Wallbox Test: Aufmacher Foto: Vestel
vergleich
Veröffentlicht: 20.8.2021

Die beste Wallbox

Wir haben uns 14 förderfähige Wallboxen angeschaut. Die beste für die meisten ist die ABL eMH1 1W1101. Sie ist kinderleicht zu bedienen, verliert sich nicht in technischen Spielereien und stammt vom bayerischen Qualitätshersteller ABL. Wer auf eine App-Anbindung nicht verzichten will oder mehrere Anschlüsse benötigt, wird bei unseren Alternativen fündig.

Stefan Schmid
hat eine Vorliebe für smarte Technik, die den Alltag erleichtert. Er testet überwiegend Produkte aus den Bereichen IT-Technik, Computerzubehör und Smart Home.
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Der Elektroantrieb ist der Antrieb der Zukunft – daran lassen Bund und Fahrzeughersteller kaum mehr einen Zweifel aufkommen. Bevor man sich aber Hals über Kopf für das neue Antriebssystem entscheidet und ein Elektroauto in die Garage stellt, sollte man sich um die passenden Rahmenbedingungen kümmern. Genauer: Eine Wallbox. Die sorgt nämlich dafür, dass das Elektroauto auch zuhause schnell, sicher und effizient geladen wird. Weil die KfW aktuell zu jedem zuhause montierten Ladepunkt 900 Euro zuschießt, gibt es die günstigen Modelle aktuell quasi zum Nulltarif.

Wir erklären, welche Hürden es auf dem Weg zur Wallbox-Förderung gibt, wie man die richtige Wallbox für die eigenen Lade-Ansprüche findet und welche Modelle förderungsberechtigt sind. Die AllesBeste-Redaktion wurde bei diesem Vergleich von den Elektromobilitäts-Spezialisten der eMobile Academy und Frau Olszewski von der Zander Gruppe unterstützt. Hier sind unsere Empfehlungen in der Kurzübersicht.

Kurzübersicht: Unsere Empfehlungen

Favorit

ABL eMH1 1W1101

Test Wallbox: ABL eMH1 1W1101
Sie sieht unscheinbar aus, aber die eMH1 1W1101 ist die perfekte Wallbox für den Otto-Normal-Lader.

Die ABLeMH1 1W1101 ist die ideale Wallbox für alle, die einfach nur laden wollen. Überflüssigen Schnickschnack sucht man hier vergeblich, das ermöglicht dem bayerischen Hersteller aber auch, die Wallbox für einen – gemessen an ihrer Qualität und den verbauten Komponenten – sehr günstigen Preis auf den Markt zu bringen. Gut gefallen hat uns auch der modulare Aufbau der Wallbox, so muss man nicht die ganze Anlage ersetzen, wenn mal ein Bauteil kaputt geht.

Auch gut

Vestel EVC04-AC11A-T2P2

Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.42.02
Ausstattung und Leistung der Vestel-Wallbox können sich sehen lassen.

Die Vestel EVC04-AC11A-T2P hat ein paar Funktionen mehr als die Wallbox von ABL. Besonders großen Wert hat man hier auf die umfangreiche und gut gemachte App gelegt. Aber auch in den klassischen Disziplinen, dem schnellen und unkomplizierten Laden, überzeugt die Vestel. Besonders praktisch: Die Wallbox der Österreicher ist so designt, dass man das Ladekabel einfach herumwickeln kann, so spart man sich einen zusätzlichen Kabelhalter – praktisch.

Umfangreich ausgestattet

KEBA KeContact P30 x-series

Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.52.42
Die Keba-Wallbox ist umfangreich ausgestattet und bietet einen einfachen Weg, sein eigenes Lastmanagement aufzubauen.

Die Keba KeContact P30 (X-Series: 105.155) ist ideal für Wohngemeinschaften oder den Firmenparkplatz geeignet, denn die Wallboxen der X-Serie können sowohl als Master, als auch als Slave beim Lastmanagement fungieren. Dass die äußerlich recht schlichte Wallbox im Inneren mit modernster Technik vollgestopft ist, hätte man ihr zwar nicht zugetraut, erfreulich ist es aber trotzdem.

Wenn Geld egal ist

ABL eMH3 3W2214

Test Wallbox: ABL 3W2214
Die leistungsstarke Wallbox des bayerischen Traditionsherstellers lässt kaum Wünsche offen.

Die ABL 3W2214 ist die Wallbox der Wahl für alle, die Wert auf gutes Aussehen in Kombination mit hervorragender Technik legen. Das hat zwar seinen Preis, allerdings darf man bei diesem Modell nicht vergessen, dass es die Möglichkeit gibt die beiden verbauten Ladepunkte zu drosseln. Dann gibt es für jeden der beiden Ladepunkte die KfW-Förderung. Und mit einem Rabatt in Höhe von 1.800 Euro wird die schicke ABL auch preislich recht attraktiv. Technisch jedenfalls vermisst man bei ihr (nahezu) nichts.

Vergleichstabelle

Vergleichstabelle
FavoritAuch gutUmfangreich ausgestattetWenn Geld egal ist
ABL eMH1 1W1101 Vestel EVC04-AC11A-T2P2 KEBA KeContact P30 x-series ABL eMH3 3W2214 Heidelberg Wallbox Energy Control 400V 11 kW Hesotec Electrify eBox wr30-R Base ABL eMH2 2W2241 Volkswagen / Elli ID.Charger Connect Webasto Live Schneider Electric Evlink Wallbox G4 Smart (EVB1A22PCKI) EVBox E3160-A45062-10.2 Hesotec eSat r10 SMART - EV Alfen Eve Single S-line 904460583 Wallbox Pulsar Plus 11 kW
Test Wallbox: ABL eMH1 1W1101Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.42.02Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.52.42Test Wallbox: ABL 3W2214Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.56.02Test Wallbox: Hesotec Electrify eBox wr30-R BaseWallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 09.55.01Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.40.34Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.45.30Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.50.09Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 18 Um 10.07.08Test Wallbox: Hesotec eSat r10 SMART - EVWallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.46.17Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.57.16
Pro
  • Förderungsberechtigt
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Modularer Aufbau
  • Einfache Handhabung
  • Zuverlässig
  • Förderungsberechtigt
  • Viele Funktionen
  • Clevere Kabel­aufhängung
  • Drei RFID-Karten im Liefer­umfang
  • Förderungs­berechtigt
  • Robust
  • Zuverlässig
  • Ladeanzeige
  • Ideal für Haus­gemeinschaften
  • Förderungsberechtigt
  • Schick
  • Smarte Zusatz­funktionen
  • Internes Last­management
  • Förderungsberechtigt
  • Clevere Kabel­aufhängung
  • Edelstahl-Optik
  • Förderungsberechtigt
  • Interessantes Design
  • Qualitativ hochwertig
  • Förderungsberechtigt
  • Umfangreiche Ausstattung
  • MID-Zähler
  • Förderungsberechtigt
  • Viele smarte Funktionen
  • Förderungsberechtigt
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Mit bis zu 250 Wallboxen vernetzbar
  • Förderungsberechtigt
  • Clevere Kabel­aufhängung
  • Qualitätshersteller
  • Förderungsberechtigt
  • Förderungsberechtigt
  • Schickes Design
  • Qualitativ hochwertig
  • Großer Funktions­umfang
  • Förderungsberechtigt
  • LAN-Anschluss
  • Förderungsberechtigt
  • Kompaktes Design
Contra
  • Wenig Zusatz­funktionen
  • Keine Kabel­halterung
  • Relativ groß
  • Vergleichsweise teuer
  • Teuer
  • Für kleine Garagen über­dimensioniert
  • Kein TCP Modbus
  • Kein Web-Interface
  • Vergleichsweise teuer
  • Ladekabel etwas kurz
  • Teuer
  • Branding (Logo-Pflicht)
  • Teuer
  • Keine Kabel­aufhängung
  • Vergleichsweise teuer
  • Kein FI Typ A verbaut
  • Vergleichsweise teuer
  • Teuer
  • Keine Kabel­halterung
  • Kein FI Typ A verbaut
  • Haptik wirkt vergleichsweise billig
Bester Preis
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Abmessungen272 x 221 x 116 mm315 x 460 x 135 mm516 x 240 x 166 mm400 x 492 x 192 mmk. A.530 x 114 x 240 mm (zzgl. Wandadapter 280 mm)437 x 328 x 170 mm297 x 406 x 116 mm225 x 447 x 116 mm480 x 330 x 1770 mm186 x 328 x 161 mm970 x 750 x 114 mm373 x 242 x 138mm163 x 166 x 82 mm
Umgebungstemperatur-30 bis 50°C, IP54-35 bis 55°C, IP54-30 bis 50°C, IP54-35 bis 55°C, IP54-25 bis 40°C, IP54-25 bis 45°C, IP54-30 bis 40°C, IP54-30 bis 50°C, IP54-25 bis 40°C, IP54-30 bis 50°C, IP54-25 bis 45°C, IP55-25 bis 45°C, IP54-25 bis 40°C, IP55-25 bis 40ºC, IP54
Autorisierung / ZugangsschutzKeineRFIDRFIDRFID, RFIDNeinRFIDRFIDNFC, RFID, Plug & ChargeRFIDRFIDRFIDRFIDRFIDNein
Kabel vormontiertJa, 6mJa, 7mNeinNeinJa, 5mJa, 4mJa, 6,35 mJa, 4,5 m (optional 7,5m)Ja, 4,5m (optional 7m)Ja (optional)Ja, 6mJa, 4mJa, optionalJa, 5m
OCPP1.51.61.5/1.61.6Nein1.61.62.01.61.51.61.61.6k. A. (wahrscheinlich 1.6)
SchnittstellenRS485RS485WLANRS485RS485WLANLAN, optional LTE/WLANLAN, WLAN, optional LTELAN, WLAN, LTERS485, LAN (RJ45)WLAN, BluetoothWLAN, LANLAN (RJ45), RJ11 (aktives Lastmanagent)WLAN, Bluetooth
Leistung (ungedrosselt)11 kW11 kW22 kW22 kW / 2 x 11 kW11 kW11 kW22 kW11 kW22 kW22 kW11 kW11 kW11 kW11 kW
DreiphasigJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaJaja
Gewicht4,5 Kg4,9 Kg4,9 Kg5,7 Kg8 Kg8,4 Kg8,5 Kgk. A.5,5 Kg6,6 Kg9 Kg10,8 Kg5 Kg1 Kg

