Die besten Bilder­bücher für Babys und Kleinkinder

Was macht pädagogisch Sinn? Was gefällt schon den Kleinsten? Gibt es Babybücher, die man sich auch als Erwachsener gern anschaut? Beim ersten Neuzugang in der Familie fehlt Eltern da oft der Überblick – zumal der Bilderbuchmarkt riesig ist. Wir haben uns deshalb bei erfahrenen Müttern und Vätern umgehört, ausführlich recherchiert und tagelang geschmökert.

»Vielleicht haben wir von allen Kindheitstagen diejenigen am intensivsten durchlebt, von denen wir glaubten, wir hätten sie nutzlos vertan: die nämlich, die wir mit der Lektüre eines Lieblingsbuches verbrachten.”
(Marcel Proust)

Nichts lässt die Fantasie eines Kindes mehr explodieren als die Lektüre, kaum etwas verschaltet das kleine Hirn besser als Geschichten. Vor allem wenn damit Unmengen guter Gefühle verknüpft sind: Denn was gibt es Schöneres, als sich mit einem Buch in Mamas Schoß zu kuscheln, während sie mit beruhigender Stimme vorliest? Oder sich mit Papa vor Lachen zu kringeln, weil der Frosch im Märchen ein blödes Gesicht zieht und er das so witzig nachmachen kann? Geborgener und harmonischer geht’s nicht.

Mit dem urgemütlichen Leseritual wird ganz nebenbei auch der Grundstein fürs Urvertrauen gelegt. Deshalb ist es Nebensache, dass Babys Gegenstände erstmal noch gar nicht richtig erkennen können – schon gar keine zweidimensionalen. Denn was sie durchaus interessiert, sind kräftige Farben und Stoffbücher, die seltsame Töne von sich geben oder auf denen man herumkauen kann wie ein Dobermann auf einem Suppenknochen.

Später, etwa ab einem Jahr, lieben es Kinder, auch selbst wild herumzublättern. Also nicht sauer sein, wenn sich Ihr kleiner Flitzer nicht so sehr für den Inhalt, sondern eher für die Form interessiert. Dieses Greifen und Anlutschen nützt ja auch seiner Feinmotorik. Deshalb am besten in dieser Phase zu alten Zeitungen oder Büchern aus stabiler Pappe mit runden Ecken greifen.

Was ebenfalls gut kommt: kurze Reime, Fingerspiele und einfache, eingängige Lieder. Sie machen Spaß und vermitteln Begriffe, Sprachstruktur und -Rhythmus. Zwischen eins und zwei erweitert sich der kindliche Wortschatz dann extrem. Entwicklungspsychologen sprechen nun von der »Benennungsphase«: Die Kleinen fühlen sich bestätigt, wenn sie beim Vorlesen Begriffe wie Auto oder Ball wiedererkennen und vor allem wiedergeben können.

Rund um den zweiten Geburtstag besitzen Kinder schließlich ein so großes Vokabular und können sich so gut auf den Inhalt konzentrieren, dass sie schon einfache Bilderbücher kapieren.

Sprache – was ist da schon normal?

Okay, Vorlesen ist ultrawichtig. Verstanden. Sie geben sich da auch richtig Mühe. Doch Ihr Steppke spricht trotzdem noch nicht so, wie es Ihrer Meinung nach der Norm entspricht?

Bitte kriegen Sie keine Panik. Denn »normal« ist in der kindlichen Entwicklung gar nichts. So gibt es auch beim Sprechenlernen große Unterschiede. Der eine ist motorisch weit vorn, während aus seinem Mund noch kaum was Verständliches dringt. Der andere dagegen redet wie ein Alter, bewegt sich aber noch tapsig wie ein Bärenjunges. Mehrsprachige Kinder starten per se ein bisschen später.

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Bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn der Nachwuchs sich mit dem Sprechen Zeit lässt.

Außerdem machte Ulla Licandro, akademische Sprachtherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie an der Leibniz Universität Hannover, die Beobachtung: »Kinder, die ein bisschen forscher sind, sprechen auch ein wenig früher als introvertierte«.

Aber weil wir ja wissen, dass Sie trotzdem neugierig sind, liefern wir zur Grob-Orientierung ein paar Zahlen: Ungefähr mit zehn bis zwölf Monaten beginnt ein Baby, Silbenketten wie »Bababa« zu lallen. Cirka Zweijährige kennen schon etwa 50 Begriffe und können Zwei-Wort-Sätze bilden, die man sich so vorstellen darf: »Wuff da.« Aber ehrlich: Auf ein halbes Jahr hin oder her kommt es beim Quasseln wirklich nicht an.

Sie haben dennoch ein flaues Gefühl im Magen, weil die Krippenfreunde Ihres Kindes sprachlich fitter sind? Dann ist Ihr Kinderarzt die erste Anlaufstelle, im Zweifel auch ein Logopäde.

Sollte sich tatsächlich eine Sprachentwicklungsstörung anbahnen, sind Schuldgefühle a-b-s-o-l-u-t fehl am Platz. In den allermeisten Fällen können Eltern nichts dazu, die genetische Komponente spielt eine weit größere Rolle. Viel wichtiger ist es dann, dass Eltern sich weiterhin natürlich verhalten, damit der Spaß am gemeinsamen Sprechen und Spielen, am Bilderbuchgucken nicht verloren geht.

Ständig nervige Fragen wie »Was ist das? Wie heißt das?« könnten sich kontraproduktiv auswirken, weil Kinder frustriert reagieren und sich schlimmstenfalls zurückziehen. Wie gut, dass (Vor)Lesen immer gut tut und null Nebenwirkungen hat. Nur manchmal überfordert Eltern die Bücherflut. Deshalb haben wir für Sie 14 Lieblings-Bilderbücher für Babys und Kleinkinder ausgesucht.

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