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Die besten Zelte

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Zelte Test: Zelttest Juni2020 Aufmacher
Jochen Wieloch

Jochen Wieloch

begeistert sich nicht nur für Drohnen und ultra­hoch­auf­lösende Aufnahmen aus der Luft, sondern auch für viele weitere Themen aus dem Bereich der Unterhaltung­selektronik. Er ist Spezialist für Flachbildfernseher und schreibt unter anderem für Audiovision, i-fidelity und Auto Bild Klassik.

Wir haben 13 Zelte getestet. Weil es ganz unterschiedliche Zelttypen mit charakteristischen Stärken gibt, haben wir das beste Kuppelzelt, das beste Tunnelzelt und das beste Wurfzelt gekürt. Ganz vorne sind das Vaude Campo 3, das High Peak Kite 2 sowie das Quechua 2 Second Fresh&Black gelandet, die sich alle flott aufbauen lassen, gut verarbeitet sind und ungetrübten Campingspaß ermöglichen. Zudem empfehlen wir als interessante Mischung aus Tunnel- und Firstzelt das Vaude Mark L 2P, das zwar sehr teuer ist, konzeptionell aber absolut überzeugt.

Ob beim Wandern oder Radfahren, auf dem Campingplatz, auf Festivals oder im eigenen Garten: Es gibt vielfältige Szenarien, in denen man die eigenen vier Wände vorübergehend gegen ein Zelt eintauscht. Schon vor tausenden von Jahren übernachteten Menschen in Zelten aus Holzgestellen, die mit Tierfellen überzogen waren.

Heute bestehen Zelte überwiegend aus leichten, strapazierfähigen und wasserdichten Kunststoffen, bei den Gestängen kommen überwiegend Glasfaser und Aluminium zum Einsatz. Für jede Art von Unternehmung gibt es das passende Zelt.

Wir haben 13 Modelle unter die Lupe genommen. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Das beste Kuppelzelt

Vaude Campo 3

Zelte Test: Vaude Campo 3
Das Campo 3 von Vaude ist ein ausgereiftes Kuppelzelt mit zwei Eingängen, zwei großen Apsiden, durchdachtem Konzept und hochwertiger Verarbeitung.

Wenn es ein Kuppelzelt sein soll, macht man mit dem leichten Vaude Campo 3 alles richtig. Es steht nach fünf Minuten, ist im Innenraum geräumig und schluckt dank zweier Apsiden auch jede Menge Gepäck. Zudem gefällt das in drei Farben erhältliche Zelt durch seine hochwertigen Materialien und das robuste Aluminiumgestänge.

Das beste Tunnelzelt

High Peak Kite 2

Test Zelt: High Peak Kite 2
Für wenig Geld bietet das High Peak Kite 2 ein gut verarbeitetes Tunnelzelt mit geräumiger Apside sowie kurzen Auf- und Abbauzeiten.

Das Tunnelzelt High Peak Kite 2 eignet sich für eine Vielzahl an Einsatzszenarien und kann aufgrund der kompakten Tragetasche und des geringen Gewichts überall dabei sein. Es lässt sich sehr einfach aufbauen, Außenzelt und Innenzelt sind beim Aufstellen miteinander verbunden. Zwei Personen bietet es ausreichend Platz, die geräumige Apside eignet sich zum Kochen und zum Aufbewahren von Gepäck.

Das beste Wurfzelt

Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black

Test Zelt: Quechua 2 Second Fresh&Black
Steht in Sekunden, bietet viel Platz sowie Innen- und Außenzelt: Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black ist ein Wurfzelt mit vielen Stärken.

Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black beweist eindrucksvoll, dass ein Wurfzelt mittlerweile ein vollwertiges Zelt sein kann. Es steht innerhalb weniger Sekunden, hat ein gutes Platzangebot für zwei bis drei Personen, lässt sich perfekt lüften und ist durch eine spezielle Beschichtung im Inneren auch noch angenehm kühl. Auch bei Regen muss man sich keine Sorgen machen.

Wenn Geld egal ist

Vaude Mark L 2P

Test Zelt: Vaude Mark L 3P
Als Mischung aus Tunnel- und Firstzelt begeistert das Vaude Mark L 2P durch sein innovatives Aufbaukonzept, zwei große Apsiden und Top-Materialien.

Keine Preise gefunden.

Wenn Geld keine Rolle spielt und man auf Hightech steht, ist das Vaude Mark L 2P die richtige Wahl. Das Hybridzelt vereint die Konzepte von Tunnel- und Firstzelt und fasziniert durch eine innovative Gestänge- und Befestigungskonstruktion. Das Platzangebot ist sehr ordentlich, dazu tragen zwei große Apsiden bei. Selbst nach Starkregen ist das Zelt blitzschnell wieder trocken, und die Verarbeitung ist Spitzenklasse.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
Das beste KuppelzeltDas beste TunnelzeltDas beste WurfzeltWenn Geld egal ist
ModellVaude Campo 3High Peak Kite 2Quechua 2 Seconds 3 Fresh & BlackVaude Mark L 2PWechsel Outpost 3Jack Wolfskin Gossamer IIColeman FastPitch Hub DrakeHigh Peak Woodpecker 3Zenph Pop Up ZeltLumaland Pop Up WurfzeltQueedo Quick Pine 3Coleman Kobuk Valley 3Quechua 2 Seconds II
Zelte Test: Vaude Campo 3Test Zelt: High Peak Kite 2Test Zelt: Quechua 2 Second Fresh&BlackTest Zelt: Vaude Mark L 3PTest Zelt: Wechsel Outpost 3Test Zelt: Jack Wolfskin Gossamer IITest Zelt: Coleman FastPitchTest Zelt: High Peak Woodpecker 3Zelt Test: Zelttest Juni2020 Zenph Pop UpZelte Test: Lumaland Pop Up ZeltTest Zelt: Queedo Quick Pine 3Test Zelt: Coleman Kobuk ValleyTest Zelt: Quechua 2 Seconds II
Pro
  • Einfacher Auf- und Abbau
  • Hochwertig verarbeitet
  • 2 Eingänge, zwei geräumige Apsiden
  • Gutes Platzangebot
  • Effektive Belüftung
  • Schneller Auf- und Abbau
  • Geräumige Apside
  • Gute Verarbeitung
  • Kleines Packmaß, leicht
  • Ordentliche Durchlüftung
  • Extrem schnell auf- und abgebaut
  • Geräumig
  • Innen- und Außenzelt
  • Gutes Lüftungskonzept
  • Innenkabine gekühlt und abgedunkelt
  • Sehr schnell auf- und abgebaut
  • Innovative Konstruktion
  • Sehr hochwertig verarbeitet
  • 2 große Apsiden
  • Kleines Packmaß, leicht
  • Sehr geräumig, Platz für 3 Personen
  • Riesige Apside
  • 8 Innentaschen
  • Hochwertige Materialien
  • Einfacher Aufbau
  • Sehr leicht, sehr kleines Packmaß
  • Hochwertig verarbeitet
  • Innenzelt als Moskitoschutz nutzbar
  • Geräumiger Vorraum
  • Problemloser Aufbau
  • Große Apside mit Boden
  • Gute Durchlüftung
  • Fenster im Eingangsbereich
  • Recht geringes Packmaß
  • Einfacher Aufbau
  • Hochwertig verarbeitet
  • 2 Eingänge, 2 Apsiden
  • Kleines Packmaß
  • Sehr schneller Aufbau
  • Belüftungsklappe
  • Gute Länge
  • Sehr schneller Auf- und Abbau
  • Innentasche und Haken
  • Sehr schneller Auf- und Abbau
  • Apside
  • Ablagenetz
  • Problemloser Auf- und Abbau
  • Große Apside mit Boden
  • Verdunkelte Kabine (heizt sich nicht ganz so stark auf)
  • Gute Durchlüftung
  • Sehr schnell auf- und abgebaut
  • Gute Verarbeitung
  • Innen- und Außenzelt
  • Ordentliche Durchlüftung
Contra
  • Nur 6 Heringe mitgeliefert
  • Bodenplane könnte etwas stärker sein
  • Unpraktische Packmaße
  • Teuer
  • Gestänge sitzt ziemlich fest in Gestängekanälen
  • Teuer
  • Teuer
  • Relativ schwer
  • Für Großgewachsene evtl. etwas zu kurz
  • Für Großgewachsene evtl. etwas zu kurz
  • Riecht unangenehm
  • Ungünstiges Packmaß
  • Verarbeitung und Materialien eher mittelmäßig
  • Keine Apside
  • Riecht unangenehm
  • Verarbeitung und Materialien eher mittelmäßig
  • Kein Innenzelt
  • Keine Apside
  • Für Großgewachsene evtl. etwas zu kurz
  • Sehr lange Tasche (ein Meter)
  • Einwandig, kein Innenzelt
  • Zu klein für Großgewachsene
  • Lange Tasche (75 Zentimeter)
  • Recht schwer
  • Für Großgewachsene evtl. etwas zu kurz
  • Unpraktisches Packmaß
  • Für Großgewachsene evtl. etwas zu kurz
  • Keine Apside
Bester Preis

