Wärmebildkamera Test: Wärmebildkamera Aufmacher
test
Veröffentlicht: 23.7.2021

Die beste Wärmebildkamera

Wir haben 13 Wärmebildkameras getestet. Die beste ist für uns die Hikmicro M10. Sie ist robust, hat ein hervorragendes Display und schießt qualitativ hochwertige Wärmebilder – allerdings ist sie auch nicht gerade günstig. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen will oder auf der Suche nach einer Wärmebildkamera im Hosentaschenformat ist, wird bei unseren weiteren Empfehlungen fündig.

Stefan Schmid
hat eine Vorliebe für smarte Technik, die den Alltag erleichtert. Er testet überwiegend Produkte aus den Bereichen IT-Technik, Computerzubehör und Smart Home.

Wer einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, der weiß: Wärme kann man nicht sehen – aber fühlen. Wärmebildkameras sorgen mithilfe technischer Tricks dafür, dass Wärme sichtbar wird. Das Verfahren, mit dem das gelingt, heißt Thermografie. Damit lassen sich Temperaturverteilungen auf Gegenständen bzw. Flächen graphisch aufbereitet darstellen.

Das ist etwa dann praktisch, wenn man die Wärmeisolation eines Hauses überprüfen, einen Wasserschaden inspizieren, oder einem Defekt im Motorraum auf die Schliche kommen will. Ihr breites Anwendungsspektrum macht Wärmebildkameras zu einer echten Bereicherung bei der Diagnostik und Fehlersuche.

Wir haben 13 Wärmebildkameras mit Preisen zwischen 250 und 1.500 Euro getestet. Auch wenn die Preise auf den ersten Blick hoch erscheinen, decken wir damit eher den Einsteigerbereich ab. So hatten wir auch drei Modelle im Test, die nur zusammen mit einem Smartphone funktionieren. Für Heimwerker und Privatanwender kann das schon ausreichend sein. Für den professionellen Einsatz auf der Baustelle oder in der Werkstatt machen sich die teureren Modelle allerdings schnell bezahlt.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Testsieger

Hikmicro M10

Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Manueller Fokus, jede Menge Extras und eine Bildwiederholrate von 25 Hertz: Die Hikmicro M10 ist mit allen Schikanen der Technik ausgestattet.

In Europa ist Hikmicro mit seinen Wärmebildkameras noch nicht allzu bekannt. Zu unrecht, wie der Hersteller mit der M10 beweist. Die Wärmebildkamera aus Fernost kann es in puncto Verarbeitungsqualität locker mit ihren namhaften Mitbewerbern aufnehmen und besticht durch ein klares Display und hervorragende Wärmebilder. Besonders wer lange und viel mit einer Wärmebildkamera arbeitet, wird die Bildwiederholrate von 25 Hertz zu schätzen wissen, denn das Live-Bild fällt so deutlich geschmeidiger aus. Auch auf Software-Seite hat der Hersteller seine Hausaufgaben gemacht. Die Wärmebildkamera kann mit dem Smartphone kommunizieren oder per USB-Kabel an den PC angeschlossen werden.

Klassiker

Bosch GTC-400 C

Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400 C
Die Bosch-Wärmebildkamera ist robust und bietet ein umfangreiches Ausstattungspaket.

Bosch hat mit der GTC-400 C eine Art Blaupause einer Wärmebildkamera entwickelt. Zwar gibt es mittlerweile deutlich jüngere Modelle am Markt, die Bosch gehört aber nach wie vor zu den besten ihrer Klasse. Warum? Weil sie ihre Stärken genau dort hat, wo es für eine Wärmebildkamera am wichtigsten ist: Sie ist robust, einfach zu bedienen und liefert Ergebnisse, mit denen sich arbeiten lässt. Mithilfe der Software der Wärmebildkamera lassen sich in Sekundenschnelle Berichte und Angebote erstellen. Vor allem kleine Betriebe und selbstständige Handwerker können damit viel Zeit sparen.

Wenn Geld egal ist

Fluke FLK-TiS20+

Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20
Die FLK-TiS20+ ist äußerst robust und damit ideal für den harten Arbeitsalltag – eine Wärmebildkamera für Profis!

Die Fluke FLK-TiS20+ ist ein sehr massiges Gerät. Das beginnt beim Handgriff und endet an der Objektivabdeckung, die die Objektive der beiden verbauten Kameras bestmöglich schützt. Die Fluke schreit geradezu nach einem rauen Praxiseinsatz – und genau dort fühlt sie sich auch zuhause. Man merkt vielen ihrer Zusatzfunktionen an, dass Flukes Kern-Käuferschicht aus dem professionellen Umfeld kommen. Viele der Funktionen sind nämlich darauf ausgelegt, große Mengen an Wärmebildern schnell mit den wichtigsten Infos zu versehen und so abspeichern zu können, wie sie zusammengehören. Ach ja, Bilder macht der Koloss von Fluke auch – und zwar sehr gute.

Kompakt

Flir C3-X

Test Wärmebildkamera: FLIR C3-X
Die kompakte Flir passt bequem in jede Hosentasche, bietet aber dennoch genug Leistung für qualitativ hochwertige Aufnahmen.

Die Flir C3-X sieht aus wie eine Kompaktkamera – ist sie aber nicht. Das Gehäuse der Flir ist rundherum gummiert, nur das Objektiv und der Bildschirm sind von der schützenden Schicht ausgenommen. Damit liegt die Kamera sehr gut in der Hand und man muss sich keine allzu großen Sorgen vor kleineren Stürzen machen. Der Bildschirm der Wärmebildkamera ist angenehm groß und berührungsempfindlich. Auch die Wärmebilder der kompakten Flir gefallen. Für den aufgerufenen Preis ist sie eine interessante Alternative für alle, die eine gleichermaßen kompakte und solide Wärmebildkamera suchen.

Immer-Dabei-Lösung

Flir One Pro

Test Wärmebildkamera: FLIR One Wärmebildkamera für IOS-Geräte Version 3
Die Flir One Pro ist eigentlich nur ein Aufsatz fürs Smartphone, ihre Ergebnisse können sich aber sehen lassen.

Eine Wärmebildkamera als Smartphone-Aufsatz – das klingt erstmal komisch, ist aber keine schlechte Idee, denn das spart Geld und Platz. Besonders Heimanwender, die nur gelegentlich eine Wärmebildkamera nutzen wollen, kommen mit der One Pro auf ihre Kosten. Dass es sich bei der dritten Generation des Wärmebildkamera-Aufsatzes um kein Gadget, sondern eine ernst zu nehmende Wärmebildkamera handelt, macht nicht nur der Preis deutlich, sondern bestätigt auch unser Test. Wärme- oder Kältebrücken kann man auf den Aufnahmen gut erkennen und der verbaute Akku sorgt dafür, dass der Mini-Wärmebildkamera nicht allzu schnell die Puste ausgeht.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Testsieger KlassikerWenn Geld egal istKompaktImmer-Dabei-Lösung
Hikmicro M10 Bosch GTC-400 C Fluke FLK-TiS20+ Flir C3-X Flir One Pro Fluke FLK-PTI120 Testo 868 Hikmicro E1L Flir TG267 Hikmicro B1L Hikmicro Mini 1 Seek Thermal Compact KS Tools 150.3220
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400 CWärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20Test Wärmebildkamera: FLIR C3-XTest Wärmebildkamera: FLIR One Wärmebildkamera für IOS-Geräte Version 3Test Wärmebildkamera: Fluke FLK-PTI120Test Wärmebildkamera: Testo Wärmebildkamera 868Wärmebildkamera Test: Hikmicro E1lWärmebildkamera Test: Flir Tg267Wärmebildkamera Test: Hikmicro B1lWärmebildkamera Test: Hikmicro Mini 1 3Test Wärmebildkamera: Seek Thermal CompactTest Wärmebildkamera: KS Tools Wärmbebildkamera mit UV-Lampe
Pro
  • Manueller Fokusring
  • Klares Display
  • Hervorragendes Wärme­bild
  • 25 Hertz
  • Robust
  • Gute Bildqualität
  • Lange Akkulaufzeit
  • Sehr robust
  • Hohe Messgenauigkeit
  • Gute Bildqualität
  • Kompakt
  • Gute Bildqualität
  • Echt- und Wärmebild
  • Mit eigenem Akku
  • Solide Bildqualität
  • Robust
  • Kompakt
  • Gute Bildqualität
  • Angenehme Handhabung
  • Gute Bildqualität
  • Leicht und kompakt
  • Angenehme Bedienung
  • Günstig
  • Gute Handlage
  • Angenehme Handhabung
  • Gute Bildqualität
  • Mechanischer Objektiv­schutz
  • Günstig
  • Günstig
  • Verstellbarer Fokus
  • Einfache Bedienung
  • Günstig
Contra
  • Enges Sichtfeld
  • Geringe Eingabe­verzögerung
  • Wärmebild fast schon übersättigt
  • Wärmebildern fehlt es zuweilen an Details
  • Ein-Hand-Bedienung etwas umständlich
  • Teuer
  • Server-Zwang
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Echt- und Wärmebild nicht deckungsgleich
  • Geringe Auflösung
  • Verhältnismäßig teuer
  • Wenig Anschluss­möglichkeiten
  • Echt- und Wärme­bild werden getrennt voneinander aufgenommen
  • Schwammige Bedienung
  • Mäßige Bildqualität
  • Keine Echtbildkamera
  • Schwammige Auslösertaste
  • Kleines Display von mäßiger Qualität
  • Kein Echtbild
  • Durchwachsene Bildqualität
  • Unbrauchbares Software-Update
  • Schlechte Bildqualität
  • Kein Akku
  • Intensiver Geruch nach billigem Plastik
  • Schlechtes Display
  • Mangelhafte Qualität
  • Katastrophale Haptik
  • Schwammiges Bedienkonzept mit Steuerkreuz
Bester Preis
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Auflösung160 x 120 Pixel160 x 120 Pixel120 x 90 Pixel128 × 96 Pixel160 x 120 Pixel120 x 90 Pixel160 x 120 Pixel (mit testo SuperResolution-Technologie 320 x 240 Pixel)160 x 120 Pixel160 × 120 Pixel160 x 120 Pixel160 x 120 Pixel206 x 156 Pixel128 x 128 Pixel
Sichtfeld25° × 18.7°53° x 43°50° x 38°k.A.50° x 38°50° x 38°31° x 23°37,2° x 50°57° × 44°32,9° x 44,4°50° × 38°k. A.30° x 30°
Temperaturbereich-20°C bis 550°C-10°C bis 400°C-20°C bis 150°C-20°C bis 300°C-20°C bis 400°C-20°C bis 150°C-30°C bis 650°C-20°C bis 550°C-25°C bis 380°C-20°C bis 550 °C-20°C bis 350°C-40°C bis 330°C-30°C bis 650°C
Genauigkeit (lt. Hersteller)±2°C±3°C±2°C±1°Ck.A.±2°C±2°C±2°±1°C±2°C±0,5°k. A.± 1,5 °C
SchnittstellenWLAN, Bluetooth, USB-CMicroUSB, BluetoothMini-USB. WLANUSB-A, Bluetooth, WLANLightning, USB-CMini-USB. WLANUSB, WLANUSB-CUSB-C, BluetoothWLAN, USBUSB-CLightningmicroUSB
Bildschirmgröße3,5 Zoll3,5 Zoll3,5 Zoll3,5 Zollk.A.3,5 Zoll3,5 Zoll2,4 Zoll2,4 Zoll3,2 Zollk. A.k. A.1,77 Zoll
FokusFokusradFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFokusradFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFesteingestellter FokusFokusradFesteingestellter Fokus
Bildrate25 Hz9 Hz9 Hz8.7 Hz8.7 Hz9 Hz9 Hz25 Hz8.7 Hz25 Hz25 Hz9 Hz9 Hz
Gewicht653 Gramm540 Gramm233 Gramm190 Gramm34 Gramm233 Gramm510 Gramm350 Gramm394 Gramm360 Gramm17 Gramm13 Gramm300 g

