Die besten WLAN-Repeater, Powerline-Sets und Mesh-Systeme

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Alle WLAN-Repeater, Powerline-Adapter und Mesh-Systeme im Test

Wenn zuhause der WLAN-Empfang schwächelt, muss das Funknetz verstärkt werden. Aber wie? Zur Auswahl stehen WLAN-Repeater, WLAN-Powerline-Adapter und neuerdings sogenannte Mesh-Systeme. Wir haben 15 Geräte aller Kategorien getestet und sagen Ihnen, was für wen das Beste ist.

Update 6. September 2018

Devolo hat auf der IFA mit Magic ein neues System vorgestellt, das einen neuen Powerline-Standard mit Mesh-WLAN verbindet und auch von AVM gibt es einen neuen Repeater. Wir werden die neuen Geräte so schnell wie möglich testen.

Außerdem haben wir den Testspiegel mit einigen neuen Tests aktualisiert.

Wer bei sich zu Hause überall guten WLAN-Empfang hat, darf sich glücklich schätzen. Denn in vielen Haushalten reicht das WLAN des Routers meist nicht in alle Räume oder Bereiche, in denen man die drahtlose Online-Anbindung gerne nutzen möchte. Ein (zu) schwaches Funksignal wird dann zum Problem, wenn das Webradio in der Küche immer wieder aussetzt oder der Online-Live-Stream ständig in die schlechtere Auflösung wechselt. Nervig!

Dämpfer für die WLAN-Verbindung

Was ist der Grund für die eingeschränkte Reichweite beim WLAN – und warum ist das in jedem Haushalt anders? Die Hauptursache liegt in der Dämpfung des WLAN-Signals. Befinden sich keine Hindernisse zwischen WLAN-Router und Client, sprich Notebook, Smartphone, Tablet oder Webradio, lassen sich damit Strecken über 100 Meter und mehr überbrücken. Denn das WLAN-Signal wird durch Luftmoleküle nur relativ schwach gedämpft. Aber wer hat schon von überall im Haus eine freie Sichtverbindung zum Router?

Das WLAN-Signal wird durch Wände und Möbel gedämpft

Im häuslichen Bereich wird die Reichweite des WLANs vor allem durch bauliche Hindernisse in der Übertragungsstrecke beeinträchtigt. Das sind in erster Linie Mauern und Wände, Böden und Decken, aber auch Schränke, Regale, Heizkörper und andere (meist massive) Einrichtungsgegenstände.

All diese Hindernisse führen in der Summe dazu, dass das Signal des Routers an bestimmten Standorten in der Wohnung einfach zu schwach ist. Eine stabile Verbindung zum WLAN-Router ist dort nicht mehr möglich – oder die Übertragungsrate ist für bestimmte Anwendungen wie etwa die Videoübertragungen zu gering. Denn mit zunehmender Dämpfung des WLAN-Signals nimmt auch die physikalisch mögliche Übertragungsrate – die Übertragungsgeschwindigkeit – zwischen Router und Empfangsgerät ab.

Möglichkeiten zur WLAN-Verbesserung

Für einen guten WLAN-Empfang kommt es nicht nur auf die baulichen Begebenheiten an, sondern auch ganz entscheidend auf den Standort des Routers. Ist er irgendwo am Boden in einem Schrank zwischen vielen Kabeln versteckt, wird das Signal nicht so weit reichen, wie wenn er frei auf einem Schrank steht. Daher sollten Sie als allererstes mit Ihrem bisherigen Router experimentieren, ob Sie ihn nicht an einer besseren Stelle installieren können.

Denn die beste Lösung, WLAN-Empfangsprobleme zu beheben, ist es, den Router so aufzustellen, dass sein Funknetz die ganze Wohnung oder das ganze Haus abdeckt. Wenn das bei Ihnen irgendwie möglich ist, tun Sie das! Selbst wenn Sie dazu ein wenig umbauen oder ein Netzwerkkabel verlegen müssen: Am Ende werden Sie mit dieser Lösung die wenigsten Probleme haben. Denn mehr Geräte bedeuten auch immer mehr Fehlerquellen.

Die zweitbeste, wenn auch meist wenig praktikable Lösung ist es, Netzwerkkabel durchs Haus zu ziehen und schlecht versorgte Bereiche des Haushalts mit einer direkte Kabelverbindung zum Router zu verbinden. Hier kann man dann entweder Clients direkt per Kabel anschließen (etwa Fernseher oder PC) oder eine WLAN-Basisstation (Access Point) anschließen, die ein eigenes WLAN-Netz aufspannt.

