Die besten Beamer

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Heimkino-Beamer im Test

Einen einzigen besten Beamer gibt es nicht, denn bei Videoprojektoren kommt es sehr auf den Anwendungsfall an. Der beste Beamer fürs Heimkino ist für uns der Epson EH-TW7300, er liefert einen hervorragenden Kontrast und lässt sich dank seiner flexiblen Optik perfekt installieren. Das Wohnzimmer bietet meistens keine perfekten Voraussetzungen für ein optimales Heimkinoerlebnis. Hier liefert der BenQ W1700 die besten Ergebnisse. Bei Präsentationen in hellen Räumen aber auch fürs Public Viewing eignet sich der TK800 von BenQ am besten, zumal er direkt über zwei sehr wirksame Voreinstellungen für Sport- und Fußballübertragungen verfügt.

Update 10. September 2018

Wir haben 15 neue Beamer getestet und in drei Kategorien aufgeteilt.

Beamer erfreuen sich auch außerhalb des Büros schon seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Vor allem als Ersatz für einen großen Fernseher oder im Freien für Public Viewing bei Großereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft. Aber auch für den gemütlichen Filmabend sind Videoprojektoren ein tolles Erlebnis, daher setzen auch Heimkinoenthusiasten auf ein projiziertes Bild.

Aber kein Beamer kann alles gleich gut. Fürs Public Viewing braucht man vor allem einen sehr lichtstarken Beamer, da das nicht in abgedunkelten Räumen stattfindet. Fürs Heimkino kommt es dagegen mehr auf hohen Kontrast und natürliche Farben an. Und wer im Wohnzimmer Filme oder Fernsehen gucken will, braucht irgendwas dazwischen.

Daher haben wir unseren Beamer-Test in drei Kategorien aufgeteilt, so bekommt jeder den Beamer, den er braucht.

Was ist das perfekte Bild?

Kaum stellen die Fernsehsender ihre Programme endlich aufs FullHD-Format mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten um, ist die Hardware- und auch die Filmindustrie schon wieder einen Schritt weiter: Mit dem Ultra High Definition (UHD) kommt die vierfache FullHD-Auflösung auf Leinwand und Display, das Bild besteht dann aus 3.840 × 2.160 Pixeln. Bei Fernsehern ist UHD längst Standard, bei Beamern aber noch längst nicht. Projektoren, die diese Pixelflut bewältigen können, sind bislang noch sehr teuer.

UHD bringt Beamer ins Schwitzen

Damit ist der UHD-Standard jedoch noch nicht komplett ausgeschöpft, denn er erlaubt neben der höheren Auflösung auch einen größeren Kontrastumfang (High Dynamic Range – HDR), sowie einen Farbraum, der den bislang geforderten bei Weitem übertrifft. Gerade der höhere Kontrastumfang – also ein helleres Weiß bei gleichzeitig dunklerem Schwarz – stellt Beamer vor enorme Herausforderungen.

Während es in der Bildschirmtechnik durchaus noch Potential in beide Richtungen gibt – also sowohl tieferes Schwarz als auch mehr Helligkeit – haben Beamer-Systeme nur bedingt die Möglichkeit, mehr Helligkeit bei gleichbleibendem Schwarzwert zu liefern.

Der größere Farbumfang ist dagegen bei vielen Beamern jetzt schon möglich. Oft schaffen sie eine akkurate Farbdarstellung allerdings erst nach aufwändiger Kalibrierung. Bestenfalls ist ein präzise justierter Farbraum bereits in den Voreinstellungen festgelegt und abrufbar.

Für Präsentation und Public Viewing gelten andere Regeln

Das gilt hauptsächlich für Beamer im Heimkino, fürs Wohnzimmer nur noch bedingt und kaum für Präsentationen und Public Viewing, denn dort hat eine hohe Lichtausbeute äußerste Priorität. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht auch über einen hellen Beamer den Spielfilm nach der Fußballübertragung ansehen kann. Nur muss man dann einige Farbabweichungen in Kauf nehmen: so tendiert sattes Grün oft eher in Richtung Gelb, was den Helligkeitseindruck erhöht. Oft sind auch die Farben generell etwas kühler abgestimmt, Weiß lässt dann eine leichte Tendenz in Richtung Blau erkennen.

