Die besten Akkuschrauber

Test: 28 Akkuschrauber im Test

Wir haben 28 Akkuschrauber aus drei Kategorien für Sie getestet. Der beste 3,6-Volt-Schrauber ist für uns der Hitachi DB3DL2. Wer mehr braucht, dem empfehlen wir das 10,8-Volt-Gerät Metabo PowerMaxx BS. Für besonders fleissige Heimwerker kommt auch ein Schrauber mit 18 Volt in Frage. Hier empfehlen wir den Makita DDF482RFEB.

Wenige Themen im Heimwerkerbereich erzeugen so viele Emotionen wie die Frage, welcher Akkuschrauber der beste ist. Die Antwort darauf hängt ganz wesentlich davon ab, was man mit dem Akkuschrauber machen möchte. Geht es nur um das gelegentliche Schrauben oder soll damit auch mal gebohrt werden, wie oft wird der Akkuschrauber genutzt und ganz wichtig: Soll das Akkusystem mit anderen Geräten kompatibel sein?

Denn Akkus und Ladegeräte sind oft das teuerste an kabellosen Elektrowerkzeugen. Alle Hersteller benutzen hier aber eigene Systeme, die nicht miteinander kompatibel sind. Viele legen sich mit einem Akkuschrauber das erste Akku-Werkzeug zu und legen sich damit für weitere Käufe mehr oder weniger auf einen Hersteller fest. Daher will die richtige Wahl gut überlegt sein.

Je nach Anwendungsbereich gibt es die unterschiedlichsten Akkuschrauber. Dabei unterscheidet man grundsätzlich drei Geräteklassen: Die günstigen 3,6-Volt-Akkuschrauber sind eher etwas für alle, die hin und wieder mal ein vorgefertigtes Möbelstück zusammenbauen wollen. Sie kommen oft mit fest eingebautem Akku. 12-Volt-Akkubohrschrauber bieten zusätzlich die Möglichkeit in Holz oder Metall zu bohren, weil sie neben einem Schnellspannbohrfutter auch die nötigen Drehzahlen liefern. Von 18-Volt-Geräten fühlen sich hauptsächlich ambitionierte Heimwerker und Handwerker angesprochen, die neben Kraft, Drehzahl und Akkukapazität mit dem selben Akkusystem auch andere Maschinen betreiben wollen.

Wir haben für jede dieser drei Klassen jeweils einen eigenen Testsieger gekürt und stellen Ihnen dazu auch die interessantesten Alternativen vor.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Wenn wir hier von Akkuschraubern sprechen, ist das nicht ganz korrekt. Denn wir hatten auch sogenannte Akkubohrschrauber und sogar einen Akkuschlagbohrschrauber im Test. Geläufig ist aber für all diese Geräte der Oberbegriff »Akkuschrauber«.

Was Sie über Akkuschrauber wissen müssen

Die Geräteklassen: 3,6 Volt, 12 Volt und 18 Volt

Wie schon erwähnt, kann man Akkuschrauber nach ihrer Leistungsfähigkeit in drei Geräteklassen einteilen: Es gibt Geräte, die mit 3,6 Volt, 12 Volt oder 18 Volt betrieben werden. Je nach Einsatzgebiet und Häufigkeit des Einsatzes sollten Sie sich einen entsprechenden Akkuschrauber zulegen. Für gelegentliche Arbeiten im Haus muss es nicht gleich ein 18 Volt-Gerät sein.

3,6 Volt-Akkuschrauber

Bei den 3,6 Volt-Maschinen handelt es sich um sehr kleine, kompakte und leichte Akkuschrauber, die überwiegend für Privatanwender konzipiert wurden. Eine Ausnahme bilden dabei die Stabschrauber, die für Berufsgruppen wie zum Beispiel Elektriker oder Monteure im Möbelbau im Einsatz sind.

Bei den Stabschraubern handelt es sich um schlanke und leichte Akkuschrauber, dessen Gehäuse geknickt werden können. Diese Knickfunktion ist zum Beispiel bei der Montage von Möbeln äußerst hilfreich, weil man so gut an enge Stellen herankommt. Weiterhin sorgt sie für ein ermüdungsfreies Arbeiten, weil der Stabschrauber bei normalen Verschraubungen bequemer in der Hand liegt.

Akkuschrauber Test: Hitachi Db3dl2.
Bei Stabschraubern kann man den Griff abknicken und sie so auch kompakter einsetzen.

