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Bluetooth-Lautsprecher Test: Bluetooth Lautsprecher Alle
Stefan Schickedanz

Stefan Schickedanz

schreibt als HiFi-Experte für Publikationen wie AUDIO, VIDEO, StereoPlay und LowBeats. Neben Stereo- und Surround-Sound steht er auf schnelle Autos mit sonoren Anlagen, über die er ebenfalls regelmäßig berichtet.

 Bluetooth-Lautsprecher Test: Bluetooth Lautsprecher Gross

Die besten großen Bluetooth-Lautsprecher

Als ultramobile Mini-Boxen zum Musikgenuss für unterwegs haben sich Bluetooth-Lautsprecher längst durchgesetzt. Inzwischen dringen sie aber auch immer mehr ins Wohnzimmer vor und verdrängen dort langsam aber sicher WLAN-Einzellautsprecher, die sich im Gegensatz zum ausgewachsenen Multiroom-System nie so richtig etablieren konnten.

Die Großen bringen guten Sound ins Wohnzimmer

Einige Hersteller setzen nur auf Bluetooth, andere haben zusätzlich auch WLAN und AirPlay im Programm. Und für die einen muss ein Bluetooth-Lautsprecher tragbar sein und mit Akku laufen, auch wenn er größer ist, für die anderen ersetzt er stationär die Stereoanlage im Wohnzimmer.

Doch die Grenzen sind fließend. Mobile Bluetooth-Lautsprecher gibt es in jeder Größe und manche Komponenten von Multiroom-Systemen können ebenfalls gut einzeln betrieben werden, wie etwa die SoundTouch-Lautsprecher von Bose aber auch die Sonos Play:5, die aber kein Bluetooth kann. Hier behandeln wir reine Bluetooth-Lautsprecher ohne Multiroom-Möglichkeiten.

Unsere Empfehlungen

Testsieger

JBL PartyBox 300

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: JBL PartyBox 300
Der Name ist Programm: Die JBL PartyBox 300 bespielt auch größere Gruppen tadellos.

Wer mal so richtig Lärm machen will, wird von der JBL PartyBox 300 sicher nicht enttäuscht sein. Neben ihrer Funktion als Lautsprecher bietet sie dazu allerhand Gimmicks, wie einen Eingang für 6,2-mm-Klinke und eine Lichtorgel. Das fast 15 Kilogramm schwere Gerät sorgt aber auch in ruhigeren Momenten für exzellente Musikuntermalung und kann klanglich problemlos mit klassischen Stereoanlagen mithalten.

Auch gut

Teufel Boomster XL

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Teufel Boomster XL
Wer gerne laut und bassbetont hört, ist mit dem Boomster XL gut aufgehoben. Er spielt klanglich in der Ersten Liga.

Wer das nötige Kleingeld besitzt und kräftig genug gebaut ist, um ihn zu tragen, kann auch zum Teufel Boomster XL greifen. Der 37 Zentimeter breite Jumbo unter den großen Bluetooth-Speakern überzeugt aber auch Zuhause durch satten, sauberen und sehr lauten Klang – bei jeder Musikart.

Groß und laut

Marshall Stanmore II

Wer sich etwas in der Zeit zurückversetzt fühlen will, sollte sich auf jeden Fall den Marshall Stanmore II ansehen. Er überzeugt mit seinem schicken Retro-Design, klingt sehr erwachsen und auch der Bass kann sich hören lassen. Leider braucht der Stanmore II immer einen Netzanschluss und ist für den Einsatz draußen nicht geeignet. Als Stereoanlagenersatz ist er aber ein richtiger Hingucker.

Noch größer

Marshall Woburn II

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Marshall Acton II
Wer nicht genug von Marshall bekommen kann, greift zum Woburn II, dem größten und leistungsstärksten Modell des Herstellers.

Wenn es noch etwas mehr sein darf, bietet sich der Marshall Woburn II an. Der gut 8,5 Kilogramm schwere Koloss eignet sich hervorragend, um Partys und kleinere Konzerte zu beschallen oder den Nachbarn zu ärgern. Auch die Ausgangsleistung des Woburn II von 110 Watt ist stattlich — einer der Spitzenwerte im Testfeld. Dabei klingt der Woburn II angenehm warm und ausgewogen. Nur mitgenommen werden möchte er nicht so gern.

Ebenfalls mit einem guten Bass kommt der Ikea Eneby 30 daher. Für den exzellenten Tiefton hat der Lautsprecher sogar ein Bassreflexrohr – das kommt dem Klang deutlich zugute, geht aber natürlich auch auf Kosten der Einsatzmöglichkeiten, denn anders als große Teile der Konkurrenz ist der Eneby 30 nicht wasserdicht. Für den Einsatz in Wald und Wiesen ist die Box aber ohnehin nicht konzipiert, das erkennt man schon daran, dass der Eneby zur Energieversorgung an die Steckdose muss.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutGroß und lautNoch größerPreis-Tipp für zuhause
ModellJBL PartyBox 300Teufel Boomster XLMarshall Stanmore IIMarshall Woburn IIIkea Eneby 30Aiwa Exos-9Harman Kardon Go + PlayLG PK7Mackie FreePlay LiveMarshall TuftonNaim Mu-So QBTeufel Rockster AirUrbanears BaggenUrbanears Stammen
Test besten Bluetooth-Lautsprecher: JBL PartyBox 300Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Teufel Boomster XLTest besten Bluetooth-Lautsprecher: Marshall Stanmore IITest besten Bluetooth-Lautsprecher: Marshall Acton IIBluetooth-Lautsprecher Test: Ikea Eneby30Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Aiwa Exos-9Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Harman/Kardon Go + PlayTest besten Bluetooth-Lautsprecher: LG PK-7Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Mackie FreePlay LiveTest besten Bluetooth-Lautsprecher: Marshall TuftonTest besten Bluetooth-Lautsprecher: Teufel Rockster AirBluetoot-Lautsprecher Test: Urbanears BaggenBluetooth-Lautsprecher Test: Urbanears Stammen
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Umfangreiches Anschlussfeld
  • Nette Light-Show
  • Klarer und voller Klang
  • Toller Bass
  • Kann eine Stereoanlage ersetzen
  • USB-C-Anschluss
  • Guter Klang
  • USB-C-Anschluss
  • Guter Klang
  • Jede Menge Leistung
  • Exzellenter Bass
  • Guter Klang
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Powerbank-Funktion
  • Stereo-Kopplung
  • Wechselbarer Akku
  • Sehr guter klang
  • Sehr ausgewogener Klang mit dezentem aber druckvollem Bass
  • Günstig zu bekommen
  • Hervorragender Klang
  • Nette Light-Show
  • Professionelles Anschlussfeld
  • Satte Leistung
  • Guter Klang
  • Sehr gute App
  • Multiroom-fähig
  • Hübsches Design
  • Multi-Host-Funktion
  • Laut und stark im Klang
  • Schickes Design
  • Relativ guter Klang
  • Sehr guter Akku
  • Guter Preis
  • Guter Sound
  • Toller Klang
  • Kräftiger Bass
  • Multiroom-fähig
  • Natürlicher Klang bei Stimmen und Instrumenten
  • Multiroom-fähig
Contra
  • Schwer und riesig
  • Klang benötigt einiges an Platz
  • Gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • Nur Netzbetrieb
  • Nur Netzbetrieb
  • Wabbliger Schalter
  • Nicht für den Outdoor-Einsatz geeignet
  • Kein Akku
  • Touch-Bedienfeld nicht optimal gelöst
  • Nicht für die Mega-Party geeignet
  • Nicht besonders outdoor-tauglich
  • Unkomfortable Lautstärkeregulierung
  • Etwas flacher Klang bei niedriger Lautstärke
  • Akku hält nicht so lange wie angegeben
  • Kommt klanglich nicht an den Teufel heran
  • Kein Akku
  • Sehr teuer
  • Fehlende Griffe
  • Recht schwer
  • Verarbeitung könnte besser sein
  • Sehr groß
  • Kein Akku
  • Mäßiger Bass
Bester Preis
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 Bluetooth-Lautsprecher Test: Jbl Partybox300 Lichtshow

