Fahrradhandschuhe Test: Fahrradhandschuhe Aufmacher Copyright: Siam / Adobe Stock
test
Letztes Update: 16.9.2021

Die besten Fahrradhandschuhe

Wir haben 25 Fahrradhandschuhe getestet – vom kurzen, leichten Sommer-Rennradhandschuh bis zum winddichten Winterhandschuh. Gesamtsieger wurde der toll designte Ziener Cansen – doch entsprechend des breiten Einsatzspektrums von Fahrradhandschuhen, haben wir auch noch einige andere Empfehlungen.

Arnold Zimprich
ist seit Kindesbeinen sportlich sehr vielseitig unterwegs. Seinen ersten Pokal stellte er sich mit 6 Jahren in den Schrank, seitdem macht er das bayerische Voralpenland und die Gebirge Europas mit Laufschuh, Rennrad, Tourenski oder Eispickel unsicher. Er schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Alpin, das Bergzeit Magazin und die Alpenvereins-Magazine Panorama und Bergauf.
Letztes Update: 16. September 2021

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

17. Juni 2021

Pünktlich zu den ersten wirklich warmen Tagen haben wir zehn weitere Fahrradhandschuhe getestet, und zwar ausschließlich Kurzfinger-Modelle für den Sommer. Unser neuer Favorit ist der Ziener Cansen, außerdem haben wir mit dem Roeckl Isar und dem Gore Wear C5 Vent zwei neue Empfehlungen. Der alte Testsieger von Avidda ist weiterhin eine günstige Alternative, die bisherigen Empfehlungen Grebarley Fahrradhandschuh und Rh+ Shark Evo Glove sind ab sofort unter „Außerdem getestet“ gelistet.

Weitere Updates
Update Info-Service

Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

Sommerhandschuh, Winterhandschuh, Handschuh für die Übergangszeiten – auf dem Markt tummeln sich viele Fahrradhandschuhe zwischen rund 10 und 80 Euro. Wir haben 25 Handschuhe herausgepickt und genauer untersucht.

Dass die Markenhersteller die Nase vorne haben, beweisen die Testsieger – doch auch günstigere Modelle konnten überzeugen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Unser Favorit

Ziener Cansen

Test  besten Fahrradhandschuhe: Ziener  Cansen
Die Ziener Cansen haben alles an Bord, was zuverlässige, bequeme Fahrradhandschuhe brauchen: angenehme Polsterung, gute Passform, vernünftiges Ausziehsystem – ein schön gemachter Handschuh für anspruchsvolle Radler.

Der Ziener Cansen stach aus der Masse an Test-Handschuhen auf Anhieb heraus. Der dezent designte Handschuh bietet eine tolle Kombination aus Funktion, Passform und Materialeigenschaften. Gut gefallen hat uns insbesondere die Verarbeitung – der Ziener ist jeden Euro wert. Wo Fernost-Handschuhe oft auf zu grelle Applikationen oder zu viele irritierende Designelemente setzen, überzeugt der Cansen durch ein vornehm zurückhaltendes Design.

Qualität hat ihren Preis

Q36.5 Unique

Fahrradhandschuhe Test: Handschuhe
So viel Geld für einen kurzen Handschuh ist schon eine Ansage. Dafür erhält man einen nahezu nahtlosen, vorgeformten Rennradhandschuh, der die Test-Konkurrenz beim Tragekomfort souverän abhängt.

Wow, was für ein Handschuh! Das Modell Unique des italienischen Herstellers Q36.5 ist ein Komfort-Überflieger. Der Handschuh kommt auf Innenfläche und Handrücken ohne Nähte aus, zudem hat die von Elastic Interface entwickelte Handfläche 3D-Form. Das italienische Unternehmen hat ziemlich viel Hirnschmalz in den Rennrad-Sommerhandschuh einfließen lassen, was man vom ersten Moment an merkt. Nie haben wir einen bequemeren fingerlosen Handschuh getragen. Das hat allerdings auch seinen Preis: 65 Euro sind kein Pappenstiel.

Für Bikeabenteurer

Roeckl Isar

Test  besten Fahrradhandschuhe: Roeckl Isar
Robuster, schön verarbeiteter und langlebiger Radhandschuh mit hohem Komfort und hohem Schutzfaktor.

Der Roeckl Isar ist ein rundum robuster, schön designter und sehr komfortabler Radhandschuh, der speziell Radlern gefallen wird, die auf Radtour keine Kompromiss eingehen und Experimente machen wollen. Der Handschuh funktioniert einfach, ist schön designt und trägt sich auch auf langen Touren angenehm. Durch seine etwas höhere Materialdicke eignet er sich zudem nicht nur für den Hochsommer.

Dünn und unkompliziert

Gore Wear C5 Vent Gloves

Fahrradhandschuhe Test: Gore Wear C5 Gloves E1623744815877
Dünner, hochgradig atmungsaktiver Radhandschuh aus atmungsaktivem Material, gehört zu den leichtesten im Test. Minimalistische, aber erstaunlich effektive Polsterung.

Luftig, luftiger, Gore C5 Vent – diese Handschuhe sind die leichtesten und luftigsten im Test. Man erhält für 35 Euro einen federleichten Radbegleiter, der speziell an Hochsommertagen für Fahrspaß sorgt. Zwar verzichtet Gore Wear auf Features wie einen Klettverschluss, um das Gewicht zu drücken – dafür werden die Hände hier so gut belüftet, dass man kaum ins Schwitzen gerät. Ein Must-Have für sportliche Rennradler, die sich auch bei 30 Grad und mehr noch auf’s Rad schwingen.

Gut und günstig

Avidda Fahrradhandschuhe

Test : Avidda  Fahrradhandschuhe
Für einen sehr günstigen Preis bieten die Aviddas einen hohen Tragekomfort, eine flexible, anschmiegsame Innenhand und stretchiges, reflektierendes Obermaterial.

Der Avidda ist die Überraschung im Test – für den unschlagbaren Preis von nur zehn Euro bietet der Handschuh alles, was man für kürzere Ausritte auf dem Fahrrad braucht. Er ist bequem, bietet durch seine großen reflektierenden Flächen ein hohes Maß an Sicherheit und trägt sich durch elastische Bauteile sehr angenehm. Die Polsterung mag zwar etwas wulstig wirken – trotzdem empfehlen wir den Avidda allen Sparfüchsen, die einen gut funktionierenden Handschuh für kürzere Fahrten bis circa 30 bis 50 Kilometer suchen.

Warmes Winterwunder

Rh+ Soft Shell Glove

Test : rh+ Soft Shell Glove
Sehr warmer, angenehm sitzender und schön verarbeiteter Winterhandschuh, der bis rund -5°C Grad angenehm warm hält.

