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In-Ear-Kopfhörer Test: Inears Aufmacher Alternative
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für hifitest.de, Heimkino, HIFI.DE, Digital Home und d-pixx.

 In-Ear-Kopfhörer Test: Sechs Ab Euro

In-Ear-Kopfhörer über 200 Euro

In der Preisklasse über 200 Euro satteln die Hersteller oft mit deutlich besserer Verarbeitung und besserem Klang auf. Interessanterweise klingen die meisten teuren In-Ears beim ersten Hinhören fast schon unspektakulär. Es gibt auch hier hin und wieder das momentan beliebte Sounding mit angehobenen Bässen, das läuft aber viel dezenter ab als in den meisten unteren Preisregionen. Insgesamt legt man hier viel mehr Wert darauf, dass nur noch die Musik klingt und die Hörer möglichst wenig Eigenklang entwickeln.

Beim Zubehör wird ebenfalls nicht gespart, allerdings setzt man nicht unbedingt auf Masse, sondern eher auf Qualität und Design. So wird sich kein Hersteller trauen, seinen Preziosen einen einfachen Transportbeutel aus Stoff beizulegen. Klanglich ist mit ausgefeilter, teurer Technik ebenfalls Boden gutzumachen, selten begnügen sich die Hersteller hier, nur einen Treiber pro Kanal einzusetzen. Ähnlich wie bei Lautsprechern werden unterschiedlichen Treibern unterschiedliche Frequenzem zugeordnet, die Kunst dabei ist es allerdings die Übergänge möglichst nahtlos und damit unhörbar zu gestalten.

Gerade jenseits der 200-Euro Schwelle tummeln sich zusehends kleine aber feine Hersteller aus aller Welt, die nicht selten über eine eigene Entwicklung und sogar Fertigung verfügen. Um aber auch mit keinen Stückzahlen auf dem großen Markt der In-Ear-Kopfhörer bestehen zu können, muss solch ein In-Ear auch optisch was hermachen, so gibt es eine ganze Reihe interessanter Designs unter Verwendung teilweise neuer Materialien. Dabei haben wir so manches wohlklingendes Schmuckstück für Sie entdeckt.

Wenngleich die Unterschiede nurmehr Nuancen beschreiben und oft auch nur im direkten Vergleich überhaupt wahrgenommen werden – dabei spricht man hier eher von unterschiedlichen Klangcharakteren als von besserem oder schlechterem Klang – haben wir uns die Mühe gemacht, möglichst genau hinzuhören um eine nachvollziehbare Klangbeschreibung abzugeben. Der Testsieger ist dann auch nicht der Kopfhörer mit dem besten Klang, sondern eher mit dem stimmigsten Gesamtkonzept aus Tragekomfort, Bedienung und möglichst natürlicher Wiedergabe.

Unsere Empfehlungen

Testsieger

Sennheiser E 80 S

Test besten In-Ear-Kopfhörer: Sennheiser E 80 S
Die E 80 S von Sennheiser klingen hervorragend, können im Bassbereich sogar individuell angepasst werden.

Keine Preise gefunden.

Der Sennheiser IE 80S ist einfach nur für den gepflegten Musikgenuss konzipiert, deshalb gibt es auch kein Mikrofon und keine Fernbedienung. Sie lassen sich wahlweise mit oder ohne Kabelverlegung hinter dem Ohr tragen, entsprechende Führungsbügel sind dabei, außerdem lässt sich der die Basswiedergabe mittels kleiner Einsteller leicht anheben. Diverse Passstücke – auch solche von Comply – ein Reinigungs- und Einstellwerkzeug sowie ein Case in dem alles untergebracht werden kann runden das Gesamtpaket ab. Er spielt auch sehr komplexe Musik wie aus einem Guss ohne Teile des Frequenzbereichs zu bevorzugen, es sei denn, man stellt den Bassregler hoch.

Auch gut

Meze Rai Solo

In-Ear-Kopfhörer Test: Meze Raisolo
Hersteller Meze hat insgesamt fünf Treiber pro Kanal im Rai Solo untergebracht, mit hervorragendem Klangerlebnis.

Den Meze Rai Solo sieht man sofort an dass hier nicht am Material gespart wurde. Die In-Ears sind aus poliertem Edelstahl gefertigt, innen arbeiten fünf Treiber pro Kanal – ein Teil BA- und ein Teil dynamische Treiber. Aus diesem Grunde gehören sie nicht zu den kleinsten und leichtesten In-Ears, sitzen aber trotzdem angenehm in den Ohren und entfalten dort ein hervorragendes Klangerlebnis.

