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Die besten Internetradios

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Internetradios im Test: Testsieger um 100 Euro ist das Medion Life P85111.
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

Wir haben für Sie 40 Internetradios getestet und in drei Klassen Testsieger und Empfehlungen gekürt: Das beste Internetradio für rund 100 Euro ist das Medion Life P85111. Es bietet zu seinem Preis nicht nur die beste Ausstattung sondern kann auch klanglich überzeugen. In der Klasse um 200 Euro ist für uns das Hama DIR3115MS der Testsieger. Wer zusätzlich CDs hören möchte, ist mit dem TechniSat Digitradio 600 am besten bedient, muss dafür aber auch knapp 450 Euro ausgeben.

Update 29. März 2019

Wir haben acht neue Geräte getestet. Bei den 100-Euro-Geräten kamen das Technisat Digitradio 360 IR und das Xoro HMT 300 hinzu. Zwei neue Empfehlungen gab es bei den 200-Euro-Radios: das Sangean WFR 70 und das Nordmende Transita 120IR. Außerdem haben wir uns auch das Sangean WFS 58 angesehen. Bei den Geräten mit CD empfehlen wir neuerdings das Roberts Stream 67 und das Hama DIR3505MSCBT. Hier kam auch noch das Sangean DDR 66 BT dazu.

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19. April 2018

Wir haben mit dem Teufel 3sixty und dem Blaupunkt IRD 300 WH zwei neue Internetradios in der 200-Euro- und in der 100-Euro-Klasse getestet, beide können eine Empfehlung verbuchen.

Evolution eines Klassikers

Seit den 30er Jahren ist es aus den meisten Haushalten kaum mehr wegzudenken – das Radio. Wenn man die Zeitung als Hardware betrachten will, war es das erste Software basierte Informationsmedium. Ob im Wohnzimmer, in der Küche, als Radiowecker oder auch lange schon als mobiles Kofferradio, dieser Mix von Information und Unterhaltung direkt und unmittelbar ist längst ein Teil unserer Kultur geworden.

Allen Unkenrufen zum Trotz hat das Video den Radio-Star nicht gekillt, das Radio ist lebendiger und präsenter denn je, hat sogar an Vielfältigkeit zugenommen und muss sich noch längst nicht dem bewegten Bild geschlagen geben. Dabei gelingt dem Radio, was bislang noch wenigen Medien geglückt ist: Neben der weiten Welt ist per Radio auch ein großer bunter Strauß an regionaler Unterhaltung und Information zugänglich.

Von UKW über DAB+ zum Internet-Streaming

An die eher bescheidene Klangqualität der ersten Rundfunkübertragungen kann sich wohl kaum noch jemand erinnern, bereits Ende der 40er Jahre nahmen die UKW-Sender in Deutschland den Betrieb auf und konnten dank FM-Technik mit einem Qualitätssprung aufwarten. Zudem war es nun technisch möglich, das Rundfunkprogramm in Stereo auszustrahlen.

DAB+ ist das Radio der Zukunft

Lange Zeit war das Stand der Technik, bis nach mühsamen Anfängen in den ersten 2000er Jahren mit DAB, bzw. DAB+ das Digitale beim Radio nach und nach Einzug hält – ein weiterer Qualitätssprung mit gleichzeitiger Verringerung des Rauschens. Mittelfristig sollen sämtliche bestehenden Sendeanlagen auf den digitalen Standard umgerüstet werden, daher muss laut einer Bundesratsinitiative ab Januar 2019 jedes Hörfunkempfangsgerät zum Empfang digitaler Signale geeignet sein. Radiogeräte die ausschließlich analoge Sender im UKW, KW, MW und LW-Frequenzband empfangen können, dürfen dann nicht mehr verkauft werden.

 Internetradios Test: Sub Dir

Das fördert allerdings nicht nur die DAB+-Initiative, sondern auch das Internetradio, das ja ebenfalls digital empfängt, nur eben auf anderem Weg: Statt über Radiowellen werden Audio-Dateien übers Internet gesendet, meist als MP3-Stream. Der Vorteil: Im Internet steht ein riesiges Angebot an Streaming-Radiosendern zur Verfügung. Viele verzichten obendrein auf Werbung. Aber auch die bekannten Radiosender kann man inzwischen fast alle als Stream übers Internet empfangen.

Deshalb machen Internetradios für viele mehr Sinn als reine DAB+-Radios – zumindest, wenn man eine stabile Internet-Verbindung mit Daten-Flatrate hat. Denn wenn das Radio den ganzen Tag spielt, fallen gehörige Datenmengen an: pro Stunde – je nach Übertragungsqualität – in der Regel rund 50 Megabyte. Hört man jeden Tag zehn Stunden Musik, verbraucht man im Monat also rund 15 Gigabyte Daten. Für alle, die einen LTE-Vertrag mit festem Datenvolumen haben, ist ein DAB+-Radio daher die bessere Option.

Viele Internetradios haben DAB+ allerdings bereits integriert und unterstützen auch noch UKW. Andere setzen dagegen ganz aufs Streaming aus dem Internet und können weder DAB+ noch UKW empfangen.

