Die besten Plattenspieler

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Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

Der beste Plattenspieler mit zusätzlichem digitalen Ausgang ist für uns der Thorens TD 202. Er liefert ein hervorragendes Klangerlebnis, perfekt auch für die Digitalisierung alter Vinyl-Schätze. Er lässt sich akkurat einstellen und bietet damit genug Potential für ein Upgrade des Tonabnehmers. Wer es lieber komplett analog hat, ist aktuell mit dem Denon DP 400 sehr gut bedient; auch hier gibt es hervorragenden Klang zum moderaten Preis. Dank der zuschaltbaren Endabschaltung gibt es obendrein noch einen gewissen Komfort.

… und sie dreht sich immer noch. Die gute alte Schallplatte hat auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrem Charme verloren – vermutlich wird sie sogar die CD überleben. Das ist gar nicht so abwegig, angesichts der Tatsache, dass die Schallplatte bereits in den Achtzigern mit Erscheinen der Silberscheiben totgesagt wurde, nach wie vor aber ihre Runden dreht. Das kann man von der CD nicht behaupten, denn die wurde von anderen digitalen Formaten längst überholt.

Apropos digital – seit Einführung des bahnbrechenden MP3-Formats in den 90er Jahren haben sich die Datenformate, in denen Audiodaten zur Verfügung gestellt werden, vervielfacht. Gleichzeitig ist der Qualitätsanspruch deutlich gestiegen. So spielt das ziemlich verlustbehaftete MP3-Format nur noch eine Nischenrolle.

Warum Plattenspieler?

Ein Grund für den Erfolg des MP3-Formats war der niedrige Platzbedarf auf den Speichermedien und bei der Übertragung. Sowohl der Platz auf Datenträgern als auch die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten spielt allerdings kaum noch eine Rolle, heute wird gestreamt, die hohen Datenraten machen die Übertragung nahezu verlustfreier Audiodaten möglich und vor allem erschwinglich. Die Musik bleibt beim Streamen zumeist auf den Servern der Dienstleister wie Deezer, Tidal, Qobuz etc. Speicherplatz wird allenfalls zum Archivieren benötigt und ist wie gesagt kein Problem mehr.

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Vielleicht hat gerade diese Art des Musikkonsums der Schallplatte auf Dauer eher genützt als geschadet, denn bei den Vinyl-Scheiben ist vom Datenträger bis hin zum Abspielgerät fast ausschließlich Mechanik im Einsatz, zudem Mechanik, der man beim Arbeiten sogar zuschauen kann – damit wird Musik wieder zu einem besonderen Erlebnis – Entschleunigung garantiert.

Gründe genug also, um uns auf dem stetig wachsenden Plattenspieler-Markt umzuschauen.

Trotz des relativ einfachen Aufbaus ist nicht jeder Plattenspieler wie der andere, wir haben den Test daher in zwei Kategorien aufgeteilt, die einen grundsätzlichen Unterschied ausmachen: einmal die klassischen Geräte mit ausschließlich analogem Ausgang – zum Frönen eines alten oder neu erworbenen Hobbys. Dann die Geräte mit mindestens einer digitalen Schnittstelle – zur Archivierung der Plattensammlung auf Festplatte oder zum Streaming via Bluetooth oder gar LAN und WLAN.

Die reine Lehre – analoge Musikwiedergabe

Die Nadel des Tonabnehmers fährt durch die Rille der Schallplatte und wandelt die daraus hervorgerufenen mechanischen horizontalen und vertikalen Schwingungen in elektrische Signale um. Diese werden dann per Cinch-Kabel direkt an den HiFi-Verstärker oder Receiver weitergeleitet, um dann – entsprechend verstärkt – als Musik aus den Lautsprechern zu ertönen. Im Gegensatz zum CD-Player oder Radio-Tuner ist das Signal aus dem Tonabnehmer sehr klein und aus fertigungstechnischen Gründen quasi verzerrt in die Platte geschnitten worden.

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Die analogen Plattenspieler im Test.