Die Stabschrauber haben eine Hex-Aufnahme (sechskantförmige Aufnahme), in die normale Bits eingesteckt werden können. Zum Bohren sind diese Geräte nicht vorgesehen, zum einen, weil es keine Schnellspannbohrfutter gibt und zum anderen, weil ihre Drehzahlen zu gering sind.

Wir haben drei Modelle getestet, wobei die Stabschrauber von Makita und Hitachi selbst hartgesottene Vielschrauber ansprechen dürften.

Nur zum Schrauben, nicht zum Bohren gedacht

Kompaktschrauber mit Pistolengriff sind überwiegend für den Haushaltsgebrauch konzipiert. Einzige Ausnahme ist der Kompaktschraube Bosch GSR Mx2Drive aus der blauen Serie, also der Produktreihe von Bosch, die sich an Fortgeschrittene und sogar Profis richtet.

Akkuschrauber Test: Skil 2636AA.
Typischer 3,6-Volt-Kompaktschrauber mit Pistolengriff.

Auch die Modelle mit Pistolengriff sind mangels Bohrfutter und nicht ausreichender Drehzahl ausschließlich zum Schrauben vorgesehen. Wir wollen hier aber nicht verschweigen, dass es Bohrer gibt, die in die Hex-Aufnahme passen. Allerdings ist das Bohren aufgrund der geringen Drehzahl eher müßig.

12 Volt-Akkubohrschrauber

Bei den 12-Volt-Maschinen handelt es sich eigentlich um 10,8 Volt-Geräte. Das ist etwas verwirrend. Eine Lithiumzelle erzeugt eine Spannung von 3,6 Volt, das bedeutet, dass 3 Zellen eine Nennspannung von 10,8 Volt liefern und 4 Zellen eine Gesamtspannung von 14,4 Volt ergeben.

Akkuschrauber Test: Metabo Powermaxx Bs.
Mit 18-Volt-Schraubern kann man bereits das eine oder andere Loch bohren.

Tatsächlich gibt es Akkuschrauber sowohl mit 10,8 Volt als auch mit 14,4 Volt. Beide hat man – vermutlich aus Marketinggründen – in einen Topf geworfen und mit »12 Volt« bezeichnet. 14,4 Volt-Schrauber werden allerdings immer weniger produziert, weil aufgrund der Motoren- und Akkutechnologie die Unterschiede immer kleiner werden. 10,8 Volt-Maschinen sind größen- und gewichtsmäßig klar im Vorteil bei nur unwesentlich weniger Leistung.

Wir haben daher ausschließlich 10,8-Volt-Geräte getestet, die aber bei vielen Herstellern nach wie vor als 12-Volt-Akkuschrauber geführt werden.

Alle von uns getesteten 10,8 Volt-Akkubohrschrauber haben ein Schnellspannbohrfutter, eine Drehmomentverstellung, sowie zwei Gänge mit unterschiedlicher Drehzahl – eine Ausnahme ist der Akkubohrschrauber CS3652LC von Black+Decker, der nur einen Gang hat.

18 Volt-Akkubohrschrauber

Diese Klasse ist das Richtige für wirklich ambitionierte Heimwerker. Damit würden selbst professionelle Handwerker glücklich.

Mit 18 Volt-Geräten würden auch Handwerker glücklich

Die Akkuschrauber sind deutlich schwerer als Akkuschrauber der anderen beiden Kategorien, in der Regel aber auch deutlich leistungsfähiger. Das spiegelt sich im maximalen Drehmoment, der Drehzahl und der Akkukapazität wider.

Akkuschrauber Test: Makita DDF482.
18-Volt-Geräte sind deutlich größer und schwerer – aber auch leistungsfähiger.

Bis auf die Drehzahl unterscheiden sie sich in der Leistung nicht mehr großartig von kabelgebundenen Bohrmaschinen und sind somit eine echte Alternative für alle, die beim Bohren das Kabel nervt.

18-Volt-Akkuschrauber werden für mittlere bis schwere Bohr- und Schraubarbeiten eingesetzt. Der Trend geht allerdings im Bereich von Montagearbeiten hin zu den 10,8 Volt-Maschinen, weil sie deutlich kleiner und leichter sind.

Die wichtigsten Begriffe

Wenn man sich ausführlicher mit Akkuschraubern beschäftigt, stößt man früher oder später auf einige Fachbegriffe, die wir hier kurz erläutern.

Drehmoment

Die Kraft, die ein Akkuschrauber leistet, wird als Drehmoment bezeichnet und in der Maßeinheit Newtonmeter gemessen. Je mehr Drehmoment ein Akkuschrauber hat, desto stärker ist er. Akkuschrauber mit hohem Drehmoment sind deshalb für alle Leute, die oft mit den Geräten arbeiten, von großem Vorteil, denn nichts ist ärgerlicher als ein Akkuschrauber, der bei strengen Schrauben schlapp macht.