Wärmebildkameras: Das sollten Sie beim Kauf wissen

ärmebildkameras funktionieren ähnlich wie »normale« Digitalkameras: Während bei Kameras sichtbares Licht durch ein Objektiv auf einen Sensor gelenkt und dort in ein elektrisches Signal umgewandelt wird, geschieht dies bei Wärmebildkameras durch Infrarotstrahlung.Wärmebildkameras machen Aufnahmen der sogenannten Wärmesignatur, also der Wärmestrahlung, die jedes Objekt abgibt. Je wärmer ein Objekt ist, desto mehr Wärme strahlt es ab. Das Prinzip gilt für einen Menschen ebenso wie für heißgelaufene Motoren oder eine Kugel Eis.

Jeder Körper strahlt Wärmeenergie ab

Bevor die Strahlung den Sensor der Wärmebildkamera erreicht, muss sie deren Optik passieren. Mit normalen Glas-Optiken funktioniert das nicht, Wärmestrahlung kommt hier nicht durch. Wärmebildkameras haben deshalb speziell vergütete Objektive, die Infrarotstrahlung mit einer Wellenlänge zwischen 8 und 14 µm passieren lassen. Zinksalze, Germanium oder Oberflächenspiegel kommen hier zum Einsatz. Diese aufwändige Optik ist einer der größten Kostenfaktoren bei der Herstellung von Wärmebildkameras. Solche Objektive werden nur in relativ kleinen Stückzahlen gebaut, was ihren Preis zusätzlich in die Höhe treibt.

So entsteht ein Wärmebild

Der Sensor einer Wärmebildkamera ist mit sogenannten thermischen Empfängern bestückt. Die heizen sich innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde auf, und zwar um etwa 20 Prozent des Temperaturunterschiedes zwischen ihrer eigenen Temperatur und der des Zielobjekts. Das setzt zwei Dinge voraus: eine extrem niedrige Wärmekapazität auf Seiten der Pixel sowie eine gute Wärmeisolation des Kameragehäuses, um vor Umwelteinflüssen bestmöglich geschützt zu sein.

Wärmebildkamera Test: Wärmebildkamera Hikmicro M10
Elektro-Installationen und elektrische Bauteile geben eine charakteristische Wärmestrahlung ab.

Deshalb ist bei einer Wärmebildkamera vor allem die thermische Empfindlichkeit interessant und nicht die räumliche Auflösung als solche. Im Vergleich zu dem, was man von der Knipse am Handy kennt, erscheint die Auflösung von Wärmebildkameras mickrig: Ein paar tausend Pixel, mehr ist in der Regel nicht drin. Für die meisten Zwecke reicht diese Aulösung aber völlig aus, wenn dafür die thermische Empfindlichkeit der einzelnen Messpunkte hoch genug ist. Mit der thermischen Empfindlichkeit wird der geringstmögliche Temperaturunterschied bezeichnet, den eine Wärmebildkamera erfassen kann. Moderne Wärmebildkameras messen bereits einen Temperaturunterschied von 0,03 Grad.

Die Intensitätsinformationen, die sich aus der Temperaturermittlung ergeben, werden zunächst in Graustufen wiedergegeben. Eine 8-Bit-Wärmebildkamera erzeugt beispielsweise 256 Graustufen. Für das menschliche Auge sind solch feine Abstufungen zwischen Grau-Nuancen allerdings nicht gut genug wahrnehmbar.

Damit man auch kleine Temperaturunterschiede erkennen kann, wird der Graubereich um den Farbbereich, den das menschlich Auge wahrnehmen kann, erweitert. Die Wärmesignatur wird so in die bekannten Falschfarbenbilder umgewandelt, die man von Wärmebildkameras kennt. Je nachdem, für welche Darstellung des Farbspektrums man sich entscheidet, werden sehr heiße Objekte weiß und sehr kalte Objekte in Blautönen dargestellt. Zwischenwerte erscheinen in Rot-, Gelb- und Grüntönen.

Wozu braucht man eine Wärmebildkamera?

Wärmebildkameras darf man nicht mit Infrarot-Thermometern verwechseln. Denn im Gegensatz zu Infrarot-Thermometern kann man mit Wärmebildkameras Temperaturen nicht nur punktuell ermitteln, sondern sich ein großflächiges Bild der Temperaturunterschiede verschaffen. Das eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Vielfältige Einsatz­möglichkeiten

Wärmebildkameras sind etwa hilfreich, wenn man Kältebrücken in einem Haus ausfindig machen möchte, die entstehen, wenn eine Isolierung undicht ist. Man kann mit ihnen auch schlecht isolierte Heißwasserleitungen in Wänden aufspüren.

Wärmebildkamera Test: Aufnahme20210701143811
Bei den beiden Rohren ist die Isolierung aufgebrochen. Mit der Wärmebildkamera sieht man die entweichende Wärme.

Auch undichten Stellen in einem Dach kommt man mit einer Wärmebildkamera schnell auf die Schliche. Der Grund: Wasser speichert Wärmeenergie länger als die übrigen Dach-Materialien. Solche Temperaturunterschiede treten vor allem abends beziehungsweise nachts auf, eine Wärmebildkamera kann sie bildhaft darstellen. Wasserschäden können so präzise ermittelt und repariert werden, ohne gleich das komplette Dach erneuern zu müssen. Auch Rohrleitungen und die ordnungsgemäße Funktion von Klimaanlagen kann man mithilfe einer Wärmebildkamera überprüfen.

Mechaniker können undichte Stellen an Motoren finden oder feststellen, welcher Kolben Probleme macht, ohne gleich den ganzen Motor zerlegen zu müssen. Man kann mit einer Wärmebildkamera aber auch schnell eine defekte Photovoltaikzelle ausfindig machen oder feststellen, ob elektrische Bauteile überhitzen.

Nicht zuletzt werden Wärmebildkameras auch bei der Jagd eingesetzt, denn mit ihnen kann man Tiere in der Dämmerung besonders gut ausmachen. Für die Jagd gibt es allerdings spezielle Wärmebildkameras, die sich von den hier getesteten in vielerlei Hinsicht unterscheiden.