Damit es dennoch laut genug und vor allem unverzerrt aus dem Lautsprecher kommt, haben manche HiFi-Verstärker einen speziellen Phono-Eingang, der das Signal entsprechend entzerrt und auf einen bestimmten Pegel vorverstärkt. Über solch einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker verfügen nicht mehr alle Receiver oder HiFi-Verstärker, deshalb sind viele Plattenspieler bereits von Haus aus mit einem entsprechenden Vorverstärker bestückt, sie können dann direkt an den AUX- oder einen anderen Eingang angeschlossen werden. Die meisten unserer Testgeräte haben schon einen Vorverstärker eingebaut, der lässt sich zumeist aber bei Bedarf an- oder ausschalten. Das Ausschalten lohnt sich immer dann, wenn der HiFi-Verstärker bereits über einen sehr guten Phono-Vorverstärker verfügt. Hier darf dann gerne das eigene Ohr entscheiden.

Moderne Zeiten – Plattenspieler mit digitalen Schnittstellen

Um die alte oder neue Plattensammlung zu archivieren bzw. für mobile Geräte und/oder ein Netzwerk zur Verfügung stellen zu können, haben viele Plattenspieler zumindest eine USB-Buchse, selbst Bluetooth und LAN oder WLAN haben längst Einzug in die analoge Welt des Vinyls gefunden. Immer ist dann auch ein Vorverstärker integriert, da dieser das Signal sogar für die digitalen Ausgänge erst entsprechend aufbereiten muss.

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Die Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle.

Wer also mit dem Gedanken spielt, seine Vinyl-Sammlung zu digitalisieren, ist in der entsprechenden Kategorie bestens aufgehoben. Aber auch hier gilt: Was die Nadel des Tonabnehmers nicht aus der Rille holt, bleibt auch bei der digitalen Wiedergabe verborgen. Man sollte also auf eine Mindestqualität des Plattenspielers achten, weshalb wir gerade der Wiedergabe-Qualität unser besonderes Augenmerk gewidmet haben – bei allen getesteten Plattenspielern.

Antrieb: Direkt oder per Riemen?

Der Plattenteller muss sich drehen, sonst holt die Nadel keinen einzigen Ton aus der Rille. Hierfür braucht es einen Motor, der den Plattenteller nicht nur in Drehung versetzt, sondern nebenbei dafür sorgt, dass die Geschwindigkeit von 331/3 (für LPs), bzw. 45 (für Singles) Umdrehungen pro Minute penibel einhält. Manche Plattenspieler bieten sogar die 78 Umdrehungen pro Minute an, die braucht man für die noch älteren Schellack-Platten, für die dann meist auch eine andere Nadel fällig ist.

Bei allen Geschwindigkeiten soll der Motor möglichst leise arbeiten und auch die Schwingungen, die bei nahezu jedem Elektromotor entstehen, möglichst vom Plattenteller und damit von Platte und Tonabnehmer fern halten, ansonsten macht sich das dumpfe Motorgeräusch als sogenanntes Rumpeln im Lautsprecher unangenehm bemerkbar.

Motorgeräusche müssen herausgefiltert werden

Es gibt zwei Antriebsarten, die aktuell Verwendung finden. Am weitesten verbreitet ist der Riemenantrieb, bei dem ein Gummiriemen um die Motorachse und den Plattenteller oder dem sogenannten Sub-Teller darunter gelegt ist. Dieser Gummiriemen entkoppelt einen großen Teil der Motorgeräusche und schluckt obendrein noch eventuell auftretende Gleichlaufschwankungen. Ein Nachteil des Riemenantriebs ist die Zeit, die der Plattenteller braucht, um auf Touren zu kommen, und auch die, die er zum Abbremsen benötigt.

Das stört allerdings hauptsächlich Plattenliebhaber, die gern mal selbst Hand anlegen, also DJs. Wer im Club oder auch privat gerne mal auflegt, möchte auch Herr über Geschwindigkeit und Richtung sein, mit der die Nadel durch die Rille fährt – dieses Scratchen (Englisch für kratzen) haben Disc-Jockeys Mitte der 70er Jahre erfunden und betreiben es nach wie vor so virtuos, dass sie völlig neue Sounds kreieren. Das geht nach wie vor am besten mit dem analogen Plattenspieler, allerdings nicht mit dem vergleichsweise trägen Riemenantrieb.

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Vor allem DJs haben die Schallplatte am Leben gehalten. Jetzt ist sie auch wieder bei Musikliebhabern populär.