 

Testsieger: JBL PartyBox 300

Testsieger

JBL PartyBox 300

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: JBL PartyBox 300
Der Name ist Programm: Die JBL PartyBox 300 bespielt auch größere Gruppen tadellos.

Die JBL PartyBox 300 ist in gewisser Weise die Fortsetzung von Ghettoblaster plus Lichtorgel mit anderen Mitteln – wobei die Harman-Entwickler nicht wie die Schöpfer von unserem bisherigen Favoriten, dem Teufel Boomster XL, den Versuch unternehmen, ihn so auszulegen, dass man ihn am Mann tragen kann.

Die Amerikaner setzten auf die Symbiose mit einem Auto: Die JBL PartyBox 300 hat keinen Trageriemen, sondern Griffe oben und unten beziehungsweise links und rechts. Man kann den Lautsprecher mit seinem flexiblen Konzept nämlich stehend oder liegend betreiben und auch ganz bequem zu zweit tragen – zumindest vom Parkplatz zur Party-Location. Deshalb hat er auch auf beiden Längsseiten seines aus robustem Kunststoff aufgebauten, spritzwasserfesten Gehäuses Gummifüße und nicht nur auf der eigentlichen Unterseite.

Die Synergie mit dem Auto suchen die Konstrukteure nicht nur, was den Transport im Kofferraum betrifft. Der 12-V-Gleichstromausgang – früher Zigarettenanzünder – kann bei Bedarf den über das beiliegende, ausreichend lange Adapterkabel den eingebauten 10.000-mAh-Akku unterstützen, falls dessen gut 18 Stunden Wiedergabezeit nicht ausreichen sollten. Schließlich beherrscht die JBL PartyBox 300 auch noch eine zünftige Lichtshow, die dann allerdings vom Akku zehrt.

Falls die Dynamik der beiden aktiven 2-Wege-Systeme mal nicht ausreichen sollte, ermöglicht True Wireless Stereo die Verbindung von zwei Party-Lautsprechern per Bluetooth-Technologie. Man kann dazu aber auch zwei JBL PartyBox 300 mit Cinch-Kabeln zusammenschließen, weil ein Stereoausgang an Bord ist.

Bedienung: Sehr praxisgerecht

Sämtliche Anschlüsse sitzen neben dem abnehmbaren Stromkabel auf der Rückseite der JBL PartyBox 300. Und das sind nicht nur Stereo-Cinch-Buchsen, 3,5-mm-Aux-Eingang und USB-Anschluss, sondern auch getrennte 6,3-mm-Klinkenbuchsen für Mikrofon und Gitarre mit eigenen Lautstärkereglern. Damit ist Mixen möglich und in Verbindung mit Songs vom Smartphone oder USB-Stick lassen sich sogar Karaoke-Sessions arrangieren.

Die großen gummierten Lautstärketasten sitzen auf der Oberseite und sind mit dem via Bluetooth gekoppelten Smart-Device synchronisiert. Dazwischen befindet sich eine Kombitaste für Play, Stop und Sprung zum nächsten Titel. Sie steuert auch die Wiedergabe vom Memory Stick.

Die Beleuchtung im oberen Tieftöner dient pfiffigerweise als weithin sichtbare Pegelanzeige beim Verändern der Lautstärke und lässt sich durch eine eigene große Taste auf der Oberseite aktivieren. Dort gibt es außerdem noch einen Bass-Boost, der sich aber für normale Rock- oder Pop-Musik nicht empfiehlt, weil die JBL PartyBox 300 eh schon sehr satt klingt.

Hörtest: Live aus dem Partykeller

Und da wären wir schon beim Hörtest, den die JBL PartyBox 300 ganz ohne Bass-Boost mit Bravour bestritt. Sie klingt enorm satt und dabei sauber. Bezogen auf normale Bluetooth-Boxen ermöglicht sie aberwitzige Pegel und muss dabei im Gegensatz zu den meist kleineren Mitbewerbern nicht mal den Bass im DSP zum Schutz vor Schäden und Verzerrungen zurücknehmen. Bass Drums klingen so tiefreichend und saftig im Punch, dass der Klang an eine semiprofessionelle Bühnenbeschallung erinnert, der die Box auch von der Form und Größe ähnelt.

Wer da noch den Bass-Boost aktiviert, muss erstens Hardcore-Hip-Hop-Fan und vor allem weit entfernt von lärmempfindlichen Nachbarn sein. Der Boost kostet den Bass Präzision und kann in Wohnräumen zum Dröhnen führen, was mit diesem Aktiv-Lautsprecher ohnehin beim Auskosten der immensen Pegelreserven in normalen Wohnzimmern zum Problem werden könnte. Vor allem aber verdeckt er die klaren, natürlichen Mitten, die Stimmen zu einem authentischen Auftritt in bester HiFi-Manier verhelfen. Die Höhen sind sehr klar, aber niemals scharf. Trotz dem Fokus auf Party-Tauglichkeit entwickelt der JBL übrigens auch bei moderatem Pegel schon sehr viel Spielfreude.