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Die wichtigsten Zelttypen

Ein einzelner Radfahrer benötigt ein anderes Zelt als eine ganze Familie, in extrem windreichen Gebieten werden an ein Zelt andere Anforderungen als in schneereichen Regionen gestellt. Während es dem Wanderer auf ein extrem kompaktes Packmaß und kurze Aufbauzeit ankommt, macht sich der Motorradfahrer möglicherweise nicht über jedes Gramm Zusatzgewicht Gedanken, bevorzugt dafür aber eine megastabile Konstruktion.

Für jedes Einsatzszenario gibt es Zelttypen, die ihre individuellen Stärken haben und deshalb eher geeignet sind als andere Modelle. Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Zeltarten mit Vor- und Nachteilen vor.

Tunnelzelte sind leicht und geräumig

Tunnelzelte sind echte Raumwunder, weil ihre Wände steil verlaufen. Sie bieten ein optimales Raum-Gewichts-Verhältnis und Platz von einer Person bis hin zur Großfamilie. Der Aufbau der halben Röhre erfolgt durch Gestängebögen, die zusammengesteckt werden. Tunnelzelte können aus nur einem Raum oder auch aus mehreren Kabinen bestehen, beispielsweise einem Wohnraum und einer separaten Schlafkammer. In vorgebauten Apsiden kann man kochen oder Gepäck verstauen.

Dieser Zelttyp steht jedoch nicht alleine, er benötigt Heringe und Sturmleinen, weshalb die Stellfläche in der Regel größer dimensioniert sein sollte. Aufgrund der großen Seitenfläche ist das Tunnelzelt zudem recht windanfällig. In Windrichtung aufgebaut und sicher verspannt, trotzt das Tunnelzelt aber auch hohen Windstärken ohne Probleme.

Zelte Test: Coleman Tunnelzelt
Tunnelzelte bieten reichlich Platz, zum Teil bestehen sie aus mehreren Kabinen.

Kuppel- bzw. Igluzelte sind sehr beliebt und weit verbreitet. Sie lassen sich schnell aufbauen und bestehen aus zwei sich kreuzenden Gestängebögen. Igluzelte sind mit angebauten Apsiden erhältlich, haben einen oder zwei Eingänge und bieten einen guten Kompromiss aus Gewicht, Platzangebot und Stabilität.

Eine der Stärken: Kuppelzelte stehen alleine auch ohne Heringe und Leinen und lassen sich problemlos verstellen. Bei Schnee und Sturm sind sie grundsätzlich stabiler als Tunnelzelte und beherbergen zwischen einer und fünf Personen. Kuppelzelte lassen sich sehr klein verstauen und sind die besten Allrounder.

Zelte Test: Coleman Igluzelt
Igluzelte stehen auch ohne Heringe und Leinen und sind sehr windstabil.

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich so genannte Wurfzelte. Hier ist der Name Programm: Es genügt, das Zelt aus seiner Tasche herauszunehmen und vor sich auf die Wiese zu werfen, keine zwei Sekunden später hat sich das Zelt eigenständig entfaltet und aufgebaut.

Wurfzelte haben in der Regel eine Tunnelform und sind speziell bei Kindern und Jugendlichen beliebt, aber auch bei Erwachsenen, die ihre Behausung blitzschnell nutzen wollen, ohne sich erst noch um das Zusammenstecken und Einfügen von Gestänge sowie um den Aufbau des Zeltes kümmern zu müssen.

Wurf- bzw. Pop-up-Zelte stehen zwar extrem zügig und lassen sich mit etwas Übung auch ruckzuck verstauen, allerdings passen sie in keine klassische Transporttasche – sie werden vielmehr kreisrund verpackt, die Taschen haben einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern und können so beispielsweise nicht im Rucksack oder kaum auf dem Gepäckträger eines Fahrrads transportiert werden.

Zelte Test: Wurfzelt
In der Zeit, in der man »Wurfzelt« ausgesprochen hat, hat sich ein Wurfzelt auch schon aufgestellt.

Beim First- bzw. Giebelzelt, das ein klassisches Haus nachbildet, handelt es sich um einen sehr alten Zelttyp. Es lässt sich quasi in jeder beliebigen Größe konzipieren und eignet sich damit nicht nur für eine Person, sondern bei Bedarf auch für ganze Schulklassen.

Gegenüber modernen Zeltformen hat das Firstzelt jedoch viele Nachteile. Durch die schrägen Zeltwände ist die Raumausnutzung nicht optimal, zudem stören die Haltestangen im Eingangsbereich. Firstzelte sind zudem sehr windanfällig und verfügen häufig über kein zusätzliches Innenzelt, wodurch Kondenswasser ein Problem ist. Apsiden lassen sich nur separat anbauen.

Zelte Test: Firstzelt
Das klassische Firstzelt gilt mittlerweile als Auslaufmodell.

Mit der teuerste Zelttyp ist der so genannte Geodät, der in der Regel bei professionellen Expeditionen zum Einsatz kommt. Ein Geodät ähnelt einem Igluzelt, allerdings kreuzen sich die Gestänge hier nicht nur einmal, sondern mindestens zweifach. Dadurch wird das Zelt extrem stabil und kann hohe Windgeschwindigkeiten aushalten.

Geodätzelte stehen frei, richtig fest verankert und verzurrt ist man in ihnen selbst bei Schneefall und Sturm sicher. Dieser Zelttyp fühlt sich unter Extrembedingungen richtig wohl.

Zelte Test: Everest Geodaetzelt
Abenteurer, die unter Extrembedingungen unterwegs sind, nutzen bevorzugt ein Geodätzelt.

Neben Pyramidenzelten, die viel Platz dank großer Grundfläche bieten, werden seit einiger Zeit auch erste Luftzelte am Markt angeboten. Diese verwenden mit Luft gefüllte Schläuche als Gestänge. Der Auf- und Abbau gelingt dadurch relativ schnell, defekte »Gestänge« können problemlos repariert werden. Die Windanfälligkeit ist jedoch deutlich höher als bei Zelten mit Fieberglas- oder Aluminiumgestänge.

Darauf müssen Sie beim Zeltkauf achten

Die Frage, die Sie sich beim Zeltkauf zuerst stellen müssen: Für welchen Einsatzzweck benötigen Sie das Zelt? Brauchen Sie ein Familienzelt für den Campingplatz, einen leichten Allrounder, der aufs Fahrrad und in den Rucksack passt, ein Festival-Zelt, das blitzschnell steht, oder ein Expeditionszelt für schneereiche oder sehr windige Gegenden? Je nachdem können Sie festlegen, ob Sie sich für ein Kuppel-, ein Tunnel-, ein Wurf- oder ein Geodätzelt entscheiden sollten. Mit Tunnel- und Igluzelt haben Sie die meisten Möglichkeiten und sind sehr flexibel.

Vergleichen Sie Gewicht und Packmaß

Der nächste Aspekt ist die Frage nach der Anzahl der Personen, die im Zelt schlafen will. Sind Sie alleine unterwegs, im Zweier-Team, mit Kind oder in größerer Runde, genügt ein Wohnraum oder macht eine separate Schlafkabine Sinn? Für Einzelpersonen gibt es super Leichtgewichtszelte, die kaum Platz benötigen. Wenn Sie sich für den Zelttyp und die Größe entschieden haben, vergleichen Sie Gewicht und Packmaß. Die Unterschiede sind hier zum Teil erheblich. Beim Wandern macht sich jedes zusätzliche Kilo relativ schnell auf dem Rücken bemerkbar.