Wärmebildkamera-Grundlagen

Bevor man sich die Vorteile einer Wärmebildkamera zu Nutze machen kann, muss man sie richtig bedienen und die damit geschossenen Bilder korrekt interpretieren können. Ohne ein gewisses Vorwissen kommt man hier nicht weit. Wir haben für Sie die wichtigsten Wärmebildkamera-Basics zusammengestellt.

Emissionsgrad

Eine wichtige Rolle bei der Anwendung von Wärmebildkameras spielt der Emissionsgrad des Oberflächenmaterials von Objekten. Der Emissionsgrad gibt Aufschluss darüber, wie effizient ein Gegenstand Infrarotstrahlung abgibt. Je nach Material und Oberfläche sind Werte zwischen Null und Eins möglich. Den Emissionsgrad von Materialien und Oberflächen kann man googeln oder in Emissionsgrad-Tabellen nachsehen. Die meisten Wärmebildkameras haben die Werte vieler Materialien aber bereits gespeichert, so dass man sie über ein Menü auswählen kann.

Wärmebildkamera Test: Ringundhand
Trotz gleicher Temperatur erscheinen die Ringe an den Händen in einer anderen Farbe als die Hände.

Der Emissionsgrad ist nicht nur zur möglichst genauen Temperaturbestimmung wichtig, sondern auch für die richtige Interpretation von Wärmebildern. Zur Veranschauchlichung haben wir ein Wärmebild von Händen mit Ringern an den Fingern aufgenommen. Auf dem Wärmebild werden die Ring gelb dargestellt, die Hände rot. Man könnte dadurch annehmen, dass die Ringe deutlich kälter sind als die Hand. Wenn die Ring lange getragen werden, unterscheiden sich die Temperaturen von Hand und Ring aber nicht signifikant.

Ohne die Kenntnis des Emissions­grads kann es zu Fehl­inter­pretationen kommen

Grund für die unterschiedliche Farbdarstellung ist vielmehr der unterschiedliche Emissionsgrad: Der von poliertem Gold beträgt 0,3, der von menschlicher Haut 0,98. Weiß man das nicht, kommt man bei der Interpretation des Wärmebilds zu falschen Ergebnissen. In diesem Beispiel müsste man sich vor der Aufnahme entscheiden, ob man die Temperatur der Goldringe oder die der Hände bestimmten möchte. Entsprechend müsste man den jeweiligen Emissionsgrad in der Kamera eingeben. Nur dann kommt man zu einer realistischen Messung.

Allerdings sind Wärmebildkameras nicht für eine möglichst genaue Temperaturbestimmung ausgelegt. Dafür sind Pyrometer, die eine Punktmessung durchführen, die bessere Wahl. Wärmebildkameras liefern vor allem gute Bilder von Temperaturunterschieden. Die optional einblendbaren Messpunkte liefern eher einen Anhaltspunkt für die Temperatur. Wer sie ganz genau bestimmen will, sollte zu einem Pyrometer oder einem Kontaktthermometer greifen.

Der richtige Winkel

Was unter Fotografen zum guten Ton gehört, ist bei Wärmebildaufnahmen essentiell: der richtige Aufnahmewinkel. Manche Materialien, allen voran Metalle und Glas, reflektieren Wärmestrahlen so stark wie ein Spiegel Licht reflektiert. Um daraus folgende Fehler bei der Temperaturermittlung und fehlerhafte Wärmebilder zu vermeiden, sollte man solche Materialien nur aus einem bestimmten Winkel aufnehmen. Der sollte so gewählt werden, dass keine Infrarotstrahlung von anderen Objekten in die Wärmebildkamera reflektiert werden.

Ausreichender Temperaturunterschied

Ein Klassiker bei Wärmebildaufnahmen ist die Hausdämmung. Ein Bild vom Äußeren des Hauses offenbart undichte Stellen in der Isolierung und damit Wärmebrücken. Damit das zuverlässig funktioniert, sollte der Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innentemperatur mindestens zehn Grad betragen.

Viele Wärmebildkameras sind zusätzlich mit einer Funktion ausgestattet, mit der sich der für die Aufnahme gewünschte Temperaturbereich einstellen lässt, oft erledigt das aber auch eine Automatik. Die Elektronik der Wärmebildkamera konzentriert sich dann auf den definierten Bereich, und es werden Details in den Aufnahmen sichtbar, die man bei Nutzung des vollen Temperaturbereichs nicht erkannt hätte.

Regen meiden

Wärmebildkameras sind sehr anfällig gegenüber Witterungseinflüssen. Direktes Sonnenlicht beeinflusst die Messergebnisse ebenso wie Regen, bei dem noch erschwerend hinzukommt, dass er die Oberflächen von Hausfassaden und Co. kühlt – selbst dann, wenn er eigentlich schon längst vorbei ist. Das Verdunsten von Flüssigkeiten führt nämlich zu Verdunstungskälte und damit zur Kühlung von feuchten Oberflächen und damit zu falschen Messergebnissen.

Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10

Testsieger: Hikmicro M10

Die Hikmicro M10 hat in unserem Test von allen getesteten Wärmebildkameras unterm Strich am besten abgeschnitten. Sie gehört zwar zu den teureren Modellen im Test, ist den Aufpreis unserer Meinung nach aber wert, vor allem, wenn man sie professionell einsetzt.

Testsieger

Hikmicro M10

Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Manueller Fokus, jede Menge Extras und eine Bildwiederholrate von 25 Hertz: Die Hikmicro M10 ist mit allen Schikanen der Technik ausgestattet.

Die Hikmicro M10 kommt in einem Koffer, der auch zum Transport der britischen Kronjuwelen bestens geeignet wäre, so hochwertig und solide erscheint das gute Stück. Einen ähnlich stabilen Eindruck vermittelt auch die Kamera selbst. Verarbeitung und Qualität der verwendeten Materialien bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau und geben keinerlei Anlass zur Kritik – im Gegenteil. Nimmt man die Wärmebildkamera in die Hand, fällt zunächst ihre Kopflastigkeit auf. Daran hat man sich aber schnell gewöhnt und die einhändige Bedienung klappt, nicht zuletzt wegen den knackigen Bedientasten, hervorragend. Der schmale Handgriff sorgt dafür, dass auch Besitzer kleinerer Hände damit bestens zurechtkommen.

Die M10 hat zwei Kameras verbaut. Eine davon ist für das Wärmebild, die andere für das Echtbild zuständig. Die beiden Bilder können dann »aufeinandergelegt« werden. Das Echtbild sorgt für das nötige Maß an Orientierung, während das Wärmebild wichtige Infos zu Wärmebrücken und Co. liefert. Wie weit sich die beiden Bilder überdecken sollen, kann man einstellen. Im »PIP-Modus« beschränkt sich dieses Überlappen der beiden Bilderwelten auf ein Rechteck in der Bildmitte, vollständig überlappt es im Modus »Fusion«.

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Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Die Hikmicro M10 ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Die Optik ist durch eine Plastik-Abdeckung geschützt...
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
... die man nach oben klappen muss, um die Wärmebildkamera zu benutzen.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Auch der USB-Anschluss liegt geschützt hinter einer Abdeckung.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10
Zum Scharfstellen des Motivs ist bei der M10 ein Fokusrad verbaut.

Im Gegensatz zu den kleineren Modellen von Hikmicro kommt die M10 im Breitbildformat daher. Die Displaydiagonale ist mit 3,5 Zoll ausreichend groß, um kleinere Details auf den Aufnahmen erkennen zu können. Auch die übrigen Parameter wie Displayhelligkeit, Schärfe und Kontrast gefallen bei der Hikmicro. Hier kann so mancher namhafter Konkurrent noch dazulernen.

Wie bei den kleineren Modellen des Herstellers, gibt es auch bei der M10 eine Fülle an unterschiedlichen Schnittstellen: Bluetooth, WLAN, USB, microSD, alles ist mit an Bord – und alles funktioniert reibungslos. Im Test sind wir mit sämtlichen Schnittstellen gut zurechtgekommen. Nur bei der Hikmicro-App gab es leichte Anlaufschwierigkeiten, die auf eine irreführende Update-Politik des Herstellers zurückzuführen sind. Sofern man sich mit der älteren, im GooglePlay Store hinterlegten Variante zufrieden gibt und dem Quengeln der App beim Öffnen der Software nicht nachgibt, passt alles.

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Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
Wärmebildkamera und Smartphone sind schnell miteinander verbunden.
Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
Das Bild der M10 wird in Echtzeit auf das Smartphone-Display übertragen.
Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
In der Bildergalerie werden sie anhand ihres Datums sortiert.
Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
Auch in der App kann man zwischen den verschiedenen Bildern wählen.
Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
Auch kleine Extras wie die Ermittlung des kältesten bzw. heißesten Punktes kann man hier vornehmen.
Wärmebildkamera Test: Mikmicro M10 App
Einmal auf das "Freigeben"-Symbol gedrückt und schon kann man das Wärmebild bequem ans Handy senden.

