Die beste Virtual-Reality-Brille

Test: VR-Brille – Testsieger Sony Playstation VR

Die beste VR-Brille ist Sonys Playstation VR. Sie hat zwar schwächere technische Daten als die Konkurrenz, ist aber deutlich günstiger und bietet damit zur Zeit mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem gibt es schon zum Start eine ansehnliche Spiele-Auswahl. Als Einstieg in die virtuelle Realität gibt es zur Zeit nichts Besseres.

Update 12. Oktober 2017

Oculus hat für 2018 ein neues VR-Headset bestätigt. Es wird Oculus Go heißen und soll kein direkter Nachfolger des Rift sein, sondern ein Standalone-Headset für Virtual Reality. Als Einstiegsmodell in die virtuelle Welt soll für 199 US-Dollar zu haben sein.
Beim Oculus Go wird auf neue Linsen gesetzt und der Sound ist ebenfalls neu. Sobald wir an ein Gerät kommen, werden wir es für Sie testen.

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2. März 2017

Oculus hat seine VR-Brille stark im Preis gesenkt, sie ist jetzt für 110 Euro weniger zu haben. Unsere Empfehlung bleibt dennoch die Playstation VR, denn die ist nochmal ein gutes Stück günstiger.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit: Sony Playstation VR

Test VR-Brille: Sony Playstation VR
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis und alles, was man für den Eintritt in die VR braucht.

Für die Playstation VR braucht man lediglich eine Playstation 4 oder Playstation 4 Pro und auch der Preis für die VR-Brille selbst ist vergleichsweise niedrig. Damit wird die virtuelle Realität erstmals für jedermann erschwinglich.

Ein großer Pluspunkt ist das ausgeklügelte Haltesystem, das das Gewicht der VR-Brille gut auffängt und der Playstation VR den mit Abstand höchsten Tragekomfort aller VR-Brillen beschert. Die geringere Auflösung gegenüber Rift und Vive fällt dagegen kaum ins Gewicht.

Technisch besser: Oculus Rift CV1

Test VR-Brille: Oculus Rift CV1
Die beste Bildqualität im Test wies die Oculus Rift auf, sie war zudem die leichteste Brille im Vergleich.

Tragekomfort, auch für Brillenträger, und Bildqualität der Oculus Rift CV1 können überzeugen. Allerdings drückt sie nach längerer Verwendung etwas am Kopf und durch das Display und die eigene Wärme entsteht viel Hitze darunter.

Technisch ist sie der Playstation VR etwas überlegen, aber die Auswahl an kompatiblen Spielen ist bisher noch sehr begrenzt. Auf jeden Fall kann man sagen, dass Oculus Rift sozusagen der Vater der VR-Brillen ist – und diesen Vorteil können sie nutzen.

Gut & teuer: HTC Vive

Test VR-Brille: HTC Vive
Dank der zwei Lighthouse-Sensoren ist bei der Vive das Mittendringefühl am größten - näher am Holodeck ist aktuell keine VR-Brille.

Fast perfekt ist die HTC Vive. Sie erkennt den Spieler auf einer Fläche von bis zu 25 Quadratmetern, kann aber auch im Sitzen verwendet werden. Roomscale macht es möglich, sich quasi frei in der VR-Welt zu bewegen. Dank größerem Freiraum und zuverlässigerem Tracking ist sie besser als die Playstation VR.

Das ist aber auch gleichzeitig ihr Nachteil: Ist das Wohnzimmer zu klein, kann der Roomscale nicht richtig arbeiten. Außerdem schwebt der Preis in für viele unerschwinglichen Höhen. Wer das Geld hat, bekommt die beste Brille auf dem Markt – für alle anderen ist die Playstation VR Preis-Leistungs-technisch die beste momentan.

Vergleichstabelle

Unser FavoritTechnisch besserGut & teuerSmartphone-Lösung
Modell Sony Playstation VR Oculus Rift CV1 HTC Vive Samsung GearVR
Test VR-Brille: Sony Playstation VRTest VR-Brille: Oculus Rift CV1Test VR-Brille: HTC ViveTest VR-Brille: Samsung GearVR
Pro
  • Vergleichsweise günstig, gutes Haltesystem
  • Guter Tragekomfort und tolle Bildqualität
  • Roomscale fördert das Gefühl mittendrin zu sein; große Spieleauswahl
  • Sehr gute Bildqualität und günstig zu haben
Contra
  • Geringere Auflösung als die Konkurrenz
  • Spieleauswahl noch begrenzt
  • Sehr teuer
  • Ein Premium-Smartphone von Samsung wird vorausgesetzt
Bester Preis
Technische Daten  

Eine neue Welt entdecken

Virtual Reality, also virtuelle Realität, ist faszinierend: Während ein Spiele-Monitor immer nur ein kleines Fenster in eine andere Dimension darstellt, steigt man mit einer Datenbrille vollständig in fremde Welten ein.