Teurer und besser

Oriveti OH300

In-Ear-Kopfhörer Test: Oriveti Oh300
Der Oriveti OH300 kann sowohl unterwegs als auch an der heimischen Anlage voll überzeugen.

Auffälligstes Merkmal des Oriveti OH300 ist wohl das aufwändig verdrillte Anschlusskabel, zudem dieses für einen In-Ear-Kopfhörer recht dick ist. Trotzdem ist es so flexibel, dass es sich bequem hinter den Ohren tragen lässt, wenn die In-Ears im Ohr stecken. Auch das Set von Oriveti kommt ganz nach audiophiler Manier ohne Mikrofon aus. Hierzu passt, dass neben diversen Eartipps auch ein 6,35-mm-Klinken-Adapter für den Betrieb an der heimischen HiFi-Anlage zum Lieferumfang gehört. Ob unterwegs oder zu Hause, bester Klang ist in jedem Falle garantiert.

Preistipp

ikko Obsidian OH10

In-Ear-Kopfhörer Test: Ikko Oh10 1ba
Der Obsidian OH10 ist ein echtes Schmuckstück, das gilt auch für die Klangqualität.

Keine Preise gefunden.

Mit dem Obsidian OH10 haben wir den zweiten In-Ear von Ikko in dieser Runde. Der Obsidian spielt allerdings in einer anderen Preisklasse als der etwas günstigere Meteor, das Design ist allerdings ähnlich. Auch hier sind die Treiber in Gehäusen untergebracht, deren Oberfläche mehrfach gebrochen erscheint – wie Gestein eben, sollen allerdings in diesem Falle aus Kupfer sein. Dieser Aufwand lässt ebenso wie die sehr üppige Ausstattung einen Preis jenseits der 300-Euro-Schwelle vermuten. Dem ist nicht so. Damit – und mit ihren ausgezeichneten Klangeigenschaften – haben wir hier unseren Preistipp in der gehobenen Klasse.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
TestsiegerAuch gutTeurer und besserPreistipp
ModellSennheiser E 80 SMeze Rai SoloOriveti OH300ikko Obsidian OH10Final E5000Shure SE425Westone UM Pro 20Etymotic ER3SECampfire Audio IOWestone W10
Test besten In-Ear-Kopfhörer: Sennheiser E 80 SIn-Ear-Kopfhörer Test: Meze RaisoloIn-Ear-Kopfhörer Test: Oriveti Oh300In-Ear-Kopfhörer Test: Ikko Oh10 1baTest besten In-Ear-Kopfhörer: Final E5000Test besten In-Ear-Kopfhörer: Shure SE425Test besten In-Ear-Kopfhörer: Westone UM Pro 20Test besten In-Ear-Kopfhörer: Etymotic ER3SEIn-Ear-Kopfhörer Test: CampfireaudioioTest besten In-Ear-Kopfhörer: Westone W10
Pro
  • Hervorragender, fein auflösender Klang
  • Individuelle Bass-Anpassung
  • Komfortabler Sitz
  • Hervorragender Klang mit sattem Tieftonfundament
  • Komfortabler Sitz
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender, dynamischer Klang
  • Bestens für den mobilen und den stationären Einsatz gerüstet
  • Sehr guter Klang
  • Tolles Design
  • Hoher Tragekomfort
  • Hervorragender Klang
  • Sehr guter Tragekomfort
  • Sehr guter Klang
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr guter Klang
  • Wasserdichtes Transport-Case
  • Breites, offenes Klangbild
  • Kabel gesteckt
  • Sehr guter Klang
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender, fein auflösender Klang
  • 10 Passstücke liegen bei
  • Inklusive zwei Anschlusskabel (eines ausschließlich für HiFi)
Contra
  • Recht schwer
  • Kabel etwas störrisch
  • Proprietäre Steckverbindung
  • Recht knappe Ausstattung
  • Störrisch beim Einsetzen ins Ohr
  • Geringes Bassfundament
  • Müssen recht tief in den Ohrkanal eingesetzt werden
  • Etwas mittenbetont
  • Transport-Case ist etwas klobig
Bester Preis

Keine Preise gefunden.

