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Plattenspieler Test: Img
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

Plattenspieler Test: Plattenspieler Digital3

Die besten Plattenspieler mit digitaler Schnittstelle

Wir haben knapp ein dutzend Plattenspielern, die über mindestens eine digitale Schnittstelle verfügen getestet. Sie verfügen entweder über einen USB-Anschluss, Bluetooth- oder sogar WLAN-Fähigkeiten bzw. eine Kombination aus mehreren. Per Bluetooth oder WLAN können die Geräte perfekt in die moderne HiFi-Welt integriert werden und sind daher besonders gut für Neueinsteiger geeignet. Auch Musikliebhaber, die ihre oder eine andere Plattensammlung neu entdeckt haben und diese womöglich gern digitalisieren möchten, bekommen mit integriertem Analog-/Digitalwandler und USB-Buchse das richtige Werkzeug an die Hand.

Über einen integrierten Entzerrer-Vorverstärker verfügen alle Testmodelle – die meisten Verstärker oder Receiver haben nunmal keinen Phono-Eingang mehr. Für alle, die sowas haben, lässt sich der Vorverstärker im Plattenspieler abschalten. Zusätzlich haben wir hier mit der Pro-Ject Juke Box S2 quasi eine Komplettanlage in die Empfehlungen aufgenommen. Hier sind unsere Empfehlungen:

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

Thorens TD 202

Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202
Der TD 202 hat bringt schon eine hervorragende Grundausstattung mit, ist aber auch für Upgrades offen, und sieht obendrein sehr edel aus.

Den meisten dürfte die Marke noch ein Begriff sein: Thorens hat mit dem TD 202 einen würdigen Nachfolger der einstmals wegen des vergleichsweise günstigen Preises bei Azubis und Studenten sehr beliebten 320er Reihe ins Leben gerufen. Dabei sieht er durch die sehr gute Hochglanz-Lackierung nicht nur gut aus, er lässt sich auch sehr einfach zusammenbauen und exakt justieren. Die feinen Einstellmöglichkeiten von Gegengewicht und Antiskating machen es zudem leichter auch mit anderen Tonabnehmern zu experimentieren, wenngleich das montierte System schon sehr gut spielt.

Preistipp

Teac TN-420

Test besten Plattenspieler: Teac TN-420
Der Teac ist Dank des bunten Chassis nicht nur ein Hingucker, die Kombination aus Tonarm und Tonabnehmer liefert zudem hervorragende Klangeigenschaften.

Die Zarge des Teac TN-420 ist standardmäßig bunt lackiert, das muss man mögen oder auf ein anderes Gerät zurückgreifen. Wem die frische Farbe als Kontrast zur schwarzen Vinyl-Scheibe gefällt, der macht mit dem Teac nichts falsch. Hier ist mit dem AT95E ebenfalls standardmäßig ein hochwertiges System vom Spezialisten Audio-Technica montiert. Zusammen mit dem sehr guten Tonarm ergibt das eine höchst musikalische Kombination, zudem er nochmal günstiger als unser Favorit ist, in dem der gleiche Tonabnehmer werkelt.

Bester DJ-Plattenspieler

Audio-Technica AT-LP120USBHC

Test besten Plattenspieler: Audio-Technica AT-LP120USBHC
Die DJ-Variante von Audio-Technica ist durchdacht konstruiert und solide verarbeitet.

Audio-Technica hat mit dem AT-LP120USBHC einen Klassiker der DJ-Szene nachempfunden. Der AT-LP120 ist die günstige Alternative zum legendären Technics SL 1200 und damit die erste Wahl für Hobby-DJs. Der AT-LP120 kann aber auch anders; die Verwendung eines sehr guten Abtastsystems und die Möglichkeit, die Geschwindigkeit zu arretieren, macht auch zu Hause eine gute und vor allem musikalische Figur. Der echte DJ benötigt übrigens zwei von der Sorte – und das ist beim Preis des AT-LP120 nur eine kleine Hürde.

Multiroom-Tipp

Yamaha MusiCast Vinyl 500

Plattenspieler Test: Musicast Vinyl
Der MusiCast Vinyl 500 ist einer der ersten Plattenspieler mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten. Bluetooth ist ohnehin integriert.

Yamaha hat auf der IFA 2018 nicht nur Flügel mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten vorgestellt, sondern mit dem MusiCast Vinyl 500 den ersten Plattenspieler vorgestellt, der sich dank Bluetooth und WLAN in die MusicCast-Umgebung integrieren lässt. Dass der Plattenspieler trotz modernster Drahtlostechnik immer noch wie ein Plattenspieler – und zwar ein sehr schöner – aussieht, war den Entwicklern wohl Ehrensache. Der Vinyl 500 vermittelt über die MusicCast App ein ganz neues Streaming-Gefühl, der analoge Plattenspieler ist mit dem Yamaha vollkommen in die digitale Welt integriert.

Bestes Komplettpaket

Pro-ject Juke Box S2 Stereo Set

Plattenspieler Test: Pro Ject Juke Box S2 Stereo Set
Die Basis der Juke Box S2 ist ein Plattenspieler der Primary-Linie mit eingebautem Verstärker. Das ganze lässt sich sukzessive erweitern, bzw. mit vorhandenen Geräten kombinieren.