Das Prinzip von VR-Brillen ist simpel: Ein oder zwei Displays stellen den Inhalt dar, zwei Linsen sorgen dafür, dass das Auge sich dabei wohl fühlt und ein Mittendrin-Effekt entsteht. Setzt man die Brille auf, hat man sofort das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein: Größenverhältnisse werden im Gegensatz zur Grafik auf dem Monitor korrekt wiedergegeben, was Gebäude oder Monster äußerst beeindruckend wirken lässt.

Einmal am Steuer eines Raumjägers.. Dank PSVR problemlos möglich.
Einmal am Steuer eines Raumjägers: Dank PlayStation VR ist das kein Traum mehr.

Wie gut das funktioniert, ist schwer zu beschreiben. Man muss man den Effekt selbst erlebt haben, um die Begeisterung vollständig nachvollziehen zu können.

Dank zahlreicher integrierter Sensoren im VR-Headset werden Bewegungen des Kopfes in Echtzeit in die virtuelle Realität übertragen, so dass man sich dort umsehen und ansatzweise auch bewegen kann wie in der realen Welt. Dank eines Positionstracking-Systems sind die Systeme zudem in der Lage, Körperbewegungen in die virtuelle Realität einfließen zu lassen. So kann man tatsächlich hinter Gegenstände schauen oder sich im Spiel hinter eine Deckung flüchten.

Zwei Displays und zwei Linsen in der Brille sorgen für das Gefühl im Spiel zu sein

Erst das Tracking der Bewegungen des Spielers sorgt dafür, dass man die virtuelle Realität so unmittelbar erlebt. Immersion ist hier das Schlüsselwort. Je besser die funktioniert, desto echter fühlt sich die virtuelle Realität an, und desto weniger Probleme hat man dabei als Spieler.

Denn schnell kann einen bei VR-Anwendungen Übelkeit heimsuchen. Diese VR-Krankheit fühlt sich nicht nur so an, als ob man seekrank wird, sie entsteht auch ganz ähnlich: Hier ist ebenfalls die Ursache, dass Auge und Gleichgewichtsorgan unterschiedliche Informationen empfangen, die nicht zueinander passen. Darauf reagiert der Körper mit Übelkeit. Nicht jeder ist davon betroffen, und man gewöhnt sich auch meist schnell daran.

Wie stark der Effekt ist, hängt vor allem davon ab, wie gut und wie schnell die Bewegungen des Körpers in die virtuelle Realität übertragen werden. Vor allem zeitliche Verzögerungen zwischen einer Bewegung und ihrer visuellen Darstellung in der VR-Brille lösen schnell Übelkeit aus, ruckelige Bewegungen ebenso.

Damit VR gut funktioniert, kommt es also stark auf die Technologie des VR-Systems an – einerseits auf die Qualität des Bewegungstrackings mit Hilfe von Sensoren, andererseits auf die schiere Rechenleistung der Grafikkarte, um die gemessenen Positionsänderungen möglichst schnell und flüssig aufs Display zu zaubern.

Die Zukunft beginnt

Virtual Reality ist nicht länger nur ein Motiv aus Science-Fiction-Romanen. Inzwischen sind drei vollwertige VR-Systeme auf dem Markt: Oculus Rift, HTC Vive und Sony Playstation VR.

Test: VR-Brille – Testsieger Sony Playstation VR
Unser Favorit: Playstation 4 VR

Doch VR ist eine sehr junge Technologie, bei der noch viel ausprobiert werden muss. Entsprechend unterschiedlich sind die Ansätze, die die Hersteller verfolgen. Welcher sich am Ende durchsetzen wird – oder ob sich VR überhaupt durchsetzen wird – steht noch in den Sternen.

Neben den drei vollwertigen VR-Brillen von Oculus, HTC und Sony gibt es unzählige Halterungen für Smartphones, die ebenfalls eine VR-Erfahrung versprechen. Qualitativ kann aber selbst Samsungs Gear VR nicht mit den aufwändigeren Lösungen konkurrieren.

Test VR-Brille: Oculus Rift CV1
Oculus Rift: Hohe Erwartungen, aber noch wenig Spiele.