Die Hikmicro-App namens »HIKMICRO Viewer« reiht sich in die Riege der anderen Wärmebildkamera-Apps ein. Die Ansätze sind vielversprechend, und vieles kann man damit schon machen, so wirklich ausgereift und rund wirkt das Zusammenspiel von Wärmebildkamera und Smartphone trotzdem nicht. Immerhin kann man die geschossenen Bilder direkt von der Wärmebildkamera aufs Smartphone und von dort in die ganze Welt schicken. Auch ein Live-View-Modus, bei dem der Bildschirm der Wärmebildkamera auf dem des Smartphones gespiegelt wird, ist mit dabei. Ein deutlicher Vorteil ist das zweite Smartphone-Bild jedoch nicht, schließlich ist die Hikmicro sowieso schon mit einem kristallklaren 3,5-Zoll-Display ausgestattet.

Mit einer Wärmeempfindlichkeit von 40 mK gehört die Hikmicro auch in dieser Kategorie zur Spitzengruppe des Testfelds. Über ihre Auflösung kann man das nicht behaupten, die liegt mit 160 x 120 Pixeln absolut im Durchschnitt.

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Wärmebildkamera Test: Kühlbox M10
Der Blick in die Kühlbox zeigt einen deutlichen Temperaturabfall zum Inneren des Kühlbox.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro M10 Motor
Aufnahme eines Motorraums mit der Hikmicro M10.
Wärmebildkamera Test: 3d Drucker M10
Die Druckplatte des 3D-Druckers ist 60 Grad warm. Die Temperatur der Düse beträgt ein Vielfaches davon.
Wärmebildkamera Test: Ladegerät M10
Richtet man die M10 auf ein Ladegerät, erkennt man sofort die besonders heißen Stellen.
Wärmebildkamera Test: Wasserkocher M10
Dass der Wasserkocher oben am heißesten ist, sollte nicht weiter überraschen. Schließlich tritt dort der heiße Wasserdampf aus, während der Rest des Wasserkochers gut isoliert ist.
Wärmebildkamera Test: Wasser Kochen M10
Auf der heißen Herdplatte fallen Temperaturunterschiede besonders deutlich aus.
Wärmebildkamera Test: Heizkörper M10
Beim Heizkörperbild kann man die einzelnen Rippen genauso erkennen wie die Stellen, an denen der Heizkörper besonders heiß ist.

Ein sinnvolles Extra ist in unseren Augen das Fokusrad, mit dem sich das Motiv optimal scharf stellen lässt. Damit können die meisten Konkurrenten nicht aufwarten. Das Fokusrad gleitet sanft, aber keinesfalls zu locker – eben genau richtig. Mitgedacht hat der Hersteller auch bei der »Lichtunterstützung«. Dunkle, schwer zugängliche Ecken leuchtet die Wärmebildkamera dank ihrer verbauten LED-Leuchte ganz einfach selbst aus.

Hat man mit dem Fokusrad das Motiv scharf gestellt, gehören die Aufnahmen der Hikmicro zu den besten im ganzen Testfeld. Vor allem die Übergänge zwischen den verschiedenen Temperaturbereichen sowie Feinheiten, wie beispielsweise Heizkörperrippen, werden von der M10 gut eingefangen.

Was das Arbeiten mit der M10 so angenehm macht, ist ihre Bildwiederholfrequenz von 25 Hertz. Die Konkurrenz ist hier in der Regel noch mit 8,7 Hertz unterwegs – und das merkt man beim Arbeiten mit der Wärmebildkamera deutlich. Bewegungen erscheinen auf dem Display sehr viel flüssiger und Kameraschwenks enden nicht in einer mehrsekündigen Orientierungslosigkeit. Das sorgt unterm Strich dafür, dass sich verzögerungsfrei und deutlich angenehmer arbeiten lässt.

Zwar ist die Hikmicro M10 verhältnismäßig teuer, der hohe Anschaffungspreis macht sich aber bezahlt, sofern man im Alltag öfter mit der Wärmebildkamera zu tun hat. Mit ihren 25 Hertz ist sie vor allem für Nutzer interessant, die sich mit einer Wärmebildkamera bewaffnet auf Fehlersuche begeben.

Nachteile

Ob es wirklich ein Nachteil ist, sei an dieser Stelle dahingestellt. Allerdings ist das Sichtfeld der M10 mit 25° × 18.7° recht eingeschränkt. Was im engen Keller ein Nachteil sein kann, ist ein Vorteil, wenn man vom Motiv weiter entfernt steht. Auch die Zeit, die zwischen dem Betätigen einer Taste und der Reaktion am Bildschirm verstreicht, könnte kürzer sein. Das ist dann allerdings ein sehr hohes Niveau, auf dem hier gemeckert wird.

Hikmicro M10 im Testspiegel

Aktuell gibt es noch keine weiteren Testberichte zur Hikmicro M10. Sollte sich das ändern, werden wir sie hier umgehend nachtragen.

Alternativen

Die Hikmicro kann vieles, ist aber auch nicht gerade günstig. Daher haben wir noch weitere, teils günstigere Alternativen für Sie.

Solide: Bosch GTC-400 C

Der erste Eindruck: ganz schön robust. Dass die Wärmebildkamera von Bosch für den harten Arbeitsalltag konstruiert ist, merkt man ihr sofort an. Trotzdem verfügt sie über ein großes 3,5-Zoll-Display und eine WLAN-Schnittstelle, mit der sich Bilder blitzschnell aufs Smartphone übertragen lassen.

Klassiker

Bosch GTC-400 C

Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400 C
Die Bosch-Wärmebildkamera ist robust und bietet ein umfangreiches Ausstattungspaket.

Das Display ist von einer dicken Gummischicht umrandet und sämtliche Anschlüsse befinden sich hinter abgedichteten Deckeln. Sollte doch einmal etwas kaputt gehen, sorgen offenliegende Schrauben dafür, das man sich schnell Zugang zum Inneren der Wärmebildkamera verschaffen kann. Schon der Handgriff der Wärmebildkamera von Bosch macht einen kompromisslos soliden Eindruck.

Die IP53-Zertifizierung, mit der Bosch die Kamera anpreist, wirkt da beinahe schon überflüssig. Wer kleine Hände hat, wird erst einmal schlucken, wenn er die Finger um die Bosch legt. Rutscht man zwei Zentimeter hoch, wird der Handgriff aber deutlich schmaler und die Bosch liegt perfekt austariert und einsatzbereit in der Hand. Die großzügig aufgetragene Gummierung vermittelt ein Gefühl von Sicherheit, die GTC-400 C klebt nahezu in der Hand.

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Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400c
Die Wärmebildkamera von Bosch.
Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400c
Wie bei den meisten anderen Wärmebildkameras, wird auch die Optik der Bosch durch eine klappbare Plastikabdeckung geschützt.
Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400c
Dahinter verbergen sich eine Echtbild- und eine Wärmebildkamera.
Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400c
Der microUSB-Anschluss verbirgt sich hinter einer Gummi-Abdeckung.
Wärmebildkamera Test: Bosch Gtc 400c
So ist der einzige Anschluss der Bosch gut vor Spritzwasser und Staub geschützt.

Was die Menüstruktur angeht, gibt es an der GTC-400 C nichts auszusetzen: logisch, durchdacht, gutaussehend. Besonders praktisch ist in unseren Augen der integrierte WiFi-Hotspot. In Verbindung mit der Thermal-App von Bosch kann man die mit der Wärmebildkamera geschossenen Bilder so direkt aufs Smartphone schieben und von dort verschicken. Im Test hat das zuverlässig funktioniert.

In der Smartphone-App kann man sogar nachträglich den Grad der Überlappung zwischen Wärmebild und Echtbild einstellen. Hier fällt allerdings auf, dass die beiden Bilder, sofern das Motiv nicht weit genug entfernt war, nicht gänzlich deckungsgleich sind. Diesen Makel teilt sich die GTC 400 C mit den übrigen Wärmebildkameras. Vergrößert man den Abstand, bessert sich das. Den in der App hinterlegten Bildern kann man eine Notiz, ein Foto und eine kurze Sprachnotiz anheften.

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Wärmebildkamera Test: Img
Um auch professionellen Ansprüchen gerecht zu werden, legt man bei der Bosch-Wärmebildkamera "Projekte" an.
Wärmebildkamera Test: Img
Darin enthalten sind neben den Wärmebildern selbst auch Notizen, sonstige To-Dos und Informationen zum Kunden.
Wärmebildkamera Test: Img
Die Galerie der Bosch-Thermal-App.
Wärmebildkamera Test: Img
Wie stark das Echtbild das Wärmebild überlappen soll, kann man mithilfe eines Schiebereglers einstellen.
Wärmebildkamera Test: Img
Die Wärmebilder selbst lassen sich mit Bild- und Ton-Anhängen versehen.
Wärmebildkamera Test: Img
Um die Bilder vom Smartphone weiterzuleiten, reicht es, sie anzutippen ...
Wärmebildkamera Test: Img
... und schon hat man die Qual der Wahl.
Wärmebildkamera Test: Img
Entweder man verschickt die Bilder auf einzeln ...
Wärmebildkamera Test: Img
... oder als zusammenhängendes PDF-Dokument.

Dank des verbauten Micro-USB-Anschlusses hat man auch die Möglichkeit, die Daten kabelgebunden auf den PC zu übertragen. Die entsprechende Software aus dem Hause Bosch kann man sich kostenlos im Internet herunterladen, sie ist allerdings nur für Windows-PCs geeignet.