Wallbox-Kauf: Das sollte man beachten

Eine Wallbox sorgt dafür, dass das Elektroauto komfortabel, schnell und sicher geladen wird. Seit November 2020 gibt es pro Ladepunkt zudem eine 900 Euro schwere Wallbox-Förderung der KfW, den Zuschuss 440. Je nach Modell und Installationsaufwand gibt es die eigene Strom-Zapfanlage fürs Elektroauto damit fast schon geschenkt. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss man nur einige wenige Kriterien erfüllen, die wir im Folgenden kurz vorstellen wollen.

Aktuell gibt es pro Wallbox 900 Euro Förderung

Wissenswertes zur Wallbox-Förderung

Gefördert wird sowohl der Kauf als auch die Installation der Wallbox. Weil hier mit teils lebensgefährlichen Stromstärken hantiert wird, sollte man als Laie besser Abstand von einer Eigenmontage nehmen. Aber auch mit Ahnung von der Materie sollte man besser die Finger davon lassen, denn es profitiert nur von der 900-Euro-KfW-Förderung, wer die Installation von einem Fachmann durchführen lässt, der nach § 13 in der Niederspannungsanschlussverordnung in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Einen solchen qualifizierten Experten findet man beispielsweise hier.

Vor der Wallbox- Installation

Bevor man sich eine Ladestation in die Garage holt, sollte man als erstes den Hausanschluss auf seine Wallbox-Tauglichkeit hin überprüfen. Mit bis zu 22 kW liegt der Anschlusswert mancher Wallbox nämlich auf Einfamilienhaus-Niveau, und man sollte deshalb besser prüfen, ob der Hausanschluss für eine solche Doppelbelastung geeignet ist. Die Prüfung des Hausanschlusses sowie der Antrag auf eine Erhöhung der Anschlussleistung sind Aufgaben des Elektrikers.

Vor der Installation Hausanschluss prüfen

Auch die Kabel sollte man überprüfen. Um mit den enormen Stromstärken zurechtzukommen, müssen die nämlich dick genug sein, ansonsten droht Kabelbrand. Reicht der Querschnitt der verbauten Stromleitungen nicht aus, können hier weitere Kosten für das Auswechseln der Kabel entstehen. Weil das schnell teuer werden kann, sollte man sich im Vorfeld mit dem Elektriker auf einen festen Preis einigen, so vermeidet man teure Nachforderungen.

Netzbetreiber informieren

Seit März 2019 ist es zudem gesetzlich vorgeschrieben (Niederspannungsanschlussverordnung), die Ladestation beim Netzbetreiber anzumelden – und zwar bevor sie in Betrieb geht. Dafür braucht man eine sogenannte Konformitätserklärung, die im Lieferumfang der Wallbox enthalten sein sollte. Wer sich für eine leistungsstarke – und damit eben auch das Stromnetz stark belastende – 22 kW-Wallbox entscheidet, muss zudem das »Datenblatt für Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge« ausfüllen, um sich sich die Wallbox vom Netzbetreiber genehmigen lassen.

Die leistungsschwächeren 11-kW-Wallboxen sind ausdrücklich nicht genehmigungspflichtig, müssen aber dennoch beim Netzbetreiber, bei dem es sich übrigens nicht um den Stromanbieter handelt, angemeldet werden. Sollen mehrere Wallboxen über einen gemeinschaftlichen Hausanschluss betrieben werden, muss immer dann eine Genehmigung des Netzbetreibers eingeholt werden, wenn die Gesamtleistung der Wallboxen 12 kW überschreitet.

Welche Wallboxen werden gefördert?

Um förderungsberechtigt zu sein, muss die Wallbox über eine intelligente Steuerung des Lademanagements verfügen. Damit kann sie mit den anderen Komponenten des Stromnetzes kommunizieren und die Ladeleistung kann entsprechend der aktuellen Netzauslastung reguliert werden.

Wer sich deswegen Sorgen macht, dass der Stromanbieter nun Einfluss auf den Ladevorgang seines Elektroautos nimmt, den können wir entwarnen: Zunächst einmal werden derlei Eingriffe lediglich durch den Netzbetreiber vorgenommen, denn die Stabilität des Stromnetzes liegt in dessen Verantwortung, zum Anderen sind solche steuerbaren Verbraucher längst Alltag. Sie sind in vielen Wärmepumpen ebenso verbaut wie in modernen Elektroheizungen. Dass die hauseigene Wärmepumpe beispielsweise täglich für über eine Stunde vom Netz genommen wird, um selbiges zu entlasten, merkt man nicht einmal.

Wallbox Test: Wallbox
Laden Zuhause: Mit einer Wallbox kein Problem.

Eine Neuerung stellt hier lediglich die intelligente Steuerung dar. Die sorgt dafür, dass der Ladestrom reduziert wird, wenn das lokale Stromnetz von Überlastung bedroht wäre. Hier sorgt man sich auf Seiten des Gesetzgebers also lediglich um die Zukunft des Stromnetzes, denn aktuell ist man – freilich auch aufgrund der noch recht geringen Zahl an Elektroautos – weit davon entfernt das Stromnetz zu überlasten. Zudem fehlt momentan auch noch die entsprechende Gesetzesgrundlage, die es dem Netzbetreiber erlaubt, die Ladeleistung von Ladestationen zur Spitzenlastreduktion zu drosseln.

Ein weiteres Kriterium der Wallbox-Förderung ist der Fehlerstromschutz. Ist ein integrierter Fehlerstromschutz (AC und DC) nicht bereits in der Wallbox integriert, muss sie der Elektriker nachträglich einrichten. Der Gesetzgeber hat damit kein Problem, der Geldbeutel allerdings schon, denn der zusätzliche Aufwand ist teuer.

Eine vom der KfW laufend aktualisierte Liste der mehr als 300 förderungsberechtigten Wallboxen (inklusive 22-kW-Modelle, sofern sie gedrosselt sind) gibt es hier.

Wer bekommt die Wallbox-Förderung der KfW?

