Plattenspieler Test: Img
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Letztes Update: 7.9.2021

Die besten Plattenspieler

Wir haben 34 Plattenspieler getestet, 17 mit digitaler Schnittstelle und 17 analoge Geräte. Der beste Plattenspieler mit digitalen Ausgang ist für uns der Thorens TD 202. Er liefert ein hervorragendes Klangerlebnis, perfekt auch für die Digitalisierung alter Vinyl-Schätze. Wer es lieber komplett analog hat, ist aktuell mit dem Denon DP 400 sehr gut bedient. Auch hier gibt es hervorragenden Klang zum moderaten Preis.

Thomas Johannsen
hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er schreibt unter anderem für hifitest.de, av-magazin.de, Heimkino, HIFI.DE und d-pixx.
Letztes Update: 7. September 2021

Wir haben den Test überprüft und die Verfügbarkeit einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind weiterhin aktuell.

12. März 2021

Wir haben zwei weitere Plattenspieler getestet – beide konnten überzeugen. Bei den digitalen Geräten ist der Lenco LBT-188PI eine neue Empfehlung und ersetzt den Blue Aura Blackline PG-1. Im Analogbereich ist der Technics SL-1500C eine neue Empfehlung, dafür musste der Dual CS 800 weichen.

16. Oktober 2020

Wir haben 12 neue Plattenspieler getestet. Bei den digitalen Kandidaten haben sich die Modelle Teac TN-4D und Blue Aura Blackline PG-1 einen Platz auf dem Treppchen verdient. Bei den analogen Geräten schafften es Dual CS 800, Music Hall mmf-3.3 und der Pro-Ject Debut Carbon EVO.

10. Februar 2020

Wir haben die allgemeinen Informationen zu Plattenspielern überarbeitet.

8. November 2019

Wir haben je Kategorie zwei neue Dreher getestet: Die Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle werden vom Cambridge Audio Alva TT und dem Teac TN-3B ergänzt. Die rein analogen vom Magnat MTT 990 und dem Audio Technica AT-LPW30TK.

1. Januar 1970

Der Lenco LBT-188 PI löst den Blue Aura Blackline PG-1 bei den Plattenspielern mit digitalen Schnittstellen als Preistipp ab, die Geräte sind nahezu baugleich, nur der Lenco ist noch etwas günstiger und verfügt außerdem über eine USB-Ausgang.

Der Technics SL-1500C ist unsere neue Empfehlung bei den rein analogen Drehern, wenn Geld egal ist. Er löst hier den Dual CS 800 ab, der aber nach wie vor mit Handmade in Germany punktet.

Weitere Updates
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Wir testen ständig neue Produkte und aktualisieren unsere Empfehlungen regelmäßig. Gerne informieren wir Sie, sobald dieser Artikel aktualisiert wird.

… und sie dreht sich immer noch. Die gute alte Schallplatte hat auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrem Charme verloren – vermutlich wird sie sogar die CD überleben. Das ist gar nicht so abwegig, angesichts der Tatsache, dass die Schallplatte bereits in den Achtzigern mit Erscheinen der Silberscheiben totgesagt wurde, nach wie vor aber ihre Runden dreht. Das kann man von der CD nicht behaupten, denn die wurde von anderen digitalen Formaten längst überholt.

Apropos digital – seit Einführung des bahnbrechenden MP3-Formats in den 90er Jahren haben sich die Datenformate, in denen Audiodaten zur Verfügung gestellt werden, vervielfacht. Gleichzeitig ist der Qualitätsanspruch deutlich gestiegen. So spielt das ziemlich verlustbehaftete MP3-Format nur noch eine Nischenrolle.

Warum Plattenspieler?

Ein Grund für den Erfolg des MP3-Formats war der niedrige Platzbedarf auf den Speichermedien und bei der Übertragung. Sowohl der Platz auf Datenträgern als auch die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten spielt allerdings kaum noch eine Rolle, heute wird gestreamt, die hohen Datenraten machen die Übertragung nahezu verlustfreier Audiodaten möglich und vor allem erschwinglich. Die Musik bleibt beim Streamen zumeist auf den Servern der Dienstleister wie Deezer, Tidal, Qobuz etc. Speicherplatz wird allenfalls zum Archivieren benötigt und ist, wie gesagt, kein Problem mehr.

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Vielleicht hat gerade diese Art des Musikkonsums der Schallplatte auf Dauer eher genützt als geschadet, denn bei den Vinyl-Scheiben ist vom Datenträger bis hin zum Abspielgerät fast ausschließlich Mechanik im Einsatz, zudem Mechanik, der man beim Arbeiten sogar zuschauen kann – damit wird Musik wieder zu einem besonderen Erlebnis – Entschleunigung garantiert.

Gründe genug also, um uns auf dem stetig wachsenden Plattenspieler-Markt umzuschauen.

Trotz des relativ einfachen Aufbaus ist nicht jeder Plattenspieler wie der andere. Wir haben den Test daher in zwei Kategorien aufgeteilt, die einen grundsätzlichen Unterschied ausmachen: einmal die klassischen Geräte mit ausschließlich analogem Ausgang – zum Frönen eines alten oder neu erworbenen Hobbys – und zweitens die Geräte mit mindestens einer digitalen Schnittstelle – zur Archivierung der Plattensammlung auf Festplatte, oder zum Streaming via Bluetooth oder gar LAN und WLAN.

Die reine Lehre – analoge Musikwiedergabe

Die Nadel des Tonabnehmers fährt durch die Rille der Schallplatte und wandelt die daraus hervorgerufenen mechanischen horizontalen und vertikalen Schwingungen in elektrische Signale um. Diese werden dann per Cinch-Kabel direkt an den HiFi-Verstärker oder Receiver weitergeleitet, um dann – entsprechend verstärkt – als Musik aus den Lautsprechern zu ertönen. Im Gegensatz zum CD-Player oder Radio-Tuner ist das Signal aus dem Tonabnehmer sehr klein und aus fertigungstechnischen Gründen quasi verzerrt in die Platte geschnitten worden.

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Plattenspieler Test: Sieben Neue Analoge Plattenspieler
Plattenspieler Test: At Magnat Mit Cover
Plattenspieler Test: Plattenspieler Analog2

Damit es dennoch laut genug und vor allem unverzerrt aus dem Lautsprecher kommt, haben manche HiFi-Verstärker einen speziellen Phono-Eingang, der das Signal entsprechend entzerrt und auf einen bestimmten Pegel vorverstärkt. Über solch einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker verfügen nicht mehr alle Receiver oder HiFi-Verstärker, deshalb sind viele Plattenspieler bereits von Haus aus mit einem entsprechenden Vorverstärker bestückt, sie können dann direkt an den AUX- oder einen anderen Eingang angeschlossen werden.

Die meisten unserer Testgeräte haben schon einen Vorverstärker eingebaut, der lässt sich zumeist aber bei Bedarf an- oder ausschalten. Das Ausschalten lohnt sich immer dann, wenn der HiFi-Verstärker bereits über einen sehr guten Phono-Vorverstärker verfügt. Hier darf dann gerne das eigene Gehör entscheiden.

Moderne Zeiten – Plattenspieler mit digitalen Schnittstellen

Um die alte oder neue Plattensammlung zu archivieren bzw. für mobile Geräte und/oder ein Netzwerk zur Verfügung stellen zu können, haben viele Plattenspieler zumindest eine USB-Buchse, selbst Bluetooth und LAN oder WLAN haben längst Einzug in die analoge Welt des Vinyls gefunden. Immer ist dann auch ein Vorverstärker integriert, da dieser das Signal sogar für die digitalen Ausgänge erst entsprechend aufbereiten muss.

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Plattenspieler Test: Teac Roberts Blueaura
Plattenspieler Test: Teac Cambridge Mitcover
Plattenspieler Test: Plattenspieler Digital4

Wer also mit dem Gedanken spielt, seine Vinylsammlung zu digitalisieren, ist in der entsprechenden Kategorie bestens aufgehoben. Aber auch hier gilt: Was die Nadel des Tonabnehmers nicht aus der Rille holt, bleibt auch bei der digitalen Wiedergabe verborgen. Man sollte also auf eine Mindestqualität des Plattenspielers achten, weshalb wir gerade der Wiedergabequalität unser besonderes Augenmerk gewidmet haben – bei allen getesteten Plattenspielern.

Antrieb: Direkt oder per Riemen?

Der Plattenteller muss sich drehen, sonst holt die Nadel keinen einzigen Ton aus der Rille. Hierfür braucht es einen Motor, der den Plattenteller nicht nur in Drehung versetzt, sondern nebenbei dafür sorgt, dass die Geschwindigkeit von 331/3 (für LPs), bzw. 45 (für Singles) Umdrehungen pro Minute penibel einhält. Manche Plattenspieler bieten sogar die 78 Umdrehungen pro Minute an, die braucht man für die noch älteren Schellack-Platten, für die dann meist auch eine andere Nadel fällig ist.

Bei allen Geschwindigkeiten soll der Motor möglichst leise arbeiten und auch die Schwingungen, die bei nahezu jedem Elektromotor entstehen, möglichst vom Plattenteller und damit von Platte und Tonabnehmer fern halten, ansonsten macht sich das dumpfe Motorgeräusch als sogenanntes Rumpeln im Lautsprecher unangenehm bemerkbar.

Motorgeräusche müssen heraus­gefiltert werden

Am Anfang stand der sogenannte Reibrad-Antrieb, bei dem ein Gummirad zwischen Motorachse und Plattenteller für den Vortrieb sorgte. Diese Verbindung hatte allerdings einen gravierenden Nachteil: Selbst kleinste Unwuchten der Motorachse, Macken im Reibrad oder ausgehärtetes Gummi übertrug das Antriebsgeräusch über den Plattenteller und die Platte letztlich auf die Nadel. Diese und andere Störgeräusche niedriger Frequenz wurden mit dem sogenannten Rumpelfilter am Verstärker unterdrückt.

Meines Wissens existiert der Reibradantrieb nur noch in einigen alten Schätzchen oder wenigen Exoten. In aktuell produzierten Plattenspielern finden zwei Antriebsarten Verwendung. Am weitesten verbreitet ist der Riemenantrieb, bei dem ein Gummiriemen um die Motorachse und den Plattenteller oder dem sogenannten Sub-Teller darunter gelegt ist. Dieser Gummiriemen entkoppelt einen großen Teil der Motorgeräusche und schluckt obendrein noch eventuell auftretende Gleichlaufschwankungen. Ein Nachteil des Riemenantriebs ist die Zeit, die der Plattenteller braucht, um auf Touren zu kommen, und auch die, die er zum Abbremsen benötigt.

Das stört allerdings hauptsächlich Plattenliebhaber, die gern mal selbst Hand anlegen, also DJs. Wer im Club oder auch privat gerne mal auflegt, möchte auch Herr über Geschwindigkeit und Richtung sein, mit der die Nadel durch die Rille fährt – dieses Scratchen (Englisch für kratzen) haben Disc-Jockeys Mitte der 70er Jahre erfunden und betreiben es nach wie vor so virtuos, dass sie völlig neue Sounds kreieren. Das geht nach wie vor am besten mit dem analogen Plattenspieler, allerdings nicht mit dem vergleichsweise trägen Riemenantrieb. Außerdem ist der Riemen ein Verschleißteil und muss in regelmäßigen Abständen gewechselt werden – spätestens wenn er durchrutscht, weil er sich gedehnt hat oder ausgehärtet ist, bzw. wenn er gerissen ist.

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Vor allem DJs haben die Schallplatte am Leben gehalten. Jetzt ist sie auch wieder bei Musikliebhabern populär.

Beim Direktantrieb setzt man einfach den Plattenteller direkt auf die Motorachse und schon klebt dieser förmlich am Gas. Der Motor lässt sich per Tastendruck komplett abschalten, so dass der Teller ausschließlich per Hand gedreht wird, wenn man das Abschalten mal vergisst, nimmt der Motor für gewöhnlich diese Fremdbestimmung auch nicht krumm. Der klassische Vertreter – und nach wie vor ein bevorzugtes DJ-Arbeitsgerät – ist der Technics SL 1200.

Allerdings hat der Direktantrieb auch Nachteile: Der Motor muss mit präziser, absolut konstanter Geschwindigkeit laufen, er darf dabei keinerlei Geräusche verursachen, die sich bei dieser Konstruktion natürlich direkt auf die Platte und die Nadel übertragen. Es gibt solche Motoren, allerdings haben die auch ihren Preis. Dennoch haben wir einen direkt angetriebenen Plattenspieler gefunden, der seine Sache sehr gut macht, ohne das Budget allzu sehr zu strapazieren.

Subchassis-, Masse- und Brettlaufwerk

Wie beim Antrieb des Plattentellers gibt es auch beim gesamten Laufwerk unterschiedliche Konstruktionen – alles nur, um äußere Störeinflüsse so gering wie möglich zu halten. Das sind in der Hauptsache mechanische Störungen, so gilt der sogenannte Trittschall als größter Störfaktor. Stellen Sie sich einfach eine Altbauwohnung mit einem Boden aus Holzdielen vor: Auf diesen Boden stellen wir jetzt einen Tisch und darauf den Plattenspieler. Jedesmal wenn der Boden betreten wird und dadurch ins Schwingen gerät, übertragen sich diese Schwingungen über den Tisch, den Plattenteller und über die Schallplatte direkt auf die Nadel. Sie beginnt sofort im Takt der Schritte zu hüpfen und rutscht mit einem lauten, kratzenden Geräusch womöglich quer über die Schallplatte.

Welche Störquellen gibt es?

Obwohl dieses Szenario den wohl schlimmsten Störfall beim Abspielen einer Schallplatte darstellt, ist es bei weitem keine Seltenheit. Neben der gezielten, entkoppelten Aufstellung des Plattenspielers – beim beschriebenen Szenario wäre ein solides Regal an einer stabilen Wand die erste Wahl – gibt es auch konstruktive Maßnahmen, um mechanische Einflüsse von Platte, Nadel, Tonabnehmer und Tonarm fernzuhalten. Das gilt übrigens auch für die Lautsprecher, welche die Musik von der Platte wiedergeben, denn die setzen die Luft in Bewegung, die im Zweifel wieder zum Plattenspieler schwingt – also ist auch hier gebührlicher Abstand gefragt und natürlich konstruktive Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Haube.

Plattenspieler Test: Td 202 Front 72

Schon bei den ersten Plattenspielern war das eigentliche Laufwerk, also Plattenteller, Motor, Tonarm und die entsprechenden Lagerungen mit Spiralfedern vom Untergrund entkoppelt. Thorens hat dieses Prinzip perfektioniert und die Einheit aus Plattenteller und Tonarm mit Federn von der sogenannten Zarge, also dem Holzrahmen, entkoppelt. In der Zarge ist wiederum der Motor untergebracht, der dann zusätzlich mit Hilfe von Gummis oder Federn schwingend gelagert ist. Der Riemen als einzige direkte Verbindung zwischen Motor und Plattenteller schluckt die möglicherweise noch verbliebenen Schwingungen. Dieses Konstruktionsprinzip haben andere Hersteller kopiert und verbessert und es ist heute noch häufig anzutreffen, allerdings eher in höheren Preisregionen.

Es geht aber auch anders: Masse gilt ja gemeinhin als träge – je mehr Masse, umso träger bzw. schwerer lässt sie sich in Schwingungen versetzen. Transrotor ist wohl einer der bekanntesten Hersteller von sogenannten Masselaufwerken: Ein sehr schwerer Plattenteller sitzt auf einem hochpräzisen Lager und wird von einem nicht weniger massiven Motor angetrieben, der wie auf einer Insel völlig vom Plattenteller getrennt aufgestellt wird. Einzige Verbindung ist ein dünner Antriebsriemen und natürlich die Unterlage, auf der beide letztendlich stehen. Der Tonarm befindet sich auf der selben Basis wie der Plattenteller.

Es gibt verschiedene Ansätze der Konstruktion

Beide Konstruktionsweisen sind aufwändig und damit teuer in der Herstellung – und nicht minder aufwändig bei der Aufstellung und Justierung zuhause, vom Transport einmal abgesehen. Ein findiger Entwickler, mutmaßlich von Rega, ging Mitte der 70er Jahre einen ganz anderen Weg; Tonarm, Plattenteller und Antriebsmotor bekamen eine gemeinsame Basis. Dabei sorgt der geschickt gewählte Materialmix für eine größtmögliche Dämpfung, auch ohne Masse oder Feder. Die Entkopplung vom Untergrund übernehmen Füße, welche die dort auftretenden Schwingungen ebenfalls weitestgehend schlucken, ohne sie an die Basis und den Plattenteller weiterzugeben – der Brettplattenspieler war geboren.

Vorteile sind sein vergleichsweise geringes Gewicht, die einfache Aufstellung und nicht zuletzt die einfachere und damit günstigere Produktion. Nicht nur die Briten haben das Brett-Laufwerk nach und nach optimiert, auch die Firma Pro-Ject, mit Sitz in Österreich und Produktionsstätten in Tschechien entwickelt und produziert die Brettspieler weiter – und das nicht nur unter eigenem Label. Trotz des Booms von Plattenspielern kommen wir längst nicht mehr an die Stückzahlen der 70er oder 80er Jahren heran, sodass in den mittleren und unteren Preisregionen hauptsächlich Brettplattenspieler angeboten werden, die sich auch in geringeren Stückzahlen noch günstig herstellen lassen. Darüber hinaus sind sie auch beim Aufstellen und im Betrieb sehr pflegeleicht, was nicht nur dem Einsteiger entgegen kommt.

MM oder MC – Wettstreit der Systeme

Der Tonabnehmer bestimmt den Klang, zumindest in der Hauptsache, denn er will auch penibel justiert sein, wenn er alles aus der Rille holen soll, was in ihr steckt. Anschließend macht er dann aus den mechanischen Auslenkungen der Rille, welchen die Nadel möglichst genau folgt, ein elektrisches Signal. Es gibt zwei, eigentlich drei unterschiedliche Prinzipien, wie aus der mechanischen Bewegung ein elektrisches Signal wird: Im MM-System (Moving Magnet) bewegt sich ein Magnet in einer Spule, und erzeugt dabei Spannungen im Millivolt-Bereich. Beim MC-System (Moving Coil) bewegt sich dagegen eine Spule in einem Magnetfeld, das Signal ist zumeist deutlich linearer und genauer, bewegt sich aber im Bereich von 100-en von Mikrovolt, damit nur bei etwa einem Zehntel der Ausgangsspannung eines MM-Systems. Es wird also ein anderer Phono-Vorverstärker benötigt, als bei einem MM-System.

Ausnahme sind sogenannte High-Output MC-Systeme, die sich problemlos an einen MM-Phono-Eingang anschließen lassen, die sind aber eher selten. Bei einem MC-System kann man die Nadel nicht separat wechseln, hier muss nach entsprechendem Verschleiß das gesamte System erneuert werden, was meistens recht teuer ist. Allerdings gab und gibt es auch hier immer wieder wenige Ausnahmen.

Die dritte Variante sind die sogenannten MI-Systeme (Moving Iron), wie sie beispielsweise von Grado hergestellt werden. Die Ausgangsspannung entspricht der eines MM-Systems, einige sind mit wechselbarem Nadeleinschub versehen, andere dagegen nicht. Die meisten MM-Systeme sind wegen der immer noch hohen Stückzahlen vergleichsweise günstig zu haben, außerdem kann hier bei Verschleiß der Nadeleinschub gewechselt werden, weit unter dem Preises eines ganzen Systems.