Man setzte einfach den Plattenteller direkt auf die Motorachse und schon klebt er förmlich am Gas. Der Motor lässt sich per Tastendruck komplett abschalten, so da der Teller ausschließlich per Hand gedreht wird, wenn man das Abschalten mal vergisst, nimmt der Motor für gewöhnlich diese Fremdbestimmung auch nicht krumm. Der klassische Vertreter – und nach wie vor ein bevorzugtes DJ-Arbeitsgerät – ist der Technics SL 1200.

Allerdings hat der Direktantrieb auch Nachteile: Der Motor muss mit präziser, absolut konstanter Geschwindigkeit laufen, er darf dabei keinerlei Geräusche verursachen, die sich bei dieser Konstruktion natürlich direkt auf die Platte und die Nadel übertragen. Es gibt solche Motoren, allerdings haben die auch ihren Preis. Dennoch haben wir einen direkt angetriebenen Plattenspieler gefunden, der seine Sache sehr gut macht, ohne das Budget allzu sehr zu strapazieren.

Subchassis-, Masse- und Brettlaufwerk

Wie beim Antrieb des Plattentellers gibt es auch beim gesamten Laufwerk unterschiedliche Konstruktionen – alles nur, um äußere Störeinflüsse so gering wie möglich zu halten. Das sind in der Hauptsache mechanische Störungen, so gilt der sogenannte Trittschall als größter Störfaktor. Stellen Sie sich einfach eine Altbauwohnung mit einem Boden aus Holzdielen vor: Auf diesen Boden stellen wir jetzt einen Tisch und darauf den Plattenspieler. Jedesmal wenn der Boden betreten wird und dadurch ins Schwingen gerät, übertragen sich diese Schwingungen über den Tisch, den Plattenteller und über die Schallplatte direkt auf die Nadel. Sie beginnt sofort im Takt der Schritte zu hüpfen und rutscht mit einem lauten, kratzenden Geräusch womöglich quer über die Schallplatte.

Welche Störquellen gibt es?

Obwohl dieses Szenario den wohl schlimmsten Störfall beim Abspielen einer Schallplatte darstellt, ist es bei weitem keine Seltenheit. Neben der gezielten, entkoppelten Aufstellung des Plattenspielers – beim beschriebenen Szenario wäre ein solides Regal an einer stabilen Wand die erste Wahl – gibt es auch konstruktive Maßnahmen, um mechanische Einflüsse von Platte, Nadel, Tonabnehmer und Tonarm fernzuhalten. Das gilt übrigens auch für die Lautsprecher, welche die Musik von der Platte wiedergeben, denn die setzen die Luft in Bewegung, die im Zweifel wieder zum Plattenspieler schwingt – also ist auch hier gebührlicher Abstand gefragt und natürlich konstruktive Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Haube.

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Schon bei den ersten Plattenspielern war das eigentliche Laufwerk, also Plattenteller, Motor, Tonarm und die entsprechenden Lagerungen mit Spiralfedern vom Untergrund entkoppelt. Thorens hat dieses Prinzip perfektioniert und die Einheit aus Plattenteller und Tonarm mit Federn von der sogenannten Zarge, also dem Holzrahmen, entkoppelt. In der Zarge ist wiederum der Motor untergebracht, der dann zusätzlich mit Hilfe von Gummis oder Federn schwingend gelagert ist. Der Riemen als einzige direkte Verbindung zwischen Motor und Plattenteller schluckt die möglicherweise noch verbliebenen Schwingungen. Dieses Konstruktionsprinzip haben andere Hersteller kopiert und verbessert und ist heute noch häufig anzutreffen, allerdings eher in höheren Preisregionen.

Es geht aber auch anders: Masse gilt ja gemeinhin als träge – je mehr Masse, umso träger bzw. schwerer lässt sie sich in Schwingungen versetzen. Transrotor ist wohl einer der bekanntesten Hersteller von sogenannten Masselaufwerken: Ein sehr schwerer Plattenteller sitzt auf einem hochpräzisen Lager und wird von einem nicht weniger massiven Motor angetrieben, der wie auf einer Insel völlig vom Plattenteller getrennt aufgestellt wird. Einzige Verbindung ist ein dünner Antriebsriemen und natürlich die Unterlage, auf der beide letztendlich stehen. Der Tonarm befindet sich auf der selben Basis wie der Plattenteller.