Lassen Sie sich bei Zelten nicht von den Außenmaßen täuschen. Die Innenkabinen sind immer kleiner. Vorbauten können hier enorm viel Platz schlucken. Planen Sie bei der Länge mindestens 30 Zentimeter zu Ihrer Körpergröße hinzu – nichts ist nerviger, als wenn Sie dauernd an der Zeltwand hängen. Pro Person sollte man eine Mindestbreite von 50 bis 60 Zentimeter einkalkulieren, sonst wird es wenig komfortabel.

Bevor wir uns dem Material widmen, zunächst noch einige allgemeine Aspekte. Falls Sie alleine unterwegs sind, genügt wahrscheinlich ein Eingang. Ab zwei Personen können zwei Eingänge sinnvoll sein, auch das Durchlüften gelingt dann effektiver. Wir finden Apsiden ein extrem nützliches Extra. Diese kleinen Anbauten eignen sich unter anderem zum Kochen bei schlechtem Wetter, hier können Sie auch Gepäck verstauen oder schmutzige Schuhe abstellen. Sie werden glücklich sein, wenn Sie diese nicht mit ins Zelt nehmen müssen. Eine Apside ist praktisch, zwei sind Komfort pur.

Innen- und Außenzelt sind Pflicht

Ebenfalls unabdingbar bei einem modernen Zelt sind Innen- und Außenzelt. So wird verhindert, dass Kondenswasser ins Zeltinnere tropft und beispielsweise den Schlafsack durchnässt. In sehr warmen und trockenen Regionen wird man es schätzen, wenn man das Außenzelt schnell demontieren kann, um sehr luftig zu übernachten, aber trotzdem vor Moskitos und Insekten geschützt bleibt.

Falls Sie im Winter reisen möchten, achten Sie darauf, dass sich das Außenzelt bis zum Boden hinunterziehen lässt. So wird das Hereinwehen von Schnee verhindert.

Auch wenn man es zunächst als unwichtig erachtet: Die Farbe des Zeltes entscheidet nicht nur darüber, ob man gut getarnt ist oder perfekt gesehen wird (wichtig, wenn man beispielsweise auf einer Expedition unterwegs ist, hier kann eine Signalfarbe im Notfall über Leben und Tod entscheiden). Farben sind auch mit dafür verantwortlich, ob sich der Innenraum schneller aufheizt, und haben zudem Auswirkungen auf die Psyche. Warme Farbtöne verschaffen eine freundliche und angenehme Atmosphäre, während Blau beispielsweise nachgesagt wird, eine eher etwas bedrückende Stimmung zu verursachen.

Nahezu jeder Hersteller gibt für seine Zelte eine Wassersäule an. Dieser Wert informiert darüber, ab welchem Wasserdruck das Gewebe wasserdurchlässig wird. Eine Zelthaut sollte mindestens 1.500 Millimeter Wassersäule aushalten, damit es als wasserdicht gilt. Ein höherer Wert ist ratsam. Beim Zeltboden empfehlen wir eine Wassersäule von mindestens 5.000 Millimetern. Alleine wenn man sich hinkniet, verursacht das Knie auf nassem Boden einen immensen Druck auf die Plane.

Bei den Materialien kommen heute überwiegend Nylon und Polyester für die Außenhaut zum Einsatz, im Idealfall mit Polyurethan oder Silikon beschichtet. Polyester ist leicht, reiß- und scheuerfest, dehnt sich nicht bei Nässe, trocknet schnell und ist zudem pflegeleicht. Polyamid (Nylon) hat ähnlich gute Eigenschaften, kann sich bei Nässe jedoch dehnen. Wurde ein Nylonstoff im so genannten RipStop-Verfahren durch stärkere Kett- und Schussfäden verarbeitet, dehnt er sich bei Nässe kaum noch und die Reißfestigkeit steigt. Eine Silikonisierung als Beschichtung steigert zudem die UV-Beständigkeit und die Scheuerfestigkeit.

Achten Sie darauf, dass Ihr neues Zelt einen wannenartigen Boden hat. Speziell in sehr regenreichen Gebieten wird Ihr Zelt nicht so leicht überschwemmt, außerdem wird verhindert, dass Schmutz in das Zeltinnere geweht wird.

Zelt Test: Zelttest Juni2020 Wannenboden
Ein hochgezogener Wannenboden schützt den Zeltinnenraum vor hereinlaufendem Wasser.

Kontrollieren Sie, ob die Nähte exakt sind. Bei hochwertigen Zelten sollten die Stiche präzise sein. Doppelkappnähte sind zu empfehlen, bei denen der Faden durch vier Gewebeschichten verläuft. Bei teuren Zelten sollten speziell behandelte bzw. mit Baumwolle ummantelte Polyesterfäden verarbeitet werden. Vorteil: Werden diese nass, quellen sie auf und verschließen die Nadelstichlöcher, wodurch das Eindringen von Feuchtigkeit erschwert wird.

Preiswerte Zelte haben Gestänge aus Fiberglas. Diese sind schwerer und nicht so haltbar wie Aluminiumgestänge, die deutlich weniger wiegen. Je glatter das Gestänge ist, desto leichter gleiten die Stangen durch die Kanäle im Stoff. Auch hier ist Aluminium deutlich im Vorteil. Falls Sie Gewicht sparen wollen, investieren Sie in Heringe aus Aluminium. Gegenüber billigeren Heringen aus Stahl können Sie einige Gramm weniger auf der Waage ablesen.

Zelt Test: Zelttest Juni2020 Zenph Gruppenbild
Nicht der Himalaya, sondern ein Basislager mit unseren 13 Zelten im eigenen Garten.

So haben wir getestet

Wir haben unsere 13 Zelte zunächst für ein Gruppenbild in Szene gesetzt und anschließend jedes Zelt einzeln getestet. Die vier besten haben wir erneut ab- und noch einmal aufgebaut. Wichtige Aspekte waren, wie unproblematisch der Aufbau gelingt, wie einfach sich die Zelte wieder in den Taschen verstauen lassen, wie gut die Verarbeitung von Nähten, Stoffen und Gestänge ist und wie sicher die Zelte stehen.

Natürlich haben wir gecheckt, wie viele Personen im jeweiligen Zelt ohne gravierende Einschränkungen Platz haben, wie viel Gepäck die Apsiden schlucken, wie robust die Bodenplane konzipiert und wie angenehm der Wohnbereich gestaltet ist. Auch der Aspekt Wasserdichtigkeit spielt eine Rolle. Hierzu wurde jedes Zelt mit zwei Gießkannen beregnet. Zudem haben wir das Gewicht der Zelte und deren Packmaß überprüft.

Zelt Test: Zelttest Juni2020 Zenph Taschen
Alle 13 Zelte verpackt – die Wurfzelte erkennt man sofort an den runden Tragetaschen.

Wir haben Sieger in den Kategorien Igluzelt, Tunnelzelt und Wurfzelt gekürt. Aus diesen Zelttypen stammen unsere 13 Kandidaten zu Preisen zwischen 60 und 450 Euro. Wenn wir mitunter über das überschaubare Platzangebot oder die geringe Höhe eines Zeltes schreiben, so ist das nicht immer als Kritikpunkt zu verstehen. Es gehört vielmehr zur Charakteristik des entsprechenden Zelttyps. Wer zu Fuß ein leichtes Zelt mit kompaktem Packmaß mitnehmen will, darf logischerweise kein Raumwunder erwarten. Im Gegensatz überrascht es nicht, dass das Campingzelt für sechs Personen in keinen Rucksack passt.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3

Das beste Igluzelt: Vaude Campo 3

Für Wanderer, Radfahrer und Camper ist das Vaude Campo 3 das ideale Kuppelzelt. Die beiden Apsiden schlucken viel Gepäck, und der Aufbau ist schnell erledigt. Der 55 x 22 Zentimeter große Packsack lässt sich problemlos im Rucksack verstauen oder daran festbinden, mit 3,6 Kilo macht es sich auf dem Rücken oder dem Gepäckträger kaum bemerkbar.

Das beste Kuppelzelt

Vaude Campo 3

Zelte Test: Vaude Campo 3
Das Campo 3 von Vaude ist ein ausgereiftes Kuppelzelt mit zwei Eingängen, zwei großen Apsiden, durchdachtem Konzept und hochwertiger Verarbeitung.

