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Plattenspieler Test: Img
Thomas Johannsen

Thomas Johannsen

hat sein Faible fürs Testen und Messen schon bei seiner Ausbildung zum Rundfunk- und Fernseh­techniker entdeckt. Seit über 15 Jahren ist er Test­redakteur. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Tablet und Smartphone und schreibt unter anderem für Heimkino, Digital Home, InfoDigital und d-pixx.

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Die besten Plattenspieler voll analog

Plattenspieler ganz ohne digitale Schnittstelle, ob nun drahtlos oder per USB, erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Hier bekommt man noch die reine analoge Lehre präsentiert, das einzige Zugeständnis an die Moderne ist allenfalls der hier und da integrierte Entzerrervorverstärker, weil viele Verstärker und Receiver keinen dezidierten Phono-Eingang mehr haben. Wer also seinen alten Plattenspieler ersetzen will oder muss, die analoge Wiedergabe quasi von der Pike auf erleben möchte, der ist mit einem der folgenden Geräte bestens ausgestattet.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

Denon DP 400

Der Denon DP-400 gehört zur aktuellen Range, die 2018 Jahr vorgestellt wurde. Neben einem außergewöhnlichen Design und toller Verarbeitung hat er auch klanglich einiges zu bieten – was kaum verwunderlich ist – da er mit einem Tonabnehmer aus eigener Entwicklung bestückt ist. Man kann also getrost davon ausgehen, dass die wesentlichen Komponenten besonders gut aufeinander abgestimmt sind. Außerdem verwöhnt der Denon mit einer zuschaltbaren Halbautomatik, am Ende der Schallplatte stoppt der Plattenteller und der Tonarm wird angehoben.

Mit Vollautomatik

Dual CS 460

Test besten Plattenspieler: Dual CS 460
Hochwertiger Vollautomat in Sub-Chassis-Bauweise.

Mit dem Dual CS 460 steht uns einer der raren, hochwertigen Vollautomaten zur Verfügung; hier muss lediglich die korrekte Drehzahl eingestellt werden, dann wird der Starthebel betätigt und wie von Geisterhand bewegt sich der Tonarm gen Schallplatte, setzt die Nadel exakt und sanft auf den Einlauf der Rille und führt den Arm am Schluss wieder in die Ruheposition zurück. Hier kommt Mechanik zum Einsatz, die sich nahtlos zu den Dual-Plattenspielern der 70er und 80er Jahre zurückverfolgen lässt; auch als einzige Sub-Chassis-Konstruktion in diesem Test bewegt sich der Dual abseits des Mainstreams.

Klangtipp

Music Hall mmf-2.3

Test besten Plattenspieler: Music Hall mmf-2.3
Klangoptimierter Plattenspieler in Europa produziert.

Dem Music Hall mmf-2.3 sieht man die Familienähnlichkeit zur Juke Box S2 und zum Pro-Ject Essential III deutlich an, was wenig verwundert, kommen doch alle drei aus der selben Produktion. Auch Music Hall bezieht seine Wunschkombinationen aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer von Pro-Ject Audio, wobei man dort gerne auf Sonderwünsche eingeht. So ist der Tonarm des mmf-2.3 aus Carbon und die Motorsteuerung mit nur einer Taste gibt es sonst auch nicht so häufig. Der Music Hall mmf-2.3 ist übrigens einer der wenigen Plattenspieler, die ohne integrierten Vorverstärker auskommen müssen. Er muss also zwingend an einen Phono-Eingang angeschlossen werden oder Sie müssen sich ein externes Gerät zulegen. Der Lohn ist ein vorzüglicher Klang, dem Upgrade des Tonabnehmers sind zudem kaum Grenzen gesetzt.

Preistipp

Pro-Ject Essential III

Test besten Plattenspieler: Pro-Ject Essential III
Hervorragende Grundlage in vielen Ausstattungs- und Farbvarianten.