Die Software unterstreicht nochmals den professionellen Anspruch der Wärmebildkamera. So kann man nicht einfach nur die Wärmebilder importieren, sondern es lassen sich in Windeseile ganze Angebote inklusive Firmenlogo damit erstellen. Zudem können Wärmebilder dort mit Notizen oder kurzen Sprachnotizen versehen werden. Auch Messparameter wie beispielsweise der Emissionsgrad lassen sich dort nachträglich noch ändern.

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Wärmebildkamera Test: Bosch
Wärmebildkamera Test: Bosch Motor
Wärmebildkamera Test: Bosch
Wärmebildkamera Test: Bosch Heizkörper
Wärmebildkamera Test: Bosch
Wärmebildkamera Test: Bosch Ladegerät

Bevor man an der Bildqualität einer Wärmebildkamera herumnörgelt, sollte man wissen, wie man damit umgeht. Beachtet man die Regeln und stellt die Kamera entsprechend des Motivs ein, besticht die Bosch GTC-400 C durch ein scharfes, wenn auch nicht übermäßig detailliertes, Bild. Im direkten Vergleich zu anderen Modellen wirken die Farben hier sehr kräftig, beinahe übersättigt – für den Anwendungszweck einer Wärmebildkamera ist das aber nicht weiter tragisch, schließlich ist es nicht das Ziel ein möglichst originalgetreues Bild seiner Umgebung anzufertigen, sondern auf Wärmebrücken und Co. aufmerksam zu werden.

Die Auflösung von 160 x 120 ist in dieser Preisklasse normal, hier gibt es keinerlei Anlass zu Kritik oder Freudensprüngen. Neben den etwas knalligen Farben fällt vor allem auf, wie harmonisch die Farbgebung des Bildes verläuft. Einzelne Pixel-Ausreißer, und auch Wärmeanomalien, wie sie bei anderen Kameras gerne einmal vorkommen, gibt es hier nicht.

Temperaturunterschiede ermittelt sie sauber und eindeutig. Dass Bosch als einziger Hersteller seiner Wärmebildkamera eine Genauigkeit von lediglich +-3 Grad attestiert, überrascht, schließlich sind die mit der Bosch ermittelten Temperaturwerte auf ein und demselben Niveau mit denen der Konkurrenz – und damit im Rahmen der erlaubten Toleranzen frei von Fehlern.

Daher ist die Bosch ideal für den gelegentlichen Einsatz geeignet. Im Vergleich zu unserem Testsieger ruckelt ihr Live-Bild aber deutlich mehr. Auch eine Möglichkeit, das Wärmebild zu fokussieren haben wir bei der GTC 400 C vermisst. Unterm Strich handelt es sich hier jedoch um eine gelungene Mischung aus Leistung und Robustheit, die auch preislich äußerst attraktiv ist.

Wenn Geld egal ist: Fluke FLK-TiS20+

Die FLK-TiS20+ ist der SUV unter den Wärmebildkameras, alles an ihr wirkt groß und stabil. Wer auf der Baustelle zuhause ist, wird im Koloss von Fluke einen zuverlässigen Begleiter finden – und mit ihm Wärmebrücken.

Wenn Geld egal ist

Fluke FLK-TiS20+

Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20
Die FLK-TiS20+ ist äußerst robust und damit ideal für den harten Arbeitsalltag – eine Wärmebildkamera für Profis!

Sorgen, dass einem der Klopper aus der Hand fallen könnte, braucht man sich indes keine machen machen – die Fluke ist bis zu einer Fallhöhe von zwei Metern bestens gegen Stürze geschützt. Auch Spritzwasser und Staub können der Wärmebildkamera höchstens ein müdes Lächeln abgewinnen. Sollte man tatsächlich einmal in die Verlegenheit kommen und einen Blick unter die Haube der Fluke werfen müssen, reicht es, die gut zugänglichen, um das Gehäuse herum angebrauchten Schrauben zu öffnen.

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Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20+
Die Fluke Tis20+ ist sehr groß.
Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20+
Selbst der Objektiv-Schutz ist bei der Fluke enorm massiv geraten.
Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20+
Hinter der Plastikabdeckung liegen eine Echtbild- sowie eine Wärmebildkamera.
Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20+
USB- und Stromanschluss befinden sich an der Oberseite der Wärmebildkamera...
Wärmebildkamera Test: Fluke Flk Tis20+
... hinter einer Gummi-Abdeckung.

Dass man es bei der Firma Fluke mit Profis in Sachen Wärmebild zu tun hat, merkt man der Kamera an zahlreichen Kleinigkeiten an. Beispielsweise versteckt sich hinter dem Menüpunkt »Durchlassvermögen«/ »IR-Fusion« die Möglichkeit, den Grad der Überlappung zwischen Kamerabild und normalem Bild schnell und präzise einzustellen. In der Praxis kann das sehr nützlich sein.

Auch andere Extras, wie beispielsweise die Möglichkeit, einen QR-Code einzuscannen und die geschossenen Bilder direkt mit dem jeweiligen QR-Code verknüpfen zu können, machen deutlich, dass man sich auf Seiten des Herstellers intensiv um den Arbeitsalltag mit solchen Geräten gekümmert hat. Die FLK-TiS20+ ist vom Scheitel bis zur Sohle für den robusten Arbeitseinsatz konstruiert, für die gelegentliche Nutzung ist sie allerdings überdimensioniert. Das gilt nicht nur für die Maße der Kamera, sondern auch für den Preis. Qualitativ spielen die mit der Fluke geschossenen Wärmebilder zwar ganz oben mit, deutlich von der Konkurrenz absetzen konnte sich die Kamera allerdings nicht. Den Aufpreis zahlt man also für die cleveren Zusatzfunktionen und das robuste Gehäuse.

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Wärmebildkamera Test: Fluke Tis20 5
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Die FLK-TiS20+ verfügt über WLAN, die geschossenen Wärmebilder kann man damit oder einfach via USB auf den Computer übertragen. Sichten und bearbeiten kann man sie mit der von Fluke zur Verfügung gestellten Software. Dort kam es im Test auch zu einer kleinen Kuriosität: Bewegt man die Fluke kurze Zeit nach dem Auslösen, erscheint das Vorschaubild auf ihrem Display zwar noch scharf, auf dem PC-Bildschirm ist davon allerdings nicht mehr viel übrig. Das Echtbild ist nun verwaschen und verzerrt. Man kann sich also auf das Vorschaubilde der Fluke nicht immer verlassen.

Gut gefallen hat uns die lange Akkulaufzeit der TiS20+. Während des gesamten Tests mussten wir die Kamera kein einziges Mal an den Strom hängen. Bis zu 16 Stunden hält der Akku durch. Unterm Strich ist die FLK-TiS20+ die perfekte Wärmebildkamera für den harten Arbeitsalltag. Wer viel damit unterwegs ist und einen zuverlässigen und robusten Begleiter sucht, findet darin die ideale Wärmebildkamera.

Neben ihrer Robustheit sind es auch kleinere smarte Extras, wie beispielsweise die Möglichkeit, Wärmebilder direkt mit einem QR-Code versehen und entsprechend kategorisieren zu können, die zeigen, dass die Fluke im professionellen Umfeld zuhause ist. Mit ihrer Robustheit, den Kategorisierungs-Funktionen sowie der langen Akkulaufzeit ist die TiS20+ die richtige Wahl für alle, die eine Wärmebildkamera suchen, die von von einem ganzen Team über mehrere Schichten hinweg benutzt werden kann.

Gut & günstig: Flir C3-X

Die Flir C3-X ist eine Wärmebildkamera für Puristen. Optisch schlicht gehalten, ist dieses Modell die richtige Wahl für alle, die auf der Suche nach einer kompakten Immer-dabei-Wärmebildkamera sind, die sich bequem in der Hemdtasche verstauen lässt. Die kompakte Flir ist daher ideal für Nutzer geeignet, die viel unterwegs sind und auf den gelegentlichen Einsatz einer Wärmebildkamera nicht verzichten können.

Kompakt

Flir C3-X

Test Wärmebildkamera: FLIR C3-X
Die kompakte Flir passt bequem in jede Hosentasche, bietet aber dennoch genug Leistung für qualitativ hochwertige Aufnahmen.

Sorgen um die Sicherheit der Wärmebildkamera muss man sich nicht machen, denn wie die meisten anderen Wärmebildkameras in unserem Test ist auch die C3-X nach IP54 gegen eindringen Staub und Spritzwasser bestens geschützt. Deutlich seltener in dieser Preisklasse zu finden, aber bei der Flir ebenfalls vorhanden, ist die zweite Kamera. Damit ist man bei Aufnahmen nicht nur auf das Wärmebild beschränkt, sondern kann auch auf das Echtbild zurückgreifen.

Über den berührungsempfindlichen Bildschirm lässt sich gut durch das Menü der Wärmebildkamera navigieren. Weder die Menüführung, noch die Reaktionsgeschwindigkeit des Touchscreens geben hier Anlass zur Kritik. Vor allem die Kombination der beiden Bilder ist bei der C3-X gut gelungen. So findet man sich auf den Wärmebildern der Flir trotz ihrer etwas geringeren Auflösung bestens zurecht. Die schlanke Bauform hat jedoch den Nachteil, dass nicht viel Platz für den Akku bleibt. Der ist mit 1.800 mAh recht knapp bemessen.