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 In-Ear-Kopfhörer Test: Sennheiser Ie80s Inears

Testsieger: Sennheiser IE 80S

Eigentlich sehen die In-Ears der Sennheiser IE 80S durch ihre Würfelform weniger komfortabel aus als sie wirklich sind. Sie lassen sich erstaunlich gut ins Ohr einsetzen, man kann sogar wahlweise das Kabel hinter den Ohren verlegen, die entsprechenden Bügelchen zur Kabelführung liegen ebenfalls bei. Durchs Verlegen des Kabels hinter die Ohren reduziert sich das Kabelgeräusch, was durch Reibung an der Kleidung direkt an die In-Ears übertragen wird – also die Mikrofonie – nochmal deutlich reduzieren. Die Bügelchen habe ich allerdings nicht wirklich gebraucht.

Testsieger

Sennheiser E 80 S

Test besten In-Ear-Kopfhörer: Sennheiser E 80 S
Die E 80 S von Sennheiser klingen hervorragend, können im Bassbereich sogar individuell angepasst werden.

Keine Preise gefunden.

Die IE 80S sind die günstigsten In-Ears von Sennheiser, die auch audiophilen Ansprüchen genügen sollen. Einer der Gründe vielleicht, warum gezielt auf ein Inline-Mikrofon verzichtet wurde, ebenso wie auf eine Fernbedienung zur Annahme von Telefonaten. Dennoch kann man mit dem IE 80S problemlos auch Musik vom Smartphone hören, nur eben nicht telefonieren. Der Sennheiser bevorzugt hier allerdings hochauflösenden Kost, zu der ja viele Smartphones auch in der Lage sind, vor allem, wenn die Musik von entsprechenden Streaming-Diensten geliefert wird. Alternativ kann der IE 80S natürlich auch an einem mobilen Audioplayer betrieben werden oder sogar an der heimischen Stereoanlage, dann mit 6,35-mm-Klinken-Adapter, der allerdings nicht zum Lieferumfang gehört.

Zum Lieferumfang des Sennheiser IE 80S gehören acht Paar Eartipps in verschiedenen Größen, fünf in Silikon-Ausführung, drei von Comply. Außerdem besagte Bügelchen zum Velegen der Kabel hinter die Ohren, ein Werkzeug zur Reinigung und zum Einstellen der Bass-Performance sowie last but not least ein schönes Case, in dem für unterwegs die In-Ears nebst Zubehör untergebracht werden können.

Wie in dieser Preisklasse üblich, sind auch die Kabel der IE 80S an den In-Ears gesteckt. Allerdings setzt Sennheiser hier nicht auf den weit verbreiteten Quasi-Standard einer MMCX-Verbindung, sondern nutzt ein hauseigenes Stecksystem. Statt der praktischen koaxialen Anordnung der Stecker gibt es hier zwei schlanke Pins als Steckkontakte, allerdings sind die empfindlichen Pins gut gegen Beschädigungen und auch gegen Verpolung geschützt, Ersatz gibt es allerdings nur von Sennheiser.

Der Sennheiser sitzt sehr angenehm in den Ohren, ob man nun das Kabel hinter die Ohren verlegt oder nicht. Der größte Vorteil, wenn man das Kabel hinter den Ohren verlegt ist sicherlich das fehlende Reibegeräusch, was sonst durch Reibung des Kabels an der Kleidung entsteht – die sogenannte Mikrofonie.

Richtig eingesetzt klingt der IE 80S sehr natürlich und ausgewogen, mit einem trockenem Bass, der zudem sehr weit runter reicht, dabei aber niemals vordergründig wird. Grund- und Mittelhochton fügen sich übergangslos an. Der Sennheiser schafft die Balance, einerseits alles abzubilden und alle Details auszuleuchten, dabei trotzdem die Musik in ihrer gesamten Komplexität wie aus einem Guss wiederzugeben. Im Auslieferungszustand ist der kleine Bass-Einsteller auf Links-Anschlag und damit auf Minimum gesetzt. Nach einem kleinen Dreh mit dem dazugehörigen Werkzeug etwa bis zur Mitte, tritt der IE 80S ganz unten nochmal nach und rückt beispielsweise den Kontrabass auf ZAZ »Effet Miroir« nochmal ein Stück mehr in den Fokus. Wer mehr will, kann das gerne machen – bei Musik, die ohnehin schon bassorientiert ist kann das aber schon zu viel sein. Wie gesagt, selbst in der Minimal-Position reicht das völlig aus, zumindest wenn die Aufnahme das hergibt.

Der Sennheiser IE 80S ist ein sehr gelungener In-Ear-Kopfhörer. Die gute Ausstattung unter anderem mit ausreichend Eartipps ist eine der Grundlagen für seinen hohen Tragekomfort, da hört man gerne auch lange Musik. Wer unbedingt mit dem In-Ear auch telefonieren möchte, sollte sich eine der Alternativen mit Mikrofon anhören.