Schraubfall

Harter und weicher Schraubfall – das hört sich im ersten Moment seltsam an, aber eigentlich sind diese Begriffe ganz logisch, wenn man weiß, was damit gemeint ist. Grundsätzlich kann man sagen, dass der harte Schraubfall vorliegt, wenn eine Schraube schnell festsitzt, sobald der Schraubkopf auf das Material trifft. Der Schraubvorgang wird also schnell gestoppt, das maximale Drehmoment ist fast schlagartig erreicht. Das geschieht häufig beim Arbeiten mit Metall. Haben Sie einen starken Akkuschrauber und schrauben an dieser Stelle weiter, kann es sein, dass die Schraube unter dem Schraubkopf abbricht.

Beim weichem Schraubfall dreht sich die Schraube langsam weiter fest, bis das maximale Drehmoment erreicht ist – zum Beispiel in Holz. Der Schraubkopf kann so auch ins Material versenkt werden. Wenn Sie hier mit zu großem Drehmoment arbeiten, kann es sein, dass die Schraube zu weit ins Holz getrieben wird und es im schlimmsten Fall spaltet.

Drehmomentbegrenzung

Um das Drehmoment zu begrenzen und an das jeweilige Material anzupassen, verfügen Akkuschrauber über eine Drehmomentvorwahl bzw. Drehmomentbegrenzung. Ist das maximale Drehmoment erreicht, dreht der Akkuschrauber mit einem ratternden Geräusch durch und signalisiert so, dass die Schraube festsitzt. So kann man wesentlich schneller arbeiten, weil man nicht bei jeder Schraube aufpassen muss, sie nicht zu weit ins Holz zu treiben. Die richtige Einstellung der Drehmomentbegrenzung findet man am besten durch Ausprobieren heraus.

Ladestrom und Akkukapazität

Dieser Parameter ist einfach zu verstehen: Je höher der Ladestrom des Ladegerätes – gemessen im Ampere – desto schneller wird der Akku aufgeladen. Im Gegensatz zu älteren Ladegeräten verfügen die heutigen Modelle über ausgereifte Steuerungen, die den Ladestrom intelligent anpassen, um den Akku zu schonen.

Die Akkukapazität gibt an, wieviel Energie im Akku gespeichert ist. Gemessen wird die Kapazität in Amperestunden (Ah). Je höher die Kapazität, desto länger kann der Akkuschrauber betrieben werden und desto höher ist die kurzfristig abrufbare Leistung. Die Akkukapazität ist also ein wichtiges Kriterium, denn niemand will schon nach kurzer Zeit seinen Akkuschrauber wieder laden müssen, obwohl erst das halbe Regal fertig aufgebaut ist.

Drehzahl

Beim Bohren in Holz oder Metall (Alu, Messing, etc.) sollte mit möglichst hoher Drehzahl gebohrt werden. Bei Stahl, Edelstahl und ähnlichen Metallen sind die erforderlichen Drehzahlen etwas geringer. Sind die Drehzahlen aber zu niedrig, kann das zu unsauberen Bohrungen führen. Deshalb ist ein Akkuschrauber mit einer hohen Drehzahl die bessere Lösung, vor allem, wenn oft damit gearbeitet wird.

Bohrfutter

Ein gutes Bohrfutter hält nicht nur den Bohrer oder den Bit zuverlässig fest, es muss auch einen ruhigen Lauf sicherstellen, sodass der Bohrer nicht herumeiert. Außerdem sollte der Bohrer auf keinen Fall durchrutschen und er muss sich leicht lösen und feststellen lassen. Üblich sind heutzutage Schnellspannbohrfutter, die mit nur einer Hand gelöst und festgestellt werden können. Interessant ist auch, wie groß der größte Bohrer ist, der vom Bohrfutter aufgenommen werden kann.

So haben wir getestet

Wir uns vorwiegend auf Marken von renommierten Herstellern konzentriert. Eine Ausnahme ist die Firma Tacklife, die wir als jeweils günstigstes Vergleichsgerät in jeder Kategorie getestet haben.

In jeder der drei Kategorien hatten wir somit günstige Geräte aber auch immer mal wieder ein teures, um den Unterschied zu prüfen. Dabei ist uns natürlich klar, dass der Vergleich einer 250 Euro teuren Maschine mit einem 40-Euro-Gerät nicht wirklich fair ist. Wir wollten aber ganz bewusst die Unterschiede über das gesamte Preisspektrum hinweg aufzeigen, damit sich jeder sein eigenes Bild machen kann.