Eigentlich ist die JBL PartyBox 300 ein perfekter Ersatz für Stereoanlagen im günstigen Bereich. Dynamisch nimmt sie dabei den meisten die Butter vom Brot. So lebendig können die wenigsten kleinen Anlagen Rock, Pop und House wiedergeben, so laut ebenfalls nicht – selbst wenn man nur eine JBL PartyBox 300 alleine verwendet und das zum Vergleich herangezogene konventionelle HiFi-System ein Vielfaches gekostet hat. Mit passiven Lautsprechern dieser Größe dürfte sich diese Performance kaum erreichen lassen. Die JBL PartyBox 300 groovt gewaltig.

Einzige Einschränkung: Sie braucht Platz, damit der Klang nicht zu dick wird, und klingt auch erst aus größerer Entfernung richtig stimmig. Sprich: Wer die JBL PartyBox 300 in die Ecke seines Zimmers stellt und sich direkt davor hockt, wird wenig Freude daran haben. Wer gerne den Klang individualisiert, wird sich vielleicht noch Klangregler wünschen, aber uns gefiel die JBL PartyBox 300 genau so, wie sie ist. Das gilt nicht nur für den packenden Klang. sondern auch für das rundum gelungene Gesamtkonzept.

Alternativen

Die JBL PartyBox 300 ist, wie der Name schon sagt, eine echte Party-Maschine – und damit nicht unbedingt was für jeden. Aber auch hier gibt es interessante Alternativen.

Auch gut

Teufel Boomster XL

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Teufel Boomster XL
Wer gerne laut und bassbetont hört, ist mit dem Boomster XL gut aufgehoben. Er spielt klanglich in der Ersten Liga.

Der Teufel Boomster XL ist die Hilti unter den Bluetooth-Boxen – ein kräftiges, solides Beschallungswerkzeug für Erwachsene, das nicht nur laut ist, sondern auch klanglich locker so mancher heimischen Stereoanlage Konkurrenz macht. Dabei steht ganz in der Tradition des Ghettoblasters: Groß, schwer, laut. Und wenn man damit unterwegs sein will, sollte man am besten auch ähnlich athletisch gebaut sein wie die schweren HipHop-Jungs der 90er, die den Ghettoblaster damals groß gemacht haben.

Denn der über einen halben Meter breite, schwarze Quader wiegt ganze 10 Kilogramm und besteht aus dicken Aluminiumplatten. Sein Trageriemen gereicht jeder Reisetasche zur Ehre, allein die seitlichen Aufnahmen aus Metall strahlen die Solidität eines Werkzeugs aus. Schon der erste Eindruck vermittelt also Respekt. Und respektvoll geht es auch weiter, wenn man ihn einschaltet: Seine Leistung von bald 100 Watt sieht man dem Teufel Boomster XL nicht nur förmlich an, man hört diese Überlegenheit auch deutlich raus – bei jeder Musikart.

Spätestens nach den ersten Klängen wird klar: Das ist nicht einfach ein leicht zu groß geratenes Gadget – das ist eine Kampfansage an jede Stereoanlage. Der Teufel Boomster XL macht eine erstaunliche Dynamik, klingt auch bei hoher Lautstärke sehr ausgewogen und lässt sich toll handhaben. Dabei hält er mit seinem Tiefgang und der hohen Präzision das Gros der Bluetooth-Boxen zum Narren.

Die Bluetooth-Verbindung ist schnell aufgebaut – mit kompatiblen Android-Devices sogar komfortabel mithilfe von NFC. Dabei bringt neben dem Apt-X-Codec auch eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für analoge Verbindungen mit. Außerdem ist bereits ein Radio mit UKW-Tuner eingebaut.

So eindrucksvoll der Boomster XL gleich nach dem Auspacken dasteht, so eigenwillig ist auch die Bedienung – vor allem am Anfang. Selbsterklärend ist er nicht gerade, da muss man erstmal die Anleitung studieren. Man wünscht sich schnell ein Display, denn die Rückmeldung ist eher mau. Gerade die Bedienung des wirklich satt und im Stimmbereich sehr angenehm klingenden UKW-Radios ist alles andere als perfekt.

Dank des leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus kann man den Boomster XL auch gänzlich von der Leine lassen: Er spielt auch jenseits der Steckdose wacker weiter. Bis zu zehn Stunden sind es laut Hersteller, bei geringerer Lautstärke aber deutlich länger. In der Redaktion konnten wir ihn leider nicht bis zum bitteren Ende bei voller Lautstärke laufen lassen, drei bis vier Stunden dürften aber auch bei Maximalpegel realistisch sein. Zur Not nimmt der Boomster XL über seinen 12-Volt-Anschluss aber sogar vom Auto Strom auf.

Unter dem spritzwasserfesten Aluminiumgehäuse finden sich zwei 2,5-cm-Gewebekalotten für den Hochtonbereich, zwei 7-cm-Mitteltöner und ein 16-cm-Polyproylen-Bass für den Downfire-Subwoofer. Angetrieben wird dieses 2.1-System von drei Class-D-Endstufen mit ingesamt 80 Watt Sinusleistung.

Positiv fiel übrigens auf, dass man sich trotz des Aluminiums, das normalerweise eine dämpfende Wirkung auf den Bluetooth-Empfang haben könnte, frei mit dem Smartphone in der Wohnung bewegen konnte, ohne damit den kleinsten Aussetzer zu produzieren. Der Radius mag sich mit der Bausubstanz ändern, doch einen weiteren Wirkungsbereich kann man sich von Bluetooth-Streaming kaum wünschen – für rauschende Parties ein wichtiger Punkt, auch wenn hier ein Modus für mehrere Wireless-DJs das Tüpfelchen auf dem »i« wäre.

Groß und laut

Marshall Stanmore II

Mit elektronischen Drehreglern ohne Anschlag für Lautstärke und Bass/Treble hält die Moderne Einzug. Der Marshall Stanmore II klingt famos, spielt sehr laut und satt auf mit wohldosierter Hochtonwiedergabe plus sattem, tiefem Bass. Die Tischversion der legendären Gitarrenverstärker fährt 65 Watt Gesamtleistung auf und erreicht mühelos Pegel, die kompakten Stereoanlagen entsprechen. Bis auf die breite Bühne einer echten Stereoanlage mit separaten Boxen wird man kaum etwas vermissen. Das Netzteil ist gleich eingebaut, mit der Marshall Bluetooth App kann man sich an Equalizern austoben.