Den Pro-Ject Essential III gibt es in diversen Ausbaustufen – ob mit digitalem Ausgang, Bluetooth-Modul, oder als Grundgerät mit einfachem Phono-Ausgang – der Grundaufbau ist immer der gleiche. Wir orderten den Essential III Phono mit integriertem Vorverstärker. Antrieb, Tonarm und Tonabnehmer sind immer gleich, sodass der Essential III in jeder Ausbaustufe die gleiche Klangcharakteristik und natürlich auch das gleiche Handling mitbringt. Besonders auffällig sitzt der Motor-Pulley neben dem Plattenteller, zur Änderung der Geschwindigkeit wird einfach der Riemen umgelegt.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritMit VollautomatikKlangtippPreistipp
Modell Denon DP 400 Dual CS 460 Music Hall mmf-2.3 Pro-Ject Essential III Elac Miracord 50 Rega Planar 1 Plus Thorens TD 201
Test besten Plattenspieler: Denon DP450USBTest besten Plattenspieler: Dual CS 460Test besten Plattenspieler: Music Hall mmf-2.3Test besten Plattenspieler: Pro-Ject Essential IIITest besten Plattenspieler: Elac Miracord 50Test besten Plattenspieler: Rega Planar 1 PlusTest besten Plattenspieler: Thorens TD 201
Pro
  • Hervorragender Klang
  • Aktivierbare Endabschaltung mit aktivem Tonarm-Lift
  • Hochwertig verarbeitet
  • Hervorragender Klang
  • Saubere Sub-Chassis-Konstruktion
  • Gut funktionierende Automatik
  • Hervorragender Klang
  • Gut vormontiert
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Hervorragender Klang
  • Sehr gute Grundlage für viele Ausstattungsvarianten
  • In vielen Farben verfügbar
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr guter Klang
  • Elegantes, schlichtes Design
  • Hervorragender Klang
  • Schnell betriebsbereit zusammengebaut
  • Guter Klang
  • Sehr gut verarbeitet
Contra
  • Unkonventionelle Haubenkonstruktion
  • Recht teuer
  • Kein Vorverstärker integriert
  • Umschalter des Vorverstärkers schlecht zugänglich
  • Finish nicht ganz perfekt
  • Funktioniert nur mit dem einen Tonabnehmer
  • Klanglich bleiben Wünsche offen
Bester Preis
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Plattenspieler Test: Denon Dp400 Top

Testsieger: Denon DP 400

Mit dem berühmten DL-103 hat Denon einen Tonabnehmer im Programm, der sich seit fast 60 Jahren nahezu unverändert am Markt behauptet. Na gut, fast unverändert, denn der Preis wurde nach und nach nach oben korrigiert. Um diesem und anderen Schmuckstücken eine ideale Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen, produziert Denon mindestens ebenso lange auch komplette Plattenspieler.

Favorit

Denon DP 400

Der DP-400 wurde 2018 zusammen mit seinen Kollegen vorgestellt. Er ist aktuell, neben seinem Bruder DP450USB mit USB-Ausgang, das Spitzenmodell von Denon. Beide sind in Schwarz und Weiß erhältlich, passen wunderbar zum Design der Denon Hifi-Geräte, machen aber auch in anderer Umgebung eine gute Figur.

Zusammenbau und Justierung

Auch Denon lässt bei der Verpackung und Transportsicherung des DP-400 nichts anbrennen; die Headshell mit perfekt vormontiertem Tonabnehmer-System ist ebenso separat im Karton wie das Gegengewicht, der Plattenteller und die Haubenscharniere. Stopp – Haubenscharniere hat der Denon natürlich nicht, dafür liegt die Haube mit dem markanten Tunnel zum Schutz des Tonarms schon auf dem Laufwerk. Polster sorgen für den nötigen Abstand und der Tonarm ist sicherheitshalber zusätzlich mit einem Draht in der Ruheposition fixiert.