Es gibt verschiedene Ansätze der Konstruktion

Beide Konstruktionsweisen sind aufwändig und damit teuer in der Herstellung – und nicht minder aufwändig bei der Aufstellung und Justierung zuhause, vom Transport einmal abgesehen. Ein findiger Entwickler, mutmaßlich von Rega, ging Mitte der 70er Jahre einen ganz anderen Weg; Tonarm, Plattenteller und Antriebsmotor bekamen eine gemeinsame Basis. Dabei sorgt der geschickt gewählte Materialmix für eine größtmögliche Dämpfung, auch ohne Masse oder Feder. Die Entkopplung vom Untergrund übernehmen Füße, welche die dort auftretenden Schwingungen ebenfalls weitestgehend schlucken, ohne sie an die Basis und den Plattenteller weiterzugeben – der Brettplattenspieler war geboren.

Vorteile sind sein vergleichsweise geringes Gewicht, die einfache Aufstellung und nicht zuletzt die einfachere und damit günstigere Produktion. Nicht nur die Briten haben das Brett-Laufwerk nach und nach optimiert, auch die Firma Pro-Ject, mit Sitz in Österreich und Produktionsstätten in Tschechien entwickelt und produziert die Brettspieler weiter – und das nicht nur unter eigenem Label. Trotz des Booms von Plattenspielern kommen wir längst nicht mehr an die Stückzahlen der 70er oder 80er Jahren heran, sodass in den mittleren und unteren Preisregionen hauptsächlich Brettplattenspieler angeboten werden, die sich auch in geringeren Stückzahlen noch günstig herstellen lassen. Darüber hinaus sind sie auch beim Aufstellen und im Betrieb sehr pflegeleicht, was nicht nur dem Einsteiger entgegen kommt.

Schwarzes Gold – Wo bekommt man Vinyl-Schallplatten?

Zum Glück ist der Sammler des schwarzen Goldes nur noch bedingt auf Second-Hand-Märkte angewiesen, es sei denn, er ist auf der Suche nach ganz besonders raren Pressungen. Gängige Labels legen ihre Klassiker neu auf und scheuen keine Marketing-Maßnahme, um sie entsprechend zu präsentieren: So gibt es die Beatles, Pink Floyd und andere in extra schweres (dickes) 180-Gramm-Vinyl gepresst, die Musik wurde remastert, wo vorhanden, kamen die originalen Bandaufnahmen zum Einsatz, natürlich analog, oder es tauchen aus irgendwelchen Quellen out-takes, Probeaufnahmen oder sonstige, bislang nicht veröffentlichte Werke auf.

Neben der Neuauflage vieler bekannter Werke, vermarkten Künstler und Labels ihre Werke jetzt oft mehrgleisig; neben der digitalen Veröffentlichung auf CD oder per Streaming-Dienst, gibt es dann außerdem ein Album auf Vinyl.

Auch das Stöbern in Plattenläden, wie »Die Schallplatte« in Duisburg wird trotz Online-Handel wieder modern, die Auswahl reicht von einer Auswahl an Second-Hand-Schätzchen über wieder aufgelegte Klassiker bis hin zu neuen Alben.

Der Charme alter Plattenläden kehrt zurück

Andersrum geht’s auch; es gibt Vinylplatten, denen ein Voucher oder ein QR-Code beiliegt, mit dem das Album für unterwegs auf dem Smartphone heruntergeladen werden kann: Als mobile Abspielgeräte tun sich Plattenspieler erfahrungsgemäß schwer.

Die hohe Nachfrage hat allerdings auch einige Nachteile, allzu eilig haben die meisten Presswerke spätestens zum Ende des letzten Jahrtausends ihre Maschinen stillgelegt, oder schlimmer noch, verschrottet. Zwar gibt es schon länger ein großes Presswerk in Tschechien, und auch hierzulande sind in den letzten Jahren wieder eine gute Handvoll Presswerke in Betrieb gegangen, allerdings deckt das längst nicht den Bedarf, zumal viele Presswerke sich auf kleinste Mengen oder andere, besondere Pressungen spezialisiert haben, so ist eine Wartezeit von mehreren Wochen oder gar Monaten durchaus keine Seltenheit.