Mit dem Rh+ Soft Shell Glove gibt es bei den Winterhandschuhen einen klaren Gewinner. Der Handschuh überzeugt vom ersten Anziehen an mit einer ausgezeichneten Passform, Wärmeleistung und einem lang anhaltend hohen Tragekomfort. Er bietet der Hand genug Platz, schränkt nicht ein und hängt die Konkurrenz mit sinnvollen Features wie dem gut bedienbaren Klettverschluss ab. Der Handschuh ist eine gute Wahl für Winterradler, die einen zuverlässig wärmenden Begleiter suchen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Unser FavoritQualität hat ihren PreisFür BikeabenteurerDünn und unkompliziertGut und günstigWarmes Winterwunder
Ziener Cansen Q36.5 Unique Roeckl Isar Gore Wear C5 Vent Gloves Avidda Fahrradhandschuhe Rh+ Soft Shell Glove Vaude Mens Active Gloves Roeckl Itamos Rh+ Shark Evo Glove Grebarley Fahrradhandschuhe MTB Alé Winter Glove Boildeg Fahrradhandschuhe Halbfinger Macciavelli Fahrradhandschuhe für Männer Souke Fahrradhandschuhe Halbfinger Luroon Fahrradhandschuhe GripGrab ProGel Alé MTB Handschuh Gonex Fahrradhandschuhe Ziener Ceniz Meteor Radhandschuhe Under Armour Field Player 2.0 Kyncilor Handschuhe schwarz Bikingmoreok Fahrradhandschuhe UPhitnis Winterhandschuhe B-Forest Rotto Fahrradhandschuhe
Test  besten Fahrradhandschuhe: Ziener  CansenFahrradhandschuhe Test: HandschuheTest  besten Fahrradhandschuhe: Roeckl IsarFahrradhandschuhe Test: Gore Wear C5 Gloves E1623744815877Test : Avidda  FahrradhandschuheTest : rh+ Soft Shell GloveTest  besten Fahrradhandschuhe: Vaude Mens Active GlovesTest  besten Fahrradhandschuhe: Roeckl  ItamosTest : rh+ Shark Evo GloveTest : Grebarley Fahrradhandschuhe MTBTest : Alé Winter GloveTest : Boildeg Fahrradhandschuhe HalbfingerTest : Macciavelli Fahrradhandschuhe für MännerTest : Souke Fahrradhandschuhe HalbfingerTest  besten Fahrradhandschuhe: Luroon FahrradhandschuheTest : GripGrab ProGelFahrradhandschuhe Test: L17854018 Fango Nero Giallofluo Gd024Test : Gonex FahrradhandschuheTest  besten Fahrradhandschuhe: Ziener CenizTest  besten Fahrradhandschuhe: Meteor RadhandschuheTest : Under Armour Field Player 2.0Test : Kyncilor  Handschuhe schwarzTest  besten Fahrradhandschuhe: BikingmoreokTest : UPhitnis WinterhandschuheTest  besten Fahrradhandschuhe: Rotto Fahrradhandschuhe
Pro
  • Angenehm leicht
  • Flacher, funktionaler Klettverschluss
  • Silikonapplikationen für besten Sitz
  • Flexibel, keine Wulstbildung
  • Überragende Passform
  • Keine Nähte auf Grifffläche und Handrücken
  • Lang anhaltend hoher Tragekomfort
  • Fester Griff
  • Ausgezeichnete Verarbeitung
  • Angenehme Gelpolsterung
  • Griffiger Klettverschluss
  • Gut funktionierendes Ausziehsystem
  • Sehr leicht und luftig
  • Schnell trocknend
  • Trägt kaum auf
  • Überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Großflächige Reflektoren
  • Schöne, kleine Ausziehlaschen
  • Dezentes, vielseitig kombinierbares Design
  • Tolle Wärmeleistung
  • Angenehme Passform
  • Neopren-Schaft
  • Gut bedienbarer Klettverschluss
  • Schöne Verarbeitung
  • Ausgezeichnete Dämpfung
  • Toller Sitz
  • Schöne Verarbeitung
  • Angenehm stretchig
  • Schön verarbeiteter Klettverschluss
  • Hoher Tragekomfort
  • Angenehme Passform
  • Robuste, langlebige Verarbeitung
  • Gelpolster an der Innenhand
  • Toller Preis-Leistungsverhältnis
  • Robustes Material an der Innenhand
  • Dampfdurchlässiger Strick außen
  • Sehr flexibel
  • Angenehme Wärmeleistung
  • Gelposleterung
  • Ansprechendes Design
  • Preis-Leistung okay
  • Gute Passform
  • Angenehme Atmungseigenschaften
  • Tolle Passform
  • Praktische Ausziehschlaufen
  • Wisch-Frottee
  • Gute Dämpfung
  • Saubere Verarbeitung
  • Angenehmer Sitz
  • Gute Luftzufuhr
  • Reflektoren
  • Schöne Verarbeitung
  • Komfortable Gelpolsterung
  • Magnetfunktion
  • Auffällige Reflekoren
  • Leicht und atmungsaktiv
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Flexibler Verschluss
  • Silikonapplikationen
  • Sehr flexibles, elastisches Material
  • Gute Atmungseigenschaften
  • Tolles Preis-Leistungsverhältnis
  • Angenehm luftig
  • Schön strechiges Material
  • Schöne, große Reflektionsfläche
  • Sehr flexibel/stretchig
  • Hochgradig atmungsaktiv
  • Anziehschlaufe
  • Kuscheliges Innenfutter
  • Verarbeitung zufriedenstellend
  • Günstiger Preis
  • Großflächiges Wischfrottee
  • Angenehmes Temperaturmanagement
  • Dünnes, komfortables Material
  • Schönes Innenfutter
  • Schönes Ausziehsystem
  • Angenehm stretchig
Contra
  • Wischfläche bedingt aufnahmefähig
  • Vergleichsweise teuer
  • Hoher Preis
  • Etwas steife Konstruktion
  • Relativ teuer
  • Keine Protektoren
  • Kein Klettverschluss
  • Fragwürdige Lebensdauer
  • Etwas wulstige Polsterung
  • Etwas voluminös
  • Konservatives Design
  • Hoher Preis
  • Schnelle Abnutzung
  • Fragwürdige Lebensdauer
  • Etwas labbrige Klett-Konstruktion am Handgelenk
  • Enge Passform
  • Etwas gewöhnungsbedürftiges Design
  • Zweifelhafte Verarbeitungsqualität
  • Fragwürdige Lebensdauer
  • Vergleichsweise viele Nähte
  • Filigrane Ausziehlaschen
  • Antiquiertes Ausziehsystem
  • Wulstige Gelpolster
  • Kein Wischfrottee
  • Klettverschluss zieht Fäden an der Handschuhspitze
  • Enge Passform
  • Fragwürdige Verarbeitung
  • Fummeliger Ausziehvorgang
  • Etwas simple Verarbeitung
  • Unschöne Verarbeitung
  • Antiquiertes Ausziehsystem
  • Unangenehme Wulstbildung
  • Eigentlich für Fußball konstruiert
  • Schmutzanfällige Innenhand
  • Keine Polsterung
  • Unangenehmer Luftzug am Bund
  • Keine Polsterung
  • Kein Wischfrottee
  • Fragwürdige RV-Qualität
  • Mangelhaftes Ausziehsystem
  • Wulstige, klebrige Gelpolster
  • Beschichtung an der Innenhand löst sich
  • Keine Polsterung
  • Kein Wischfrottee
  • Vielzahl von Polstern mit zweifelhafter Haltbarkeit
Bester Preis
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EinsatzbereichSommerSommerSommerSommerSommerWinterSommerSommerÜbergangszeiten/AllroundÜbergangszeitenWinterSommerSommerSommerSommerSommerÜbergangszeitenÜbergangszeitenSommerSommerFußball/ÜbergangszeitenWinterSommerWinter/ÜbergangszeitenSommer
Touchscreen-tauglichk.A.k.A.k.A.k.A.k.A.Jak.A.k.A.JaJaJak.A.k.A.k.A.k.A.k.A.Ja (bedingt)Jak.A.k.A.NeinJak.A.Jak.A.
VerschlussKlettStretchbundKlettStretchbundKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettKlettStretchbundReißverschlussReißverschlussReißverschlussKlett
Art der PolsterungSchaumstoffSchaumstoffGel/SchaumstoffSchaumstoffSchaumstoffSchaumstoffSchaumstoffSchaumstoffGelSchaumstoffGelSchaumstoffSchaumstoffSchaumstoffGelGelSchaumstoffSchaumstoffGel/SchaumstoffGel/Schaumstoffkeine Polsterungkeine PolsterungGel (laut Aufschrift)keine PolsterungGel/Schaumstoff
AusziehhilfeBändchenAusziehlasche"Täschchen"BändchenAusziehlaschek.A.Bändchen"Täschchen"k.A.k.A.k.A.StretchbändchenStretchbändchenStretchbändchenAusziehlascheAusziehlaschek.A.k.A.BändchenAusziehlaschek.A.k.A.Ausziehlaschek.A."Täschchen"
Wisch-Frottee/LederJaNeinJaJaJaJaJaJaJaJaNeinJaJaJaJaNeinNeinJaJaJaJaNeinJaNeinJa
Handschuhe koppelbar?NeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinNeinJaNeinNeinNeinNeinNeinJaNeinNein

Kurze Handschuhtheorie: Von Gelpads und Wisch-Frottee

Um die Handschuhe am Handgelenk verschließen, fixieren und unangenehmen Luftzug verhindern zu können, kommen Klett- und Reißverschlüsse zum Einsatz. Einige Modelle haben auch nur einen Stretch-Bund. Am besten funktioniert in unseren Augen ein Klettverschluss wie ihn die meisten Hersteller verwenden. Er lässt sich je nach Wunsch etwas fester verschließen und erlaubt ein gewisses Maß an Flexibilität. Besteht er nicht nur aus weichem Textil, sondern ist mit härteren Gummielementen versehen, lässt er sich besser greifen.