Der Tonarm des DP-400 ist nicht gerade, wie die meisten anderen, sondern folgt der sogenannten »S«-Form, woraus sich ein geringfügig verbesserter Spurfehlerwinkel ergibt. Auch hier handelt es sich um einen Plattenspieler nach Brett-Konstruktion mit Riemenantrieb. Der Riemen liegt bei Auslieferung schon um den kleineren integrierten Innenteller und ist dort mit einem roten Bändchen fixiert. Nach dem Aufsetzen auf das Lager wird der Riemen mit Hilfe dieses Bändchens über die Motorachse gezogen, die durch eine der Aussparungen im Plattenteller zu sehen ist.

Das Gegengewicht wird hinten auf den Tonarm geschraubt, soweit, bis der Tonarm in der Waage ist. Die Skala wird auf Null gestellt, um das Gewicht anschließend auf den Wert in der Anleitung einzustellen. Die Messung mit der Tonarmwaage ergab eine Abweichung von unter zehn Prozent: ein Spitzenwert! Die Antiskating-Einstellung wird auf den gleichen Wert gestellt, der nach unseren Messungen dem Tonarm ebenfalls perfekt in der Spur hält.

Die Haube schützt den Plattenspieler nur wenn er nicht in Betrieb ist, dann wird sie von der Achse des Plattentellers zentriert und der Tonarm verschwindet unter dem Tunnel. Ein recht schwerer Metallklotz mit mehreren Aussparungen liegt bei, hierin wird die Haube geparkt – wer will, kann dort dann Schallplatten oder die Cover der aktuellen Platte griffbereit anlehnen.

Auf der Rückseite ist das Anschlussfeld mit zwei Umschaltern: einer für die automatische Endabschaltung, einer für den integrierten Vorverstärker, der nach Bedarf zu- und abgeschaltet werden kann, sodass der Plattenspieler an die AUX-Buchse, oder – wo vorhanden – an eine Phono-Buchse angeschlossen werden kann. Die automatische Endabschaltung bewirkt, dass der Tonarm am Ende der Schallplatte vom Lift angehoben und der Teller gestoppt wird. Diese Funktion lässt sich wahlweise auch abschalten.

Der Denon beherrscht automatische Endabschaltung

Vorn auf dem Brett gibt es nur einen einzigen Drehknopf zur Auswahl der Drehzahl, hier werden neben den üblichen Umdrehungszahlen von 331/3 und 45 auch die 78 Umdrehungen pro Minute angeboten – für alte Schelllackplatten. Dafür muss dann eine andere Nadel eingesetzt werden, weil die Rille breiter ist als bei modernen Vinyl-Platten.

Nun heißt es das Visier zum Schutz der Nadel hochzuklappen, den Tonarmlift anzuheben, die passende Geschwindigkeit einzustellen und die Nadel wieder per Lift in die Einflugschneise der Rille abzusenken – und schon kann der Klangtest beginnen.

Der Klang

Das hauseigene Tonabnehmersystem senkt sich sanft in die Rille und der Spaß kann beginnen. Schon nach den ersten Takten wird klar, dass Denon bei der Wahl des Tonabnehmers nicht gerade ins untere Regal gegriffen hat; gegenüber dem AT95 legt das montierte Denon CN-6518 nochmal eine kleine Schippe drauf. Hauptsächlich profitiert die Mittelhochton-Auflösung vom direkten Vergleich, dabei gibt sich das Denon weniger Spitz als das Audio-Technica. Auch der Tiefbass geht noch eine Stufe tiefer in den Keller, ohne mit höherem Pegel zu blenden. Insgesamt spielt die Kombination von Denon auf dem gleichen hohen Niveau wie die Plattenspieler mit Audio-Technica AT95 und Ortofon OMB 10, jede mit ihrer eigenen Charakteristik. Die räumliche Abbildung der Musik gelingt dem Denon selbst bei den komplexen Klanggebilden von Pink Floyd nahezu spielerisch.

Eigentlich kann man mit der Kombination aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmer beim Denon DP-400 rundum zufrieden sein. Dennoch ist es schön zu wissen, dass Experimente mit anderen Tonabnehmern, gern auch vom selben Hersteller, problemlos möglich sind.