Hinter dem Pro-Ject Juke Box S2 Set steckt ein ganz besonders pfiffiges Konzept. Grundlage ist ein Plattenspieler aus der Primary-Line des Herstellers. In die Zarge hat man einen kompletten Stereo-Verstärker eingebaut, sodass man das Set wahlweise nur mit Verstärker, mit einer Lautsprecherbox oder als komplettes Stereo-Set mit zwei Boxen kaufen kann. Die Juke Box lässt sich also jederzeit upgraden oder mit anderem Equipment kombinieren und ausbauen. Wer mit dem Stereo-Set anfängt und sich später eine »amtliche« Anlage zulegt, kann den Plattenspieler dann als reinen Plattenspieler auch daran betreiben.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritPreistippBester DJ-PlattenspielerMultiroom-TippBestes Komplettpaket
Modell Thorens TD 202 Teac TN-420 Audio-Technica AT-LP120USBHC Yamaha MusiCast Vinyl 500 Pro-ject Juke Box S2 Stereo Set Rega Planar 1 BC Acoustique TD 922 Teac TN-280BT Medion Life X64999 Dual DT 210 USB Medion E65138 USB
Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202Test besten Plattenspieler: Teac TN-420Test besten Plattenspieler: Audio-Technica AT-LP120USBHCPlattenspieler Test: Musicast VinylPlattenspieler Test: Pro Ject Juke Box S2 Stereo SetTest besten Plattenspieler: Rega Planar 1 PlusPlattenspieler Test: Bcacoustique Td922Test besten Plattenspieler: Teac TN-280BTTest besten Plattenspieler: Medion Life X64999Test besten Plattenspieler: Dual DT 210 USBTest besten Plattenspieler: Medion E65138 USB
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Justage von Tonarm und Tonabnehmer sehr zuverlässig
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Genaue Justage von Tonabnehmer und Tonarm möglich
  • Interessante Lackierung
  • Hervorragender Klang
  • Solide verarbeitet
  • Günstiger Preis
  • Sehr guter Klang
  • Multiroom-fähig
  • AirPlay-kompatibel
  • Bluetooth (Sender und Empfänger)
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gut verarbeitet
  • Viele Kombinationen möglich
  • Mit Bluetooth- und AUX-Eingang
  • Hervorragender Klang
  • Ohne Justage sofort spielfertig
  • Nachrüstbar mit separatem Vorverstärker-/USB-Ausgang
  • Sehr guter Klang
  • Bluetooth-Streaming per aptX
  • Internes Netzteil
  • Software Audacity inklusive
  • Sehr guter Klang
  • Gute Verarbeitung
  • Bluetooth-Streaming möglich
  • Mehrere Gehäusevarianten
  • Guter Klang
  • Für den Preis recht solide
  • Klang ist okay
  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Sehr günstig
  • Klang ist okay
  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Sehr günstig
Contra
  • Kein Support bei der Digitalisierung über USB
  • Farbgebung trifft nicht jeden Geschmack
  • Das eigenwillige Design gefällt nicht jedem
  • Keine USB-Schnittstelle zum Digitalisieren von Schallplatten
  • Boxen für große Räume nicht so gut geeignet
  • Vorverstärker und AD-Wandler nicht eingebaut
  • Upgrade des Tonabnehmers nicht ohne weiteres möglich
  • Netzschalter schwer zugänglich an der Rückseite
  • Netzschalter an der Rückseite versteckt
  • Keine echten DJ-Qualitäten
  • Billig verarbeitet
  • Billig verarbeitet
Bester Preis
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Plattenspieler Test: Thorens Td202 Top

Testsieger: Thorens TD 202

Der Thorens TD 202 sieht seinen traditionsreichen Vorgängern tatsächlich sehr ähnlich. Das liegt außer an den markanten Schaltern auch daran, dass die Zarge recht hoch baut. Es handelt sich hier allerdings nicht um eine Konstruktion mit Sub-Chassis, sondern um ein Brett-Laufwerk. Das ist in der Herstellung viel günstiger und auch bei der Aufstellung erweist es sich deutlich einfacher.

Favorit

Thorens TD 202

Test besten Plattenspieler: Thorens TD 202
Der TD 202 hat bringt schon eine hervorragende Grundausstattung mit, ist aber auch für Upgrades offen, und sieht obendrein sehr edel aus.

Trotzdem ist der Plattenspieler insgesamt nicht nur hervorragend verarbeitet, er sieht auch noch sehr schön aus, was sicher nicht nur an der schwarzen Hochglanzlackierung liegt. Wie zumeist üblich, wird der Thorens nicht im voll montierten Zustand ausgeliefert: Der Plattenteller, die Haube, das Gegengewicht und die Headshell mit dem montierten Tonabnehmersystem sind alle separat und gut gesichert im Karton untergebracht. Das heißt allerdings auch, dass man nach dem Auspacken erstmal selbst Hand anlegen muss, bis das Gerät spielbereit ist.

Zusammenbau und Justierung

Auch dank der guten Anleitung geht der Zusammenbau recht gut von der Hand. Generell gilt hier, wie beim Zusammenbau der meisten Plattenspieler, »Geduld ist die Mutter der Porzellankiste« – man sollte sich also etwas Zeit und Muße nehmen.

Das Gegengewicht ist schnell an seiner Stelle, die Headshell mit dem bereits montierten Tonabnehmer-System ist ebenfalls narrensicher aufgeschraubt. Der Teller besteht aus recht dünnem Blech, in dessen Rand ein Kabel eingeklebt ist. Diese Maßnahme soll einerseits für genug Masse sorgen, damit der Teller – einmal in Schwung gebracht – seine Geschwindigkeit möglichst konstant hält; außerdem soll der Teller wohl mechanisch beruhigt werden, denn der Tonabnehmer soll seine Informationen ausschließlich aus der Plattenrille beziehen, da stört ein Teller nur, wenn er akustisches Eigenleben entwickelt, wie eine kleine Glocke. Man kann das durchaus so machen, andere Hersteller nutzen anderes Material oder machen den Metall-Teller einfach massiver, sodass hörbare Schwingungen gar nicht erst entstehen.

Wie die meisten anderen auch, ist der Thorens mit einem Steckernetzteil ausgestattet. Hinten an der Rückseite, gleich neben den Anschlussbuchsen, gibt es einen Netzschalter, den man eigentlich nur einmal braucht, weil der Motor vorn über einen der Schalter ein- und ausgeschaltet wird. Die Anschlussbuchsen sind kaum versenkt und damit gut erreichbar. Mit einem kleinen Schalter lässt sich auswählen, ob die Buchsen das bereits verstärkte Signal ausgeben sollen oder direkt vom Tonabnehmer in die Phono-Buchse des Verstärkers. Das Cinch-Kabel aus dem Lieferumfang hat eine zusätzliche Ader zum Potentialausgleich zwischen Plattenspieler und Verstärker, so werden eventuell auftretende Brummstörungen vermieden.

