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Die beste Vollformat-Systemkamera

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spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze) Test: Sony Fe 24 105 Mm F4 G Oss (sel24105g) [foto Medianord] 3sxe1s
Martin Vieten

Martin Vieten

ist Journalist und leiden­schaft­licher Fotograf. Er hat regelmäßig Testberichte auf digitalkamera.de veröffentlicht und ist Chefredakteur des Photo-Magazins photoscala. Außerdem schreibt er Ratgeber zu Kameras und digitaler Bild­ver­ar­bei­tung und ver­an­stal­tet Workshops zu Adobes Foto­bear­bei­tungs­suite Lightroom.

Wir haben 19 spiegellose Systemkameras getestet, von denen 9 noch verfügbar sind. Die beste ist für uns die Sony Alpha 7R III. Sie bietet eine hohe Auflösung, eine sehr hohe Serienbildrate inklusive schnellem Autofokus und eine sehr gute Bildqualität zu einem noch akzeptablen Preis. Ebenfalls wichtig: Für das seit längerem etablierte Sony-System gibt es mittlerweile sehr viele Objektive für unterschiedliche Anwendungsfälle.

Update 23. August 2019

Dass es mittlerweile ernstzunehmende Konkurrenz zu unserem Testsieger Sony Alpha 7R III gibt, ist uns nicht entgangen. Canon, Nikon und Panasonic haben mittlerweile ebenfalls tolle spiegellose Vollformat-Kameras, die wir in unsere komplett neue Empfehlungsriege aufgenommen haben.

Die tatsächliche Ablösung unseres Testsiegers wird möglicherweise in Form der angekündigten Sony Alpha 7R IV erfolgen. Sobald diese verfügbar ist (September/Oktober) werden wir sie testen und dann diese Seite erneut überarbeiten.

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19. Februar 2019

Wir haben die Verfügbarkeit der einzelnen Produkte überprüft.

16. Juli 2018

Wir haben die neue Sony Alpha 7 III – ohne R! – getestet und als weitere Empfehlung hinzugefügt.

9. Februar 2018

Wir haben den Artikel komplett überarbeitet und sowohl einen neuen Testsieger als auch neue Empfehlungen. Die neue Testsiegerin ist die Sony Alpha 7R III.

Die klassische digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) hat inzwischen bei vielen Fotografen ausgedient. Selbst Fotoprofis und anspruchsvolle Amateure greifen heute zur spiegellosen Systemkamera.

Bei diesen Kameras ersetzt ein Videosucher den klassischen optischen Sucher einer DSLR. Das bietet gleich eine Reihe von Vorteilen: Weil kein aufwändiger Klappspiegel gebraucht wird, können die Kameras deutlich kleiner und leichter ausfallen. Der elektronische Sucher gibt bereits vor der Aufnahme eine Vorschau auf das Bildergebnis – das hilft, unpassende Kameraeinstellungen zu vermeiden. Und da es keinen hoch- und runterschwingenden Spiegel mehr gibt, sind mit spiegellosen Systemkameras deutlich höhere Serienbildraten möglich.

Wie bei einer DSLR wechseln Sie auch bei einer Spiegellosen das Objektiv ganz nach Bedarf. Das Beste dabei ist: Meist passen auch die Objektive einer Spiegelreflexkamera mit einem passenden Adapter an eine spiegellose Systemkamera.

In Sachen Leistung und Bildqualität brauchen sich die besten Spiegellosen heute nicht hinter ihren DSLR-Pendants verstecken, sondern toppen sie oft sogar noch. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder, Top-Modelle kosten 3.000 Euro und mehr. Es gibt aber auch schon für deutlich unter 2.000 Euro Spiegellose, die zumindest in Teilbereichen zur absoluten Spitze zählen.

Für unseren Test haben wir uns keine Preisgrenze gesteckt, aber durchaus auf das Preis-Leistungsverhältnis geachtet. Mittelformat-Boliden haben wir dabei einmal außen vor gelassen. Letztere kosten inklusive einer sinnvollen Auswahl an Objektiven nämlich schnell so viel wie ein gut ausgestatteter Mittelklasse-PKW. Auch Sensoren, die kleiner als das so genannte Kleinbild-Vollformat sind, haben wir bei der letzten Überarbeitung dieser Seite ausgeklammert, denn wir meinen: Wenn Sie mehr als 2.000 Euro für eine Fotokamera ausgeben, dürfen Sie beste Bildqualität erwarten. Dazu gehört eine hohe Auflösung, aber auch eine große Sensorfläche, die viel Licht einfangen kann. Beides ermöglichen die 36 x 24 Millimeter großen Kleinbild-Sensoren.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Sony Alpha 7R III

Top-Bildqualität mit über 42 Megapixel Auflösung und 10 Bilder pro Sekunde – diese Kombination macht die Sony Alpha 7R III einzigartig.

Es gibt kaum eine fotografische Herausforderung, die die Sony Alpha 7R III nicht mit Bravour meistert. Ihr Kleinbildsensor löst über 42 Megapixel auf und fängt so auch noch die allerfeinsten Details ein, etwa bei Landschafts- und Naturfotos. Das konnte ihre Vorgängerin und unsere frühere Top-Empfehlung, die Alpha 7R II, auch schon. Aber die Alpha 7R III ist zusätzlich schnell, sehr schnell sogar: Fotoserien nimmt sie mit bis zu 10 Bildern pro Sekunde auf – und das bei voller Auflösung und mit kontinuierlich nachgeführtem Autofokus.