Förderungsberechtigt sind Mieter, Vermieter, Wohnungseigentümergemeinschaften und natürlich die Eigentümer selbst. Ausdrücklich von der Förderung ausgeschlossen sind Unternehmen, solange sie nicht selbst als Mieter auftreten. Weil die Wallbox-Förderung nur für privat genutzte Ladestationen gedacht ist, sind sämtliche öffentlich zugängliche Ladesäulen ebenso von der Förderung ausgeschlossen. Privatpersonen, die sich eine Wallbox in der Garage, am Carport oder am Stellplatz montieren lassen wollen, müssen zudem noch folgende Punkte beachten:

  • Die Förderung gilt ausschließlich für Wallboxen mit einer Ladeleistung von 11 kW.
  • Förderungsberechtigt ist nur, wer seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien bezieht. Wer seinen Strom sowieso selbst produziert, beispielsweise mithilfe einer Photovoltaikanlage, ist auch förderungsberechtigt.
  • Eine im Zuge eines Neubaus installierte Wallbox ist nicht förderungsberechtigt. Ist der Bau hingegen abgeschlossen, kann man problemlos einen Förderungsantrag stellen.
  • Die Anschaffungs- und Installationskosten müssen mindestens 900 Euro betragen. Schafft man sich beispielsweise eine Wallbox an, die zusammen mit dem Einbau nur 700 Euro kostet, bleibt man auf dem vollen Kaufpreis sitzen und erhält keine Förderung. Der Grund: Bei den 900 Euro handelt es sich um einen sogenannten Schwellenbetrag. Erst, wenn diese Schwelle überschritten ist, kommt es zur Auszahlung der Förderung.
  • Die Förderung gilt pro Ladepunkt. Hat man sich für ein teureres Modell mit zwei Ladepunkten entschieden, beträgt die Fördersumme nicht 900, sondern 1.800 Euro.
  • Man sollte den Förderantrag unbedingt ausfüllen, bevor die Wallbox angeschlossen wird. Nachdem man den Förderungsantrag im Zuschussportal der KfW hochgeladen hat, genügt es, seine Identität per Schufa-Identitätscheck oder PostIdent nachzuweisen.

Kriterien für den Wallbox-Kauf

Vor dem Kauf einer Wallbox sollte man sich zudem genau überlegen, für welchen Fahrzeugtyp man den Anschluss nutzen möchte (wer ein E-Auto als Dienstwagen sein Eigen nennt, sollte beispielsweise auf die Möglichkeit eines extra Abrechnungssystems Wert legen) und ob die Ladestation mit dem selbst erzeugten Solarstrom betrieben werden soll. Auch die Anzahl an Elektroautofahrern, die regelmäßig auf die Wallbox zugreifen werden, spielt bei diesen Planungsszenarien eine wichtige Rolle.

11 oder 22 Kilowatt: Welche Leistung sollte meine Wallbox haben?

Die meisten Wallboxen gibt es mit Ladeleistungen zwischen 11 und 22 kW. Förderungsberechtigt sind nur die 11-kW-Modelle. Wer mit einem 22-kW-Modell liebäugelt, kann aber auch von der Förderung profitieren, wenn er seine Ladestation nachweislich vom Elektriker auf 11 kW drosseln lässt. Das ist ausdrücklich erlaubt, solange die Drosselung nicht wieder entfernt wird.

Nur Wallboxen mit elf Kilowatt werden gefördert

Preislich nehmen sich die beiden Varianten meist nicht viel, in der Regel sind die 22-kW-Modelle um etwa 100 Euro teurer als ihre leistungsschwächeren Pendants. Neben dem etwas dickeren Kabelquerschnitt braucht es zum Betrieb der 22-kW-Variante auch die Genehmigung des Netzanbieters, was ein weiterer Kostenfaktor bei diesen Modellen ist.

Generell gilt: Wallboxen sind abwärtskompatibel. Ein Elektroauto, das an einer 22-kW-Wallbox angeschlossen wird, kann dort auch mit »nur« 3,7 kW laden. Das muss schon allein deswegen klappen, weil gegen Ende des Ladevorgangs auch bei den Boliden mit enorm hoher Ladeleistung die Stromzufuhr gedrosselt wird – der Batterie zuliebe.

Wer nun unsicher ist, dem sei gesagt: Einen spürbaren Mehrwert bieten die 22-kW-Modelle aktuell nicht. Die meisten Elektroautos sind für diese Leistung gar nicht geeignet, denn nur die wenigsten Stromer haben ein entsprechend leistungsfähiges Netzteil, den sogenannten Onboard-Charger verbaut. Viele Plug-In Hybride können daher mit maximal mit 3,7 kW geladen werden.

Die Limitierung auf 11 kW ist im Alltag auch kein wirklicher Nachteil: Die 58-kWh-Batterie des ID.3 beispielsweise lädt an einer 11-kW-Wallbox in fünfeinhalb Stunden voll auf. Wer also nach Feierabend mit dem letzten bisschen Saft im Akku in die Garage rollt, der kann bereits am nächsten Morgen wieder einen vollen Akku.

Sprich: Für die Ladezeit der meisten Elektroautos macht es keinen Unterschied, ob sie an einer 11- oder 22-kW-Wallbox geladen werden. Ein 22-kW-Modell ist daher mehr als Wette auf die Zukunft zu verstehen, von der nicht sicher ist, ob sie aufgehen wird, denn bei normaler Nutzung des Elektroautos kommt es nur äußerst selten vor, dass man eine solch hohe Ladeleistungen braucht. Die Ladegeschwindigkeit ist auf der Langstrecke und damit bei den öffentlichen zugänglichen Schnellladestationen deutlich interessanter, die jedoch den Strom unter Umgehung des Onboard-Chargers direkt in die Batterie pumpen. Für das Laden zuhause (und damit eben auch für das klassische Über-Nacht-Laden) ist die Leistung eines 11-kW-Modells jedoch völlig ausreichend.

Elf Kilowatt Leistung sind im Alltag mehr als ausreichend

Übrigens: Die enormen Ladeleistungen bei den öffentlich zugänglichen Ladestationen ergeben sich daraus, dass es sich hier um Gleichstrom handelt. Der ist für den Fahrzeug-Akku direkt zu verdauen, und das Auto kann dementsprechend schneller geladen werden. Solche DC-Wallboxen gibt es zwar auch für den Hausgebrauch, allerdings ist man bei der Anschaffung einer solchen Ladestation schnell einen fünfstelligen Betrag los. Ob sich DC-Wallboxen in naher Zukunft bei Heimanwendern durchsetzen werden, darf auch deshalb bezweifelt werden, weil durch den enormen Stromhunger der Boxen das Stromnetz schnell überlastet wäre und somit die Genehmigung durch den Netzbetreiber meist versagt bleibt.

Der richtige Stecker

Wer sich für eine Ladestation mit fest verbautem Stecker entscheidet, sollte darauf achten, dass die Wallbox mit dem richtigen Stecksystem ausgestattet ist. Typ-2-Stecker sind heute bei den meisten Modellen Standard. Wer allerdings ein (älteres) Elektroauto aus asiatischer oder amerikanischer Produktion besitzt, kann auch noch mit dem Typ-1-Stecker vorlieb nehmen müssen. Ältere Modelle des Nissan Leaf haben beispielsweise noch einen Typ-1-Stecker verbaut. Der große Rest der Elektroautos ist allerdings für den Typ-2-Stecker ausgelegt.

Moderne Elektroautos haben einen Typ-2-Stecker

RFID

Wer seine Wallbox beispielsweise in einer Gemeinschaftstiefgarage aufstellen und vor den Zugriffen unberechtigter Dritter schützen will, sollte eine Ladestation mit RFID-Funktion wählen. Will man sein Elektroauto an der Wallbox laden, muss man sich zunächst mit einer RFID-Karte identifizieren, dann erst gibt die Wallbox den Strom frei.

Lastmanagementsystem

Werden mehrere Elektroautos unter ein und demselben Dach geladen, sollte man sich auch über das Thema Lastmanagement Gedanken machen. Der Grund: In der Regel ist die elektrische Infrastruktur nicht für den gleichzeitigen Anschluss mehrerer stromhungriger Elektroautos konzipiert. Damit das Stromnetz nicht kollabiert und dennoch alle Elektroautos mit Strom versorgt werden, gibt es das Lastmanagement.

Es teilt die aktuell verfügbare Leistung auf die angeschlossenen Elektroautos auf bzw. setzt den Ladevorgang aus, sollte nicht genug Leistung vorhanden sein. Man spricht von einem statischen Lastmanagement, wenn die Ladeleistung mit der jedes der angeschlossenen Elektroautos versorgt wird, fest definiert wird und sich nicht verändert. Ist die individuelle Ladeleistung flexibel, spricht man hingegen von einem dynamischen Lastmanagement.