Oculus gilt als Wegbereiter aktueller VR-Headsets, nachdem das einst recht kleine Unternehmen beim Crowdfounding-Dienst Kickstarter gleich mehrere Millionen Dollar für die Weiterentwicklung seines Developer Kit 1 einnehmen konnte. Damit war VR erstmals bezahlbar geworden: Weniger als 300 Dollar kosteten die ersten Oculus-Headsets, die aber nie für Endkunden gedacht waren. Bis Oculus Rift CV1 auf den Markt kam, für aktuell knapp 700 Euro.

VR Systeme im Test: HTC Vive
HTC Vive – Das aufwändigste System, aber auch das teuerste.

Aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Spielehersteller Valve und den Hardwarespezialisten von HTC ging die HTC Vive hervor, eine der Oculus Rift sehr ähnliche VR-Lösung, die sich mit einem wirklich beeindruckenden Raumtracking von den Mitbewerbern abhebt – leider auch preislich: Knapp 900 Euro muss man für HTC Vive investieren.

Doch das ist längst noch nicht alles: Die Brillen von Oculus und HTC benötigen nämlich noch einen äußerst leistungsstarken PC mit den neuesten, nicht gerade preiswerten Grafikkarten. Dafür werden nochmals mehrere tausend Euro fällig. Die Playstation VR benötigt dagegen nur die Playstation 4, die bereits in Millionen Wohnzimmern steht, egal ob klassisch, Slim oder Pro.

 

Test: VR-Brille – Testsieger Sony Playstation VR

Unser Favorit: Sony Playstation VR

Das neueste VR-Headset ist Sonys Playstation VR für die Playstation 4. Das am 13. Oktober 2016 veröffentlichte Headset setzt auf zwei kleine Bildschirme mit einer Auflösung von insgesamt 1.920 x 1.080 Bildpunkten und hat damit die geringste Auflösung aller aktuellen VR-Headsets.

Unser Favorit: Sony Playstation VR

Test VR-Brille: Sony Playstation VR
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis und alles, was man für den Eintritt in die VR braucht.

Durch den geringen Betrachtungsabstand bei VR-Brillen ist bei geringen Bildschirmauflösungen oft der einem Fliegengitter ähnliche Effekt zu beobachten: Die Abstände zwischen den einzelnen Bildpunkten werden sichtbar, und es scheint, als wäre ein grober Filter über das Bild gelegt worden. Dieser Effekt ist zwar auch bei der Playstation VR zu beobachten, fällt aber nur bei größeren, hellen Bildinhalten etwas auf, denn Sony nutzt eine Displaytechnik, die den Fliegengitter-Effekt effektiv verhindert. Oculus Rift und HTC Vive bieten zwar eine höhere Auflösung, haben aufgrund anderer OLED-Displays jedoch einen etwas stärker ausgeprägten Fliegengitter-Effekt.

Bei allen Brillen kommt es mehr oder weniger zum sog. Fliegengitter-Effekt

Besonders gut ist Sony der Tragekomfort der Playstation VR gelungen. Das Gewicht der Brille wird vom Gesicht auf den Kopf verlagert, die VR-Brille wird nur noch vor die Augen gezogen. Ein bequemer Kopfgurt hält das Headset fest und kann wie ein Fahrradhelm mit einem Drehrad arretiert werden.

Test: VR-Brille – Testsieger Sony Playstation VR
Die PSVR ist sehr angenehm zu tragen – auch von Brillenträgern.

Um die Linsen herum findet sich eine schwarze Plastikabdeckung, die verhindert, dass störendes Licht von außen in die Augen dringt. Durch die Schiebekonstruktion und die damit verbundene Flexibilität beim Abstand der Linsen zu den Augen können auch Brillenträger die Playstation VR problemlos nutzen. Fazit: Obwohl die Playstation VR mit über 600 Gramm die schwerste der aktuellen VR-Brillen ist, lässt sie sich bequemer tragen als die Konkurrenten. Auch nach längeren Spielsitzungen treten keine Druckspuren oder Nackenschmerzen auf.

Notwendiges Zubehör: Sony Playstation 4 Kamera

Test VR-Brille: Sony Playstation 4 Camera
Die Stereo-Kamera für die PS4 wird von Playstation VR zwingend vorausgesetzt.

Durch das Befestigungssystem wirkt die Playstation VR regelrecht futuristisch. Unterstützt wird das durch die rund um das Headset angebrachten und im Betrieb matt-blau leuchtenden LEDs.

Die sind aber nicht nur optische Zierde, sondern erfüllen einen wichtigen Zweck: Die zwingend notwendige Playstation-Kamera erkennt die Lichtpunkte des Headsets auf dem Gamepad ebenso wie auf dem optional nutzbaren Move-Controllern und berechnet so die Bewegungen und Körperhaltung des Nutzers.