Schwarzes Gold – Wo bekommt man Vinyl-Schallplatten?

Zum Glück ist der Sammler des schwarzen Goldes nur noch bedingt auf Second-Hand-Märkte angewiesen, es sei denn, er ist auf der Suche nach ganz besonders raren Pressungen. Gängige Labels legen ihre Klassiker neu auf und scheuen keine Marketing-Maßnahme, um sie entsprechend zu präsentieren: So gibt es die Beatles, Pink Floyd und andere in extra schweres (dickes) 180-Gramm-Vinyl gepresst, die Musik wurde remastert, wo vorhanden, kamen die originalen Bandaufnahmen zum Einsatz, natürlich analog, oder es tauchen aus irgendwelchen Quellen Outtakes, Probeaufnahmen oder sonstige, bislang nicht veröffentlichte Werke auf.

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Schallplattenläden erleben trotz Online-Handel eine kleine Rennaissance, wie "Die Schallplatte" in Duisburg.
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Neben einer großen Auswahl an Second Hand Scheiben, gibt es natürlich auch Neuerscheinungen und Neue Auflagen, jedenfalls viel zum Stöbern.

Neben der Neuauflage vieler bekannter Werke, vermarkten Künstler und Labels ihre Werke jetzt oft mehrgleisig; neben der digitalen Veröffentlichung auf CD oder per Streaming-Dienst, gibt es dann außerdem ein Album auf Vinyl.

Auch das Stöbern in Plattenläden, wie »Die Schallplatte« in Duisburg, wird trotz Online-Handel wieder modern, die Auswahl reicht von vielen Second-Hand-Schätzchen über wieder aufgelegte Klassiker bis hin zu neuen Alben.

Der Charme alter Platten­läden kehrt zurück

Andersrum geht’s auch; es gibt Vinylplatten, denen ein Voucher oder ein QR-Code beiliegt, mit dem das Album für unterwegs auf das Smartphone heruntergeladen werden kann: Als mobile Abspielgeräte tun sich Plattenspieler erfahrungsgemäß schwer.

Die hohe Nachfrage hat allerdings auch einige Nachteile, allzu eilig haben die meisten Presswerke spätestens zum Ende des letzten Jahrtausends ihre Maschinen stillgelegt, oder schlimmer noch, verschrottet. Zwar gibt es schon länger ein großes Presswerk in Tschechien, und auch hierzulande sind in den letzten Jahren wieder eine gute Handvoll Presswerke in Betrieb gegangen, allerdings deckt das längst nicht den Bedarf, zumal viele Presswerke sich auf kleinste Mengen oder andere, besondere Pressungen spezialisiert haben, so ist eine Wartezeit von mehreren Wochen oder gar Monaten durchaus keine Seltenheit.

Mehr zu Schallplatten, Rezensionen und Plattenspielern finden Sie im Mint Magazin und im Magazin mit dem bezeichnenden Titel LP.

Plattenspieler Test: Plattenspieler Digital3

Die besten Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle

Wir haben knapp ein dutzend Plattenspielern, die über mindestens eine digitale Schnittstelle verfügen getestet. Sie verfügen entweder über einen USB-Anschluss, Bluetooth- oder sogar WLAN-Fähigkeiten bzw. eine Kombination aus mehreren. Per Bluetooth oder WLAN können die Geräte perfekt in die moderne HiFi-Welt integriert werden und sind daher besonders gut für Neueinsteiger geeignet. Auch Musikliebhaber, die ihre oder eine andere Plattensammlung neu entdeckt haben und diese womöglich gern digitalisieren möchten, bekommen mit integriertem Analog-/Digitalwandler und USB-Buchse das richtige Werkzeug an die Hand.

Über einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker verfügen alle Testmodelle – die meisten Verstärker oder Receiver haben nunmal keinen Phono-Eingang mehr. Für alle, die sowas haben, lässt sich der Vorverstärker im Plattenspieler abschalten. Zusätzlich haben wir hier mit der Pro-Ject Juke Box S2 quasi eine Komplettanlage in den Test aufgenommen. Hier sind unsere Empfehlungen:

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

Thorens TD 202

Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202
Bringt schon eine hervorragende Grundausstattung mit, ist aber auch für Upgrades offen und sieht obendrein sehr edel aus.

Den meisten dürfte die Marke noch ein Begriff sein: Thorens hat mit dem TD 202 einen würdigen Nachfolger der einstmals wegen des vergleichsweise günstigen Preises bei Azubis und Studenten sehr beliebten 320er Reihe ins Leben gerufen. Dabei sieht er durch die sehr gute Hochglanz-Lackierung nicht nur gut aus, er lässt sich auch sehr einfach zusammenbauen und exakt justieren. Die feinen Einstellmöglichkeiten von Gegengewicht und Antiskating machen es zudem leichter, auch mit anderen Tonabnehmern zu experimentieren, wenngleich das montierte System schon sehr gut spielt.

Auch gut

Teac TN-4D

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Ist hochwertig verarbeitet und absolut problemlos bei der Erstmontage und im Alltagsbetrieb.

Beim Teac TN-4D wird der Plattenteller nicht über einen Riemen, sondern direkt vom Motor angetrieben. Das erleichtert nicht nur die Montage, sondern bedeutet auf Dauer weniger Verschleiß. Allein das stattliche Gewicht von über sechs Kilo spricht für eine hohe Laufruhe des Antriebs und auch sonst einen weniger sparsamen Materialeinsatz. Das hervorragende Oberflächenfinish des Teac geht in die gleiche Richtung. Beim vormontierten Tonabnehmer fiel die Wahl auf ein blaues Sumiko Oyster, eine gute Wahl, wie der Klangtest eindeutig unter Beweis stellt. Allerdings lässt sich der Teac auch problemlos mit einem noch hochwertigeren System aufrüsten.

Wenn Geld egal ist

Cambridge Audio Alva TT

Plattenspieler Test: Alvatt
Hat ein edles, schweres Laufwerk – die Kombi aus Tonarm und Tonabnehmer funktioniert prächtig.

Alva war der zweite Vorname von Thomas Alva Edison, Erfinder des Phonographen, einem Vorläufer der Schallplattentechnik. Daher hat auch der Cambridge Audio Alva TT seinen Namen. Er bringt satte 11 Kilo auf die Waage – Grundlage für seine enorme Laufruhe und die geringe Anfälligkeit gegen Störungen von außen. Ein hochwertiger Tonarm sorgt in Kombination mit dem nicht minder hochwertigen Tonabnehmer für ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Multiroom-Tipp

Yamaha MusicCast Vinyl 500

Plattenspieler Test: Musicast Vinyl
Einer der ersten Plattenspieler mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten. Bluetooth ist ohnehin integriert.

Yamaha hatte auf der IFA 2018 nicht nur Flügel mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten vorgestellt, sondern mit dem MusiCast Vinyl 500 den ersten Plattenspieler vorgestellt, der sich dank Bluetooth und WLAN in die MusicCast-Umgebung integrieren lässt. Dass der Plattenspieler trotz modernster Drahtlostechnik immer noch wie ein Plattenspieler – und zwar ein sehr schöner – aussieht, war den Entwicklern wohl Ehrensache. Der Vinyl 500 vermittelt über die MusicCast App ein ganz neues Streaming-Gefühl, der analoge Plattenspieler ist mit dem Yamaha vollkommen in die digitale Welt integriert.

Preistipp

Lenco LBT-188 PI

Test  besten Plattenspieler: Lenco LBT-188 PI
Bietet viele Möglichkeiten, Schallplatten zu genießen, zum kleinen Preis.

Die Marke Lenco hat ihren Ursprung zwar bei den Plattenspielern, aktuell stellen diese aber allenfalls eine Nische dar. Der LBT-188 PI ist trotzdem ein sauber konstruierter Plattenspieler. Er ist für den Preis erstaunlich gut ausgestattet, und die Verarbeitung ist ebenfalls in Ordnung, insbesondere die Version in Walnuss glänzend konnte uns diesbezüglich überzeugen.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritAuch gutWenn Geld egal istMultiroom-TippPreistipp
Thorens TD 202 Teac TN-4D Cambridge Audio Alva TT Yamaha MusicCast Vinyl 500 Lenco LBT-188 PI Teac TN-3B Pro-ject Juke Box S2 Stereo Set Roberts RT200 Rega Planar 1 Blue Aura Blackline PG-1 Teac TN-280BT Dual DT 210 USB Medion E65138 USB
Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202Plattenspieler Test: 71m5newa3al. Ac Sl1500Plattenspieler Test: AlvattPlattenspieler Test: Musicast VinylTest  besten Plattenspieler: Lenco LBT-188 PITest  besten Plattenspieler: Teac TN-3BPlattenspieler Test: Pro Ject Juke Box S2 Stereo SetTest  besten Plattenspieler: Roberts RT200Test besten Plattenspieler: Rega Planar 1 PlusPlattenspieler Test: Blackline Pg 1Test besten Plattenspieler: Teac TN-280BTTest besten Plattenspieler: Dual DT 210 USBTest besten Plattenspieler: Medion E65138 USB
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Justage von Tonarm und Tonabnehmer sehr zuverlässig
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Einfache Montage und Bedienung
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gut verarbeitet
  • Bluetooth-Streaming mit aptX HD Unterstützung
  • Sehr guter Klang
  • Multiroom-fähig
  • AirPlay-kompatibel
  • Bluetooth (Sender und Empfänger)
  • Sehr guter Klang
  • Einfache Montage und Bedienung
  • USB-Ausgang
  • Bluetooth-Streaming
  • Sehr günstig
  • Hervorragender Klang
  • Hochwertiger Tonarm
  • Auflage und Antiskating präzise einstellbar
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gut verarbeitet
  • Viele Kombinationen möglich
  • Mit Bluetooth- und AUX-Eingang
  • Hervorragender Klang
  • Eigenständiges Design
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender Klang
  • Ohne Justage sofort spielfertig
  • Nachrüstbar mit separatem Vorverstärker-/USB-Ausgang
  • Guter Klang
  • Bluetooth-Schnittstelle
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Sehr guter Klang
  • Gute Verarbeitung
  • Bluetooth-Streaming möglich
  • Mehrere Gehäusevarianten
  • Klang ist okay
  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Sehr günstig
  • Klang ist okay
  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Sehr günstig
Contra
  • Keine USB-Schnittstelle zum Digitalisieren von Schallplatten
  • Keine USB-Schnittstelle zum Digitalisieren von Schallplatten
  • Einfaches Steckernetzteil
  • Boxen für große Räume nicht so gut geeignet
  • Anschlussfeld ist sehr eng
  • Vorverstärker und AD-Wandler nicht eingebaut
  • Upgrade des Tonabnehmers nicht ohne weiteres möglich
  • Keine USB-Schnittstelle zum Digitalisieren von Schallplatten
  • Netzschalter an der Rückseite versteckt
  • Billig verarbeitet
  • Billig verarbeitet
Bester Preis
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BauartBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit DirektantriebBrett-Laufwerk mit DirektantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebKomplettsystem aus Brett-Laufwerk mit Riemenantrieb, integriertem Verstärker und zwei LautsprecherboxenBrett-Laufwerk mit DirektantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit Riemenantrieb
Bedienungmanuellmanuellhalbautomatisch (mit Endabschaltung)manuellmanuellmanuellmanuellhalbautomatisch (mit Endabschaltung)manuellmanuellmanuellAutomatische Tonarm-SteuerungAutomatische Tonarm-Steuerung
AusgängeHochpegel/MM/USBHochpegel/MM/USBHochpegel/ BluetoothPhono/Hochpegel/LAN/WLANHochpegel/MM/USB/BluetoothHochpegel/MM/USBPhono, Hochpegel (fix, var.)Hochpegel/MM/USBMM/Hochpegel + USB (beides optional)Hochpegel/MM/BluetoothHochpegel/MM/USB/BTHochpegel/MM/USBHochpegel/MM/USB
TonabnehmersystemAudio-Technica AT-95ESumiko OysterCambridge Audio Alva TT MCAudio Technica AT3600Audio Technica AT3600LAudio-Technica AT-VM95EOrtofon Pick it 25AAudio-Technica AT-95ERega CarbonAudio-Technica AT-3600Lk. A.Audio-Technica AT3600Audio-Technica AT3600
Einstellung: Auflagekraftjajajajajajajajavoreingestelltjajaneinnein
Einstellung: Antiskatingjajajajajajaneinjaautomatisch voreingestelltjajaneinnein
Abmessungen (B x T x H)420 x 355 x 141 mm420 x 356 x 117 mm435 x 368 x 139 mm450 x 368 x 136 mm422 x 362 x 122 mm420 x 356 x 117 mm415 x 334 x 118 mm450 x 370 x 140 mm448 x 365 x 115 mm420 x 345 x 135 mm420 x 356 x 117 mm340 x 350 x 96 mm340 x 350 x 96 mm
Gewicht3,9 kg6,1 kg11 kg5,7 kg4,8 kg5 kg5,0 kg6,3 kg5,0 kg5,8 kg4,9 kg2,75 kg2,54 kg
LieferumfangSteckernetzteil, Audiokabel, USB-Kabel, HaubeSteckernetzteil, Audiokabel, HaubeNetzkabel, Audiokabel, Haube, TonarmwaageSteckernetzteil, Haube, AudiokabelSteckernetzteil, Haube, Audiokabel, USB-KabelSteckernetzteil, Audiokabel, HaubeExternes Netzteil, Haube, Audiokabel, BT-Antenne, LS-Kabel, 1 Paar Stereoboxen, Justage-MaterialSteckernetzteil, Audiokabel, USB-Kabel, HaubeSteckernetzteil, Haube, Audiokabel (fest installiert)Steckernetzteil, Audiokabel, Schablone, HaubeSteckernetzteil, Audiokabel, HaubeNetzkabel, Audiokabel, USB-Kabel, HaubeNetzkabel, Audiokabel, USB-Kabel, Haube
Sonstigeskeine Farbvarianten erhältlichHochwertiger Phono-Vorverstärker eingebauterhältlich in glänzend weiß oder schwarzerhältlich in walnuss glänzend oder Holzdekorin schwarz, weiß und Kirsche erhältlichin Walnuss und Eukalyptus erhältlicherhältlich in glänzend weiß oder schwarzin schwarz und walnuss erhältlichin schwarz und weiß erhältlich

Plattenspieler Test: Thorens Td202 Top

Testsieger: Thorens TD 202

Der Thorens TD 202 sieht seinen traditionsreichen Vorgängern tatsächlich sehr ähnlich. Das liegt außer an den markanten Schaltern auch daran, dass die Zarge recht hoch baut. Es handelt sich hier allerdings nicht um eine Konstruktion mit Sub-Chassis, sondern um ein Brett-Laufwerk. Das ist in der Herstellung viel günstiger und auch die Aufstellung ist deutlich einfacher.

Favorit

Thorens TD 202

Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202
Bringt schon eine hervorragende Grundausstattung mit, ist aber auch für Upgrades offen und sieht obendrein sehr edel aus.

Trotzdem ist der Plattenspieler insgesamt nicht nur hervorragend verarbeitet, er sieht auch noch sehr schön aus, was sicher nicht nur an der schwarzen Hochglanzlackierung liegt. Wie zumeist üblich, wird der Thorens nicht im voll montierten Zustand ausgeliefert: Der Plattenteller, die Haube, das Gegengewicht und die Headshell mit dem montierten Tonabnehmersystem sind alle separat und gut gesichert im Karton untergebracht. Das heißt allerdings auch, dass man nach dem Auspacken erstmal selbst Hand anlegen muss, bis das Gerät spielbereit ist.

Zusammenbau und Justierung

Auch dank der guten Anleitung geht der Zusammenbau recht gut von der Hand. Generell gilt hier, wie beim Zusammenbau der meisten Plattenspieler, »Geduld ist die Mutter der Porzellankiste« – man sollte sich also etwas Zeit und Muße nehmen.

Das Gegengewicht ist schnell an seiner Stelle, die Headshell mit dem bereits montierten Tonabnehmer-System ist ebenfalls narrensicher aufgeschraubt. Der Teller besteht aus recht dünnem Blech, in dessen Rand ein Kabel eingeklebt ist. Diese Maßnahme soll einerseits für genug Masse sorgen, damit der Teller – einmal in Schwung gebracht – seine Geschwindigkeit möglichst konstant hält; außerdem soll der Teller wohl mechanisch beruhigt werden, denn der Tonabnehmer soll seine Informationen ausschließlich aus der Plattenrille beziehen, da stört ein Teller nur, wenn er akustisches Eigenleben entwickelt, wie eine kleine Glocke. Man kann das durchaus so machen, andere Hersteller nutzen anderes Material oder machen den Metallteller einfach massiver, sodass hörbare Schwingungen gar nicht erst entstehen.

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Plattenspieler Test: Thorens Td202 Zu
Der Thorens TD 202 mit geschlossener Haube.
Plattenspieler Test: Thorens Td202 Offen
Der Thorens TD 202 mit geöffneter Haube.
Plattenspieler Test: Thorens Td202 Ta
Mit dem Audio-Technica AT95 hat Thorens dem TD 202 einen sehr guten Tonabnehmer spendiert.
Plattenspieler Test: Thorens Td202 Armbase
Die Einstellungen des Gegengewichts und vom Antiskating sind sehr genau und zuverlässig.
Plattenspieler Test: Thorens Td202 Back
Die USB-Buchse macht's, hierüber lassen sich die Schallplatten digitalisieren. Der Vorverstärker kann bei Bedarf zugeschaltet werden.

Wie die meisten anderen auch, ist der Thorens mit einem Steckernetzteil ausgestattet. Hinten an der Rückseite, gleich neben den Anschlussbuchsen, gibt es einen Netzschalter, den man eigentlich nur einmal braucht, weil der Motor vorn über einen der Schalter ein- und ausgeschaltet wird. Die Anschlussbuchsen sind kaum versenkt und damit gut erreichbar. Mit einem kleinen Schalter lässt sich auswählen, ob die Buchsen das bereits verstärkte Signal ausgeben sollen oder direkt vom Tonabnehmer in die Phono-Buchse des Verstärkers. Das Cinch-Kabel aus dem Lieferumfang hat eine zusätzliche Ader zum Potentialausgleich zwischen Plattenspieler und Verstärker, so werden eventuell auftretende Brummstörungen vermieden.

Neben dem Cinch-Kabel liegt zudem ein USB-Kabel bei, denn der TD 202 verfügt über einen entsprechenden Ausgang. Dort kann dann der PC angeschlossen werden, um die Plattensammlung zu digitalisieren, leider liegt dem Paket keine Software bei, auch ein Verweis auf Audacity, der einschlägigen Software-Lösung – unter anderem auch zum Digitalisieren von Schallplatten – fehlt leider. Natürlich können Sie auch die in Windows und MacOS integrierten Audio-Recording-Lösungen verwenden, allerdings sind die eher auf Mikrofonaufnahmen ausgerichtet und Audacity ist kostenlos für alle Plattformen verfügbar.