Wer andere Bluetooth-Boxen gewohnt ist, muss sich hingegen auf Abstriche in der Mobilität machen: Der Marshall Stanmore II spielt nur drinnen an der Steckdose. Dafür hat der kleine Bassreflex-Lautsprecher sein Netzteil gleich eingebaut.

Wie schon den Acton II gibt es auch den Stanmore II wahlweise in einer etwas teureren Fassung mit eingebautem Voice-Assistant. Die hört auf den Namen Stanmore II Voice und hat entweder Amazons Alexa oder dem Google Assistant an Bord.

Noch größer

Marshall Woburn II

Test besten Bluetooth-Lautsprecher: Marshall Acton II
Wer nicht genug von Marshall bekommen kann, greift zum Woburn II, dem größten und leistungsstärksten Modell des Herstellers.

Beim Anschalten des Marshall Woburn II gilt es zunächst den kleinen Frust über den wabbeligen Kippschalter zu verdauen. Doch schon das für den 1962 gegründeten Bühnenverstärkerbauer typische Gitarrenriff beim Aufwachen und beim Koppeln mit dem Smartphone lässt erahnen, was einen klanglich erwartet: Der Woburn II klingt so richtig warm und richtig fett im Bass.

Dabei bedeutet fett keineswegs, dass die stattlich große, 8,6 Kilogramm schwere Bassreflexbox zum Dröhnen neigt. Sie kommt nur einfach richtig tief in den Keller und legt im Bass vom Pegel rock- und pop-affin noch eine Schippe drauf. Das ist nicht 100-prozentig ausgewogen, wirkt aber richtig satt und macht mächtig Spaß. Die angegebenen 110 dB Maximalpegel scheinen nach unseren Hörtests keineswegs übertrieben. Wer nicht auf richtiges Stereo Wert legt, bekommt hier für einen vergleichsweise günstigen Preis ein exzellentes, feinfühlig abgestimmtes One-Box-System mit dem er große Räume mit Sound fluten und Partys beschallen kann. Wer darüber Deep Purple live hört, staunt nicht nur über feine Details und einen authentischen, tosenden Applaus.

Es erschließt sich auch, warum die Rock-Heroen von einst auf Marshall vertrauten. Zum Mitnehmen oder für Klassik ist die tolle Kiste allerdings ungeeignet. Das Sahnehäubchen ist eine App mit Sound-Presets und wer will bekommt den Woburn II für 50 Euro Aufpreis als Multiroom-Speaker.

Preis-Tipp für zuhause

Ikea Eneby 30

Bluetooth-Lautsprecher Test: Ikea Eneby30
Der Ikea-Lautsprecher für Zuhause besticht mit amtlichem Bass, gutem Klang und einem mehr als fairen Preis.

Der Ikea Eneby 30 ist der große Bruder des Eneby 20 und nur für den Hausgebrauch konzipiert. Bei nur um 3 cm von 8 auf 11 cm gewachsener Flachbauweise schöpft er aus auch seinen 30 x 30 cm großen Frontmaßen mehr Volumen. Zudem spendierten die Entwickler dem Eneby 30 einen zweiten Tief-Mitteltöner zur Unterstützung seiner Seidenkalotte für den Hochtonbereich.

Damit konnte die Bassreflexbox ganz schön laut spielen und kam auch bemerkenswert tief hinab. Die Stimmwiedergabe gelang ihr natürlicher und detailreicher als der Eneby 20. In dieser Disziplin lag die Eneby 30 auf ähnlichem Niveau wie unser deutlich teurerer bester mittelgroßer Bluetooth-Lautsprecher JBL Xtreme 2. In der Tieftonwiedergabe übertraf der kantige Newcomer sogar den Champion – sowohl von der Präzision als auch vom tieferen Fundament her.

Das ist schon mehr als nur ein Hauch von HiFi, für deutlich unter 100 Euro. Für ein kleines Geld gibt es sinnvolles Zubehör direkt bei Ikea, nämlich Wandhalterung und Lautsprecherständer aus Metall. Die Abmessungen passen obendrein optimal zu diversen Möbeln wie dem Kallax-Regal oder dem Lack-Wandregal. Der Kauf eines Netzteils wie bei JBL und Co. ist nicht nötig, dafür kann die Ikea Eneby 30 nur an der Steckdose betrieben werden.

Ein Outdoor-Einsatz empfiehlt sich aber wegen der sperrigen Bauweise und dem fehlenden Schutz gegen Schmutz und Wasser ohnehin nicht. Hinten leistet sich Ikea sogar ein weit geöffnetes Bassreflexrohr – ein No-go für Outdoor-Einsätze, aber ein Turbo für den »amtlichen« Bass. Darunter findet sich wie bei der Eneby 20 eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für analoge Signale. So praktisch der Drehknopf zum Anschalten und zur Pegeljustage ist, so lästig ist die fehlende Synchronisation mit der Lautstärkeregelung des Smartphones.

Für alle, die den Eneby 30 im Haus betreiben wollen, ist das aber auch schon der einzige Nachteil, den man für einen Bruchteil des Preises vom JBL Xtreme 2 verschmerzen kann. Da sich bis zu acht Bluetooth-Musikquellen mit dem Eneby koppeln lassen, ist er auch gut für Partykeller geeignet.

Außerdem getestet

Aiwa ist wieder da. Mit dem Exos-9 möchten die Japaner an glorreiche Zeiten anknüpfen, in denen sie vor allem durch Transistorradios und andere Mobilgeräte bekannt waren. Der Bluetooth-Lautsprecher erinnert konzeptionell an jene Ghetto-Blaster aus dem letzten Jahrhundert, nur dass statt UKW-Radio und Kassettenlaufwerk jetzt Wireless-Streaming im Mittelpunkt steht.