Wie findet man Internet-Radiosender?

Neben den klassischen Radiosendern findet man im Internet abertausende Spartensender zu jedem erdenklichen Thema und allen möglichen Musikrichtungen. Über das Display am Gerät kann man über ein weitgehend standardisiertes Menü nach Art des Radiosenders oder Musikrichtung suchen und seine Lieblingssender auf Stationstasten speichern.

Die meisten der von uns getesteten Internetradios haben zudem den Musik-Streaming-Dienst Spotify vorinstalliert. Den Geräten liegt meist auch ein zeitlich begrenztes Frei-Abo bei, sodass man hier sofort loslegen kann. Wem das Spotify-Premium-Abo mit 10 Euro im Monat zu teuer ist, kann die kostenlose, werbefinanzierte Variante nutzen, die nicht weniger vielfältig ist, nur dass man hier nicht gezielt nach Stücken suchen kann.

 Internetradios Test: Sub Multiroom

Viele Internetradios unterstützen die UNDOK-App von Frontier Silicon, die es kostenlos für Android und iOS gibt, und die auch die Software der meisten Radios liefert. Sie eröffnet Zugang zu weiteren Musik-Abos wie Deezer, Amazon Music, Tidal, Napster und mehr. Es müssen lediglich die entsprechenden Zugangsdaten eingegeben werden und schon gibt’s Musik ohne Ende, natürlich gegen entsprechendes Entgelt.

Frontier Silicon und Reciva

Frontier Silicon liefert nicht nur die UNDOK-App, im Grunde stammt der Haupt-Chipsatz fast aller Internetradios vom selben Lieferanten. Auch die Datenbank, auf welche die Internetradios zurückgreifen, wenn wir nach Sendern suchen, wird von Frontier Silicon verwaltet. Mit Reciva steht diesem Quasi-Monopol nur ein weiterer Datenbank-Betreiber gegenüber, der allerdings mittlerweile nur auf ganz wenigen Internet-Radios vorinstalliert ist. Übrigens war selbst das von Medion bis 2018 betriebene Internetradio-Portal letztlich nichts anderes, als ein spezieller Zugang zur Frontier Silicon-Datenbank.

Da viele Anwender sich aber ungerne gängeln lassen und zudem ein noch größerer Teil durchaus sehr zufrieden mit dem Angebot von Reciva ist, gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, Reciva als zusätzlichen Streaming-Dienst auch in ein ansonsten durch Frontier Silicon dominiertes Internetradio zu implementieren. Wer also etwas experimentierfreudig ist; entsprechende Anleitungen für einzelne Radios finden Sie unter Calm Radio.

Ein Unterschied zwischen den beiden Portalen liegt in der Anzahl der zur Verfügung gestellten Sender und Podcasts, Reciva spricht von über 50.000 Sendern, während Frontier Silicon aktuell »nur« zwischen 30.000 und 40.000 angibt, allerdings gibt es bei Reciva neben vielen doppelten Einträgen auch einige Karteileichen, also Sender, die zwar noch gelistet sind, ihren Betrieb aber schon längst eingestellt haben.

Multiroom

Prinzipiell lässt sich jedes mit dem WLAN verbundene Internetradio in ein sogenanntes Multiroom-System einbinden: Dann spielen mehrere Lautsprecher – auch in unterschiedlichen Räumen – synchron die selbe Musik.

Manche Hersteller, beispielsweise Sonos oder Bose, dessen SoundTouch wir ebenfalls im Test hatten, setzen dazu auf eine eigene Infrastruktur. Damit ist man allerdings meist an die Produkte aus gleichem Hause gebunden, was mitunter deutliche Einschränkungen mit sich bringt.

Marken­­über­greifende Apps für Multiroom-Audio

Besser ist es, wenn das Radio oder der WLAN-Lautsprecher mit einem offenen Standard kompatibel ist. Mit der erwähnten UNDOK APP lassen sich die meisten der von uns getesteten Internetradios relativ einfach in ein Multiroom-System einbinden – und das Marken-übergreifend.

Beide Wege geht man bei TechniSat. Zwar sind auch deren Internetradios mit UNDOK kompatibel, darüberhinaus gibt es aber noch die hauseigene Connect App, die demnächst durch ein Modul Multiroom ergänzt werden soll. Damit schließt sich der Kreis zum SmartHome, jedenfalls für TechniSat-Geräte.

So haben wir getestet

Die Zahl der Hersteller und der Produktvarianten von Internetradios ist ziemlich unübersichtlich. So haben wir vom modernen Internetradio fürs Wohn- oder Arbeitszimmer auch die Fortsetzung des klassischen Küchenradios entdeckt, teilweise mit der Möglichkeit zur Befestigung unter dem Küchenhochschrank. Selbst das beliebte Kofferradio erlebt mit moderner Empfangstechnik eine Renaissance.