Gel-Polster an der Handinnenfläche werden von einigen, aber längst nicht von allen Herstellern eingesetzt. Die meisten setzen aus Kostengründen auf Schaumstoffpolster, so auch im Test. Nachteil: Schaumstoff behält seine dämpfenden Materialeigenschaften speziell bei günstigeren Modellen nur selten über einen längeren Zeitraum, Gelpolster überzeugen über eine langanhaltend homogene Dämpfung.

Gel-Polster sind besser als Schaumstoff

Selfie auf dem Rad trotz langen Handschuhen? Kein Problem! Viele Hersteller versehen ihre Fingerhandschuhe mit Touchscreen-tauglichen Einnähern – meist am Zeigefinger. Das Wisch-Material funktioniert mal besser und mal schlechter, in den meisten Fällen ließ sich unser Smartphone im Test jedoch ganz gut bedienen. Die Touchscreen-Tauglichkeit ist in den letzten Jahren durchaus zu einem Kaufargument geworden.

Radfahrern läuft häufig die Nase. Taschentuch raus, Nase putzen, fertig – so geht die etwas hygienischere Variante. Wer allerdings fast jeden Tag auf dem Rad sitzt, wird für das Abwischen des »Nasentröpferls« nicht jedes Mal ein Taschentuch aus der Tasche ziehen wollen – Radprofis können ein Lied davon singen. Hier kommt das bei den meisten Handschuhen verbaute Wisch-Frottee an der Seite des Daumens zur Geltung, das schnelle Abhilfe bei tropfender Nase erlaubt.

Natürlich kann man es auch zum Abwischen beschlagener Brillengläser verwenden – je nachdem, was einen mehr plagt. Hat man mehrere Handschuhpaare, kann man die verunreinigten Handschuhe nach den Fahrradtouren in die Wäsche geben – von mangelnder Hygiene kann also keine Rede sein.

 Fahrradhandschuhe Test: Ziener

Testsieger: Ziener Cansen

Die Ziener Cansen gehören zu den etwas teureren Handschuhen im Test – und das merkt man. Schon bei einem ersten Kurztest über 12,5 Kilometer begeistern die Cansen mit ihrem tollen Sitz. Da kneift nichts, und die Handschuhe sind genau dort stretchig, wo sie stretchig sein sollen – am Handrücken und zwischen den Fingern. Keine Wulstbildung, schön verarbeitete Nähte – was braucht man mehr zum glücklich sein?

Unser Favorit

Ziener Cansen

Test  besten Fahrradhandschuhe: Ziener  Cansen
Die Ziener Cansen haben alles an Bord, was zuverlässige, bequeme Fahrradhandschuhe brauchen: angenehme Polsterung, gute Passform, vernünftiges Ausziehsystem – ein schön gemachter Handschuh für anspruchsvolle Radler.

Voll überzeugt hat uns das geschmeidige »AX Suede«-Kunstleder an der Innenhand, es macht einen wertigen, robusten und langlebigen Eindruck. Dass die Handschuhe keine Geldämpfung, sondern »XRD Tech-Protektoren” und damit technisch durchdachte Polster haben, ist nicht von Nachteil – eher im Gegenteil. Die Dämpfung ist angenehm straff. Überzeugt hat uns auch die strategisch positionierte Silikon-Applikation im Griffbereich. Mit den Handschuhen hat man die Lenkergriffe stets gut unter Kontrolle.

1 von 6
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Ziener setzt beim Cansen auf ein durchdachtes Polstersystem, Silikonstreifen verbessern den Grip.
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Schön ist auch die Belüftung, die Cansen schaffen den Spagat zwischen Schutz und Komfort.
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Auch Funktion und Gestaltung der Wischfläche hat uns gefallen.
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Das Ausziehsystem der Cansen lässt sich gut bedienen.
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Das Obermaterial der Ziener Cansen ist sehr dampfdurchlässig.
Fahrradhandschuhe Test: Ziener
Die Cansen gibt es in verschiedenen Farben – in schwarz wirken sie stylisch und elegant.

Zwar haben die Cansen nicht das saugfähige Wischfrottee der Ziener Ceniz, dieses wäre an diesem dezent-schwarzen, eleganten Handschuh jedoch auch fehl am Platz. Außerdem tut es auch das stattdessen verbaute Mikrofaser-Textil auch. Uns haben die Ziener Cansen jedenfalls voll überzeugt – sie verdrängen unseren bisherigen Favoriten, die günstigen Avidda, vom ersten Platz.

Alternativen

Zwar bietet unser Testsieger das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Gesamttest, aber auch weitere Modelle sind für andere Einsatzbereiche interessant. Wir haben noch weitere Empfehlungen, die wärmer sind, einen noch höheren Tragekomfort und/oder eine noch bessere Haltbarkeit aufweisen.

Qualität hat ihren Preis: Q36.5 Unique

Die Q36,5 Summer Glove Unique Handschuhe waren ausgesprochene Nachzügler im Test – und haben uns überrascht. Zum einen, was den Preis angeht – sie kosten zwischen 65 und 90 Euro. Zum anderen, was den Tragekomfort angeht – die Handschuhe sind mit Abstand die bequemsten fingerlosen Modelle im Test. Das liegt primär an ihrer Nahtfreiheit, was gleichzeitig das primäre Kaufargument ist.

Qualität hat ihren Preis

Q36.5 Unique

Fahrradhandschuhe Test: Handschuhe
So viel Geld für einen kurzen Handschuh ist schon eine Ansage. Dafür erhält man einen nahezu nahtlosen, vorgeformten Rennradhandschuh, der die Test-Konkurrenz beim Tragekomfort souverän abhängt.

»The first thee-dimensional, seamless and elastic palm for cycling gloves” schreibt der Entwickler und Hersteller der 3D-Handinnenfläche, das italienische Unternehmen Elastic Interface, über den Handschuh – und diese Dreidimensionalität merkt man auch. Der Handschuh schmiegt sich der Hand an, da reibt und zwickt nichts. Er sitzt schlichtweg wie eine zweite Haut.

1 von 5
Fahrradhandschuhe Test: Q36
Der Q36.5 sieht unscheinbar aus – trägt sich aber unfassbar bequem.
Fahrradhandschuhe Test: Q36
Das Obermaterial ist überaus luftdurchlässig.
Fahrradhandschuhe Test: Q36
Beim Q36.5 trifft eine 3D-geformte Innenhand auf eine gut greifbare Ausziehlasche.
Fahrradhandschuhe Test: Q36
Große, seitliche Reflektorstreifen sorgen für mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr.
Fahrradhandschuhe Test: Q36
Der Q36.5 kostet. Rennrad-Afficionados werden von den Handschuhen jedoch begeistert sein.

Auf unserer 100-Kilometer-Testrunde begeistern die Unique mit einem beeindruckenden Tragekomfort, die Handschuhe tragen sich nahezu »schwerelos«. Die Belüftung über das großflächige Mesh auf dem Handrücken ist beeindruckend. Großflächige Reflektoren an den Seiten sorgen für ein hohes Maß an Sichtbarkeit. Ob einem der Handschuh 65 Euro wert ist, bleibt dahingestellt. Radfahrer, die bereit sind, die hohe Summer zu investieren, bekommen jedoch einen Handschuh, der in Sachen Tragekomfort alle anderen Handschuhe im Test in den Schatten stellt.

Für Bikeabenteurer: Roeckl Isar

»Durasense« steht auf der Handfläche der Roeckl Isar – und »Dura«, also etwas widerstandsfähiger, sind auch die Handschuhe. Doch auch der Komfort spielt hier eine große Rolle.

Für Bikeabenteurer

Roeckl Isar

Test  besten Fahrradhandschuhe: Roeckl Isar
Robuster, schön verarbeiteter und langlebiger Radhandschuh mit hohem Komfort und hohem Schutzfaktor.