Nachteile?

Etwas zwiespältig ist die Haubenkonstruktion des DP-400. Einerseits sieht sie gut aus – sowohl auf dem Plattenspieler, als auch als Platten- und Cover-Halter neben dem Gerät – andererseits gibt es beim Abspielen keinen Staubschutz. Damit erschöpft sich die Kritik allerdings auch schon, denn darüberhinaus macht der Denon seine Sache sehr gut.

Denon DP 400 im Testspiegel

Die Konstruktion der Haube sieht nicht jeder als Problem, in den meisten Tests wird sie eher positiv als Designmerkmal angesehen, über die übrigen Qualitäten des Plattenspielers gibt es allerdings keine Zweifel:

In der Stereo Ausgabe 12/2018 erreichte der Denon beim Klang-Niveau 48 Prozent und im Preis-Leistungsverhältnis das Prädikat »exzellent« und vier von fünf Sternen. Auch den Kollegen hat besonders gefallen das der Plattenspieler durchaus von einem Upgrade des Tonabnehmers profitieren kann:

»Kompakter, sensorgeregelter Plattenspieler mit Riemenantrieb und Endabschaltung. Laufwerk und Tonarm sind für die Preisklasse sehr gut, auch der eingebaute Tonabnehmer von Audio Technica ist gut, der Dreher kann aber auch noch von einem besseren profitieren. Clevere Detaillösungen wie die stylische Abdeckung und vor allem der integrierte Phonoverstärker MM/MC (!) machen Spaß.«

In der Ausgabe 8/2018 des Magazins Audio Test konnte der Denon das Prädikat »Ausgezeichnet« (91,5 Prozent) erringen und erhielt im Preis-Leistungsverhältnis sogar zehn von zehn Punkten. Die weitere Bewertung setzt sich folgendermaßen zusammen: In der Wiedergabequalität erhielt er 52,5 von 60 Punkten, die Ausstattung wurde mit 14 von 15 Punkten honoriert und bei der Benutzerfreundlichkeit erhielt er mit 15 Punkten ebenfalls die volle Punktzahl.

Auf Like HiFi, der Online-Variante von Audio Test, erreichte der Denon als Gesamtergebnis aus den Disziplinen Wiedergabequalität, Ausstattung/Verarbeitung, Benutzerfreundlichkeit und Preis-Leistungsverhältnis insgesamt 92 Prozent:

»Ohne zu viel zu versprechen, können wir dem Denon DP-400 HiFi-Plattenspieler eine absolute Top-Performance bescheinigen. Die Laufruhe, die Verarbeitung, der Bedienkomfort und die einfache Installation – alles ist von höchster Güte. Der hauseigene MM-Tonabnehmer kitzelt musikalische Details in wirklich anmutiger Farbigkeit selbst aus eher mäßigen Aufnahmen. Wir meinen, für den Preis von 500 Euro ist der Plattenspieler fast schon zu preiswert.«

Alternativen

Obwohl der DP-400 seine eindeutigen Vorzüge hat, können je nach Bedarf auch andere Geräte interessant sein. Wir stellen im Folgenden noch einen Spieler mit Vollautomatik, unseren Klangtipp und ein günstiges Modell vor.

Mit Vollautomatik

Dual CS 460

Test besten Plattenspieler: Dual CS 460
Hochwertiger Vollautomat in Sub-Chassis-Bauweise.

Der Dual CS 460 wird nicht nur bei uns Erinnerungen geweckt haben; dieser vollautomatische Plattenspieler in Subchassis-Bauweise wird wieder überwiegend in St. Georgen im Schwarzwald produziert und offensichtlich kommt nach wie vor ein Großteil von Technik und Design vergangener Vinyl-Dreher zum Einsatz. Produziert wird dort mittlerweile seit Anfang der 90er von der Alfred Fehrenbacher GmbH, einem der Inhaber der Markenlizenz von »Dual«.

Plattenspieler Test: Dual Cs460 Top
Der Dual CS 460 ist der einzige Vollautomat im Test.