Kombigeräte mit integriertem CD-Laufwerk finden nun ebenso ihre Kunden, wie kleine oder größere Helferlein, die Ihr vorhandenes Stereo-Equipment für Internetradio empfänglich machen und somit in die Moderne katapultieren.

Große Modellvielfalt

Insgesamt haben wir über 30 Geräte getestet und diese grob in drei Preiskategorien eingeteilt: die günstigsten Internetradios bewegen sich um 100 Euro, darüber liegen Geräte zum Preis um 200 Euro.

Außerdem haben wir Geräte für besondere Einsätze getestet und bei den entsprechenden Preisklassen aufgeführt: Einmal das Hama DIT2000M und das Technisat Digitradio 110 IR, die ohne eigene Lautsprecher als Ergänzung zur vorhandenen HiFi-Anlage dienen. Und außerdem die WLAN-Lautsprecher Bose Soundtouch 10 und Hama IR80MBT. Und Last but not least die drei modernen Kofferradios: das Numan Mini Two, das flammneue Roberts Stream 218 und das Sangean WFR 29C, die Sie alle in der Klasse um 200 Euro finden.

Zum Schluss haben wir uns die Kombis angehört, die zusätzlich mit einem CD-Laufwerk ausgestattet sind und zumeist das Limit von 200 Euro deutlich überschreiten.

Getestet haben wir die Bedienung und hier vor allem, wie einfach oder auch umständlich sich das Radio ins heimische Netzwerk integrieren lässt; außerdem war uns der Klang wichtig, den die teilweise recht kompakten Geräte verbreiten können – oder eben auch nicht. Zudem haben wir die Ausstattung der einzelnen Geräte miteinander verglichen.

Geeignet für den mobilen Einsatz dank Akkufach auf der Rückseite.

Das Hama DIT2000M und das Technisat Digitradio 110 IR spielen über die Anlage ab, deshalb haben wir hier bezüglich des Klanges eine Ausnahme gemacht. Da alle Geräte mit CD-Laufwerk, bis auf das IRS 700 von Pearl, durchweg die höchste Preisklasse belegen, haben wir alle diese Geräte in einer Klasse zusammengefasst.

Hard- und Software fast identisch

Frontier Silicon liefert, wie gesagt, neben der Software und der Datenbank auch den Chipsatz, da ist es kaum verwunderlich, dass die meisten Radios außer im Menü auch auf der Rückseite viele Ähnlichkeiten aufweisen. Unterschiede gibt es nur marginal, seitens der verfügbaren Buchsen und ob diese nun hinten oder vorn angebracht sind, was zum Beispiel bei der Kopfhörer-Buchse praktischer ist.

Abweichungen im Menü sind ebenfalls gering und hängen, wie im Falle einiger Radios von TechniSat direkt mit der verwendeten Display-Technik zusammen. Das heißt aber nicht, dass die Internetradios alle gleich klingen, im Gegenteil. Denn beim Gehäuse und den verbauten Lautsprechern unterscheiden sich die Geräte doch erheblich und auch bei der Ausstattung gibt es große Unterschiede.

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Kommentare

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Blinki
Blinki

Eine Frage zur Suche von Sender x. Am PC/ Tablet kann ich den Namen ja eingeben, anklicken, hören. Irgendwo speichern. Am Wlanradio sehe ich oft nur „scan“- Tasten. Das ist ja schon beim UKW- Empfang Mist, online unbrauchbar.
Wie suche ich also Sender, wenn die nicht voreingestellt sind in o.g. Portalen?

Redaktion
Redaktion

Im Menü „Internetradio“ gibt es üblicherweise das Untermenü „Sender“, dort außer den Unterkategorien „Länder“, „Genres“ etc. auch „Sender suchen“. Mithilfe der dort eingeblendeten Tastatur und der Steuertasten auf der Fernbedienung kann man dann Sendernahmen eingeben. Das ist zwar etwas mühsam, funktioniert aber. 😉

Blinki
Blinki

Danke, ist ja wie beim Wlan TV. Nur winzig eben.

Markus
Markus

Hallo Herr Johannsen,

ist das Blaupunktradio (IRD 300 ) mit der UNDOK-App steuerbar und auch multiroomfähig?
Danke!

Redaktion
Redaktion

Ja, beides ist möglich.

Gordian
Gordian

Hallo Herr Johannsen,
welche dieser Geräte unterstützen RECIVA (und nicht Frontier Silicon) ??
RECIVA unterstützt ca. 1000 Sender, die auf anderen Portalen überhaupt nicht vorhanden sind.
Danke im voraus für die Antwort.

Redaktion
Redaktion

Reciva spielt im Markt kaum mehr eine Rolle, da von Reciva auch kein DAB unterstützt wird. Wir werden auf die Unterschiede der beiden Provider demnächst in einem ausführlichen Update eingehen.

Sabine klinke
Sabine klinke

Tolles Radio!Würde ich gerne weiter empfejlen

Walter
Walter

Hervorragend, umfassend, gründlich und gut verständlich. Eine große Hilfe!

Odin Urvater
Odin Urvater

Ich habe 2 Stück!

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