Zwar gibt es noch einen analogen 3,5-mm-Klinkeneingang, aber das alles spielt hinter Bluetooth nur die zweite Geige. Der rückseitige USB-Anschluss dient nur dem Laden von Smartphones. Zur Wandlung der analog oder kabellos digital eingespeisten Musik in druckvolle Luftschwingungen stehen 200 Watt Dauerleistung, verteilt auf 5 Treiber, bereit. Das sind zwei 2-Wege-Systeme für beide Kanäle plus ein zentral platzierter 6,5-Zoll-Doppel-Schwingspulen-Subwoofer mit Bass-Reflex-System. Wem das noch nicht genug Schalldruck verspricht, der kann zwei Exos-9 so zusammenschalten, dass jeder Kanal von einer eigenen Lautsprecherbox übernommen wird. Dabei verbreitert sich nebenbei noch die Stereo-Basis.

 Bluetooth-Lautsprecher Test: 6 (1)

Für den auffallend großen Akku, der über 9 Stunden Musik abseits des Stromnetzes ermöglichen soll, gibt es ein Fach auf der Rückseite. Wer also zwei Akkus besitzt, kann damit sogar schnell nachladen und noch länger draußen Musik genießen. Der Aiwa Exos-9 bietet auch Gimmicks, wie den individuell einstellbaren 5-Kanal-Equalizer und vier schaltbare Sound-Presets. Zur Anzeige dieser Funktionen dient ein großes blau illuminiertes Front-Display, das Touch-Tastenfeld sitzt auf der Oberseite. Um die Tasten zum Leuchten zu bringen, muss man sie zunächst berühren.

Da man die Touch-Tasten sich auf dem ebenen Feld nicht ertasten lassen, lässt die Bedienung im Dunkeln zu wünschen übrig. Hier wäre es hilfreich, wenn man nicht genau auf eine Taste drücken müsste, um die Beleuchtung zu aktivieren, sondern irgendwo auf dem Feld die gleiche Wirkung erzielen könnte. Noch besser wäre ein Näherungssensor, der die Beleuchtung schon vorm Auftreffen des Fingers aktiviert. Und auch der Equalizer könnte etwas intuitiver zu benutzen sein.

 Bluetooth-Lautsprecher Test: 4 (1)

Da sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Immerhin besitzt der Aiwa Exos-9 einen praktischen Drehknopf zur Lautstärkeregelung, der auch sicher stellt, dass zumindest diese zentrale Funktion auch im Dunkeln guten Zugriff gewährt. Die Verarbeitung ist sehr ordentlich, es gibt sogar auf der Rückseite einen Kippschalter zur Aktivierung und ein »amtliches« dreipoliges Netzkabel wie bei hochwertigen HiFi-Komponenten. Das Gewicht von 10 Kilogramm spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Damit sich der Aiwa Exos-9 gut tragen lässt, hat er auf der Rückseite eine Griffmulde.

Klanglich lieferte der Lautsprecher eine starke Vorstellung. Er erzeugte eine breitbandige Wiedergabe mit sehr sattem Bass und brillanten, feinzeichnenden Höhen. In einer Preisklasse, in der es mitunter nur Breitband-Chassis mit passiven Bass-Radiatoren gibt, sind der aktive 16,5-cm-Subwoofer und richtige Hochtöner auch wirklich ein sinnvoller Luxus. Das hört man. Doch der Bass ist nicht nur sehr üppig, was vor allem Fans von Hip-Hop und Elektro-Pop überzeugen dürfte. Er hat auch Tiefgang, ganz ordentliche Kontur und den nötigen Kick.

 Bluetooth-Lautsprecher Test: 5 (1)

Bei allen, die gerne Rock oder Jazz hören, dürfte der Aiwa Exos-9 mit seiner ausgewogenen, natürlich wirkenden Mittenwiedergabe punkten. Alle miteinander können sich über hohen Maximalpegel und zackige Dynamik freuen. Attacke und Timing sind so gut, dass der etwas betonte Bass trotzdem nicht schwammig wirkt. Für richtiges Stereo wie man es von einer HiFi-Anlage kennt, liegen die beiden Kanäle zu dicht aneinander.

Doch mit seiner Gehäusebreite von gut einem halben Meter sind die Mittel- und Hochtöner weit genug auseinander, um eine viel größere Bühne als die meisten Mitbewerber zu erzeugen, die es für diesen Preis zu kaufen gibt. Man sollte das Bass-Wunder möglichst frei aufstellen. Wer ihn dennoch in Wandnähe betrieben will, kann gegebenenfalls mit dem Equalizer den Tiefgang etwas zähmen.

Alles in allem gelingt Aiwa mit dem Exos-9 ein starkes Comeback.

Harman Kardon Go + Play

Preislich sehr interessant ist der Harman Kardon Go + Play. Für ihn muss man gerade einmal die Hälfte unseres Testsiegers ausgeben und bekommt kräftigen Bass und ausgewogenen Klang. Wer nicht gleich 600 Euro oder mehr auf den Tisch legen möchte, für den ist der Lautsprecher eine gute Alternative. Er kostet gerade mal halb so viel wie der Boomster XL.

Der Go + Play erinnert von der Form her an einen Ghettoblaster, nur schicker, und ist in dieser Form schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Seit kurzem gibt es eine neue Version mit integriertem Akku, die alte Version musste man noch mit Batterien ausstatten. Dank USB-Buchse kann man über den Akku auch sein Smartphone aufladen. Er reicht für rund acht Stunden, bei hoher Lautstärke sind noch rund drei Stunden drin. Die volle Lautstärke spielt der Go + Play allerdings nur, wenn er ans Stromnetz angeschlossen ist. Und auch dann spielt er nicht so laut wie der Boomster XL.

Auch am Klang wurde bei der neuen Version geschraubt. Der Go + Play klingt jetzt noch ausgewogener und auch der ohnehin schon beeindruckend kräftige, druckvolle Bass hat nochmal etwas zugelegt und spielt auch bei höheren Pegeln gut mit. Zwei Go + Play können zum Stereopaar gekoppelt werden – wobei es eher die Ausnahme sein dürfte, dass man zwei davon zur Verfügung hat. Praktischer ist da die Freisprecheinrichtung zum Telefonieren.

Der Go + Play ist keine brachiale Partymaschine sondern ein sehr gut klingender Lautsprecher fürs Musikhören zuhause, der aber auch einer kleinen Runde bei einer Zimmerparty gut einheizen kann.

Mit einem Gewicht von 3,7 Kilogramm ist der LG PK-7 das Schwergewicht unter den Bluetooth-Lautsprechern im Programm der TV-Spezialisten. Er lässt sich mit über 30 Zentimetern Breite und seinen an allen vier Seiten platzierten Griffschienen nicht so leicht in die Tasche stecken. Trotzdem verleiht ihm Spritzwasserschutz nach IPX5 eine gewisse Outdoor-Tauglichkeit.