Auch wenn wir es beim CS 460 mit bewährter Technik zu tun haben, ist solch eine Konstruktion mit Sub-Chassis um einiges aufwändiger bei der Montage als die Brettspieler. Die Automatik macht das ganze nicht leichter, der Hersteller liefert dennoch ein gut vorbereitetes Paket, sodass auch der Dual problemlos aufzubauen ist, wenngleich es schon einige Minuten mehr Zeit erfordert. Danach geht fast alles wie gehabt; Headshell mit montiertem Tonabnehmer und Gegengewicht werden am Tonarm montiert und letzteres wird justiert.

Dabei wird mit Hilfe des Gegengewichts der Tonarm mit montiertem Abnehmer nur in die Balance gebracht, die Einstellung der Auflagekraft erfolgt dann mit einer Rändelschraube am Tonarmlager und zwar per Federkraft. Der nach Anleitung und Skala eingestellte Wert stimmt ziemlich genau mit der Tonarmwaage überein. Dasselbe gilt dann auch für die Antiskating-Vorrichtung, die über ein Drehrad an der Tonarmbasis auf den selben niedrigen Wert gestellt wird.

Das montierte Ortofon OMB 10 soll mit einer Auflagekraft von 15 Millinewton, was einem Gewicht von etwa 1,5 Gramm entspricht, in die Rille gedrückt werden – nach einigen Messungen mit Hilfe der Mess-Schallplatte erreichten wir mit 1,8 Gramm (laut Tonarmwaage) ein optimales Abtastergebnis. Vor dem Abspielen für den Klangtest gibt es jedoch noch einen Wermutstropfen: Dem CS 460 fehlt leider der integrierte Vorverstärker, sodass ausschließlich an den Phono-Eingang des Receivers oder Verstärker angeschlossen werden kann – schade eigentlich.

Ist er allerdings am korrekten Eingang angeschlossen, kann es endlich losgehen. Beim CS 460 muss man jetzt nur noch die richtige Geschwindigkeit einstellen, die Tonarmverriegelung lösen und den Starthebel betätigen. Der Plattenteller läuft an, der Tonarm hebt sich aus der Ruheposition, schwebt zur Platte hinüber und legt eine punktgenaue Landung am Anfang der Rille hin. Am Ende der Platte sorgt die auseinandergezogene Auslaufphase der Rille dafür, dass der Tonarm sich wieder hebt, zurück in die Ruheposition schwenkt und der Plattenteller gestoppt wird.

Dazwischen gibt es hervorragenden Klang, die Kombination aus Dual CS460 mit dem schlanken Tonabnehmer von Ortofon liegt mindestens auf dem Niveau der Sets, die mit dem AT95 bestückt sind. Der Dual schien uns bei einigen Stücken sogar etwas spritziger zu Werke zu gehen. Auf jeden Fall sorgt der Dual beim Handling und der Musikwiedergabe für reichlich Spaß.

Klangtipp

Music Hall mmf-2.3

Test besten Plattenspieler: Music Hall mmf-2.3
Klangoptimierter Plattenspieler in Europa produziert.

Der Music Hall mmf-2.3 ist der zweite im Bunde. Zusammen mit dem Pro-Ject Juke Box S2 Stereo Set von der vorangegangenen Seite und dem Pro-Ject Essential III stammt auch er aus dem gleichen Werk in Tschechien. Wie der Music Hall Vertrieb aber darlegt, wird der mmf-2.3 nach Vorgaben von Roy Hall (dem Namensgeber) produziert und vor allem in klanglicher Hinsicht optimiert.

Plattenspieler Test: Musichall Mmf23 Top
Dem Music Hall mmf-2.3 ist seine Herkunft aus der Pro-Ject Schmiede deutlich anzusehen.