Nun geht es an die Ausbalancierung des Tonarms, die Einstellung der Auflagekraft mit Hilfe des Gegengewichts und schließlich an die Antiskating-Einstellung. Die korrekte Einstellung des Tonarms ist beim Thorens nur beschrieben – auf eine aussagekräftige Bebilderung, wie beispielsweise beim Yamaha, hat man verzichtet. Dennoch ist die Kombination aus Tonarm und Tonabnehmer schnell korrekt eingestellt. Laut Anleitung soll das Gegengewicht auf zwei Gramm (was einer Auflagekraft von 20 Millinewton entspricht), die Antiskating-Vorrichtung soll auf den gleichen Wert eingestellt werden. Unsere Messung mit der Tonarmwaage ergab eine Abweichung von knapp zehn Prozent, was nicht viel ist. Die perfekte Wirkung der Antiskating-Vorrichtung ließ sich mit der Mess-Schallplatte ebenfalls bestätigen.

Der Klang

Die zuverlässigen Angaben am Thorens TD 202 erlauben neben der korrekten Justierung des mitgelieferten Tonabnehmers auch Experimente mit anderen, hochwertigen Abnehmern. Das allerdings alles zu seiner Zeit, denn der Thorens wäre nicht unser Favorit geworden, wenn wir grundsätzlich Anlass zur Kritik gehabt hätten. Die Abtastung, ebenfalls mit der Mess-Schallplatte gemessen, ist über jeden Zweifel erhaben. Der Hörtest bestätigt das nicht nur, er fördert auch die weit komplexeren Qualitäten der Tonarm-Tonabnehmer-Kombination zu Tage.

Thorens setzt bei der Wahl des Tonabnehmers nicht umsonst auf das AT95E vom Spezialisten Audio-Technica. In der Kombination mit dem Plattenspieler, und perfekt justiert, holt die feine Nadel feinste Klänge aus der Rille; sie reicht tief runter in den Basskeller, viel tiefer als das etwas günstigere AT3600 aus gleichem Hause, welches in vielen günstigeren Geräten zum Einsatz kommt. Andererseits wird auch der Mittelhochtonbereich nicht vernachlässigt; er wird sehr fein aufgelöst, besonders Stimmen kommen schön authentisch zur Geltung. Die Klangbühne bietet sowohl räumliche Breiten- als auch Tiefenstaffelung, die Ortbarkeit der Instrumente oder Interpreten ist fast punktgenau, sodass man schnell vergessen hat, dass man eigentlich im Wohnzimmer vor den Lautsprecherboxen sitzt.

Nachteile?

Perfekt ist der Thorens TD 202 natürlich nicht. Wie bereits angemerkt, vermissen wir etwas mehr Unterstützung bei der Digitalisierung, denn die Anleitung ist diesbezüglich recht zurückhaltend. An der Hardware könnte man allenfalls bemängeln, dass das Scharnier der Haube nur wenig gedämpft wird und fast ungebremst zuschlägt, da hatten wir in der Preisklasse etwas mehr erwartet.

Thorens TD 202 im Testspiegel

Obwohl der TD 202 erst kurz auf dem Markt ist, haben die einschlägigen Magazine schon die ersten Tests veröffentlicht:

In der HiFi-Test Ausgabe 2/2019 wird dem Thorens vor allem eine ansprechende Klangqualität attestiert, er erhält die Note 1,2 in der Spitzenklasse und erhält zusätzlich das Prädikat »Praxistipp«:

»Die guten Allroundqualitäten kann der TD 202 auch beim Digitalisieren von Platten umsetzen. Mit einer entsprechenden Software kann man so komfortabel seine alten Vinylschätze für den mobilen Betrieb oder für einen Musikserver überspielen. Wir hingegen haben den Thorens lieber zum direkten Hören unserer Klassiker verwendet und dabei wieder einmal deutlich mehr Zeit im Hörraum verbracht, als es nötig gewesen wäre – ein gutes Zeichen.«

In der Stereo Ausgabe 3/2019 erreichte der Thorens ein Klangniveau von 57 Prozent und konnte mit seinem »überragenden« Preis-Leistungsverhältnis überzeugen:

»Ein starkes Zeichen von Thorens unter neuer Flagge. Der TD202 ist ein durchdacht gemachter, mit guten Zutaten ausgestatteter Plattenspieler, der überdies einen erstklassigen Phono-Vorverstärker-Amp nebst A/D-Wandler für den USB-Ausgang am Bord hat. Ausgeglichener, lebendiger und gelöster Klang insbesondere auch über den Phono-Amp. Ein Tipp für Ein- und Aufsteiger!«

Auch beim Lite-Magazin war man vom neuen Thorens sehr angetan, hier erreichte er in der Oberklasse 88 von 90 Punkten und zudem ein »sehr gutes« Preis-Leistungsverhältnis:

»Thorens ist wieder da – mit frischem Wind in der Geschäftsleitung und neuen Einsteigermodellen. Die stammen zwar aus dem OEM-Baukasten, sind durch die schwere Gummimatte und die charakteristischen Knöpfe dennoch sofort als Thorens erkennbar. Der von mir getestete TD 202 bringt zum Preis von knapp 600 Euro alles mit, was man sich als ambitionierter Einsteiger, Wiedereinsteiger oder Aufsteiger wünschen kann: …–… Ein USB-Anschluss zur Digitalisierung der alten Analog-Schätze und einen Tonabnehmer, der jede Menge Klang aus den Rillen holt, runden das Paket sauber ab. Wen es trotz der gebotenen guten Leistung eines Tages nach Mehr verlangt, der kann den Tonabnehmer dank Wechsel-Headshell in Sekundenschnelle wechseln oder den Plattenspieler mit einem externen Phonovorverstärker aufrüsten.«

Alternativen

Der Thorens mag zwar für viele ein guter Kompromiss sein, wer aber einen anderen Schwerpunkt setzt, ein kleineres Budget zur Verfügung hat oder schlicht ein anderes Design bevorzugt, wird unter unseren Alternativen sicher fündig.

Auch gut: Teac TN-4D

Den Teac TN-4D gibt es in hochglänzendem Schwarz oder in Walnussfurnier. Bei beiden Farbvarianten ist das Tonarmbrett, auf dem sich auch der Bedienknopf befindet, in gebürstetem Aluminium abgesetzt. Das Finish der jeweiligen Oberfläche ist sehr hochwertig und passt zum recht hohen Betriebsgewicht von knapp über sechs Kilo, die der Teac auf die Waage bringt.

Auch gut

Teac TN-4D

Plattenspieler Test: 71m5newa3al. Ac Sl1500
Ist hochwertig verarbeitet und absolut problemlos bei der Erstmontage und im Alltagsbetrieb.

Beim TN-4D handelt es sich um einen Plattenspieler mit Direktantrieb, daher gibt es zur Erstmontage nicht viel zu sagen. Der separat verpackte Plattenteller wird einfach auf die Motorachse gesteckt, dann fehlt nur noch die Filzmatte, und damit ist der Plattenspieler schon beinah betriebsbereit. Nun kann der Tonabnehmer eingestellt werden, der bereits an der schraubbaren Headshell vormontiert ist.

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Plattenspieler Test: Teac Tn 4d
Das D in der Typenbezeichnung des Teac TN-4D steht für Direktantrieb, das spart das Auflegen des Riemens bei der ersten Montage.
Plattenspieler Test: Teac Tn 4d Back
Auf der Rückseite sind alle üblichen Anschlüsse zu finden, auch der Umschalter für den internen Phono-Vorverstärker sowie der Netzschalter.
Plattenspieler Test: Teac Tn 4d Tonabnehmer
Mal was anderes – beim Teac ist nicht das übliche System von Audio-Technica vormontuert, sondern das Oyster von Sumiko, mit hervorragendem Ergebnis.
Plattenspieler Test: Teac Tn 4d Ta Lager
Messer statt Kugeln – auch bei der Lagerung des Tonarmes geht man andere Wege, der Tonarm kommt von SAEC, einen der letzten Hersteller von Tonarmen.

Als Tonabnehmer ist beim TN-4D ausnahmsweise mal kein Audio-Technica oder Ortofon, sondern ein Sumiko Oyster vorinstalliert. Sumiko ist, wie Audio-Technica, ein japanischer Hersteller, allerdings produziert man dort erheblich kleinere Stückzahlen, sodass Erstausstatter eher selten darauf zurückgreifen. Nun, beim Teac hat man ein glückliches Händchen mit dieser Wahl bewiesen.

Die Auflage für das Sumiko soll sich zwischen 1,5 und 2,5 mN bewegen, die sich dank der sehr genauen Skala auf dem Gegengewicht des Tonarmes perfekt einstellen lassen. Auch die Antiskating-Einstellung lässt sich dank der aufgedruckten Skala sehr genau einstellen.

Da ein Phono-Vorverstärker bereits integriert ist, kann der Teac TN-4D direkt an einen freien AUX-Eingang der Hifi-Anlage angeschlossen werden. Steht allerdings ein Phono-Eingang oder ein hochwertiger Phono-Vorverstärker zur Verfügung, genügt ein Tastendruck um den eingebauten Verstärkerzweig zu umgehen. Hier ist wie immer etwas Experimentierfreude gefragt, denn nur ein Hörtest kann entscheiden, ob der in den Teac integrierte Phono-Vorverstärker der bessere ist oder das eventuell schon vorhandene Equipment.

Zur Digitalisierung der Platten steht ein USB-Ausgang zur Verfügung. Das passende Kabel muss man aber dazukaufen, weil es nicht zum Lieferumfang gehört. Ein Bluetooth-Modul zur drahtlosen Übertragung der Musik von den Schallplatten auf Bluetooth-Boxen, eine Soundbar oder ähnliches gibt es auch nicht.

Wir entscheiden uns für die reine Lehre und schließen das Tonabnehmersystem direkt an denselben hochwertigen Phono-Eingang an wie alle unsere Testgeräte. Schließlich sollen sie alle dieselben Bedingungen vorfinden, damit der Klang vergleichbar wird. Die Kombination aus dem Plattenspieler und dem Sumiko-Tonabnehmer liefert nach sorgfältiger Justierung einen leicht federnden Tiefbass, dem es nicht es an der nötigen Präzision fehlt.

Einzig die Räumlichkeit wird von einem viel teureren MC-Tonabnehmer hörbar breiter und tiefer abgebildet. Auch der Mittelhochton-Bereich kommt beim teuren Tonabnehmer etwas offener und luftiger rüber. Der kostet allerdings auch soviel wie hier der gesamte Plattenspieler. Für den geforderten Preis leistet der Oyster zusammen mit dem Teac TN-4D daher schon richtig gute Arbeit.

Luxus: Cambridge Audio Alva TT

Von einem Brettspieler kann man beim Cambridge Audio Alva TT kaum sprechen, wenngleich dieses Konstruktionsprinzip verwendet wird. Allerdings zählt er wegen seiner hohen Masse, die störende Schwingungen dämpft, eher zu den Mischformen aus Masse- und Brettlaufwerk.

Wenn Geld egal ist

Cambridge Audio Alva TT

Plattenspieler Test: Alvatt
Hat ein edles, schweres Laufwerk – die Kombi aus Tonarm und Tonabnehmer funktioniert prächtig.

Der Alva TT ist mit einem Tonarm von Rega bestückt, dem RB330, um genau zu sein. Der zeichnet sich durch geringste Lagertoleranzen aus und schluckt überdies die meisten hörbaren Resonanzen, die beim Abtasten der Schallplatte entstehen können. Der schwere Plattenteller wird direkt vom Motor, also ohne Riemen, angetrieben. Zusammen mit der ebenfalls ziemlich schweren Zarge bringt der Alva TT so immerhin 11 Kilo auf die Waage.

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Test: Cambridgeaudio
Der Alva TT von Cambridge Audio ist mit hochwertigen Einzelkomponenten ausgestattet, solide gefertigt und damit eine Anschaffung fürs Leben.
Test: Cambridgeaudio Anschlussfeld
Es gibt nur einen Hochpegel-Ausgang, der Phono-Vorverstärker ist integriert, ebenso wie ein hochwertiges Bluetooth-Modul.
Test: Cambridgeaudio Tasten
Die Steuerung ist dank der kleinen Tasten eher dezent ausgefallen, nach einiger Zeit in der Auslaufrille stoppt der Alva TT automatisch.
Test: Cambridgeaudio Tonarmlager
Der Tonarm des Alva TT kommt vom Spezialisten Rega, dort aus einer der oberen Schubladen.

So viel Masse lässt sich auch von außen nur schwer aus der Ruhe und damit zum Schwingen bringen, sodass der Alva TT auf entkoppelnde Schwingfüße weitestgehend verzichten kann. So ganz tut er das dann allerdings auch nicht, auf der Unterseite sind zwei dicke Gummistreifen angebracht, auf denen der Cambridge-Plattenspieler steht.

Der Zusammenbau ist dank des Direktantriebs nochmal einfacher als bei einem Riementriebler, wenngleich man gerade wegen des hohen Gewichts des Plattentellers genügend Zeit einplanen sollte. Auch der Alva TT dankt eine akkurate Montage mit einem hervorragenden Musikerlebnis.

Allein der montierte, hochwertige Tonarm aus dem Hause Rega braucht eine kleine Sonderbehandlung. Anders als viele andere verfügt er über keine Skala zur Justierung der Auflagekraft, hier kommt die mitgelieferte Tonarmwaage zum Einsatz. Dann läuft allerdings alles wie gehabt: Tonarm ausbalancieren, Waage platzieren und die Nadel vorsichtig mit dem Tonarmlift auf die Waage absenken. Nach Einstellung des Gegengewichts auf die obligatorischen zwei Gramm (entsprechend etwa 20 Millinewton Auflagekraft) sowie der Anti-Skating-Vorrichtung auf den gleichen Wert, können wir uns dem Musikgenuss hingeben.

Der Tonarm wird mit der Waage eingestellt

Vorher muss natürlich auch der Alva TT erstmal an die Hifi-Anlage angeschlossen werden. Das geht entweder über eine normale Cinch-Buchse oder ganz modern per Bluetooth. Der Cambridge hat nur einen Hochpegel-Ausgang, der Phono-Vorverstärker ist wie üblich eingebaut, lässt sich allerdings nicht umgehen, wie das bei manchen Plattenspielern der Fall ist. Offenbar vertraut der Hersteller bei der Verarbeitung des winzigen Signals vom Tonabnehmer ausschließlich auf die Technik aus eigener Entwicklung. Cambridge Audio setzt hier eine Einbauversion des Solo ein, der schon als Einzelgerät über einen sehr guten Ruf verfügt.

Beim Tonabnehmer hält man sich ziemlich bedeckt, nur soviel ist sicher: Cambridge Audio setzt hier ein MC-System (Moving Coil) ein, allerdings eines mit der recht hohen Ausgangsspannung von zwei Millivolt, sodass man stattdessen auch ein anderes High-Output- oder ein MM-System einsetzen kann. Zumindest für die Ersatzbeschaffung ist das nicht unerheblich, das Original kostet immerhin knapp 500 Euro – komplett, denn bei einem MC-System kann man die Nadel nicht separat wechseln.

Das wird allerdings als Upgrade kaum notwendig sein, denn der eingesetzte Alva MC spielt hervorragend auf. Ganz wie bei MC-Systemen üblich, löst der Alva nochmal hörbar feiner auf als sämtliche MM-Systeme im Test. Die räumliche Wiedergabe ist schlicht frappierend, sofern sie auf der Platte entsprechend konserviert ist.

Natürlich hat der Alva TT auch Bluetooth an Bord, das ist obendrein noch mit aptX HD kompatibel, sodass das Musik-Signal akkurat abgetastet und sauber vorverstärkt auch drahtlos in nahezu verlustfreier Qualität übertragen werden kann.

Multiroom-Tipp: Yamaha MusicCast Vinyl 500

Yamaha hat es gewagt: Nachdem man die hauseigenen Musikinstrumente wie Klavier und Flügel via Netzwerk und MusicCast multiroomfähig gemacht hat, war es nur ein kleiner Schritt, um mit der Schallplatte die älteste aller Musikkonserven ins Netzwerk zu integrieren. Der MusiCast Vinyl 500 ist unseres Wissens nach der erste Plattenspieler, der sich per LAN oder WLAN ins Netzwerk einbinden lässt. Dabei war es den Entwicklern bei Yamaha wohl ein besonderes Anliegen, dass auch der vernetzte Plattenspieler immer noch wie ein klassischer Plattenspieler aussieht – und zwar wie ein sehr schöner.

Multiroom-Tipp

Yamaha MusicCast Vinyl 500

Plattenspieler Test: Musicast Vinyl
Einer der ersten Plattenspieler mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten. Bluetooth ist ohnehin integriert.

Der polierte Plattenteller des Vinyl 500 und insgesamt vier Bedientasten setzen sich silbern von der Zarge und dem ebenfalls schwarzen Tonarm ab. Tonabnehmer und Headshell sind bereits vormontiert und liegen dem Paket separat bei, ebenso wie das Gegengewicht, der Plattenteller und natürlich die Haube. Zusammengesetzt ist alles recht schnell, die wirklich ausführliche und gut bebilderte Anleitung leistet auch bei der anschließenden Justage selbst dem Vinyl-Neuling unschätzbare Hilfe.

Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Top
Der Yamaha MusicCast Vinyl 500 glänzt ebenfalls in schwarzem Lack.

Laut dieser Anleitung soll das Gegengewicht auf satte 3,5 Gramm eingestellt werden, auch hier liegen die Abweichungen zu unserer Messung bei maximal zehn Prozent. Etwas anders sieht es mit der Antiskatingeinstellung aus; die hält die Nadel erst in der Spur, wenn sie fast auf Anschlag (vier auf der Skala) gestellt ist. Die Abtastung liegt bei dieser Einstellung locker im grünen Bereich, vor der Klangprobe soll aber nun erstmal die Vernetzung erfolgen.

Die MusicCast App kennen wir bereits von anderen Yamaha-Geräten, diese also flugs aufs Smartphone geladen, gestartet, und gleichzeitig die »Connect«-Taste am Plattenspieler kurz gedrückt. In einfacher Netzwerkumgebung geht das recht schnell, bei komplexeren Strukturen, beispielsweise zwei WLAN-Netze mit unterschiedlichen Zugangsdaten und obendrein noch eine verkabelte Netzwerkstruktur, kann das Prozedere schon mal zum Geduldsspiel werden. Bei Yamaha weiß man das offensichtlich, denn zur Sicherheit hat man dem MusiCast Vinyl 500 zusätzlich eine LAN-Buchse spendiert.

Was wir uns bei einem Plattenspieler mit Streaming- und Multiroom-Fähigkeiten aber noch wünschen würden, ist eine Endabschaltung, welche die Nadel am Schluss von der Platte hebt, und/oder den Plattenteller anhält.

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Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Zu
Der Yamaha MusicCast Vinyl 500 mit geschlossener Haube.
Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Offen
Der Yamaha MusicCast Vinyl 500 mit geöffneter Haube.
Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Tasten
Die Connect-Taste gibt es bei allen MusicCast-Geräten, zur Einbindung ins Multi-Room System.
Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Armbase
Die Einstellungen von Gegengewicht und Antiskating funktionieren zuverlässig und genau.
Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Anschlussfeld
Unseres Wissens nach aktuell der einzige Plattenspieler mit LAN-Buchse, WLAN und Bluetooth kann er auch.

Via Bluetooth-Schnittstelle lässt sich übrigens die Musik von der Schallplatte aufs Smartphone oder andere Bluetooth-Empfänger streamen. Alternativ kann hier aber auch das Smartphone eingebunden werden, um seinerseits Zugang MultiCast Netzwerk zu bekommen, falls der Verstärker über keine Bluetooth-Schnittstelle verfügt.