Immerhin spendierte LG dem PK-7 zwei 2-Wege-Systeme, die von seitlichen Passiv-Membranen für den Bass unterstützt werden. Der unter Mitwirkung des Hi-Res-Audio-Spezialisten Meridian entwickelte Bluetooth-Lautsprecher ist ein Schnäppchen, besonders, weil er für die Hälfte seines Listenpreises zu haben ist. Dafür bringt er sogar noch ein richtiges Netzteil mit, das nebenbei noch 10 Watt Mehrleistung freisetzt.

Auch sein für 20 Stunden abseits des Stromnetzes ausgelegter Akku ist prima. Um alles an Spielzeit herauszukitzeln, sollte man jedoch die Light-Show deaktivieren, was wegen der Doppelfunktion der auch zur Aktivierung des Sprachassistenten verwendeten Taste etwas umständlich ist – die LG Music Flow Bluetooth App erwies sich leider am iPhone als totaler Blindgänger.

Was der LG PK-7 im Hörtest bot, war beachtlich – selbst, wenn man den vollen Preis zugrunde legt. Er klang richtig satt und erwachsen und stand auch dynamisch einer kleinen Stereoanlage nicht nach. Wer zwei identische LG-Bluetooth-Boxen koppelt, kann nicht nur noch mehr Pegel für einen Spottpreis aus seinem Sound-System kitzeln, sondern eine richtige breite Stereo-Bühne genießen.

Der Klang ist für Preis und Größe schlicht famos, ganz besonders, wenn die »Clear Voice«- und »Anhanced Bass«-Funktionen aktiviert sind. Es fehlt an gar nichts, Bässe und Höhen wirken sehr klar und ausgewogen dosiert, die Mitten kommen sehr natürlich herüber. Dabei kann der LG PK-7 ohne Einbußen beim Bass um einiges lauter spielen als die meisten anderen Bluetooth-Lautsprecher seiner Klasse.

Wenn weniger Outdoor-Tauglichkeit und Mobilität, sondern Klang im Vordergrund steht, ist der LG eine preiswerte Alternative zum JBL Xtreme 2, der noch sattere Party-Bässe und etwas lebendigere Stimmwiedergabe bietet.

Auf kleinere Brüder wie den FreePlay Go und den FreePlay Home könnte der im Vergleich riesige Mackie FreePlay Live eigentlich stolz sein. Dummerweise stehlen ihm die beiden Leichtgewichte fast ein wenig die Schau.

Gemessen an den Erwartungen, die deren beeindruckende Performance in Verbindung mit dem Wissen um 4 Kilo Kampfgewicht und ein 19,7 x 35,6 x 17,8 Zentimeter großen Gehäuse im Profi-Look und den 150 Watt wecken, klang der größte Bluetooth-Lautsprecher der FreePlay-Serie gerade im Bass verhältnismäßig zahm – ganz besonders bei geringen Lautstärken. Dabei fährt er im Gegensatz zu den beiden Kleineren sogar 2-Wege-Systeme mit 6-Zoll-Tief-Mitteltönern (15,2 Zentimeter Durchmesser) plus 2,5-cm-Kalottenhochtönern auf. Allerdings setzt er zu Gunsten höherer Präzision auf ein geschlossenes Gehäuse, während seine Brüder auf Bassreflex-Abstimmung mit Passiv-Radiatoren für höchste Effizienz bei tiefen Tönen bei gleichzeitig ganz ordentlicher Kontrolle setzen.

Abgesehen von der überraschend neutralen, an Studio-Monitore angelehnten Abstimmung wirkt der FreePlay Live viel erwachsener als der Rest der Serie. Das beginnt schon mit den doppelten XLR-Eingängen aus der Studio-Technik, die den Anschluss von professionellen Mikrofonen oder Keyboards ermöglichen. Es gibt auch einen Mono-Summen-Ausgang mit 6,3-cm-Klinke zum Anschluss von Subwoofern. Damit zielt Mackie auf Entertainer und Feten-Fans, die nicht zu viel Geld ausgeben wollen und die Mobilität und Flexibilität eines Bluetooth-Lautsprechers schätzen.

Der eigentliche Clou ist die FreePlay Connect App für iOS und Android, die beim Top-Modell der FreePlay-Reihe neben der üblichen Koppelung zwei Boxen eine ganze Reihe nützlicher und cooler Features bereitstellt. Es gibt einen 3-Band-Equalizer zur Beeinflussung von Bässen, Mitten und Höhen. Dazu gibt es Klang-Presets (Music-EQ- und Live-EQ-Mode) und man kann sogar den Reverb nach Bedarf einstellen. Keine Frage, dass der mit Netzteil und Lithium-Ionen-Akku für bis 15 Stunden Betrieb ohne Netzanschluss und Schraubgewinde für Stativmontage ausgestattete FreePlay Live richtig laut und präzise aufspielen konnte.

Der Bass bleibt allerdings auch nach Manipulationen mit dem Equalizer etwas zugeschnürt, doch dank hoher Neutralität, Auflösung, Präzision und nicht zu vergessen, ausgezeichneter Pegelfestigkeit überzeugte der FreePlay Live. Mit keinem anderen Bluetooth-Lautsprecher aus der Serie besaßen Stimmen eine so hohe Authentizität und innere Dynamik, vom Ausdruck ganz zu schweigen. Der Bass begeistert auf lange Sicht, denn er stellt Qualität über Quantität und überzeugt vor allem bei hohen Pegeln, wo andere Bluetooth-Speaker längst den Chassis-Hub im DSP durch Limiter begrenzen.

In den Höhen gilt das gleiche Motto, sie kommen sehr impulsiv, aber keinesfalls scharf. Für ein verhältnismäßig kleines Geld bekommt man hier eine richtige kleine PA, die sich über die App mit separaten Pegelstellern für die Analog-Eingänge und Bluetooth plus Masterlevel wie ein Profi-Gerät steuern lässt. Das bekommt man leider auch negativ zu spüren. Die Musik muss man bei Bluetooth-Betrieb zwar aus der entsprechenden App seines Smartphones oder Tablets einspielen, verliert dabei allerdings ein Stück weit die Kontrolle über die Lautstärke. Die interne Lautstärkeregelung mit ihrer 6-Segment-LED-Pegel-Anzeige ist nämlich nicht wie bei den kleinen FreePlay-Modellen mit der Music-App des Wiedergabegeräts und den seitlichen Tasten am Handy, sondern mit dem Master-Fader der FreePlay Connect App synchronisiert.