Zwar gibt es meistens Bildvoreinstellungen mit dem Namen Kino, Cinema oder Film, doch ist die Wirkung meistens nicht so effektiv wie bei einem waschechten Heimkino-Beamer. Der wird dafür aber auch nicht die Helligkeit erreichen, die für Projektionen in hellen Räumen oder draußen nötig ist.

Technik-Überblick: DLP, LCD, UHP, LED

Bei der LCD-Technik wird die Lichtmenge für das jeweilige Bild durch den mehr oder weniger lichtdurchlässigen LCD-Chip gesteuert. Sogenannte DLP-Projektoren machen das anders, hier wird das Licht der Projektionslampe durch feinste Klappspiegel auf einem Chip nach Bedarf reflektiert.

DLP versus LCD – zwei Technologien mit Stärken und Schwächen

Der störende Regenbogeneffekt (RBE) von DLP-Projektoren, für den manche Menschen empfindlich sind, tritt bei LCD-Beamern nicht auf. Warum ist das so? Das Bild von LCD-Beamern besteht immer aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Allerdings kommt es hier schon mal zu einem leichten Versatz der drei Farben, was sich in feinen Säumen gerade an Linien bemerkbar macht, und so den Schärfeeindruck schmälert. Die exakte Abdeckung jedes Bildpunktes mit allen drei Grundfarben nennt man Konvergenz, den Versatz folgerichtig Konvergenzfehler.

Die Lichtquelle ist sowohl bei der DLP- als auch bei der LCD-Technik die gleiche – nämlich eine UHP-Lampe (Ultra High Performance). Sie wird so heiß, dass sie gekühlt werden muss, dennoch ist ihre Lebensdauer begrenzt. Zwar kann sie durchaus mehrere tausend Betriebsstunden betragen, gewechselt werden muss sie trotzdem irgendwann – zumal sich auch die Farbtemperatur altersbedingt verändert und so die optimale Farbwiedergabe nicht mehr gewährleistet ist.

UHP-Lampen müssen ausgetauscht werden – das kann ins Geld gehen

Wer jetzt denkt, einfach Glühlampe wechseln und fertig, der irrt. Denn UHP-Lampen für Projektoren sind teuer: Zwischen 100 und 400 Euro muss man für eine solche Ersatzlampe hinlegen. Unter anderem aus diesem Grund ist ein Betrieb im Eco-Modus sinnvoll, die Lampe hält dann länger und die Lüfter laufen leiser.

LED und Laser

So langsam bahnen sich bezüglich der Lichtquelle alternative Technologien den Weg: Gerade im Bereich von Präsentation und Business sind langlebige, energieeffiziente und robuste Lichtquellen gefragt, schließlich wird so ein Beamer auch mal transportiert. Das gleiche gilt für Allrounder fürs Wohnzimmer und für Beamer zum Rudelgucken sowieso. Aber auch im klassischen Heimkino machen sich zusehends alternative Lichtquellen breit.

War Optoma vor wenigen Jahren mit dem HD91 als erster Hersteller mit LEDs als Leuchtmittel im Heimkino unterwegs, so gibt es heute keinen Hersteller mehr, der ausschließlich auf die UHP-Lampe setzt, mindestens ein Modell mit Laser oder LED als Leuchtmittel hat jeder.

Auch die Preise haben, bedingt durch die sukzessiv steigenden Stückzahlen, deutlich nachgegeben, die Laser-Beamer in unserem Test sind zwar teurer als Ihre UHP-Pendants, das lässt sich aber durch die bessere Energieeffizienz und die längere Lebensdauer mittlerweile kompensieren. Für Firmen oder generell Kunden, die einen Beamer (auch) für Präsentationen nutzen, stellt sich diese Frage schlicht nicht, entscheidend ist, dass die Lichtquelle problemlos das ganze Beamer-Leben lang hält und somit Wartungskosten und Ausfallzeiten weitestgehend vermieden werden.