Neben dem Cinch-Kabel liegt zudem ein USB-Kabel bei, denn der TD 202 verfügt über einen entsprechenden Ausgang. Dort kann dann der PC angeschlossen werden, um die Plattensammlung zu digitalisieren, leider liegt dem Paket keine Software bei, auch ein Verweis auf Audacity, der einschlägigen Software-Lösung – unter anderem auch zum Digitalisieren von Schallplatten – fehlt leider. Natürlich können Sie auch die in Windows und MacOS integrierten Audio-Recording-Lösungen verwenden, allerdings sind die eher auf Mikrofonaufnahmen ausgerichtet und Audacity ist kostenlos für alle Plattformen verfügbar.

Nun geht es an die Ausbalancierung des Tonarms, die Einstellung der Auflagekraft mit Hilfe des Gegengewichts und schließlich an die Antiskating-Einstellung. Die korrekte Einstellung des Tonarms ist beim Thorens nur beschrieben – auf eine aussagekräftige Bebilderung, wie beispielsweise beim Yamaha, hat man verzichtet. Dennoch ist die Kombination aus Tonarm und Tonabnehmer schnell korrekt eingestellt. Laut Anleitung soll das Gegengewicht auf zwei Gramm (was einer Auflagekraft von 20 Millinewton entspricht), die Antiskating-Vorrichtung soll auf den gleichen Wert eingestellt werden. Unsere Messung mit der Tonarmwaage ergab eine Abweichung von knapp zehn Prozent, was nicht viel ist. Die perfekte Wirkung der Antiskating-Vorrichtung ließ sich mit der Mess-Schallplatte ebenfalls bestätigen.

Der Klang

Die zuverlässigen Angaben am Thorens TD 202 erlauben neben der korrekten Justierung des mitgelieferten Tonabnehmers auch Experimente mit anderen, hochwertigen Abnehmern. Das allerdings alles zu seiner Zeit, denn der Thorens wäre nicht unser Favorit geworden, wenn wir grundsätzlich Anlass zur Kritik gehabt hätten. Die Abtastung, ebenfalls mit der Mess-Schallplatte gemessen, ist über jeden Zweifel erhaben. Der Hörtest bestätigt das nicht nur, er fördert auch die weit komplexeren Qualitäten der Tonarm-Tonabnehmer-Kombination zu Tage.

Thorens setzt bei der Wahl des Tonabnehmers nicht umsonst auf das AT95E vom Spezialisten Audio-Technica. In der Kombination mit dem Plattenspieler, und perfekt justiert, holt die feine Nadel feinste Klänge aus der Rille; sie reicht tief runter in den Basskeller, viel tiefer als das etwas günstigere AT3600 aus gleichem Hause, welches in vielen günstigeren Geräten zum Einsatz kommt. Andererseits wird auch der Mittelhochtonbereich nicht vernachlässigt; er wird sehr fein aufgelöst, besonders Stimmen kommen schön authentisch zur Geltung. Die Klangbühne bietet sowohl räumliche Breiten- als auch Tiefenstaffelung, die Ortbarkeit der Instrumente oder Interpreten ist fast punktgenau, sodass man schnell vergessen hat, dass man eigentlich im Wohnzimmer vor den Lautsprecherboxen sitzt.

Nachteile?

Perfekt ist der Thorens TD 202 natürlich nicht. Wie bereits angemerkt, vermissen wir etwas mehr Unterstützung bei der Digitalisierung, denn die Anleitung ist diesbezüglich recht zurückhaltend. An der Hardware könnte man allenfalls bemängeln, dass das Scharnier der Haube nur wenig gedämpft wird und fast ungebremst zuschlägt, da hatten wir in der Preisklasse etwas mehr erwartet.

Thorens TD 202 im Testspiegel

Obwohl der TD 202 erst kurz auf dem Markt ist, haben die einschlägigen Magazine schon die ersten Tests veröffentlicht:

In der HiFi-Test Ausgabe 2/2019 wird dem Thorens vor allem eine ansprechende Klangqualität attestiert, er erhält die Note 1,2 in der Spitzenklasse und erhält zusätzlich das Prädikat »Praxistipp«:

»Die guten Allroundqualitäten kann der TD 202 auch beim Digitalisieren von Platten umsetzen. Mit einer entsprechenden Software kann man so komfortabel seine alten Vinylschätze für den mobilen Betrieb oder für einen Musikserver überspielen. Wir hingegen haben den Thorens lieber zum direkten Hören unserer Klassiker verwendet und dabei wieder einmal deutlich mehr Zeit im Hörraum verbracht, als es nötig gewesen wäre – ein gutes Zeichen.«

In der Stereo Ausgabe 3/2019 erreichte der Thorens ein Klangniveau von 57 Prozent und konnte mit seinem »überragenden« Preis-Leistungsverhältnis überzeugen:

»Ein starkes Zeichen von Thorens unter neuer Flagge. Der TD202 ist ein durchdacht gemachter, mit guten Zutaten ausgestatteter Plattenspieler, der überdies einen erstklassigen Phono-Vorverstärker-Amp nebst A/D-Wandler für den USB-Ausgang am Bord hat. Ausgeglichener, lebendiger und gelöster Klang insbesondere auch über den Phono-Amp. Ein Tipp für Ein- und Aufsteiger!«

Auch beim lite-magazin war man vom neuen Thorens sehr angetan, hier erreichte er in der Oberklasse 88 von 90 Punkten und zudem ein »sehr gutes« Preis-Leistungsverhältnis:

»Thorens ist wieder da – mit frischem Wind in der Geschäftsleitung und neuen Einsteigermodellen. Die stammen zwar aus dem OEM-Baukasten, sind durch die schwere Gummimatte und die charakteristischen Knöpfe dennoch sofort als Thorens erkennbar. Der von mir getestete TD 202 bringt zum Preis von knapp 600 Euro alles mit, was man sich als ambitionierter Einsteiger, Wiedereinsteiger oder Aufsteiger wünschen kann: …–… Ein USB-Anschluss zur Digitalisierung der alten Analog-Schätze und einen Tonabnehmer, der jede Menge Klang aus den Rillen holt, runden das Paket sauber ab. Wen es trotz der gebotenen guten Leistung eines Tages nach Mehr verlangt, der kann den Tonabnehmer dank Wechsel-Headshell in Sekundenschnelle wechseln oder den Plattenspieler mit einem externen Phonovorverstärker aufrüsten.«