Alternativen

Auch im Preisbereich über 200 Euro gibt es noch weitere Empfehlungen, die eine echte Alternative zum Testsieger darstellen. Wir stellen sie im Folgenden vor.

Auch gut

Meze Rai Solo

In-Ear-Kopfhörer Test: Meze Raisolo
Hersteller Meze hat insgesamt fünf Treiber pro Kanal im Rai Solo untergebracht, mit hervorragendem Klangerlebnis.

Die Meze Rai Solo gehören bei dem rumänischen Hersteller zum mittleren Preissegment, in den Edelstahl-Gehäusen arbeiten jeweils fünf Treiber pro Kanal, ein enormer technischer Aufwand für den aufgerufenen Preis.

Diese Treiber benötigen natürlich entsprechend Platz, weshalb die Gehäuse der Rai Solo nicht gerade zu den kleinsten gehören. Dennoch lassen sie sich perfekt ins Ohr einpassen und sitzen entsprechend komfortabel an ihrem Platz, die Kabel werden dabei hinter den Ohren entlang geführt, was mit den flexiblen Exemplaren, die den Rai Solo beiliegen auch hervorragend gelingt.

Die Kabel sind klassenüblich gesteckt, wobei das bewähre MMCX-Stecksystem zur Anwendung kommt. Klassenüblich ist auch die übrige Ausstattung: Sowohl die In-Ears als auch die Stecker der Kabel sind eindeutig farblich gekennzeichnet. Insgesamt acht Paar Passstücke, davon zwei in Comply-Ausführung, liegen dem Set bei, der Flugzeug-Adapter und das Reinigungswerkzeug mit Bürste sind fast schon Standard, der Adapter auf 6,35-mm-Klinke eine nette Dreingabe. Zusammen kann alles im schönen Hardcase untergebracht werden.

Die Rai Solo klingen erstmal unspektakulär verstehen es aber schon nach wenigen Takten das Ensemble, die Band oder das Orchester Stück für Stück vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Er hat ein sattes Bassfundament, woran sich ein ausgeprägter Grundton anschließt. Der Hochtonbereich wird angenehm abgerundet, damit sind dem Meze zischende Sibilanten fremd.

Preislich liegt der Meze Rai Solo in etwa auf dem Niveau des Sennheiser, biete aber eine ganz andere Klang-Charakteristik, die sicher ebenso viele Freunde finden wird.

Teurer und besser

Oriveti OH300

In-Ear-Kopfhörer Test: Oriveti Oh300
Der Oriveti OH300 kann sowohl unterwegs als auch an der heimischen Anlage voll überzeugen.

Als Überraschungsgast kam uns kurzfristig der Oriveti OH300 in die Finger oder besser in die Ohren. Der Hersteller Oriveti ist hier noch recht unbekannt, uns überzeugte die hervorragende Fertigungsqualität, die zweckmäßige Ausstattung und nicht zuletzt der Klang – und schon bekommt der Neuling eine Empfehlung.

Zugegeben, die Gehäuse der In-Ears sind schon recht groß und auch das verdrillte Anschlusskabel könnte fast einem ausgewachsenen Lautsprecher gerecht werden. Dennoch lassen sich die Orivetis ziemlich einfach in deen Ohren platzieren, und auch das an den der Biegung nochmal leicht verstärkte Kabel lässt sich gut hinter den Ohren verlegen. Auch so, erst muss das Anschlusskabel ja an die Treiber-Gehäuse gesteckt werden, was dank der MMCX-Verbindung aber keine große Hürde darstellt. Nun fällt auf, dass die In-Ears eigentlich keine Re/Li-Kennzeichnung haben, die Stecker an den Kabel-Enden schon. Eigentlich, denn wie sich schnell herausstellt, ist der Oriveti-Schriftzug auf dem rechten, das Logo in form eines offenen »O« auf dem linken Gehäuse.

Neben den insgesamt zehn Paar Passstücken, von denen acht aus Silikon und zwei aus Comfort-Foam sind, gibt es noch einen Flugzeug- sowie einen 6,35-mm-Adapter für die heimische Stereo-Anlage. Ein Reinigungswerkzeug mit Bürste und ein Transport-Case aus Leder, in dem alles untergebracht werden kann, runden das praktische Zubehör ab.