Damit man auch beim günstigsten Plattenspieler aus dem Hause Music Hall möglichst schnell und unkompliziert in den ungetrübten Musikgenuss kommt, ist der mmf-2.3 bereits weitestgehend vormontiert. Da die Headshell fest im Tonarm integriert ist, sitzt auch das Tonabhnehmersystem schon an Ort und Stelle, wenn der mmf-2.3 ausgepackt wird. Die sensible Nadel ist dabei ebenso gegen mögliche Transportschäden geschützt, wie der Plattenteller. Der sitzt zwar schon auf seiner Lagerung, ein Keil aus Pappe sorgt allerdings für den notwendigen Abstand, damit er nicht aufsetzt.

Außerdem gibt es das bei Pro-Ject übliche Zubehör, wie eine einfache Tonarmwaage, eine Einstellschablone für das Tonabnehmersystem und sogar einen kleinen Inbus. Dieser wird allerdings beim Music Hall mmf-2.3 nicht gebraucht. Was gebraucht wird, ist das kleine Gewicht am Faden zur Einstellung des Antiskating. Der montierte Tonarm ähnelt auf den ersten Blick dem des Essential III, bei näherem Hinsehen fällt aber die etwas geänderte Lagerung auf – auch das Tonarmrohr, dieses besteht nämlich aus Karbon. Karbon ist nicht nur leicht, es hat auch eine sehr geringe Neigung zu Eigenschwingungen und wird daher gern für Tonarme genutzt, allerdings werden die meist in deutlich teureren Plattenspielern eingesetzt.

Der Motor befindet sich hier unter dem Teller, um dort einen Subteller per Riemen anzutreiben, auf den dann wiederum der schwerere Metallteller gesetzt wird. Das Auflegen des Riemens auf den Subteller ist etwas einfacher als bei den Modellen mit fest integrierter Lauffläche. Das muss auch so sein, denn zum Abspielen von 78er Schelllackplatten muss der Riemen auf den anderen Pulley-Durchmesser umgelegt werden. Der Wechsel von 331/3 auf 45 Umdrehungen pro Minute geht zum Glück leichter, hierzu muss einfach nur die kleine Taste vorn auf dem Brett zweimal kurz gedrückt werden, eine blaue LED zeigt dann die entsprechende Geschwindigkeit an – erst blinkend, bis der Plattenteller seine Sollgeschwindigkeit erreicht hat. Wird der Taster länger gedrückt, stoppt der Motor.

Der Zusammenbau gestaltet sich wegen der guten Vormontage recht einfach, wobei das Justieren des Gewichts etwas Fingerspitzengefühl erfordert, da die Null-Markierung einen recht großen Abstand zum Gegengewicht und damit zur Skala hat, zumindest wenn der Arm mit dem vormontierten System in der Waage steht. Die Anzeige auf der Skala ist dann sehr zuverlässig. Die für das Tonabnehmersystem geforderten zwei Gramm sind schnell und mit nur minimaler Toleranz eingestellt. Auch die Antiskating-Vorrichtung zeigt bei der angegebenen Einstellung die ideale Wirkung.

Der Klang mit dem Music Hall Spirit gelabelten Tonabnehmer ist erstaunlich gut, es handelt sich wieder um ein Produkt aus der großen Palette von Audio-Technica, obwohl es nirgends Informationen darüber gibt, um welches genau. Das ist angesichts des Ergebnisses aber auch nebensächlich, zumal sich der mmf-2.3 diesbezüglich problemlos aufrüsten lässt. Dazu besteht jedoch vorerst kein Anlass; der Tiefbass ist sehr präsent und raumfüllend, Mittelhochton- und Hochtonbereich sind daneben fein differenziert, ohne bissig zu werden. Die räumliche Abbildung der Musik ist auch hier nahezu greifbar und löst sich komplett von den Lautsprechern. Mit dieser Vorstellung erwirbt der mmf-2.3 gerade auch im Vergleich zum aufgerufenen Preis zurecht den Klangtipp.

Preistipp

Pro-Ject Essential III

Test besten Plattenspieler: Pro-Ject Essential III
Hervorragende Grundlage in vielen Ausstattungs- und Farbvarianten.