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Wärmebildkamera Test: Flir C3 X
Wärmebildkamera Test: Flir C3 X
Wärmebildkamera Test: Flir C3 X
Wärmebildkamera Test: Flir C3 X
Wärmebildkamera Test: Flir C3 X

Schaltet man die C3-X ein, muss man zunächst einmal warten – und zwar ziemlich lange. Geschlagene 51 Sekunden vergehen, bis die Wärmebildkamera schließlich betriebsbereit ist. Besitzer einer Bosch GTC400-C packen zu dieser Zeit bereits wieder ein. Spaß beiseite, aber flott geht anders. Deutlich besser hat uns da schon die Haptik der Kamera gefallen, denn trotz ihrer für eine Wärmebildkamera eher ungewöhnlichen Form liegt die kompakte Flir hervorragend in der Hand.

Ein weiterer gravierender Nachteil der Flir C3-X: Bilder kann man nur kabellos, also per WLAN oder Bluetooth versenden. Dabei ist man zudem gezwungen, den Umweg über den Flir-Server zu gehen. Erst wenn die Bilder dort hochgeladen sind, kann man sie aufs Smartphone oder den PC herunterladen.

Damit das klappt, muss man allerdings einen Flir-Account besitzen. Die Idee mit der Kompaktlösung finden wir zwar gelungen, dass ein Hersteller sich hier in der Pflicht sieht, die Kunden zu einem Konto zu drängen, verstehen wir aber nicht. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack, es soll die Stärken der C3-X allerdings nicht schmälern, schließlich bekommt man hier eine enorm kompakte Wärmebildkamera, bei der man zwar in puncto Auflösung ein paar Abstriche machen muss, dafür aber ein modernes Bedienkonzept via Touchscreen und gute Wärmebilder erhält. Wer mit dem Server-Zwang leben kann, der erhält mit der Flir C3-X ein stimmiges Gesamtpaket zu einem fairen Preis.

Fürs Handy: Flir One Pro

Beim Flir One Pro handelt es sich um einen Wärmebildkamera-Aufsatz fürs Smartphone. Der nimmt im Gepäck nicht viel Platz weg, liefert aber Ergebnisse, die sich vor den Aufnahmen ausgewachsener Wärmebildkameras nicht verstecken müssen. Auch eine Echtbild-Kamera ist hier mit an Bord. Damit ist die One Pro auch für viele Hobby-Handwerker geeignet, die nur gelegentlich eine Wärmebildkamera brauchen. Die können sich mit der Aufsteck-Lösung eine kostengünstige aber dennoch leistungsstarke Wärmebildkamera ins Haus holen.

Immer-Dabei-Lösung

Flir One Pro

Test Wärmebildkamera: FLIR One Wärmebildkamera für IOS-Geräte Version 3
Die Flir One Pro ist eigentlich nur ein Aufsatz fürs Smartphone, ihre Ergebnisse können sich aber sehen lassen.

Zwar ist die Wärmebildkamera zum Aufstecken im Vergleich zu den anderen Testkandidaten dieser Klasse deutlich schwerer, dafür verfügt der Flir One Pro als einziger Smartphone-Adapter auch über einen eigenen Akku. Gefallen hat uns auch die hervorragende Verarbeitungsqualität und der Einsatz hochwertiger Materialien. So sind die Ecken des Smartphone-Adapters beispielsweise gummiert. Die von uns getestete iOS-Version besitzt einen Lightning-Anschluss sowie einen USB-C-Ausgang, um den Akku laden zu können. Das entsprechende Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Um sich mit den Smartphone zu verbinden, braucht die Flir zwar einen Moment, dann aber hat man es im Grunde mit einer vollwertigen Wärmebildkamera zu tun. Bei der Einstellung des Emissionsgrades gibt es vier verschiedene vorgefertigte Profile. Die wichtigsten Emissionsgrade zwischen 0,3 und 0,95 deckt man so zwar ab, einen Emissionsgrad manuell einzugeben funktioniert aber leider nicht. Damit ist man in der Praxis zwar ein wenig eingeschränkt, es gibt jedoch auch Mitbewerber, wie beispielsweise die Seek Thermal Compact, bei der man in dieser Disziplin noch deutlich eingeschränkter ist.

Auf Wunsch speichert die Wärmebildkamera zusätzlich auch die Standortkoordinaten eines jeden Bildes ab – praktisch! Weniger erfahrene Nutzer werden sich zudem über die »Info«-Funktion freuen. Hier werden die Basics beim Umgang mit einer Wärmebildkamera schnell und präzise abgehandelt – auch praktisch.

Beim Test der kleinen Wärmebildkamera an unserem iPhone SE II ist uns aufgefallen, dass der Bereich rund um die iPhone-Kamera heiß wird. Dass eine angeschlossene Wärmebildkamera, selbst wenn sie mit eigenem Akku kommt, nicht gerade ein Energiesparwunder ist, haben wir erwartet. Der Stromhunger der Flir One Pro hat uns aber trotzdem überrascht, schließlich sollte der im Adapter verbaute Akku eben dem vorbeugen. In unserem Test jedenfalls schmolz die verbleibende Restkapazität des Smartphone-Akkus nur so dahin.

Weil die Flir nicht nur eine Wärmebild-, sondern auch eine Echtbildkamera an Bord hat, kann man die jeweils von den beiden Kameras geschossenen Bilder übereinanderlegen. Das Ergebnis sind Wärmebilder, auf denen man sich sehr gut zurechtfindet.

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Wärmebildkamera Test: Flir One
Die unterschiedlichen Kältestufen bei offener Kühlbox stellt die Flir One Pro gut dar.
Wärmebildkamera Test: Flir One
Auch die Isolierung des Wasserkochers gibt die Flir One Pro gut wieder.
Wärmebildkamera Test: Flir One
Selbst einzelne Rippen des Heizkörpers lassen sich auf dem Wärmebild erkennen.
Wärmebildkamera Test: Flir One
Auch hier ist die Spiegelung der heißen Düse auf der Glasoberfläche deutlich zu erkennen.
Wärmebildkamera Test: Flir One Ladegerät 1:2
Hier kann man die "kalte" Umgebung dank der zusätzlich verbauten Kamera gut erkennen.
Wärmebildkamera Test: Flir One
Die Darstellung des Motorblocks ist gelungen.

Der Flir-Wärmebildkamera-Aufsatz ist deutlich leistungsfähiger, als wir zunächst vermutet hatten. Zwar handelt es sich hier »nur« um einen (zugegeben recht teuren) Adapter fürs Smartphone, die Qualität der Bilder kann es aber locker mit so mancher »richtiger« Wärmebildkamera aus dem Testfeld aufnehmen. Schwächen zeigt sie jedoch, wenn man einem Motiv recht nah auf die Pelle rückt. Echt- und Infrarotbild klaffen dann dermaßen weit auseinander, dass man selbst mit einer manuellen Nachkorrektur keine Chance mehr hat.

Bei der von uns getestete Pro-Variante handelt es sich um den leistungsfähigsten Smartphone-Adapter aus der Flir-Familie. Im Vergleich zur normalen Variante verfügt die Pro-Version über einen deutlich erweiterten Messbereich (bis 400 Grad anstelle von 120 Grad), und eine deutlich höhere Auflösung. Dieses Ausstattungs-Upgrade macht die Flir zwar deutlich teurer – aber eben auch deutlich leistungsfähiger und damit zu einer ernstzunehmenden Alternative zu einer »richtigen« Wärmebildkamera.

Deutlich weniger gut gefallen hat uns die Verbindung zwischen iPhone und Flir One Pro. Hier kam es während des Tests immer wieder zu kleineren Aussetzern, sobald man den Korpus des Aufsatzes leicht touchierte. Die kleinen Aussetzer waren aber schnell wieder behoben und lassen sich mit einem erhöhtem Maß an Achtsamkeit zuverlässig vermeiden.

Wenn es also eine Adapterlösung sein muss, weil Stauraum oder Budget begrenzt sind, findet man in der Flir One Pro eine kompakte und kostengünstige Alternative, die sich, was ihre Bildqualität angeht, keinesfalls hinter ihren größeren Konkurrenten verstecken muss.

Außerdem getestet

Fluke FLK-PTI120

Die Fluke FLK-PTi120 ist eine der wenigen Wärmebildkameras, die im kompakten Klotz-Design daherkommt. Um die Gehäuseseiten vor Stürzen und Stößen zu schützen, ist eine gelbe Kunststoffschicht rund um das Gehäuse gespannt, Erhebungen für Knöpfe sucht man allerdings vergeblich. Lediglich ein Power-Schalter sowie ein Auslöser, der wie bei einer klassischen Kamera an der Gehäuseoberseite montiert ist, sind verbaut. Der Grund für diesen Knopf-Purismus: Das Display der FLK-PTi120 ist berührungsempfindlich.