Auch gut

Sony Alpha 7 III

Test spiegellose Systemkamera: Sony Alpha 7 III
Weniger Auflösung als der große Bruder mit dem "R" im Kürzel, aber ähnlich gut ausgestattet und mit ebenfalls toller Bildqualität.

Die Sony Alpha 7 III besitzt einen neu entwickelten 24-Megapixel-Sensor im Kleinbildformat, der eine exzellente Bildqualität abliefert. Ansonsten bietet die Alpha 7 III fast alles, was auch die Alpha 7R III auf dem Kasten hat: 10 Bilder/Sekunde mit sehr schnellem Autofokus, 4K-Video, Touch-Bedienung, großer Akku. Etwas gespart hat Sony am elektronischen Sucher, der aber immer noch gut ist. Wenn 24 Megapixel reichen, ist die Alpha 7 III eine Top-Empfehlung und man spart gut 800 Euro gegenüber dem 42-Megapixel-Schwestermodell.

Mit der Nikon Z 7 hat der zweitgrößte Hersteller von Spiegelreflexkameras endlich eine Antwort auf die jahrelange Dominanz von Sony bei den spiegellosen Vollformat-Kameras. Die Z 7 gefällt uns in einigen Punkten sogar besser als die etablierten Produkte von Sony. Mit 12 Serienbildern pro Sekunde bei vollen 45,7 Megapixeln hält die Nikon Z 7 derzeit den Geschwindigkeitsrekord. Der einzige Speicherkarten-Slot nimmt Karten im noch wenig verbreiteten, wenn auch technisch sehr guten XQD-Format auf. Noch ist auch das Angebot an speziell für das Nikon-Z-Bajonett entwickelten Objektiven sehr klein. Ideal ist die Nikon Z 7 aber natürlich für alle Fotografen, die schon einen umfangreichen Objektiv-Park von ihrer Nikon-Spiegelreflexkamera haben, denn mittels Adapters lassen sich alle Nikon-F-Objektive problemlos weiterverwenden.

Der Video-Bolide

Panasonic DC-S1R

Die sehr professionell anmutende Panasonic Lumix DC-S1R ist für eine spiegellose Systemkamera extrem groß und schwer. Das Gehäuse ist gedichtet und sehr stabil sowie üppig mit Bedienelementen bestückt. Die 47 Megapixel reichen auch für 8K-Zeitraffervideos, die allerdings extern berechnet werden müssen. Wer will, kann den internen Bildstabilisator dazu zweckentfremden, durch eine Mehrfachaufnahme ein 187-Megapixel-Foto aufzunehmen. 4K-Video nimmt sie auf Wunsch mit 60 Bildern pro Sekunde auf (maximal 15 Minuten am Stück). Das Objektivangebot von Panasonic ist noch klein, aber dank Bajonett-Allianz mit Leica und Sigma lassen sich Leica-L-Mount-Objektive verwenden und auch von Sigma sind etliche Objektive für das System angekündigt.

Für Canon-Anwender

Canon EOS R

Auch Canon hat natürlich mittlerweile spiegellose Systemkameras mit Kleinbild-Vollformat im Programm, obwohl man ja auch schon eine Produktlinie mit APS-C-Sensoren hat. Das aktuelle Spitzenmodell heißt wie das System: einfach Canon EOS R. Das native Objektiv-Angebot für die EOS R jedoch bislang noch klein, aber immerhin lassen sich per Adapter Canon EF-Objektive nutzen. Die moderne Bedienung der EOS R gefällt uns sehr gut, die Kamera ist schön kompakt und der Touchscreen frei dreh- und schwenkbar. 30 Megapixel sind für ein Spitzenmodell heute allerdings etwas wenig. Als einziger Hersteller bietet Canon zudem keine gehäuseinterne Bildstabilisierung – die Objektive sind aber natürlich stabilisiert. Zudem liest sie bei 4K-Video nur einen kleineren Bereich den Sensors aus, was bei Video einen Crop-Faktor von 1,7 bedeutet.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritAuch gutFür Nikon-AnwenderDer Video-BolideFür Canon-Anwender
Modell Sony Alpha 7R III Sony Alpha 7 III Nikon Z 7 Panasonic DC-S1R Canon EOS R Sony Alpha 7R II Panasonic DC-S1 Nikon Z 6 Canon EOS RP
Test spiegellose Systemkamera: Sony Alpha 7 IIITest spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze): Nikon Z7spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze) Test: Panasonic Lumix Dc S1r [foto Panasonic] Zmkplispiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze) Test: Canon Eos R [foto Canon] Fctl03Test spiegellose Systemkamera: Sony Alpha 7R IIspiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze) Test: Panasonic Lumix Dc S1 [foto Panasonic] 1sjt5dTest spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze): Nikon Z6Test spiegellose Systemkamera (ohne Preisgrenze): Canon EOS RP
Pro
  • Sehr hohe Auflösung
  • Sehr hohe Serienbildrate
  • Sehr hohe Serienbildrate
  • Sehr gute Akkureichweite
  • Sehr hohe Auflösung
  • Extrem schnelle Serienbildrate
  • Sehr hohe Auflösung
  • Wahlweise SD oder XQD Speicherkaten (2 Slots)
  • Schnelle Serienbildrate
  • 4K-Video bis 60 Bildern/s
  • Modernes Bedienkonzept
  • Sehr hohe Auflösung
  • Relativ günstig (älteres Modell)
  • Wahlweise SD oder XQD Speicherkaten (2 Slots)
  • Schnelle Serienbildrate
  • 4K-Video bis 60 Bildern/s
  • Extrem schnelle Serienbildrate
  • Relativ günstig
Contra
  • Programmwahlrad und Belichtungskorrektur nicht verriegelt
  • Programmwahlrad und Belichtungskorrektur nicht verriegelt
  • Nur ein Speicherkarten-Slot (XQD)
  • Sehr großes, sehr schweres Gehäuse
  • Keinen eingebauten Bildstabilisator
  • Nur ein Speicherkarten-Slot (SD)
  • Programmwahlrad und Belichtungskorrektur nicht verriegelt
  • Geringe Akkureichweite
  • Langsame Serienbilder
  • Sehr großes, sehr schweres Gehäuse
  • Nur ein Speicherkarten-Slot (XQD)
  • Keinen eingebauten Bildstabilisator
  • Programmwahlrad nicht verriegelt
  • Geringe Akkureichweite
  • Langsame Serienbilder
  • Nur ein Speicherkarten-Slot (SD)
  • 4K-Video nur mit max. 25 Bildern/s
Bester Preis
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Warum eine spiegellose Systemkamera der Spitzenklasse?