 Akkuschrauber Test: Akkuschrauber Gruppenfoto.
Alle 28 Akkuschrauber im Test.

Für den Praxistest haben wir neun unterschiedliche Schraubenarten und -größen in Holzbalken geschraubt und dabei Faktoren wie Laufruhe, Kraft, Handhabung, Verarbeitung und die Verwendung des Zubehörs bewertet.

Die Akkuschrauber mussten auch im Härtetest zeigen, was sie können. Dazu haben wir eine 10 Millimeter-Holzbauschraube eingeschraubt, ohne vorzubohren. Das macht in der Praxis natürlich niemand, aber es ist für die Kandidaten ein interessanter Belastungstest, der aufzeigt, ob die Herstellerangaben realistisch sind oder nicht. Auch werden die wenigsten Anwender 200 Millimeter lange Tellerschrauben einschrauben – aber auch das ist als Belastungstest interessant. Darüber hinaus haben wir überprüft, wie exakt die Drehmomentbegrenzung funktioniert und wie bequem die Geräte zu handhaben sind.

Überrascht waren wir von den unterschiedlichen Leistungen beim Einschrauben der großen Schrauben. Offensichtlich haben die Hersteller unterschiedliche Verfahren zum Ermitteln der Drehmomente ihrer Maschinen.

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Kommentare

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Marco M.
Marco M.

Warum wurde Milwaukee nicht mit getestet. Ich habe mehre Geräte der M12 Serie und bin damit sehr zufrieden. Aber wie kann dann ein Metabo der Beste sein wenn Konkurrenz gar nicht bewertet wird.

Stevewind77
Stevewind77

Why is not Bosch in the list?

Redaktion
Redaktion

It is. We recommend Bosch products in each category.

Ralph
Ralph

Für mich gibt’s nur noch Festool.

Earl
Earl

Ich selbst arbeite schon lange mit dem Bosch gsr 18v ec fc2 mit 5ah Akku und der hat bis jetzt alles geschafft auch 10mm Löcher in beton

Viktor
Viktor

Also so weit ich weiß misst mann Drehmoment in Newtonmeter und nicht in Nanometer!
Traurig das euch solche Fehler unterlaufen! 😢

Redaktion
Redaktion

Sorry für den Lapsus. Wir haben den Fehler korrigiert.

Karl
Karl

Die Bosch GSR 18-2 Li kann auch Schlagbohren, ein ganz wichtiger Grund für mich für die Bosch, wer holt schon für das Dübelloch zuerst den Bohrhammer und zum Einschrauben dann den Akkuschrauber. Der verzögerte Einschaltknopf leuchtet zuerst mit der Arbeitsled das Arbeitsfeld aus

Redaktion
Redaktion

Das von uns getestete Modell GSR 18-2 Li hat keine Schlagbohrfunktion. Eine solche bietet das Modell GSB 18-2 Li, also mit „B“ statt „R“ in der Produktbezeichnung.

Harald
Harald

Bevor ich mir als Heimwerker für über 200 € eine Marita, DeWalt oder ähnliches kaufe, greife ich lieber zur Bosch PSR 18 li-2. Für meine Zwecke eine perfekte Maschine. Aber 170€ habe ich dafür nicht bezahlt. Überhaupt finde ich die Preisauskünfte merkwürdig. Mal wird mit Akku bewertet, mal mit 2 Akkus, mal ohne Akku.

Faro sari
Faro sari

Zu den Preisen gebe ich Ihnen vollkommen recht! Allein bei makita haben sie 4 oder 5 oder 6 verschiedene Preise… nur der bohrer, nur bohrer mit koffer oder bohrer mit Akku ohne Ladegerät und ohne Koffer etc etc … und es gibt fast kein akkubohrer der sich deswegen vergleichen lässt…

Redaktion
Redaktion

Wir zeigen immer die günstigsten Preise eines Händlers an. Leider haben nicht alle Händler alle Versionen eines Produkts im Sortiment, daher kommt es zu den unterschiedlichen Angeboten.

Klaus
Klaus

Sie haben wirklich alle 28 Akkuschrauber in der Hand gehabt und ausführlich getestet?
Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.

Redaktion
Redaktion

Ja, haben wir. Und wir haben sogar Fotos davon gemacht .😉

Hendrik
Hendrik

Hilti ,Bosch und Festool finde meiner Meinung nach am besten