Alternativen

Der Thorens mag zwar für viele ein guter Kompromiss sein, wer aber einen anderen Schwerpunkt setzt, ein kleineres Budget zur Verfügung hat oder schlicht ein anderes Design bevorzugt, wird unter unseren Alternativen sicher fündig:

Preistipp

Teac TN-420

Test besten Plattenspieler: Teac TN-420
Der Teac ist Dank des bunten Chassis nicht nur ein Hingucker, die Kombination aus Tonarm und Tonabnehmer liefert zudem hervorragende Klangeigenschaften.

Der Teac TN-420 bringt mit der bunten Lackierung der Zarge auch optisch das Flair der 70er Jahre ins Wohnzimmer und setzt damit die zumeist schwarzen Vinyl-Scheiben perfekt in Szene. Vorher muss natürlich auch der farbenfrohe TN-420 ausgepackt und zusammengebaut werden. Oben neben dem Tonarm sind zwei Schalter: einer für die Geschwindigkeit, ein zweiter um den Motor zu starten oder anzuhalten, mehr braucht man nicht.

Plattenspieler Test: Teac Tn420 Top2
Den Teac TN-420 gibt es ausschließlich mit bunter Zarge.

Gut und sicher verpackt ist er jedenfalls, hier sind wieder die Headshell mit montiertem Tonabnehmer, das Gegengewicht und die Haube separat untergebracht. Ein Blick auf den Tonabnehmer zeigt, dass hier das hochwertigere AT95E von Audio-Technica zum Einsatz kommt, anders als beim Bruder TN-280BT.

Ein Entzerrer-Vorverstärker ist integriert, der sich wie üblich mit einem Schalter einschalten oder umgehen lässt. Die Musik kann zudem in digitaler Form direkt über USB auf den PC ausgegeben werden, ein passendes USB-Kabel liegt aber nicht bei, ebensowenig wie eine Software, dafür gibt es in der Anleitung aber einen Hinweis auf das kostenlose Audacity. Sämtliche Buchsen und Schalter, wie auch der Ein-Schalter sind gut erreichbar an der Rückseite untergebracht. Gut erreichbar deshalb, weil sie nicht tief unter dem Brett versteckt sind.

Laut Anleitung sollen hier das Gegengewicht und die Antiskating-Einstellung beide auf 2.0 gestellt werden. Bei der Auflagekraft messen wir eine Abweichung von nur circa zehn Prozent, wogegen das Antiskating erst greift, wenn der Einsteller auf Anschlag steht. Das heißt nicht viel, da der Einstellbereich beim Teac ohnehin recht klein ist. Das Resultat ist dann umso erstaunlicher, trotz der recht geringen Auflagekraft tastet die Nadel fast bis ans Limit verzerrungsfrei ab, klanglich kommt der TN-420 locker an unseren Favoriten heran, obwohl er deutlich günstiger ist.

Der Teac TN-420 ist auf jeden Fall auch ein Preistipp, mehr Plattenspieler (mit USB-Buchse) gibt es kaum für das Geld. Die Farbgebung ist natürlich Geschmackssache, darüberhinaus ist er sehr gut verarbeitet, die Abstriche in Sachen Ausstattung und Komfort werden durch den Preis mehr als kompensiert.

Bester DJ-Plattenspieler

Audio-Technica AT-LP120USBHC

Test besten Plattenspieler: Audio-Technica AT-LP120USBHC
Die DJ-Variante von Audio-Technica ist durchdacht konstruiert und solide verarbeitet.

Dem Audio-Technica AT-LP120USBHC sieht man nicht nur an, wofür er gedacht ist, mit über zehn Kilo Betriebsgewicht setzt er schon ein echtes Statement und macht keinen Hehl daraus, dass er Arbeitsgerät für einen DJ ist. Audio-Technica hat sein Knowhow und die Gunst der Stunde genutzt, dem Klassiker aus der DJ-Szene Technics SL 1200 eine preiswerte Variante entgegenzusetzen. Die Hobby-DJs freut das, damit können Sie gleich zwei veritable DJ-Plattenspieler zu einem Preis anschaffen, bei dem selbst ein einzelner Technics noch in weiter Ferne schwebt.

Plattenspieler Test: Audio Technica Lp120 Top
Der Audio-Technica AT-LP120USBHC ist einer der höherwertigen DJ-Plattenspieler.

Der AT-LP120USBHC hinterlässt allein aufgrund seines hohen Gewichts einen sehr soliden Eindruck. Gegengewicht, Headshell mit dem System, Plattenteller und Haube sind auch hier separat verpackt und müssen montiert werden. Selbst die Lampe zur Beleuchtung der Landingzone der Nadel ist in steckbarer Ausführung.

Erste Auffälligkeit beim Zusammenbau: Der Audio-Technica hat Antriebsriemen und nirgendwo ragt der Pulley eines Motors aus der Zarge. Wie jeder DJ-Plattenspieler wird der Plattenteller direkt angetrieben, das heißt, er wird direkt auf die Motorachse gesetzt. Das hat einen guten Grund – anders als der Riemenantrieb lassen sich auf diese Weise sehr kurze Beschleunigungs- und Bremszeiten realisieren. Das zeigt der Audio-Technica nach dem Zusammenbau sehr eindrucksvoll; er beschleunigt in weniger als einer Sekunde von Null auf die Solldrehzahl und bremst genauso schnell wieder auf Null ab. Als weiterer erwünschter Nebeneffekt hängt der Plattenteller förmlich am Gas, wenn man den Schieber für die Pitch-Control, also die Geschwindigkeitseinstellung betätigt, der rechts neben dem Tonarm ist. Beim AT-LP120 lässt sich die Geschwindigkeit wahlweise um +/- 8 Prozent oder +/- 16 Prozent variieren, einfach auf Tastendruck.