Der Fairness halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass das von E-Auto-Skeptikern gerne ins Feld geführte Argument, dass es abends, wenn jeder sein Elektroauto zum Laden ans Netz hängt, zur Überlastung desselben kommen wird, nicht der elektromobilen Realität entspricht. In der Praxis zeigt sich nämlich, dass Elektroautos längst nicht jeden Abend aufgeladen werden müssen, sondern teils nur einmal die Woche von ihren Besitzern ans Netz gehängt werden. Das schont einerseits zwar das Stromnetz, weil so nicht immer alle E-Autos zum gleichen Zeitpunkt geladen werden, das Netz muss dann aber mehr und Leistung über einen längeren Zeitraum bereitstellen, als wenn täglich nur in kleinen Häppchen geladen wird.

OCPP

OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein standardisiertes und offenes Protokoll, das der Kommunikation zwischen Ladestation und Zentralsystem dient. Das wird zunehmend wichtiger und ist im Netzgebiet Hamburg beispielsweise schon ein Pflichtstandard. Der Vorteil dieses internationalen Kommunikationsprotokolls ist, dass es unabhängig von den Wallbox-Herstellern ist und damit eine Möglichkeit schafft, dass auch Ladestationen verschiedener Hersteller von ein und demselben Lastmanagementsystem gesteuert werden können.

Idealerweise sollte die Wallbox deshalb bereits über OCPP der Version 1.6 oder höher (2.0) verfügen, wenn man den Betrieb mehrerer Wallboxen plant. Das gewährt ein gewisses Maß an Interoperabilität zwischen Ladestation, Auto und Software. Viele Wallbox-Hersteller bieten hierfür aber auch individuelle Lösungen an, die weniger komplex sind, dafür das Festlegen auf einen Hersteller erfordern, dessen Lastmanagementsystem dann umgesetzt wird. Gerade bei Mehrfamilienhäusern stellt die Herstellerlösung vermeintlich den praktischeren, weil weniger aufwändigen Lösungsweg dar. Wenn aber über die Jahre hinweg selbst der letzte Diesel durch einen Stromer ersetzt wird, kann das zum Problem werden, sollte es beispielsweise diesen Wallbox-Hersteller am Markt nicht mehr geben.

MID-Zähler

Wer seinen Firmenwagen zuhause laden will, sollte bei der Anschaffung einer Wallbox darauf achten, dass diese zumindest einen MID-zertifizierten Zähler verbaut hat, besser sogar noch als eichrechtskonform zertifiziert ist. Diese Zähler geben Aufschluss über die tatsächlich gelieferte Strommenge, die in den Akku des Elektroautos geladen wurde. Viele Arbeitgeber verzichten aktuell jedoch auf eine wattstundengenaue Abrechnung und begleichen ihre »Stromschulden« bei den Angestellten mit einer Pauschale in Höhe von 20 bis 30 Euro. Hier sollte man in jedem Fall Rücksprache mit dem Arbeitgeber halten.

Mit oder ohne Kabel?

Die meisten Wallboxen gibt es in einer Ausführung mit und ohne Kabel. Die Kabelfrage ist sicher auch den persönlichen Vorlieben geschuldet, wir finden allerdings ein fest montiertes Kabel deutlich komfortabler, da so pro Ladevorgang deutlich weniger um- und aufgesteckt werden muss. Einen Nachteil hat das fest montierte Kabel aber auch: Wird es beschädigt und muss es folglich ausgetauscht werden, darf das nur ein Fachmann übernehmen. Das kostet Zeit und Geld.

Deutlich anfälliger als das Kabel ist hier aber der Stecker. In der Praxis ist es schon das ein oder andere mal vorgekommen, dass der Stecker beim Einfahren in die Garage platt gefahren wurde. Unterm Strich ist das aber ein sehr seltenes Szenario.

Wallbox Test: Emh1 Kabel Hand
Ob man zu einer Wallbox mit fest verbautem Kabel greift, ist Geschmackssache. Für die eMH1-Baureihe von ABL gibt es eine Montageplatte mit Kabelhalterung.

Wer sich für ein fest verbautes Kabel entscheidet, sollte eine Kabellänge von mindestens fünf Metern wählen. Zwar hat man natürlich die Möglichkeit die Wallbox so zu positionieren, dass der Weg zum Steckplatz am Auto möglichst gering ist, die Sache hat nur einen Haken: Der Steckplatz kann beim nächsten Elektroauto an einer ganz anderen Stelle sein. Besser also, man sorgt gleich für diesen Fall vor und schafft ein Kabel an, mit dem sich jede Stelle des Autos erreichen lässt.

Nicht am falschen Ende sparen

Schnäppchenkönige und Sparfüchse müssen nun stark sein: Weil es sich bei der Wallbox um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, das nicht nur ans Haus, sondern eben auch ans Auto angeschlossen wird, sollte man von günstigen No-Name-Herstellern besser die Finger lassen und auf bekannte Marken setzen. Wer sich hier unsicher ist, welche Marke denn in diesem Bereich »bekannt« ist, findet hier eine Liste.

Als Faustregel gilt: Wallboxen unter 500 Euro machen sich pauschal verdächtig nicht besonders hochwertig zu sein. Unternehmen wie ABL, KEBA, Webasto und Alfen gehören hingegen zu den Qualitäts-Platzhirschen. Auch Firmen aus dem nahen europäischen Ausland, wie die Schweizer Juice Technologie und das Österreichische Unternehmen NRGkick, haben sich in den letzten Jahren einen guten Ruf erarbeitet.

Weniger ist mehr

Wer beim Thema Wallbox nicht den Durchblick hat, sollte es tunlichst vermeiden, einfach eine Wallbox zu kaufen, die möglichst viel kann. Besser und für den Alltag deutlich praktischer ist eine möglichst simple Ladestation, die genau so viel beherrscht, wie unbedingt notwendig ist.

Unnötiger Schnickschnack verzögert nur den Ladevorgang

Wer seine Wallbox beispielsweise in der eigenen Garage montiert, braucht keine RFID-basierte Zugangsbeschränkung, schließlich ist die Wallbox dort sowieso vor unberechtigten Zugriffen geschützt. Bei einer Wallbox, die pausenlos online ist, muss man auch mit einem erhöhten Stromverbrauch rechnen, im Jahr kann das mit etwa 10 Euro zu Buche schlagen.

Wallbox Test: Abl Emh1 1w1101

Favorit: ABL eMH1 1W1101

Das Unternehmen ABL, dessen Gründer übrigens den Schuko-Stecker erfunden hat, gehört zu den Wallbox-Herstellern der ersten Stunde. Seit zehn Jahren ist ABL in dem Segment nun schon aktiv und hat sich einen Ruf als Qualitätshersteller erarbeitet. Daran nicht ganz unbeteiligt ist die eMH1-Baureihe der Bayern.

Favorit

ABL eMH1 1W1101

Test Wallbox: ABL eMH1 1W1101
Sie sieht unscheinbar aus, aber die eMH1 1W1101 ist die perfekte Wallbox für den Otto-Normal-Lader.

Der Wallbox-Klassiker hat mittlerweile zwar schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, erfreut sich aber nach wie vor enorm großer Beliebtheit – und das völlig zu Recht. Die eMH1 1W1101 kommt optisch aufgeräumt in einem soliden Kunststoffgehäuse daher, das nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist. Das macht sie für den Innen- und Außenbereich gleichermaßen gut geeignet. Ihre Stärken liegen in ihrer enormen Zuverlässigkeit, der einfachen Handhabung und nicht zuletzt der hervorragenden Alltagstauglichkeit.

Die in insgesamt sechs verschiedenen Varianten erhältliche ABL gibt es in zwei Leistungsklassen, nämlich mit 11 und 22 Kilowatt. Dass wir uns hier für die 11-kW-Variante entschieden haben, liegt an der einfacheren Inbetriebnahme der Wallbox, da sie weder beim Netzbetreiber genehmigt, noch vom Elektriker gedrosselt werden muss, um die 900 Euro KfW-Förderung zu erhalten. Dass wir uns bei der Empfehlung zudem auf die Variante mit fest verbautem Stecker festgelegt haben, hat vorrangig praktische Gründe, denn damit spart man sich das Umstecken.