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Wärmebildkamera Test: Flk Pti120
Fluke FLK-PTi120: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Flk Pti120
Fluke FLK-PTi120: Kühlbox.
Wärmebildkamera Test: Flk Pti120
Fluke FLK-PTi120: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Fluke 120 Motor
Fluke FLK-PTi120: Motorraum.

Die Bedienung via Touch ist im Bereich der Wärmebildkameras zwar alles andere als normal, bei diesem Modell aber definitiv ein Upgrade – der Bildschirm reagiert flott und präzise auf Eingabebefehle. Navigiert man derart flüssig durchs Menü, fallen dann auch die zahlreichen Einstellmöglichkeiten auf, die es hier gibt. Auch die Auswahl an Emissionsgradprofilen ist sehr groß, von Edelstahl über Kupfer bis hin zu Isolierband hat der Traditionshersteller Fluke an alles gedacht.

Erfreulicherweise hat es Fluke nicht versäumt, auch dieses Modell mit der IR-Fusion-Technologie auszustatten. Weil die Wärmebildkamera selbst allerdings ein wenig träger als die normale Kamera reagiert, kommt es im Bild immer wieder kurzzeitig zu Verschiebungen zwischen den beiden Kamerabildern. Wer nicht gerade auf eine gewisse Dynamik angewiesen ist, sollte damit jedoch keine Probleme haben. Die mit der Fluke FLK-PTi120 erstellten Wärmebilder sind von guter Qualität, bleiben aber hinter der Spitze des Testfeldes zurück.

Testo 868

Die Wärmebildkamera 868 von Testo macht einen soliden Eindruck, bewegt sich in Sachen Verarbeitung auf einem hohen Niveau und auch die Größe der Wärmebildkamera gefällt – sie liegt hervorragend in der Hand. Die Software mit ihrer übersichtlichen Oberfläche und der strukturierten Menüführung trägt ihren Teil dazu bei, dass der erste Eindruck der Testo sehr positiv ausfällt. Beim Emissionsgrad stehen neun vorgefertigte Profile zur Auswahl. Wem das nicht reicht, der hat auch die Möglichkeit, ein eigenes benutzerdefiniertes Profil zu erstellen.

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Wärmebildkamera Test: Testo
Wärmebild der Testo 868: Heizkörper.
Wärmebildkamera Test: Testo
Wärmebild der Testo 868: Motorraum.
Wärmebildkamera Test: Testo
Wärmebild der Testo 868: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Testo
Wärmebild der Testo 868: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Testo
Wärmebild der Testo 868: Kühlbox.

Auch eine WLAN-Schnittstelle ist bei der Testo-Wärmebildkamera mit an Bord. Mit der dazugehörigen App kann man damit die eben geschossenen Wärmebilder direkt ans Smartphone weiterleiten. Unterm Strich ist die App allerdings recht lieblos gestaltet und ihr Funktionsumfang kommt nicht über ein rudimentäres Niveau hinaus. Was die Qualität der Bilder betrifft, gibt es bei der Testo keinen Grund zu meckern. Die Pixel werden sauber und klar abgebildet und die ermittelten Werte weisen keine Abweichung hinsichtlich der ermittelten Temperatur auf. Unverständlich ist für uns, dass die Testo sowohl ein Wärme- als auch ein Echtbild erstellen kann, ein Überlappen der beiden Bilder in Echtzeit aber nicht möglich ist. Mit der 868 hat man bei Testo zwar vieles richtig gemacht, aber vergessen an der einen oder anderen kleinen Stellschraube zu drehen.

Hikmicro E1L

Nur eine Hand frei? Dann ist die Hikmicro E1L eine interessante Alternative. Die Wärmebildkamera ist im Vergleich zu ihren Konkurrenten recht klein – und genau das ist ihr Vorteil. Der Hersteller hat es nämlich nicht versäumt, der kompakten Kamera das eine oder andere Extra, wie beispielsweise eine Bildwiederholrate von 25 Hertz, zu spendieren. Damit kann man beinahe gänzlich ruckelfrei arbeiten. Auch das Display hat uns im Test gut gefallen, denn trotz seiner geringen Größe stimmen Helligkeit und Kontrast.

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Wärmebildkamera Test: Hikmicro E1l
Wärmebild der Hikmicro E1L: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro E1l
Wärmebild der Hikmicro E1L: Heizkörper.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro E1l
Wärmebild der Hikmicro E1L: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro E1l
Wärmebild der Hikmicro E1L: Kühlbox.

Beim Emissionsgrad stehen vier vorgefertigte Profile zur Auswahl, die ein breites Spektrum abdecken. Wer einen ganz bestimmten Emissionsgrad einstellen will, kann das im Menüpunkt »Benutzereinstellung« tun. Besonders gut gefallen hat uns das schlanke Bedienkonzept. Die vier unter dem Display angebrachten Bedienelemente reichen aus, um damit locker-flockig durch das Menü zu navigieren. Mit einer Auflösung von 160 x 120 Pixeln bewegt sich die Wärmebildkamera in Auflösungsregionen, die man dem Winzling nicht zugetraut hätte. Die Testbilder bestätigen den guten Eindruck aber nur zum Teil, denn die Aufnahmen machen zuweilen einen etwas verwaschenen Eindruck. Eine Echtbildkamera fehlt leider.

Dafür ist die kleine Hikmicro E1L perfekt dafür geeignet, noch schnell mit in den Werkzeugkoffer geworfen zu werden. Ein kleines Manko stellt die Bedienungsanleitung dar, die leider nur in englischer Sprache verfügbar ist.

Flir TG267

Die TG267 von Flir gehört mit einem Anschaffungspreis von ca. 450 Euro zu den günstigsten Wärmebildkameras im Test. Nimmt man den Winzling in die Hand, ahnt man vom günstigen Preis allerdings nichts. Der Griff ist, ebenso wie der restliche Kamera-Korpus, mit einem soliden Kunststoff überzogen, dessen Haptik an Gummi erinnert. Das sorgt dafür, dass die TG267 hervorragend in der Hand liegt und obendrein noch einen unerwartet wertigen Eindruck macht.

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Wärmebildkamera Test: Flir267
Flir TG267: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Flir267
Flir TG267: Motorraum.
Wärmebildkamera Test: Flir267
Flir TG267: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Flir267

Deutlich weniger gelungen sind in unseren Augen die Auslösertaste, denn die ist derart schwammig, dass man nicht genau weiß, ab wann die Wärmebildkamera auslöst. Die mit der TG267 geschossenen Wärmebilder bewegen sich auf einem soliden Niveau, können aber mit der Spitzengruppe des Testfelds nicht ganz mithalten. Dass neben der Wärmebildsensorik auch eine normale Kamera mit an Bord ist und sich so Fusionsbilder erstellen lassen, ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit.

Beim Display scheint der Hersteller dann allerdings den Rotstift zu haben. Lediglich ein 2,4-Zoll-Display hat man der kleinen Flir spendiert. Darüber hinaus macht das Mäusekino keinen besonders brillanten Eindruck. Hier haben einige ähnlich große Displays, wie das der Hikmicro E1L, die Nase vorn. Unterm Strich ist die Flir TG267 eine solide Wärmebildkamera für wenig Geld, allerdings mit kleineren Schwächen.

Hikmicro B1L

Die Hikmicro B1L ist eine Mischung zwischen der M10 und der E1L. Die Wärmebildkamera liegt gut in der Hand und macht einen soliden Eindruck. Die gummierten Tasten haben einen knackigen Druckpunkt, weshalb man damit förmlich durch das Menü pflügt.

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Wärmebildkamera Test: Hikmicro B1l
Hier wurde der Heizkörper eben erst eingeschaltet. Man sieht es am Farbverlauf.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro B1l
Ein Blick in die Kühlbox mit der B1L.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro B1l
Wärmebildaufnahme eines beheizten Druckbetts.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro B1l
Aufnahme eines laufenden Wasserkochers mit der B1L.

Ein kleines, aber feines Extra ist der mechanische Objektivschutz. Wo andere Hersteller auf umständliche Gummipfropfen setzen, reicht es bei der B1L, einfach den Schalter umzulegen, und schon ist das Objektiv frei. Im Vergleich zum Menü der E1L gibt es hier keine großen Überraschungen. Unterm Strich ist die Schrift ein wenig gewachsen und der ein oder andere Menüpunkt hinzugekommen, der gute Aufbau ist aber derselbe. Einer der neu hinzugekommenen Menüpunkte heißt WLAN. Damit ist die Wärmebildkamera WLAN-fähig und man kann die Bilder direkt ans Smartphone schicken.

Wie bei der großen Schwester, der M10, gibt es auch bei der B1L einen Live-View-Modus fürs Smartphone. Die Bildqualität der Hikmicro überzeugt, sie hat wegen des fehlenden Echtbildes aber einen gravierenden Nachteil. So hat es bei der Hikmicro zwar nicht für eine Empfehlung gereicht, in der nächsten, ab September 2021 erhältlichen Generation der B1L, so hat man uns versichert, wird dieser kleine Makel allerdings behoben und eine Echtbildkamera mit an Bord sein wird.