Marshall wechselt mit dem Tufton vom üblichen Quer- ins Hochformat. Auf jeden Fall entstand einmal mehr ein schweres Gerät mit hochwertiger Verarbeitung, das der guten alten Zeit des E-Gitarrenrocks huldigt. Während Marshall zwischenzeitlich auf der Oberseite seiner Bluetooth-Lautsprecher endlosdrehende elektronische Regler verwendete, gibt es jetzt für Lautstärke-, Bass- und Höhenregelung wieder satt laufende analoge Potentiometer. Das hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Die Lautstärke wird am Gerät unabhängig vom Handy geregelt und arbeitet im Zweifelsfall gegen die weitere Regelung.

Das 3-Wege-System verspricht eine hohe Bandbreite und satten Pegel. Neben dem Frontgitter, dass an die legendären Gitarrenverstärker von Marshall erinnert, hat der Tufton noch eine vergitterte Öffnung auf der Rückseite. Dort soll ein Breitband-Lautsprecher für ein 360-Grad-Klangerlebnis sorgen, damit das Gerät mit seinen vier, insgesamt 80 Watt starken Class-D-einstufen den Zuhörern überall im Raum richtig einheizen kann. Der Hersteller verspricht immerhin 102 Dezibel Maximalpegel für den 4,9 Kilogramm schweren Lautsprecher.

Damit man damit überall Party machen kann, verpasste Marshall dem Tufton einen Spritzwasserschutz nach IPX2-Norm – was angesichts des eher nach Indoor denn nach Outdoor ausschauen Gehäuses mit seinem rückseitigen Lautsprecher und der ebenfalls auf der Rückseite untergebrachten großen Bassreflexöffnung und integriertem Netzteil manchen überraschen dürfte. Abgerundet wird die Outdoor-Tauglichkeit durch einen Akku, der genug Energie für bis zu 20 Stunden speichern soll. Allerdings zeigte sich, dass beim Auskosten der üppigen Leistungsreserven die einzelnen LED-Balken der Batterieanzeige schon vergleichsweise schnell ausgingen. Immerhin verspricht Marshall 20 Minuten Ladezeit für 4 Stunden Musikgenuss jenseits der Steckdose.

Was den Klang betrifft, erfüllt der Marshall Tufton den Erwartungen, die sein 22,9 × 35 x 16,3 Zentimeter großen Gehäuse weckt. Allerdings sollte man dazu den Lautstärkeregler auf der Oberseite etwas aufdrehen, denn der Tufton verhält sich genau entgegengesetzt zu einem normalen Bluetooth-Speaker: Während die bei höherem Pegel den Bass zurückdrehen, weil sie an den Limits ihrer begrenzten physikalischen Reserven stoßen, klang dieser Lautsprecher erst richtig satt und dabei auch kontrolliert in Bass und spritzig in den den Höhen, wenn man ihm etwas Dampf machte. Dabei blieben leider die Stimmen etwas blass, doch die reichlich vorhandene Würze ganz oben und ganz unten generierte einen ganz guten Boogie-Faktor – Synonym für eine emotional ansprechende Performance.

Was das multidirektionale Abstrahlverhalten betrifft, macht der hintere Treiber schon einen Unterschied zu konventionellen Boxen. Aber wer die maximale Dröhnung erwartet, sollte schon davor stehen – und zwar ruhig mit anderthalb bis zwei Metern Abstand, weil es dann ausgewogener klingt als direkt vor der Box. Ein Desktop-Lautsprecher ist dieser Spaßmacher jedenfalls nicht.

Der Preis des Marshall Tufton erscheint angemessen, auch wenn nicht wie von der Kultmarke gewohnt, ein kultiges, spiralförmiges Klinkenkabel für den Analog-Eingang beiliegt. Immerhin kann der mit Bluetooth 5.0 ausgerüstete Lautsprecher dank Multi-Host-Funktion gleichzeitig eine drahtlose Verbindung zu zwei Wiedergabegeräten halten, die sich dann beim Abspielen eine DJ-Battle liefern können.

Ebenfalls nicht für den mobilen Einsatz gedacht ist ein weiterer Brite, der fantastische Newcomer Mu-So QB der Edel-Hifi-Schmiede Naim Audio. In dem kleinen Würfel ist eine erstaunliche Menge Lautsprecher untergebracht, die in alle Richtungen abstrahlen.

Gesteuert wird der Mu-So über das schicke Bedienfeld auf der Oberseite oder per App. An Anschlüssen ist alles vorhanden, was man sich wünschen kann: Bluetooth, WLAN, AirPlay, USB und ein analoger Eingang.

Klanglich bietet der Mu-So Bass satt und ebenfalls sehr warme Klangfarben, doch diesmal mit einer Extraportion Temperament und viel Kontur. Aber auch er reicht bei der Spielfreude nicht an den Boomster XL heran. Preislich liegt man mit dem Mu-So QB allerdings nochmal eine ganze Ecke höher, rund 800 Euro muss man für den kleinen Klangwürfel hinblättern.

Vom Schalldruckpegel lässt der Teufel Rockster Air andere Bluetooth-Boxen ganz schön alt aussehen – Teufel verspricht maximal 112 dB. Das Gleiche gilt bei den Anschlüssen: Neben Bluetooth 4.0 mit apt-X gibt es Anschlüsse für Mikrofon, Musikinstrumente und Line-In. Stereo-Pairing ist möglich, was nicht nur für eindrucksvolle Räumlichkeit, sondern auch für noch mehr Pegelreserven sorgt.

Unter einer Plexiglasklappe auf der Oberseite des äußerst robusten Gehäuses aus Kunststoff und MDF befindet sich ein beleuchteter 4-Kanal-Mixer– damit sind der kreativen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Das 2-Wege-Bassreflex-System mit seinem stattlichen 25-cm-Tieftöner aus beschichteter Zellulose und wirkungsvollem Hochton-Horn hat sogar einen Akku für bis zu 30 Stunden autarken Outdoor-Betrieb an Bord. Was wir an diesem stattlichen 72-Watt-Monster vermissen, sind Griffmulden – schon das Herausheben aus der Verpackung war deshalb ein ziemlicher Akt.