Das Außenzelt besteht aus Polyester, das zusätzlich mit Polyurethan behandelt wurde. Schon wenn man den leichten Zeltstoff in der Hand hält, spürt man, wie robust und strapazierfähig dieser ist. Die Nähte sitzen super exakt. Nässe perlt von der Außenhaut sofort ab, die Wassersäule liegt hier bei 3.000 Millimetern. Beim Innenzelt setzt Vaude ebenfalls auf Polyester, beim Zeltboden mit einer Wassersäule von 5.000 Millimetern kommt Polyurethan zum Einsatz.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Abgebaut
Vor dem Aufbau wird das Innenzelt auf dem Boden ausgebreitet und an den vier Ecken fixiert.

Innenzelt- und Außenzelt werden beim Campo 3 separat aufgebaut. Zuerst breitet man das Innenzelt auf dem Boden aus, fixiert es mit den leichten Aluminiumheringen und befestigt die beiden Gestängebögen außen in den Schlaufen. Am Kreuzungspunkt werden die Stangen zusammengebunden. Diese sind einerseits sehr robust, weil 10,3 Millimeter stark, aber andererseits auch sehr leicht, weil aus Aluminium. In das Gestänge wird das Innenzelt auf jeder Seite mit zwei Kunststoffclips eingehängt.

Nach 5 Minuten steht das Campo 3

Im nächsten Schritt wird die dritte kurze Aluminiumstange in das Außenzelt eingeführt. So wird die Dachpartie gespannt, außerdem entsteht vor beiden Eingängen ein kleines Vordach. Das Außenzelt wird nun über die Gestängebogen gelegt und mit Klettverschlüssen befestigt. Zum Schluss werden alle vier Seiten in die Schlaufen geklickt, die bereits am Boden verankert sind. Fertig! In fünf Minuten ist der Aufbau locker zu realisieren.

Das Vaude-Zelt steht eigenständig, die beiden Apsiden muss man noch nach außen ziehen und an jeweils einem Punkt ebenfalls mit einem Hering am Rasen fixieren. Sturmleinen können, müssen aber nicht angebracht werden. Dann benötigt man jedoch noch zusätzliche Heringe, zum Lieferumfang gehören nämlich nur sechs.

Die von uns getestete Version des Campo 3 in Orange (Terracotta) macht im Innenraum ein sehr angenehmes und warmes Licht. Hier fühlt man sich wohl. Das Innenzelt, das bei großer Hutze auch mal separat ohne Außenhaut genutzt werden kann, hat schön straff gespannte Wände. Für zwei Erwachsene mit Gepäck ist die 215 x 165 Zentimeter große Fläche perfekt. Übernachtet man zu dritt, wird es schon recht eng. Großgewachsene können entspannt ohne Berührung mit einer der Seitenwände liegen, sitzen funktioniert gerade noch ohne Deckenkontakt (1,05 Meter).

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Tuer
Die beiden Eingänge sind sehr geräumig und lassen sich wahlweise nur auf einer Seite oder komplett öffnen.

Der Boden ist stabil und als Wanne hochgezogen, damit sich beispielsweise nach Starkregen kein Rinnsal den Weg durch das Vaude-Kuppelzelt bahnen kann. Im Inneren gibt es zwei Taschen und praktische Schlaufen. Zieht man durch diese eine Schnur, kann man eine Taschenlampe oder Kleidungsstücke aufhängen.

Die beiden Apsiden schlucken viel Gepäck

Ein Leckerbissen sind die beiden Apsiden, jeweils mit einer Tiefe von 90 Zentimetern. Hier kann man bei schlechtem Wetter kochen, schmutzige Schuhe abstellen oder Gepäck deponieren. Zudem wird das Leben auf vergleichsweise wenig Raum mit zwei Ein- und Ausgängen enorm vereinfacht, so muss niemand über den anderen klettern.

Sämtliche Reißverschlüsse lassen sich ohne Kraftaufwand butterweich öffnen und schließen, die an den Außentüren sind vor Regen geschützt und mit Klettverschlüssen abgedeckt sowie wasserdicht abgetapet. Im oberen Fensterbereich befinden sich Moskitonetze. Die Türen der Apsiden können wahlweise einzeln oder komplett geöffnet werden, je nach Wind und Witterung.

Dank der beiden Eingänge gelingt das Lüften des Campo 3 vollkommen problemlos. Eine Hutze ermöglicht zudem eine regengeschützte Belüftung. Unseren Regentest hat das Kuppelzelt mit Bravour bestanden, die Außenhaut trocknet sehr flott. Auch der Abbau ist zügig erledigt. Außen- und Innenzelt sowie Gestänge und Heringe landen zudem ohne Anstrengung nach einer Minute im Packsack.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Vaude Campo3 Sack
Der 55 x 22 x 22 Zentimeter große Packsack passt in jeden größeren Tourenrucksack.

Wir können das Vaude Campo 3 auf ganzer Linie empfehlen. Es ist hochwertig verarbeitet, steht sicher, lässt sich schnell auf- und abbauen, bietet Platz für zwei bis drei Personen und überzeugt mit zwei geräumigen Apsiden. Darüber hinaus ist es so leicht und kompakt, dass man das Kuppelzelt überall dabeihaben kann.

Wer mehr Platz wünscht, kann auch zum Vaude Campo Grande greifen. Hier ist die Grundfläche auf 220 x 185 Zentimeter gewachsen, außerdem ist dieses Igluzelt 130 Zentimeter hoch.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Aussen

Das beste Tunnelzelt: High Peak Kite 2

Preiswert, einfach aufzubauen, stabil, gut verarbeitet und mit ordentlichem Platzangebot: Das High Peak Kite 2 ist ein Tunnelzelt, das sich auf vielen Unternehmungen als idealer Begleiter herausstellen dürfte.

Das beste Tunnelzelt

High Peak Kite 2

Test Zelt: High Peak Kite 2
Für wenig Geld bietet das High Peak Kite 2 ein gut verarbeitetes Tunnelzelt mit geräumiger Apside sowie kurzen Auf- und Abbauzeiten.

Mit einem Gewicht von gerade mal 2,8 Kilo und einem Packmaß von 52 x 15 Zentimetern erfüllt das High Peak Kite 2 alle Voraussetzungen, um zu Fuß, per Fahrrad, auf dem Motorrad oder im Auto mitgenommen zu werden. Zudem eignet es sich für ein breites Einsatzspektrum: Auf dem Campingplatz fühlt es sich genauso wohl wie in freier Natur oder bei einem Festival. Das Kite 2 ist damit ein perfekter Allrounder.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Platt
Die beiden Gestängebogen sind eingeführt und gespannt. Jetzt muss das Tunnelzelt nur noch aufgerichtet und mit Heringen und Seilen befestigt und verspannt werden.

Vor dem Aufbau kann man sich den Blick in die Anleitung fast sparen. Die beiden Gestänge aus 7,9 Millimeter starkem Fiberglas sind unten rot und blau gekennzeichnet, genauso wie die beiden Einschubschächte am Zelt, in die man die Stangen einschieben muss. Diese werden zunächst auseinandergefaltet und ineinandergesteckt, durch einen inneren Gummizug halten die einzelnen Elemente fest zusammen.

Atmungsaktives Polyester

Außen- und Innenzelt des High Peak sind bereits bei Auslieferung miteinander verbunden, das Innenzelt ist an Gummibändchen aufgehängt. Die grüne Außenhaut besteht aus Polyester, das mit Polyurethan beschichtet wurde. Wasser perlt hier gut ab, nach einem Regenguss ist das Tunnelzelt schnell wieder trocken. Die Wassersäule gibt der Hersteller mit 3.000 Millimetern an, die Nähte sind zusätzlich versiegelt. Beim Innenzelt kommt ebenfalls atmungsaktives Polyester zum Einsatz.

Nach dem Durchschieben der beiden Stangen werden diese mit ein wenig Kraftaufwand gebogen und außen in Ösen eingeklemmt. Als Tunnelzelt steht das Kite 2 nicht selbstständig. Es muss mit Heringen am Boden festgesteckt und verspannt werden. Das dauert rund fünf Minuten, schon ist das High Peak bezugsfertig.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Gestaenge
Die beiden Gestänge sind farblich markiert und werden in Metallösen eingesteckt.

