Die beste Trinkflasche

Trinkflaschen für Kinder im Test: Die Testkandidaten

Die beste Kindertrinkflasche ist die Contigo Swish. Sie sieht cool aus, ist super-einfach zu reinigen und man kann bequem aus ihr trinken. Außerdem gibt sie keine komischen Plastikgerüche ab und – das Hammerargument – im Langzeittest erwies sie sich als absolut „unkaputtbar“ und immer dicht.

Wie wurden eigentlich Generationen von Kinder groß, ohne dass ihre Eltern ihnen ständig Getränke in bunten Flaschen parat hielten – ob auf dem Spielplatz, beim Shoppen oder beim Sonntagsspaziergang? Wie kam es, dass wir damals nicht alle kollektiv verdurstet sind?

Zumindest in meiner Kindheit, in den 70ern und 80ern, gab’s als Pausendrink entweder nur einen undichten, nach Plastik stinkenden Kanister zum Umhängen mit Schiff-, Auto- oder Eulen-Aufkleber. An dem nippte man maximal kurz vor der Verdunstung, so eklig schmeckte alles daraus.

Oder – als Highlight – eine herrlich ungesunde Capri Sonne. Irgendwann, ich schätze um die Jahrtausendwende herum, haben sich Trinkflaschen jedoch plötzlich still und heimlich vermehrt. Bald hatte fast jedes Kind immer irgendwo eine Bottel in der Hand.

Die Trinkflasche aus meiner Kindheit.

Heute gibt es fast so viele Trinkflaschen auf dem Markt, wie es Nachwuchs gibt. Das macht die Sache nicht leichter, wie ich nach zehn Jahren Erfahrung damit weiß. Denn in dieser Zeit verschlissen meine Kinder eine Menge davon. Der häufigste Grund für eine Neuanschaffung: Die Flaschen nahmen nach einiger Zeit seltsame Gerüche an, waren zerkaut oder undicht – oder alles zusammen.

Schotten dicht

Triefende Kindergartentaschen und – noch schlimmer – Schulranzen sind bekanntlich der Supergau im hektischen Familienalltag. Beruhigend: Alle zehn Trinkflaschen in unserem Test hielten zumindest während der Testphase von drei Wochen dicht. Langzeiterfahrung haben wir darüber hinaus mit unserem Testsieger Contigo Swish.

Seit einem Jahr benutzen die sieben und elf Jahre alten Testkinder Flaschen der US-Marke. Der Verkäufer im Fachgeschäft pries sie damals euphorisch an: »Die derzeit Besten auf dem Markt.« Und er hatte recht. Es tropft nichts, das Getränk bleibt genau dort, wo es hingehört. Auch mit Sigg-Flaschen aus Aluminium machten wir jahrelang recht gute Erfahrungen. Allerdings leierte hier meist nach rund einem Jahr der Kunststoff-Trinkverschluss zum Drehen aus, und es begann zu tropfen. Zudem haben die meisten Flaschen aus Metall die Tendenz zu verbeulen, sodass irgendwann das Gewinde am Flaschenhals nicht mehr hundertprozentig schließt.

Generell sind oft alte oder schlecht verarbeitete Gummidichtungen verantwortlich für undichte Behälter. Auch das falsche Getränk kann die Flasche mit der Zeit anfällig machen. Deswegen raten viele Hersteller davon ab, Trinkflaschen mit kohlensäurehaltigen Getränken zu befüllen. Bei Glasflaschen ist das aber kein Problem.

Kleine Materialkunde

Wo wir beim Thema wären: Aus welchem Material sollte die Flasche am besten bestehen? Aus Glas, Edelstahl, Aluminium oder Kunststoff?

Glas gilt als gesundheitlich absolut unbedenklich, ist aber empfindlich. Edelstahl kriegt ebenfalls gute Noten. Trinkflaschen aus diesem Material sind lebensmittelecht, rostfrei und enthalten in der Regel keine ungesunden Stoffe. Ihr größter Vorteil: Sie sind oft nicht so schwer wie Glasflaschen und dabei extrem stabil. Ihr Nachteil: Für Menschen mit Nickelallergie kommen sie nicht in Frage, denn Edelstahl enthält etwa zehn Prozent davon.

Aluminiumflaschen ähneln ihren Metallverwandten, mit einer Einschränkung: Aluminium wird in verschiedenen Studien kontrovers diskutiert als möglicher Verursacher von Krankheiten wie zum Beispiel Alzheimer. Beweise dafür gibt es aber nicht.

Kunststoff-Flaschen machten vor ein paar Jahren ebenfalls negative Schlagzeilen. Genauer gesagt ihr Bestandteil Bisphenol-A (BPA), ein Weich- bzw. Hartmacher, der sich vor allem bei höheren Temperaturen aus Plastik lösen und das weibliche Geschlechtshormon Östrogen beeinflussen könnte.