Ansonsten beeindruckte die fast einen halben Meter hohe Berliner Box durch eindrucksvolle, vor allem druckvolle Performance. Für ein Hornkonzept klangen Stimmen sehr ausgewogen und natürlich. Der Bass besaß, dem Party-Konzept geschuldet, etwas Übergewicht, war aber keinesfalls wummrig und sowieso kein Vergleich zu dem, was man gewöhnlich in dieser Preisklasse an Punch, Substanz und Boogie-Faktor geboten bekommt.

Wer nicht primär auf laute Partys aus ist, für den ist, was das Gesamtkonzept angeht, dennoch unser Testsieger, der Teufel Boomster XL, der bessere Kauf fürs Wohnzimmer – obgleich er mit dem abnehmbaren Trageriemen für besondere Anlässe ebenfalls eine gewisse Mobilität an den Tag legt.

Stramme 6,6 Kilo bringt des skandinavische Designer-Stück Baggen von Urbanears auf die Waage. Unter seinen in sechs Farben lieferbaren Stoffüberzügen verbirgt sich schließlich ein solides MDF-Gehäuse wie bei einem richtigen Lautsprecher.

Auch die Treiber sind auf Augenhöhe mit HiFi-Boxen –und das hört man auch. Der Baggen kommt mit seinem 13,3-cm-Tieftöner und Downfiring-Bassreflexrohr verblüffend tief in den Frequenzkeller, ja er hat sogar die Sekundärtugenden eines Subwoofers. Dabei klingt er viel sauberer als die meisten seiner Art. Allerdings nimmt er aber reichlich Platz weg. Der Baggen ist der größte Lautsprecher in diesem Test und gehört eigentlich schon eher in die Multiroom-Kategorie. Denn neben Bluetooth kann der Baggen auch per WLAN mit Musik versorgt werden.

Die Einrichtung gelingt mit der Urbanears Connected App schnell und problemlos – zudem ganz ohne Registrierungszwang und sogar ohne Passworteingabe für die erforderliche WLAN-Verbindung. Anschließend hat der User die Wahl zwischen Bluetooth-Streaming und dem klanglich besseren WLAN. Unterstützt wird neben Apples AirPlay auch Googles Chromecast, aber auch Webradio und Spotify direkt aus der eigenen App.

Die via Drehknopf geregelte Lautstärkeeinstellung ist sowohl über Bluetooth als auch über AirPlay mit dem Smartphone synchronisiert, die gesamte Bedienung bereitet keine Probleme. Mit einem zweiten Drehknopf auf der Oberseite des sperrigen Kastens lassen sich die Quellen anwählen und sieben Spotify-Playlists beziehungsweise Webradio-Stationen abrufen.

So macht das Musikhören dauerhaft Freude, besonders, wenn Bässe so tief, satt und sauber kommen und die von zwei Breibändern wiedergegebenen Höhen und Mitten so klar und natürlich wirken. Zudem gibt es Pegelreserven wie bei einer richtigen Stereoanlage.

Wer den Urbanears Baggen zu mächtig und zu kostspielig findet, kann sich den Urbanears Stammen ansehen: Er ist eine maßstabsgetreue Verkleinerung des großen Bruders.

Er verfügt über drei Lautsprecher, zwei davon sind allerdings Kalottenhochtöner. Der Tieftöner ist nur 10 Zentimeter groß, das kostet ganz unten einiges an Bassfundament und lässt die Bässe nicht ganz so präzise wirken wie beim Baggen. Die Klangfarben von Stimmen und Instrumenten wirken allerdings ebenfalls ausgesprochen natürlich. Die Inbetriebnahme ist ebenso unproblematisch wie beim großen Bruder und auch hier ist WLAN mit AirPlay und Chromecast an Bord. Für Nebenräume ist der Stammen eine gute Ergänzung, wenn es auf die letzten Klangnuancen und hohe Pegel nicht so ankommt.

Bernd Sandhöfer
Bernd Sandhöfer

Der richtige Sound mit Zeitgeist.

Test
Test

Tivoli cube und orb wäre interessanter als Tivoli one digital

t.lo
t.lo

Super Artikel. Vielen Dank für diesen ausführlichen Test!

Manu
Manu

Mein Preis-/Leistungssieger sind ZWEI Sony SRS XB 10 als Stereo Paar. Gibt es immer wieder für zusammen < 45 € bei Amazon. Für s Bad oder spontane Party unterwegs mein portabler Sieger. P.S. Ich hatte Sie schon alle…

Daniel
Daniel

Hatte vorher einen JBL Lautsprecher, allerdings musste ich feststellen dass der JBL ein extrem lautes und störendes Grundrauschen mit der Zeit bekam. Für mich der manchmal auch mal leise hören möchte ein no-go. Auf Nachfrage bei JBL keine Antwort erhalten. Scheint also ein bereits allseits bekanntes Problem zu sein.
Bin darauf umgestiegen zu Marshall, der klanglich und vom Grundrauschen her um einiges besser ist .

Hans-Peter Bürger
Hans-Peter Bürger

Super BTW Lautsprecher!

Tomi Machin Socorro
Tomi Machin Socorro

JBL ist das beste hab eine Charge 2+, Go! und zwei Xtreme

Sa Chelle
Sa Chelle

Top Gerät. Klare Höhen, Satter Bass. 50 Watt rms und Stereo. Für 140€. Deutsche Marke aus Berlin, leider nicht so bekannt.
Dockin D fine
In dieser Preisklasse kam klanglich nichts an ihn ran…. Und stellt man ihn in eine raumecke kann man auch größere räume (bei mir war es 30qm) gut beschalles, und durch die ecke verteilt sich der satte bass überall im raum.

Dominik David Mai
Dominik David Mai

Was ist mit dem JBL Boom Box

Tilo Leistner
Tilo Leistner

Ich vermisse den Alto TS 115W im Test…

Sven Schwerdt
Sven Schwerdt

Hab den boomster xl

Klaus Maus
Klaus Maus

War der Klipsch KMC3 nicht dabei um dem Rest auch eine Chance zu geben ?

Micka Kunkel
Micka Kunkel

Das ist alles Spielzeug für unterwegs. Wer Musik hören will sollte in anderen Dimensionen denken.

Matthias Wolf
Matthias Wolf

Schade das es den M 3000SW nicht als Bluetooth Lautsprecher gibt.Das wär ja mal ne Nummer

Marcel Nußbaum
Marcel Nußbaum

Sven, es gibt Leute, die zuhause BT Lautsprecher nutzen

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