Eine USB-Schnittstelle, über welche Sie Ihre Schätze digitalisieren könnten, gibt es dagegen nicht, da müsste mann den Umweg übers Netzwerk gehen. Wer sich allerdings den Vinyl 500 zulegt, will seine Vinyl-Schätze immer und überall hören und nicht auf der Festplatte konservieren.

Darüberhinaus arbeitet der MusiCast Vinyl 500 aber auch wie ein ganz normaler oder normal angeschlossener Plattenspieler, ein Entzerrer-Vorverstärker kann bei Bedarf zugeschaltet werden, das war für uns auch das Setup für die klangliche Beurteilung.

Wie es der Zufall wollte, wurde der Yamaha zuerst zusammengebaut und probegehört und konnte dabei direkt überzeugen. Schwarzer, satter Bass spielt einträchtig neben brillanten Mitten und Höhen. Die musikalische Bühne wurde schön breit aufgestellt und ließ sogar eine gute Tiefenstaffelung hören. Soweit, so gut – allerdings wurde schon beim ersten Plattendreher mit dem hochwertigeren AT95 klar, das da durchaus noch Luft nach oben ist – und zwar in allen Belangen.

Allerdings musste Yamaha bei der Ausstattung einige Abstriche machen, denn Bluetooth-, WLAN- und LAN-Ausstattung kosten sicher und das Tonabnehmersystem lässt sich dank der umfassenden Möglichkeiten der Justierung problemlos upgraden.

Preistipp: Lenco LBT-188 PI

Das Hauptgeschäft von Lenco liegt längst nicht mehr bei Plattenspielern, dennoch hat man die Vinyl-Dreher auch dort nicht ganz aus den Augen verloren. So verbindet der LBT-188 PI die analoge Wiedergabe mit modernen digitalen Medien, und das via USB und drahtlos per Bluetooth.

Preistipp

Lenco LBT-188 PI

Test  besten Plattenspieler: Lenco LBT-188 PI
Bietet viele Möglichkeiten, Schallplatten zu genießen, zum kleinen Preis.

Die Verarbeitung ist gemessen am aufgerufenen Preis gut, auch wenn das nicht genau definierte Holzdekor unseres Testmusters noch Luft nach oben lässt. Die Variante mit Hochglanz-Walnuss-Oberfläche macht da schon deutlich mehr her, zumal dort der Tonarm und die beiden Bedienknöpfe matt silbern abgesetzt sind.

 Plattenspieler Test: Lenco Lbt188

Es handelt sich beim Lenco um eine der üblichen Brett-Konstruktionen mit Riemenantrieb. Die Bedienung ist rein manuell, am Rillenende hebt also weder der Tonarm ab, noch bleibt der Plattenteller stehen. Dafür verfügt der LBT-188 über andere Qualitäten, insbesondere bei den Schnittstellen. So gibt es das übliche Cinch-Buchsen-Pärchen, zum Anschluss an einen Verstärker oder Receiver. Ein Phono-Vorvorverstärker ist integriert und lässt sich bei Bedarf mit dem winzigen Schalter neben den Buchsen einschalten. Das ist immer dann der Fall, wenn der Verstärker keinen eigenen Phono-Eingang hat.

Außerdem gibt es eine USB-Buchse, für alle, die ihre Schallplatten mit dem PC digitalisieren wollen, sei es nun zur Archivierung oder um sie anschließend auch unterwegs mit dem Handy hören zu können. Ein passendes Kabel liegt bei, als Software wird vom Hersteller das kostenlose Audacity empfohlen, es funktionieren aber auch andere Softwarelösungen. Darüber hinaus ist Bluetooth integriert, damit kann man die Musik auch auf eine Bluetooth-Box oder eine Soundbar streamen und ist nicht an die normale Stereoanlage gebunden.

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Plattenspieler Test: Lenco Lbt188 Offen
Den Lenco gibt es außer in diesem recht einfachen Holzdekor auch in hochglänzendem Walnussdekor.
Plattenspieler Test: Lenco Lbt188 Tonarm
Zwei Schalter reichen, einer für die Geschwindigkeit und einer für die Start/Stopp-Funktion.
Plattenspieler Test: Lenco Lbt188 Tonarmlager
Selbst die mit 30 mN recht hohe Auflagekraft des eingesetzten Tonabnehmers lässt sich mit dem Gegengewicht gut einstellen. Als Antiscating-Vorrichtung ist ein Faden-Gewicht angebracht.
Plattenspieler Test: Lenco Lbt188 Anschluesse
Alles was man braucht: Die Cinch-Ausgänge sind wahlweise für den Phono-Eingang oder einen normalen AUX-Eingang des Verstärkers gedacht, ein kleiner Schalter schaltet auf Wunsch den integrierten Phono-Verstärker zu. Daneben ist die USB-Buchse, zum Digitalisieren der Scheiben auf dem PC, außerdem lässt sich die Musik von der Schallplatte auch per Bluetooth auf eine Box streamen.

Nach dem Auspacken des LBT-188 fällt auf, dass das Gerät zwar gut und sicher verpackt ist, der Verpackungsmüll aber erfreulich gering ausfällt. Der Tonarm hat keine abnehmbare Headshell und das Tonabnehmersystem ist bereits vormontiert, sodass lediglich der Plattenteller aufgelegt, der Riemen eingefädelt und die Haube montiert werden müssen. Der vormontierte Tonabnehmer ist der AT 3600 von Audio-Technica, der eine Auflage von etwa 30 mN erfordert. Auf dem Gegengewicht ist die obligatorische Skala zu finden, mit deren Hilfe die Auflagekraft entsprechend eingestellt werden kann. Das Antiskating wird mit einem Fadengewicht eingestellt.

Die Bluetooth-Verbindung ist recht einfach gehalten. Direkt nach dem Einschalten blinkt die kleine LED auf der Rückseite im Pairing-Modus. Der Plattenspieler verbindet sich nach dem Einschalten vorzugsweise mit dem nächstbesten BT-Lautsprecher, befindet sich kein empfangsbereites Gerät in der Nähe, schaltet er ab. Hochwertige Übertragungs-Codecs wie aptX werden allerdings nicht unterstützt.

Das fertig eingerichtete Setup klingt erstaunlich gut. Im direkten Vergleich mit unserem alten Sony-Plattenspieler, auf dem aktuell ein Audio-Technica-Tonabnehmer zum Preis des gesamten Lencos montiert ist, mangelt es der Kombi des LBT-188 etwas an der räumlichen Darstellung und einer feineren Auflösung im Mittelhochtonbereich. Das fällt allerdings nur bei längeren Hörsessions im direkten Vergleich auf. Insgesamt liefert der Plattenspieler eine sehr gute Grundlage für den Einstieg ins Vinyl-Vergnügen. Besonders gut lässt er sich auch mit modernen Geräten, wie Bluetooth-Boxen oder dem PC, verbinden.

Außerdem getestet

Teac TN-3B

Der Teac TN-3B sieht ausgesprochen edel aus und fasst sich auch so an. Das liegt einerseits an dem sauberen Oberflächen-Finish von Zarge und Tonarm, andererseits vermittelt auch das recht stattliche Gewicht von fünf Kilo einen vertrauenserweckenden Eindruck. Es gibt ihn in schwarz, weiß oder kirschfarben, sämtliche Oberflächen sind auf Hochglanz lackiert. Der TN-3B steht fest auf seinen vier Füßen, die ihn vom Untergrund und damit von einem Großteil unerwünschter Schwingungen entkoppeln.

Der Plattenspieler ist als Außenläufer konstruiert, der Antriebsriemen läuft also außen um den Plattenteller und die Motorachse herum, die ebenfalls außerhalb des Tellers aus der Zarge ragt. Das erscheint beim Zusammenbau des frisch ausgepackten Plattenspielers erstmal komfortabel, schließlich spart man sich einige Fummelei, wenn der Antriebsriemen nicht innen um den Plattenteller und die Motorachse geschlungen werden muss. Andererseits ragt jetzt der Motor ungeschützt aus dem Gehäuse.

Also nach dem Auflegen des Antriebsriemens schnell die Metallkappe über den Motor gestülpt und schon kommt da nicht mehr Staub dran, als wenn er unter dem Teller aus der Zarge ragt. Anders als bei manch anderem Außenläufer wird die Geschwindigkeit nicht durch Umlegen des Antriebsriemens gewechselt, sondern einfach per Umschalter.

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Test: Teac
Test: Teac Anschluss
Test: Teac Tonarmlager
Test: Teac Motor

Ansonsten gestaltet sich der Zusammenbau des Teac TN-3B nicht leichter oder schwerer als bei anderen Drehern dieses Konstruktionsprinzips. Die Headshell mit montiertem Tonabnehmer-System, das Gegengewicht sowie Haube und Scharniere sind separat verpackt und müssen nur noch zusammengesteckt werden.

Die nach der Justage vorgenommene Messung mit der Tonarmwaage ergibt keine messbaren Abweichungen des Auflagegewichts, was für den sehr präzise gefertigten Tonarm spricht. Entsprechend gut klingt die Kombination aus perfekt justiertem Tonarm und dem neuen Tonabnehmer von Audio-Technica dann auch. Vom tiefen Basskeller bis hin zu höchsten Höhen saugt die Nadel fast alles aus der Rille. Die räumliche Abbildung gelingt der Kombi ebenfalls sehr gut, sogar noch besser als mit dem Vorgänger des Tonabnehmers.

Nur im direkten Vergleich mit teureren MC-Systemen (wie am Alva TT) muss man Abstriche hinnehmen, das betrifft sowohl die Auflösung des Mittelhochton-Bereichs als auch die räumliche Abbildung. Im Tiefbass hält die Kombi locker mit und auch die anderen Unterschiede sind wie meistens bei Klangunterschieden hauptsächlich im direkten A-B-Vergleich zu vernehmen. Für die Digitalisierung per USB-Ausgang haben Sie mit dem Teac TN-3B die besten Voraussetzungen, wenn Sie das dann überhaupt noch wollen.

Mit dem Teac TN-3B bekommen Sie eine echte Bereicherung für ihre Musikanlage – und das sowohl optisch als auch klanglich. Angesichts des Preises ist die Auswahl der Komponenten und die Verarbeitung erstaunlich und der TN-3B jeden Cent wert.

Pro-ject Juke Box S2 Stereo Set

Das Pro Ject Juke Box S2 Stereo Set ist das bei weitem größte Paket in diesem Test. Neben dem Plattenspieler, der erstaunlich weit vormontiert aus dem Karton kommt, gehören noch zwei kleine Lautsprecher-Boxen sowie die entsprechenden Kabel und Stecker zum Lieferumfang. In der Zarge des Plattenspielers befindet sich dann nicht nur der Motor samt Elektronik und eventuell der Vorverstärker, sondern ein ausgewachsener Stereoverstärker, der eben jene Boxen versorgen kann. Prinzipiell handelt es sich beim Juke Box S2 um einen Plattenspieler aus der Primary-Line, der in einer etwas größeren Zarge steckt, sodass neben der üblichen Elektronik noch ein ausgewachsener Stereoverstärker Platz findet. Das Netzteil ist wie beim Laptop ausgelagert, damit vermeidet man konsequent Einstreuungen vom störenden Netzbrummen. Die Juke Box S2 ist für knapp 700 Euro zu haben.

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Plattenspieler Test: Project Jukebox2 Anschluesse
Plattenspieler Test: Project Jukebox2 Offen
Plattenspieler Test: Project Jukebox2 Fernbedienung
Plattenspieler Test: Project Jukebox2 Boxen

Wir haben das Stereo Set zum Testen geordert, das ist die volle Ausbaustufe inklusive einem Satz Zweiwegboxen im gleichen Furnier wie die Juke Box sowie zwei Lautsprecherkabel von je drei Metern Länge nebst dazugehörigen Steckern. Hierfür werden dann allerdings knapp 1.200 Euro fällig, die sich jedoch lohnen, denn die Böxchen können zumindest in kleinen bis mittleren Räumen erstaunlich Alarm machen, sind zudem sehr gut verarbeitet und damit den zusätzlichen Obolus durchaus wert.

Wem die Juke Box irgendwann zu klein wird, weil sich die Lebensumstände erweitert haben, der kann sie immer noch als reinen Plattenspieler nutzen. Dann packt man die mitgelieferte Fernbedienung eben einfach in die Schublade und schließt den Plattenspieler an eine »amtliche« Anlage an. Das geht, falls vorhanden, an deren Phono-Eingang oder unter Benutzung der integrierten Vorverstärkerstufe an einem beliebigen Cinch-Eingang.

Im Juke Box S2 wird ein Tonabnehmer-System von Ortofon eingesetzt, das unserer Meinung nach noch etwas mehr aus der Rille kitzelt als das ebenfalls sehr gute AT95, welches hier bei den meisten hochwertigeren Geräten zum Einsatz kommt. Das Ortofon geht meiner Meinung nach noch etwas tiefer in den Basskeller und erreicht einen Hauch mehr Brillanz in den Mitten und Höhen. Die Mittenauflösung, die gerade bei Stimmen eine entscheidende Rolle spielt, ist mitunter schon gänsehautreif. Die Klangbühne sitzt perfekt zwischen und hinter den Lautsprechern dreidimensional um.

Alles in allem stellt die Juke Box S2, egal in welcher Ausbauvariante, den idealen Einstieg in die HiFi-Welt dar. Vor allem wer Wert auf eine angemessene Behandlung des schwarzen Goldes legt, kommt kaum an dem Set vorbei.

Roberts RT200

Beim Roberts RT200, dem zweiten aus dem Hause Roberts, handelt es sich um einen Plattenspieler mit direkt angetriebenem Plattenteller. Ein Riemen kommt daher nicht zum Einsatz, muss also auch bei der Erstmontage nicht eingefädelt werden. Den RT200 gibt es nur in der einen Ausführung: Nussbaumfurnier mit Alufront. Diese Alufront besteht aber immerhin aus massivem Aluminium und nicht etwa aus einem Kunststoffimitat. Die Verarbeitung ist insgesamt gut, der Plattenspieler passt mit seinem Design gut zu den Radios von Roberts, aber auch zu anderen Gerätschaften.

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Plattenspieler Test: Roberts Rt200
Plattenspieler Test: Roberts Rt200 Back
Plattenspieler Test: Roberts Rt200 Frontplatte
Plattenspieler Test: Roberts Rt200 Tonarm

Was hinter der Carbon-Optik des Tonarmrohres steckt, lässt sich nicht feststellen, ohne es zu beschädigen. Die Lagerung und auch die schraubbare Headshell sprechen für ein hochwertiges Modell. Die Auflage des Tonabnehmers lässt sich anhand der Skala auf dem Gegengewicht auf zehn Prozent genau einstellen und liefert bei empfohlenen 2 mN eine sehr gute Abtastung.

Auf der Rückseite des RT200 befinden sich neben dem linken Scharnier zwei zusätzliche Gewindebohrungen in der Zarge, dort kann ein Fach zur Aufbewahrung des Puks angeschraubt werden. Der große Knopf vorn auf der linken Seite schaltet die Geschwindigkeit um, während der Tonarm selbst als Ein-Aus-Schalter fungiert, immer wenn er in Richtung Platte geschwenkt wird oder eben zurück.

Auf der Rückseite gibt ebenfalls einen Schalter, der die Endabschaltung aktiviert, die den Motor nach einer Weile in der Auslaufrille abschaltet. Ärgerlich ist das sehr enge, leicht tiefergelegte Anschlussfeld, insbesondere die Masseleitung ist kaum unterzubringen.

Klanglich gibt es mit dem AT 95E gewohnt zuverlässige Kost, allerdings fehlt es dieser Kombi etwas an der Spritzigkeit eines Ortofon OM 10, was sich nach einer gewissen Einspielzeit aber womöglich noch ändern kann.

Rega Planar 1

Der Planar 1 vom britischen Spezialisten Rega trägt nicht umsonst die Zahl eins im Namen, es handelt sich um den absoluten Einstiegs-Plattenspieler in der Produktpalette. Mit dem Fono Mini A2D V2, einem kleinen schwarzen Kasten, wird er mit Hochpegelausgang und USB-Schnittstelle erweitert, ansonsten kommt er ohne integrierten Entzerrervorverstärker aus, ideal zum Anschluss an den Phono-Eingang eines vorhandenen Verstärkers.

Plattenspieler Test: Rega Planar1 Top
Der Rega Planar 1 lässt sich mit einer externen Box mit einem digitalen Ausgang erweitern.

Wir haben das puristische Gerät allerdings zusammen mit dem Fono Mini A2D V2 bestellt, selbst so ist das Komplettpaket noch günstiger als unser Favorit. Dafür zeichnet sich der Plattenspieler durch seine ausgesprochenen Plug and Play Qualitäten aus: Weder das Gegengewicht noch die Antiskating-Vorrichtung müssen justiert werden – einfach zusammenbauen, einstecken und loslegen. Zu diesem Zweck ist übrigens auch das Audio-Kabel fest montiert und nimmt dann entweder direkt Kontakt mit dem Phono-Eingang des Verstärkers auf oder geht den Umweg über den Mini A2D.

Eine Skala am Gegengewicht gibt es nicht, dieses wird einfach bis an den Anschlag aufgeschoben. Ebensowenig gibt es eine Vorrichtung zum Antiskating, auch dies ist schon voreingestellt und zwar, wie das Gewicht, optimal für den montierten Tonabnehmer. Gemessen haben wir ein Auflagegewicht von 1,75 Gramm, entsprechend einer Auflagekraft von 17,5 Millinewton, was recht wenig ist. Damit ist klar, dass der Planar 1 in sich ein perfekt abgestimmtes System darstellt, was zwar den Einstieg erheblich erleichtert, für ein späteres Upgrade seitens des Abnehmer-Systems aber kaum Möglichkeiten bietet.

Auch sonst hat man sich auf das Wesentliche beschränkt, so gibt es nur den Tonarmlift sowie einen Einschalter vorn unter dem Brett für den Motor. Zum ändern der Geschwindigkeit muss der Riemen auf dem Motor-Pulley vom kleinen (33 1/3 Umdrehungen pro Minute) auf den großen Durchmesser (45 Umdrehungen pro Minute) umgelegt werden. Schrullig, wie unsere Nachbarn von der Insel manchmal sind, muss dazu wiederum erst der Plattenteller abgenommen werden. Darunter findet sich dann der Antriebsriemen um den Motor-Pulley und den Subteller gelegt.

Der Fono Mini A2D V2 macht übrigens ebenfalls einen hervorragenden Job und ist der integrierten Lösung selbst manch teuren Receivers zumindest ebenbürtig. Selbst die USB-Buchse wird mit dem BurrBrown PCM2900C von einem hervorragenden Analog-Digital-Wandler versorgt, der es sogar erlaubt, den Ausgangspegel einzustellen.

Montiert ist ein Tonabnehmer namens Rega Carbon, der wohl aus eigener Produktion stammt. Klanglich liegt das Set auf sehr hohem Niveau, es erinnert etwas an das AT95E, es reicht ebenso tief in den Basskeller runter, spielt in den Höhen noch etwas runder, was jedoch nicht zu Lasten der Auflösung geht. Auch dem Planar 1 gelingt es scheinbar spielend, das Klanggeschehen plastisch in den Raum zu stellen, es fehlt ihm weder an Bühnenbreite noch an Tiefenstaffelung. Man hört schon nach den ersten Takten, wo der Schwerpunkt des Planar 1 liegt – optimaler Klang mit wenig Aufwand und für ein überschaubares Budget, selbst zusammen mit dem Fono Mini A2D V2 bleibt der Preis noch deutlich unter dem unseres Favoriten.