Wer mit seinem Elektro- oder Hybridauto Abends nach Hause kommt, legt in der Regel weder auf eine unterhaltsame Beleuchtung, noch auf eine umfangreiche App Wert. Das sind zwar die Verkaufsargumente der Marketing-Abteilung, in der Praxis zeigt sich allerdings bei den meisten Nutzern ein Trend zum »Weniger ist mehr«. Wer heimkommt, hat in der Regel nur das Ziel, sein Elektroauto möglichst schnell und unkompliziert ans Stromnetz zu hängen – und genau dieses Anforderungsprofil erfüllt die ABL mit Bravur.

Wallbox Test: Abl
In dieser Tiefgarage haben gleich mehrere Wallboxen von ABL Anschluss gefunden.

Im Falle der Wallbox heißt das: Ein einfach zu handhabendes, zuverlässiges System ist in der Regel die bessere Lösung. Genau das scheint man sich auch bei ABL zu Herzen genommen zu haben, und so wurde eine Wallbox entwickelt, die genau das bietet.

Das Ladekabel ist mit sechs Metern ausreichend lang, um auch weit entfernte Ladebuchsen noch erreichen zu können – schließlich hat nicht jedes Elektroauto den Stromanschluss an der gleichen Stelle. Bei der Montage können die Zuleitungen entweder von unten ins Innere der Wallbox gelangen, oder aber durch die Rückseite. Die Möglichkeit, die Ladestation auch über die Rückseite mit Strom versorgen zu können, ist alles andere als selbstverständlich, sieht unterm Strich aber deutlich aufgeräumter aus, wenn die Wallbox erst einmal an der Wand hängt.

Deutlich unaufgeräumter wird es hingegen beim Thema Kabelaufbewahrung, denn eine entsprechende Halterung ist leider nicht im Lieferumfang enthalten, hier muss man also entweder selbst kreativ werden, oder sich eine Halterung mit dazu bestellen. Ob gerade geladen wird, teilt die ABL ihrem Besitzer mithilfe einer grün leuchtenden LED mit, die sich auf der Oberseite der Wallbox befinden.

Was die ABL-Wallbox von den meisten Konkurrenten unterscheidet, ist ihr modularer Aufbau. Im Lade-Alltag kann einem der herzlich egal sein, geht allerdings eines der Bauteile im Laufe der Zeit kaputt, genügt es, das kaputte Bauteil auszutauschen – fertig. Dass die ABL sehr gut gewartet werden kann, wird auch an der mit einem Schloss versehenen Abdeckung deutlich, die in Windeseile vom Elektriker geöffnet werden kann.

Apropos Elektriker: Der wird sich auch über den bereits verbauten FI-Schalter Typ A freuen, das erspart nämlich ein zeit- und kostenintensives Nachrüsten desselben.

Nachteile?

Mit HomeCLU gibt es von ABL zudem die Möglichkeit, ein Lastmanagement mit fünf weiteren ABL-Wallboxen zu betreiben. Allerdings muss man hier auf eine Zugangskontrolle verzichten. Man sollte also entweder seine eigene Garage oder ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn besitzen. Eine Möglichkeit, die Wallbox mittels Schlüssel vor Fremdzugriffen zu schützen, gibt es optional. Auch an den Schnittstellen hat der Hersteller bei der eMH1 1W1101 gespart.

Ferner gibt es keine Möglichkeit, die Wallbox in ein Netzwerk zu integrieren. Damit fehlt auch die Möglichkeit einer Integration ins Backend. Die ABL ist deshalb keine Ideallösung, wenn man eine möglichst smarte Ladestation möchte, auf die man auch von unterwegs aus zugreifen oder die aktuelle Ladegeschwindigkeit per App auslesen will.

ABL eMH1 1W1101 im Testspiegel

Im Magazin »Motorwelt« (12/2018) hat der ADAC die ABL-Wallbox zum Testsieger mit der Note 1,0 erklärt. Die Experten des größten Deutschen Automobilclubs lobten die ABL-Wallbox für ihr sehr einfache Bedienung und ihre hohe Zuverlässigkeit.

Alternativen

Zwar holt man sich mit der ABL eine sehr gute Wallbox ins Haus beziehungsweise in die Garage, allerdings ist sie nicht für jede Aufgabe geeignet. Muss beispielsweise der Arbeitgeber mit einer genauen Abrechnung der geladenen Strommenge versorgt werden, braucht man eine umfangreicher ausgestattete Ladestation. Hier helfen unsere Alternativen weiter.

Auch gut: Vestel EVC04-AC11A-T2P2

Die von uns unter die Lupe genommene 11-kW-Vestel spielt leistungstechnisch in derselben Liga wie die ABL, hat aber das ein oder andere Plus an Ausstattung, mit dem die Wallbox vor allem smartphone-affinen E-Auto-Fahrern gefallen will.

Auch gut

Vestel EVC04-AC11A-T2P2

Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.42.02
Ausstattung und Leistung der Vestel-Wallbox können sich sehen lassen.

Die EVC04-Serie von Vestel gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Dass wir hier die 11-kW-Variante bevorzugen, liegt an der Anmeldung beim Netzbetreiber, die man sich mit der 11-kW-Variante spart. Leistungstechnisch ist man auf ein und demselben Niveau wie die gedrosselte 22-kW-Variante und wird im Lade-Alltag leidlich selten an den Leistungsgrenzen der Wallbox kratzen.

Die Serie EVC04-AC11 ist mit einer Ladebuchse und damit ohne fest montiertes Kabel ausgestattet, die Modelle der EVC04-AC11-T2P-Reihe sind mit einem Kabel ausgestattet. Bei der EVC04-AC11A-T2P, (man beachte das zusätzliche »A« in der Modellbezeichnung) handelt es sich um die gleiche Ladestation, allerdings ist hier noch ein FI Typ A montiert. Das alles gibt es jeweils auch in einer 22-kW-Reihe. Wer auf Schnittstellen zur drahtlosen Kommunikation Wert legt, sollte in der Wallbox-Bezeichnung auf das Kürzel »SW« achten.

Wallbox Test: Vestel Evc04 Ac11a T2p2
Die Vestel-Wallbox gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen.

Zwar gibt es die Vestel-Wallbox in den unterschiedlichsten Varianten, man sollte beim Kauf aber darauf achten, eine Wallbox mit integrierten FI (Typ A) zu erwerben, das spart Zeit und Geld beim Anschluss durch den Elektriker. Mit einem Gewicht von 8,9 Kilogramm und Maßen von 315 x 460 x 135 Millimeter ist die die gesamte Reihe alles andere als zierlich.

Viel Wert hat man bei Vestel auf die App »Vestel Drive Green« gelegt. Damit kann man beispielsweise den Ladevorgang zu einem bestimmten Zeitpunkt starten beziehungsweise stoppen und auch auf den Energiezähler hat man damit Zugriff. Allerdings funktioniert das nur per App, an der Wallbox selbst hat man keine Möglichkeit, den Energiezähler abzulesen. Den aktuellen Status, also ob die Wallbox beispielsweise gerade im Betrieb ist oder ob es einen Fehler gibt, kann man hingegen sehr gut über die eigens dafür verbaute Anzeige ablesen.

Für die Backend-Kommunikation beherrscht die Vestel das OCPP-Protokoll in der Version 1.6. Dank RFID-Schnittstelle, haben Mitglieder einer Hausgemeinschaft die Möglichkeit, die Wallbox mit einem Zugangsschutz auszurüsten, der nur denjenigen laden lässt, der der Vestel die entsprechende RFID-Karte unter die Nase beziehungsweise den dafür verbauten Sensor hält.

Im Lieferumfang der Wallbox sind drei dieser RFID-Karten enthalten. Wem das nicht reicht, der hat auch die Möglichkeit, Ladefreigaben via App vorzunehmen oder Karten nach zu ordern. Wie die übrige Konkurrenz, verfügt auch die Vestel über einen integrierten DC-Fehlerstromschutz. Ebenso mit an Bord ist ein potentialfreier Schaltkontakt, über den sich Ladevorgänge extern steuern lassen.

Den Rotstift hat der Hersteller schließlich beim MID-Zähler angesetzt, den gibt es hier nämlich leider nicht. Dank der RS485-Schnittstelle (Modbus) kann man eine MID-Meter aber jederzeit nachrüsten. Wer in naher oder ferner Zukunft also beispielsweise mit einem E-Dienstfahrzeug liebäugelt, braucht sich keine Sorgen machen. Die IP54-Zertifizierung erlaubt den Einsatz im Freien ebenso wie den Einsatz in der Garage oder aber am Carport, Temperaturen von -35 Grad bis 55 Grad können ihr nichts anhaben.