Viele Kabel zum Start

Playstation VR wird mittels einer zusätzlichen Box zwischen Playstation und VR-Brille an die Konsole angeschlossen. In dieser Prozessoreinheit ist allerdings kein unterstützender Grafikprozessor zu finden, sie dient lediglich als HDMI-Splitter und kümmert sich um die 3D-Audioberechnung der VR-Anwendungen.

Die Prozessoreinheit teilt das Bildsignal der Konsole außerdem auf, so dass Headset und Fernseher gleichzeitig und sogar mit unterschiedlichen Bildinhalten genutzt werden können. Dafür sind mehrere Kabel notwendig, was bei der ersten Einrichtung von PSVR ein wenig Fummelarbeit bedeutet.

Aufgrund der Verkabelung kann die Playstation VR höchstens 4,4 Meter von der Konsole entfernt genutzt werden – dazu muss aber bereits auch die Prozessoreinheit bereits in Richtung Spieler gerückt werden, da das Headsetkabel nur etwa 3,5 Meter lang ist. Viel weiter sollte der Spieler aber ohnehin nicht von der Playstation-Kamera entfernt stehen.

Die Einrichtung fällt dank der guten Anleitung leicht. Sind die Kabel verstaut und die Kamera mit der Konsole verbunden, fehlt nur noch ein Update der Betriebssoftware, das die Konsole automatisch vornimmt – und es kann losgehen.

Gewaltiger Grafik-Hunger

VR fordert enorm viel Leistung vom Grafikchip, weil nicht nur eine hochauflösende, sondern vor allem auch eine möglichst flüssige Bilddarstellung mit mindestens 60 Bildern pro Sekunde nötig sind, damit es einem vor VR-Krankheit nicht speiübel wird.

VR braucht viel Leistung und somit einen starken Grafikchip

Die Playstation 4 ist gegenüber einem für VR empfohlenen Gaming-PC mit potenter Grafikkarte deutlich langsamer. Die Playstation 4 Pro bietet mehr Rechenleistung und verbessert die Grafik teils drastisch, doch an die grafische Qualität eines Games für Oculus Rift oder HTC Vive kommt auch sie nicht heran.

Mehr Power: Sony Playstation 4 Pro

Test VR-Brille: Sony Playstation 4 Pro
Wir empfehlen zur PSVR die Playstation 4 Pro - die deutlich höhere Rechenleistung sorgt für noch hübschere und flüssigere VR-Erlebnisse.

Die Playstation 4 muss bei einigen VR-Spielen grafisch nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gänge zurückschalten. Besonders auffällig ist das bei Spielen wie Driveclub VR, das intern in einer offenbar sehr niedrigen Auflösung berechnet wird, um auf die erforderlichen 60 Bilder pro Sekunde zu kommen.

Oculus Rift und HTC Vive dagegen benötigen einen leistungsstarken Gaming-PC mit schneller Grafikkarte, aktuellem Prozessor und ausreichend Speicherplatz. Hinzu kommt der generell höhere Preis der PC-VR-Lösungen von 600 Euro für die Oculus Rift und 800 Euro für die Vive.

Dafür bieten diese VR-Brillen allerdings nicht nur eine bessere Auflösung, ihre höhere Rechenleistung ermöglicht auch beeindruckendere Grafiken in der Anwendung. Ursprünglich für den Monitor konzipierte Spiele wie Elite Dangerous bringen zwar auch teurere Computer zum Schwitzen, sehen dafür aber auch unverschämt gut aus, wenn sie in der VR gespielt werden.

VR wird sozial

Ein Problem von VR-Brillen oder virtueller Realität allgemein ist, dass es ein ziemlich einsames Vergnügen sein kann. Schließlich kapselt man sich mit der Brille vor den Augen eben auch von der hiesigen Realität ab.

Um das zu ändern hat Sony in die Prozessoreinheit einen HDMI-Anschluss für den Fernseher eingebaut. Über den angeschlossenen Fernseher können Freunde oder die Familie sehen, was man gerade in fremden Welten erlebt, anstatt nur einem fuchtelnden und staunenden Spieler mit einem Helm auf dem Kopf zuzusehen. So kann man seine VR-Erlebnisse hautnah mit anderen teilen.

Doch andere müssen nicht nur passiv zusehen, was ein Spieler erlebt, sie können auch eingreifen und per Game Controller sogar mitspielen.

Die Einbindung des Fernseher verbessert nicht nur die soziale Akzeptanz von VR ganz ungemein, sie verhindert auch, dass man als Spieler in fremden virtuellen Welten vereinsamt – gemeinsam macht einfach alles mehr Spaß.