So haben wir getestet

Jede Anwendung stellt andere Anforderungen an einen Beamer: während der Beamer im perfekt abgedunkelten Heimkino nicht gegen gefürchtete fremden Lichtquellen oder Streulicht anstrahlen muss, sieht das bei der Projektion im Wohnzimmer, Besprechungsraum oder gar im Freien ganz anders aus.

Wichtig ist also neben der Leuchtkraft auch die Fähigkeit, dunkle Partien auch dunkel, idealerweise schwarz darstellen zu können, und das möglichst gleichzeitig, da ein Bild ja auch meistens aus dunklen und hellen Teilen besteht.

Hierzu projizierten wir ein Schachbrettmuster mit acht schwarzen und ebenso vielen weißen Flächen auf eine schwarze, lichtschluckende Leinwand, und haben das aus Richtung der Beamer-Optik austretende Licht in jedem Quadrat, auch in den schwarzen, gemessen. Die Leinwand muss das Licht schlucken, weil man ausschließlich das messen möchte, was aus dem Beamer kommt, ganz ohne Reflexionen und Streulicht von der normalerweise stark reflektierenden Leinwand.

Eine Kombination aus Licht, Schatten und perfekten Farben

Das Verhältnis aus weißen und schwarzen Flächen nennt man ANSI-Kontrast, die gemessenen Werte haben wir in der Tabelle angegeben. Zu beachten ist, dass der ANSI-Kontrast lediglich eine Aussage über den Kontrast ist, nicht aber über den absoluten Schwarzwert, den finden Sie ebenfalls in der Tabelle. Der ist besonders bei Beamern für den Gebrauch im Heimkino wichtig, da Sie bei Nachtszenen lieber die Sterne vor einem möglichst dunklen Hintergrund blinken sehen wollen, als vor einem grauen.

Neben dem maximal erreichbaren Schwarzwert, haben wir auch die maximale Lichtausbeute eingetragen, einmal als Herstellerangabe und einmal den von uns gemessenen Wert im farbkalibrierten D65 Eco-Betrieb. Den Eco-Betrieb wählen wir aus, weil hier zumeist eine akkurate Farbwiedergabe vor möglichst hoher Lichtausbeute geht. Außerdem ist der Beamer dann leiser und die Lampe hält länger.

Auch die möglichst gleichmäßige Ausleuchtung der Leinwand ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal; zur Messung werden neun weiße Flächen gleichmäßig auf die Leinwand projiziert, um dann – ähnlich wie bei der ANSI-Messung – die Lichtstärke der einzelnen Punkte zu messen. Die Differenz gibt Auskunft über die mehr oder weniger gleichmäßige Ausleuchtung: 100 Prozent wäre eine absolut gleichmäßige Helligkeitsverteilung über die gesamte Leinwand.

Neben dem möglichst kontrastreichen Verhältnis zwischen Licht und Schatten spielt die akkurate Farbdarstellung eine wichtige Rolle, insbesondere beim Anschauen von Filmen. Sämtliche Beamer verfügen über mehrere Voreinstellungen, für die verschiedenen Anforderungen, die meisten sogar über einen Filmmodus, dieser kann auch Cinema, Kino, oder ähnlich heißen, und bringt die Einstellungen insbesondere der Farbwiedergabe zumeist schon in die richtige Richtung.

Wir haben also den Beamer in den sparsamen, leiseren, und auch etwas dunkleren Eco-Betrieb gestellt und zudem mit der entsprechenden Voreinstellung auf möglichst neutrale Farbwiedergabe getrimmt. Beide Ergebnisse haben wir für jeden Beamer von der Leinwand abfotografiert, und zwar immer mit den exakt gleichen Belichtungseinstellungen der Kamera. Daher sind einige Bilder dunkler als andere, wenn der Beamer nicht ganz so lichtstark ist.

So groß, wie das auf den Fotos wirkt, sind die Unterschiede aber in der Realität nicht. Diese Fotos dienen nur der Anschauung. Für annähernd nachvollziehbare Abbildungen, müssten wir sowohl den Fotoapparat, als auch das Display, über welches Sie die Fotos betrachten penibel aufeinander abstimmen. Wir haben für Sie aber die Einstellungen der Beamer in der Bildunterschrift notiert, falls Sie sie bei sich zuhause mit dem einen oder anderen Modell nachvollziehen möchten.

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