Als optische Geschwindigkeitskontrolle fungiert eine Stroposkopanzeige am Pattenteller, anders als beispielsweise beim Medion Life X64999 sind am Rand des Plattentellers nur zwei Stroposkopreihen angebracht; eine für 331/3 und eine für 45 Umdrehungen – und zwar ausschließlich für die 50 Hertz der europäischen Netzfrequenz ausgelegt. Am besagten Medion hat man gleich vier Reihen untergebracht, um die 60 Hertz des amerikanischen Netzes mit abzudecken, was in der Praxis ziemlich unübersichtlich ist.

Soviel zum besonderen Antrieb des AT-LP120 – ansonsten sind auch hier die Headshell und das Gegengewicht separat untergebracht, und müssen montiert und eingestellt werden. Wir stellen das Gegengewicht für die Auflagekraft laut Anleitung auf zwei Gramm ein und messen anschließend nur eine Abweichung von etwa zehn Prozent. Der Audio-Technika verfügt über eine breit gefächerte Skala zur Antiskating-Einstellung, allerdings ist der dort eingestellte Wert zwei ebenfalls etwas zu hoch, was sich aber problemlos korrigieren lässt.

Die kleine Lampe, welche die Landezone der Nadel ausleuchte soll, lässt sich auf eine abgewandelte Cinch-Buchse stecken und sehr genau in die gewünschte Position drehen bzw. in der Höhe variieren. So hat der DJ einen perfekt beleuchteten Arbeitsbereich und kann die Nadel punktgenau auf die gewünschte Stelle absetzen. Wer das nicht braucht, kann die Lampe einfach abnehmen und beiseitelegen.

Das klangliche Potential des AT-LP120 geht weit über die Anforderungen im DJ-Betrieb hinaus, montiert ist auch hier das hauseigene AT95, das einerseits robust genug fürs sogenannte Scratching ist, andererseits aber auch ein Garant für hervorragenden Klang ist. Die Kombination aus Tonarm und Tonabnehmer ist den Spezialisten hervorragend gelungen, was kaum verwunderlich ist; damit muss sich der AT-LP120 auch klanglich nicht hinter der Konkurrenz verstecken und ganz entgegen seiner eher rauen Schale spielt er sogar Klassik-Schallplatten hervorragend ab. Damit ist er uns eine Empfehlung wert, die sich nicht mal ausschließlich an den Hobby-DJs wendet.

Multiroom-Tipp

Yamaha MusiCast Vinyl 500

Plattenspieler Test: Musicast Vinyl
Der MusiCast Vinyl 500 ist einer der ersten Plattenspieler mit WLAN und Multiroom-Fähigkeiten. Bluetooth ist ohnehin integriert.

Yamaha hat es gewagt: Nachdem man die hauseigenen Musikinstrumente, wie Klavier und Flügel via Netzwerk und MusicCast multiroomfähig gemacht hat, war es nur ein kleiner Schritt, um mit der Schallplatte die älteste aller Musikkonserven ins Netzwerk zu integrieren. Der MusiCast Vinyl 500 ist unseres Wissens nach der erste Plattenspieler, der sich per LAN oder WLAN ins Netzwerk einbinden lässt. Dabei war es den Entwicklern bei Yamaha wohl ein besonderes Anliegen, dass auch der vernetzte Plattenspieler immer noch wie ein klassischer Plattenspieler aussieht – und zwar wie ein sehr schöner.

Plattenspieler Test: Yamaha Vinyl500 Top
Der Yamaha MusicCast Vinyl 500 glänzt ebenfalls in schwarzem Lack.

Der polierte Plattenteller des Vinyl 500 und insgesamt vier Bedientasten setzen sich silbern von der Zarge und dem ebenfalls schwarzen Tonarm ab. Tonabnehmer und Headshell sind bereits vormontiert und liegen dem Paket separat bei, ebenso wie das Gegengewicht, der Plattenteller und natürlich die Haube. Zusammengesetzt ist alles recht schnell, die wirklich ausführliche und gut bebilderte Anleitung leistet auch bei der anschließenden Justage selbst dem Vinyl-Neuling unschätzbare Hilfe.

Laut dieser Anleitung soll das Gegengewicht auf satte 3,5 Gramm eingestellt werden, auch hier liegen die Abweichungen zu unserer Messung bei maximal zehn Prozent. Etwas anders sieht es mit der Antiskatingeinstellung aus; die hält die Nadel erst in der Spur, wenn sie fast auf Anschlag (vier auf der Skala) gestellt ist. Die Abtastung liegt bei dieser Einstellung locker im grünen Bereich, vor der Klangprobe soll aber nun erstmal die Vernetzung erfolgen.

Die MusicCast App kennen wir bereits von anderen Yamaha-Geräten, diese also flugs aufs Smartphone geladen, gestartet, und gleichzeitig die »Connect«-Taste am Plattenspieler kurz gedrückt. In einfacher Netzwerkumgebung geht das recht schnell, bei komplexeren Strukturen, beispielsweise zwei WLAN-Netze mit unterschiedlichen Zugangsdaten und obendrein noch eine verkabelte Netzwerkstruktur, kann das Prozedere schon mal zum Geduldsspiel werden. Bei Yamaha weiß man das offensichtlich, denn zur Sicherheit hat man dem MusiCast Vinyl 500 zusätzlich eine LAN-Buchse spendiert. Was wir uns bei einem Plattenspieler mit Streaming- und Multiroom-Fähigkeiten aber noch wünschen würden, ist eine Endabschaltung, welche die Nadel am Schluss von der Platte hebt, und/oder den Plattenteller anhält.

Via Bluetooth-Schnittstelle lässt sich übrigens die Musik von der Schallplatte aufs Smartphone oder andere Bluetooth-Empfänger streamen. Alternativ kann hier aber auch das Smartphone eingebunden werden, um seinerseits Zugang MultiCast Netzwerk zu bekommen, falls der Verstärker über keine Bluetooth-Schnittstelle verfügt.