Es ist vor allem der Mix aus Nutzerfreundlichkeit und Vielseitigkeit, der die Wallbox von Vestel zu einer Empfehlung macht. Praktisch ist auch, dass man das Ladekabel einfach ums Gehäuse herum aufwickeln kann. Das sollte man übrigens auch in jedem Fall machen, denn ein nicht ordentlich aufgewickeltes Kabel kann schnell teuer werden. Dann nämlich genügt ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist man beim Einfahren in die Garage über das Ladekabel gerollt.

Für Mehrfamilienhäuser: Keba KeContact P30 x-series

Die Keba KeContact P30 x-series (EN Type2-6m Cable 22kW-RFID-MID) sieht aus wie die schlichte Ladelösung für Pragmatiker. Sie ist einfach zu installieren und ebenso einfach im Lade-Alltag zu handhaben. Weil sich mehrere Keba-Modelle ganz einfach für ein dynamisches Lastmanagemant zusammenschließen lassen, ist die Wallbox besonders für den Einsatz in Hausgemeinschaften und Mehrfamilienhäusern interessant.

Umfangreich ausgestattet

KEBA KeContact P30 x-series

Wallbox Test: Bildschirmfoto 2021 08 10 Um 12.52.42
Die Keba-Wallbox ist umfangreich ausgestattet und bietet einen einfachen Weg, sein eigenes Lastmanagement aufzubauen.

Auch bei der Keba-Wallbox kann man zwischen Modellen mit einem Ladestecker und einem fest verbauten Typ-2-Ladekabel wählen, deren Kabellänge zwischen vier und sechs Meter beträgt. Weil man mit einem längeren Ladekabel in der Regel flexibler und damit zukunftssicherer aufgestellt ist (man weiß schließlich nicht, wo der Stromer der Zukunft seinen Anschluss haben wird), raten wir zur Version mit dem längeren Ladekabel.

An der in schlichtem Grau gehaltenen Vorderseite der Wallbox befindet sich eine grün leuchtende Ladestatus-Anzeige, die über den aktuellen Ladestand aufklärt. Besitzer einer Photovoltaik-Anlage können sich bei der Keba darüber freuen, dass sie sich perfekt mit Anlage abstimmen lässt. So kann man den Strom, den man eigentlich zu einem recht geringen Betrag (aktuell sind es 7,15 Cent pro Kilowattstunde) ins Netz einspeist, auch einfach in den Akku des Elektroautos füllen.

Was die X-Serie so attraktiv macht, ist die Möglichkeit, sie als Master (und eben nicht nur als Slave) ins Lastmanagement zu integrieren. An einer Master-Ladestation kann man die Leistung, mit der die übrigen Ladepunkte versorgt werden sollen, einstellen. Eine Ladestation ist hier ausreichend und man könnte für die übrigen zu einem günstigeren Modell greifen. Wer dagegen zu einem Modell der c-series greift, wird die Wallbox nur als Slave in ein Lastmanagement integrieren können.

Wallbox Test: Keba
Ohne viel Schnickschnack: die Keba-Wallbox.

Die Keba KeContact P30 ist zwar alles andere als billig, dafür bleiben hier aber nahezu keine Ausstattungswünsche unerfüllt. Ein weiterer Punkt, der für Keba spricht: Trotzdem, dass es mittlerweile viele Keba-Nutzer gibt, verliert kaum jemand ein schlechtes Wort über den österreichischen Hersteller. Im Gegenteil, vor allem die Modelle der KeContact P30 gelten als enorm robust und zuverlässig und erfreuen sich deshalb zunehmender Beliebtheit. Zudem liegt die Lieferzeit aktuell auf einem ertragbaren Niveau.

Auch die Keba gibt es in zwei verschiedenen Watt-Klassen. Dass wir hier zur 22-kW-Variante raten würden, liegt an den umfangreicheren Konfigurationsmöglichkeiten derselben. Hier hat man nämlich die Möglichkeit, ein sechs Meter langes Ladekabel zu wählen und die Wallbox trotzdem ganz nach den eigenen Bedürfnissen auszustatten. Hier bleiben kaum Wünsche offen.

Eine Authentifizierungsmöglichkeit (RFID) ist hier zwar nicht serienmäßig verbaut, es besteht aber die Möglichkeit, ein entsprechendes Modul direkt beim Hersteller nachrüsten zu können, bzw. ein Modell zu wählen, das mit einem entsprechenden Sensor ausgestattet ist.

Ein DC Fehlerstromschutz (6mA) ist hingegen mit an Bord. Dank der UDP-Schnittstelle ist die Wallbox zudem auch (bedingt) smart-home-fähig, es lassen sich damit beispielsweise Statusinformationen abrufen und der Stromhunger des angeschlossenen Elektrofahrzeugs regulieren. Letzteres ist besonders dann wichtig, wenn eine Photovoltaikanlage angeschlossen ist. Weil kein Strommessmodul verbaut ist, kann man allerdings nicht klar erkennen, wieviel Strom gerade die Wallbox verlässt.

Was die Keba P30 zur Ideallösung für diejenigen macht, die ein bisschen mehr wollen als »nur« zu laden: Die zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten machen es möglich, eine ideal auf die eigene Ladesituation passgenau zugeschnittene Wallbox zu erhalten.

Wenn Geld egal ist: ABL eMH3 3W2214

Von ABL gibt es mit der eMH3 3W2214 eine waschechte Hightech-Wallbox mit zwei Anschlüssen und Leistung satt. Die Wallbox ist zwar alles andere als billig, dafür gibt es hier aber auch die doppelte Fördersumme: 1.800 Euro legt die KfW bei der ABL oben drauf.

Wenn Geld egal ist

ABL eMH3 3W2214

Test Wallbox: ABL 3W2214
Die leistungsstarke Wallbox des bayerischen Traditionsherstellers lässt kaum Wünsche offen.

Die eMH3 3W2214 ist ideal für Besitzer einer Doppelgarage geeignet, denn die Wallbox verfügt über zwei Anschlüsse, womit (zumindest theoretisch) beide Fahrzeuge mit bis zu 11 kW geladen werden können. Schließt man nur ein Fahrzeug an, sorgt das integrierte Lastmanagement dafür, dass die Wallbox sogar mit üppigen 22 Kilowatt arbeitet – beide Angaben beziehen sich allerdings auf die Wallbox in ungedrosselter Form. Wer von der Förderung profitieren will, muss seine Wallbox auf die Hälfte der möglichen Leistung drosseln.

Trotz ihrer Leistungsfähigkeit ist die Wallbox mit 400 x 492 x 192 mm alles andere als ein Gigant. Laut IP54-Zertifikat ist sie gegen eindringenden Staub und Spritzwasser gut geschützt. Ebenso mit an Bord ist ein RFID-Zugangsschutz. Die zum Entsperren notwendigen RFID-Karten sind im Lieferumfang enthalten. Während viele der mit einer RFID-Zugangskontrolle ausgestatteten Wallboxen nur mit zweien dieser Karten ausgestattet sind, kommt die ABL-Wallbox mit insgesamt fünf dieser Karten daher.

Wallbox Test: Abl Emh3 3w2214
Ganz schön schick: die eMH3-Baureihe von ABL.

Wer die Wallbox in seine Garage aufstellen will zu der nur man selbst Zugang hat, kann die Zugangskontrolle auch einfach deaktivieren, schließlich muss man den Anschluss hier nicht vor etwaigen unberechtigten Zugriffen schützen, sondern will einfach nur schnell und unkompliziert laden. Die ABL-Wallbox ist serienmäßig mit einem DC-Fehlerstromsensor ausgestattet, der im Fehlerfall innerhalb von Millisekunden die Stromzufuhr unterbricht.

Was man bei der ABL-Wallbox allerdings vergeblich sucht, ist ein fest verbautes Ladekabel, denn beide Ladepunkte sind lediglich mit einem Steckplatz ausgerüstet, um das entsprechendes Kabel muss man sich leider selbst kümmern.

Besitzer einer Doppelgarage, die auf der Suche nach einer optisch ansprechenden Wallbox sind, haben mit der in schlichtem Schwarz gehaltenen ABL einen Treffer gelandet, der darüber hinaus mit (fast) allen Schikanen der Wallbox-Technik ausgestattet ist. Das alles hat leider auch seinen Preis, der dank der KfW-Förderung aber drastisch eingedampft wird: die eMH3 3W2214 gibt es nämlich um satte 1.800 Euro reduziert.