Die Roeckl Isar richten sich in unseren Augen eher an Mountain- und Gravelbiker als an Rennradfahrer, auch E-Biker dürften mit den Handschuhen glücklich werden. Roeckl setzt auf eine raffinierte Kombination aus Schaumstoff- und Gelpolstern. Die Dämpfung ist gut, mit 52 Gramm sind sie allerdings auch ungefähr doppelt so schwer wie die Gore C5 Vent. Die beiden Handschuhe zu vergleichen, ist jedoch ein Fauxpas – die Isar sind eben keine leichten Rennrad-Flitzer, sondern eher auf Langlebigkeit getrimmt.

1 von 6
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
Die Roeckl Isar zählen zu den bestausgestatteten Handschuhen im Test.
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
Eine Kombination aus Gel- und Schaumstoffpolstern sorgt für einen ausgezeichneten Komfort.
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
Das Ausziehsystem mit den "Täschchen" gehört zu den besten im Test.
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
Die Wischfläche ist großzügig dimensioniert...
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
...und auch der flexible Klettverschluss hat uns sehr gut gefallen.
Fahrradhandschuhe Test: Roeckl
Durch die etwas steifere Konstruktion eignen sich die Roeckl Isar eher zum Mountainbiken, Gravelbiking und E-Biking.

Gut gefallen haben uns die Ausziehlaschen, da merkt man den erfahrenen Qualitätshersteller. An Klettverschluss, Nähten und Wischfläche gibt es grundsätzlich nichts zu bemängeln, wobei uns ein Wischfrottee, so hat es die Masse der Testhandschuhe inzwischen gezeigt, von der Feuchtigkeitsaufnahme etwas besser gefällt.

Wer auf Radtour keine Experimente machen will, ist mit den Roeckl Isar sehr gut beraten. Durch seine etwas höhere Materialstärke macht er zudem auch an nicht ganz so heißen Sommertagen eine gute Trage-Figur.

Dünn und unkompliziert: Gore Wear C5 Vent

Gore verfolgt bei seinen nur 25 Gramm (Paar) schweren C5 Vent Handschuhen einen minimalistischen Ansatz. Anstatt dicker Polster wie bei der Konkurrenz haben die C5 Vent nur sehr dünne, kaum hervortretende Schaumstoffpolster. Anstatt wuchtiger Protektoren ist hier – nichts! Der Name ist schließlich Programm, beim C5 Vent kommt Luft durch, und zwar von allen Seiten.

Dünn und unkompliziert

Gore Wear C5 Vent Gloves

Fahrradhandschuhe Test: Gore Wear C5 Gloves E1623744815877
Dünner, hochgradig atmungsaktiver Radhandschuh aus atmungsaktivem Material, gehört zu den leichtesten im Test. Minimalistische, aber erstaunlich effektive Polsterung.

So ist die Oberseite der Handschuhe sehr dünn, was die Atmungsfähigkeit verbessert. Um den Grip zu verbessern, ist die gesamte Innenhand aus einem Material gefertigt, das einen ausgezeichneten Halt am Lenker erlaubt. Der filigrane Handschuh wendet sich eher an Rennradler als an die Crash-Fraktion, die den gelegentlichen Bodenkontakt im Bikepark pflegt. Für Komfortfreunde und Gel-Fans ist er auch nichts, denn der Handschuh verlangt die trainierte Hand.

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Fahrradhandschuhe Test: Gore
Die Gore Wear C5 Vent sind die leichtesten Handschuhe im Test.
Fahrradhandschuhe Test: Gore
Die Wischfläche ist ausreichend groß - die Saugfähigkeit ist durchschnittlich.
Fahrradhandschuhe Test: Gore
Das Material der Innenhand ist sehr "grifffreundlich".
Fahrradhandschuhe Test: Gore
Die Dämpfung fällt bei den Gore Wear C5 Vent minimal aus.
Fahrradhandschuhe Test: Gore
Gore Wear verzichtet bei diesen Modellen zugunsten des Gewichts auf einen Klettverschluss.
Fahrradhandschuhe Test: Gore
Trotz des minimalistischen Ansatzes haben uns die C5 Vent sehr gut gefallen - sie eignen sich insbesondere für den Sommereinsatz.

An einem warmen Frühsommertag testen wir den Handschuh auf einer 75km-Rennradrunde. Sofort wird deutlich: Das minimalistische Konzept geht auf! Der Handschuh lässt Feuchtigkeit schnell entweichen, lässt zudem ausreichend Luft an die Hand und überzeugt durch einen komfortablen Sitz. Als einer von nur wenigen Handschuhen im Test kommen der Gore ohne Klettverschluss aus, was in diesem Fall nicht von Nachteil ist, denn der Sitz ist auch so gut. Fragt sich nur, wie es nach mehreren An- und Ausziehvorgängen aussieht. Der Langzeittest wird es zeigen!

Gut und günstig: Avidda Fahrradhandschuh

Zehn Euro für einen Radhandschuh? Der niedrige Preis des in allen Regenbogenfarben schimmernden Avidda stimmt uns zunächst einmal skeptisch. Kann so günstig auch gut sein? Einmal angezogen, machen die Handschuhe jedoch sofort Spaß. Das moderne Design mit den rechtwinkligen Polstern gefällt, auch vom Komfort her kann der Handschuh auf Anhieb überzeugen.

Gut und günstig

Avidda Fahrradhandschuhe

Test : Avidda  Fahrradhandschuhe
Für einen sehr günstigen Preis bieten die Aviddas einen hohen Tragekomfort, eine flexible, anschmiegsame Innenhand und stretchiges, reflektierendes Obermaterial.

Im Test nehmen wir den Handschuh auf dem Tourenrad mit auf eine 20-Kilometer-Runde. Was uns insbesondere gefällt, ist das unkomplizierte Handling. Der Klettverschluss funktioniert zufriedenstellend, dazu punktet der Handschuh mit schön vernähten Ausziehlaschen, die einen langlebigeren Eindruck machen als die bei vielen anderen Modellen vernähten Schlaufen, die ab und zu dazu neigen, nach mehreren Nutzungszyklen abzureissen.

Avidda hat zudem zwischen Handfläche und Fingerballen eine Stretchzone eingenäht. So passt sich der Handschuh, der in verschiedenen Größen erhältlich ist, zusätzlich der Handgröße an.

Was den Avidda markant von der Masse abhebt, ist indes seine große Reflektionsfläche. Der gesamte Handrücken reflektiert – das bietet kein anderer Handschuh im Test. Insgesamt bringt das Modell ein gewisses Maß an Eleganz mit. Für diesen günstigen Preis sieht er jedenfalls optisch ansprechender aus als viele teurere Handschuhe.

1 von 5
Fahrradhandschuhe Test: Avidda
Die Aviddas haben einen schlichten, gut kombinierbaren Look.
Fahrradhandschuhe Test: Avidda
Die große Reflektionsfläche hat uns besonders gut gefallen.
Fahrradhandschuhe Test: Avidda
Der Handschuh verfügt über gut bedienbare Ausziehlaschen.
Fahrradhandschuhe Test: Avidda
Etwas wulstig, aber bequem: die Schaumstoffdämpfung des Avidda.
Fahrradhandschuhe Test: Avidda
Der Avidda hat eine große Wischfläche aus Kunst-Velours.

Auch was das Anziehen angeht, haben die Konstrukteure mitgedacht – bei Fahrradhandschuhen eher eine Seltenheit. Am Bündchen ist eine praktische Anziehlasche angebracht. Nun könnte man natürlich fragen, wie lange die günstigen Aviddas durchhalten, denn zur Qualität kann man schließlich erst nach 200 bis 300 gefahrenen Kilometern etwas sagen. Aber: Auch im Langzeittest weiß der Avidda zu überzeugen. Für seinen Preis ist er erstaunlich langlebig und formstabil.

Warmes Winterwunder: Rh+ Soft Shell Glove

Der Rh+ Soft Shell Glove hat uns während der kältesten Test-Tage voll überzeugt. Das liegt in erster Linie an der Passform. Gerne hätten wir einem anderen Winterhandschuh-Hersteller wie Kyncilor oder Alé einen Kauftipp verliehen, die Konkurrenz kann dem Rh+ jedoch nicht das Wasser reichen. Auch hier lautet nämlich die Devise: reinschlüpfen und wohlfühlen!