Gute Systemkameras gibt es bereits für deutlich weniger als 1.000 Euro. Die Top-Modelle kosten teilweise das Drei- oder Vierfache. Haben sie wirklich soviel mehr zu bieten? Das kommt auf die Betrachtungsweise an. Für viele Gelegenheiten dürften Kameras der 1.000-Euro-Klasse völlig ausreichen.

Doch wem nur das Beste gut genug ist, der muss ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Etwa für die immense Auflösung von mehr als 42 Megapixeln, die es eben nur bei der Sony Alpha 7R III und anderen Spitzenmodellen gibt. Für Instagram-Fotos oder die Bilder im Fotoalbum ist das natürlich völlig überdimensioniert. Aber wenn es auf höchste Detailwiedergabe bei Abzügen in Postergröße ankommt, ist Auflösung durch nichts zu ersetzen.

Auch Geschwindigkeit kostet extra. Spitzenmodelle schießen 10 oder 12 Serienbilder pro Sekunde in hoher Auflösung, Dabei fällt innerhalb kürzester Zeit eine ungeheure Datenmenge an, die die Kamera ohne Stocken verarbeiten muss.

Nur das Beste bieten die Top-Modelle aus unserem Vergleichstest auch beim Sucher. Die elektronischen Sucher der Top-Kameras lösen derart fein auf, dass man teilweise vergisst, dass man durch einen Videosucher schaut. Der bietet aber die Vorteile, dass sich diverse Informationen direkt ins Bild einblenden lassen und man das Bild so sieht, wie die Kamera es aufnimmt.

Es gibt viele gute Gründe für eine spiegellose Systemkamera

Spürbare Unterschiede zur guten Mittelklasse gibt es auch bei der Gehäusequalität. Gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet sind die Top-Modelle aus unserem Vergleich sowieso meist. Einige Kameras sind darüber hinaus auch noch ausgesprochen robust. Da darf es im harten Fotografenalltag schon einmal etwas rauer zugehen, ohne dass die Kamera gleich ihren Dienst quittiert.

Auch bei der Ausstattung lassen die Top-Modelle aus unserem Vergleich kaum Wünsche offen. So haben alle Kameras bis auf die von Canon einen Bildstabilisator an Bord. Selbstredend, dass sich die Top-Kameras per Smartphone und entsprechender App fernbedienen lassen. Und nicht nur das: sind Kamera und Smartgerät miteinander verbunden, tracken sie die Ortskoordinaten mit oder laden die jüngsten Aufnahmen gleich ins Internet hoch.

Auch wenn es um Videoaufnahmen geht, sind die Top-Spiegellosen ganz vorne mit dabei. Sie filmen ausnahmslos auch in 4K-Auflösung mit mindestens 25 Bildern pro Sekunde, einige sogar mit 60 Bildern/s. Aber Achtung! Wer 4K-Videos schneiden und nachbearbeiten möchte, braucht einen sehr leistungsfähigen Computer.

Eingebaute, leistungsschwache Blitzgeräte finden Sie bei den hier vorgestellten Kameras übrigens nicht. Alle Modelle haben aber natürlich einen Blitzschuh für ein Systemblitzgerät und manchmal auch noch zusätzlich eine Synchronbuchse für Studioblitze. Meist finden sich auch Buchsen für ein externes Mikrofon und einen Kopfhörer, was spätestens bei professionellen Videoaufnahmen wichtig ist.

Spiegellose Systemkamera Test: Testsieger Sony Alpha 7R III.

Testsieger: Sony Alpha 7R III

Die Sony Alpha 7R III ist eine Kamera, wie sie sich Profis mit den höchsten Ansprüchen wünschen. Ihre Ausstattung ist überragend, ihre Bildqualität übertrifft die aller anderen Kameras im Testfeld. Obwohl sich die Alpha 7R III klar an sehr anspruchsvolle Fotografen wendet, ist sie dank vieler Automatikfunktionen, dem übersichtlichen Schnellmenü und dem pfiffigen Touchscreen leicht zu bedienen. Die Alpha kann man problemlos auch jemanden in die Hand drücken, der sich nicht so gut mit Kameras auskennt.

Unser Favorit

Sony Alpha 7R III

Top-Bildqualität mit über 42 Megapixel Auflösung und 10 Bilder pro Sekunde – diese Kombination macht die Sony Alpha 7R III einzigartig.

