu binden. Damit hat Babybjörn maßgeblich dazu beigetragen, das Tragen in Deutschland zu verbreiten.

Mittlerweile gehören Mütter und Väter, die ihr Baby vor dem Bauch tragen, fest ins Straßenbild. Die Auswahl an Babytragen, auch Komforttragen oder Carrier genannt, ist groß. Neben Firmen, die sich auf Tragehilfen spezialisiert haben, haben inzwischen auch zahlreiche große und bekannte Hersteller von Babyartikeln Babytragen im Sortiment.

Mit allen Tragehilfen kann man das Kind vor dem Bauch mit dem Blick zum Elternteil umhertragen, in vielen auch auf dem Rücken und teilweise sogar auf der Hüfte. Einige Modelle ermöglichen auch das Tragen vor dem Bauch mit Blick nach vorne – eine Trageweise, die allerdings sehr umstritten ist.

Die Renaissance des Tragens

Tragen hat viele Vorteile für Babys. Eltern, die ihr Kind viel tragen, regen altersadäquat all seine Sinne an. Der intensive, regelmäßige Körperkontakt beeinflusst die Eltern-Kind-Beziehung ebenso positiv wie die Entwicklung des Kindes.

»Tragen ist eine Förderung der kindlichen Entwicklung ganz nebenbei«, sagt Evelin Kirkilionis, promovierte Humanethologin und Mitbegründerin der Forschungsgruppe »Verhaltensbiologie des Menschen«. Laut Kirkilionis kann das Tragen sogar Fehlentwicklungen der Hüfte (Hüftdysplasien) vorbeugen oder gar therapieren.

Babys, die getragen werden, schreien weniger. Das hat Urs A. Hunziker vom Kinderspital Zürich in einer Studie nachgewiesen. Außerdem ist es praktisch – das weiß jeder, der schon mal versucht hat, mit einem Kinderwagen öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Treppen zu überwinden oder einen Spaziergang am Strand zu machen. Babytragen sind zudem günstiger und leichter als ein Kinderwagen. Sie benötigen weniger Platz und können bequem überallhin mitgenommen werden – auch auf Reisen.

Glaubenskrieg ums richtige Tragen

Welches die richtige Babytrage ist, darüber ist nicht nur im Internet ein heftiger Glaubenskrieg entbrannt. Mittlerweile hat sich rund ums Tragen ein neuer Berufsstand gebildet – der der Trageberaterinnen.

Der Begriff Trageberaterin ist allerdings weder geschützt, noch staatlich anerkannt. Es gibt keine standardisierte Ausbildung, genauso wenig wie Berufsverband und Dachorganisation. Theoretisch kann sich also jeder Trageberater nennen. Und jeder kann eine Trageschule gründen, kostenpflichtige Ausbildungen anbieten und Zertifikate ausstellen. So gibt es im deutschsprachigen Raum mittlerweile acht Trageschulen und schätzungsweise rund 2.000 zertifizierte Trageberaterinnen. Jede hat ihre eigene Meinung, welche der zahlreichen Babytragen auf dem Markt die beste ist.

Einig sind sich so gut wie alle Trageberaterinnen darin, dass eine gute Trage die Beinchen des Babys so unterstützt, dass sie mehr als 90 Grad angehockt sind – Anhock-Spreizhaltung nennt sich das im Fachjargon. Darunter versteht man jene Körperhaltung, die ein neugeborenes Kind automatisch einnimmt, wenn man es hochhebt: Die Beine sind angehockt, die Knie befinden sich auf Bauchnabelhöhe und die Oberschenkel sind leicht abgespreizt. In dieser Haltung kann das Kind gut auf der Hüfte getragen werden.

Anhock-Spreizhaltung
Die richtige Anhock-Spreizhaltung des Babys.

Um die korrekte Anhock-Spreizhaltung zu gewährleisten, muss der Steg zwischen den Beinen des Babys also breit genug sein, sonst hängen die Beine einfach herunter. Das Kind kippt dann ins Hohlkreuz, was für seinen Rücken nicht gut ist. Am besten wird die Anhock-Spreizhaltung über verschiedene Altersstufen hinweg mit einem Steg gewährleistet, der stufenlos verstellbar ist – so die gängige Meinung der Trageberaterinnen.

Der Rücken soll sich in der Babytrage leicht runden und muss vor allem in den ersten Lebensmonaten gut abgestützt werden. Die meisten Trageberaterinnen sind der Meinung, das sei nur dann möglich, wenn die Babytrage aus Tragetuchstoff gefertigt ist. Bei ganz kleinen Babys muss die Tragehilfe außerdem den Kopf des Kindes stützen, weil es ihn noch nicht selbst halten kann.

Doch hinter vielen Ansichten zum Thema Tragen stecken persönliche Vorlieben, wissenschaftlich begründet ist das wenigste. Egal, mit welcher Tragehilfe man sein Kind herumträgt, Schaden werden gesunde Babys kaum nehmen, auch wenn die Haltung mal nicht hundertprozentig korrekt ist.

Komfort ist alles

Wichtig: Die Babytrage sollte leicht ans Kind und die tragende Person anpassbar sein. Sie muss außerdem bequem und entlastend für den Tragenden sein, sonst wird sie wahrscheinlich eher selten genutzt.

Das Material, aus dem die Tragehilfe hergestellt wird, spielt auch eine große Rolle. Babys lutschen gerne an den Trägern, deshalb sollten sie giftfrei sein. Außerdem kommt es auch auf die Jahreszeit an – atmungsaktive, dünne Stoffe sind im Hochsommer sehr viel angenehmer als dicke Konstruktionen.

So haben wir getestet

Wir haben ausführlich recherchiert und sieben Babytragen ausgewählt, die entweder sehr verbreitet sind oder häufig von Trageberaterinnen empfohlen werden. Deshalb durfte der Babybjörn One nicht fehlen, genauso wenig die populäre Manduca. Aber auch die Ergobaby Original, die Bondolino und die Emeibaby-Trage haben wir getestet. Außerdem wollten wir noch zwei günstigere Tragen ausprobieren und haben uns die Marsupi und die sehr günstige Trage von Elenker kommen lassen.

Getestet haben wir die Tragen über mehrere Wochen hinweg mit einem 10 Monate alten Mädchen.

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