Warmes Winterwunder

Rh+ Soft Shell Glove

Test : rh+ Soft Shell Glove
Sehr warmer, angenehm sitzender und schön verarbeiteter Winterhandschuh, der bis rund -5°C Grad angenehm warm hält.

Was die Wärmeleistung angeht, ist man mit dem Rh+ Soft Shell Glove bis etwa minus sieben Grad recht komfortabel unterwegs. Gut gefallen hat uns auch die etwas steifere Klettverschlusslasche, die die Bedienung vereinfacht. Auch von der Positionierung der Polster an der Handinnenfläche her hat uns der Handschuh überzeugt. Wie bei einem Winterhandschuh nicht weiter ungewöhnlich, ist das Futter beim Rh+ Soft Shell Glove etwas dicker – das führt zu einem etwas »wulstigen« Fahrgefühl. Behält man aber im Hinterkopf, dass man es mit einem waschechten Winterhandschuh zu tun hat, ein vernachlässigbarer Nachteil.

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Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Der Rh+ Soft Shell Glove konnte im Test ebenfalls überzeugen.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Er eignet sich auch für den Einsatz bei einstelligen Minustemperaturen.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Ein Smartphone zu bedienen ist für den Rh+ kein Problem.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Die Fütterung des Soft Shell Glove fällt stärker aus – das fällt im Einsatz jedoch nur bedingt auf.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Durch den gut bedienbaren Klettverschluss grenzt sich das Modell von der Konkurrenz ab.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Die Wischfläche hilft gegen laufende Nasen und beschlagene Brillengläser.
Fahrradhandschuhe Test: Rh+softshell
Auch hier gibt es reflektierende Buchstaben.

Besonders gut hat uns der neoprenartige Armabschluss gefallen. Er schmiegt sich dem Handgelenk förmlich an, zusammen mit dem Klettverschluss hat Luftzug so keine Chance. Hier hat das Modell erneut im Vergleich zur testinternen Winterhandschuh-Konkurrenz die Nase vorne. Rh+ versieht den Handschuh darüber hinaus mit reflektierenden Elementen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, kleine Silikonnoppen an der Innenhand verhindern ein Abrutschen. Alles in allem kann der Handschuh das Winterhandschuh-Rennen durch seine ausgezeichnete Passform für sich entscheiden – auch nach vielen Nutzungszyklen macht der Handschuh noch richtig Spaß, die Abnutzung hält sich in Grenzen. Bravo, Rh+!

Außerdem getestet

Vaude Mens Active Gloves

Oh, wie angenehm! Das etwas konservative Streifendesign sollte nicht davon ablenken, dass man es im Falle der Vaude Men’s Active Gloves mit geschmeidigen, ausgezeichnet sitzenden Radhandschuhen zu tun hat. Kurzum: sehr komfortabel!

Zwar fallen diese relativ klein aus, doch das ist kein Grund, sie nicht zu kaufen, im Zweifel eben eine Nummer größer. Die robusten Ausziehbändchen sehen so aus, als würden sie zahlreiche Lastwechsel überstehen, die Schaumstoffpolster haben genau die richtige Dimensionierung, dämpfen angenehm und sind nicht zu wulstig. Auch das Wischfrottee hat uns im Test überzeugt – das »Nasentröpferl” lässt sich ebenso gut entfernen wie eine verschmierte Brille reinigen.

Die recht leichten Handschuhe kosten zwar rund 30 Euro und gehören damit zur »gehobenen Mittelklasse” im Test, das sind sie in unseren Augen aber auch wert. Die Verarbeitung der in Vietnam hergestellten Handschuhen lässt nicht zu wünschen übrig – gut gefallen hat uns auch der flach profilierte Klettverschluss, der sich der Hand angenehm anschmiegt. Wäre die Konkurrenz nicht so stark und etwas pfiffiger designt – die Men’s Active Gloves hätten das Zeug zum Stockerl gehabt.

Roeckl Itamos

Roeckl muss niemand etwas vormachen – die Itamos machen vom ersten Anziehen an Spaß. Die Handschuhe verfügen über einen angenehm regulierbaren Klettverschluss, die Passform ist bei der getesteten Größe 9 ausgezeichnet. Besonders gut hat uns die Positionierung der Gelpolster gefallen. Diese sorgen für angenehme Dämpfung, ohne dabei unangenehme Wülste zu bilden.

Die Verarbeitung der Roeckls ist vorbildlich, keine überstehenden Nähte, keine Nähte, die heikle Reibestellen verursachen. Gelungen ist auch die Ausziehfunktion. Die beiden Täschchen, in denen man mit den Fingern einhakt, machen einen deutlich langlebigeren Eindruck als herkömmliche Ausziehbändchen, die gerne mal ausreißen.

Wenn man bei den Itamos jammert, dann auf hohem Niveau. So ist Weiß unseres Erachtens bei einem Fahrradhandschuh eine etwas heikle Farbe – bei intensiverer Benutzung werden die weißen Einnäher nicht allzu lange weiß bleiben. Aber schließlich gibt es den Itamos in vielen verschiedenen Farben – weiß war nur unser Testmuster.

Rh+ Shark Evo Glove

Reinschlüpfen und sofort wohlfühlen. So erging es uns mit dem Modell Shark von Rh+. Die Passform der rund 50 Euro teuren Handschuhe ist ausgezeichnet – die italienische Firma hat eine geschickte Kombination aus Stretch-Materialien und festeren Materialien geschneidert.

Was die Materialstärke angeht, reiht sich der »Hai« ungefähr in der Mitte des Testfeldes ein. Er ist dicker als der getestete Alè MTB Glove, aber dünner als beispielsweise das Modell von Kyncilor. Somit fühlt er sich angenehm flexibel an, behindert nicht bei Lenkmanövern und lässt sich angenehm kompakt auch in kleinen Trikotaschen verpacken. Der mit Gelpolstern ausgestattete Handschuh hat uns alles in allem auch auf langen Touren in Sachen Komfort gut gefallen.

Schließlich nehmen wir den Shark sogar bei einer Bike&Hike-Tour mit, wo er einen reibungslosen Wechsel vom Rad- auf den Wandermodus ermöglichte, auch bei steilen, kräftezehrenden Anstiegen mit Wanderstöcken überzeugen konnte und schließlich noch mit ausgezeichneten Trocknungseigenschaften punktete. Ein echter Happy-Go-Lucky-Handschuh für mit einem großen Einsatzspektrum!

Grebarley Fahrradhandschuhe MTB

Die Handschuhe mit dem etwas sperrigen Namen Grebarley gefallen auf Anhieb durch ihr weiches Strickmaterial. Es fasst sich sehr flexibel an – und trägt sich entsprechend komfortabel. Von der Materialstärke her reihen sich die Handschuhe im Testvergleich ungefähr in der Mitte ein. Im Test tragen wir sie an einem kühlen Oktobermorgen – wo sie für ausreichend Wärme sorgen, aber schnell an ihre Grenze kommen, was die Wärmeleistung angeht.

Die Innenhand ist angenehm gepolstert, der chinesische Hersteller scheint seine Hausaufgaben gemacht zu haben. Wir können die nicht einmal 14 Euro teuren, in unspektakulärem grau gehaltenen Handschuhe daher durchaus für Gelegenheitsfahrer empfehlen. Was nämlich die Haltbarkeit angeht, sind wir hingegen etwas skeptisch, denn der Übergangsbereich von elastischem Strick zu steiferen Materialzonen stellt nicht selten eine Sollbruchstelle dar. Der Langzeittest wird zeigen, was der Handschuh zu leisten im Stande ist.

Alé Winter Glove

Der Alé Winter Glove ist neben dem Rh+ Softshell Glove der zweite reine Winterhandschuh eines namhaften Radausrüstungsherstellers im Test. Von Beginn an hat er es gegen die Rh+-Konkurrenz allerdings schwer. Er ist etwas weniger stark gefüttert und deckt damit einen nicht ganz so breiten Temperaturbereich ab. Zudem fällt leider auch hier ins Gewicht, dass Alé-Handschuhe offensichtlich etwas kleiner auszufallen scheinen. Es ziept an den Fingerspitzen. Erstaunlich ist, dass wir auch beim Alé Winter Glove wie bei den anderen Marken die Größe L testen – Alé sollte also gegebenenfalls seine Größenstaffelung ein wenig überarbeiten.