Blue Aura Blackline PG-1

Der Blackline PG-1 von Blue Aura ist hier noch nicht besonders lange auf dem Markt. Umso interessanter erschien er uns, vor allem angesichts der auf den ersten Blick sehr guten Verarbeitungsqualität und dem integrierten Bluetooth-Modul. Achso, das ganze gibt es für weit unter 400 Euro, und ein Phono-Vorverstärker ist natürlich ebenfalls integriert.

Auch auf den zweiten Blick beim Auspacken erweist sich der Blackline PG-1 als sehr gut verarbeitet: Die schwarze Hochglanzlackierung der Zarge erweist sich als makellos, die Lagerungen von Plattenteller und Tonarm sind frei von Spiel, man muss lediglich in Kauf nehmen, dass die Headshell fester Bestandteil des Tonarmrohres ist. Das kommt aber auch bei weit teureren Geräten vor und ist erstmal kein Qualitätsmerkmal.

Das Tonabnehmer-System kommt von Audio-Technica und ziert auch andere Plattenspieler in dieser Preisklasse, gelegentlich auch darüber. Wem das nicht ausreicht, der kann gerne mit einem hochwertigeren Tonabnehmer nachrüsten, eine Schablone zum perfekten Einbau gehört jedenfalls zum Lieferumfang.

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Plattenspieler Test: Blueaura Pg
Der Blue Aura Blackline PG-1 kostet deutlich unter 400 Euro, und ist dennoch komplett ausgestattet und zudem sehr gut verarbeitet.
Plattenspieler Test: Blueaura Pg Back
Eine USB-Buchse gibt es zwar nicht, dafür aber einen Bluetooth-Sender, für den Betrieb an einer Bluetooth-Box oder einer Soundbar mit entsprechendem Eingang. Auch ein Phono-Vorverstärker ist integriert, der auf Tastendruck aber umgangen werden kann.
Plattenspieler Test: Blueaura Pg Tonarm Komplett
Die großen, griffigen Bedienknöpfe schalten den PG-1 ein und stellen die korrekte Geschwindigkeit ein.
Plattenspieler Test: Blueaura Pg Ta Lager
Das Antiskating wird klassisch über ein über ein Fadengewicht realisiert.

Ob nun der vorinstallierte oder ein nachgerüsteter Tonabnehmer – eingestellt werden müssen beide, bevor sie der Plattenrille den gewünschten Wohlklang entlocken können. Auf dem Gegengewicht ist die obligatorische Skala zu finden, mit deren Hilfe die Auflagekraft eingestellt werden kann. Beim vorinstallierten Abnehmer sind das stattliche 3,5 mN +/- 0,5 – um das zu erreichen muss das Gegengewicht nach dem üblichen Einpendeln fast bis an den Anschlag eingedreht werden. Das dürfte gelegentlich gern gegen ein höherwertiges Exemplar ausgetauscht werden. Das Antiskating wird mit einem Fadengewicht eingestellt.

Per Bluetooth-Verbindung nimmt der PG-1 zu entsprechenden Kopfhörern, Lautsprechern und gelegentlich auch einer Soundbar auf, hochwertige Übertragungs-Codecs wie aptX werden allerdings nicht unterstützt.

Das fertig eingerichtete Setup klingt erstaunlich gut, lediglich beim der Tiefbasswiedergabe klingt der Blackline PG-1 auf Anhieb etwas zu fett und weniger konturiert als beispielsweise beim Favoriten. Dass führt aber selbst bei sehr basslastigen Aufnahmen zu keinerlei Problemen. Dennoch musste er vom Platz des Preistipps weichen, weil der Nachfolger baugleich ist und obendrein günstiger. Der PG-1 kann buchstäblich nur noch mit seinem schwarzen Hochglanzfinish glänzen, den neuen Preistipp gibt es in dieser Ausführung nicht.

Teac TN-280BT

Der Teac TN-280BT verfügt zwar, wie schon der Typenbezeichnung zu entnehmen, über ein Bluetooth-Modul, über das Tonabnehmer-System finden sich dagegen nirgendwo Angaben. Das kann zweierlei bedeuten: Entweder handelt es sich tatsächlich um ein Noname-Produkt oder aber es wird montiert, was der Markt gerade günstig hergibt. Bei unserem Testmodell sollte mit drei Gramm recht schwer eingestellt werden, womit die Skala am Gegengewicht schon am Ende ist, spielte dann aber auch sehr ordentlich, sogar etwas besser als das vielfach montierte AT3600 von Audio-Technica.

Die Bluetooth-Übertragung funktioniert tadellos, entgegen der Herstellerangaben erfolgte die sogar per aptX-Codec. Dennoch bleibt die Klanqualität hörbar hinter der verkabelten Übertragung zurück. Wer seine Platten unbedingt per Bluetooth übertragen möchte, sollte den TN-280BT in Betracht ziehen, wer darauf verzichten kann, greift besser zum Bruder.

Dual DT 210 USB

Der Dual DT 210 USB trägt zwar einen großen Namen, wird den Erwartungen in die Marke jedoch überhaupt nicht gerecht. Der DT 210 USB ist weitestgehend vormontiert, auch Gewicht und Antiskating müssen nicht eingestellt werden. Ein Entzerrervorverstärker ist ebenso integriert wie ein USB-Ausgang, in der Anleitung gibt es zudem einen Link zu Audacity, der kostenlosen Software zum Digitalisieren der Schallplatten.

Auch wenn ein Tonabnehmer-System von Audio-Technica montiert ist, kann der DT 210 USB klanglich nicht so überzeugen wie die Kollegen mit dem gleichen System. Dafür hat der Dual eine Automatik, bei voreingestellter Geschwindigkeit setzt die Nadel korrekt auf die LP oder Single auf und schaltet am Ende ab.

Der Markenname Dual wird tatsächlich von zwei Markeninhabern genutzt, von denen beide zudem auch Plattenspieler im Programm haben. Unter der Webseite Dual.de werden diverse Produkte und eben auch Plattenspieler vertrieben. Die Alfred Fehrenbacher GmbH produziert im Schwarzwald quasi nach alten Rezepten die mechanischen Meisterwerke weiter. Eines davon finden Sie auf der nächsten Seite.

Medion E65138 USB

Der Medion E65138 USB ist ein Zwillingsbruder des Dual DT 210 USB, wenn es also unbedingt dieses Gerät sein muss, können Sie gerne nach aktuellem Tagespreis wählen. Außer dem Link zu Audacity verweist man hier noch auf den ebenfalls freien Free MP3 Soundrecorder von Softronic, was unserer Meinung nach aber keine gute Lösung darstellt.

Plattenspieler Test: Plattenspieler Analog1jpg 1244x830

Die besten analogen Plattenspieler

Plattenspieler ganz ohne digitale Schnittstelle, ob nun drahtlos oder per USB, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Hier bekommt man noch die reine analoge Lehre präsentiert, das einzige Zugeständnis an die Moderne ist allenfalls der hier und da integrierte Entzerrervorverstärker, weil viele Verstärker und Receiver keinen dezidierten Phono-Eingang mehr haben. Wer also seinen alten Plattenspieler ersetzen will oder muss, die analoge Wiedergabe quasi von der Pike auf erleben möchte, der ist mit einem der folgenden Geräte bestens ausgestattet.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

Denon DP 400

Test besten Plattenspieler: Denon DP450USB
Halbautomatische mit außergewöhnlichen musikalischen Talent.

Der Denon DP-400 gehört zur aktuellen Range, die 2018 Jahr vorgestellt wurde. Neben einem außergewöhnlichen Design und toller Verarbeitung hat er auch klanglich einiges zu bieten – was kaum verwunderlich ist – da er mit einem Tonabnehmer aus eigener Entwicklung bestückt ist. Man kann also getrost davon ausgehen, dass die wesentlichen Komponenten besonders gut aufeinander abgestimmt sind. Außerdem verwöhnt der Denon mit einer zuschaltbaren Halbautomatik, am Ende der Schallplatte stoppt der Plattenteller und der Tonarm wird angehoben.

Wenn Geld egal ist

Technics SL-1500C

Test  besten Plattenspieler: Technics SL-1500C
Ein Halbautomat, der darüberhinaus viele Möglichkeiten zur Aufrüstung des Tomabnehmers bietet.

Anders als die DJ-Plattenspieler von Technics ist der SL-1500C eindeutig fürs Wohnzimmer gedacht. Er verfügt über einen Direkt-Antrieb mit extremer Laufruhe und präziser Geschwindigkeit. Mit dem zeitlosen Designs und der hochwertigen Verarbeitung passt der Plattenspieler von Technics auch ins gehobene Musikzimmer. Die hervorragende Klangqualität, ist zusammen mit der klaren Bedienstruktur ist selbstverständlich.

Klangtipp

Music Hall mmf-3.3

Plattenspieler Test: Music Hall Audio Mmf 3 3 Turntable Black
Kommt in innovativer Sandwichbauweise und mit vielen Details zur Klangoptimierung.

Beim Music Hall mmf-3.3 ist nicht ganz klar, ob es sich um eine reine Brett-Konstruktion handelt. Mit den beiden Zargen, die schwingend miteinander verbunden sind erinnert er eher an eine Sub-Chassis-Konstruktion. Diese Konstruktion sorgt auf jeden Fall für eine hervorragende Entkopplung von störenden Einflüssen aus der Umgebung. Der Tonarm ist sehr hochwertig und sorgt zusammen mit dem eingesetzten Tonabnehmer-System für ein tolles Klangerlebnis.

Designtipp

Pro-Ject Debut Carbon EVO

Test  besten Plattenspieler: Pro-Ject Debut Carbon EVO
Kommt in einer nochmals verbesserten Ausführung auf den Markt. Aktuell sind acht Farbvarianten verfügbar.

Wie schon der Name vermuten lässt, ist der Debut Carbon Evo von Pro-Ject eine verbesserte Version seines Vorgängers. Die Zarge gibt es in insgesamt acht unterschiedlichen Farben und einem Echtholz-Furnier, damit dürfte jeder die passende Variante für sein persönliches Musikzimmer finden. Wie immer bei Pro-Ject ist das aber nicht der einzige Vorzug des Gerätes, der hochwertige Tonarm harmoniert hervorragend mit dem vorinstallierten Tonabnehmer und Sie erhalten neben der optischen auch eine akustische Bereicherung.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritWenn Geld egal istKlangtippDesigntipp
Denon DP 400 Technics SL-1500C Music Hall mmf-3.3 Pro-Ject Debut Carbon EVO Dual CS 800 NAD C 588 Thorens TD 402 DD Magnat MTT 990 NAD C 558 Pro-Ject Essential III Music Hall mmf-2.3 Elac Miracord 50 Rega Planar 1 Plus Thorens TD 201 Audio-Technica AT-LPW30TK
Test besten Plattenspieler: Denon DP450USBTest  besten Plattenspieler: Technics SL-1500CPlattenspieler Test: Music Hall Audio Mmf 3 3 Turntable BlackTest  besten Plattenspieler: Pro-Ject Debut Carbon EVOTest  besten Plattenspieler: Dual CS 800Plattenspieler Test: 41c0ti4+b5l. Ac Sl1000Test  besten Plattenspieler: Thorens TD 402 DDTest  besten Plattenspieler: Magnat MTT 990Test  besten Plattenspieler: NAD C 558Test besten Plattenspieler: Pro-Ject Essential IIITest besten Plattenspieler: Music Hall mmf-2.3Test besten Plattenspieler: Elac Miracord 50Test besten Plattenspieler: Rega Planar 1 PlusTest besten Plattenspieler: Thorens TD 201Test  besten Plattenspieler: Audio-Technica AT-LPW30TK
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Aktivierbare Endabschaltung mit aktivem Tonarm-Lift
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Tonarm höhenverstellbar
  • Aktivierbare Endabschaltung mit aktivem Tonarm-Lift
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender Klang
  • Einfache Bedienung
  • Innovative Konstruktion
  • Hervorragender Klang
  • Hochwertig verarbeitet
  • Es stehen diverse Oberflächen­varianten zur Verfügung
  • Hervorragender Klang
  • Einfache Montage und Bedienung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hervorragender Klang
  • Tonarm höhenverstellbar
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hervorragender Klang
  • Unkomplizierte Installation
  • Einfache Bedienung
  • Hervorragender Klang
  • Spielt auch alte Schellackplatten mit 78 U/min ab
  • Tonarm ist höhenverstellbar zur perfekten Anpassung anderer Systeme
  • Toller spritziger Klang
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gute Grundlage für viele Ausstattungs­varianten
  • In vielen Farben verfügbar
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender Klang
  • Gut vormontiert
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr guter Klang
  • Elegantes, schlichtes Design
  • Hervorragender Klang
  • Schnell betriebsbereit zusammengebaut
  • Guter Klang
  • Sehr gut verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Sehr genaue Justierung möglich
Contra
  • Unkonventionelle Haubenkonstruktion
  • Anschlussterminal schwer zugänglich
  • Zum Wechsel der Geschwindigkeit muss der Riemen umgesetzt werden
  • Kein Phono-Vorverstärker integriert
  • Zum Wechsel der Geschwindigkeit muss der Riemen umgesetzt werden
  • Umschalter des Vorverstärkers schlecht zugänglich
  • Kein Vorverstärker integriert
  • Finish nicht ganz perfekt
  • Funktioniert nur mit dem einen Tonabnehmer
  • Klanglich bleiben Wünsche offen
  • Deutlich hörbarer Motor
Bester Preis
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BauartBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit DirektantriebSub-Chassis-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebSub-Chassis Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit DirektantriebBrett-Laufwerk mit DirektantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit RiemenantriebBrett-Laufwerk mit Riemenantrieb
Bedienunghalbautomatisch (mit Endabschaltung)halbautomatisch (mit Tonarm-Lift)manuellmanuellmanuellmanuellmanuell mit Autostoppmanuellmanuellmanuellmanuellmanuellmanuellmanuellmanuell
AusgängeHochpegel/MMHochpegel/MMMMMMMMMMHochpegel/MMMMMMHochpegel/MMMMHochpegel/MMHochpegelHochpegel/MMHochpegel/MM
TonabnehmersystemDenon CN-6518Ortofon 2M RedOrtofon 2M RedOrtofon 2M RedOrtofon 2M RedOrtofon 2M RedAudio-Technica AT VM95 EAudio Technica AT 95EOrtofon OM10Ortofon OM 10Music Hall Spirit (by Audio-Technica)Audio-Technica AT91Rega CarbonAudio-Technica AT3600Audio-Technica AT-VM95C
Einstellung: Auflagekraftjajajajajajajajajajajajavoreingestelltjaja
Einstellung: Antiskatingjajajajajajajajajajajajaautomatisch voreingestelltjaja
Abmessungen (B x T x H)414 x 342 x 132 mm453 x 372 x 169 mm415 x 330 x 132 mm415 x 320 x 113 mm440 x 370 x 130 mm435 x 390 x 100 mm420 x 355 x 141 mm450 x 367 x 162 mm435 x 340 x 125 mm415 x 335 x 112 mm415 x 320 x 125 mm420 x 360 x 140 mm448 x 365 x 115 mm420 x 355 x 121 mm420 x 340 x 117 mm
Gewicht5,8 kg9,9 kg6,8 kg6 kg5,5 kg9,2 kg5,8 kg11 kg5,5 kg5 kg10,9 kg5,5 kg5 kg3,9 kg3,9 kg
LieferumfangExternes Netzteil, Haube (ohne Scharniere), AudiokabelExternes Netzteil, Haube, hochwertiges Audiokabel, ZusatzgewichtExternes Netzteil, Haube, hochwertiges Audiokabel, Tonarmwaage, TA-Schablone, Riemen (für 78 U/min)Externes Netzteil, Haube, hochwertiges Audiokabel, Tonarmwaage, TA-Schablone, Riemen (für 78 U/min)Externes Netzteil, Haube, hochwertiges Audiokabel, TA-SchabloneExternes Netzteil, Haube, hochwertiges AudiokabelExternes Netzteil, Haube, hochwertiges AudiokabelNetzkabel, Audiokabel, HaubeExternes Netzteil, Haube, hochwertiges AudiokabelExternes Netzteil, Haube, Audiokabel, Justage-MaterialExternes Netzteil, Haube, Audiokabel, Justage-MaterialExternes Netzteil, Haube, AudiokabelSteckernetzteil, Haube, AudiokabelExternes Netzteil, Haube, AudiokabelExternes Netzteil, Haube, Audiokabel
Sonstigesin hochglänzend Schwarz und hochglänzend Weiß erhältlichin Silber und Schwarz erhältlichin hochglänzend Schwarz, hochglänzend Rot, hochglänzend Weiß und Walnuss Furnier erhältlichIn acht Farben, glänzend und matt sowie in Walnuss Furnier erhältlichMade in Germany, deshalb kurze LieferwegeTonarm höhenverstellbarDirektantrieb78 U/min einstellbar, Tonarm einfach höhenverstellbarTonarm höhenverstellbarin hochglänzend Schwarz, Weiss, oder Rot erhältlichin hochglänzend Schwarz, Weiss, Rot oder Rosenholz erhältlicherhältlich in glänzend weiß oder schwarzAls AT-LPW40WN auch in Nussbaum erhältlich

Plattenspieler Test: Denon Dp400 Top

Testsieger: Denon DP 400

Mit dem berühmten DL-103 hat Denon einen Tonabnehmer im Programm, der sich seit fast 60 Jahren nahezu unverändert am Markt behauptet. Na gut, fast unverändert, denn der Preis wurde nach und nach nach oben korrigiert. Um diesem und anderen Schmuckstücken eine ideale Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen, produziert Denon mindestens ebenso lange auch komplette Plattenspieler.

Favorit

Denon DP 400

Test besten Plattenspieler: Denon DP450USB
Halbautomatische mit außergewöhnlichen musikalischen Talent.

Der DP-400 wurde 2018 zusammen mit seinen Kollegen vorgestellt. Er ist aktuell, neben seinem Bruder DP450USB mit USB-Ausgang, das Spitzenmodell von Denon. Beide sind in Schwarz und Weiß erhältlich, passen wunderbar zum Design der Denon Hifi-Geräte, machen aber auch in anderer Umgebung eine gute Figur.

Zusammenbau und Justierung

Auch Denon lässt bei der Verpackung und Transportsicherung des DP-400 nichts anbrennen; die Headshell mit perfekt vormontiertem Tonabnehmer-System ist ebenso separat im Karton wie das Gegengewicht, der Plattenteller und die Haubenscharniere. Stopp – Haubenscharniere hat der Denon natürlich nicht, dafür liegt die Haube mit dem markanten Tunnel zum Schutz des Tonarms schon auf dem Laufwerk. Polster sorgen für den nötigen Abstand und der Tonarm ist sicherheitshalber zusätzlich mit einem Draht in der Ruheposition fixiert.