Was gibt es sonst noch?

Heidelberg Wallbox Energy Control 400V 11 kW

Wie bei der Wallbox von Vestel wird auch bei der Heidelberg das Ladekabel einfach um die Wallbox gewickelt – und schon ist es aufgeräumt. Dass es bei der Heidelberg ein Stück weit schicker aussieht, liegt am Gehäuse der Wallbox, genauer: der Oberfläche aus gebürstetem Aluminium. Der Ladezustand wird bei dieser Wallbox über das mittig angebrachte »H« angezeigt, das kann nämlich in verschiedenen Farben leuchten. Sie lässt sich mit bis zu 16 anderen (Heidelberg-)Wallboxen zusammenschließen, um so beispielsweise das dynamische Lastmanagement zu koordinieren. Auch das Einbinden ins Home Management Energy System ist möglich. So kann man auch online auf die Wallbox zugreifen, eine passende App gibt es allerdings nicht.

Ebenso vermisst haben wir einen TCP Modbus. Der vorhandene RTU Modbus reicht nämlich lediglich, um beim Lastmanagement zwei Ladepunkte per Kabel miteinander zu verbinden. Auch auf ein Web-Interface und API muss man bei der Heidelberg abstriche in Kauf nehmen.

Hesotec Electrify eBox wr30-R Base

Preislich ist die Hesotec Electrify eBox wr30-R Base im gehobenen Durchschnitt. Dafür holt man sich hier aber auch die Wallbox eines deutschen Qualitätsherstellers ins Haus, die sich auch wegen ihres eleganten Designs von der wandmontierten Konkurrenz deutlich abhebt. Die Wallbox ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt und eignet sich daher sowohl für die Montage drinnen, als auch für Draußen.

Dank ihres Typ-2-Steckers ist sie für sämtliche aktuellen Elektrofahrzeuge geeignet, eine Ausnahme bilden hier lediglich asiatische Modelle älteren Baujahres, beispielsweise der Nissan Leaf, oder ältere Tesla-Modelle. Leistungstechnisch bewegt sie sich mit 11 kW genau im förderungsfähigen Rahmen. Steuern kann man die Wallbox per App, mit der man zum Beispiel auch Zugangsberechtigungen verteilen kann. Auch über eine Zugangskontrolle mittels RFID-Technologie verfügt die Hesotec-Wallbox. Damit ist man, sollte man seine Wallbox in einer Gemeinschaftstiefgarage montieren, vor den Zugriffen Dritter gefeit. Ob die Wallbox lädt, oder es ein Problem mit, teilt sie mithilfe der verbauten LEDs mit, die sich direkt im Anschluss an den RFID-Kartenleser befindet. Der jeweilige Betriebsstatus wird mit acht verschiedenen Farbtönen artikuliert.

Auch gut gefallen hat und, dass die Wallbox das OCPP-Protokoll beherrscht (Version 1.6). Ansonsten finden sich bei der Hesotec die üblichen Ausstattungen, die eine Wallbox besitzen sollte, dazu zählt ein integrierter DC-Fehlerstromschutz. Nur beim Preis schlägt sie unserer Meinung nach ein wenig über die Stränge. Wer den zu zahlen bereit ist, erhält eine qualitativ hochwertige Wallbox, die auch in der Garage einiges her macht.

ABL eMH2 2W2241

Die ABL eMH2 2W2241 AC-Wallbox verfügt nicht nur über Leistung satt, sondern auch viele weitere Kleinigkeiten, die den Ladealltag erleichtern können. Die Wallboxen des deutschen Mittelständlers haben den Ruf, besonders robust und zuverlässig zu sein.

Besitzer eines Dienstwagens können sich darüber freuen, dass es bei der eMH2 2W2241 die Möglichkeit gibt, seinen Zuhause getankten Strom MID-konform abzurechnen. Das spart im Zweifelsfall viel unnötigen Extra-Aufwand. Um von der Förderung der KfW profitieren zu können, muss die Wallbox allerdings nachweislich von einem Elektriker auf die vorgeschriebene Leistung von 11 kW gedrosselt werden.

Damit lädt die Wallbox zwar unter ihren Möglichkeiten, spart aber bares Geld. Aktuell ist der Leistungs-Nachteil, der mit der Drosselung einhergeht überschaubar, nur wenige Elektroautos sind überhaupt in der Lage, davon Gebrauch zu machen. Weitere Pluspunkte gibt es für die zahlreichen Kommunikationsschnittstellen. Von LAN über WLAN bis hin zu LTE bleiben hier keine Wünsche unerfüllt.

Ein nettes Extra, von dem aber wohl nur die wenigsten Nutzer Gebrauch machen werden, ist das sogenannte ABL Master/Slave-Lastmanagement. Damit können weitere ABL-Wallboxen zusammengeschaltet werden und untereinander kommunizieren. So ist das eigene Stromnetz vor der Überlastung geschützt, die mit dem Anschluss mehrerer stromhungriger Elektroautos zugleich auftreten würde. In der hier vorgestellten Version können dabei bis zu sechs Ladepunkte miteinander vernetzt und so eine Überlastung des Stromnetzes zuverlässig vermieden werden.

Weil die ABL-Wallbox auch das OCPP-Protokoll beherrscht (Version 1.6), ist sie auch bestens für die Integration in verschiedene Backend-Systeme geeignet. Das macht die ABL eMH2 2W2241 besonders für Wohnungseigentümergemeinschaften interessant, die mit der Anschaffung mehrerer Wallboxen liebäugeln. Für ein solches Anschaffungs-Szenario spricht auch der Zugangsschutz via RFID der Wallbox. Der sorgt dafür, dass nur dann Strom fließt, wenn der Wallbox die entsprechende Karte vorgehalten wird. Wer sich nicht ständig ausweisen will, um Strom zu zapfen, kann diese Sicherheitsfunktion auch deaktivieren.

Volkswagen / Elli ID.Charger Connect

Nach einigen Startschwierigkeiten ist der Volkswagen-Konzern auf dem besten Weg, seine Rolle als einer der führenden Autohersteller auch in die Stromer-Ära zu übertragen. Angesichts der Ambitionen der Wolfsburger verwundert es kaum, dass es, passend zum Elektroauto, auch die passende Wallbox von VW dazu gibt. Das Know-how haben die Wolfsburger vom Wallbox-Hersteller Elli.

Die von VW vertriebene Box gibt es in drei verschiedenen Versionen. Wir haben uns die rund 690 Euro teure ID Charger Connect angesehen, bei der es sich um das preislich im Mittelfeld gelegene Modell handelt. Das deutlich günstigere Schwestermodell ID. Charger ist nicht förderungsberechtigt und für unseren Vergleichs daher uninteressant. Auch bei der VW-Wallbox ist der Stecker bereits vormontiert, wobei hier zwei unterschiedliche Kabellängen zur Auswahl stehen: 4,5 und 7,5 Meter.

Im Gegensatz zur Standard-Version kann die Connect-Variante mit einem WLAN-Modul aufwarten. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn man kein Kabel verlegen will, um die Wallbox ins Heimnetzwerk zu integrieren. Wie der Großteil der anderen Wallboxen in unserem Vergleich, ist auch die Connect von Volkswagen nach IP54 gegen eindringenden Staub und Spritzwasser gut geschützt. Zudem ist die Wallbox in der hier vorgestellten Ausstattungsvariante LTE-fähig. Im Volkswagen-Shop kann man sich übrigens selbst aussuchen, welches Logo man gerne darauf gedruckt hätte – solange es sich um eine Konzern-Automarke à la Skoda, Seat und Co. handelt.

Eine besonders clevere Lösung gibt es beim Thema Solarstrom, denn im Zuge eines Software-Updates ist es seit einiger Zeit möglich, dass das an der VW-Wallbox angeschlossene Elektroauto nur dann lädt, wenn es sich um selbst produzierten Solarstrom handelt. Ein Nachteil des Wallbox ID.Charger Connect ist sein fehlender MID-Zähler. Wer den unbedingt braucht, beispielsweise, weil er den in seinen Dienstwagen getankten Strom abrechnen möchte, kann entweder zum teureren Pro-Modell greifen oder einen MID-Zähler nachrüsten.