Was die Alpha 7R III von allen anderen Kameras abhebt, ist ihre Bildqualität. Dafür sorgt nicht nur die immens hohe Auflösung des Sensors von über 42 Megapixel. Sony hat zudem die interne Verdrahtung des Bildwandlers in Kupfer ausgeführt. Das ist zwar spürbar teurer als herkömmliche Aluminium-Leiterbahnen, reduziert aber das bei hohen ISO-Werten stark zunehmende Bildrauschen deutlich. Die Alpha 7R III schießt auch in schummrigen Innenräumen oder bei Dämmerung noch sehr klare, detailreiche Fotos.

Bedienung

Das Gehäuse der Alpha 7R III fällt einen Tick größer aus als das ihrer Vorgängerin, der Alpha 7R II. Dadurch liegt die Neue nochmal besser in der Hand. Ein weiterer Vorteil: Das größere Gehäuse bietet Platz für einen leistungsfähigen Akku, die Alpha schafft bis zu 650 Einzelfotos mit einer Akkuladung – mehr als jede andere hochauflösende Kamera in unserem Vergleichstest. Bildserien fordern den Akku übrigens deutlich weniger, da sind dann auch 2.000 und mehr Aufnahmen drin.

Schafft enorm viele Einzelfotos, ist aber kein Leichtgewicht

Nur die wichtigsten Funktionen lassen sich bei der Alpha 7R III direkt über dafür vorgesehene Bedienelemente einstellen – etwa die Belichtungskorrektur. Für weitergehende Optionen bietet unsere Top-Empfehlung eine Reihe von Knöpfen, denen sich eine beliebige Funktion zuweisen lässt. Vorteil dieses Bedienkonzepts: Sie können die Kamera ganz auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden. Doch das ist vielleicht nicht jedermanns Sache.

Suchen Sie nach einer Kamera, bei der jedes Bedienelement seine fest zugewiesene Funktion hat? Und Sie möchten vielleicht auch noch Blende und Verschlusszeit mit einem entsprechenden Ring am Objektiv beziehungsweise einem Rad an der Kamera einstellen? Dann sollten Sie unbedingt die X-T2 und die X-Pro2 von Fujifilm in Betracht ziehen. Deren traditionelles Bedienkonzept hat einen entscheidenden Vorteil: Wie die Kamera eingestellt ist, sehen Sie auch, wenn sie ausgeschaltet ist.

Spiegellose Systemkameras zeigen ein elektronisch erzeugtes Sucherbild – da macht unsere Top-Favoritin, die Sony Alpha 7R III, keine Ausnahme. Gegenüber einer DSLR hat das den Vorteil, dass man bereits vor der Aufnahme einen Eindruck vom Foto bekommt. Allerdings sollte der elektronische Sucher Farben, Kontraste und Schärfe möglichst unverfälscht wiedergeben.

Das leistet der Sucher unserer Testsiegerin mit Bravour. Zudem ist er ausgesprochen groß, größer als bei den meisten DSLRs. Außerdem wird das Sucherbild bis zu 120 Mal in der Sekunde aufgebaut. Dank dieser hohen Bildwiederholrate stellt die Alpha 7R III Motive, die sich bewegen, absolut flüssig dar. Wird die Kamera geschwenkt, folgt der Sucher der Bewegung ohne Stocken und ohne Schlieren zu ziehen. Mit rund 23 Millimetern ist zudem der sogenannte Augenabstand ziemlich groß. Das heißt: Auch Brillenträger können das komplette Sucherbild komfortabel überblicken.

Autofokus und Serienbildrate

Bislang galt: Eine sehr hohe Sensorauflösung und schnelle Bildfolgen schließen sich gegenseitig aus. Bei der Alpha 7R III ist Sony nun sozusagen die Quadratur des Kreises gelungen. Denn mit einer Serienbildrate von 10 Bildern pro Sekunde ist der Auflösungsbolide auch noch ausgesprochen flink. Und weil der Autofokus dabei auch noch jedes Foto einzeln scharf stellt, eignet sich die Alpha 7R III prima für schnelle Sportfotos.

Spiegellose Systemkamera Test: Testsieger Sony Alpha 7R III.
Die Sony Alpha 7R III nimmt 10 Bilder pro Sekunde auf. Das ist meist schnell genug, um einen ganz besonderen Moment einzufangen.

Hinzu kommt: Die Sony Alpha 7R III hält das hohe Tempo bei Bildserien nicht nur für ein paar wenige Aufnahmen durch. Gut 80 Aufnahmen fasst ihr Pufferspeicher, das reicht für rund acht Sekunden »Dauerfeuer«. Das sollte lange genug sein, um selbst bei längeren Actionszenen den entscheidenden Moment zu erwischen. Wer wirklich mehr braucht, greift zur Panasonic G9. Die kommt bei kontinuierlichem Autofokus nicht nur auf sagenhafte 20 Bilder pro Sekunde, sondern hält das Tempo theoretisch durch, bis die Speicherkarte voll ist.

Neu bei der Alpha 7R III ist ein kleiner Joystick auf der Rückseite. Damit verschiebt man das aktive Fokusfeld blitzschnell auf die gewünschte Position. Alternativ geht das auch mit einem Fingertipper auf den Monitor, das Display ist nämlich berührungssensitiv. Wozu sind derart hohe Serienbildraten eigentlich gut? Für sehr schnelle Action-Szenen zum Beispiel. Unsere Top-Favoritin wartet mit noch einer anderen Spezialität auf – dem Augen-AF. Er stellt bei Porträtfotos exakt auf das Auge scharf, das der Kamera am nächsten ist – sogar, wenn sich die porträtierte Person bewegt.