Hikmicro Mini 1

Die Installation der für den Betrieb der Hikmicro Mini 1 nötigen App hat etwas gedauert. Die aktuelle Version steht nur als Download auf der Hikmicro-Seite bereit, keines unserer drei Android-Smartphones konnte die Datei nach dem Download allerdings installieren. Also heißt es, die Upgrade-Empfehlung zu ignorieren und sein Glück mit der alten App zu versuchen. Die ist nicht sonderlich umfangreich, die nötigsten Funktionen sind allerdings vorhanden.

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Wärmebildkamera Test: Hikmicro Mini
Hikmicro Mini 1: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro Mini
Hikmicro Mini 1: Motorraum.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro Mini
Hikmicro Mini 1: Kühlbox.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro Mini
Hikmicro Mini 1: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Hikmicro Mini
Hikmicro Mini 1: Ladegerät.

Gut gefallen hat uns die Idee, die Handykamera für ein Fusionbild anzuzapfen. Allerdings sind die beiden Bilder dann deutlich verschoben, was man zuweilen nicht einmal mehr mit der Korrekturfunktion beheben kann. Die Qualität der Wärmebildkamera – gemessen an der Tatsache, dass es sich hier um einen Smartphone-Adapter handelt – ist solide, semiprofessionellen Ansprüchen wird sie aber nicht gerecht.

Seek Thermal Compact

Die winzige Seek Thermal Compact wirkt, als könne sie bei der kleinsten Berührung zerbrechen. Dafür macht das im Lieferumfang enthaltene Transportcase aber einen sehr stabilen Eindruck. Für den Inhalt bedeutetes das vor allem eines: Sicherheit.

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Wärmebildkamera Test: Seek Thermal
Seek Thermal Compact: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Seek Thermal
Seek Thermal Compact: Motorraum.
Wärmebildkamera Test: Seek Thermal
Seek Thermal Compact: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Seek Thermal
Seek Thermal Compact: Kühlbox.
Wärmebildkamera Test: Seek Thermal
Seek Thermal Compact: Heizkörper.

Über einen eigenen Akku verfügt die Seek Thermal Compact nicht, und auch eine zweite Echtbildkamera zur Orientierung auf dem Wärmebild sucht man bei diesem Modell vergeblich. Wärmebildkamera pur werden Optimisten nun sagen. Aber auch Optimisten werden mit den Bildern der Seek Thermal Compact nicht vollauf zufrieden sein. Details lassen sich darauf kaum ausmachen, vielmehr handelt es sich hier um eine Art Wärmebild-Brei. Um in die Welt der Thermografie einzutauchen, reicht das Modell zwar, spätestens wenn man damit Kältebrücken suchen will, sollte man zu einer professionelleren Lösung greifen. Erfreulich einfach hingegen ist die Bedienung der Wärmebildkamera-Aufsatzes. App herunterladen, Kamera einstecken, loslegen – es könnte so einfach sein.

KS Tools 150.3220

Beim Preis kann die KS Tools 150.3220 zwar noch mit ihren Mitbewerbern mithalten, spätestens beim Aufmachen des Transportkoffers lässt der Geruch von billigem Plastik allerdings die Hoffnung schwinden, es hier mit einem Qualitätsprodukt zu tun zu haben – ein aus olfaktorischer Sicht schwieriger Einstieg, den die Wärmebildkamera mit ihrer Leistung im Test leider nicht zurechtrücken konnte. Hat der Geruchsinn eine gewisse Immunität gegenüber der Wärmebildkamera aufgebaut, kann man sich den drei im Lieferumfang enthaltenen AA-Batterien widmen, die ins Innere des Handgriffes bugsiert werden müssen. Auch hier wird man von KS-Tools ein weiteres mal enttäuscht, denn sie ist nicht nur die einzige Kamera im Test die mit Batterien und eben nicht mit einem Akku ausgestattet ist, sondern man muss das Batteriefach auch noch aufschrauben – vorsintflutlich!

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Wärmebildkamera Test: Ks Tools
KS Tools Wärmbebildkamera mit UV-Lampe: Wasserkocher.
Wärmebildkamera Test: Ks Tools
KS Tools Wärmbebildkamera mit UV-Lampe: Heizkörper.
Wärmebildkamera Test: Ks Tools
KS Tools Wärmbebildkamera mit UV-Lampe: 3D-Drucker.
Wärmebildkamera Test: Ks Tools
KS Tools Wärmbebildkamera mit UV-Lampe: Kühlbox.

Hat man herausgefunden, wie man die Kamera einschaltet, überrascht die KS-Tools ihren Besitzer ein weiteres Mal: Die Displayabdeckung unserer Test-Kamera hatte senkrechte Streifen, die ein Ablesen des ohnehin schon dunklen und zu Rucklern neigenden Bildes zusätzlich erschwerten. Weil sämtliche Bedienelemente klapprig konstruiert sind, was eben auch auf den Auslöser zutrifft, ist es uns im Test nicht nur einmal passiert, dass wir aus Versehen ein Bild gemacht haben, obwohl wir eigentlich nur die Position unserer Finger ändern wollten. Das geschossene Bild kann man auf dem winzigen Display kaum erkennen, die geringe Helligkeit erschwert (neben den besagten Streifen) das Sichten zusätzlich. Unterm Strich ist die KSTools 150.3220 also eine Wärmebildkamera, von der man besser die Finger lässt.

So haben wir getestet

Der Markt für Wärmebildkameras ist überschaubar, er wird von wenigen Herstellern dominiert, allen voran Flir und Fluke, aber auch Bosch. Mit Hikmicro ist ein weiterer Hersteller auf den Plan getreten, der hierzulande noch eher unbekannt ist. Daneben gibt es noch Marken wie SeekThermal, Testo und KS Tools. Wir haben alle Hersteller kontaktiert und Testmuster angefragt. Einige Modelle haben wir für den Test eingekauft.

Bei der Auswahl der Testgeräte haben wir uns auf verhältnismäßig günstige Wärmebildkameras konzentriert, die für den professionellen Einsatz auf der Baustelle oder in der Werkstatt konzipiert sind oder auch für Heimwerker infrage kommen.

Im Test haben wir zunächst die Ausstattung und die Verarbeitungsqualität der Wärmebildkameras geprüft. Um die Qualität der Wärmebilder der Kameras vergleichbar bestimmen zu können, haben wir mit allen Wärmebildkameras verschiedene Gegenstände, vom Wasserkocher über die Heizung und den 3D-Drucker bis hin zum Automotor aufgenommen und die Wärmebilder verglichen.

Wärmebildkamera Test: Wärmebildkamera Gruppenfoto
Alle Wärmebildkameras im Test 07/2021.

Um zu testen wie exakt die Wärmebildkameras Temperaturen ermitteln können, haben wir mit jeder Kamera eine beheizte Platte thermografiert, deren Temperatur wir mit einem Präzisions-Kontaktthermometer bestimmt haben. Keine der von uns getesteten Kameras hat sich bei der Messgenauigkeit eine Blöße gegeben, alle haben im Rahmen des vom Hersteller angegebenen Toleranzbereichs die korrekte Temperatur ermittelt.

Generell sind Temperaturmessung mithilfe von Wärmebildkameras eine schwierige Sache, da die ermittelte Temperatur von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst und das Messergebnis dadurch schnell verfälscht werden kann. Im Test brauchten wir oft mehrere Anläufe, bis sämtliche potentielle Fehlerquellen beseitigt waren.

Bewertet haben wir außerdem die Handhabung der Wärmebildkameras inklusive der Möglichkeiten der Übertragung der Bilder auf PCs und Smartphones. Für die abschließende Bewertung spielte nicht zuletzt der Preis eine Rolle.

Die wichtigsten Fragen

Wie genau messen Wärmebildkameras Temperaturen?

Wärmebildkameras arbeiten zwar recht genau, sind jedoch kein Ersatz für ein Thermometer. Zwar sehen die mit ein Wärmebildkamera gemachten Bilder gut aus, sie spiegeln aber, was die ermittelten Temperaturen angeht, oft nicht ganz die Realität wider. Das liegt zum einen an der relativen Mess-Ungenauigkeit, die mit einer Wärmebildkamera einhergeht (+-2 Grad Celsius) und zum anderen an der Fehleranfälligkeit der verbauten Sensoren gegenüber Spiegelungen der Sonne etc. Auch Sonneneinstrahlung, Wind und feuchte Oberflächen haben einen erheblichen Einfluss auf die Messgenauigkeit.

Können Wärmebildkameras durch Glas sehen?

Nur sehr eingeschränkt. Während das sichtbare Lichtspektrum vom Glas durchgelassen wird, haben Infrarot-Frequenzen hier keine Chance, sie werden größtenteils reflektiert. Wie stark das Glas reflektiert, ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Windschutzscheiben reflektieren beispielsweise verhältnismäßig schwach, den Fahrer eine Autos kann man auf einer Wärmebildkamera trotzdem kaum erkennen.

Was ist ein Wärmebild?

Auf einem Wärmebild wird die Infrarotstrahlung des Motivs dargestellt. Dabei handelt es sich um die Oberflächentemperatur des Objekts, die für das menschliche Auge eigentlich unsichtbar ist. Damit man trotzdem etwas erkennen kann, wird das Wärmebild künstlich eingefärbt.

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