Webasto Live

Die Ausstattung der Webasto Live ist sehr umfangreich. Der Wallbox wird zwar nachgesagt, gegenüber Ladefehlern und Stromausfällen nicht besonders robust zu sein, diese Mängeln können wir allerdings nicht bestätigen. Besonders gelungen ist die interne Wallbox-Kommunikation: Hier können bis zu 250 Ladepunkte miteinander vernetzt werden, das sollte selbst für sehr große Hausgemeinschaften mehr als ausreichend sein. Derart technisch ausgestattet kann man auch die bereits bestehenden Stromleitungen weiter nutzen, denn in Verbindung mit einem Lastmanagementsystem kann die Anforderung an die Strom-Infrastruktur stark verringert werden.

Auch die Nutzung per RFID-Token ist möglich. An Anschlüssen steht mit LAN über WLAN, bis hin zu 4G ein breites Angebot an Kommunikationsschnittstellen zur Verfügung, was in unseren Augen für den Heimanwender fast schon zu viel sein könnte. Wer sich für die Webasto Live entscheidet, bekommt mit der Live-App auch gleich die passende Software-Lösung mit an die Hand. Überwacht und gesteuert werden kann der Ladevorgang auf dem Webasto Charging Portal.

Schneider Electric Evlink Wallbox G4 Smart (EVB1A22PCKI)

Die Schneider Electric Evlink Wallbox G4 Smart 22kW T2-Kabel verschwindet mit ihrer weißen Optik nahezu vor der Garagenwand. Gut gefallen hat uns, dass das Ladekabel nicht frontal, sondern seitlich aus der Wallbox heraus kommt. Weil es sich hier um ein 22-kW-Modell handelt, muss die Wallbox nachweislich gedrosselt werden, um die Förderung der KfW zu erhalten. Für die Kommunikation mit dem Backend steht ein LAN-Anschluss zur Verfügung, WLAN gibt es optional.

Die IP54-Zertifizierung bescheinigt der Wallbox zudem eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Staub und Spritzwasser. Gemessen an der Ausstattung der Wallbox erscheint der aufgerufene Preis vertretbar. Weil es aber auch günstigere Mitbewerber gibt, hat es nicht zur Empfehlung gereicht.

EVBox E3160-A45062-10.2

Die EVBox ist die einzige Wallbox im Test des ADAC, die glatt durchgefallen ist. Allerdings zu unrecht, denn die kritisierten Sicherheitsmängel sind längst behoben. Um uns eine Meinung von der EVBox zu machen, haben wir uns deshalb bei Frau Olszewski nach den Meinungen der Kunden umgehört – und siehe da: Die Ladelösung der Österreicher zählt zu den beliebtesten Wallboxen.

Mit einem Anschaffungspreis von knapp 900 Euro dürfte die EVBox, die es in Schwarz und Weiß gibt, allerdings das ein oder andere Wallbox-Budget sprengen. Was die Leistung, die Zuverlässigkeit und die zahlreichen Schnittstellen zur Datenübermittlung angeht, ist die EVBox allerdings über alle Zweifel erhaben. WLAN, OCPP 1.6, App-Steuerung: Alles ist mit an Bord. Vermisst haben wir lediglich einen intern verbauten FI Typ A. Eine DC-Fehlerstromerkennung ist hier aber selbstverständlich verbaut.

Hesotec eSat r10 SMART - EV

Die Hesotec Electrify eSat r10 SMART – EV macht einen derart stabilen Eindruck, dass sie auch als öffentliche Ladesäule herhalten könnte. Die Wallbox wird nämlich nicht einfach an der Wand montiert, sondern steht – im Gegensatz zur Konkurrenz auf eigenen Beinen. Mit etwa 1.800 Euro (abzüglich Förderung bleiben noch immer 900 Euro an Kosten – ohne Montage) sind die allerdings recht teuer. Dafür geizt die Hesotec aber nicht mit ihrer Ausstattung. Eine WLAN-Schnittstelle ist bei diesem Modell nämlich ebenso integriert wie die RFID-Technologie.

Die von uns unter die Lupe genommene Smart-Variante bietet neben einer zusätzlichen LAN-Schnittstelle zudem die Möglichkeit, mithilfe der electrify Charge Control App den aktuellen Ladestand und andere nützliche Funktionen überprüfen zu können. Dank OCPP 1.6 steht auch der Kopplung eines OCPP-Backends nicht im Wege. Letztlich ist es der vergleichsweise hohe Preis, der die Hesotec ein Stück weit auf die hinteren Ränge verweist.

Alfen Eve Single S-line 904460583

Optisch erinnert die Alfen Eve Single S-Line an die Wallbox von Schneider Electric. Die Auswahl an Eve-Single-Wallboxen ist groß, schon allein deshalb muss man bei der Modellauswahl hier besondere Vorsicht walten lassen. Die von uns in Augenschein genommene Eve Single S-line 904460583 gehört der etwas günstigeren S-Line an. Im Vergleich zur Pro-Line ist hier der NFC-Kartenleser sowie die Kommunikation über das Mobilfunknetz nur optional verfügbar. Wer das ohnehin nicht braucht (und das dürften die meisten sein), kann ruhigen Gewissens zu S-Line greifen, ein LAN-Anschluss, mit dem die Wallbox via Kabel ins Netzwerk integriert werden kann, ist in jeder Variante mit dabei. Erfreulich ist auch, dass die Wallbox das OCPP-Kommunikationsprotokoll in der Version 1.6 beherrscht. Allerdings gibt es hier kein fest verbautes Ladekabel. Das macht das Laden im Alltag umständlicher.

Wallbox Pulsar Plus 11 kW

Mit 166 x 163 Millimeter und einer Tiefe von 82 Millimeter ist die Wallbox Pulsar Plus eine der kleinsten Wallboxen in unserem Vergleich. Trotzdem beherbergt sie ein WLAN- und Bluetooth-Modul in ihrem Inneren. Damit hat man über das myWallbox-Portal oder die dazugehörige App die Möglichkeit, die wichtigsten Informationen rund um Ladezeit und Stromverbrauch jederzeit einzusehen. Das fest verbaute Ladekabel der winzigen Wallbox ist mit fünf Metern Länge ausreichend lang dimensioniert, kürzer dürfte es aber auch nicht sein.

Zur Empfehlung hat es in unseren Augen nicht gereicht, weil die meisten E-Auto-Fahrer die Zusatzfunktionen der Wallbox wohl kaum nutzen werden. Zudem ist die Wallbox auf dem Papier zwar ebenso robust wie die Konkurrenz (IP54-Zertifizierung), bei der Verarbeitungsqualität hat sie aber das Nachsehen – hier sind ihr die Modelle von ABL, Keba und Co. deutlich überlegen.

Die wichtigsten Fragen

Was ist eine Wallbox?

Eine Wallbox ist eine Wandlerstation für Elektroautos. Damit wird der Akku des Elektroautos bis zu fünfmal schneller und sicherer aufgeladen als über eine normale Steckdose.

Wofür braucht man eine Wallbox?

An einer Wallbox lädt ein Elektroauto deutlich schneller als an der haushaltsüblichen Steckdose. Zudem vermindert man durch Nutzung einer Wallbox das Überhitzungsrisiko, das beim Anschluss eines Elektroautos oder Plugin-Hybrids besteht.

Kann man ein Elektroauto an der Haushaltssteckdose laden?

Das Laden eines Elektroautos über die klassische Haushaltssteckdose wird von vielen Fahrzeugherstellern zurecht als Notlösung tituliert. Grund hierfür sind die deutlich längeren Ladezeiten. Im Vergleich mit einer 11-kW-Wallbox kann die Ladezeit bis zu sechsmal länger sein. Zudem besteht an der Haushaltssteckdose ein erhöhtes Sicherheitsrisiko, da sie nicht für die hohe Stromlast ausgelegt ist, die beim Laden eines Elektroautos auftritt.

Was kostet eine Wallbox inklusive Einbau?

Die Installationskosten einer Wallbox sind vom Montageaufwand abhängig. Sind die hauseigenen Stromleitungen für die hohen Stromstärken geeignet, belaufen sich die Einbaukosten auf wenige hundert Euro. Müssen hingegen größere Montagearbeiten vorgenommen und Stromleitungen ausgetauscht werden, kann man mit einem niedrigen vierstelligen Betrag rechnen.  Die Wallbox selbst schlägt noch einmal mit etwa 600 bis 1.500 Euro zu Buche. Dafür gibt es pro Ladepunkt aber aktuell einen staatlichen Förderzuschuss von 900 Euro.

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