Eine Nachricht, die Eltern in Schockstarre versetzte. Deswegen verbannten viele Hersteller den Schadstoff aus ihrer Produktion. Unsere getesteten Kunststoff-Modelle sind aber durch die Bank BPA-frei. Tritan, ein relativ neuer Kunststoff, ist übrigens eine interessante Alternative zu herkömmlichen Plastikflaschen. Er gilt als BPA-frei, geschmacksneutral, wärmebeständig, sehr stabil, leicht und spülmaschinenfest. Aber: Als noch recht junger Kunststoff bleiben Restzweifel, ob all seine Bestandteile tatsächlich harmlos sind.

Deutsche Behörden, wie etwa das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart, prüfen Trinkflaschen regelmäßig auf ihren Schadstoffgehalt. »Dabei gibt es immer wieder sensorische Auffälligkeiten«, sagte Sarah Stürenburg, Laborleiterin in der Abteilung Bedarfsgegenstände, der Zeitschrift »Ökotest«.

Das sei aber nicht immer bedenklich, so die Wissenschaftlerin weiter: »Trinkflaschen können auch durch oxidative Abbauprodukte, die dem Herstellungsprozess geschuldet sind, geruchlich und geschmacklich auffällig sein.« Diese würden aber teils durch gutes Ausspülen und Auslüften verschwinden. Allerdings: Sobald der Inhalt deutlich wahrnehmbar beeinträchtigt ist, verstoße die Flasche gegen rechtliche Vorgaben – und werde aus dem Verkehr gezogen.

Geschmackssache

Ganz unappetitlich wird’s, wenn Wasser oder Apfelschorle plötzlich nach Versuchslabor stinken. Igitt! Der Geschmack muss neutral sein. Punkt. Kunststoff-Flaschen haftet hier teils immer noch ein schlechter Ruf an. Oft zu Unrecht: Denn während die Urmutter der Plastikmodelle noch roch wie ein Chemieunfall, werden heute zig qualitativ hochwertige Plastikflaschen komplett ohne Eigen-Ekel-Geschmack produziert.

Trotzdem sollte man auch sie vor dem ersten Gebrauch gut ausspülen. Oder am besten sofort in die Spülmaschine stecken, falls der Hersteller das erlaubt. Übrigens machten wir mit den als ach so geruchsneutral gepriesenen Edelstahl- oder Aluminiumflaschen nach längerem Einsatz unangenehme Erfahrungen: Sie begannen trotz regelmäßiger Reinigung meist irgendwann, ungelüftet-metallisch zu muffeln. Anscheinend sind wir mit diesem Eindruck nicht alleine, denn in Internet-Bewertungen taucht diese Kritik ebenfalls auf.

Trinkflaschen werden regelmäßig auf ihren Schadstoffgehalt hin überprüft. Trotz gesundheitlich unbedenklicher Tests kann eine Flasche trotzdem manchmal seltsam riechen oder geschmacklich auffällig sein. Dann einfach gut Ausspülen und Auslüften lassen!

Sauber bleiben

Damit Ihr Kind gerne an der Trinkflasche andockt, wechselt man den Inhalt unbedingt täglich. Und spült das Gefäß ebenso oft gründlich aus. Aus Hygienegründen – aber auch, um länger was von der Flasche zu haben. Besonders sauber kriegen Sie die Behälter – ordentlich in Einzelteile zerlegt – in der Spülmaschine. Vorausgesetzt das Produkt darf darin gereinigt werden. Allerdings nimmt auf diese Weise auch die Lebensdauer ab. Ohnehin raten die Hersteller der meisten Edelstahl- und Aluminium-Modelle vom Einsatz der Spülmaschine ab.

Kontraproduktiv beim Putzen ist zu viel Zubehör. Erstens ist es nervig, jedes Mal alles abzumontieren und zweitens kriegt man Kleinteile mit Mini-Rillen und vielen Ecken schwerer sauber. Beim ersten Mal Reinigen oder Einfüllen stellt man außerdem schnell fest, wie wichtig eine relativ große Flaschenöffnung ist. Sonst hantiert man ständig mit Trichter.

Unser Hausfrauen-Tipp: Schaffen Sie sich zur Reinigung eine Flaschenbürste an. Außerdem lassen sich Kunststoff-Flaschen super mit unparfümiertem Chlorreiniger säubern und desinfizieren. Dann gibt es garantiert keinen Geruch, keinen Schimmel und keine Bakterien mehr. Einfach drei Viertel heißes Wasser und ein Viertel Chlorreiniger einfüllen, kurz einwirken lassen und mehrmals gründlich ausspülen, fertig.

Gegen Gerüche helfen Chlorreiniger oder auch Backpulver oder Haushaltsnatron.

Bei Metallflaschen fragt man besser vorab beim Produzenten nach, damit nicht das Metall angegriffen wird. Wer es aber lieber natürlicher mag, greift zu Backpulver oder Haushaltsnatron. Man streut etwa ein halbes Päckchen ein, füllt seine Flasche danach zu Dreiviertel mit warmem Wasser auf – fertig. Manche schwören auch auf Tabletten zur Gebissreinigung.