Eine USB-Schnittstelle, über welche Sie Ihre Schätze digitalisieren könnten, gibt es dagegen nicht, da müsste mann den Umweg übers Netzwerk gehen. Wer sich allerdings den Vinyl 500 zulegt, will seine Vinyl-Schätze immer und überall hören und nicht auf der Festplatte konservieren.

Darüberhinaus arbeitet der MusiCast Vinyl 500 aber auch wie ein ganz normaler oder normal angeschlossener Plattenspieler, ein Entzerrer-Vorverstärker kann bei Bedarf zugeschaltet werden, das war für uns auch das Setup für die klangliche Beurteilung.

Wie es der Zufall wollte, wurde der Yamaha zuerst zusammengebaut und probegehört und konnte dabei direkt überzeugen. Schwarzer, satter Bass spielt einträchtig neben brillanten Mitten und Höhen. Die musikalische Bühne wurde schön breit aufgestellt und ließ sogar eine gute Tiefenstaffelung hören. Soweit, so gut – allerdings wurde schon beim ersten Plattendreher mit dem hochwertigeren AT95 klar, das da durchaus noch Luft nach oben ist – und zwar in allen Belangen. Allerdings musste Yamaha bei der Ausstattung einige Abstriche machen, denn Bluetooth-, WLAN- und LAN-Ausstattung kosten sicher und das Tonabnehmersystem lässt sich dank der umfassenden Möglichkeiten der Justierung problemlos upgraden.

Bestes Komplettpaket

Pro-ject Juke Box S2 Stereo Set

Plattenspieler Test: Pro Ject Juke Box S2 Stereo Set
Die Basis der Juke Box S2 ist ein Plattenspieler der Primary-Linie mit eingebautem Verstärker. Das ganze lässt sich sukzessive erweitern, bzw. mit vorhandenen Geräten kombinieren.

Das Pro Ject Juke Box S2 Stereo Set ist das bei weitem größte Paket in diesem Test. Neben dem Plattenspieler, der erstaunlich weit vormontiert aus dem Karton kommt, gehören noch zwei kleine Lautsprecher-Boxen sowie die entsprechenden Kabel und Stecker zum Lieferumfang. In der Zarge des Plattenspielers befindet sich dann nicht nur der Motor samt Elektronik und eventuell der Vorverstärker, sondern ein ausgewachsener Stereoverstärker, der eben jene Boxen versorgen kann.

Plattenspieler Test: Project Jukebox Top
Grundlage für die Pro-Ject Juke Box S2 ist der Primary-Line, das Display ist gut zu erkennen, vorn sieht man den Universal-Bedienknopf.

Damit man direkt out of the box loslegen kann, ist der Plattenspieler wie gesagt schon weitgehend montiert, außerdem erlebt man nach dem Kauf keine bösen Überraschungen, weil Kabel oder Stecker fehlen, was besonders samstagabends zu einer mittleren Krise führen kann.

Prinzipiell handelt es sich beim Juke Box S2 um einen Plattenspieler aus der Primary-Line, der in einer etwas größeren Zarge steckt, sodass neben der üblichen Elektronik noch ein ausgewachsener Stereoverstärker Platz findet. Das Netzteil ist wie beim Laptop ausgelagert, damit vermeidet man konsequent Einstreuungen vom störenden Netzbrummen. Die Juke Box S2 ist für knapp 700 Euro zu haben.

Wir haben das Stereo Set zum Testen geordert, das ist die volle Ausbaustufe inklusive einem Satz Zweiwegboxen im gleichen Furnier wie die Juke Box sowie zwei Lautsprecherkabel von je drei Metern Länge nebst dazugehörigen Steckern. Hierfür werden dann allerdings knapp 1200 Euro fällig, die sich jedoch lohnen, denn die Böxchen können zumindest in kleinen bis mittleren Räumen erstaunlich Alarm machen, sind zudem sehr gut verarbeitet und damit den zusätzlichen Obolus durchaus wert.

Das Juke Box Konzept ist grundsätzlich für Menschen, die ohnehin ein HiFi-Starterset benötigen, ob nun schon Boxen vorhanden sind oder nicht, denn natürlich kann der eingebaute Verstärker auch Fremdfabrikate gut antreiben. Den Vinyl-Einsteiger wird es nebenbei freuen, dass er dank der Bluetooth-Schnittstelle auch sein Handy über die Anlage streamen lassen kann. Außerdem gibt es noch einen Cinch-Eingang für eine weitere analoge Quelle, wie ein Radio oder sogar den Fernseher.

Wem die Juke Box irgendwann zu klein wird, weil sich die Lebensumstände erweitert haben, der kann sie immer noch als reinen Plattenspieler nutzen. Dann packt man die mitgelieferte Fernbedienung eben einfach in die Schublade und schließt den Plattenspieler an eine »amtliche« Anlage an. Das geht, falls vorhanden, an deren Phono-Eingang oder unter Benutzung der integrierten Vorverstärkerstufe an einem beliebigen Cinch-Eingang.

Am Plattenspieler muss man nicht viel montieren und justieren, der Tonarm hat keine abnehmbare Headshell, sodass der Tonabnehmer schon korrekt montiert ist. Das Gerät ist zum Glück sehr umsichtig verpackt, sodass die empfindliche Nadel jeden normalen Transport unbeschadet überstehen sollte. Der Plattenteller liegt ebenfalls schon auf seiner Lagerung, eine Pappe zwischen Zarge und Plattenteller verhindert, dass eines von beiden oder gar das Lager beschädigt werden. Diese Pappe zieht man vorsichtig unter dem Plattenteller aus Acryl hervor – und dann kann es schon fast losgehen. Der Riemen wird außen um den Teller gelegt und um den Motor-Pulley, der neben dem Plattenteller angebracht ist. Der Primary-Plattenspieler ist ein sogenannter Außenläufer.