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Plattenspieler Test: Denon Dp400 Zu
Der Denon mit geschlossener Haube.
Plattenspieler Test: Denon Dp400 Offen
Beim Abspielen muss die Haube abgenommen werden, sie kann dann in einen Aufsteller gesetzt und als Platten- oder Cover-Stütze genutzt werden.
Plattenspieler Test: Denon Dp400 Ta
Montiert ist ein Tonabnehmer von Denon.
Plattenspieler Test: Denon Dp400 Armbase
Die Einstellungen des Gegengewichts und der Antiskating-Vorrichtung arbeiten sehr präzise.
Plattenspieler Test: Denon Dp400 Speed
Mit einem Drehknopf kann man zwischen drei Geschwindigkeiten wählen, der Denon spielt auch mit 78 Umdrehungen pro Minute.
Plattenspieler Test: Denon Dp400 Anschluesse
Der unscheinbare Schalter an der Rückseite schaltet die Endabschaltung ein oder aus.

Der Tonarm des DP-400 ist nicht gerade, wie die meisten anderen, sondern folgt der sogenannten »S«-Form, woraus sich ein geringfügig verbesserter Spurfehlerwinkel ergibt. Auch hier handelt es sich um einen Plattenspieler nach Brett-Konstruktion mit Riemenantrieb. Der Riemen liegt bei Auslieferung schon um den kleineren integrierten Innenteller und ist dort mit einem roten Bändchen fixiert. Nach dem Aufsetzen auf das Lager wird der Riemen mit Hilfe dieses Bändchens über die Motorachse gezogen, die durch eine der Aussparungen im Plattenteller zu sehen ist.

Das Gegengewicht wird hinten auf den Tonarm geschraubt, soweit, bis der Tonarm in der Waage ist. Die Skala wird auf Null gestellt, um das Gewicht anschließend auf den Wert in der Anleitung einzustellen. Die Messung mit der Tonarmwaage ergab eine Abweichung von unter zehn Prozent: ein Spitzenwert! Die Antiskating-Einstellung wird auf den gleichen Wert gestellt, der nach unseren Messungen dem Tonarm ebenfalls perfekt in der Spur hält.

Die Haube schützt den Plattenspieler nur wenn er nicht in Betrieb ist, dann wird sie von der Achse des Plattentellers zentriert und der Tonarm verschwindet unter dem Tunnel. Ein recht schwerer Metallklotz mit mehreren Aussparungen liegt bei, hierin wird die Haube geparkt – wer will, kann dort dann Schallplatten oder die Cover der aktuellen Platte griffbereit anlehnen.

Auf der Rückseite ist das Anschlussfeld mit zwei Umschaltern: einer für die automatische Endabschaltung, einer für den integrierten Vorverstärker, der nach Bedarf zu- und abgeschaltet werden kann, sodass der Plattenspieler an die AUX-Buchse, oder – wo vorhanden – an eine Phono-Buchse angeschlossen werden kann. Die automatische Endabschaltung bewirkt, dass der Tonarm am Ende der Schallplatte vom Lift angehoben und der Teller gestoppt wird. Diese Funktion lässt sich wahlweise auch abschalten.

Der Denon beherrscht automatische Endabschaltung

Vorn auf dem Brett gibt es nur einen einzigen Drehknopf zur Auswahl der Drehzahl, hier werden neben den üblichen Umdrehungszahlen von 331/3 und 45 auch die 78 Umdrehungen pro Minute angeboten – für alte Schelllackplatten. Dafür muss dann eine andere Nadel eingesetzt werden, weil die Rille breiter ist als bei modernen Vinyl-Platten.

Nun heißt es das Visier zum Schutz der Nadel hochzuklappen, den Tonarmlift anzuheben, die passende Geschwindigkeit einzustellen und die Nadel wieder per Lift in die Einflugschneise der Rille abzusenken – und schon kann der Klangtest beginnen.

Der Klang

Das hauseigene Tonabnehmersystem senkt sich sanft in die Rille und der Spaß kann beginnen. Schon nach den ersten Takten wird klar, dass Denon bei der Wahl des Tonabnehmers nicht gerade ins untere Regal gegriffen hat; gegenüber dem AT95 legt das montierte Denon CN-6518 nochmal eine kleine Schippe drauf. Hauptsächlich profitiert die Mittelhochton-Auflösung vom direkten Vergleich, dabei gibt sich das Denon weniger Spitz als das Audio-Technica.

Auch der Tiefbass geht noch eine Stufe tiefer in den Keller, ohne mit höherem Pegel zu blenden. Insgesamt spielt die Kombination von Denon auf dem gleichen hohen Niveau wie die Plattenspieler mit Audio-Technica AT95 und Ortofon OMB 10, jede mit ihrer eigenen Charakteristik. Die räumliche Abbildung der Musik gelingt dem Denon selbst bei den komplexen Klanggebilden von Pink Floyd nahezu spielerisch.

Eigentlich kann man mit der Kombination aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer beim Denon DP-400 rundum zufrieden sein. Dennoch ist es gut zu wissen, dass Experimente mit anderen Tonabnehmern, gern auch vom selben Hersteller, problemlos möglich sind.

Nachteile?

Etwas zwiespältig ist die Haubenkonstruktion des DP-400. Einerseits sieht sie gut aus – sowohl auf dem Plattenspieler, als auch als Platten- und Cover-Halter neben dem Gerät – andererseits gibt es beim Abspielen keinen Staubschutz. Damit erschöpft sich die Kritik allerdings auch schon, denn darüberhinaus macht der Denon seine Sache sehr gut.

Denon DP 400 im Testspiegel

Die Konstruktion der Haube sieht nicht jeder als Problem, in den meisten Tests wird sie eher positiv als Designmerkmal angesehen, über die übrigen Qualitäten des Plattenspielers gibt es allerdings keine Zweifel:

In der Stereo Ausgabe 12/2018 erreichte der Denon beim Klang-Niveau 48 Prozent und im Preis-Leistungsverhältnis das Prädikat »exzellent« und vier von fünf Sternen. Auch den Kollegen hat besonders gefallen das der Plattenspieler durchaus von einem Upgrade des Tonabnehmers profitieren kann:

»Kompakter, sensorgeregelter Plattenspieler mit Riemenantrieb und Endabschaltung. Laufwerk und Tonarm sind für die Preisklasse sehr gut, auch der eingebaute Tonabnehmer von Audio Technica ist gut, der Dreher kann aber auch noch von einem besseren profitieren. Clevere Detaillösungen wie die stylische Abdeckung und vor allem der integrierte Phonoverstärker MM/MC (!) machen Spaß.«

In der Ausgabe 8/2018 des Magazins Audio Test konnte der Denon das Prädikat »Ausgezeichnet« (91,5 Prozent) erringen und erhielt im Preis-Leistungsverhältnis sogar zehn von zehn Punkten. Die weitere Bewertung setzt sich folgendermaßen zusammen: In der Wiedergabequalität erhielt er 52,5 von 60 Punkten, die Ausstattung wurde mit 14 von 15 Punkten honoriert und bei der Benutzerfreundlichkeit erhielt er mit 15 Punkten ebenfalls die volle Punktzahl.

Auf Like HiFi, der Online-Variante von Audio Test, erreichte der Denon als Gesamtergebnis aus den Disziplinen Wiedergabequalität, Ausstattung/Verarbeitung, Benutzerfreundlichkeit und Preis-Leistungsverhältnis insgesamt 92 Prozent:

»Ohne zu viel zu versprechen, können wir dem Denon DP-400 HiFi-Plattenspieler eine absolute Top-Performance bescheinigen. Die Laufruhe, die Verarbeitung, der Bedienkomfort und die einfache Installation – alles ist von höchster Güte. Der hauseigene MM-Tonabnehmer kitzelt musikalische Details in wirklich anmutiger Farbigkeit selbst aus eher mäßigen Aufnahmen. Wir meinen, für den Preis von 500 Euro ist der Plattenspieler fast schon zu preiswert.«

Alternativen

Obwohl der DP-400 seine eindeutigen Vorzüge hat, können je nach Bedarf auch andere Geräte interessant sein. Wir stellen im Folgenden noch einen Spieler mit Vollautomatik, unseren Klangtipp, ein teures und ein günstiges Modell vor.

Wenn Geld egal ist: Technics SL-1500C

Die Marke Technics stand schon vor Jahrzehnten für hochwertige Hifi-Produkte vom Panasonic-Konzern. Vor einigen Jahren hat die Konzernmutter die Marke wieder neu belebt und mit hochwertigen Produkten gefüllt. Plattenspieler unter dem Label Technics gab es aber auch während der Zeit, als andere Technics-Produkte verschwunden waren. Am bekanntesten sind die DJ-Plattenspieler, von denen auch der Technics SL-1500C seine Gene hat.

Wenn Geld egal ist

Technics SL-1500C

Test  besten Plattenspieler: Technics SL-1500C
Ein Halbautomat, der darüberhinaus viele Möglichkeiten zur Aufrüstung des Tomabnehmers bietet.

Anders als jene Werkzeuge für Clubs und Rave Partys gehört der SL-1500C jedoch eindeutig ins Wohnzimmer, wo er kultiviert Musik von der Platte abspielen soll. Beim SL-1500C handelt es sich um einen sogenannten Halbautomaten, die Nadel hebt sich also am Ende der Platte automatisch aus der Rille und der Plattenteller bleibt stehen. Für Verfechter der reinen manuellen Lehre lässt sich diese Halbautomatik aber auch leicht abschalten, ein kleiner Umschalter auf der Rückseite macht den Technics zu einem rein manuellen Laufwerk.

Der SL-1500C verfügt über einen Direktantrieb, es muss also bei der Montage auch kein Riemen aufgelegt werden. Dennoch sollte man sich wie beim Zusammenbau jedes Plattenspielers genug Muße nehmen, denn der schwere Plattenteller ist Teil des Antriebsmotors und hat einen sehr starken Magneten auf der Unterseite. Der Direktantrieb hat gegenüber dem Riemenantrieb mindestens zwei Vorteile: Erstens kann kein Riemen verschleißen und zweitens benötigt der Teller nur Millisekunden um die Sollgeschwindigkeit zu erreichen. Weil Technics in diesem Bereich über reichlich Knowhow verfügt, macht er das ohne hörbare Geräusche und hält obendrein stoisch seine Solldrehzahl, ganz egal, ob ein Staubbesen mitläuft, eine schwere oder leichte Platte aufliegt oder was für eine Nadel durch die Rille geführt wird.

 Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Geschlossen

Nach dem Auspacken werden Teller, Headshell mit System und die Haube montiert. Anschließend kann der Plattenspieler mit seinen vier separat einstellbaren Füßen noch in die Waage gebracht werden, Stromkabel und Audiokabel angeschlossen – fertig. Mit zwei winzigen Umschaltern am Anschlussterminal kann man dann noch den gewünschten Ausgang einschalten und die Halbautomatik ein- oder ausschalten.

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Plattenspieler Test: Technics Sl1500c
Den SL-1500C gibt es auch ganz in Schwarz, die Kuppel im Deckel sorgt für Platz, wenn der Tonarm höher gestellt werden muss.
Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Tasten
Die vier Bedientasten reichen vollkommen aus, der Technics lässt sogar 78 Umdrehungen zu, ein Vorteil für alle Sammler besonders alter Schallplatten.
Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Tonarm
Der Tonarm ist ein Präzisionsinstrument, er harmoniert bestens mit dem 2M Red von Ortofon.
Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Tonarmlager
Stellwerk – der Tonarm ist sogar in der Höhe verstellbar, dazu muss erst der "Lock"-Hebel gelöst werden, dann kann der Tonarm mit dem großen Drehring verstellt werden.
Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Anschluesse
Der Ausgang geht entwder mit oder ohne Vorverstärkung, außerdem ist hier auch der kleine Schalter zum Aktivieren der Halbautomatik. Besonderes Feature – das netzteil ist eingebaut, das Netztkabel hat einen soliden Kaltgeräte-Stecker.
Plattenspieler Test: Technics Sl1500c Einstellung
Die vier Füße kann man einzeln in der Höhe verstellen, damit lässt sich der Technics optimal in die Waage bringen.

Wenn alles angeschlossen und der Plattenspieler nivelliert ist, geht es an die Justage des Tonabnehmers. Montiert ist das Ortofon 2M Red, eine übliche Wahl bei vollausgestatteten Plattenspielern in höheren Preisregionen – und eine gute obendrein. Der Tonarm des SL-1500C verfügt über sehr präzise Skalen auf dem Gegengewicht und der Antiskating-Einrichtung, so ist es kaum verwunderlich, dass wir bei eingestellten 1,75 mN tatsächlich 1,75 mN messen – besser geht es nicht! In der Einspielphase und nach dem Einsatz der Mess-Schallplatte erhöhten wir die Auflage um winzige 0,1 mN erreichen wir eine optimale Abtastung und einem hervorragenden Klang.

Das sukzessive abhören unserer Lieblingsstücke bringt uns zu dem Schluss, dass der SL-1500C oder besser dessen Tonarm, hervorragend mit dem montierten Ortofon 2M Red harmoniert. Wir bekommen ein weites, offenes, bei entsprechenden Aufnahmen dreidimensionales Klangbild, die Bässe haben ein solides, präzises Fundament und die Mittelhochtöne eine feine Auflösung, ohne dass es nervt.

Kurz und gut, mit dem Technics SL-1500C bleiben keine Wünsche offen. Und wenn doch, kann man problemlos andere Tonabnehmersysteme ausprobieren – dank der Höhenverstellung und des mitgelieferten Zusatzgewichts sogar einige Exoten.

Klangtipp: Music Hall mmf-3.3

Der Music Hall mmf-3.3 wird wie die Pro-Ject Plattenspieler und auch viele andere in einem Werk in Tschechien produziert. Der Einfluss, den Roy Hall (der Namensgeber) auf die Konstruktion hat ist dabei unübersehbar. Anders als der mmf-2.3, der bislang diesen Platz belegte, besteht der mmf-3.3 aus zwei Brettern, die in Sandwichbauweise übereinander montiert sind, mit einer Dämpfungslage dazwischen.

Klangtipp

Music Hall mmf-3.3

Plattenspieler Test: Music Hall Audio Mmf 3 3 Turntable Black
Kommt in innovativer Sandwichbauweise und mit vielen Details zur Klangoptimierung.

Tonarm und Tellerlager sind auf dem oberen Brett fixiert, wogegen die Motor-Einheit auf dem unteren Brett ruht. Die einzige Verbindung stellen besagte Dämpfer sowie der Antriebsriemen dar, womit der Music Hall eindeutig zu den Sub-Chassis- Konstruktionen gehört.

 Plattenspieler Test: Musichall Mmf33
Der Music Hall mmf-3.3 besteht aus zwei Brettern oder Zargen in Sandwich-Bauweise mit einer Dämpfung dazwischen.

Zum Lieferumfang gehören wie immer eine Schablone und eine Waage zur Tonabnehmer-Montage, ein hochwertiges Anschlusskabel sowie gleich zwei Riemen. Während die Einstellungen 33 1/3 und 45 U/min per Taster elektronisch ausgewählt werden, muss für 78 Umdrehungen der zweite runde Riemen gegen den Flachen getauscht werden. Hierzu müssen Sie den Teller abnehmen, bei den selten gewordenen 78-er Schallplatten hält sich der Aufwand aber wohl in Grenzen. Der Netzschalter ist vorn links unter der Zarge.

Bei der Erstmontage müssen drei Schrauben, die zur Transportsicherung dienen, unter dem Plattenteller entfernt werden. Ein passender Schraubendreher war bei unserem Testmuster leider nicht dabei. Um eine mögliche Beschädigung während des Transports zu verhindern, sind die Haubenscharniere noch nicht an der Zarge befestigt. Die notwendigen Schrauben sind allerdings schon eingesetzt, die Scharniere selbst müssen noch angeschraubt werden.

Beim Verkabeln des Plattenspielers mit dem Verstärker mussten wir feststellen, dass das Anschlussterminal ziemlich tief innen liegt, sodass an gerade mit größeren Fingern so seine Mühe hat, es sei denn, man schließt das mitgelieferte Kabel schon mal an, solange der Plattenteller des mmf-3.3 noch nicht aufliegt und auch die Haube noch nicht befestigt ist.

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Plattenspieler Test: Musichall Mmf33 Offen
Der mmf-3.3 ist ebenfalls eine Sub-Chassis-Konstruktion, Tonarm und Teller-Achse sind auf dem oberen Brett befestigt, der Motor auf dem unteren.
Plattenspieler Test: Musichall Mmf33 Tonarm
Der Tonarm kommt ebenfalls aus dem Pro-Ject Baukasten, ist aber nach Vorgaben von Roy Hall modifiziert, zum Beispiel mit einem Karbon-Rohr.
Plattenspieler Test: Musichall Mmf33 Back
Das Anschlussterminal ist schon recht tief verborgen und damit schwer zugänglich.
Plattenspieler Test: Musichall Mmf33 Tiptronic
Tiptronik mit Taste – einmal drücken lässt den Teller mit 33 1/3 Umdrehungen laufen, zweimal mit 45. Für 75 Umdrehungen muss der Riemen gewechselt werden. Ein- und Ausschalten läuft über den Netzschalter an der Unterseite der Zarge.

Nach diesen zugegebenermaßen nur kleinen Stolpersteinen bei der Montage geht es nun an die Feinarbeit. Der vormontierte Tonabnehmer soll noch die korrekte Auflagekraft bekommen und die dazu passende Antiskating-Einstellung muss ebenfalls noch erledigt werden. Das montierte Ortofon 2M Red soll laut Anleitung 18 mN Auflage haben, diese lässt sich ziemlich genau mit Hilfe der Skala auf dem Gegengewicht des Tonarmes einstellen.

Die Antiskating-Vorrichtung wird bei diesem Tonarm mit einem Fadengewicht realisiert, der Faden soll bei der eingestellten Auflagekraft in den mittleren Ring der entsprechenden Vorrichtung am Tonarm eingehängt werden – passt.

Weil das System noch jungfräulich, also nicht eingespielt ist, erhöhen wir die Auflage auf etwa 2 mN. Das ist einerseits zu wenig, um das Antiskating anpassen zu müssen, andererseits verkürzt es die Einspielzeit und verbessert zudem die Abtastung messbar. Die Kombi von Music Hall spielt dann auch auf Anhieb souverän auf. Der Bass ist zwar dezent, reicht aber spürbar sehr tief runter. Auch bezüglich der Auflösung im Mittelhochton- und Hochtonbereich läuft das Ortofon in dieser Kombination zur Höchstform auf. Dank seiner vergleichsweise hohen Ausgangsspannung dürften selbst einfachere Phono-Vorverstärker gut damit zurechtkommen.

Schnell stellt mich der mmf-3.3 von Music Hall klanglich zufrieden, dennoch kommt es vor, dass man nach geraumer Zeit zu experimentieren anfängt. Spätestens wenn die Nadel des 2M Red verschlissen ist, stellt sich die Frage, ob sich ein Wechsel lohnt, oder ab es nicht Zeit für ein Upgrade mit einem hochwertigeren System ist. Der Music Hall wird diese Frage mit einem klaren »Ja« beantworten, dann bleibt nur noch die Frage nach Ihren Budget und nach Ihrer Fingerfertigkeit, denn das Headshell ist fest am Tonarmrohr verklebt, was die Montage etwas erschwert.

Designtipp: Pro-Ject Debut Carbon EVO

Die Ähnlichkeiten des Pro Ject Debut Carbon Evo zum Music Hall mmf-3.3 sind unverkennbar, nur dass es sich im Falle des Debut Carbon Evo tatsächlich um ein echtes Brett-Laufwerk handelt. Plattenteller, Antrieb und vor allem der Tonarm könen aber ihre gemeinsame Herkunft aus der Fabrik in Tschechien nicht leugnen – wollen sie auch gar nicht. Schließlich genießt die Fabrik den Ruf, hochwertige Plattenspieler für nahezu jedes Budget produzieren zu können.