So haben wir getestet

Trinkflaschen für Kinder im Test: Alle Testkandidaten im Überblick
Alle Flaschen aus dem Test: (von oben nach unten) Fizzii Schmetterling, Emil die Flasche, Nalgene Everyday, Sigg White Shark in the Dark, Outdoor Dept, Epico, Contigo Swish, KleanKanteen, Feijian, CamelBak.

Zehn Flaschen aus dem Meer der Modelle zu fischen, ist in etwa so schwierig, wie die Suche nach dem Sieger-»Meeedchen« bei »Germany‘s Next Topmodel«. Okay, ich übertreibe ein bisschen. Gottseidank gibt es bereits Websites rund um Trinkflaschen, an denen wir uns orientieren konnten.

Die Erklärung für den großen Infobedarf zu dem Thema, gerade bei Flaschen für Kinder: Es gibt zu viele, mit denen man nicht glücklich wird. Und die man deswegen schnell wieder ersetzen will oder muss.

Natürlich haben wir uns auch bei Ökotest informiert. Allerdings mit magerem Erfolg, denn ihr Kindertrinkflaschen-Test stammt von 2013 – ziemlich veraltet. Hilfreicher war die Stiftung Warentest, die 2015 Trinkflaschen untersuchte. Hier wurden zwar nicht explizit Trinkflaschen für Kinder getestet, aber unser Testsieger war ebenfalls mit im Testfeld. Beim damaligen Test konnte sie nicht dicht halten, doch das können wir nicht bestätigen.

Bei unserem Test achteten die beiden »Versuchs«-Kinder auf die Dichte der Flasche, die Füllmenge, ihr Gewicht inklusive Getränk, ihre Optik, die Haltbarkeit und auf den Eigengeruch. Außerdem checkten sie, ob sie einfach zu öffnen und angenehm zum Trinken ist. Gut in der Hand musste sie auch noch liegen. Und natürlich prüften wir, ob die Modelle einfach zu reinigen und bequem zu befüllen sind. 

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Kommentare

53 Kommentare zu "Die beste Trinkflasche"

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Priska
Priska
Vielen Dank für diesen Test, sehr interessant. Wir haben seit 2 Jahren eine Eddy von Camelbak und sind alle happy! Ja sie ist dicht! Das Argument „Strohhalm“ kann ich verstehen, allerdings muss man ihn nicht verwenden, ich wollte, dass die Kleinen lernen die Flasche zu kippen und habe den „Strohhalm“ daher einfach weggenommen. Gut finde ich, dass man egal ob nur das Ventil oder Ventil mit Halm oder Drehverschluss extra nachkaufen kann, da gibt es diverse Packungen und Mengen, da rentiert sich bei 2 Kindern mit je einer Flasche der 6er Pack neue Ventile schon 😉 Aber ich werd mir… Mehr... »

Wir lieben liefefactory, ist aus glas

Ist die auch für Kinder? Muss ich gleich mal gucken!

Ja die sind super

Mit welchem Verschluss?? Wir haben die straw cap und die ist, wie ehrlicherweise angekündigt, nicht dicht. Also nicht schulranzentauglich. Und mit dem komplett zu schreibenden Deckel und somit dann großer Öffnung nicht schulhoftauglich 🤔

Klean kanteen Fans!

Habt ihr zufällig den Sports cup? Wir haben zwei und beide laufen aus 😢

Bei uns ist der Sports cap seit über 2 Jahren täglich in Gebrauch und es ist noch nie was ausgelaufen. Ist der Gummi Ring denn richtig dran?

Bei uns auch alles dicht

Unsere Kinder haben auch die Contigo…Endlich mal eine Flasche, die nicht ausläuft (y)

Wir haben seit kurzem auch die Contigo und sind absolut begeistert
NNadja MoralesSSusanne Wießner-Rühl

Ist halt leider Plastik 🙁

Klean Kanteen und kein Plastik

Sehr interessant, danke

Sandra Machal, Andrea Karschti, Monika Kunnen, drum haben wir sie alle

Nadja, was es nicht alles gibt

wir sind contigo fans

Chlorreiniger zum reinigen? Ui nein, das kommt mir nicht in frage. Chlorreiniger ist gaar nicht gut für die umwelt 🙁

Plastik und keine Kohlensäure haltigen Getränke …… da ist der Testsieger bei mir schon durchgefallen

Wir haben zwei Fizzii. Zwar Plastik, dafür Spülmaschinenfest, hält Kohlensäurehaltige Getränke und sieht richtig gut aus!

Schade, dass die nicht getestet wurden!

Ich seh Grad, sie wurde getestet. Allerdings kann ich geschriebenes nun wirklich nicht nachvollziehen…

Wir haben auch Contigo

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