Das Gegengewicht ist bereits ab Werk korrekt eingestellt und wurde mit einer Inbus-Schraube verriegelt. Möchte man mit der Auflagekraft experimentieren oder gar ein anderes System ausprobieren, muss man nur die Schraube lösen, der passende Inbus gehört ebenfalls zum Lieferumfang. Eine Antiskating-Einstellung gibt es nicht, das macht der Plattenspieler laut Hersteller automatisch. Zum Einschalten des Plattenspielers (inklusive Verstärker) muss man unter die Zarge greifen, hier findet sich neben dem Kippschalter zum Ein-/Ausschalten noch ein zweiter für den Motor.

Laut Werk soll die Nadel mit etwa zwei Gramm auf die Rille drücken, gewogen haben wir 1,9 Gramm, was einer Abweichung von fünf Prozent entspricht. Da Pro-Ject wohl allen seinen Plattenspielern zumindest eine Einfache Waage beilegt, können Sie das sogar nachmessen und, wie wir das gemacht haben, das Gewicht für eine sauberere Abtastung leicht erhöhen. Wir setzten das Gegengewicht vorsichtig auf 2,3 Gramm und lauschten der Musik aus der Rille.

Im Juke Box S2 wird ein Tonabnehmer-System von Ortofon eingesetzt, das unserer Meinung nach noch etwas mehr aus der Rille kitzelt als das ebenfalls sehr gute AT95, welches hier bei den meisten hochwertigeren Geräten zum Einsatz kommt. Das Ortofon geht meiner Meinung nach noch etwas tiefer in den Basskeller und erreicht einen Hauch mehr Brillanz in den Mitten und Höhen. Die Mittenauflösung, die gerade bei Stimmen eine entscheidende Rolle spielt, ist mitunter schon gänsehautreif. Die Klangbühne sitzt perfekt zwischen und hinter den Lautsprechern dreidimensional um.

Hier haben wir natürlich denselben Verstärker und dieselben Lautsprecher in Aktion, wie bei den anderen Testkandidaten, damit alle miteinander vergleichbar sind. Die mitgelieferten Lautsprecher können das Potential des Plattenspielers nämlich gar nicht voll ausschöpfen. Beim ersten Hörtest spielten sie ziemlich druckvoll, für die kleinen Gehäuse eigentlich schon eine Spur zu viel. Das änderte sich mit abschalten der Loudness schlagartig – die kleinen spielten schön entspannt auf und kamen erst bei hohen Pegeln an ihre Grenzen. Statt auf die Loudness-Schaltung, die Bässe und Höhen auf ein festes Level anzuheben, empfiehlt es sich, die Anlage mittels Klangregelung sukzessive an die Raumakustik und die eigenen Hörgewohnheiten anzupassen.

Alles in allem stellt die Juke Box S2, egal in welcher Ausbauvariante, den idealen Einstieg in die HiFi-Welt dar. Vor allem wer Wert auf eine angemessene Behandlung des schwarzen Goldes legt, kommt kaum an dem Set vorbei.

Außerdem getestet

Der Planar 1 vom britischen Spezialisten Rega trägt nicht umsonst die Zahl eins im Namen, es handelt sich um den absoluten Einstiegs-Plattenspieler in der Produktpalette. Mit dem Fono Mini A2D V2, einem kleinen schwarzen Kasten, wird er mit Hochpegelausgang und USB-Schnittstelle erweitert, ansonsten kommt er ohne integrierten Entzerrervorverstärker aus, ideal zum Anschluss an den Phono-Eingang eines vorhandenen Verstärkers.

Plattenspieler Test: Rega Planar1 Top
Der Rega Planar 1 lässt sich mit einer externen Box mit einem digitalen Ausgang erweitern.

Wir haben das puristische Gerät allerdings zusammen mit dem Fono Mini A2D V2 bestellt, selbst so ist das Komplettpaket noch günstiger als unser Favorit. Dafür zeichnet sich der Plattenspieler durch seine ausgesprochenen Plug and Play Qualitäten aus: Weder das Gegengewicht noch die Antiskating-Vorrichtung müssen justiert werden – einfach zusammenbauen, einstecken und loslegen. Zu diesem Zweck ist übrigens auch das Audio-Kabel fest montiert und nimmt dann entweder direkt Kontakt mit dem Phono-Eingang des Verstärkers auf oder geht den Umweg über den Mini A2D.

Eine Skala am Gegengewicht gibt es nicht, dieses wird einfach bis an den Anschlag aufgeschoben. Ebensowenig gibt es eine Vorrichtung zum Antiskating, auch dies ist schon voreingestellt und zwar, wie das Gewicht, optimal für den montierten Tonabnehmer. Gemessen haben wir ein Auflagegewicht von 1,75 Gramm, entsprechend einer Auflagekraft von 17,5 Millinewton, was recht wenig ist. Damit ist klar, dass der Planar 1 in sich ein perfekt abgestimmtes System darstellt, was zwar den Einstieg erheblich erleichtert, für ein späteres Upgrade seitens des Abnehmer-Systems aber kaum Möglichkeiten bietet.

Auch sonst hat man sich auf das Wesentliche beschränkt, so gibt es nur den Tonarmlift sowie einen Einschalter vorn unter dem Brett für den Motor. Zum ändern der Geschwindigkeit muss der Riemen auf dem Motor-Pulley vom kleinen (33 1/3 Umdrehungen pro Minute) auf den großen Durchmesser (45 Umdrehungen pro Minute) umgelegt werden. Schrullig, wie unsere Nachbarn von der Insel manchmal sind, muss dazu wiederum erst der Plattenteller abgenommen werden. Darunter findet sich dann der Antriebsriemen um den Motor-Pulley und den Subteller gelegt.

Der Fono Mini A2D V2 macht übrigens ebenfalls einen hervorragenden Job und ist der integrierten Lösung selbst manch teuren Receivers zumindest ebenbürtig. Selbst die USB-Buchse wird mit dem BurrBrown PCM2900C von einem hervorragenden Analog-Digital-Wandler versorgt, der es sogar erlaubt, den Ausgangspegel einzustellen.