Große Softwareauswahl

Bereits seit 2013 verkauft Oculus Entwicklermuster, sogenannte Dev-Kits, der Oculus-Rift-Modelle an interessierte Nutzer und Softwareentwickler. Die Programmierer hatten also einige Zeit, sich mit VR zu beschäftigen und Spiele und Anwendungen zu entwickeln.

Tatsächlich gibt es für Oculus Rift und HTC Vive bereits viele Spiele, aber auch wissenschaftliche und kreative Anwendungen, mit teilweise sehr innovativen Konzepten. Nur: In vielen Fällen merkt man den Titeln ihre Herkunft aus dem Indie-Segment auch an; schwache Grafik, eher einfallslose Spielprinzipien oder unüberlegte Steuerungsmethoden wechseln sich hier noch viel zu oft mit Übelkeit hervorrufenden Anwendungen ab.

Klassische, für den Monitor konzipierte Spiele und Anwendungen profitieren hingegen nicht von VR. Mit Programmen wie VorpX lässt sich zwar quasi jedes beliebige PC-Spiel mit der Oculus Rift auch als VR-Spiel nutzen, in vielen Fällen sorgt das aber für Übelkeit, weil die nötigen VR-Anpassungen fehlen.

Doch auch hier tut sich einiges: Ein halbes Jahr nach Erscheinen von Rift und Vive stehen für die VR-Brillen einige wirklich spannende Exklusiv-Titel wie Hover Jumpers, The Climb und Eve:Valkyrie zum Kauf bereit.

Doch das richtige Ass im Ärmel hat Sony. Als Hardware- und Softwarehersteller in Personalunion konnte Sony die Playstation VR schon zum Start mit hauseigenen Titeln und erstklassigen VR-Erlebnissen versorgen, wie zum Beispiel der Spielesammlung VR Worlds. Die dort enthaltenen Spiele sind zwar durch die Bank weg nur kleine Appetithäppchen, sie beweisen aber, was VR in Zukunft für beeindruckende Spielkonzepte liefern wird.

Sony hat bei der VR-Spieleentwicklung die Nase vorn

Besonders gut gelungen ist London Heist, bei dem es um den Diebstahl eines Diamanten geht. Als Gangster kann man in einer Bar nicht nur falsche Pässe und gute Ratschläge entgegennehmen, sondern sogar an einer Zigarre schmauchen: Wenn man gut hörbar ausatmet, wird man mit kleinen Rauchwölkchen belohnt. Action bietet der Raub aber auch: spannende Schießereien, bei denen der Spieler tatsächlich in Deckung gehen muss beispielsweise.

Test VR-Brillen: Sony Playstation VR
Batman Arkham VR ist eine extrem immersive Erfahrung: Noch nie haben wir uns so sehr wie Batman gefühlt.

Mit RIGS und Battlezone VR sowie Eve: Valkyrie und Driveclub VR verkauft Sony weitere VR-Spiele zum Vollpreis, die auch tatsächlich den Umfang und die Komplexität gewohnter Spiele bieten und nicht nur Schnupperversionen sind.

Dazu kommen Bonus-Level bekannter Spiele, deren Entwickler noch nicht genug Zeit für vollständige VR-Spiele hatten: Die Tomb Raider 20th Anniversary Edition bietet die Möglichkeit, das Croft-Anwesen in VR zu begehen, Call of Duty: Infinite Warfare ist mit einer für jeden PS4-Nutzer kostenlosen VR-Mission ausgestattet, in der ein Kampfraumschiff geflogen werden will, und bei Star Wars Battlefront lässt sich ein waschechter X-Wing durch Unmengen feindlicher Tie-Fighter manövrieren.

Keine Frage, für Gamer bietet Sony auch in der virtuellen Realität zur Zeit das beste Angebot – und das ist neben dem wesentlich günstigeren Einstandspreis ein wichtiger Grund, warum die Playstation VR für die meisten zur Zeit das attraktivste Angebot ist.

Playstation VR im Testspiegel

Das tolle Spieleangebot führte auch dazu, dass wir die Playstation VR nach dem Test gar nicht mehr hergeben wollten. Und so ging es nicht nur uns, sondern auch vielen anderen Testern.