Der Pro-Ject Essential III Phono kommt, wie der Music Hall mmf-2.3 und das Pro-Ject Juke Box S2 Stereo Set, vom gleichen Hersteller, wird sogar unter der Hausmarke Pro-Ject verkauft. Den Essential III gibt es sowohl in den unterschiedlichsten Farbvarianten als auch in diversen Ausbaustufen, so lässt er sich, wie unser Testmuster, mit eingebautem Vorverstärker bestellen, oder mit integriertem AD-Wandler und USB-Anschluss, zum Digitalisieren der Plattensammlung per PC. Selbst eine Ausbaustufe mit Bluetooth-Modul ist verfügbar, Grund genug für uns, einen Blick auf die Grundkonstruktion zu werfen, denn schließlich sind die klangentscheidenden Grundlagen überall die gleichen.

Plattenspieler Test: Project Essential Top
Den Essential III von Pro-Ject gibt es in diversen Farbvarianten.

Im Vergleich zum Bruder von Music Hall bringt der Essential III mit seinen fünf Kilo nur gut die Hälfte auf die Waage, und das, obwohl der in unserer Variante sogar über einen Vorverstärker verfügt, den der Music Hall nicht hat. Das Brett ist dünner, der Plattenteller ebenfalls aus leichterem Material, und der Essential III ist ein sogenannter Außenläufer, der Motor-Pulley ragt gut sichtbar neben dem Plattenteller aus der Basis, der Riemen wird kurzerhand um den Außenrand des Plattentellers gelegt. Zur Änderung der Geschwindigkeit wird der Riemen einfach auf den größeren oder kleinere Durchmessers des Pulleys gelegt.

Deshalb reicht zum Starten und Stoppen des Motors ein Schalter, der an die Seite des Bretts verlegt wurde, um die Frontpartie frei von Bedienelementen zu halten. Hier tritt dann auch schon ein kleines Problem der Leichtbauweise auf: Der Plattenspieler ist so leicht, dass er beim Betätigen des Motorschalters schon mal verrücken kann, wenn man nicht sanft gegenhält. Beim montierten Vorverstärker handelt es sich um ein Modell, was in ähnlicher Form auch separat angeboten wird, ist also schon was amtliches. So sollte man ihn einfach eingeschaltet lassen, denn auch hier ist der entsprechende Umschalter nicht ganz einfach zu erreichen, was dem Umstand geschuldet ist, dass der Hersteller den Vorverstärker so wie er war unter das Brett geschraubt hat, ohne Schalter und Buchsen an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Dafür ist der Essential III Phono ein echtes Schnäppchen geblieben, immerhin hat man ihm einen sehr guten Tonarm spendiert und sich auch beim Tonabnehmer nicht lumpen lassen, immerhin kommt das schlanke Ortofon OM 10 zum Einsatz, dessen Form irgendwie an die Concorde erinnert. Man hat also alles getan, um möglichst gute Klangeigenschaften zu einem überschaubaren Budget zu realisieren. Weil es im Budget noch drin war, hat man dem Plattenspieler ein sehr hochwertiges Audio-Kabel beigelegt, damit das recht empfindliche Tonsignal auf dem Weg in den Receiver möglichst wenig Verluste oder Störungen erfährt.

Entsprechend erwachsen spielt die Kombination dann auch auf; die Mitten- und Mittelhochtonauflösung ist sehr fein, ohne nach oben raus spitz zu werden, der Bass ist abgrundtief und straff. Die Staffelung der Bühne gelingt sowohl in der Tiefe als auch in der Breite mit beeindruckender Stabilität.

Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, den Essential III aufzuwerten, vielleicht mit einem hochwertigeren Tonabnehmersystem, der ist herzlich eingeladen: Das Gegengewicht lässt sich leicht und präzise an die meisten gängigen Tonabnehmer anpassen, die Antiskating-Vorrichtung mit dem Gewicht am Faden funktioniert ebenso zuverlässig. Der Essential III Phono ist also ein hervorragend klingender Einstieg mit reichlich Potential zum Upgrade, obwohl das erfahrungsgemäß nicht so bald sein muss.