Auch wenn man von der Größenthematik absieht, zieht der Alé im Vergleich zum Rh+ den Kürzeren. Er hat kein Wischfrottee/leder, der labbrige Klettverschluss lässt sich schlechter bedienen als der etwas steifere am Rh+. Zudem hat er keinen separaten Neopren-Schaft bzw. Armbündchen, sondern wird aus größeren Textilstücken gefertigt. Die Folge: Der Handschuh schließt am Handgelenk schlechter ab. Kurzum: In diesem Fall ist die Konkurrenz zu gut, als dass für Alé etwas zu holen wäre. Immerhin wird er von einem Landsmann geschlagen – auch Rh+ ist ein Unternehmen aus Italien.

Boildeg Fahrradhandschuhe Halbfinger

Der Handschuh mit dem wohl seltsamsten Namen in Testfeld (soll Boildeg »gekochtes Ei« heißen?) fällt durch ein wenig ansprechendes Design auf. Der Print soll offensichtlich an ein Skelett erinnern – das passt vielleicht zu Halloween oder zu Handschuhen für den Einsatz im Dirtpark, für kurze Radhandschuhe, die man vielleicht auch auf dem Rennrad nutzt, wirkt das Gekrakel etwas fehl am Platz. Wir wollen aber nicht zu kritisch sein – schließlich ist ja Design nicht alles und über Geschmack lässt sich streiten. Was den Tragekomfort angeht, können die Handschuhe punkten. Durch die weiche Konstruktion passen sie sich der Hand auf angenehme Weise an.

Leider zeigt sich jedoch schon nach einer einzigen Tour, dass das Obermaterial nicht sonderlich robust ist – hier und da zeigen sich kleine Reibestellen, an denen das Material Fäden lässt. Schön ist wiederum, dass die Handschuhe über Ausziehschlaufen verfügen – so kann man sie mit wenigen Handgriffen ausziehen. Alles in allem reiht sich das Modell »zwischendrin« ein. Um oben mitspielen zu können, fehlt den Handschuhen das gewisse Etwas und die Materialqualität.

Macciavelli Fahrradhandschuhe für Männer

Die kurzen Fahrradhandschuhe von Macciavelli sind günstig, bequem und in der Gestaltung angenehm dezent. Damit reichen sie für die meisten sommerlichen Einsatzszenarien aus. Sie sind mit Schaumstoffpolstern angenehm gedämpft, das Material macht einen vergleichsweise verlässlichen Eindruck. Somit sind sie die perfekte Wahl für Gelegenheitsradfahrer, die nicht zu viel Geld ausgeben und dafür einen komfortablen Handschuh erwerben wollen. Eines fällt sofort auf – der Maccivalli gleicht von der Konstruktion her dem Boildeg wie ein Ei dem anderen. Zwar ist das Design unterschiedlich, er scheint jedoch in der gleichen Firma geschneidert worden zu sein.

Der kurze Handschuh tut, was er soll, ist zwar relativ eng geschnitten, dafür aber angenehm elastisch und gut gepolstert. Für einen geringen Preis von rund 15 Euro bietet das Modell ein im Vergleich zu anderen kurzen Handschuhen recht ansprechendes Design. Hier hat Macciavelli (für alle Politikwissenschaftler: der Name wird übrigens tatsächlich falsch geschrieben) gegenüber anderen Billigheimern die Nase vorn. Besonders gut gefällt die Ausziehfunktion in Form zweier Schlaufen – die machen auf den ersten Blick einen ebenfalls recht langlebigen Eindruck. Die aus einem Stück gefertigte Kunstleder-Innenhand ist weich, flexibel und anschmiegsam. Der chinesische Hersteller hat dem Handschuh darüber hinaus ein großes Wischfrottee verpasst. Sollte die Nase also einmal laufen – kein Problem. Bei der Testausfahrt fällt der Handschuh dadurch auf, dass er kaum auffällt – und das ist gut so. Doch wie wir beim Boildeg schon sagten: Um oben mitspielen zu können, fehlt auch dem Macciavelli das gewisse Etwas.

Souke Fahrradhandschuhe Halbfinger

Der optisch für unseren Geschmack recht ansprechenden Souke Multisport Glove ist bei Amazon für knapp 16 Euro neben Blau auch in Rot, Neon, Weiß und ganz Schwarz bestellbar – große Auswahl! Die Handinnenflächen bestehen aus einem lederähnlichen, griffigen Material und sind an den neuralgischen Ballenbereichen mit Schaumstoffeinlagen gepolstert. Eine Perforierung im Bereich der Handinnenfläche und an den Fingern sorgt für ein wenig Belüftung. Der Handrücken besteht größtenteils aus leichtem, gut lüftendem Mesh, der Daumenrücken bietet mit seinem saugfähigen Mikrofasermaterial die Möglichkeit der Schweißaufnahme, ein klassischer Klettverschluss fixiert die Handschuhe.

Die Verarbeitung ist ansprechend und in unseren Augen sorgfältig ausgeführt. Das Anziehen wird durch eine kleine, gummierte Grifflasche erleichtert. Auch hier wird das Ausziehen der Handschuhe durch je zwei kurze Bändchen zwischen Zeige- und Mittelfinger beziehungsweise Ring- und kleinem Finger enorm erleichtert. Die Handschuhe sitzen gut, auf den ersten Blick können wir keine störenden Nähte feststellen. Auf der ersten etwas länger ausfallenden Testfahrt mit dem Bergrad durch die bayerischen Voralpen zeigt sich, dass die fünf unterschiedlich geformten Schaumstoffpolster gut platziert sind und mit ihren fünf Millimetern Stärke sehr gute Arbeit leisten. Unser Fazit: Ein günstiger, gut dämpfender und sauber verarbeiteter Kurzfinger-Fahrradhandschuh mit ein paar hilfreichen kleinen Gimmicks. Wäre die Kurzfinger-Konkurrenz nicht etwas durchdachter, der Souke hätte eine Chance verdient!

Luroon Fahrradhandschuhe

Im Vergleich zu dem meisten anderen Billigheimern im Test tragen sich die Luroon auf Anhieb recht gut. Die zunächst wulstig wirkenden Polster entpuppen sich als leidlich bequem – für seinen Preis von rund 17 Euro ist der Luroon sicher kein schlechter Handschuh.

Der Klettverschluss funktioniert anständig, das Wischfrottee ist saugkräftig – was hingegen die Haltbarkeit der Gelpolster angeht, sind wir etwas skeptisch. Sie stecken in einer Plastikhülle, wie sie auch bei vielen anderen Billighandschuhen verwendet wird. Wir wollen dem Handschuh nichts unterstellen, doch bei anderen Produkten erwies sich diese Hülle als nicht sonderlich haltbar und anfällig für Risse. Besonders dann, wenn man die Handschuhe häufig prallem Sonnenlicht aussetzt.

Wie dem auch sei – wer den Handschuh sorgfältig aufbewahrt und nicht zu lange UV-Strahlung aussetzt, dürfte durchaus länger Freude damit haben. Dauernutzer und Alltagsradler sollten allerdings etwas mehr Gel – pardon, Geld in die Hand nehmen und sich einen Markenhandschuh leisten. Insgesamt gilt auch hier: Das Testfeld ist zu gut besetzt, als dass der Luroon eine Chance auf einen der vorderen Plätze hätte.

GripGrab ProGel

GripGrab ist einer der alten Hasen im Fahrradhandschuh-Geschäft – oder zumindest eine der etablierten Firmen, denn auf dem deutschen »Ausrüstungs-Radar« tauchte die Marke erst vor ein paar Jahren auf. So sind wir gespannt, was der GripGrab ProGel so auf dem Kasten – oder besser gesagt, unter dem Gel-Polster hat. Rein optisch unterscheiden sich die dänischen Handschuhe, die immerhin etwas mehr als 25 Euro kosten, kaum von der günstigen Konkurrenz. Die Unterschiede liegen wie so oft im Detail. Lassen sich andere Handschuhe nur schwer miteinander verknüpfen, wenn man sie verstauen will, sind in beide GripGrabs Magnete integriert, mit denen sich die Handschuhe schnell verbinden lassen.