Heise Online beispielsweise hat bereits jeder der bekannten VR-Brillen ein langes Special gewidmet. Über Playstation VR schreiben die Test-Redakteure:

»Sonys PSVR hat von allen dreien bei gleicher Grafik-Qualität […] die beste Ergonomie, sodass man mit ihr am längsten bequem spielen kann. Das Bedienkonzept von Konsole und VR-Brille ist hier aus einem Guss, Hard- und Software greifen gut in einander und sind damit tatsächlich wohnzimmertauglich. Die etwaigen technischen Nachteile beim Tracking fangen die Spiele meist gut auf, sodass sie nur selten negativ auffallen. Mit dieser Initialzündung katapultiert Sony die PSVR bei vielen Spielern ganz oben auf die Weihnachts-Wunschliste.«

Spiegel Online hat sich der massenmarkttauglichen VR-Lösung ebenfalls angenommen. Tester Markus Böhm lobt die bereits zum Start recht ansprechende Softwareauswahl. Außerdem überzeugt ihn der Tragekomfort und die intuitive Handhabung:

»Ein Vorteil des Sony-Headsets ist der Tragekomfort: Obwohl das Headset das schwerste der drei ist, sagen viele Tester, es sei am wenigsten unbequem, weil das Gewicht durch die Bauweise nicht so sehr auf dem Gesicht lastet. Letztlich wiegt das vielleicht auch auf, dass die Auflösung des eingebauten Displays geringer ist als bei den Konkurrenzmodellen. Denn was bringt die beste Auflösung, wenn das Brillentragen schnell schmerzhaft wird?«

Markus Schwerdtel kritisiert in seinem Test bei GamePro zwar die gegenüber den PC-Lösungen geringere Auflösung, bringt es im Fazit aber auf den Punkt:

»Auch wenn die Technik von PlayStation VR nicht der letzte Schrei ist, geht sie angesichts des Preises voll in Ordnung. Und das Wichtigste sind ohnehin – wie bei jeder neuen Konsolen-Hardware – die Spiele.«

Deutlich kritischer zeigt sich Computerbild, wo im Fazit zum Test mit der (Schul-)Note 2,99 heißt:

»Playstation VR ermöglicht einen günstigen Einstieg ins VR-Zeitalter. Doch für den attraktiven Preis muss der Käufer Kompromisse eingehen. Im Vergleich zu den deutlich teureren Konkurrenten HTC Vive und Oculus Rift ist das Bild deutlich unschärfer, und Sonys Verkaufsstrategie ist nicht besonders kundenfreundlich: Dass die notwendige Kamera fehlt, dürfte bei dem einen oder anderen Käufer für eine böse Überraschung sorgen.«

Das Fachmagazin c’t hat ebenfalls alle drei VR-Brillen gegenübergestellt und sieht ebenfalls Vorteile in Preis und Softwareangebot sowie Nachteile bei der Technik und dem Tracking der Bewegungen:

»Die PSVR ist nicht nur aufgrund ihres Preises für die große Masse der Spieler attraktiv. Sonys VR-Helm bietet den besten Tragekomfort für Brillenträger und die Japaner haben hochkarätige EIgenproduktionen in Arbeit. Dank des kuratierten Online-Shops läuft man hier die geringste Gefahr, auf ein schlechtes VR-Spiel zu treffen. Allerdings kann man unter der PSVR nicht mit anderen Programmen experimentieren, die Sony nicht in seinen Shop lässt.«

Oder, um es mit den Worten von Pascal Eggert im Interview mit Gamestar Plus zu sagen:

»PSVR ist genau so wie ich möchte, dass Leute VR zum ersten Mal erleben«

Die Alternativen

Eine wirklich große Auswahl an hochwertigen VR-Brillen gibt es wie gesagt noch nicht, die beiden Hauptkonkurrenten sind Oculus Rift und HTC Vive – und einige Smartphone-basierte Lösungen. Razers OSVR ist in Deutschland nur schwer erhältlich und stellt auch eher eine Bastellösung als eine vollwertige VR-Erfahrung dar.

Technisch besser: Oculus Rift CV1

Test VR-Brille: Oculus Rift CV1
Die beste Bildqualität im Test wies die Oculus Rift auf, sie war zudem die leichteste Brille im Vergleich.

Ohne Oculus Rift würde es die aktuelle VR-Schwemme nicht geben. Erst durch die preiswerte, per Kickstarter gestartete Oculus Rift DK1 richteten Nutzer und Medien ihre Aufmerksamkeit wieder auf VR, nachdem das Thema in den 1990er Jahren aus technischen Gründen im Sande verlaufen war.

Die Endkundenversion der Oculus Rift hat mit den an Skibrillen erinnernden Entwicklermustern der ersten Generation nur noch wenig zu tun. So beträgt die Auflösung der VR-Brille 1.080 x 1.200 Bildpunkte, der berüchtigte Fliegengittereffekt früherer Versionen wurde damit stark minimiert.

Eine per USB angebundene Infrarotkamera sorgt dafür, dass der Rift-Nutzer nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Oberkörper in den VR-Anwendungen bewegen kann – das hilft gegen Übelkeit und sorgt für ein tieferes Eintauchen in die virtuellen Welten.