Videofunktionen

Spiegellose Systemkameras sind einer DSLR haushoch überlegen, wenn es um Videoaufnahmen geht. Doch es gibt große Unterschiede in unserem Testfeld. Unsere Favoritin, die Sony Alpha 7R III, ist mit sehr professionellen Videofunktionen ausgestattet. So filmt sie in 4K-Auflösung, eigentlich ein Muss in dieser Kameraklasse. Ferner beherrscht sie einen speziellen »Super-35-Modus«, bei dem mehr Pixel ausgelesen werden, als nötig sind. Durch dieses »Oversampling« erzielt die Alpha 7R III eine fantastische Bildqualität bei Videoaufnahmen. Video-Profis wird zudem freuen, dass Sony die Alpha 7R III mit verschiedenen Gammakurven ausgestattet hat. Damit lassen sich bereits bei der Aufnahme diverse Filmlooks erzielen oder die Videodaten für nachträgliches Grading optimieren.

Sensorgröße und Bildqualität

Wenn es um bestmögliche Bildqualität geht, gilt weiterhin die alte Faustregel: »Sensorgröße ist durch nichts zu ersetzen«. Und da haben die Modelle von Sony, die Alpha 7R III und die Alpha 7 II, die Nase vorn. Ihre Sensoren haben dieselbe Fläche wie ein Kleinbildnegativ. Bei den APS-C-Kameras von Fujifilm beträgt die Sensorfläche nur die Hälfte dieser Fläche, bei den Micro-Four-Third-Kameras gar nur ein Viertel.

Kein Wunder also, dass die Alpha 7R III in Sachen Bildqualität in unserem Vergleich ganz oben auf dem Treppchen steht. Selbst die nicht mehr ganz frische Alpha 7 II hält die übrigen Kandidaten noch auf Abstand, wenn es um die Bildqualität geht.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass die Kameras mit kleineren Sensoren keine exzellenten Fotos aufnehmen könnten. Unter ordentlichen Lichtbedingungen spielt die Sensorgröße heute kaum noch eine Rolle. Doch wenn das Licht schwindet und höhere ISO-Werte nötig werden, sind größere Sensoren klar im Vorteil. So zeichnet die Alpha 7R III von Sony noch bei ISO 12.800 nahezu rauschfreie, detailreiche Bilder auf. Den Aufnahmen mit den MFT-Kameras von Panasonic und Olympus sieht man dagegen bereits bei ISO 3200 den Einfluss der Rauschunterdrückung an. Doch wer nicht vorwiegend in der Nacht oder in schummrigen Innenräumen fotografiert, kommt auch mit diesen Kameras gut klar.

Überragende Bildqualität

Dass die Sony Alpha 7R III eine derart überragende Bildqualität abliefert, liegt auch an ihrer immensen Auflösung von mehr als 42 Megapixel. Für ausgedruckte Bilder reichen bereits rund 18 Megapixel. Eine noch höhere Bildauflösung bringt im Print nur dann Vorteile, wenn auch die Druckauflösung entsprechend erhöht wird – das bieten nur wenige, teure Speziallabore an. Und doch ist die hohe Auflösung der Alpha 7R III nicht verschenkt. Sie bietet nämlich ungeheure Reserven beim Bildzuschnitt – und macht so ein teueres Teleobjektiv oft unnötig.

Objektive

Bei den spiegellosen Systemkameras wechseln Sie das Objektiv ganz nach Ihren Vorstellungen und den Erfordernissen des Motivs. Für alle Top-Kameras aus unserem Vergleich gibt es für praktisch jede Anforderung das passende Objektiv. Alle Hersteller haben sowohl besonders hochwertige Profi-Objektive als auch preiswerte Optiken für den Alltag im Programm. Aber im Detail gibt es durchaus Unterschiede.

Je kleiner der Sensor einer Kamera, desto kompakter können die passenden Objektive ausfallen. Ein Punkt, der klar für die Micro-Four-Third-Kameras von Olympus und Panasonic spricht. Hinzu kommt, dass Sie Objektive aus diesem System an jeder MFT-Kamera einsetzen können – dadurch ist das Angebot besonders groß und vielfältig.

Sony Alpha 7R III im Testspiegel Bei den Kameras mit Kleinbildsensor, der Alpha 7R III und Alpha 7 II, fallen die Objektive dagegen größer und auch kostspieliger aus. Auch ist das Angebot noch nicht ganz so umfangreich, was die Sony-Kameras aber mit einer tollen Eigenschaft wettmachen: Über passende Adapter funktionieren sie auch mit Objektiven, die andere Anschlüsse haben, etwa mit dem Minolta/Sony A-Bajonett oder mit Optiken von Canon.

Als Tester einmal so richtig von einer Kamera begeistert zu sein, kommt nicht so oft vor. Doch die Alpha 7R III hat es uns angetan. Das drückt auch mein Fazit zum Testbericht aus, den ich auf photoscala.de (01/2018) veröffentlicht habe:

»Bereits ihre Vorgängerin war (und ist) eine exzellente Kamera, die neue legt aber in fast jeder Hinsicht noch einmal eine Schippe drauf. Mit einer Rate von 10 Bilder/Sekunde ist sie für sehr viele Gelegenheiten schnell genug (das gilt auch für den Autofokus), Bildwandler und -prozessor liefern eine phantastische Bildqualität, bis hinauf zu ISO 12.800 bleibt die Alpha 7R III ohne große Abstriche nutzbar. Vor allem aber hat ihr Sony das deutlich verbesserte Gehäuse des Spitzenmodells Alpha 9 spendiert.«

Mit meiner Begeisterung für die Alpha 7R III stehe ich nicht alleine da, auch andere Tester waren von der Kamera hingerissen. So etwa Sven Schulz von Computerbild (01/2018).