Der Innenraum ist 230 Zentimeter lang. So kann sich auch eine Zwei-Meter-Person ausstrecken, ohne die Außenwand zu berühren. Bei einer Breite von 120 Zentimetern ist das Kite 2 für zwei Personen konzipiert. Sollte mehr Platz erforderlich sein: Das Kite 3 ist 40 Zentimeter breiter und mit 105 Zentimetern 15 Zentimeter höher – auch das kann von Vorteil sein, denn bei 90 Zentimetern Deckenhöhe lassen sich Berührungen mit dem Kopf nicht vermeiden.

Der rote Polyester-Boden wirkt frisch und ansprechend. Er fällt recht dünn aus, auf steinigem Untergrund ist es sinnvoll, eine Schutzplane dabei zu haben. Zwei Taschen sind dazu gedacht, um Kleinkram zu verstauen. Ein Haken dient zur Befestigung einer Lampe. Die hochgezogene Bodenwanne hält Wasser und Schmutz vom Innenzelt fern.

Das Innenzelt lässt sich wahlweise mit einem Moskitonetz oder einer Polyestertür verschließen. Die Reißverschlüsse sind hochwertig und leicht zu bedienen. Vor dem Eingang sitzt eine geräumige Apside mit einer Tiefe von 90 Zentimetern – bei Regen kann man sich hier eine Mahlzeit zubereiten und Kleider trocknen. Am Innenzelt ist ebenfalls ein roter Boden angenäht, der sich in das Vorzelt auslegen lässt – damit verringert sich das Risiko, Schmutz mit in das Zelt hineinzutragen.

Der ein Meter breite Eingangsbereich hat ein Folienfenster integriert. Die beiden Reißverschlüsse sind abgedeckt. Faulstreifen an allen drei Seiten der Apside halten ebenfalls Schmutz und Feuchtigkeit ab.

Innenraum ist vor Kondenswasser geschützt

Mit der Verarbeitung des Tunnelzelts sind wir für diese Preisklasse sehr zufrieden. Die Nähte sind sauber, der Innenraum blieb bei unseren Tests von eindringendem Wasser verschont, und das Außenzelt trocknet schnell – Regen perlt hier effektiv ab. Der große Abstand zwischen Außen- und Innenzelt sorgt zudem dafür, dass kein Kondenswasser nach innen gelangt. Die Belüftung des Tunnelzelts ist gut, dafür sorgen zwei Dauerventilationen mit Abstandshalter.

Der »Bedienkomfort« des Kite 2 ist hoch. So muss man die Türen nicht erst aufrollen, sondern kann diese in eine festgenähte Tasche falten. Die mitgelieferten roten Sturmleinen lassen sich flexibel in der Länge verstellen und ermöglichen es, das Zelt fest und sturmsicher zu verankern. Für Reinigungszwecke kann man das Innenzelt, das an Gummibändern aufgehängt ist, problemlos entfernen.

Genauso schnell, wie das High Peak aufgebaut ist, ist es auch wieder zerlegt. Die beiden Fiberglasstangen kann man mühelos aus den Gestängekanälen herausziehen. Anschließend genügt es, das Zelt mehrmals zu falten und die Luft herauszupressen. Die Tasche ist groß genug, um Zelt, Gestänge und Stahlheringe (jeweils in eigenen Säckchen) ohne Mühe zu verstauen.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Highpeak Kite2 Tasche
Angenehm kompakt: Die Tasche ist nur 52 Zentimeter lang und wiegt mit Zelt gerade mal 2,8 Kilo.

Mit dem High Peak Kite 2 erhält man für rund 100 Euro ein gut verarbeitetes Tunnelzelt mit großer Apside, vernünftigem Innenraum, kleinem Packmaß und geringem Gewicht, das sich schnell auf- und abbauen lässt. Wer mehr investieren kann und qualitativ eine Schippe drauflegen will, sollte sich weiter unten das Vaude Mark L 2P anschauen.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Quechua2second Fresh&black Aussen1

Das beste Wurfzelt: Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black

Wurfzelte haben oft den Charakter von Spielzeug. Ganz anders das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black: Dieses verfügt über Innen- und Außenzelt, ist toll verarbeitet und vereint trotzdem die Vorteile eines Wurfzelts.

Das beste Wurfzelt

Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black

Test Zelt: Quechua 2 Second Fresh&Black
Steht in Sekunden, bietet viel Platz sowie Innen- und Außenzelt: Das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black ist ein Wurfzelt mit vielen Stärken.

Während der Nachbar auf dem Campingplatz noch das Gestänge zusammenfummelt und die Anleitung studiert, liegt man schon lange im Quechua 2 Seconds 3 und gönnt sich ein Nickerchen. Denn dieses Wurfzelt macht fast alles alleine.

Einziger echter Nachteil, den aber alle Wurfzelte eint, ist die unhandliche Tragetasche. So kommt das 2 Seconds 3 auf ein Packmaß von 77 Zentimetern im Durchmesser und eine Höhe von 10 Zentimetern. Den Transport am oder im Rucksack kann man vergessen, auch der Gepäckträger kann dieses Monstrum kaum schultern. Mit 4,2 Kilo gehört das Wurfzelt zudem nicht zu den absoluten Leichtgewichten.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Quechua2second Fresh&black Aussen2
Vier Heringe an den Eckpunkten und zwei Sturmleinen verleihen dem Wurfzelt einen sicheren Stand.

In diesen sauren Apfel müssen Wurfzeltbesitzer beißen. Dafür brauchen sie sich nicht um Außenzelt, Innenzelt und Gestänge kümmern: Beim Quechua ist bereits alles miteinander verbunden. Die einzige Aufgabe nach dem Herausnehmen aus der kreisrunden Tragetasche besteht darin, einen orangefarbenen Gurt sowie zwei rote und zwei orange Klips zu lösen. Jetzt genügt es, das Zelt auf die Wiese zu werfen, es entfaltet sich von alleine. Mit vier Heringen sollte man das Zelt am Boden fixieren, außerdem kann man zwei Sturmleinen spannen. Das alles ist eine Sache weniger Sekunden.

Die Außenhaut des 2 Seconds 3 besteht glücklicherweise nicht aus so dünnem und billig anmutendem Material wie bei vielen No-Name-Mitbewerbern. Vielmehr kommt hier stabiles und reißfestes Polyester zum Einsatz. Das gilt auch für das Innengewebe, während die Bodenplane aus Polyethylen besteht. Beim Gestänge hat sich Quechua für Glasfaser entschieden.

Kühl und dunkel

Hinter der großen Eingangstür, die man einfach aufrollen und verzurren kann, befinden sich eine zusätzliche abdunkelnde Tür und ein schwarzes Moskitonetz. Die Bodenwanne ist eine Handbreit hoch, damit der Innenraum vor Überschwemmungen geschützt ist. Die Reißverschlüsse lassen sich sauber und ohne Hakler bedienen.

Was sofort auffällt: Der Innenraum ist sehr dunkel, aber trotz direkter Sonneneinstrahlung nicht so aufgeheizt wie erwartet. Für die Wärmereduzierung sorgt das spezielle Fresh&Black-Gewebe. Außerdem verspricht der Hersteller selbst am helllichten Tag eine Verdunkelung von 99 Prozent. Hat man alle Fenster und Türen geschlossen, ist es in der Tat so dunkel im Zelt, dass man eine Taschenlampe zur Orientierung benötigt. Aber auch wenn man Restlicht hereinfallen lässt, dominiert die Farbe Schwarz. Das ist für denjenigen praktisch, der nur bei Dunkelheit schlafen kann und gerade im Sommer nicht schon in aller Frühe von den ersten Sonnenstrahlen geweckt werden möchte. Andererseits schlägt die dunkle Atmosphäre doch ein wenig aufs Gemüt, und egal, ob man lesen will oder Kleider sucht, eine Lampe ist fast immer erforderlich. Wen das stört, der kann das 2 Seconds 3 auch in Grün oder Blau erwerben, die Temperaturen im Innenraum sind dann jedoch etwas höher.