Montiert ist ein Tonabnehmer namens Rega Carbon, der wohl aus eigener Produktion stammt. Klanglich liegt das Set auf sehr hohem Niveau, es erinnert etwas an das AT95E, es reicht ebenso tief in den Basskeller runter, spielt in den Höhen noch etwas runder, was jedoch nicht zu Lasten der Auflösung geht. Auch dem Planar 1 gelingt es scheinbar spielend, das Klanggeschehen plastisch in den Raum zu stellen, es fehlt ihm weder an Bühnenbreite noch an Tiefenstaffelung. Man hört schon nach den ersten Takten, wo der Schwerpunkt des Planar 1 liegt – optimaler Klang mit wenig Aufwand und für ein überschaubares Budget, selbst zusammen mit dem Fono Mini A2D V2 bleibt der Preis noch deutlich unter dem unseres Favoriten.

Der Teac TN-280BT ist bis auf die bunte Zarge seinem Bruder TN-420 recht ähnlich, die Unterschiede stecken allerdings im Detail. So verfügt er zwar, wie schon der Typenbezeichnung zu entnehmen, über ein Bluetooth-Modul, über das Tonabnehmer-System finden sich dagegen nirgendwo Angaben. Das kann zweierlei bedeuten: Entweder handelt es sich tatsächlich um ein Noname-Produkt oder aber es wird montiert, was der Markt gerade günstig hergibt. Bei unserem Testmodell sollte mit drei Gramm recht schwer eingestellt werden, womit die Skala am Gegengewicht schon am Ende ist, spielte dann aber auch sehr ordentlich, sogar etwas besser als das vielfach montierte AT3600 von Audio-Technica.

Die Bluetooth-Übertragung funktioniert tadellos, entgegen der Herstellerangaben erfolgte die sogar per aptX-Codec. Dennoch bleibt die Klanqualität hörbar hinter der verkabelten Übertragung zurück. Wer seine Platten unbedingt per Bluetooth übertragen möchte, sollte sich den TN-280BT in Betracht ziehen, wer darauf verzichten kann, greift besser zum Bruder.

BC Acoustique TD 922

Der BC Acoustique TD 922 ist hierzulande nicht sehr verbreitet, seine Stärke ist tatsächlich die Übertragung via Bluetooth, hier auch offiziell mit aptX Unterstützung. Auch die USB-Buchse hat vom Hersteller vollste Beachtung verdient, neben einem passenden USB-Kabel liegt sogar eine CD mit der Audacity Software zum digitalisieren der Schallplatten bei. Fast die komplette Bedienung, von der Auswahl der Geschwindigkeit bis hin zum Bluetooth-Pairing erfolgt über Sensortasten. Der TD 922 liefert sogar die Geschwindigkeit 78 Umdrehungen pro Minute, die sich für Schellack-Platten eignet. Um diese Abspielen zu können, muss man aber erst den Tonabnehmer wechseln, die Rille der Schellacks ist deutlich gröber geschnitten als bei Vinyl-Platten und würde die Nadel extrem verschleißen.

Das Gegengewicht lässt sich sehr fein justieren, die Antiskating-Vorrichtung dagegen fast gar nicht, was das Experimentieren mit anderen Tonabnehmern deutlich einschränkt. Im Gegensatz zu vielen anderen Plattenspielern hat der TD 922 seine Haube an gedämpften Scharnieren befestigt, sie wird in fast jeder Position gehalten und sinkt sanft auf die Zarge herab.

Schon auf dem Karton des Medion Life X64999 steht, dass der Plattenspieler zum Scratchen geeignet ist. Nach dem Test des AT-LP120 kommt der Medion aber eher als billiger Abklatsch daher. Der Umstand, dass der Medion gerade mal ein Viertel des Betriebsgewichts vom Audio-Technica auf die Waage bringt, spricht da schon Bände. Tatsächlich besteht der Life X64999 größtenteils aus Kunststoff und sollte besser nicht für einen längeren DJ-Einsatz verwendet werden.

Positiv ist dagegen, dass er deutlich besser verarbeitet ist als sein Kollege, der E65138 USB – und zudem noch besser klingt. Wenn es also schon ein billiger Plattenspieler sein soll, dann ist der Life X64999 besser geeignet als so manch anderer. Selbst wenn Sie nur alte Schallplatten digitalisieren wollen, ist der Klang des Life X64999 nicht optimal und man sollte doch etwas tiefer in die Tasche greifen oder sich eine der Empfehlungen zulegen.

Der Dual DT 210 USB trägt zwar einen großen Namen, wird den Erwartungen in die Marke jedoch überhaupt nicht gerecht. Der DT 210 USB ist weitestgehend vormontiert, auch Gewicht und Antiskating müssen nicht eingestellt werden. Ein Entzerrervorverstärker ist ebenso integriert wie ein USB-Ausgang, in der Anleitung gibt es zudem einen Link zu Audacity, der kostenlosen Software zum Digitalisieren der Schallplatten.

Auch wenn ein Tonabnehmer-System von Audio-Technica montiert ist, kann der DT 210 USB klanglich nicht so überzeugen wie die Kollegen mit dem gleichen System. Dafür hat der Dual eine Automatik, bei voreingestellter Geschwindigkeit setzt die Nadel korrekt auf die LP oder Single auf und schaltet am Ende ab.

Der Markenname Dual wird tatsächlich von zwei Markeninhabern genutzt, von denen beide zudem auch Plattenspieler im Programm haben. Unter Dual.de werden diverse Produkte und eben auch Plattenspieler vertrieben. Die Alfred Fehrenbacher GmbH produziert im Schwarzwald quasi nach alten Rezepten die mechanischen Meisterwerke weiter. Eines davon finden Sie auf der nächsten Seite.

Der Medion E65138 USB ist ein Zwillingsbruder des Dual DT 210 USB, wenn es also unbedingt dieses Gerät sein muss, können Sie gerne nach aktuellem Tagespreis wählen. Außer dem Link zu Audacity verweist man hier noch auf den ebenfalls freien Free MP3 Soundrecorder von Softronic, was unserer Meinung nach aber keine gute Lösung darstellt.

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Kommentare

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ich
ich

Auflagekraft wird in Millinewton gemessen! 15 mN entsprechen etwa 1,5 g

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