Im Gegensatz zu vielen anderen kurzen Handschuhen haben die GripGrabs keine Anziehschlaufen – zwischen Ring- und Mittelfinger befinden sich vielmehr »Schwimmhäute«, mit denen sich die Handschuhe leichter ausziehen lassen. In der Praxis funktioniert das jedoch nicht ganz so gut wie mit den Schlaufen – und nur wenige Dinge sind beim Handling von kurzen Fahrradhandschuhen ärgerlicher als wenn man beim Ausziehen längere Zeit herumfummeln muss, ehe es funktioniert. Auch ist kein Wischfrottee mit an Bord und es wird nicht ganz klar, warum man im Vergleich zum Testsieger rund 15 Euro mehr für den GripGrab ausgeben sollte. Auch wenn die GripGrabs schön bequem sind, bleibt ihnen somit nur ein Platz auf den Rängen.

Alé MTB Handschuh

An einem bedeckten Sonntagnachmittag nehmen wir den Alé MTB Glove mit auf eine 45-Kilometer-Tour mit dem Rennrad. Die Handschuhe tragen sich erstaunlich angenehm, sie schränken nicht ein und begeistern mit einer ausgezeichneten Taktilität und Flexibilität. Als wir allerdings versuchen, mit dem Handschuh unser Smartphone zu bedienen, sind wir etwas enttäuscht. Obwohl der Zeigefinger offenbar dafür vorgesehen ist, will die Bedienung des Smartphones nicht recht gelingen. Vielleicht muss das Material hier nochmal überarbeitet werden. Ansonsten fällt auf: Man sollte vermeiden, mit dem etwas filigraneren Material an der Spitze des Handschuhs den Klettverschluss zu berühren denn dieser zupft schnell Fäden aus den Fingerkuppen. Bereits nach wenigen Einsätzen sieht der Handschuh so etwas »gerupft« aus.

Die Alé MTB Gloves fallen zudem relativ kurz aus. Wir empfehlen, sie im Zweifel eine Größe größer zu kaufen – es wäre jedoch unfair, dies in die Bewertung einfließen zu lassen. Trotzdem: Der Sitz hat uns bei den Alé-Handschuhen nicht vollends überzeugt und der Grebarley macht im Segment der Übergangshandschuhe einen komfortableren, ja sogar etwas robusteren Eindruck. Somit bleibt dem Alé MTB Glove im Rahmen dieses Tests nur ein hinterer Platz.

Gonex Fahrradhandschuhe

Beim Auspacken sind wir von den Gonex-Fingerhandschuhen nicht sonderlich angetan. Sie wirken schlichtweg billig, das Material zu filigran und die Farbgebung etwas unglücklich. Wenig später werden wir jedoch eines Besseren belehrt. Einmal angezogen, fühlen sich die China-Handschuhe nämlich recht angenehm an. Die Polsterung ist korrekt positioniert, das dünne Material lässt Feuchtigkeit schnell entweichen und ist angenehm stretchig. Wir erlauben uns, den Gonex nicht nur beim Radfahren einzusetzen, sondern auch bei einem Morgenlauf über zehn Kilometer. Hier überzeugt der Handschuh mit einer tollen Flexibilität und einem angenehmen Atmungsverhalten. Wie bei einigen anderen Handschuhen im Test wird in der Kürze der Zeit nicht ganz klar, wie lange die recht filigran wirkenden Nähte des Gonex halten – wir werden das über einen längeren Zeitraum untersuchen.

Trotzdem bleibt uns am Ende nur zu sagen: Wäre der Grebarley mit seinem Strickmaterial nicht so ein Handschmeichler, der Gonex hätte eine Auszeichnung verdient – erst recht angesichts seines beeindruckenden Preis-Leistungs-Verhältnisses!

Ziener Ceniz

Markenware, aber ein bisschen zu simpel gemacht – so lässt sich das Testergebnis des rund 16 Euro teuren Ziener Ceniz zusammenfassen. Für einen Markenhersteller ist dieser Preis eine Kampfansage – und man merkt, dass hier und da etwas gespart werden musste. Trotzdem lobenswert, dass es ein Qualitätshersteller wie Ziener mit der Fernost-Konkurrenz aufnimmt!

Obwohl wir den Ceniz in der gleichen Größe wie seinen Marken-Kollegen Cansen getestet haben, sitzt er nicht ganz so gut. So als ob ihn der Hersteller auf einen andere Handgröße zugeschnitten hätte. Der Handschuh ist zwar sehr elastisch, das ändert jedoch nichts daran, dass wir uns in ihm nicht ganz so wohl fühlen – auch das Ausziehen mit den beiden Bändchen ist etwas fummelig. Auch wirkt die Verarbeitung im Vergleich mit der Fernost-Konkurrenz etwas uninspiriert.

Doch auch Positives gibt es zu berichten: Das Wisch-Frottee des mit Gelpolstern versehenen Handschuhs gehört zu den besten und saugfähigsten im Sortiment. Trotzdem reicht es für den Ziener Ceniz im Testvergleich nur für einen Platz auf den Rängen.

Meteor Radhandschuhe

Eine helle Himmelserscheinung sind die Meteor nicht unbedingt – dafür haben sie aber eine der größten Reflektionsflächen im Test. Leider fällt gleichzeitig mit als erstes die etwas unsaubere Verarbeitung ins Auge – mal steht hier ein Faden ab, mal ist hier eine Naht etwas unsauber geführt. Schade, das verhindert den »Aufstieg« im Testranking.

Beim Tragen fällt zudem eine unangenehme »Wulstbildung” auf: Winkelt man die Finger an und legt die Hand an den Griff, bildet sich ein unangenehmer, auftragender Wulst. Bei kurzen Strecken mag das nicht von Nachteil sein, bei längeren Ausritten dürfte es zu unangenehmen Druckstellen kommen.

Der Ausziehvorgang gestaltet sich darüber hinaus schwierig, da die Laschen schwer zu greifen sind. Noch vor fünf Jahren waren solche Details vielleicht noch nicht von Belang, inzwischen ist die Konkurrenz jedoch besser geworden und clevere Auszieh-Systeme vereinfachen das Handling von Radhandschuhen ungemein. Von daher bleibt nur zu sagen: Das Geld ist in einem Markenhandschuh, zum Beispiel von Vaude oder Ziener, deutlich besser angelegt.

Under Armour Field Player 2.0

Überraschung! Beim Under Armour Field Player 20 hat sich ein Modell unter die Fahrradhandschuh-Beststeller auf Amazon gemogelt, das hier nicht unbedingt etwas zu suchen hat. »Fußballhandschuh« liest man in der Beschreibung, und tatsächlich fasst sich der Field Player recht dünn und filigran an, die üblichen Fahrradhandschuh-Features wie Polsterungen am Handballen und Klettverschluss am Handgelenk sucht man vergeblich. Dafür trägt er sich geradezu federleicht – wir würden ihn sofort zum Laufen anziehen! Zum Radfahren ist er indes nur sehr bedingt geeignet, auch die größtenteils weiße Innenhand prädestiniert ihn nicht unbedingt zum Einsatz auf schwarzen Lenkergriffen.

Kyncilor Handschuhe schwarz

Oh, sind die schön flauschig! Das ist unser erster Eindruck, als wir die Kyncilor in die Hand nehmen. Ähnlich wie die Modelle von UPhitnis verfügt das Modell von Kyncilor über einen Reißverschluss am Handrücken, der den An- und Ausziehvorgang vereinfacht. Die Handschuhe fallen von der Größe her normal aus – etwas größer als beispielsweise die Modelle von Alé. Bei einer ersten kurzen Ausfahrt tragen sie sich zunächst recht angenehm. Ein Manko fällt jedoch bereits nach kurzer Fahrzeit auf. Am Bund schließt der Handschuh sehr schlecht ab – ein absolutes No-Go für einen Winter- bzw. Übergangszeiten-Handschuh! Man könnte ein Auge zudrücken, den Ärmel über den Handschuh ziehen und gut ist. Nachdem das aber oft nicht praktikabel ist und der Jackenärmel gerne vom Handschuh rutscht, nervt die »Lücke« gerade bei winterlich kalten Temperaturen schnell, da mag das Innenfutter noch so flauschig sein.