Auf der Grundfläche von 180 x 210 Zentimetern haben drei Personen Platz. Da es keine Apsiden gibt, sollte man sich mit Gepäck jedoch auf zwei Reisende beschränken, sonst wird es sehr eng. Die Höhe von 104 Zentimetern reicht zum entspannten Sitzen ohne Deckenberührung. Zwischen Außen- und Innenzelt ist minimal Platz, hier kann man zumindest seine Schuhe deponieren.

Im dunklen Innenraum findet man zwei Taschen und einen Haken, um eine Taschenlampe aufzuhängen. Pfiffig und gleichermaßen gelungen ist das Lüftungskonzept. An der Rückseite kann man das Außenzelt mit einem Clip am Innenzelt befestigen, dadurch liegt dieses eng über dem Boden auf. Löst man diese Verbindung, so hebt sich das Außenzelt an, wodurch die Frischluftversorgung sichergestellt ist. Durch das Ziehen an einer Kordel kann man zudem das gesamte hintere Außenzelt anheben und so das Innenzelt freilegen.

Stets ein laues Lüftchen im Innenraum

Möchte man die Luftzirkulation im Innenzelt aktivieren, kann man die seitlichen Abdeckungen aufrollen und die inneren Moskitonetze öffnen. Auf beides hat man von innen Zugriff. Zwei seitliche Öffnungen zwischen Außenzelt und Boden unterstützen zusätzlich die Luftzirkulation und reduzieren die Kondensation.

Unserer künstlichen Beregnung hielt das Quechua 2 Seconds 3 problemlos stand. Der Hersteller testet seine Zelte nach eigener Angabe vier Stunden lang im Labor bei 200 Litern Wasser pro Stunde und Quadratmeter. Die Außenhaut hat eine Wassersäule von 2.000 Millimetern. Alle Nähte sind mit thermogeklebtem Band versiegelt. Darüber hinaus werden die Zelte auf einer Drehscheibe in einem Windkanal gecheckt. Die Scheibe sorgt dafür, dass jede Seite des Zeltes dem Wind ausgesetzt wird. Das komplett entfaltete, gut gespannte Zelt muss seine Schutzfunktion bei einer Windgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde (Windstärke 6) am Boden beweisen. Wir waren mit der Standfestigkeit des Wurfzelts sehr zufrieden.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Quechua2second Fresh&black Tasche
77 Zentimeter im Durchmesser: Zusammengepackt ist das Wurfzelt leider ziemlich wuchtig.

Das Zusammenlegen des Quechua muss man zwei-, dreimal üben, dann ist das Zelt nach einer Minute wieder in der Tasche. Zunächst zieht man ein rotes Band von hinten durch den Eingang. Noch einige Clips verbinden, das Zelt nochmal falten und ab in die Tasche. Das ist wirklich ein Kinderspiel.

Insgesamt sind wir mit dem Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black sehr zufrieden und überrascht, wie praktikabel ein Wurfzelt sein kann. Platzangebot und Verarbeitungsqualität überzeugen, Auf- und Abbau sind ein Klacks, und auch bei Regen und Sturm fühlt man sich sicher. Blöd ist nur die riesige Tasche. Falls man ein Wurfzelt mit Stauraum sucht: Das 2 Seconds 3 XL Fresh & Black bietet eine 210 x 210 Zentimeter große Innenkabine und eine 70 Zentimeter tiefe Apside.

Alternativen

Ein so genanntes Hybridzelt hat uns in unserem Test besonders gut gefallen. Es richtet sich zum Preis von mehr als 400 Euro jedoch nicht an die breite Masse. Wer aber auf ausgefeilte Technik und hochwertige Materialien steht, findet im Vaude Mark L 2P eine spannende und absolut empfehlenswerte Alternative.

Wenn Geld egal ist

Vaude Mark L 2P

Test Zelt: Vaude Mark L 3P
Als Mischung aus Tunnel- und Firstzelt begeistert das Vaude Mark L 2P durch sein innovatives Aufbaukonzept, zwei große Apsiden und Top-Materialien.

Keine Preise gefunden.

Schon beim Auspacken von Zelt und Gestänge stechen die bronzefarbenen Aluminiumstangen des Vaude Mark L 2P ins Auge, die sehr leicht und stabil sind. Eine Besonderheit: Es handelt sich lediglich um eine Stange, deren einzelne Glieder durch ein Gummiband miteinander verbunden sind. An jeweils zwei Kreuzungspunkten verlaufen die Stangen ungefähr im 90-Grad-Winkel auseinander.

Zum Aufbau wird das Zelt – das Innenzelt ist bereits im Außenzelt eingehängt – auf dem Boden ausgebreitet. Das Gestänge wird an sechs Punkten eingehakt und aufgespannt. Jetzt kommt der besondere Clou, die sogenannte flexible »Mark Leine«. Sie wird an mehreren Stellen um das Gestänge gelegt und jeweils in einen Kunststoffhaken eingehakt. Vorteil: Spannungsbelastungen, etwa bei Wind, Regen oder Schneelast, werden so selbstständig ausgeglichen.

Vaude charakterisiert das Mark L 2P als Hybridkonstruktion und eine Mischung aus Tunnel- und Firstzelt. Vorteil: Abgespannt werden müssen lediglich die beiden Apsiden, das Hauptzelt steht alleine. Der First erhöht die Schnee- und Windlast und ermöglich darüber hinaus größere Apsiden und regengeschützte Belüftungsmöglichkeiten. Ordentlich verspannt steht das Vaude-Zelt extrem stabil, was wir während eines heftigen Gewitters feststellen konnten.

Selbst starker Regen perlt perfekt ab

Das Außenzelt aus Polyester ist dreifach mit Silikon beschichtet. Was das bewirkt, konnten wir sehen: Selbst nach einem Starkregen perlte das Wasser einfach ab, das Zelt war sehr schnell wieder trocken. Zudem wird durch die Beschichtung die UV-Reflektion erhöht. Der Eingangsreißverschluss ist auf beiden Seiten wasserdicht abgetapet.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Mark L 2p Apside Aussen
Beide Seiten sind mit Eingängen und Apsiden ausgestattet.

Die Innenfläche ist mit 230 x 130 Zentimetern groß genug für zwei Personen, die Höhe fällt mit 110 Zentimetern ebenfalls angenehm aus. Selbst wenn es bewölkt ist, strahlt der Innenraum eine angenehme Stimmung aus. Wände und Decken sind stramm gespannt. Der stabile Zeltboden hat eine Wassersäule von 7.000 Millimetern, die Außenhaut von 3.000 Millimetern.

Praktisch: Direkt an der Decke verläuft eine Leine, die zum Aufhängen von Lampe oder Kleidung dient. Zudem findet man drei Taschen vor. Nähte, Moskitonetze und Reißverschlüsse sind von höchster Qualität, der hohe Anschaffungspreis macht sich hier bezahlt.

Auf jeder Seite des Zeltes befindet sich eine ein Meter tiefe Apside – perfekt für Schuhe, Gepäck und Schlechtwetterköche. Die Seitenwand lässt sich aufrollen, der Eingangsbereich ist schön groß. Eine hochgezogene Bodenwanne schützt vor Nässeeinbruch.

Genauso schnell, wie das Vaude Mark L 2P aufgebaut ist, hat man es auch wieder zerlegt. Wir lieben den Packsack. Dieser hat keinen Reißverschluss und ist recht geräumig dimensioniert. So finden Zelt, Alu-Heringe und Gestänge spielend leicht ausreichend Platz. Anschließend wird der Sack eingerollt und an den Seiten über zwei Klickverbinder verschlossen. Die Maße von 55 x 20 Zentimeter sind kompakt, das Gewicht fällt mit 3 Kilo niedrig aus.

Zelte Test: Zelttest Juni2020 Mark L 2p Packsack
Das Mark L 2P wiegt nur 3.000 Gramm, der Packsack ist 55 x 20 Zentimeter schön klein.

Keine Frage, das Vaude Mark L 2P dürfte das Budget vieler Hobby-Camper sprengen. Aber die Investition lohnt sich. Das Hybridzelt ist leicht, geräumig, sehr hochwertig verarbeitet und begeistert durch sein Gestängekonzept. Das teurere Mark L 3P bietet auf 230 x 165 Zentimetern noch mehr Platz.

Außerdem getestet

Bei Markenzelten haben wir keine böse Überraschung erlebt. Lediglich mit den Wurf- und den sogenannten Sekundenzelten waren wir qualitativ nicht immer zufrieden. Teilweise sind diese nur einwandig und damit anfällig für Kondenswasser.