Doch eine nachträgliche Installation von Netzwerkkabeln und -anschlüssen erfordert ein gewisses handwerkliches Geschick und ist auch nicht immer möglich. Zumal in Mietverhältnissen der Haus- oder Wohnungseigentümer zustimmen muss, wenn größere Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich sind.

Eine einfachere Lösung für WLAN-Schwäche versprechen Geräte, mit denen man den WLAN-Empfang im Haushalt auch ohne Bohren, Schlitzen und Kabelziehen verbessern kann. Es gibt dafür drei unterschiedliche Techniken, entsprechend unterscheidet man folgende Geräteklassen:

  • WLAN-Repeater
  • WLAN-Powerline-Sets
  • WLAN-Mesh-Systeme

Ein WLAN-Repeater wird etwa auf halber Strecke zwischen Heimnetz-Router und entfernten WLAN-Clients angebracht – dort wo noch guter Empfang herrscht – und verstärkt das WLAN-Signal des Routers.

Ein WLAN-Powerline-Set besteht aus zwei Powerline-Adaptern, die eine Datenverbindung zwischen Router und entferntem Client über die im Haushalt verlegten Stromkabel herstellen (daher der Name Powerline). Der entfernte Powerline-Adapter hat eine WLAN-Basisstation (Access Point) integriert, der ein WLAN-Netz aussendet.

Ein WLAN-Mesh-System besteht aus mindestens zwei, bei Bedarf aber auch mehreren, Mesh-Stationen, die über WLAN-Funk miteinander verbunden sind. Jede Mesh-Station dient gleichzeitig als Zugangspunkt (Access Point) für alle WLAN-fähigen Geräte in dessen Funkreichweite. Eine der Mesh-Stationen wird als Router eingerichtet und stellt die Verbindung ins Internet her. Er besitzt somit auch spezielle Zusatzfunktionen eines Routers, die ein WLAN-Repeater oder WLAN-Powerline-Set nicht bieten. Dazu zählen beispielsweise Webseitenfilter (Kindersicherung), Firewall, Bandbreitenmanagement (Quality of Service oder QoS), SmartHome-Funktionen oder ein komfortabler Fernzugriff.

Eine Pauschallösung gibt es nicht

Welche Lösung sich am besten für Ihren Haushalt eignet, hängt immer von den individuellen, baulichen Gegebenheiten vor Ort ab und von den eigenen Anforderungen, die man an die Geräte stellt. Wir können daher keine pauschale Empfehlung abgeben, welche von den drei Geräteklassen die beste Lösung für Sie zuhause ist. Aber natürlich können wir innerhalb der einzelnen Geräteklassen klare Empfehlungen abgeben.

Alle drei Systeme haben ihre Vor- und Nachteile, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten ausführlich vorstellen. Grundsätzlich gilt: Wenn es in einer Wohnung nur darum geht, den WLAN-Empfang in ein oder zwei weiteren Räumen zu verbessern, ist oft ein einfacher WLAN-Repeater die einfachste Lösung. Es kann aber durchaus sein, dass eine unserer Empfehlungen in der Kategorie WLAN-Repeater in Ihrem Haushalt nicht zum gewünschten Erfolg führt. Dann müssen Sie auf eine unserer Empfehlungen aus den etwas teuereren Geräteklassen der WLAN-Powerline-Sets oder der WLAN-Mesh-Systeme ausweichen.

So haben wir getestet

Die wichtigste Eigenschaft eines WLAN-Verteilers besteht darin, bisher gar nicht oder nur schlecht versorgte Wohnräume möglichst unkompliziert mit einem stabilen und leistungsfähigen Funknetz auszustatten. Deshalb haben wir alle WLAN-Verteiler über verschiedene Verbindungsstrecken innerhalb eines Haushalts getestet. Die WLAN-Repeater und Mesh-WLAN-Sets überbrücken die Distanz zum entfernten WLAN-Client über die Funkverbindung. Dabei haben wir die Übertragungsraten der Geräte über wenig blockierte und stark blockierte Verbindungsstrecken hinweg gemessen.

Alle WLAN-Repeater, Powerline-Adapter und Mesh-Systeme im Test
Unsere getesteten Geräte aus allen drei Kategorien. Links die WLAN-Repeater, mittig die WLAN-Powerline-Sets und rechts die Mesh-Systeme.