Für 200 Euro bietet Oculus zusätzlich ein Paar Handcontroller an, mit denen es sich noch intuitiver in der VR agieren lässt. Das geht hin bis zur Erkennung von Gesten wie dem gehobenen Daumen.

Der Tragekomfort der Oculus Rift ist überraschend gut, allerdings drückt die Rift bei längerer Nutzung am Kopf, und es entsteht ein Wärmestau durch das Display und die Körperwärme. Brillenträger können ihre Sehhilfe unter der Rift weiternutzen, besonders dicke oder sperrige Gestelle passen aber unter Umständen nicht. Geringe Fehlsichtigkeiten lassen sich mitunter jedoch von der VR-Brille ausgleichen.

Die Bildqualität der Oculus Rift kann überzeugen, bei einem entsprechend schnellen PC sind sehr detailgetreue VR-Anwendungen machbar. Aufgrund etwas besserer Linsen schlägt die Oculus Rift in Sachen Bildqualität sogar die HTC Vive.

Da sich die Tastatur unter der Rift kaum benutzen lässt, liefert der Hersteller ein Xbox-Gamepad mit. Damit lassen sich so gut wie alle Anwendungen sinnvoll nutzen. Simulationsfans können ein Lenkrad oder einen Flightstick einsetzen. Bei einigen VR-Anwendungen reicht es, mit Kopfbewegungen zu steuern.

Der ganze Körper kann von der Oculus Rift nur getrackt werden, wenn mindestens eine, aber besser zwei weitere Kameras verbunden werden. So flexibel wie die HTC Vive ist das Holodeck-Erlebnis mit der Rift aber nicht, sie eignet sich eher für eine sitzende VR-Erfahrung.

Oculus, inzwischen aufgekauft von Facebook, setzt auf den hauseigenen Oculus-Store, um Spiele zu vertreiben. Oculus-Titel aus dem Store sind offiziell nur für Besitzer der Rift nutzbar, allerdings funktionieren viele für die Vive entwickelten Anwendungen ebenfalls.

Wer bereits einen Gaming PC mit der nötigen Leistungsfähigkeit zuhause hat, der bekommt mit der Oculus Rift zweifellos eine VR-Brille, die der Playstation VR technisch überlegen ist. Die Auswahl an wirklich guten Spielen ist aber immer noch begrenzt. Doch das dürfte sich mit der Zeit ändern.

Gut & teuer: HTC Vive

Test VR-Brille: HTC Vive
Dank der zwei Lighthouse-Sensoren ist bei der Vive das Mittendringefühl am größten - näher am Holodeck ist aktuell keine VR-Brille.

Noch einen Schritt weiter in Richtung perfektem VR-Erlebnis geht HTC in Zusammenarbeit mit Valve: Die VR-Brille Vive wird bereits serienmäßig mit zwei sogenannten Lighthouse-Adaptern geliefert. Diese sorgen zusammen mit Sensoren in der VR-Brille und den Controllern für ein Erkennen des kompletten Spielers auf einer Fläche von bis zu 25 Quadratmetern. Wer so viel Platz nicht zur Verfügung hat, kann die Vive aber auch im Sitzen nutzen.

Die Auflösung der Vive beträgt ebenfalls 1.080 x 1.200 Bildpunkte, also genau so viel wie bei der Oculus Rift. Ein anderer Schliff der Linsen führt zu einer etwas schlechteren Bildqualität im Vergleich zur Rift, gravierend ist der Unterschied aber nicht.

Alles weitere hängt von den genutzten Spielen und Anwendungen ab: HTC hat die Vive zusammen mit Valve entwickelt – dem Betreiber des Spieleportals Steam. Entsprechend findet sich bei Steam eine VR-Rubrik mit einer täglich steigenden Anzahl von VR-Anwendungen.

Während Oculus seinen Store gegenüber Vive-Nutzern abschottet, zeigen sich Valve und HTC offen: Vive-Spiele können üblicherweise auch von Rift-Nutzern gespielt werden, umgekehrt geht das nicht. Einzige Einschränkung: Spiele, die die Roomscale genannte Ganzkörpererkennung und die damit zusammenhängende spielerische Freiheit nutzen, lassen sich nicht mit der Oculus Rift spielen.

Roomscale ist denn auch das wichtigste Schlagwort für die HTC Vive: Das Tracking mittels zweier Lighthouse-Adapter macht es möglich, sich quasi frei in der VR zu bewegen. Über das Anschlusskabel der VR-Brille stolpert man dabei erstaunlich selten. Die Umgebung fühlt sich durch die Bewegungsfreiheit aber noch deutlich realistischer an als bei der Oculus Rift – und dank größerem Freiraum und zuverlässigerem Tracking auch besser als bei der PSVR.