Designtipp

Pro-Ject Debut Carbon EVO

Test  besten Plattenspieler: Pro-Ject Debut Carbon EVO
Kommt in einer nochmals verbesserten Ausführung auf den Markt. Aktuell sind acht Farbvarianten verfügbar.

Darüber hinaus bietet diese Fertigungstiefe unter einem Dach neben den technischen auch Design-Möglichkeiten. So gibt es für den Debut Carbon Evo aktuell neun verschiedene Zargen, darunter acht farbige und eine in Holzfurnier. Sollten Sie also mit einem Plattenspieler liebäugeln, der entweder als Eycatcher oder als bestens integriertes Möbelstück ins Musikzimmer soll, werden Sie beim Debut Carbon Evo in jedem Fall fündig.

 Plattenspieler Test: Project Debutcarbonevo
Außer in Hochglanz-Weiß gibt es den Debut Carbon Evo noch in sieben weiteren Farbvarianten, auch ein Holzfurnier ist aktuell verfügbar.

Dass man sich um die Montage, die Bedienung und vor allem den Klang keine Sorgen machen muss ist bei Geräten von Pro-Ject ohnehin klar. Schon beim Auspacken fällt die wohlgefüllte Tüte mit dem Montage- und anderem Zubehör angenehm auf. Der Weg in den Baumarkt oder zum Fachhändler für einen Lastminute Deal darf getrost ausfallen. Die Haubenscharniere sind bereits montiert, der Riemen muss nur noch aufgelegt werden, wozu selbstredend ein Hilfswerkzeug beiliegt, Filzmatte drauf und schon kanns losgehen. Eine Transportsicherung in Form von einer oder mehrere Schrauben ist hier überflüssig, da es sich um einen Brett-Spieler handelt.

Sogar ein zweiter Riemen, rund statt flach, liegt im Zubehörbeutel. Der wird allerdings nur fürs Abspielen von Platten mit 78 Umdrehungen pro Minute benötigt, für die Umschaltung zwischen 33 1/3 und 45 U/min ist der Wippschalter links unter der Zarge zuständig. Der hat nämlich drei Positionen: die I für 33 1/3 und die II für 45 U/min sowie die 0, um den Motor auszuschalten.

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Plattenspieler Test: Project Debutcarbonevo Offen
Mit dem Evo geht der Debut Carbon in die nächste Ausbaustufe.
Plattenspieler Test: Project Debutcarbonevo Tonarm
Der Karbon-Tonarm, mithin der Namensgeber, ist natürlich geblieben.
Plattenspieler Test: Project Debutcarbonevo Back
Die Anschlüsse sind gut erreichbar, weil sie nicht so tief verschwinden wie bei manch anderen Geräten.
Plattenspieler Test: Project Debutcarbonevo Schalter
Pfiffig – der Schalter unter der Zarge schaltet den Motor nicht nur ein oder aus, hier lässt sich auch direkt die richtige Geschwindigkeit auswählen: I für 33 1/3 und II für 45 U/min.

Der Debut Carbon Evo hat zwar das Tonabnehmer-System von Ortofon schon am Arm montiert, trotzdem müssen die Auflage- und Antiskating-Kraft noch justiert werden. Auch hier liegt die Auflage zwischen 18 und 20 mN, die sich mit Hilfe der Skala auf dem Gegengewicht des Tonarmes unkompliziert ausbalancieren lässt. Allerdings wollen wir nicht verschweigen, dass wir eine Abweichung knapp 20 Prozent gemessen haben.

Ob das nun ins Reich der Psychoakustik gehört oder tatsächlich den unterschiedlichen Konstruktionsweisen der Plattenspieler geschuldet ist, mag dahingestellt sein. Uns vermittelt der Debut Carbon Evo einen Tick weniger Souveränität, vor allem bezüglich der Räumlichkeit als der mmf-3.3 von Music Hall. Aber wie gesagt sind die Unterschiede marginal, sodass Sie getrost ihren persönlichen Geschmack bezüglich des Designs entscheiden lassen können – und da hat der Debut Carbon Evo eindeutig mehr zu bieten.

Außerdem getestet

Dual CS 800

Der Dual CS 800 wird tatsächlich im Schwarzwald vom Nachfolge-Unternehmen der Traditionsmarke, der Alfred Fehrenbacher GmbH & Co. KG, hergestellt – und das wohl zum großen Teil von Hand. Dafür spricht die hohe Verarbeitungsqualität, die man allerdings für den aufgerufenen Preis auch erwarten kann.

Der CS 800 wird vollkommen manuell bedient. Das heißt: Motor mit der gewünschten Umdrehungszahl starten, Tonarm in Richtung Platte bewegen, Lift absenken und genießen.

Am Schluss muss man sich dann wieder die Mühe machen und den Tonarm per Lift aus der Rille heben, Motor stoppen und alles in die Ruheposition bringen. Das kann was von einem Ritual haben, dient auf jeden Fall dem Klang, da eine Automatik immer auch mehr oder weniger mechanische Einflüsse auf den Tonarm und damit auf die Abtastnadel und letztlich auf den Klang ausübt.

Bei der Wahl der richtigen Geschwindigkeit des Plattentellers per Touchfläche geht es dagegen außergewöhnlich modern zu. Einmal tippen stellt die Geschwindigkeit auf 33 1/3 Umdrehungen pro Minute für LPs, zweimal tippen erhöht diese auf 45 und einmal lange Tippen stoppt den Motor.

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Plattenspieler Test: Dual Cs800 Offen
Der Dual CS 800 ist als Sub-Chassis-Konstruktion ausgelegt.
Plattenspieler Test: Dual Cs800
Trotz Sub-Chassis Konstruktion ist der CS 800 wunderbar schlank geworden.
Plattenspieler Test: Dual Cs800 Tonarm
Hier kommt eine seit langem bewährte Tonarmkonstruktion zum Einsatz, die Headshell ist angeschraubt, was den Systemwechsel erleichtert.
Plattenspieler Test: Dual Cs800 Back
Da wackelt auch nach Jahren nichts – das Anschlussterminal hinterlässt einen äußerst zuverlässigen Eindruck.
Plattenspieler Test: Dual Cs800 Tiptronic
Über ein modernes Touchpanel wird die Geschwindigkeit ausgewählt bzw. der Motor abgeschaltet.

Zum Lieferumfang des CS 800 gehört ein sehr hochwertiges Anschlusskabel, ein Inbusschlüssel zur Entfernung der beiden Transportsicherungen, sowie eine Montage-Schablone für den Tonabnehmer, falls man den mal wechseln möchte. Das Anschlussterminal auf der Rückseite sitzt auf einer soliden Metallplatte und besteht durchweg aus hochwertigen Buchsen und einer soliden Klemmschraube für die Erdung, ein Phono-Vorverstärker ist nicht integriert.

Aufgrund der Skalen auf dem Gegengewicht und der Antiskating-Einrichtung ist die Erstmontage ziemlich einfach. Bei eingestellten 1,75 mN messen wir tatsächlich 1,9 mN, was einer Abweichung von unter zehn Prozent entspricht – das ist Spitze. In der Einspielphase lassen wir die etwas höhere Auflagekraft und werden prompt mit einem hervorragenden Klangerlebnis belohnt.

Zwar gehört das vorinstallierte Ortofon 2M Red nicht zu den absoluten Spitzen-Abnehmern, trotzdem bringt uns die Kombination mit dem Dual ein sehr einnehmendes Klangerlebnis. Der Filigrane Tonarm mit seiner exzellenten Lagerung übt so gut wie keinen hörbaren Einfluss auf die Abtastung aus.

Vom tiefsten Bass bis hin zu einer lebendigen, fein aufgelösten Höhenwiedergabe vermissen wir gar nichts. Sicher gibt es Tonabnehmer, die noch mehr Informationen aus der Rille zaubern. Diese eignen sich als ideales Upgrade des CS 800, denn dessen Potential ist mit dem installierten Ortofon längst nicht ausgeschöpft.

NAD C 588

Der NAD C 588 ist der teurere der zwei aktuellen Plattenspieler von NAD. Wie viele andere, bedient sich auch NAD bei den wenigen verbliebenen Herstellern und so ist die Ähnlichkeit des verwendeten Tonarms mit denen von Rega sicher kein Zufall. Das Tonarmrohr ist aus Karbon, die Headshell und das Gegengewicht glänzen metallisch, sodass man davon ausgehen kann, dass das Material aus den oberen Regalen des Herstellers stammt. Dazu zählen ohne Zweifel auch die Lager des Tonarmes, die mutmaßlich nur geringste Toleranzen aufweisen dürften. Zum Lieferumfang des C 588 gehören eine Schablone und eine Waage zur Montage und Justierung des Tonabnehmers. Das ebenfalls beiliegende Cinch-Kabel ist sehr hochwertig – und last but not least liegen ein Paar Handschuhe bei, die das Set bei der Montage vor Staub und Fingerabdrücken schützen.

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Plattenspieler Test: Nad C588 Offen
Plattenspieler Test: Nad C588 Tonarm
Plattenspieler Test: Nad C588 Back
Plattenspieler Test: Nad C588 Schalter

Der NAD ist sehr montagefreundlich verpackt, die Einzelteile (Haube, Zarge, Subteller und Glasteller) können fast in der Reihenfolge ihrer Montage einzeln herausgenommen werden. Die schützenden Schaumstofflagen liegen jeweils dazwischen und sind nicht seitlich angepresst, wie das bei anderen Geräten der Fall ist.

Die Auflagekraft des montierten Systems muss zwingend mit der Waage eingestellt werden, da das Gegengewicht über keine Skala verfügt. Nun wird auch die Funktion der Inbus-Schlüssel klar: zum Fixieren des Gegengewichts und zum Lösen beziehungsweise Fixieren des Tonarmes in seiner Führung. Beide NAD Plattenspieler verfügen nämlich über einen höhenverstellbaren Tonarm, der die korrekte Montage beinah jeden Tonabnehmers ermöglicht.

Das Antiskating wird seitlich am Tonarm mit einer sehr fein aufgelösten Skala und einer satt laufenden Rändelschraube vorgenommen. Zum Wechsel der Geschwindigkeit muss der Riemen umgelegt werden, wozu vorher wiederum der Acrylteller abgenommen werden muss.

Auch bei NAD hat man Gefallen am Ortofon 2M Red gefunden, nach korrekter Einstellung der Auflage und des Antiskatings gibt es die mittlerweile gewohnte Performance. Mit satten, tiefreichen den Bässe, hoch auflösenden Mitten und brillanten Höhen verwöhnt nun auch die Kombination aus Ortofon und C 588. Wenn man sich dann daran sattgehört hat und eventuell von allem noch etwas mehr möchte: trockeneren Bass, eine klarere räumliche Abbildung des Musikgeschehens, dann wäre der C 588 der letzte, der sich gegen ein Upgrade sperren würde. Im Gegensatz zum TT5 passt hier sogar die Haube.

Thorens TD 402 DD

Seit gut zwei Jahren ist die neu gegründete Thorens GmbH nun in Sachen Plattenspieler aktiv und hat in der Zeit die Produktpalette stetig erweitert. Der TD 402 DD ist einer der jüngeren Sprösslinge, der zudem mit einem Direktantrieb punkten will. Zwar ist das Design stark von den letzten Sub-Chassis Spielern beeinflusst, bis hin zu den sogenannten Knebelschaltern zum Ein-/Ausschalten und zur Wahl der Geschwindigkeit. Dennoch handelt es sich nicht um eine Sub-Chassis Konstruktion, sondern um einen Brett-Spieler. Auspacken und Erstmontage sind wie üblich auch beim TD 402 DD schnell erledigt. Die Einstellungen von Tonarm und Abnehmer gehen ebenso leicht von der Hand. Nicht zuletzt weil hier gut sichtbare Skalen bei den Einstellungen von Auflage und Antiskating helfen, die zudem noch wehr genau sind und im Falle der Auflagekraft beispielsweise gerade mal fünf Prozent Toleranz aufweisen.

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Plattenspieler Test: Thorens Td402dd Offen
Plattenspieler Test: Thorens Td402dd Tonarm
Plattenspieler Test: Thorens Td402dd Back

Bei der optionalen Endabschaltung wird nur der Motor abgeschaltet, wenn die Nadel einige Zeit im Ende der Rille kreist. Ein Halbautomatischer Plattenspieler würde den Arm zumindest anheben, das macht der Thorens aber nicht. Dafür stellt er einen eingebauten Phono-Vorverstärker zur Verfügung, der bei Bedarf aber umgangen werden kann. So können Sie gegebenenfalls selbst entscheiden, welcher Phono-Vorverstärker das bessere Klangerlebnis bietet, der im Plattenspieler oder der in der Stereo-Anlage.

Beim TD 402 DD ist das Audio-Technica AT VM95E mit elliptischer Nadel vorinstalliert. Im Vergleich zum allgegenwärtigen 2M Red von Ortofon kommt der Bass jetzt weniger massiv rüber, reicht aber mindestens genauso tief runter. Insgesamt erscheint das VM95 etwas ausgewogener als das M2 Red zu sein, die Ausgangsspannung ist ähnlich hoch und dürfte auch einfache Phono-Vorverstärker nicht überfordern. Dank abnehmbarer Headshell und der einfachen Justage freut sich der TD 402 DD aber sicher auch über ein gelegentliches Upgrade.

Magnat MTT 990

Magnat kennt man ursprünglich aus der Lautsprecher-Entwicklung, doch seit einigen Jahren spielt die Marke auch bei hochwertiger und dabei preiswerter Hifi-Elektronik eine wichtige Rolle. Um die Hifi-Sparte mit einem Vinyl-Dreher zu komplettieren, brachte Magnat den MTT 990 ins Spiel: hochwertig und dabei preiswert. Den Magnat MTT 990 gibt es ausschließlich in Schwarz, die Zarge ist hochglanzpoliert – ein Paradies für jedes Staubkorn. Zum Glück gehört eine Haube zum Lieferumfang, so kann wenigstens die Oberseite weitestgehend vor diesen Biestern geschützt werden. Auf den ersten Blick wurde beim MTT 990 auf jeglichen Schnickschnack verzichtet. Ein einziger, großer Drehknopf vorne links ist für die Geschwindigkeitswahl zuständig, rechts wartet der ebenfalls überwiegend in dezentem Schwarz gehaltene Tonarm auf seinen Einsatz.

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Test: Magnat Mt990
Test: Magnat Mt990 Anschlussfeld
Test: Magnat Mt990 Schalter
Test: Magnat Mt990 Tonarmlager

Gegen einen schnellen Zusammenbau spricht auch hier nur die Achtsamkeit, mit der man solche mechanischen Preziosen grundsätzlich behandeln sollte – zumal wenn sie über ein so hohes Eigengewicht verfügen, wie die Zarge und auch der Plattenteller des Drehers von Magnat. Dank des direkten Antriebs des Plattentellers muss man hier keinen Riemen auflegen, was mitunter etwas fummelig sein kann.

Anschließend geht es an die Justierung von Auflagekraft und Anti-Skating-Vorrichtung, nach Anleitung soll das Gewicht hierzu auf die üblichen zwei Gramm gestellt werden. Die sind laut Messung mit der Tonarmwaage schon erreicht, wenn die Skala mal eben 1,5 anzeigt – hier war man also recht großzügig. Weniger grob funktioniert dagegen die Anti-Skating-Vorrichtung, hier passt es nach Messung in der Skalenposition zwei, entsprechend der korrekten Auflagekraft.

Zeit, einen Blick auf die anderen Feinheiten oder technischen Finessen zu werfen. Der besagte große Drehknopf schaltet nicht nur zwischen 331/3 und 45 U/min um, sondern hier lässt sich der Plattenteller auch auf 78 U/min bringen. Zum Abspielen der alten Schellackplatten, sollten Sie also noch im Besitz solcher Raritäten sein – der MTT 990 ist auf jeden Fall gerüstet.

Doch damit nicht genug: Rund um die Tonarmbasis gibt es einen Ring, der über verführerische Griffmulden verfügt und außerdem mit einer Skala versehen ist. Hier lässt sich der komplette Tonarm in der Höhe verstellen, nachdem der kleine Hebel zur Verriegelung gelöst wurde. Sollten Sie also irgendwann ein Upgrade mit einem anderen Tonabnehmer-System planen, sind Sie nicht darauf beschränkt, dass Ihr neuer Favorit über die selbe Bauhöhe wie das eingesetzte System verfügt – Sie können die Höhe korrigieren.

Da ist es von Vorteil, dass der MTT 990 keinen eingebauten Phono-Vorverstärker hat, die beschränken sich nämlich zumeist entweder auf ein MM- oder ein MC-System. Aus diesem Grund sollte der Verstärker schon über einen entsprechenden Phono-Eingang verfügen oder Sie schalten ein entsprechendes Gerät dazwischen.

Damit können Sie sich aber vorerst Zeit lassen, denn das standardmäßig verbaute AT95E von Audio-Technica spielt in Verbindung mit dem Tonarm und nach guter Justierung hervorragend auf. Gerade im Bass und Grundtonbereich langt es beherzt zu, ohne allerdings zu dick aufzutragen – mit dem Erfolg, dass die Magnat-Kombi wunderbar erdig und doch bis in die Spitzen fein aufgelöst aufspielt.

Die Musik bekommt genug Raum, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe, der MTT 990 macht nach der ersten LP förmlich süchtig und lässt erstmal nicht das Verlangen nach mehr aufkommen. Und wenn irgendwann doch, dann ist er bestens vorbereitet.

NAD C 558

Der Nad C 558 sieht seinem großen Bruder, dem C 558 ziemlich ähnlich – zumindest auf den ersten Blick. Bei näherem Hinschauen werden jedoch die Abstriche bemerkbar, die man beim C 558 für das geringere Budget machen muss. Am auffälligsten ist da tatsächlich der Tonarm. Auch wenn beide aus der gleichen Fabrik stammen, mutmaßlich von Rega, so verzichtet der des C 558 auf das Carbonrohr und die Headshell aus Metall, wie sie beim großen Bruder eingesetzt werden. Hier ist alles aus einem Stück und offensichtlich etwas preisgünstiger. Als System kommt hier das Ortofon OM 10 zum Einsatz. Das ist ebenfalls etwas günstiger als das Ortofon 2M Red, aber keinesfalls eine schlechte Wahl, wie sich noch zeigen wird.

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Plattenspieler Test: Nad C558 Offen
Plattenspieler Test: Nad C558 Tonarm
Plattenspieler Test: Nad C558 Back

Der Nad C 558 hat den gleiche Lieferumfang wie der große Bruder. Entsprechend schnell gelingt auch die Erstinstallation allerdings auch hier nur mit Hilfe der mitgelieferten Tonarmwaage, da auch hier keine Skala auf dem Gegengewicht aufgedruckt ist. Das System Ortofon OM10 hat eine empfohlene Auflage von 15 mN, die wir zumindest für die Einlaufphase auf knapp 2 mN erhöhten. Die Antiskating-Einstellung läuft ebenso satt und lässt sich sehr exakt auf den erforderlichen Wert einstellen.

Klanglich gibt sich das OM10 sehr spritzig, mit einer guten Portion Tiefbass-Performance. Auf jeden Fall macht es Spaß, mit der günstigen Kombi von NAD Musik zu hören. Zum Wechsel der Geschwindigkeit muss allerdings auch hier der Acryl-Teller abgenommen und der Antriebsriemen auf dem Pulley umgesetzt werden.