Das Wechsel Outpost 3 ist ein wirklich interessantes Tunnelzelt mit innovativem Schnitt der Grundfläche, diese fällt asymmetrisch aus. So ist eine Seite der Kabine 2,90 Meter, die andere nur 2,10 Meter lang. Dank einer Breite von 173 Zentimetern finden hier drei Personen Platz. Die Apside vor dem Eingang fällt sehr groß aus, auch sie ist asymmetrisch geschnitten und je nach Seite 110 bzw. 195 Zentimeter tief. Hier lässt sich jede Menge Gepäck verstauen, auch Kochen ist kein Problem. Im vorderen Zeltbereich kann man bei einer Höhe von 1,20 Meter angenehm sitzen, nach hinten reduziert sich diese jedoch auf nur noch 93 Zentimeter.

Zum Aufbau werden drei Gestängebögen benötigt. Das sehr leichte und hochwertige Aluminiumgestänge ist farblich markiert, so findet man im mit Polyurethan beschichteten Ripstop Polyester 68D sofort die richtigen Gestängekanäle, die ebenfalls entsprechend markiert sind. Der Aufbau gelingt schnell und ist keine Herausforderung, Außen- und Innenzelt sind fest miteinander verbunden. Praktisch sind die einstellbaren Heringsschlaufen, auch bei den Heringen setzt Wechsel auf Aluminium.

Im orangefarbenen Innenraum fühlt man sich wohl. Insgesamt acht Taschen ermöglichen die Aufnahme von Kleinigkeiten wie Armbanduhr oder Taschenlampe. Im Eingangsbereich kann man entweder die Seiten oder die Mitte öffnen, darüber hinaus lässt sich im breiteren Bereich der Apside der komplette Türbereich öffnen. Die Belüftung des Outpost 3 gelingt sehr gut. Die Wassersäule liegt bei 5.000 Millimetern.

Vorzüglich fällt die Verarbeitung aus. Die Nähte sind getapet, die Abspannpunkte verstärkt, die Abspannleinen reflektieren und lassen sich problemlos aufrollen. Mit 4.100 Gramm ist das Wechsel Outpost 3 kein absolutes Leichtgewicht, das Packmaß fällt mit 54 x 21 Zentimetern aber handlich aus. Lediglich das Herausziehen des Gestänges aus den engen Gestängekanälen erwies sich als etwas fummelig. Ansonsten bietet das Tunnelzelt viel Platz und eine sehr geräumige Apside, ist jedoch nicht ganz preiswert.

Jack Wolfskin Gossamer II

Das Jack Wolfskin Gossamer II ist ein idealer Begleiter für alle Radler und Wanderer, die nicht viel Gepäck mit sich herumschleppen möchten. So wiegt das Tunnelzelt gerade mal 2.280 Gramm, der 57 x 17 Zentimeter große Packsack lässt sich im Rucksack gut verstauen.

Mit einer Innenraumhöhe zwischen 60 und 90 Zentimetern ist das Gossamer II keine Behausung, um sich hier tagsüber stundenlang drin aufzuhalten. Das Tunnelzelt eignet sich primär zum Schlafen. Zum Aufbau wird zunächst das Innenzelt mit zwei Bögen errichtet. Das Aluminiumgestänge ist sehr leicht. Pfiffig: Es ist bereits dezent vorgebogen. In warmen Nächten kann man auf das Außenzelt aus Polyester verzichten. Das feine Moskitonetz beschert dann eine wunderbare Rundumsicht. Der Aufbau gelingt schnell, das Außenzelt wird eingehakt und zusätzlich mit Klettverschlüssen gesichert.

Das Innenzelt ist im Kopfbereich 125, an seiner schmalsten Stelle 105 Zentimeter breit. Man sollte die Person also schon mögen, mit der man unterwegs ist. Soloreisende hingegen haben im Gossamer II sehr viel Platz für Gepäck, zwei Taschen nehmen Kleinkram auf. Auch im 80 Zentimeter tiefen Vorraum kann man deutlich mehr als nur seine Schuhe verstauen.

Zugang zum Tunnelzelt verschafft man sich wahlweise von links oder rechts. Die Reißverschlüsse sind geschützt, die Aluminiumheringe super leicht. Gut verspannt steht das Gossamer mit einer Wassersäule von 4.000 Millimetern bombenfest. Abgebaut ist es ruckzuck und lässt sich auch blitzschnell wieder in den Packsack stopfen. Für Puristen auf Achse ist das Jack Wolfskin Gossamer II ein qualitativ sehr hochwertig verarbeiteter Schlafplatz, der unterwegs kaum Platz beansprucht.

Coleman FastPitch Hub Drake

Das Coleman FastPitch Hub Drake ist für zwei, drei und vier Personen erhältlich, wir haben die kleinste Variante getestet. Konzeptionell handelt es sich um ein Kuppelzelt mit Tunnelanbau. Zum Aufbau sind drei Gestängebögen erforderlich, die farblich eindeutig identifizierbar sind. Die 9 Millimeter starken Fiberglasstangen werden in kleine Einsteckfüße gesteckt und anschließend gespannt. Zuerst wird das Außenzelt eingeclipst, dann wird das Innenzelt eingehängt.

Eine Besonderheit ist die Art der Kunststoffkreuzung, ein vormontierter Mittelpunkt, der alle kreuzenden Stangen sicher verbindet. Die dritte Stange spannt den Eingangsbereich auf. Insgesamt ist das FastPitch 4,54 Kilo schwer, für den Rücksack ist das beinahe schon zu viel. Im Inneren steht den Reisenden eine Fläche von 210 x 140 Zentimetern zur Verfügung – ab einer Körpergröße von knapp 1,90 Meter wird es längentechnisch ein bisschen knapp. Die Innenhöhe von 110 Zentimetern ist hingegen ordentlich.

Highlight ist die 1,10 Meter tiefe Apside mit jeder Menge Platz und Bodenplane. Insgesamt ist die Verarbeitung solide. Coleman vertraut auf Polyester und 9 Millimeter starkes Fieberglas, die Wassersäule liegt bei 3.000 Millimetern. Zwei große Lüftungsklappen sorgen für ausreichend Frischluft. Die Nähte sind verschweißt.

Das Coleman FastPitch Hub Drake ist ein Igluzelt ohne echte Schwäche, Material und Aufbau gefallen uns beim teureren Vaude Campo 3 aber besser. Das Packmaß mit 59,1 x 21,6 Zentimeter ist gut und prädestiniert das Coleman damit auch für den Gepäckträger.

High Peak Woodpecker 3

Das High Peak Woodpecker 3 ist das Kuppelzelt-Pendant zum Tunnelzelt Kite 2 von High Peak. Farb- und Materialauswahl sind identisch. Zwei Gestängebögen richten das Zelt auf, ein dritter, kurzer verleiht dem Dach mehr Stabilität. Innen- und Außenzelt sind fest verbunden, nach fünf Minuten steht das Woodpecker 3. Abspannleinen und Heringe sind prinzipiell nicht erforderlich, da das Kuppelzelt selbsttragend ist.

Zu den Vorteilen gehören die beiden Eingänge und die zwei recht geräumigen Apsiden mit einer Tiefe von jeweils 60 Zentimetern. Die Bodenwanne ist hochgezogen. Wahlweise kann man die Eingänge komplett öffnen oder die Bereiche links bzw. rechts geschlossen lassen. So ist man flexibel und kann auf die jeweilige Windrichtung reagieren.

Die Innenzelthöhe von 1,10 Meter reicht aus, um bequem knien zu können. Die Schlafkabine ist 220 Zentimeter lang und 180 Zentimeter breit. Bis zu drei Personen haben hier Platz, paradiesisch ist es zu zweit mit Gepäck. Wer großgewachsen ist und im Schlaf die Beine ausstreckt, hat unter Umständen ein Rendezvous mit einer der Zeltwände. Hier sitzen zwei Taschen, am Haken der Decke kann man eine Lampe aufhängen. Dank der beiden Eingänge lässt sich das High Peak perfekt lüften, außen sitzen zudem zwei Luftöffnungen. Die Wassersäule liegt bei 3.000 Millimetern.