Bei den WLAN-Powerline-Sets wird die Übertragungsrate zwischen Router und Client in erster Linie durch die Verbindungstrecke im heimischen Stromnetz bestimmt. Die resultierende Übertragungsrate haben wir an verschiedenen Steckdosenkombinationen eines Haushalts ermittelt und verglichen. Wichtig: Für eine erfolgreiche Verbindung müssen die Powerline-Adapter in Wandsteckdosen stecken, die alle zum gleichen Haushalt gehören, also hinter demselben Stromzähler eingesteckt sind.

Für die Messung der Übertragungsraten in allen drei Geräteklassen verwendeten wir das Tool »Jperf 2.0.2«. Damit lässt sich die effektive Datenrate (Nettodatenrate) ermitteln, die unsere Testgeräte über eine bestimmte Verbindungsstrecke erzielen können.

Von Linkraten und Datenraten

Wer wissen möchte, wieviel (Nutz-) Daten pro Sekunde von einem Testgerät übertragen werden, muss die (Netto-) Datenrate ermitteln. Nutzdaten sind all die Daten eines Datenpakets, die keine Steuer- oder Protokollinformationen der Netzwerkübertragung selbst enthalten, also beispielsweise Ton, Schrift, Text und Bilder.

Die beeindruckenden Übertragungsgeschwindigkeiten, die auf der Packung von WLAN- oder Powerline-Geräten abgedruckt sind, geben dagegen die Brutto-Geschwindigkeit des Geräts an, die auch als Linkrate bezeichnet wird. In die Linkrate fließen auch sämtliche Protokollinformationen ein, die erforderlich sind, um Nutzdaten (z.B. ein Worddokument) überhaupt von A nach B übertragen zu können. Und dieser Anteil ist bei Powerline- und WLAN-Verbindungen extrem hoch.

Auf die Netto-Daten­rate kommt es an

Bei Powerline-Adaptern beläuft sich der Anteil der übertragenen Nutzdaten auf nur etwa 30 bis 35 Prozent, also nur etwa ein Drittel. Zeigt das Powerline-Tool eine Linkrate von 600 Mbit/s an, so werden die Nutzdaten, die über diese Verbindung wandern, tatsächlich nur mit 200 Mbit/s übertragen (ein Drittel von 600 Mbit/s). Bei einer WLAN-Verbindung ist das Verhältnis von Netto zu Brutto nicht ganz so krass. Hier liegt der Anteil der Nutzdaten bei etwa 50 bis 60 Prozent der Linkrate. Wer sicher gehen möchte, wieviele Nutzdaten tatsächlich über eine bestimmte Verbindung übertragen werden, muss Messungen durchführen.

Neben den Messungen der Datenraten haben wir außerdem praxisnah geprüft, ob die Geräte über eine bestimmte Teststrecke hinweg hochauflösende Videostreams ohne Ruckler übertragen können.

Wichtig war uns außerdem, dass sich alle Geräte möglichst unkompliziert einrichten lassen – im Idealfall direkt per Knopfdruck, gerne auch per Smartphone-App oder PC-Tool. Auch ein Firmware-Update sollte problemlos ablaufen und die Einstellungen in Weboberfläche oder der Smartphone-App sollten verständlich und in deutscher Sprache dokumentiert sein.

Nur Geräte mit Dualband im Test

Die Anzahl der netzwerkfähigen Geräte oder Clients im Haushalt nimmt ständig zu. Vor allem ältere WLAN-Clients senden und empfangen ausschließlich im 2,4-Gigahertz-Band und werden deshalb auch als »Singleband-Clients« bezeichnet.

Viele aktuelle WLAN-Router und -Clients können alternativ auch im 5-Gigahertz-Band übertragen, weshalb man sie auch als »Dualband-Geräte« oder als Dualband-fähig bezeichnet. Diese Möglichkeit der erweiterten Funkbandnutzung hat entscheidende Auswirkungen auf die Qualität eines WLAN-Netzwerks.

Denn mit Dualband ausgestattete WLAN-Clients können im Heimnetz auch auf das 5-Gigahertz-Band ausweichen und drängeln sich nicht mit allen Singleband-Clients im ohnehin schon überlasteten 2,4-Gigahertz-Band. Singleband-Geräte sind zwar etwas günstiger, aber gerade wenn es Ihnen auf ein möglichst performantes WLAN ankommt, sollten Sie den geringen Aufpreis nicht scheuen. Es lohnt sich. Deshalb haben wir für unsere Vergleichsts nur Dualband-fähige Testgeräte ausgewählt.

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Kommentare

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Matze
Matze

Wie verhält es sich denn mit der Speed Home Bridge und den Airties? Sind das auch MESH Systeme? Was haltet ihr davon?