Der Klang, den die Oriveti OH300 reproduzieren, hat auf Anhieb starke Ähnlichkeit mit dem des Favoriten. Die Oriveti sind ganz unten allerdings etwas zupackender, man spürt den Bass fast mehr als dass man ihn hört. Das lässt sich bei den Sennheisers auch nur geringfügig mit der Bassanhebung ausgleichen, weil die Orivetis schlicht tiefer runter gehen. Insgesamt kommen sie dadurch etwas dynamischer rüber und machen einfach mehr Spaß.

Preistipp

ikko Obsidian OH10

In-Ear-Kopfhörer Test: Ikko Oh10 1ba
Der Obsidian OH10 ist ein echtes Schmuckstück, das gilt auch für die Klangqualität.

Keine Preise gefunden.

Der Ikko Obsidian OH10 sieht nur nach einer Gesteinsprobe aus, ebenso wie der günstigere Meteor OH1 sind die In-Ears aber aus Metall gefertigt, das lediglich entsprechend bearbeitet und hochglanzlackiert wurde. Beim Obsidian OH10 soll die Grundlage aus Kupfer sein, was ich auch in diesem Falle ungeprüft lasse, denn die Lackschicht ist viel zu schade, um daran zu kratzen.

Die Oberfläche des Ikko Obsidian OH10 ist ebenso facettenreich wie die seines Kollegen und hat damit tatsächlich etwas von einem Schmuckstein. Der ungleichmäßigen Schale zum Trotz lässt er sich dennoch perfekt in die Ohrmuschel einsetzen, um mit den Eartipps den Hörkanal perfekt abzudichten. Die verdrillten Kabel werden einfach hinter die Ohren verlegt, was auch hier die Mikrofonie wirksam unterdrückt.

Leider greift Ikko auch beim Obsidian OH10 auf die hauseigene Steckverbindung zurück, mit den gleichen Problemen wie sie beim Meteor schon auftreten: erstens besteht die Möglichkeit, die Stecker gegenpolig einzustecken – Klangeinbußen sind die Folge. Zweitens sind die feinen Pins ungeschützt, und können schon mal umknicken oder gar brechen, hier sollte der Hersteller dringend nachbessern. Letztlich lassen sich die In-Ears dann aber sogar leichter einsetzen als zum Beispiel beim Shure SE425.

In den schönen Gehäusen arbeiten jeweils zwei Treiber, einer nach dem BA- (Balanced Armature), ein weiterer nach dem dynamischen Prinzip, eine gelungene Kombination. Klanglich sind die Obsidian OH10 den Sennheisers ziemlich ähnlich – nur der Grundtonbereich ist etwas zurückhaltender. Davon profitiert allerdings der oberen Mitteltonbereich, sodass manche Stimmen mit den Obsidian etwas authentischer klingen. Hier entscheidet, wie so oft, der persönliche Geschmack, gut aussehen tun die Obsidian OH10 allemal, relativ günstig sind sie obendrein.

Außerdem getestet

Der Final E5000 ist der teuerste aus der E-Reihe, er ist ebenso schlank konstruiert wie seine Kollegen und verfügt über die gleiche Technik, die sich perfekt in den Hörkanal einpassen lässt. Ein Bügel zum Verlegen der Kabel hinter die Ohren liegt bei, für einen hohen Tragekomfort ist damit bestens vorgesorgt. Der E5000 übt besonders im Vergleich zum Favoriten etwas Zurückhaltung im Bass. Dennoch spielt der Final im Grundton sehr angenehm, Stimmen werden sonor wiedergegeben, im Mittenbereich und dem nahtlos angeschlossene Mittel-Hochtonbereich zeigt sich der E5000 als nahezu unbestechlich präzise.

Der Shure SE425 ist noch üppiger ausgestattet als der SE215, insgesamt acht Paar verschiedene Passstücke liegen bei, davon vier in Memory-Foam-Ausführung, ein 6,3-mm-Adapter zum Anschluss an die HiFi-Anlage, sowie ein Transport-Case sind dabei. Im Kabel ist ein Inline-Mikrofon und eine Universal-Fernbedienung integriert. Universal deshalb, weil mit einem kleinen Schalter auf der Rückseite zwischen Android und iOS umgeschaltet werden kann.

Allerdings ist das Kabel zum Verlegen hinters Ohr noch störrischer als beim günstigen SE215, entsprechend umständlich gestaltet sich das Einsetzen. Klanglich werden bei den Shure die obern Mitten besonders hervorgehoben, was ein wenig zu Lasten des Grundtones geht, der Übergang vom Tieftonbereich zu den unteren Mitten ist etwas unterrepräsentiert. Gemessen an der Konkurrenz grenzt das allerdings an Erbsenzählerei und ist eine Frage des musikalischen Geschmacks.