Pro-Ject Essential III

Der Pro-Ject Essential III Phono kommt, wie der Music Hall mmf-2.3 und das Pro-Ject Juke Box S2 Stereo Set, vom gleichen Hersteller, wird sogar unter der Hausmarke Pro-Ject verkauft. Den Essential III gibt es sowohl in den unterschiedlichsten Farbvarianten als auch in diversen Ausbaustufen, so lässt er sich, wie unser Testmuster, mit eingebautem Vorverstärker bestellen, oder mit integriertem AD-Wandler und USB-Anschluss, zum Digitalisieren der Plattensammlung per PC. Selbst eine Ausbaustufe mit Bluetooth-Modul ist verfügbar, Grund genug für uns, einen Blick auf die Grundkonstruktion zu werfen, denn schließlich sind die klangentscheidenden Grundlagen überall die gleichen.

Plattenspieler Test: Project Essential Top
Den Essential III von Pro-Ject gibt es in diversen Farbvarianten.

Im Vergleich zum Bruder von Music Hall bringt der Essential III mit seinen fünf Kilo nur gut die Hälfte auf die Waage, und das, obwohl der in unserer Variante sogar über einen Vorverstärker verfügt, den der Music Hall nicht hat. Das Brett ist dünner, der Plattenteller ebenfalls aus leichterem Material, und der Essential III ist ein sogenannter Außenläufer, der Motor-Pulley ragt gut sichtbar neben dem Plattenteller aus der Basis, der Riemen wird kurzerhand um den Außenrand des Plattentellers gelegt. Zur Änderung der Geschwindigkeit wird der Riemen einfach auf den größeren oder kleinere Durchmessers des Pulleys gelegt.

Deshalb reicht zum Starten und Stoppen des Motors ein Schalter, der an die Seite des Bretts verlegt wurde, um die Frontpartie frei von Bedienelementen zu halten. Hier tritt dann auch schon ein kleines Problem der Leichtbauweise auf: Der Plattenspieler ist so leicht, dass er beim Betätigen des Motorschalters schon mal verrücken kann, wenn man nicht sanft gegenhält. Beim montierten Vorverstärker handelt es sich um ein Modell, was in ähnlicher Form auch separat angeboten wird, ist also schon was amtliches. So sollte man ihn einfach eingeschaltet lassen, denn auch hier ist der entsprechende Umschalter nicht ganz einfach zu erreichen, was dem Umstand geschuldet ist, dass der Hersteller den Vorverstärker so wie er war unter das Brett geschraubt hat, ohne Schalter und Buchsen an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

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Plattenspieler Test: Project Essential Zu
Plattenspieler Test: Project Essential Offen
Plattenspieler Test: Project Essential Armbasis
Plattenspieler Test: Project Essential Schalter
Plattenspieler Test: Project Essential Pulley
Plattenspieler Test: Project Essential Kabel

Dafür ist der Essential III Phono ein echtes Schnäppchen geblieben, immerhin hat man ihm einen sehr guten Tonarm spendiert und sich auch beim Tonabnehmer nicht lumpen lassen, immerhin kommt das schlanke Ortofon OM 10 zum Einsatz, dessen Form irgendwie an die Concorde erinnert. Man hat also alles getan, um möglichst gute Klangeigenschaften zu einem überschaubaren Budget zu realisieren. Weil es im Budget noch drin war, hat man dem Plattenspieler ein sehr hochwertiges Audio-Kabel beigelegt, damit das recht empfindliche Tonsignal auf dem Weg in den Receiver möglichst wenig Verluste oder Störungen erfährt.

Entsprechend erwachsen spielt die Kombination dann auch auf; die Mitten- und Mittelhochtonauflösung ist sehr fein, ohne nach oben raus spitz zu werden, der Bass ist abgrundtief und straff. Die Staffelung der Bühne gelingt sowohl in der Tiefe als auch in der Breite mit beeindruckender Stabilität.

Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, den Essential III aufzuwerten, vielleicht mit einem hochwertigeren Tonabnehmersystem, der ist herzlich eingeladen: Das Gegengewicht lässt sich leicht und präzise an die meisten gängigen Tonabnehmer anpassen, die Antiskating-Vorrichtung mit dem Gewicht am Faden funktioniert ebenso zuverlässig. Der Essential III Phono ist also ein hervorragend klingender Einstieg mit reichlich Potential zum Upgrade, obwohl das erfahrungsgemäß nicht so bald sein muss.

Music Hall mmf-2.3

Der Music Hall mmf-2.3 ist der zweite im Bunde. Zusammen mit dem Pro-Ject Juke Box S2 Stereo Set von der vorangegangenen Seite und dem Pro-Ject Essential III stammt auch er aus dem gleichen Werk in Tschechien. Wie der Music Hall Vertrieb aber darlegt, wird der mmf-2.3 nach Vorgaben von Roy Hall (dem Namensgeber) produziert und vor allem in klanglicher Hinsicht optimiert.

Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Top
Dem Music Hall mmf-2.3 ist seine Herkunft aus der Pro-Ject Schmiede deutlich anzusehen.

Damit man auch beim günstigsten Plattenspieler aus dem Hause Music Hall möglichst schnell und unkompliziert in den ungetrübten Musikgenuss kommt, ist der mmf-2.3 bereits weitestgehend vormontiert. Da die Headshell fest im Tonarm integriert ist, sitzt auch das Tonabhnehmersystem schon an Ort und Stelle, wenn der mmf-2.3 ausgepackt wird. Die sensible Nadel ist dabei ebenso gegen mögliche Transportschäden geschützt, wie der Plattenteller. Der sitzt zwar schon auf seiner Lagerung, ein Keil aus Pappe sorgt allerdings für den notwendigen Abstand, damit er nicht aufsetzt.

Außerdem gibt es das bei Pro-Ject übliche Zubehör, wie eine einfache Tonarmwaage, eine Einstellschablone für das Tonabnehmersystem und sogar einen kleinen Inbus. Dieser wird allerdings beim Music Hall mmf-2.3 nicht gebraucht. Was gebraucht wird, ist das kleine Gewicht am Faden zur Einstellung des Antiskating. Der montierte Tonarm ähnelt auf den ersten Blick dem des Essential III, bei näherem Hinsehen fällt aber die etwas geänderte Lagerung auf – auch das Tonarmrohr, dieses besteht nämlich aus Karbon. Karbon ist nicht nur leicht, es hat auch eine sehr geringe Neigung zu Eigenschwingungen und wird daher gern für Tonarme genutzt, allerdings werden die meist in deutlich teureren Plattenspielern eingesetzt.

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Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Zu
Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Offen
Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Ta
Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Armbase
Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Speed

Der Motor befindet sich hier unter dem Teller, um dort einen Subteller per Riemen anzutreiben, auf den dann wiederum der schwerere Metallteller gesetzt wird. Das Auflegen des Riemens auf den Subteller ist etwas einfacher als bei den Modellen mit fest integrierter Lauffläche. Das muss auch so sein, denn zum Abspielen von 78er Schelllackplatten muss der Riemen auf den anderen Pulley-Durchmesser umgelegt werden. Der Wechsel von 331/3 auf 45 Umdrehungen pro Minute geht zum Glück leichter, hierzu muss einfach nur die kleine Taste vorn auf dem Brett zweimal kurz gedrückt werden, eine blaue LED zeigt dann die entsprechende Geschwindigkeit an – erst blinkend, bis der Plattenteller seine Sollgeschwindigkeit erreicht hat. Wird der Taster länger gedrückt, stoppt der Motor.

Der Zusammenbau gestaltet sich wegen der guten Vormontage recht einfach, wobei das Justieren des Gewichts etwas Fingerspitzengefühl erfordert, da die Null-Markierung einen recht großen Abstand zum Gegengewicht und damit zur Skala hat, zumindest wenn der Arm mit dem vormontierten System in der Waage steht. Die Anzeige auf der Skala ist dann sehr zuverlässig. Die für das Tonabnehmersystem geforderten zwei Gramm sind schnell und mit nur minimaler Toleranz eingestellt. Auch die Antiskating-Vorrichtung zeigt bei der angegebenen Einstellung die ideale Wirkung.

Der Klang mit dem Music Hall Spirit gelabelten Tonabnehmer ist erstaunlich gut, es handelt sich wieder um ein Produkt aus der großen Palette von Audio-Technica, obwohl es nirgends Informationen darüber gibt, um welches genau. Das ist angesichts des Ergebnisses aber auch nebensächlich, zumal sich der mmf-2.3 diesbezüglich problemlos aufrüsten lässt. Dazu besteht jedoch vorerst kein Anlass; der Tiefbass ist sehr präsent und raumfüllend, Mittelhochton- und Hochtonbereich sind daneben fein differenziert, ohne bissig zu werden. Die räumliche Abbildung der Musik ist auch hier nahezu greifbar und löst sich komplett von den Lautsprechern. Mit dieser Vorstellung erwirbt der mmf-2.3 gerade auch im Vergleich zum aufgerufenen Preis zurecht den Klangtipp.

Elac Miracord 50

Mit Elac haben wir einen weiteren alten Bekannten aus der Vinyl-Szene der 70er Jahre, der Miracord 50 deckt in der Produktkette den Einsteigerbereich ab. Vom Design macht er schon einiges her, die Zarge sieht auf den ersten Blick nach gebürstetem Metall aus, entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen als entsprechend kaschierte Holz-Konstruktion. Obenauf ist der Miracord 50 mit schwarzem Hochglanzlack versehen, der den hochwertigen Eindruck noch verstärkt. Mit dem AT91 kommt wieder eines der beliebten Tonabnehmersysteme von Audio-Technica zum Einsatz – und zwar ebenfalls eines aus der oberen Schublade. Der Tonarm erlaubt eine exakte Justierung, wobei die Abweichungen sich ebenfalls im Rahmen von zehn Prozent hakten. Übernimmt man die Einstellung des Gewichts auch wieder für die Antiskating-Vorrichtung, hat der Tonabnehmer ideale Arbeitsbedingungen.

Klanglich kann dieses Ensemble mit den ähnlich zusammengestellten Konkurrenten locker mithalten. Es lässt sich kein gravierender Unterschied zum AT95 oder anderen auf gleichem Niveau spielenden Abnehmern feststellen. Auch die Kombination aus Miracord 50 und AT91 macht ihre Sache sehr gut und stellt die Bühne zum Greifen nah in den Raum.

Rega Planar 1 Plus

Der Rega Planar 1 Plus entsprecht exakt dem Rega Planar 1, den wir zusammen mit dem Fono Mini A2d V2 bestellt hatten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Planar 1 Plus das Kästchen schon eingebaut hat, zumindest teilweise. Er ist mit einem integrierten Vorverstärker aufgerüstet, lässt sich damit dann auch an die AUX-Buchsen des Receivers anschließen. Vom Aufbau ist der Spieler natürlich ebenso unkompliziert wie sein Kollege, allerdings mit den gleichen Einschränkungen; man sollte sich mit dem mitgelieferten Tonabnehmer zufrieden geben, da sich weder die Auflagekraft noch die Antiskating-Vorrichtung auf andere Systeme justieren lassen. Zwar könnte man unter Zuhilfenahme einer Tonarmwaage die Auflagekraft anpassen, das geht allerdings nur in Richtung »leichter«, da auf der anderen Seite der Festanschlag passend fürs Rega Carbon System die Bewegung einschränkt.

Allerdings muss man im Grunde auch nichts verändern, der Planar 1 Plus spielt schon in der Grundausstattung und -einstellung höchst musikalisch auf. Dabei ist er in Rekordzeit spielbereit aufgebaut, eben weil nichts eingestellt werden muss. Ein Hingucker ist der puristische Plattenspieler allemal.

Thorens TD 201

Trotz der Namensähnlichkeit handelt es sich beim Thorens TD 201 nicht um eine rein analoge Variante des TD 202, sondern eher um den kleinen Bruder. Die Basis ist zwar auch hochglänzend schwarz lackiert, aber deutlich schmaler. Die Montage gelingt ebenso problemlos wie beim großen Bruder. Es ist der gleiche Tonarm montiert, allerdings ein billigeres Tonabnehmersystem. Das benötigt dann auch eine höhere Auflagekraft, die mit einer ebenfalls höheren Antiskating-Einstellung einhergeht. Lässt sich das Auflagegewicht noch ganz passabel und auch genau einstellen, stößt die Antiskating-Vorrichtung schon an ihre Grenzen. Alles in allem könnte der TD 201 einen besseren Tonabnehmer vertragen, bzw. einen, der besser mit dem Tonarm harmoniert. Das ist zwar ohne weiteres möglich, sprengt allerdings wohl das Budget, was zur Erstausrüstung zur Verfügung stand.

Audio-Technica AT-LPW30TK

Der Audio Technica AT-LPW30TK rundet das Preisgefüge nach unten ab: Man bekommt für etwas mehr als 200 Euro einen schön gemachten Brettspieler, der obendrein mit einem Tonabnehmer ausgestattet ist, der selbst in manch teurerem Gerät nicht zu finden ist. Für den Preis ist der AT-LPW30TK außerdem gut verarbeitet, nur die Montage der Haube ist ohne Fingerklemmer kaum zu bewerkstelligen. Im Betrieb macht sogleich der Motor von sich zu hören – und zwar so laut wie bislang noch kein anderer im Test. Ob das bei diesem Modell generell so ist oder der Serienstreuung geschuldet ist, werden wir recherchieren. Wenn das der Fall ist, kann es sich durchaus lohnen, den AT-LPW30TK zu erstehen, man sollte nur genauer hinhören. Ohne das Problem mit dem Motorgeräusch klingt der Audio Technica dank des sehr guten Tonabnehmers mehr als passabel.

So haben wir getestet

Die (klang-)entscheidenden Funktionen eines Plattenspielers arbeiten rein mechanisch. Für den Transport bis zu Ihnen nach Hause ist das Gerät so weit wie möglich und so wenig wie nötig in seine Einzelteile zerlegt und für einen sicheren Transport gut gepolstert einzeln verpackt.

Die Kunst besteht nun darin, die Einzelteile möglichst sorgfältig auszupacken, um sie dann richtig zusammenzusetzen, sodass am Ende nicht nur ein funktionierender, sondern ein gut funktionierender Plattenspieler da steht.

Der Aufbau eines Platten­spielers erfordert Geduld

Insbesondere für die Montage und Justierung des Ensembles aus Tonabnehmer und Tonarm sollte man sich etwas Muße nehmen, jedenfalls ist das keine Sache, die man »mal eben« macht. Schon an dieser Stelle war uns wichtig, herauszustellen, wie gut das Gerät für die Erstmontage vorbereitet ist und wie hilfreich sich die Anleitung des Herstellers erweist.

Jedem Testgerät liegt übrigens ein sogenannter Puck bei, der wird auf die Achse des Plattentellers gesteckt, wenn eine Single abgespielt werden soll. Singles haben ein größeres Loch als LPs, früher war dort der sogenannte Stern eingesetzt, der meistens ohnehin schnell verloren ging und so sind die Hersteller dazu übergegangen, den Puck mit auszuliefern. Der geht allerdings mitunter ebenso schnell verloren.

Bei der anschließenden Einstellung von Gegengewicht und Antiskating-Vorrichtung war es interessant herauszufinden, wie nah die Herstellerangaben am Optimum sind und wie zuverlässig die angebrachten Markierungen und Skalen dabei funktionieren.

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Plattenspieler Test: Test Equipment
Die Messplatte des Deutschen HiFi Instituts, eine Tonarmwaage und eine Single gehören zum Test-Equipment.
Plattenspieler Test: Justieren1
Die Auflagekraft der Nadel wird mit Hilfe der Skala am Gegengewicht eingestellt, kontrolliert haben wir mit der Tonarmwaage.
Plattenspieler Test: Justieren2
Unter anderem zur Kontrolle der korrekten Antiskating-Einstellung kommt die dhfi-Messplatte zum Einsatz.

Die Einstellungen wurden mit Hilfe der dhfi Messplatte und einer Tonarmwaage überprüft und – wo möglich und nötig – optimiert, leider existiert das Deutsche HiFi Institut schon seit über 20 Jahren nicht mehr, und die von mir verwendete Messplatte ist seit dem vergriffen. Die Kollegen des Magazins Image Hifi haben sich daher, und wegen der steigenden Nachfrage entschieden, kurzerhand eine neue, eigene Messplatte aufzulegen, die »Image HiFi Test Record – Vinyl Essentials« ist nach wie vor erhältlich, zudem mit deutscher und englischer Dokumentation versehen und kann Ihnen eine große Hilfe bei der Einmessung und Optimierung Ihres Plattenspielers sowie der gesamten Stereoanlage sein.

Da wir auch einige Plattenspieler im Test hatten, bei denen der Tonarm sich automatisch zum Einlaufbereich der Platte, und am Schluss wieder in Ruhestellung zurück begibt, musste zum Testen noch eine Single her: Anfang der 80-er wurde in winziger Auflage die Single mit dem »Auenland-Lied« von Kalla Wefel produziert. In quietschgelbem, selbst gezeichnetem Papier-Cover sollte der Erlös die Musikkneipe namens Auenland in dem kleinen Örtchen Sülfeld unterstützen. Das gute Stück kam uns zum Testen gerade recht.

Ein gutes Zusammenspiel zwischen Tonabnehmer und Tonarm ist eine der Grundvoraussetzungen für ein gutes Klangergebnis, optimal wird es dann mit einer korrekten Einstellung der Auflagekraft und der Antiskating-Vorrichtung. Damit kommen wir zum wichtigsten Testkriterium: dem Klang.

Der Klangtest war für uns natürlich das spannendste Kriterium, konnten wir doch Schallplatte auf Schallplatte anspielen, Stück um Stück Quervergleiche anstellen, Stärken und Schwächen der getesteten Kombinationen aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer-System heraushören.

Die wichtigsten Fragen

Wie funktioniert ein Plattenspieler?

Am Tonabnehmer des Schallplattenspielers befindet sich eine sehr feine Nadel. Dreht sich die Schallplatte, tastet die Nadel die Rillen der Schallplatte ab. Dadurch entstehen horizontale und vertikale Schwingungen, die dann in elektrische Signale umgewandelt werden.

Welche Antriebsarten gibt es bei Plattenspielern?

Im Großen und Ganzen haben sich zwei Antriebsarten durchgesetzt: Der Riemenantrieb, der zwar ein wenig träge beim An- und Ausschalten reagiert, dafür aber recht gut gegen Motorvibrationen abschirmt und der Direktantrieb, bei dem sich der Motor direkt über dem Plattenteller befindet. Der Direktantrieb ist technisch anspruchsvoller und in der Regel teurer.

Was sind die Vorteile eines Plattenspielers mit digitaler Schnittstelle?

Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle haben zwei große Vorteile: Zum einen kann man damit alte Vinyl-Schätze digitalisieren, zum anderen haben sie oft auch eine Bluetooth- oder WLAN-Schnittstelle. So kann man seine Lieblingsplatte durchs ganze Haus streamen.

Wie schnell dreht sich eine Schallplatte?

Langspielplatten (LPs) drehen sich mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute, Singles kommen auf eine Rotationsgeschwindigkeit von 45 Umdrehungen pro Minute. Alte Schelllack-Platten benötigen 78 Umdrehungen pro Minute, für die wird allerdings auch eine spezielle Nadel fällig.

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