In der 50 x 18 Zentimeter großen Tasche verschwindet das 3,5 Kilo schwere High Peak Woodpecker 3 blitzschnell. Wir können es als Iglu-Alternative zum Kite 2 wärmstens empfehlen.

Aus der Tasche rausholen, auf den Boden werfen, fertig! Schon hat sich das Zenph Pop Up Zelt von alleine aufgebaut. Öffnet man die Tür und steckt den Kopf in den Innenraum, so merkt man, dass es hier unangenehm nach Plastik und Chemie riecht. Auch wenn das Wurfzelt für zwei bis drei Personen beworben wird: Bei einer Breite von gerade mal 157 Zentimetern sollte man nur zu zweit sein. Das Gepäck muss nämlich ebenfalls mit in das Zelt, da der einzige Eingang ohne Vorraum auskommt. Die Länge von 258 Zentimetern fällt allerdings stattlich aus.

Das Innenzelt ist eingehängt und hat zwei große Taschen. Das Fiberglasgestänge ist recht dünn, das Polyester der Außenhaut macht keinen allzu hochwertigen Eindruck. Mit 2.000 Millimetern liegt die Wassersäule im unteren Bereich. Nicht alle Nähte sitzen perfekt, und das Moskitonetz im Eingangsbereich spielt qualitativ ebenfalls nicht in der Champions League. Bei unserem Beregnungstest blieb das Zenph im Innenraum trocknen, diversen Rezensionen zufolge gibt es hier aber mitunter Probleme.

Mit 4 Kilo ist das Zenph Pop Up Zelt kein Leichtgewicht. Und der Taschendurchmesser von 86 Zentimetern ist beim Wandern und Radeln ein Problem. Zum gelegentlichen Übernachten mag das Wurfzelt geeignet sein, für längere und intensivere Einsätze ist es aber nicht konzipiert.

Lumaland Pop Up Wurfzelt

Das Lumaland Pop Up Wurfzelt wird wie ein Regenschirm nach oben gezogen und richtet sich dann selbstständig auf. Dazu muss man das Sicherungsseil ziehen und die Gelenkstangen auffalten. Fünf Sekunden, und das Igluzelt steht. Leider besteht es nur aus einer Schicht und verzichtet auf separates Innen- und Außenzelt. Lediglich ein größerer Überwurf verdeckt den cleveren Mechanismus.

Der Innenraum riecht unangenehm, Material (Polyester) und Nähte wirken einfach. Bei einer Höhe von 110 Zentimetern kann man knien und sitzen, ohne die Decke zu berühren. Die Grundfläche von 210 x 190 Zentimetern genügt notfalls für drei Personen, allerdings sind 2,10 Meter gerade für Großgewachsene schon arg kurz, hier lässt sich ein Kontakt mit der Zeltwand nicht vermeiden. Durch das fehlende Innenzelt wird der Schlafsack morgens durch das Kondenswasser dann garantiert nass.

Als Extras gibt es eine Tasche und einen Haken. Die Belüftung ist unterdurchschnittlich. Im einzigen Eingang ist die Polyester-Bahn innen angebracht, das Moskitonetz, das sich ebenfalls per Reißverschluss entfernen lässt, sitzt außen. Eine Apside fehlt. Die Demontage des Zeltest dauert nicht viel länger als der Aufbau, in der Tasche ist alles schnell verstaut. Mit einem Meter Länge fällt diese jedoch sehr wuchtig aus, für Rad- und Wandertouren scheidet das Lumaland damit eigentlich aus. Es wiegt 3,1 Kilo, die Wassersäule ist mit 2.000 Millimetern gering.

Auch das Queedo Quick Pine 3 basiert, wie das Lumaland Pop Up Wurfzelt, auf dem Schirmprinzip, funktioniert aber nicht ganz so präzise. Beim Auseinanderziehen waren die Stangen teilweise verdreht und die Gelenke ploppten wieder auf. Wenn das Zelt steht – das dauert trotzdem nur wenige Sekunden – sieht der Boden so zerknittert aus wie ein Müllsack.

Das Pine 3 ist ebenfalls einwandig konzipiert, Kondenswasser und Feuchtigkeit im Inneren lassen sich somit nicht verhindern. Während die Höhe mit 130 Zentimetern angenehm ausfällt, sind die Maße der Grundfläche mit 200 x 200 Zentimetern problematisch – wer groß ist, kann hier nicht entspannt liegen, ohne die Wand zu berühren. Praktisch sind das einhängbare Ablagenetz, die vier Belüftungsöffnungen und die 90 Zentimeter tiefe Apside. Die Wassersäule beträgt 2.000 Millimeter.

Der Abbau des Queedo Quick Pine 3 geht recht problemlos, punktuell muss man beim Zusammenfalten ein wenig nachhelfen. Ein kleinerer Kampf war es, das Zelt wieder in die Tasche zu bekommen. Mit einer Länge von 75 Zentimetern ist diese ebenfalls nicht gerade klein, zudem ist das Zelt mit 4,7 Kilo recht schwer.

Coleman Kobuk Valley 3

Mit dem Kobuk Valley 3 hat Coleman ein Igluzelt mit verdunkelter Schlafkabine im Portfolio, die bis zu 99 Prozent des Tageslichts absorbiert und die Temperatur tagsüber um bis zu 5 Grad Celsius reduzieren soll. Das Innenzelt wird an zwei Fiberglasstangen geclipst, das Außenzelt aus Polyester und Polyurethan-Beschichtung wird anschließend drübergezogen. Der Aufbau gelingt problemlos.

Der Eingangsbereich ist sehr groß, der Boden stabil, und selbst die 110 Zentimeter tiefe Apside kann mit der Bodenplane ausgeschlagen werden. Die Schlafkabine reicht mit 210 x 180 Zentimetern sogar für drei Personen, weil man das Gepäck im Vorzelt verstauen kann. Auch die Innenzelthöhe ist mit 120 Zentimetern angenehm. Ausgestattet ist der Wohn- und Schlafbereich mit drei Taschen sowie einer Öse zur Befestigung einer Lampe.

Wie das Quechua 2 Seconds 3 Fresh & Black hat auch das Kobuk Valley 3 eine Nachtschlafkabine. Hier ist es auch tagsüber extrem dunkel – letztendlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob einem das gefällt oder man lieber einen hellen Innenraum bevorzugt. Die Apside mit zwei Kunststofffenstern lässt bei Bedarf auch dann ein wenig Licht einfallen, wenn diese verschlossen ist. Angenehm fällt auf, dass sich das Coleman-Zelt nicht ganz so stark erhitzt. Für Frischluft sorgen zudem jeweils zwei Lufteinlässe im Vor- und Hauptzelt.

Die Wassersäule beträgt gute 4.500 Millimetern, die Nähte sind zusätzlich abgeklebt. Im Test hatten wir keine Feuchtigkeitsprobleme. Mit 5,1 Kilo ist das Coleman Kobuk Valley 3 leider recht schwer, das Packmaß fällt mit 58 x 16 x 16 Zentimetern jedoch kompakt aus.

Beim Quechua 2 Seconds 2 handelt es sich um die kleinere Variante des 2 Seconds 3 Fresh & Black in einer anderen Farbgebung. Das Konzept des Wurfzelts ist absolut identisch, Auf- und Abbau gelingen genauso schnell. Der Innenraum schrumpft jedoch auf 210 x 120 Zentimeter und eignet sich damit nur noch für zwei Personen. Großgewachsene, die sich lang machen, berühren zudem entweder mit Kopf oder Füßen eine der Wände und im Sitzen die Decke (Höhe 98 Zentimeter).

Das Packmaß ist mit einem Durchmesser von 65 Zentimetern etwas geringer, das Gewicht beläuft sich auf 2,9 Kilo. Erhältlich ist das Quechua 2 Seconds 2 in Petrolblau und Lärchengrün. Im Innenraum ist es jetzt deutlich heller, was wir als angenehmer empfinden. Dafür heizt sich das Wurfzelt in der Sonne etwas stärker auf. Die Wassersäule beträgt ebenfalls 2.000 Millimeter.

Wer mit weniger Innenraum zurechtkommt und bei Packmaß und Gewicht sparen will, sollte das Quechua 2 Seconds 2 unbedingt mit dem 2 Seconds 3 vergleichen. Die positiven Kerntugenden sind gleich.

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