Von den drei großen erhältlichen VR-Lösungen bietet die HTC Vive eindeutig das beste und faszinierendste Mittendrin-Gefühl. Ein wenig freier Raum sollte in der Wohnung aber vorhanden sein, denn mit weniger als 3 x 3 Metern stolperfreier Fläche funktioniert Roomscale nur sehr schlecht. Damit der Nutzer nicht gegen Möbel oder Wände läuft, hat HTC das sogenannte Chaperone-System integriert: Nähert sich der Nutzer der Grenze des Spielraumes, wird eine Gitterlinie eingeblendet. Das funktioniert nicht nur hervorragend, es erinnert auch noch stark an das Holodeck bei Star Trek.

Zweifellos ist die HTC Vive zur Zeit das ausgereifteste VR-System auf dem Markt. Doch dafür braucht man nicht nur einen exzellent ausgestatteten und damit sehr teuren PC, sondern auch genügend freien Platz in der Wohnung. Die HTC Vve selbst schlägt nochmal mit 800 Euro zu Buche – und gibt am Ende doch ein eher frickeliges Gesamtbild bei der Verkabelung ab.

Sicher: Für VR-Enthusiasten gibt es zur Zeit nichts Besseres. Für alle anderen sind Oculus Rift und Playstation VR die besseren Optionen.

VR mit dem Smartphone

Ein besonders günstiger Weg, die Faszination VR zu erleben, sind zahlreiche Smartphone-Lösungen. Hier wird das Mobiltelefon nicht nur als Display genutzt, auch die Rechenleistung und die Sensoren für die Kopfbewegungen werden vom Smartphone ausgeliehen.

Bei Cardboard und Daydream sowie zahlreichen kompatiblen Sets von Fremdherstellern wird das Smartphone einfach in eine Plastik- oder Papphalterung gelegt und eine VR-App installiert. Googles Daydream kommt zudem mit einer praktischen Hand-Fernbedienung, die für die Steuerung in der VR gedacht ist. Andere VR-Lösungen setzen entweder auf reine Kopfbewegungen oder Bluetooth-Gamepads zur Steuerung.

Smartphone-Lösung: Samsung GearVR

Test VR-Brille: Samsung GearVR
Die aktuell hochwertigste Smartphone-VR-Lösung bietet Samsung in Zusammenarbeit mit Oculus.

Samsungs GearVR ist eine Sonderlösung: Es setzt ein kompatibles Samsung-Smartphone der Oberklasse voraus (Galaxy S6 oder S6 Edge, Galaxy S7 oder S7 Edge, Note 5) und lagert die Sensoren zur Lageerkennung in das Headset aus.

Dafür kooperiert Samsung mit Oculus, so dass die von der Rift bekannte Zuverlässigkeit erreicht wird. Für eine überlegene Bildqualität sorgen außerdem die hochauflösenden OLED-Displays der Galaxy-Smartphones. Zusammen mit vergleichsweise guten Linsen in der GearVR kann Samsung damit auftrumpfen. Besitzer eines Galaxy S6 oder S7 sollten daher eher zu GearVR anstatt zu Cardboard oder günstigen Cardboard-Klonen greifen.

Kommentare

4 Kommentare zu "Die beste Virtual-Reality-Brille"

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Georg Szekan

Hier wird zu viel über bildpunkte aber sehr wenig über sichtbahre feldgröße gesprochen…Mich kann die gerade mal 100° nicht richtig zufriedenstellen.Oled hin oder her zum **Eintauchen** in eine virtuelle welt oder in eine RICHTIGE vergleich gehören die wichtigste daten dazu.Also ich werd erst bei 140°+ sichtfeld zufrieden sein.

Tobias Claren
Die PSVR hat nur ein einzelnes 1920×1080-Display verbaut? Angeblich ist deren Bildqualität besser als die des Oculus Rift DK2. DK2 hat aber auch nur ein einzelnes 1920×1080-Display (was 960×1080 effektiv macht). Interessant auch, das Oculus Rift CV1 auch nicht viel mehr Bildpunkte hat wie DK2 (1MP zu 1,29MP), aber ein (viel?) besseres Bild haben soll (?). Echtes FullHD wären 2,3MP, aber das scheint keine der Brillen zu haben. auch nicht die Vive, die ja genau so viel hat wie die CV1 (1200×1080). Aber der Prototyp der Vive hatte noch eine höhere Auflösung auf FullHD-Niveau 0_o . Gibt es evtl. „Exoten“… Mehr... »
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