»In Sachen Bildqualität gehört die Sony Alpha 7R III zu den absoluten Topmodellen. Der Vollformatsensor liefert bei jedem Licht Fotos und Video in Spitzenqualität. Im Vergleich zum Vorgänger hat Sony vor allem Sucher und Tempo spürbar verbessert – die Alpha 7R III ist bei Serien deutlich flotter geworden. (…) Eine Augenweide ist der neue Sucher – dank höherer Auflösung deutlich detailreicher als bei Systemkameras üblich.«

Nicht nur in Deutschland sind die Tester von Alpha 7R III begeistert, auch international überzeugt die Kamera auf ganzer Linie. Zu wahren Jubelstürmen lässt sich William Brawley von Imaging Ressource (01/2018) hinreißen.

»Wow, was für eine Kamera! (…) Sony schafft es, sich mit der Alpha 7R III selbst zu übertreffen. (…) Es bleibt bei dem, was wir an der Alpha-7R-Familie so lieben: dank hoher Auflösung exzellente Bildqualität mit hohem Dynamikumfang und bester High-ISO-Leistung. Hinzu kommen viele Verbesserungen, die meisten davon übernimmt die Alpha 7R III vom Flaggschiff Alpha 9.«

Damit heimst die Alpha 7R III bei Imaging Ressource gleich zwei Auszeichnungen ein: Sie ist beste spiegellose Systemkamera 2017 und landet bei der Wahl zur besten Kamera des Jahres 2017 auf Platz 2.

Ähnlich angetan von der Alpha 7R III zeigen sich die Tester des amerikanischen Online-Magazins dPreview (11/2017). Deren Fazit betont vor allem die Vielseitigkeit der Kamera:

»Die Alpha 7R III eröffnet den unterschiedlichsten Fotografen großartige Möglichkeiten. Sie bietet eine tolle Bildqualität, eine schnelle Serienbildgeschwindigkeit und hoch-qualitative 4K-Videos in einem bemerkenswert kompakten Paket.«

Nur den (wenigen) Fotografen, die eine noch höhere Serienbildrate als 10 Bilder pro Sekunde benötigen, will dPreview die Alpha 7R III nicht empfehlen. Ganz anders Benjamin Kirchheim von digitalkamera.de (10/2017), der in seinem Fazit kaum etwas auszusetzen hat:

»Die Sony Alpha 7R III ist eine hervorragend verarbeitete und dank Spritzwasser- und Staubschutz robuste spiegellose Vollformat-Systemkamera. Sie bietet eine sehr gute Ergonomie mit vielen Anpassungsmöglichkeiten an die persönlichen Vorlieben. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig auch bei der Verfolgung bewegter Motive, die Serienbildgeschwindigkeit und Ausdauer ist trotz der hohen Auflösung enorm. (…) Die Bildqualität ist hervorragend, vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten bis ISO 400. (…) Selbst bei ISO 12.800 sind noch gute Bildergebnisse aus der Alpha 7R III herauszuholen.«

Alternativen

In der Summe ihrer Eigenschaften ist die Alpha 7R III von Sony die beste spiegellose Systemkamera, die es derzeit gibt. Doch wenn es Ihnen auf ganz spezielle Fähigkeiten oder Ausstattungsmerkmale ankommt, sind sie vielleicht mit einer anderen Kamera besser beraten.

Auch gut

Sony Alpha 7 III

Test spiegellose Systemkamera: Sony Alpha 7 III
Weniger Auflösung als der große Bruder mit dem "R" im Kürzel, aber ähnlich gut ausgestattet und mit ebenfalls toller Bildqualität.

Sie brauchen keine 42 Megapixel? Dann hat Sony ganz frisch noch ein weiteres Angebot für Sie parat: die Alpha 7 III. Wie ihre Vorgängerin Alpha 7 II,die vorerst weiter im Programm bleibt, kommt sie ebenfalls mit einem 24-Megapixel-Kleinbildsensor. Der ist allerdings brandneu und liefert eine Bildqualität, die schon nahe an die der Alpha 7R III mit ihren 42 Megapixel heranreicht.

Warum die Alpha 7 III ohne R soviel günstiger ist als die Alpha 7R III? An der Ausstattung liegt es jedenfalls nicht, da geben sich beide Kameras nichts. Auch die Alpha 7 III bietet 10 Bilder pro Sekunde, einen nochmals verbesserten Autofokus, filmt in 4K-Auflösung und hat ebenfalls den praktischen AF-Joystick. Mit einem Smartphone oder Tablet nimmt die Alpha 7 III Kontakt via Bluetooth oder WiFi auf – und kann so GPS-Daten beziehen oder Fotos gleich aufs Smartgerät schicken.