Der UM Pro 20 kommt von Westone, einem Unternehmen, deren Hauptgeschäft eigentlich der professionelle Gehörschutz ist. Allerdings wäre das nicht der erste Hersteller, der sein KnowHow auch für highfidele Zwecke nutzt und sich dadurch ein neues Betätigungsfeld eröffnet. Selbstbewusst sind die Treiber der Westone UM Pro 20 in Klarsichtgehäusen untergebracht, wie es sich gehört sind auch hier die Kabel gesteckt und für das Verlegen hinter die Ohren vorbereitet.

Die UM Pro 20 geizen nicht mit Zubehör: Insgesamt zehn Paar Passstücke gehören zum Lieferumfang, davon fünf aus Memory-Foam und fünf aus Silikon, außerdem liegt noch ein Reinigungswerkzeug bei. Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal der Westone In-Ears ist allerdings der Transportbehälter, in dem alles untergebracht ist. Diese auffällige, orangefarbene Box lässt sich komplett verriegeln und ist dann sogar absolut wasserdicht. Ideal für Kanuten und andere Wassersportler.

Die UM Pro 20 sollten also in jedes Ohr passen und sich entsprechend musikalisch entfalten können. Sie haben allerdings einen ziemlich präsenten Mitteltonbereich, was sich selbst mit unterschiedlichen Passstücken kaum beeinflussen lässt. Einzig ein etwas soliderer Grundton und Bassbereich lässt sich nach sorgfältiger Anpassung erreichen, was die Mittelton-Präsenz etwas relativiert.

Der Etymotic ER3SE und sein Bruder, der ER3XR, haben ebenfalls beide keine Headset-Funktionen, sind also voll auf Klang getrimmt. Angesichts der Verarbeitung und Ausstattung gibt es kaum etwas an den Etymotic-Hörern zu mäkeln. Sie sind schlank, leicht und tragen – vorausgesetzt sie sind richtig eingesetzt – kaum auf. Die Kabel sind wie üblich gesteckt und lassen sich bei Defekt leicht wechseln. Zur Ausstattung gehören allerdings nur vier Paar Passstücke, auf den ersten Blick ein wenig mau in dieser Preisklasse. Allerdings sind drei Paar in sogenannter 3-Flange- oder Tannenbaum-Ausführung gehalten, sodass sie nach außen hin immer größer werden und im Grunde jedes Ohr abdichten sollten. Ein weiteres Paar besteht aus Schaumstoff, ist recht groß, lässt sich aber schön klein kneten, sodass es die meisten Ohren, für die die anderen etwas zu garstig sind, problemlos abgedichtet werden.

Abgerundet wird die Ausstattung mit zwei winzigen Ersatzfiltern, die vor der Schallöffnung sitzen, sowie einem Werkzeug, das sowohl zum Filterwechsel als auch zur Reinigung der winzigen Öffnung dient. Ein schönes, solides Case ist bei diesem Preis obligatorisch.

Allein das Einführen der Hörer ist nicht ganz trivial, sie sollen nämlich möglichst nah vor dem Trommelfell sitzen. Also Passstücke drauf und vorsichtig in den Ohrkanal einsetzen, dann leicht schräg nach oben fahren – und keine Bange, auch wenn sie etwas brachial aussehen: Die Tannenbaum-Passstücke sind aus weichem Silikon gefertigt und passen sich sehr angenehm an.

Belohnt wird der Einsatz mit herrlich natürlichem Klang und sehr feiner Auflösung im Mittelhochtonbereich. Beim Bass scheiden sich dann die Geister, besser gesagt die beiden Hörer: Während der Etymotic ER3SE bis in den tiefsten Basskeller hinabreicht, ohne auch nur ein Quäntchen mehr auf die Schippe zu legen als vom Tonmeister vorgegeben, hebt der ER3XR hier ein klein wenig an. Das macht er derart dezent, dass es eigentlich nur im A-B-Vergleich richtig auffällt, beiden gemeinsam bleibt die exzellente Auflösungsfähigkeit über alle Frequenzen sowie eine atemberaubend große Bühne, sofern die Aufnahme das hergibt. Bei keinem der beiden Hörer wird man jemals das Headset vermissen.