Daneben gleichen die Kyncilor in vielen Punkten den Handschuhen von UPhitnis. Sie haben keine Polsterung an der Innenhand und kein Wischfrottee. Am Ende bleibt die Frage, für welchen Zweck die Handschuhe eigentlich genäht wurden – reine Rad-Winterhandschuhe sind sie jedenfalls nicht, eher Allroundhandschuhe, die fürs Wandern und Spazierengehen besser geeignet sind als fürs Radfahren.

Bikingmoreok Fahrradhandschuhe

»More or less okay” – so lässt sich der Name der Bikingmoreok-Fahrradhandschuhe ganz gut übersetzen. Wir testen die Handschuhe auf derselben 55km-Tour wie die Vaude Men’s Active Gloves – dass sie nur die Hälfte kosten, merkt man sofort.

Die groß ausfallenden Handschuhe fühlen sich zwar zunächst recht bequem an, dann nervt aber die etwas labbrige Konstruktion. Okay, vielleicht hätte eine Größe kleiner besser gepasst – wir bezweifeln jedoch, dass sich dadurch die Passform verbessert hätte. Der Klettverschluss macht einen billigen Eindruck, die Ausziehlaschen sind darüber hinaus deutlich umständlicher zu bedienen als die Systeme, die bei Konkurrenzmodellen wie zum Beispiel von Ziener verwendet werden. Radhandschuhe haben sich inzwischen weiterentwickelt – und auch auf solche Details kommt es an.

Das Wischfrottee geht in Ordnung, weniger gefallen haben uns wiederum die Gelpolster. Diese sind schlichtweg zu wulstig, die Oberfläche ist zudem zu klebrig. Sie dämpfen Schläge zwar anständig weg, vermitteln jedoch ein schwammiges Gefühl für den Lenker. Damit reihen sich die Handschuhe in die Kategorie »besser ein paar Euro mehr für bessere Qualität”-Fraktion und damit auf den hinteren Plätzen im Test ein.

UPhitnis Winterhandschuhe B-Forest

Die chinesische Firma Shenzhen Weiyaka Technology vertreibt unter der Marke UPhitnis über Amazon so einiges – von Taucherbrillen bis hin zu Baseball Caps. Und natürlich die Sporthandschuhe »B-Forest« für die kältere Jahreszeit, die es heute zu testen gilt. Bis auf je zwei kleine rote Aufnäher kommen sie ganz in schwarz daher. Hergestellt aus dünnem, innen sehr angenehm mit Fleece bzw. Kunstfell beschichtetem Neopren. Die Oberfläche der Handinnenseite ist mit einer gummierten Netzstruktur zur Verbesserung der Griffigkeit versehen. Das Material der Fingerspitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger erlaubt die Bedienung des Smartphones.

Verschlossen werden die B-Forest per Reißverschluss am Handrücken. Wir nehmen die Handschuhe zunächst mit auf die Bike-Runde über unseren Hausberg. Es ist früh am Morgen, die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Handschuhe lassen sich einfach anziehen und mit dem Reißverschluss ebenso schnell und einfach verschließen. Die Passform ist angenehm, die Handschuhe haben keine störenden Nähte und für diese Temperaturen absolut ausreichende Isolationseigenschaften. Dank der Handinnenflächen-Beschichtung lässt der Halt an den Lenkergriffen nichts zu wünschen übrig. Gepolstert sind die Modelle allerdings nicht, wie die Kyncilor haben auch die UPhitnis zudem kein Wischfrottee.

Auf der Heimfahrt setzt leichter Nieselregen ein, die Hände bleiben trotzdem warm und trocken. Je nach Kälteempfinden empfiehlt es sich jedoch, bei deutlichen Minustemperaturen zu besser gefütterten Handschuhen zu greifen – leichte Minustemperaturen sind in unseren Augen aber problemlos drin. Eigentlich ein vorsichtig positives Gesamtfazit – wäre da nicht eine kleine Stelle, an der sich nach den ersten paar Fahrten die Gummierung an der Handinnenfläche löst. Das ist nach so kurzer Zeit ein No-Go, egal wie teuer oder günstig die Handschuhe auch sind!

Rotto Fahrradhandschuhe

Bei seinen Fahrradhandschuhen hat Rotto ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Die mit 16 Euro recht günstigen Handschuhe verfügen über ein regelrechtes »Polstergebirge« – die Schaumstoff- und insbesondere die drei kleinen Gelpolster sind recht wulstig und ragen deutlich mehr über die Handschuhoberfläche hinaus als die Polsterung der Konkurrenzprodukte.

Für kurze Ausfahrten ist das nicht unbedingt schlecht, auch die Passform geht in Kombination mit dem gut haltenden Klettverschluss in Ordnung. Gefallen hat uns auch das saugkräftige Wischfrottee. Für längere Ausfahrten hätte den Rottos jedoch etwas weniger »Profil« gut getan, auch befürchten wir, dass die vielen Pölsterchen des Handschuhs ihre Form nicht allzu lange halten werden.

Und ein weiteres Manko ist uns aufgefallen – die Ausziehlaschen sind zwar schön und gut, aber etwas zu eng. Man bekommt sie bei schnellen Ausziehvorgängen vor allem mit etwas dickeren »Männerfingern« nicht gut genug in den Griff, am Ende hilft womöglich nur ein komplettes Umkrempeln der Handschuhe. Kurzfazit: Die Rotto Fahrradhandschuhe landen auf den hinteren Plätzen.

So haben wir getestet

Alle 25 Handschuhe wurden einem mehrmonatigen Allwetter-Test entsprechend ihres spezifischen Einsatzbereichs unterzogen. Die Testbedingungen reichten dabei von heißen Sommertagen auf dem Rennrad bis hin zu Mountainbike-Touren bei Minustemperaturen. Die Teststrecken bewegten sich im Längenbereich von 10 bis 100 Kilometer. Jeder Handschuh wurde mehrmals getestet, um einen umfassenden Testeindruck zu erhalten. Einige Handschuhe wurden sogar bei Läufen, Bergtouren und Wanderungen eingesetzt.

Die wichtigsten Fragen

Wie groß sollte ein Fahrradhandschuh ausfallen?

Nicht zu groß und nicht zu klein. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass einige Hersteller US-Größen (S, M, L usw.) verwenden und andere die Größe nach Breite der Handfläche in Zentimeter angeben (z.B. 9, was einer US-L entspricht). Leider fallen die Handschuhe einzelner Hersteller etwas kleiner oder etwas größer aus. Große Ausreißer konnten wir im Test aber keine feststellen. Ist man nicht sicher, welche Größe benötigt wird, am besten zwei Größen bestellen.

Gel- oder Schaumstoffdämpfung – was ist besser?

Gelpolster in Radhandschuhen – das war Mitte der 90er-Jahre „the next big thing“. In der Zwischenzeit haben die Hersteller jedoch auch Schaumstoffpolster am Start, die den Gelpolstern in nichts nachstehen, was sich auch bei unseren Empfehlungen zeigt. Von daher unser Tipp: Hauptsache bequemer Sitz UND gepolstert, die Art der Polsterung ist sekundär. Außerdem hat der Test bewiesen: Besser ein gut gemachtes Schaumstoffpolster als ein schlecht gemachtes Gelpolster.

Welche Features sollte ein Radhandschuh haben?

Wischfläche zur Reinigung von Brille oder zum Abwischen des „Nasentröpferls“, funktionales Ausziehsystem, Polsterung und Klettverschluss. So einfach das klingt, so schwierig ist es – nicht alle Hersteller haben alles an Bord. Vor allem beim Ausziehsystem hakt es – im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Billighersteller setzen auf simple Ausziehlaschen, die schwer zu greifen sind. Der Ausziehvorgang mit den Laschen ist zudem umständlich. Besser sind Bändchen zwischen den Fingern oder gar „Täschchen“, in denen man mit den Fingerspitzen einhaken und die Kraft beim Ausziehen sehr definiert übertragen kann. Im Idealfall sind auch noch Reflektoren an Bord – mehr Sicherheit im Straßenverkehr ist nie falsch.

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