Aus der Masse der Kameras sticht die Alpha 7 III durch ihre formidable Bildqualität hervor. Ihr Sensor ist besonders lichtempfindlich konstruiert, sodass sie bis in höchste ISO-Regionen hinauf rauscharme, glasklare und farbstarke Fotos liefert. Da können andere Kleinbildkameras mit 24-Megapixel-Sensor nicht mithalten, Kameras mit kleinem Sensor sowieso nicht. Wenn es Ihnen auf eine herausragende Bildqualität ankommt und 24 Megapixel Auflösung reichen, sollten Sie die Sony Alpha 7 III unbedingt einmal ansehen.

Mit der Nikon Z 7 hat der zweitgrößte Hersteller von Spiegelreflexkameras endlich etwas für diejenigen im Portfolio, die so lange auf eine Antwort von Nikon auf die jahrelange Dominanz von Sony gewartet haben. Die Z 7 gefällt uns außerordentlich gut, in einigen Punkten sogar besser als die etablierten Produkte von Sony. Technisch ist die Nikon Z 7 voll auf der Höhe der Zeit, mit 12 Serienbildern pro Sekunde bei vollen 45,7 Megapixeln hält sie sogar den Geschwindigkeitsrekord.

Nicht ganz so gut gefällt uns, dass die Kamera nur einen einzigen Speicherkarten-Slot hat, zumal dieser lediglich Karten im noch wenig verbreiteten, wenn auch technisch sehr guten XQD-Format aufnimmt. Noch ist auch das Angebot an speziell für das Nikon-Z-Bajonett entwickelten Objektiven sehr klein. Ideal ist die Nikon Z 7 aber natürlich für alle Fotografen, die schon einen umfangreichen Objektiv-Park von ihrer Nikon-Spiegelreflexkamera haben. Mit dem Adapter Nikon FTZ (Nikon F to Nikon Z) lassen sich nämlich alle Nikon-F-Objektive problemlos weiterverwenden – und zwar wirklich alle!

Wer keine 45,7 Megapixel benötigt, kann übrigens zum ansonsten völlig baugleichen Schwestermodell Nikon Z 6 mit 24-Megapixel-Sensor greifen.

Der Video-Bolide

Panasonic DC-S1R

Mit der Lumix DC-S1R will Panasonic der Konkurrenz zeigen, wo der Hammer hängt. Das tun sie mit einem Gerät, mit dem man sprichwörtlich Nägel in die Wand schlagen könnte: Satte 1 Kilogramm ist das gute Stück schwer und viel, viel größer als die bekannten Spiegellosen der Konkurrenz – mit Ausnahme von Leica, die das noch größer hinkriegen.

Entsprechend professionell ist aber auch der Anspruch. Das Gehäuse ist gedichtet, sehr stabil und üppig mit Bedienelementen bestückt. Auch die beiden Speicherkarten-Slots, einer für SD- und einer für XQD-Karten, unterstreichen diesen Eindruck. Alleinstellungsmerkmale besitzt die Lumix DC-S1R auch bei der Video-Aufzeichnung: Sie kann 4K-Video mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen (immerhin max. 15 Minuten am Stück, allerdings mit einem kleinen Format-Beschnitt um Faktor 1,09). Da muss die Konkurrenz bislang passen. Die 47 Megapixel reichen auch für 8K-Zeitraffervideos, die allerdings extern berechnet werden müssen, und wer will, kann den internen Bildstabilisator dazu zweckentfremden, durch eine Mehrfachaufnahme ein 187-Megapixel-Foto aufzunehmen.

Das Objektivangebot von Panasonic ist noch klein, aber Panasonic hat beim Objektivanschluss auf eine Allianz mit Leica gesetzt und nutzt deren L-Bajonett. Dadurch können die sehr hochwertigen L-Mount-Vollformatobjektive von Leica an den Panasonic Vollformat-Kameras verwendet werden. Als dritter Hersteller gehört Sigma der L-Mount-Allianz an. Der bekannte Objektivhersteller wird vorhandene Vollformat-Spiegelreflex-Objektive mit L-Mount-Anschluss anbieten – quasi mit fest angebautem Objektiv-Adapter – und auch neue, speziell für spiegellose Kameras gerechnete L-Mount-Objektive auf den Markt bringen.

Wer die hohe 47-Megapixel-Auflösung nicht braucht, kann alternativ zum sonst praktisch identischen Schwestermodell Panasonic Lumix DC-S1 mit 24 Megapixel-Sensor greifen.

Für Canon-Anwender

Canon EOS R

Auch Canon hat natürlich mittlerweile spiegellose Systemkameras nicht nur mit APS-C-Sensor (»EOS M«) im Programm, sondern auch mit Kleinbild-Vollformat (»EOS R«) – man will das Feld Sony ja nicht ganz kampflos überlassen. Die erste und bislang beste Kamera aus dem System hört ebenfalls auf den Namen Canon EOS R und ist die Lösung für Canon-Spiegelreflex-Fotografen, die lange auf eine spiegellose Alternative gewartet haben, denn es gibt von Canon gleich drei (!) verschiedene Adapter, mit denen Canon-Anwender ihre Canon EF-Objektive an dem Canon RF-Bajonett betreiben können. Das native Objektiv-Angebot für die EOS R enthält durchaus einige Perlen, ist aber bislang noch klein.