Äußerlich sieht der Campfire Audio IO eher nach einem gelungenen Stück Maschinenbau aus als nach einem In-Ear-Kopfhörer, wenn auch sehr feiner Maschinenbau. Trotzdem lassen die In-Ears sich recht einfach einsetzen, wenn auch nicht ganz so einfach wie unsere Empfehlungen. Kleine farbige Markierungen an den Anschlüssen kennzeichnen den linken und den rechten Kanal deutlich, auch hier wird das Kabel per MMCX-Stecker an die Treiber-Gehäuse gesteckt.

Auf jeden Fall geht es bei den IO sehr audiophil zu – anders als ihre Brüder – außerdem sind sie bei gleichem Input hörbar leiser als die Comet, also nichts für schwächliche Smartphones. Seitens der klanglichen Abstimmung lag hier der Fokus auf brillante, saubere Wiedergabe des Mitteltonbereichs. Nicht dass die Bässe und die Hochtonabteilung dabei zu kurz kämen, sie sind einfach deutlich dezenter als bei den meisten anderen und damit nicht für jedes Genre geeignet.

Der Westone W10 ist der kleinste und auch der günstigste einer ganzen Baureihe von Westone, die alle eines gemeinsam haben: Der W10 ist wie der W20 und der W30 mit BA-Treibern ausgestattet. Verfügt der W10 über einen einzigen Treiber pro Hörer, so sitzen im W20 zwei und im W30 sogar drei Treiber. Mit dem betriebenen technischen Aufwand steigen aber auch die Preise, so liegt der W30 mit knapp über 400 Euro an der Spitze.

Die Ausstattung ist bei allen dreien gleichermaßen üppig: Gleich zehn Paar Passstücke, jeweils fünf aus Silikon und True-Fit-Foam, liegen dem Set bei. Die Kabel sind steckbar ausgeführt und es liegen zwei Varianten bei, eins mit Inline-Mikrofon und Fernbedienung und ein verdrilltes Kabel ohne Mikrofon zum Anschluss an mobile Audioplayer oder die HiFi-Anlage.

Zur Personalisierung oder als Mode-Gag hat Westone jeweils drei farbige Clips beigelegt. Die blauen, roten oder schwarzen Clips können an die Hörer geschraubt werden. Das nötige Werkzeug liegt bei.

Der Westone W10 liefert ein sehr schön ausgewogenes Klangbild und neine gute Portion Feinzeichnung im Mittelhochtonbereich. Der Tieftonbereich wird manchen zu dünn erscheinen, allerdings wird bei den Westones nicht nachgeschoben. Wenn die Musik das hergibt, liefert der W10 einen trockenen, knackigen Bass – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

102
Kommentare

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Anna
Anna

Vielen Dank für die ausführlichen Bewertungen!
Ich lege keinen Wert auf Mikrofon etc., sondern suche nur die für diesen Preis (bis ca. 30 Euro) insgesamt beste Klangqualität um Musik zu hören. Wären dann für mich die Xiaomi QTER02JY oder die Beyerdynamic Beat Byrd besser geeignet? Ausreichend komfortabel sind den Bewertungen zu Folge beide. Diese beiden Modelle sind in meiner Vorauswahl, weil die Xiaomi-Kopfhörer Testsieger wurden und die Klangqualität der Beat Byrd sogar mit „sehr gut“ bewertet wurde.

Anna
Anna

Gut wäre es allerdings auch, wenn die Umgebung selbst beim Anhören von Musik mit hoher Lautstärke wenig bis gar nichts davon hören könnte.

Goran
Goran

Danke für die ausführlichen Berichte. Nach etlichen Jahren mit den Sennheiser CX-150 (19 Euro Kopfhörer), die nach meinem Geschmack sogar deutlich besser spielten als die Sennheiser CX-300 II Precision (40-50 Euro) und alles andere was wir damals zwischen 20-40 Euro von Philips oder Sony probierten klanglich in Grund und Boden spielte, war ich nach 2 Kabelbrüchen bereit für was neues. Zwischenzeitlich machten die AKGs von Samsungs S8 einen guten Job und ich habe mir jetzt die SoundMagic E11C bestellt in der Hoffnung, einen höherwertigen Nachfolger für meine Lieblingskopfhörer von Sennheiser zu finden. Bin gespannt wie die so sind.