Mehr zu Schallplatten, Rezensionen und Plattenspielern finden Sie im Mint Magazin und im Magazin mit dem bezeichnenden Titel LP.

So haben wir getestet

Die (klang-)entscheidenden Funktionen eines Plattenspielers arbeiten rein mechanisch. Für den Transport bis zu Ihnen nach Hause ist das Gerät so weit wie nötig und so wenig wie nötig in seine Einzelteile zerlegt und für einen sicheren Transport gut gepolstert einzeln verpackt.

Die Kunst besteht nun darin, die Einzelteile möglichst sorgfältig auszupacken, um sie dann richtig zusammenzusetzen, sodass am Ende nicht nur ein funktionierender, sondern ein gut funktionierender Plattenspieler da steht.

Der Aufbau eines Plattenspielers erfordert Geduld

Insbesondere für die Montage und Justierung des Ensembles aus Tonabnehmer und Tonarm sollte man sich etwas Muße nehmen, jedenfalls ist das keine Sache, die man »mal eben« macht. Schon an dieser Stelle war uns wichtig, herauszustellen, wie gut das Gerät für die Montage vorbereitet ist und wie hilfreich sich die Anleitung des Herstellers erweist.

Jedem Testgerät liegt übrigens ein sogenannter Puck bei, der wird auf die Achse des Plattentellers gesteckt, wenn eine Single abgespielt werden soll. Singles haben ein größeres Loch als LPs, früher war dort der sogenannte Stern eingesetzt, der meistens ohnehin schnell verloren ging und so sind die Hersteller dazu übergegangen, den Puck mit auszuliefern. Der geht allerdings mitunter ebenso schnell verloren.

Kontrolle und Feintuning

Bei der anschließenden Einstellung von Gegengewicht und Antiskating-Vorrichtung war es interessant herauszufinden, wie nah die Herstellerangaben am Optimum sind und wie zuverlässig die angebrachten Markierungen und Skalen dabei funktionieren.

Die Einstellungen wurden mit Hilfe der dhfi Messplatte und einer Tonarmwaage überprüft und – wo möglich und nötig – optimiert, leider existiert das Deutsche HiFi Institut schon seit über 20 Jahren nicht mehr, und die von mir verwendete Messplatte ist seit dem vergriffen. Die Kollegen des Magazins Image Hifi haben sich daher, und wegen der steigenden Nachfrage entschieden, kurzerhand eine neue, eigene Messplatte aufzulegen, diese Image HiFi Test Record – Vinyl Essentials ist nach wie vor erhältlich, zudem mit deutscher und englischer Dokumentation versehen und kann Ihnen eine große Hilfe bei der Einmessung und Optimierung Ihres Plattenspielers sowie der gesamten Stereoanlage sein.

Da wir auch einige Plattenspieler im Test hatten, bei denen der Tonarm sich automatisch zum Einlaufbereich der Platte, und am Schluss wieder in Ruhestellung zurück begibt, musste zum Testen noch eine Single her: Anfang der 80-er wurde in minimaler Auflage die Single mit dem »Auenland-Lied« von Kalla Wefel produziert. In quietschgelbem, selbst gezeichnetem Papier-Cover sollte der Erlös die Musikkneipe namens Auenland in dem kleinen Örtchen Sülfeld unterstützen. Das gute Stück kam mir zum Testen gerade recht.

Ein gutes Zusammenspiel zwischen Tonabnehmer und Tonarm ist eine der Grundvoraussetzungen für ein gutes Klangergebnis, optimal wird es dann mit einer korrekten Einstellung der Auflagekraft und der Antiskating-Vorrichtung. Damit kommen wir zum wichtigsten Testkriterium: dem Klang.

Der Klang

Zugegebenermaßen war uns dieser das angenehmste Kriterium; konnten wir doch Schallplatte auf Schallplatte anspielen, Stück um Stück Quervergleiche anstellen, Stärken und Schwächen der getesteten Kombinationen aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer-System heraushören, aber lesen Sie selbst auf den nächsten Seiten weiter.

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ich
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Auflagekraft wird in Millinewton gemessen! 15 mN entsprechen etwa 1,5 g

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