Außerdem getestet

Mit Elac haben wir einen weiteren alten Bekannten aus der Vinyl-Szene der 70er Jahre, der Miracord 50 deckt in der Produktkette den Einsteigerbereich ab. Vom Design macht er schon einiges her, die Zarge sieht auf den ersten Blick nach gebürstetem Metall aus, entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen als entsprechend kaschierte Holz-Konstruktion. Obenauf ist der Miracord 50 mit schwarzem Hochglanzlack versehen, der den hochwertigen Eindruck noch verstärkt. Mit dem AT91 kommt wieder eines der beliebten Tonabnehmersysteme von Audio-Technica zum Einsatz – und zwar ebenfalls eines aus der oberen Schublade. Der Tonarm erlaubt eine exakte Justierung, wobei die Abweichungen sich ebenfalls im Rahmen von zehn Prozent hakten. Übernimmt man die Einstellung des Gewichts auch wieder für die Antiskating-Vorrichtung, hat der Tonabnehmer ideale Arbeitsbedingungen.

Klanglich kann dieses Ensemble mit den ähnlich zusammengestellten Konkurrenten locker mithalten. Es lässt sich kein gravierender Unterschied zum AT95 oder anderen auf gleichem Niveau spielenden Abnehmern feststellen. Auch die Kombination aus Miracord 50 und AT91 macht ihre Sache sehr gut und stellt die Bühne zum Greifen nah in den Raum.

Der Rega Planar 1 Plus entsprecht exakt dem Rega Planar 1, den wir zusammen mit dem Fono Mini A2d V2 bestellt hatten. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Planar 1 Plus das Kästchen schon eingebaut hat, zumindest teilweise. Er ist mit einem integrierten Vorverstärker aufgerüstet, lässt sich damit dann auch an die AUX-Buchsen des Receivers anschließen. Vom Aufbau ist der Spieler natürlich ebenso unkompliziert wie sein Kollege, allerdings mit den gleichen Einschränkungen; man sollte sich mit dem mitgelieferten Tonabnehmer zufrieden geben, da sich weder die Auflagekraft noch die Antiskating-Vorrichtung auf andere Systeme justieren lassen. Zwar könnte man unter Zuhilfenahme einer Tonarmwaage die Auflagekraft anpassen, das geht allerdings nur in Richtung »leichter«, da auf der anderen Seite der Festanschlag passend fürs Rega Carbon System die Bewegung einschränkt.

Allerdings muss man im Grunde auch nichts verändern, der Planar 1 Plus spielt schon in der Grundausstattung und -einstellung höchst musikalisch auf. Dabei ist er in Rekordzeit spielbereit aufgebaut, eben weil nichts eingestellt werden muss. Ein Hingucker ist der puristische Plattenspieler allemal.

Trotz der Namensähnlichkeit handelt es sich beim Thorens TD 201 nicht um eine rein analoge Variante des TD 202, sondern eher um den kleinen Bruder. Die Basis ist zwar auch hochglänzend schwarz lackiert, aber deutlich schmaler. Die Montage gelingt ebenso problemlos wie beim großen Bruder. Es ist der gleiche Tonarm montiert, allerdings ein billigeres Tonabnehmersystem. Das benötigt dann auch eine höhere Auflagekraft, die mit einer ebenfalls höheren Antiskating-Einstellung einhergeht. Lässt sich das Auflagegewicht noch ganz passabel und auch genau einstellen, stößt die Antiskating-Vorrichtung schon an ihre Grenzen. Alles in allem könnte der TD 201 einen besseren Tonabnehmer vertragen, bzw. einen, der besser mit dem Tonarm harmoniert. Das ist zwar ohne weiteres möglich, sprengt allerdings wohl das Budget, was zur Erstausrüstung zur Verfügung stand.

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Kommentare

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ich
ich

Auflagekraft wird in Millinewton gemessen! 15 mN entsprechen etwa 1,5 g

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