Goran
Goran

Wenige Tage später habe ich nun die Kopfhörer erhalten. Die Verarbeitung ist sehr gut. Ich befürchte, dass meine Hörgewohnheiten wohl sehr stark von dem abweichen, was hier im Test für gut befunden wird. Die SoundMagic sind ok, insbesondere die transparente Wiedergabe im Hoch und Mittenbereich ist sehr schön. Im Tiefton leider nicht tiefreichend genug und etwas zurückhaltend für meinen Geschmack. Es gibt Kopfhörer, die als Basslastig beschrieben werden und plötzlich einen Buckel in einem sehr merkwürdigen Bereich haben (bsp. 60-200hz). Da ich viel mit Subwoofer höre, bin ich höhere Pegel unter 40hz gewohnt und wenn man auch noch unter 30hz… Mehr... »

Josephine Forna
Josephine Forna

Toller Vergleich, das einzige was mir fehlt sind ein paar angaben zur Langlebigkeit der einzelnen In Ears.

Rene Böhm
Rene Böhm

Hallo!
Die Tests sind ja echt ausführlich besser geht es ja kaum.
Hab mir überlegt die B&O H3 – 2gen zu kaufen, habe aber bis jetzt keine guten und so ausführlichen test gefunden wie bei euch.
Leider habt ihr die B&O nicht im test dabei, aber vielleicht könnt ihr mir ja trotzdem weiterhelfen oder sie kommen ja mal bei euch zum testen.

Macht weiter so bei euch wird man sehr ausführlich und und gut informiert.
Danke an alle die sich die Zeit und Mühe machen.

Sepp
Sepp

Toller Test, vielen Dank!
Kleiner Fehler: Wo ihr den 1More E1010 getestet habt, ist das Bild vom E1001 – hat mich etwas irritiert.

Kalaschnikow Kalle
Kalaschnikow Kalle

Man war das peinlich sorry wollte mich beschweren das ihr nicht auf die Kabel ein geht mein Browser hat die seite nicht richtig geladen und Große teile des Textes haben gefehlt.

Super Testberichte danke sehr.

Ich geh mich mal schnell schämen 😅

Fu Mohr
Fu Mohr

Hallo, mich würde der neue Sennheiser In Ear 40 Pro interessieren, von den Daten und Beschreibungen her ein sehr interessanter IEM.

Oleks
Oleks

Habt ihr auch die Sony MDR-EX650AP da zum Vergleich ?
Also würde mal gerne wissen welcher Kopfhörer da nen ähnlichen Sound liefern würde da der eine Sony den ihr getestet habt leider einer ist von der „Extra Bass“ Reihe und mein 650Ap eher nen Augeglicheren Sound hat. Welchen Kopfhörer kannst du mir da empfehlen Praktisch als Upgrade zum 650AP

Damian
Damian

Serwus! Wie sind die Final E3000c so?

Alfred
Alfred

Sind die Xiaomi sogar besser als die teureren E50 ?
Habe nämlich vor mir welche zu kaufen.

Jan Marian
Jan Marian

Die Xiaomi Dual Treiber werden von manchen hier sogar so sehr gelobt, dass sie angeblich sogar besser sein sollen als die besten Kopfhörer höherer Preisklassen.
Trifft dies denn zu ? Sind die Xiaomi Dual Treiber klanglich besser als die SoundMagic E50C ?
Ich würd‘ mich über eine Antwort sehr freuen 🙂
LG

EnesBlacc
EnesBlacc

Könntet ihr mal die Klim Fusion testen? Auf Amazon gerade für 19,90€ zu haben und ich habe nur positives darüber gehört

Redaktion
Redaktion

Machen wir! Schon bestellt.

Tommy
Tommy

Die Klim Fusion bewegen sich unterhalb der Rock Zircon. Das Zubehör ist nett und auch eine deutsche Marke (nur die Marke) aber klanglich sind die Fusion ne mittlere Katastrophe. Da spielen wie weit günstigeren Asiaten in einer komplett anderen Liga.

hoschu
hoschu

schlecht recherchiert. die in-ears von Xiaomi haben sehr wohl eine Typenbezeichnung. bei dem modell auf dem Foto handelt es sich um die Piston Pro, die aber aus meiner Sicht von den noch günstigerem piston IV getoppt werden, die hier gar nicht aufgeführt werden

Bernd
Bernd

Danke für die umfangreichen Tests. Mir fehlt allerdings bei jedem Kopfhörer die Angabe wie stark Kabelgeräusche durchschlagen. Bei den meisten ist das ein Problem, weil sie die Adern im inneren zu billig aufbauen. Dadurch entstehen veränderbare Kapazitäten die zu Geräuschen im Kopfhörer führen.

josefinn
josefinn

vielen Dank – sehr ausführlich – ich bin allerdings explizit auf der Suche nach In-ear-Kopfhörer mit Ohrbügel (und Kabel) – wäre dazu eine Aufstellung möglich?

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