Die Canon EOS R als Kamera hinterlässt etwas gemischte Gefühle. Die moderne Bedienung gefällt uns außerordentlich gut. Die Kamera ist schön kompakt, der Touchscreen frei dreh- und schwenkbar und oben auf der Kamera thront ein großes, sehr gut ablesbare Status-Display. Aber 30 Megapixel sind für ein Spitzenmodell heute etwas wenig und nur ein einziger Speicherkartenslot auch nicht so richtig professionell. Als einziger Hersteller bietet Canon zudem keine gehäuseinterne Bildstabilisierung, auch wenn die Objektive natürlich stabilisiert sind. Zudem liest sie bei 4K-Video nur einen kleineren Bereich den Sensors aus, was bei Video in einem hohen Crop-Faktor von 1,7 mündet. Dafür lassen sich immerhin die bestehenden, fürs APS-C-System gerechneten Canon EF-Objektive gut als Video-Objektive verwenden.

Außerdem getestet

Spiegellose Systemkameras setzen sich auch bei Foto-Profis und anspruchsvollen Amateuren immer mehr durch. Kein Wunder, dass das Angebot an entsprechend hochwertigen Kameras immer größer wird. Oftmals unterscheiden sich zwei, drei Modelle eines Herstellers nur in ein paar Details.

Die Sony Alpha 7R II war unsere frühere Spitzenreiterin und wird auch weiterhin angeboten. Sie bringt denselben herausragenden 42-Megapixel-Sensor wie die neuere Alpha 7R III mit. Bei Leistung und Ausstattung muss man jedoch teils deutliche Abstriche machen. Die Alpha 7R II begnügt sich mit einer Serienbildrate von 5 Bildern pro Sekunde. Ihr Griff ist kleiner, der neue Hochleistungsakku der Alpha 7R III passt da leider nicht hinein. Den praktischen AF-Joystick der Nachfolgerin gibt es nicht, ebenso kein Touch-Display. 4K-Video beherrscht aber auch die Alpha 7R II. Wer nur die 42 Megapixel braucht, auf die Neuerungen der Alpha 7R III jedoch gut verzichten kann, bekommt mit der Alpha 7R II die meiste Bildqualität fürs Geld.

Die Nikon Z 6 ist die zweite von Nikon erhältliche spiegellose Kleinbild-Systemkamera, vorgestellt gemeinsam mit der höher auflösenden Z 7. Zudem ist der Sensor-Shift-Bildstabilisator eine Premiere bei Nikon. Er arbeitet mit allen, auch optisch stabilisierten Objektiven zusammen. Neben dem großen, beweglichen Touchscreen beeindruckt die Z 6 mit dem großen, hochauflösenden elektronischen Sucher und dem robusten, ergonomischen Gehäuse. Auch ein moderner Hybrid-Autofokus und eine zeitgemäße 4K-Videofunktion fehlen nicht. Etwas exotisch ist das XQD-Speicherkartenformat.

Die Panasonic Lumix DC-S1 ist das geringer auflösende und preisgünstigere Schwestermodell der Lumix S1R und noch mehr auf eine besonders gute 4K-Videofunktion ausgerichtet. Dank der L-Objektivbajonett-Allianz passen auch Objektive von Leica und demnächst auch von Sigma an die Lumix S1. Das Gehäuse der S1 ist wuchtig, aber auch sehr robust und der elektronische Sucher löst äußerst hoch auf. Sehr praktisch ist zudem der effektive Sensor-Shift-Bildstabilisator.

Mit der Canon RP rundet der Hersteller sein recht neues Vollformat-System nach unten hin ab. Die Canon EOS RP ist eine der preisgünstigsten und zudem kompaktesten und leichtesten Vollformat-DSLMs. Mit 26 Megapixeln soll sie Einsteigern sowie ambitionierten Ansprüchen gerecht werden. Der Hybrid-Autofokus arbeitet mit sagenhaften 4.779 Messpunkten. Im Gegensatz zu Sony und Nikon verzichtet Canon aber auf einen Sensor-Shift-Bildstabilisator. Die EOS RP bietet zwar eine 4K-Videoaufzeichnung mit HDR an, nutzt dafür aber nur einen sehr kleinen Bereich im Zentrum des Sensors, der einem 1,6-fachen Cropfaktor entspricht. Mit dreh- und schwenkbarem Touchscreen gibt sich das Bedieninterface modern, zudem gibt es einen 2,4 Million Bildpunkte auflösenden, 0,7-fach vergrößernden Sucher.

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Kommentare

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Alice Wonderl
Alice Wonderl

Also entweder vergleichen die Kritiker nicht richtig, oder sind einfach nur sauer, weil das Produkt nicht ihrem Geldbeutel entspricht. Es gibt keine bessere Kamera in diesem kompakten Format mit dieser Bild- und Videoqualität und zu diesem Preis. Was die „wenigen“ Objektive angeht, gibt es außerdem gute Adapter.

Harald Karl
Harald Karl

Und Subal hat ein ebenso gutes Unterwasser Gehäuse dafür

Domi Assculap Köhler
Domi Assculap Köhler

ok sry… um das geld hol ich mir noch eher eine gebrauchte EOS 1D Mk 4…

Domi Assculap Köhler
Domi Assculap Köhler

gott sei dank ist sony überhaupt nicht maßlos überteuert und steht natürlich ausser konkurrenz… *hust*CANONNIKON*hust*

Alf Drosdziok
Alf Drosdziok

„die beste Kamera überhaupt“ = viel Spaß bei der geringen Auswahl an Objektiven !

Kazimierz Forys
Kazimierz Forys

So ist es mit den Objektiven.Es ist so wie Autos man möchte ohne Rädern zu verkaufen !!!!! Bravo Sony,weiter so !!!

Christian Raphael Mikus
Christian Raphael Mikus

Was nicht da steht ist wie hoch der Sucher / Bildschirm auflöst.